Freitag, 28. Dezember 2007

Weihnachten, Weihnachtsfest, Weihnachtsschmuck - Wächtersbach

Sie kennen das vielleicht auch: man kauft etwas, weil man es "unbedingt" braucht (und vielleich auch, weil es gerade günstig zu haben ist): dann wandert es in den Schrank und da liegt es lange gut.

Indes entschloss ich mich, das Kamerastativ nun doch einmal zum Einsatz zu bringen. Täuschten wir uns oder waren in diesem Jahr weniger Häuser und Gärten mit weihnachtlichen Lichterdekorationen geschmückt?
Jedenfalls kann es nicht schaden, einige besonders schöne Exemplare auf der Festplatte zu bannen.


Dieses Haus in der Karl-Fröb-Straße erfreut (sicherlich nicht nur:) uns jedes Jahr mit seinem farbenfrohen Lichterglanz.




Im Häusergewirr der Altstadt (Forsthof-Gasse) fiel uns dieses märchenhaft erleuchtete Fachwerkhäuschen auf.




Vermutlich die andere Seite desselben Hauses (Aufnahme v. 01.01.08 von der Straße "Herzgraben").








Und alle Weihnacht wieder halten in der Rosenapotheke (Poststraße) drei Engel die Hand auf.
Hm: wie darf ich das deuten - in einer Apotheke?















Nachtrag 27.12.09
Meine diesjährigen Fotos (jetzt dank der Canon-Kamera freihändigen) von der Wächtersbacher Weihnachtsbeleuchtung stelle ich ebenfalls hier ein. Die aktuellen Aufnahmen habe ich freihändig aufgenommen, mit meiner neuen Digitalkamera Canon SX 200IS (vgl. Blott "Toy to the world - the Canon is come!"; dort auch Bilder vom Weihnachtsmarkt in Steinau an der Straße).
Für die vorliegenden Auflösungen (ca. 640x480 bis 800x600) ist die Bildqualität ausreichend; bei voller Vergrößerung wird allerdings doch ein ziemliches "Rauschen" sichtbar (bei der Filmqualität ISO 800 ja auch kein Wunder; das Wunder ist eher, dass man hier kaum etwas davon merkt).

Thematisch wird man z. T. die alten Motive wiedererkennen.



Der Marktplatz im Schnee, kurz vor Weihnachten (da war er schon wieder getaut).

Der "Tannenbaum" (wahrscheinlich eine Fichte?) auf dem Marktplatz, vor dem Prinzessinenhaus. Das Prinzessinenhaus ist in meinen Augen sehr viel schöner als das Schloss selbst (ein eher unharmonischer Klotz, der nur von Westen her wegen der beiden runden Türme - Treppenturm am Eingang und Eckturm - wirklich schön ist, ansonsten Flickschusterei der Jahrhunderte. Man sieht es dem Schloss an, dass das Wächtersbacher Territorium winzig war und dass die Grafen - zuletzt sogar "Fürsten" -, d. h. der - mittlerweile ausgestorbene oder in der Büdinger Hauptlinie aufgegangene - Wächtersbacher Zweig der Linie Ysenburg ziemlich ärmlich waren).
Für weitere Informationen s. a. die Webseite von Gudrun Kauck "Chronologische Daten: Schloss und Stadt Wächtersbach". Frau Kauck hat auch einSommerfoto des Prinzessinnenhauses, von Osten, d. h. vom Schloss aus aufgenommen, online gestellt. In der Broschüre "Sehenswerte Gebäude" des Verkehrs- und Gewerbeverein Wächtersbach e.V. lesen wir über das Gebäude: "Hinter dem Marstall und vor dem großen Eisentor, das den Schlossplatz begrenzt steht das Prinzessinenhaus, das 1745 erbaut wurde. Es diente den Witwen und unverheirateten Prinzessinnen als Wohngebäude. Sehenswert ist die Rokokotür von 1745, die vom berühmten Schreiner Abraham Röntgen stammt. Das Haus befindet sich heute in Privatbesitz.".
[Bei dieser Gelegenheit habe ich gerade ein Photosharingportal namens "locr" entdeckt, wo ein gewisser v. Wagner jede Menge Bilder, insbesondere von den hiesigen Fachwerkhäusern eingestellt hat: Danke! Und bei dieser Gelegenheit gleich noch ein Hinweis auf die vom Gewerbeverein eingestellten historischen Ansichten von Wächtersbach. Danke auch denen!]
Heute betreibt ein gewisser "Otto von Mitzlaff" im Prinzessinnenhaus einen Möbelhandel (ist allerdings in diesem Branchenverzeichnis unter "sonstiger Einzelhandel" gelistet). Ich hatte auch schon überlegt, mir den Laden mal anzuschauen, aber die Stilrichtung "neo-classical style (1760-1840)" trifft nicht so ganz meinen Geschmack; ich präferiere Eichenholz und Barockmöbel, und zwar exklusiv jene des "Gelsenkirchener Barock".
Das soll Sie aber nicht hindern, hier ein wahres Schnäppchen zu machen: "Zierliches auf Tatzenfüßen" für lumpige 38.000 € bekommt man schließlich nicht alle Tage geboten!
Mich könnte von den angebotenen Antiquitäten eher ein Bureau plat von David Röntgen verführen; das wäre auch etwas Repräsentativeres, wo man sich nicht schämen müsste, wenn mal Queen Lizzy oder ähnliches Volk auf einen Kaffe (na gut: für Briten hätten wir auch einen Teebeutel im Haus) hochkommen wollen würden. Es sind nicht die 280.000,- € die mich vom Kauf abschrecken (und ein paar historische Kratzer schon gar nicht); ich habe einfach Angst vor Röntgen-Strahlungen. Die könnten nämlich letal sein: wenn sie mein Portemonnaie durchleuchten würden ;-). Der Antiquitätenhandel wird daher wohl auf ein Konjunkturförderungsprogramm von mir verzichten müssen.


Den Lindenplatz kann man als Zentrum der Kernstadt Wächtersbach ansehen, obwohl er wenig mehr ist als ein Knick in der Durchgangsstraße. Immerhin ist auch für eine Linde Platz (und im Sommer für die Stühle einer beliebten italienischen Eisdiele). Die Linde wurde in diesem Jahr (erstmalig?) weihnachtlich mit einem filigranen Lichternetz geschmückt. Schön ist das!







Hier der Baum aus einer anderen Perspektive mit einem Blick auf die Fachwerkhäuser am Eingang zur Altstadt (Straße "Untertor").















Nicht weit entfernt steht das Parkwächterhaus, wo der Verkehrs- und Gewerbeverein domiziliert. Ein Dokumentarfoto finden wir wiederum bei Gudrun Kauck. Sie nennt es und offiziell heißt es wohl auch Pförtnerhäuschen; damals stand es am Eingang zum Schlosspark (insofern wäre auch Parkwächter gerechtfertigt). Vom Park hat man später ein Stück abgezwackt und zum Parkplatz gemacht, so dass das schöne Backsteingebäude heute diesen "bewacht".






Diser Vorgarten in der Bahnhofstraße wurde, wenn ich nicht irre, in diesem Jahr erstmalig so prächtig geschmückt.












Fensterschmuck, ebenfalls in der Bahnhofstraße.




Ich persönlich würde unseren Balkon (wenn wir einen hätten) nicht derart vernetzen, wie dieser hier in der Bahnhofstraße. Ich meine: wo soll denn da der Weihnachtsmann durchkommen?













Diese Fassadendekoration kommt uns doch irgendwie bekannt vor, nicht wahr?








Ein Haus in, wenn ich mich recht erinnere, der Spessartstraße.














Ein Herz für die Weihnachtsdekoration haben auch diese Hausbesitzer in der Herzgraben-Straße. (Der Straßenname hat allerdings mit "Herz" rein gar nichts zu tun; vielmehr ist er von "Hirsch" abgeleitet. Vermutlich wurden diese Tiere hier einst als Leckerli für die Fürstentafel zwischengeparkt. So etwas gibt es auch heute noch; ich kann mich erinnern, in der Nähe von Bad Mergentheim - vor 30 Jahren oder so - ein Hirschgehege in einem Burggraben gesehen zu haben).









Das Spukhaus im Spessart ist es nicht, sondern geographisch dem Büdinger Wald (einem Ausläufer des Vogelsbergs) zuzuordnen. Es liegt ebenfalls am Herzgraben, und wenn wir genau hinschauen jagt uns auch dieses Knusperhaus déjà-vu-Schauer über den Rücken, gell?














Textstand vom 23.06.2010. Auf meiner Webseite
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Sonntag, 23. Dezember 2007

Über Kettenreaktionen in die Kindheit

Nicht nur meine: beim derzeitigen Katalogisieren meiner Buchbestände fiel mir wieder Fabrizia Ramondinos autobiographischer (s. dazu den Rezensionstitel: "Tra romanzo e autobiografia") Roman "Althénopis. Kosmos einer Kindheit" in die Hände. Althénopis steht für Neapel ; der größte Teil des Romans spielt allerdings außerhalb (mehr als die 1. Hälfte in Santa Maria del Mare bei Massa Lubrense (Sorrento). Jedenfalls hatte ich mir notiert: "Ein schönes, entspannendes Werk, obwohl die Lektüre durch die langen (aber beruhigenden) Sätze eine gewisse Konzentration erfordert."
[Zur Autorin (sowie kurz auch zu diesem Buch) vgl. den schönen Artikel "Ein neapolitanisches Familienlexikon. Zu Besuch bei Fabrizia Ramondino" in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 15.08.2005.]

Der erste Absatz ist indes eine Digression, denn eigentlich wollte ich über den Bielefelder Jahnplatztunnel berichten.
Ein alter Jugendfreund hatte mir berichtet, dass der Jahnplatztunnel (der es auch schon zur Ehre eines Wikipedia-Eintrags -mit einem mehrfach vergrößerbaren Foto- gebracht hat) seit nunmehr 50 Jahren besteht.
Nicht mehr sehr deutlich, aber immerhin noch, erinnert mich das an meine Initiation im Tunnel. Keine Initiation in Sachen Sex, nicht einmal in Drogen. Sondern meine erste Fahrt auf einer Rolltreppe. Vielleicht war es genau diejenige, welche in dem Aufsatz "19. Juli 1957: Der Jahnplatztunnel wird der Öffentlichkeit übergeben" von von Bernd J. Wagner, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld, (klein) abgebildet ist?
Da hatte ich doch etwas Angst, meinen wertvollen Körper auf dieses wackelige Ding zu bewegen. Und hangele mich nun am dornigen Rosenkranz meiner Assoziationsketten weiter: über Jahnplatz / Turnvater Jahn zum Geräteturnen, wo ich an Reck und Barren auch immer ziemliche Angst hatte.
Vielleicht hätte ich sie überwunden, aber außer meiner Furcht gab es noch einen ganz banalen Grund, der mich an energischeren Reckschwüngen und Barrensprüngen hinderte.
Und nun wird meine Story doch noch ein wenig sexy.
Es geht nämlich um meine Unterhosen, welche sämtlich so geschnitten waren, dass da jederzeit was rauskommen konnte, was Mann, jedenfalls in der Öffentlichkeit, besser in der Hose drin behält. Und davor hatte ich eben auch Angst.
So hat also der Schnitt meiner Unterhosen mein Leben in mancher Hinsicht vielleicht wesentlich beschnitten.
Und die Moral von der Geschicht? Mütter, kauft euren Kindern anständige Unterhosen! (Freilich würden heutzutage die Kids sicher den Mund aufmachen.)

Der zweite Absatz war indes eine Abschweifung, die meine Leser, ebenso wie der erste, wenig interessieren wird. Denn wenn ich Sie richtig einschätze, sind Sie auf der Suche nach ernsthaften Informationen, z. B. über große Politik und so.

Und genau das war es ja auch, worüber ich eigentlich hatte berichten wollen und worüber ich Ihnen nun endlich im fünften Absatz passim doch noch brandheiße Informationen (wiederum aufgrund von Hinweisen eines örtlichen Gewährsmannes, in diesem Falle eines alten Klassenkameraden und Freundes vom Ratsgymnasium) liefern kann.

Googeln Sie mal nach ""jürgen heinrich" freistaat ostwestfalen-lippe". Was bekommen Sie? Fünf Treffer, aber davon sagt Ihnen nur einer die sensationelle Wahrheit - und die ist auch noch passwortgeschützt! (Oder doch nicht? Scheint so, dass man über meinen Direktlink durchkommt; dafür musste ich mich aber anmelden, um zum Artikel vorzudringen.) Jedenfalls: In Ostwestfalen-Lippe sind Separatisten am Werk! Kein Witz: Jürgen Heinrich, Koordinator in der OWL-Marketing GmbH, will die ganze Gegend von Nordrhein-Westfalen abspalten und ein eigenes Bundesland draus machen! Also: abspalten wäre ja okay, aber Bundesland ist mir einfach zu wenig. Schließlich möchte ich ja Wächtersbacher Honorarkonsul werden, und das geht nur, wenn OWL sich gänzlich von Restdeutschland separiert. (Sie kennen Wächtersbach nicht? Dabei habe ich schon wiederholt darauf hingewiesen, dass der Ort an der Bahnstrecke Moskau - Warschau - Berlin - Paris - Madrid liegt, etwa in der Mitte zwischen Berlin und Paris! Ganz Südhessen und Nordbayern könnte man von hier aus konsularisch optimal betreuen; nebenbei würde ich natürlich auch die Touristenwerbung übernehmen, für die ich mich ja schon früher bewaffnet hatte hatte.)

Aber ach: die Separatistenbewegung, gerade erst entstanden, ist schon gespalten. Literaten sind natürlich immer die Ersten, wenn es ums Spalten geht: da hat man so schön was zum Schreiben drüber. Mischael-Sarim Verollet, Slam-Poet [häh? Was'n das? Also jedenfalls Poet! Demnach wäre der Grand-Slam-Boris in Wirklichkeit ein Dichter? (Das ist ein Substantiv; darüber ob das Adjektiv zum Komparativ "dichter" auf den Becker überhaupt anwendbar ist, kann man wahrscheinlich unterschiedlicher Meinung sein.] aus Bielefeld, hatte bereits (bereits -kurz- vor Heinrich) den "Freistaat Ostwestfalen" ausgerufen (am 06.12.2007 war das übrigens: Das Datum sollten Sie sich vielleicht mal notieren, falls Sie große geschichtliche Daten sammeln!). Aber ach, der Verollet will doch tatsächlich die Gegend balkanisieren: die Lipper will er draußen lassen! Die Politik, vor allem die Lipper, sollte(n) diese Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn den namengebenden Symbolen des Sparrenblog per Definitionem eine gewisse Schrägheit inhärent ist.
"Hauptstadt wäre – natürlich – Bielefeld, die Spaltung von Lippe Ehrensache und die Wiedereinführung des Schlagbaums am Ende der Kafkastraße in Altenhagen die erste Amtshandlung des neuen Maximo Liders, Pit Clausen I. Lippe würde grundsätzlich verboten und der Velmerstot eingeebnet werden, frei nach dem 1. Gebot: „Du sollst keinen Berg haben neben dem Sparrenberg!“ Am Nationalfeiertag müsste jeder Ostwestfale bei Norbert in der Zwiebel mit Bielefelder Luft anstoßen – wer nicht mehr reinkäme müsse den Feierlichkeiten via Großbildleinwand auf dem Jahnplatz beiwohnen und dazu die beste Currywurst an der B66 verzehren. Minden würde unser wichtigster Handelshafen im Norden, Paderborn endlich säkularisiert und der große Weserbogen zum offiziellen Bielefelder Naherholungsgebiet gekürt werden; die Linie 2 Richtung Milse führe bis dahin durch und hielte natürlich nicht in Brake. Es gäbe Vollbeschäftigung – schließlich sollte die Mauer an der Grenze zu Lippe im Gegensatz zur chinesischen tatsächlich aus dem All zu sehen sein, das erforderte mannigfache Hilfe" schreibt Verollet.
Nein, da muss ich protestieren! Bei aller Liebe zu meiner Heimatstadt Bielefeld: Lippe liebe ich auch. Und Hauptstadt muss Detmold werden. Schließlich habe ich dort (im heutigen Ortsteil Berlebeck) nicht nur erlebnisreiche Urlaube verbracht, nein: Detmold hat sogar ein Landesmuseum. Das weiß ich ganz genau; da bin ich nämlich schon mal drin gewesen. Mumien hat es da, so eingewickelte Skelette aus dem alten Ägypten. Und dann gab es da ein junges Pärchen, die haben gar nicht hingeguckt: geknutscht hamse, mittenmang zwischen dene Mumien! Ähem ... lassen wir das.
Und mit dem Mauerbau wäre ich schon deshalb vorsichtig, weil dann den Ostwestfalen (die ohnehin ihren letzten großen Helden schon vor vielen Jahren in Enger begraben mussten) im Jahre 2010 der Zutritt zur "Kulturhauptstadt Lippe" verwehrt wäre.

Außerdem war Willy Linnemann, als Mann von Tante Klara (die mit den Margarinefigürchen) mein "Onkel Willy", ein Lipper. Das jedenfalls haben die Verwandten immer gesagt, wenn sie sich über ihn unterhalten haben: "Ein richtiger Lipper ist das", haben die gesagt.
Gemeint haben sie allerdings, dass er ein Schotte wäre. War ja auch nicht leicht, das Leben für einen Schneidermeister in der Zeit der sich immer weiter verbreitenden Konfektionskleidung. Ich kann mich noch dunkel an eine Debatte daheim darüber erinnern, ob mein Vater seinen neuen Anzug nun "von der Stange" kaufen, oder den Schwestermann unterstützen müsste. (Ich glaube, er hat seinen Anzug - das mag in den 50er Jahren gewesen sein, dann doch bei Onkel Willy fertigen lassen. Ein Proletarier im Maßanzug: damals gab es sowas noch. Könnte ich mir heute gar nicht leisten.) Onkel Willy war aber wohl nicht immer ein lippischer Schotte gewesen, denn er hütete von Reisen, die er in der Vorkriegszeit gemacht hatte, einen großen Schatz an Landkarten und Reisebroschüren. Den hat er mir einmal gezeigt, und ob mich dadurch das Fernweh gepackt hat, oder ob das nur ein phylogenetisch perpetuiertes Syndrom aus der Völkerwanderungszeit ist, das später bei mir (genau wie bei zahllosen anderen reiselustigen Germanen) ontogenetisch durchschlug, das weiß ich so genau nicht mehr.

Nach reiflicherer Überlegung: Vielleicht sollte es doch nicht Detmold sein, das mit der Hauptstadt des neuen Staates Ostwestfalen-Lippe bedacht wird, zumal zumindest die Bielefelder bei den Detmoldern ein defizitäres Politikverständnis festgestellt haben.
Exemplifiziert wurde das in meiner Jugend immer an folgender Geschichte:
1848 rotteten sich die Bewohner der Hauptstadt von Lippe-Detmold zusammen und zogen vor das dortige Schloss. "Fürst, wir wollen Revolution!" verlangte der intransigente Pöbel. Der furchtlose Fürst kam raus aus seinem Bau. Mit mephistophelischem Grinsen sprach er: "So, so, liebe Landeskinder, Revolution wollt Ihr? Ja, also, Revolution - was ist denn das?". Darauf antwortete der Chor (Goethe hätte wahrscheinlich, wie einst in Malcesine, geglaubt, "das Chor der Vögel vor mir zu sehen, das ich als Treufreund auf dem Ettersburger Theater oft zum besten gehabt") der Landstadtbewohner: "Fürst, was Revolution ist, das wissen wir nicht. Aber die Bielefelder haben auch eine!".

Lemgo wäre eine wirklich würdige Hauptstadt eines freien Staates Ostwestfalen-Lippe. Früher, so ungefähr zu jener Zeit, als die Bielefelder noch zitternd auf ihren oder um ihre Bleichen bibberten, haben die Lemgoer schon tapfer die feindliche Hexerei bekämpft.
Und Engelbert Kämpfer durchforschte als frühneuzeitlicher Ethnologe Japan (hier mehr, da auch etwas), als die Bielefelder Leinenhöker noch mit 'ner Kiepe [das Bild ist durch Anklicken vergrößerbar] per pedes durch den glühendheißen Sennesand stapften.

Weil der Kaempfer damals nach Japan gekommen ist, kommen die Japaner heute nach Lemgo - um sich das Junkerhaus anzuschauen. Irgendwie logisch, gelle, aber ob diese Schriftzeichen hier japanisch sind, dafür würde ich vorsichtshalber die Hand aus dem Feuer raushalten. (Wem die Bilder auf der "wolfrosch"-Seite nicht ausreichen, findet z. B. hier bei der "fotocommunity", da bei "flickr" und dort bei "Picasa" weitere.)

Bereits im 18. Jahrhundert sind in Lemgo sogar "Lippische Intelligenzblätter" erschienen (in Detmold natürlich nicht). Und dort, Dichter spitzt die Ohren, erschien auch ein 47bändiges Lexikon "Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller": wer da in einer Neuauflage drin stehen will, lasse Lippe lieber bei uns (Ostwestfalen)!

Und heute kommt noch oder wieder Intelligenz nach und aus Lemgo.

Um aber auf die Hexenverfolgung zurück zu kommen: also die Karin B. aus Bösingfeld hatte das Glück, dass sie nicht zu Zeiten des Hexenbürgermeisters gelebt hat und somit nicht an diesen, sondern an mich geraten ist. Wenn ich so an jene alten Zeiten zurück denke würde ich sagen, dass Johann Jakob Wilhelm Heinse seinen Roman "Ardinghello und die glückseligen Inseln" (1787) nicht zufällig in Lemgo publiziert hat. Der Zusammenhang erschließt sich Ihnen nicht und auch nicht, was meine Kapitalen-Präferenz mit Karin zu tun haben könnte?
Ähem ... lassen wir das; Karin entschwebte mir irgendwann in Wuppertal und ich habe mich, not to my regret, letztendlich transatlantisch orientiert.

So, Junge: der Sauerstoff deines Gehirntanks ist nun leer; besser, du tauchst jetzt wieder auf aus der Vergangenheit! Il lavoro è finito, für heute ist die Erinnerungsarbeit abgeschlossen.


Textstand vom 25.12.2007. Auf meiner Webseite
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Montag, 10. Dezember 2007

Alles wird teurer - nur die Nordmanntanne nicht

Am 2. Adventswochenende kam er zu uns ins Haus, der Weihnachtsbaum. Nicht auf eigenen Füßen natürlich, sondern auf dem Rücken des Blogmeisters, welcher sich zu diesem Zwecke mit einer Parka-Schutzausrüstung verkleidet und die zum Schutz der (wenigen verbliebenen) Haare die Kapuze über den Kopf gezogen hatte.

Einen weiten Weg hatte der Baum bereits hinter sich. Zwar weiß ich nicht, aus welcher Gegend oder welchem Land (Dänemark?) er nach Gelnhausen in die OBI-Filiale gelangte. Aber von dort im "Galgenfeld" zieht sich der Weg zum Gelnhäuser Bahnhof auch ganz schön - wenn man einen Baum geschultert hat. (Da war ja das MG, damals, vor über 40 Jahren, beinahe noch leicht gewesen.) Und vom Wächtersbacher Bahnhof heim ist auch noch eine Strecke zu bewältigen.

Schnell nadelnde Fichten sind uns ein Graus und kommen nicht in unser Haus (werden die heute überhaupt noch verkauft?).
Die Präferenz für langlebige tote Nordmanntannen mussten wir früher in Frankfurt, Ende der 70er oder in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, teuer bezahlen. Damals haben wir schon mal 60,- DM und mehr für einen längergrünen Tannenbaum berappt, bis plötzlich die Preise fielen und diese Art von Weihnachtsbäumen schon mal für 10,- DM im Lebensmittelsupermarkt angeboten wurde.

So billig sind sie nicht geblieben, aber 15,- € sind ein sehr ziviler Preis für eine über 2m hohe Nordmantanne. Das war allerdings ein Angebotspreis; ab dieser Woche kosten sie 20,- €. Irgendwann werden wir wieder das Äquivalent für 60,- DM, also ca. 30,- €, hinlegen müssen.
Bis dahin freuen wir uns über das Rieseln der Preise und über die Haftkraft der Tannennadeln dieser Baumsorte.

Nachtrag 22.12.07:
Nach Medienberichten sollen die Nordmanntannen schon in diesem Jahr teurer geworden sein und 16 - 20 Euro pro lfd. Meter kosten (vgl. z. B. hier, da und dort (sind zwar mehr oder weniger die gleichen Meldungen; trotzdem habe ich sie dreifach verlinkt, weil die Haltbarkeitsdauer von Links häufig beinahe so begrenzt ist wie die von Nordmanntannen. Und die Möglichkeit, verschwundene Seiten in der "Waybackmachine" aufzurufen, kennt nicht jeder; sogar ich denke oft nicht daran, auf der Webseite "archive.org" nachzuschauen.).


Textstand vom 22.12.2007. Auf meiner Webseite
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Sonntag, 9. Dezember 2007

WARUM? - Kindliche Konsumentenfragen

Wers kann, kann anspruchsvolle Fragen stellen.
So wunderte sich z. B. einst der ungarisch-amerikanische Physiker und Mathematiker Eugene Paul Wigner über die "Unreasonable Effectiveness of Mathematics in the Natural Sciences" (gleicher Text hier als pdf-Datei; zum Thema gibt es auch einen englischsprachigen Wikipedia-Artikel). Richard Wesley Hamming führte Wigners Überlegungen fort ("The Unreasonable Effectiveness of Mathematics"), kam aber ebenfalls zu keiner befriedigenden Antwort. Der indische Mathematiker Sundar Sarukkai versuchte es mit "Revisiting the ‘unreasonable effectiveness’ of mathematics"; diesen Artikel muss ich erst noch lesen.
Verstehen werde ich ihn letztlich ebenso wenig wie die beiden anderen, denn für jegliche Art von Mathematik, die über das Alltagsrechnen hinaus gehen, ist leider die Kapazität meiner intellektuellen Prozessoren inadäquat. Trotzdem bleibt es eine stimulierende Lektüre. Aus Hammings Aufsatz wird mir hoffentlich wenigstens der Satz "Not that science explains 'why' things are as they are-gravitation does not explain why things fall-but science gives so many details of 'how' that we have the feeling we understand 'why.' Let us be clear about this point; it is by the sea of interrelated details that science seems to say 'why' the universe is as it is" haften bleiben. [Hervorhebung von mir]

Jedenfalls muss ich mich hier darauf beschränken, Fragen in einem anderen Bereich aufzuwerfen, d. h. im wesentlichen Ärgernisse anzusprechen, welche mich als Konsumenten schon länger umtreiben. Keine fundamentale Konsumkritik wird man hier finden, sondern Produktkritik - bzw. Kritik am Fehlen von Produkten.
Alphabetisch geordnet, und als "work in progress" gedacht, also für ständige Ergänzungen offen.

Brillen
Warum gibt es in sämtlichen Optikernläden nur solche mit kleinen Gläsern?

Hosenbund
Warum werden die Hosenbünde (und entsprechend die Reißverschlüsse) immer kürzer? Sind Hängebäuche derart ästhetisch?

Hosengürtel
Warum gibt es keine Hosen mit Schnallen für den Gürteldorn am Markt?

Kleidergrößen
Der dümmste Schnack in deutschen Läden ist die Rede von "Größen, die unterschiedlich ausfallen". Größen sind entweder eindeutig definiert, oder sie sind keine. Und Kleidungsstücke, deren Maße nicht der angegebenen Größe entsprechen, sind halt falsch ausgezeichnet.

Morgenmäntel
Warum müssen Morgenmäntel immer aus Frottee und meist hässlich sein, und werden z. B. nicht aus Kordstoff angeboten (wenigstens nicht im Normalpreisbereich).
(Vgl. dazu auch meinen Blott "Es muss nicht immer Frottee sein: Klassenkampf im Morgenmantel?")

Oberhemden
Warum müssen Oberhemden und rund geschnitten sein, und kurz genug, um ständig aus den (ihrerseits immer knapperen) Hosen zu kriechen?

Schuhe
Warum werden Schuhe in Deutschland fast nie in verschiedenen Breiten verkauft? Manche Menschen (auch andere) haben halt einen breiteren Ballen bzw. breitere Füße!
So bleibt mir nur noch eine Wahl:
Die breiten Treter von "hega-vital".
Bequem sitzen die und man läuft traumhaft in diesem Schuh(was man besonders dann merkt, wenn man vorübergehend andere Schuhe getragen hat). Sie dürften nur an der Ferse etwas höher reichen.
Immer wieder enttäuscht bin ich, wenn ich in den Frankfurter Schuhladen der (amerikanischen) Schuhfirma "Red Wing" gehe und auch dort keine breiten Schuhe bekomme. Eigentlich liebe ich diese Marke, weil die Qualität dieses Fabrikats ist einfach traumhaft ist (im Gegensatz zur landläufigen deutschen Provinzlermeinung ist die Qualität von vielen Konsumgütern in 'Amiland' deutlich besser, bzw. hat man jedenfalls die Möglichkeit, eine bessere Qualität zu kaufen, als bei uns!). Meine Wanderschuhe Benutze ich schon seit ca. 15 - 20 Jahren (und ziemlich oft). Die Dinger sind einfach nicht kaputt zu kriegen und wurden zwischenzeitlich nur 1x neu besohlt! Allerdings sind sie auch ziemlich schwer, was ich mit zunehmendem Alter denn doch immer mehr merke.
Laut Werbung werden die RedWing-Schuhe in -3- verschiedenen Breiten verkauft; im Laden steht sogar ein Gerät, mit welchem die Füße der Kunden vermessen werden.
Aber was nutzt das alles, wenn es die breiten Größen hier in Deutschland gar nicht zu kaufen gibt?
Wahrscheinlich kann man den Germanen alles andrehen: friss oder stirb (sonst hätten ja auch andere Marken schmalere und breitere Größen). Unser Selbstbewusstsein als Verbraucher ist noch etwas unterentwickelt; mit amerikanischen Kunden kann man das offenbar nicht machen.

Taschentücher
Warum werden Taschentücher der etwas besseren Qualität nur in aufwendigen Verpackungen (und zu Apothekenpreisen) verkauft?


Textstand vom 29.12.2007. Auf meiner Webseite
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Samstag, 8. Dezember 2007

Da ist Musik drin!

Wie kommt ein alter Mann zu einer jungen Frau?
Richtig: über eine unverwesliche Leiche natürlich.

Die Verfolgung einer solchen (in Gestalt eines Suchzugriffs in meiner Statistik erschienenen) leblosen Gestalt lockte mich in das Gebäude einer Elite-Universität.
Dozentin an dieser Uni ist Giannina Wedde. Bei dem breiten thematischen Spektrum ihrer Lehren haben Fachidioten dort keine Chance.

Dass sich die gesuchte unverwesliche Leiche in der Medizin-Fakultät versteckt hatte, wird niemanden überraschen.
Frau Weddes überraschend lebendige Vorlesung u. d. T. "Körperwelten – nicht nur beim Erbe machen Tote Zoff" [ich habe die Wanderausstellung, die u. a. auch in Frankfurt gezeigt wurde, leider nicht gesehen] beschäftigt sich mit den "Körperwelten" des Plastinators Prof. Gunther von Hagens. Genauer: sie kritisiert die Kritiker dieser Ausstellungen. Eindrucksvoll ist ihre Sprache: eine köstliche Polemik, schnell, jeder Schuss ein Treffer, sozusagen. Wie in einem guten Kabarett.
Ärzte, Klerus und Religion, sowie (an anderer Stelle) Prominente, die als solche hauptsächlich Produkte der Medien sind, geben immer brauchbare Opfer für satirische Kommentare ab, und die Klaviatur der Satire beherrscht sie wirklich meisterhaft. Solche Kritik verhallt zwar, wie im Kabarett, letztlich folgenlos. Aber man hat wenigstens seinen Spaß gehabt. Das gilt auch z. B. für ihre literaturwissenschaftliche Abteilung, in welcher sie u. d. T. "Wenn das Proletariat zu schreiben beginnt … was uns Dietä, Effe und Gina zu sagen haben" die Irrelevanz derartiger Autobiographien geiselt. Ich frage mich freilich, ob man der Versuchung wirklich nachgeben sollte, aus derartigen Figuren ein schnell zubereitetes Ragout zu machen: Jegliche Befassung mit solchen medialen Schlammvulkanen steigert immer nur deren Marktwert, welcher ja allein darin besteht, im Gespräch zu sein - egal mit welchem Vorzeichen.

Aber Giannina Wedde spielt offenbar auch wirklich Klavier - und singt dazu. Als "Obsidian Voice" - Obsidianstimme. Ein schöner Name, auch wenn ich keinen rechten Bezug zwischen dem glasharten Obsidian (in der Steinzeit wegen der scharfen Bruchkanten ein wichtiger und weit gehandelter Werkstoff, der u. a. auf der italienischen Insel Lipari gewonnen wurde) und den melancholischen Liedern herstellen kann. Schön sind sie jedenfalls (man kann reinhören), und, wer weiß, vielleicht ebenso wie der Obsidian vulkanischen Ursprungs?
Über Obsidian kann man im Internet auch lesen: "Obsidian is the name that has become synonymous with providing peace of mind." (Allerdings habe ich den Satz unvollständig zitiert; die Fortsetzung lautet: "... when it comes to Open Source Software (OSS) requirements."). War also ein "falscher Freund".
Neuer Versuch: da gibt es noch 'ne Obsidian-Musik. Die scheint so richtig Messermäßig zu sein. Kein Wunder, wenn man sieht, wie das Zeug entstanden ist. Da wundert man sich auch nicht mehr über eine Überschrift wie: "OBSIDIAN IS HOT STUFF". Mögen ihn deshalb manche als Sargmaterial haben? Ich persönlich würde da doch lieber das Obsidian Kingdom, also das Königreich Obsidianien, wieder aufbauen wollen.

Etwas kompliziert wird es, wenn man den Obsidian als Heilstein benutzen will. Da kommt es nämlich darauf an, die richtige Art für den richtigen Zweck auszuwählen. Der Regenbogen-Obsidian hilft bei Schmerzen und wirkt stärkend und schützend. Der schwarze Obsidian unterstützt Wundheilung, wirkt schmerzlindernd und belebt liegen gebliebene Begabungen.
Ich denke mal, dass die Maya-Männer bei dem, was die mit ihren Obsidianmessern angestellt haben, wohl die schmerzlindernde als auch die Wunden heilende Wirkung gut gebrauchen konnten. Und, klar, eine Belebung liegen gebliebener Begabungen natürlich erst recht.
Im "Verbrecherverlag" lesen wir in der Geschichte "Die Elfe im Schlafsack" von Wolfgang Müller über den Obsidian: "Ein weiterer Stein, dem bestimmte Kräfte zugeschrieben werden, ist der Obsidian, isländisch Hrafntinna, Rabenstein. Dieser Stein, in einen Hof getragen, erzeugt unter den Bewohner Streit und Zwietracht." Hm: Mayas und Rabenstein kombiniert = ? Richtig, Sie erfüllen die intellektuellen Voraussetzungen für ein Archäologiestudium: Die Mayas sind untergegangen, weil sie sich wegen dem Obsidian gestritten haben!
Das waren natürlich keine isländischen Obsidiane, denn in denen wohnen manchmal, sagt uns Wolfgang Müller an anderer Stelle, Elfen (und das sogar in Berlin!).
Wirklich (fast) alles über den Obsidian weiß die Seite "Petrefaktum". Ich marschiere natürlich schnurstracks zum Esoterik-Kapitel und erfahre dort Erfreuliches: "Angeblich verhindert er die Verkalkung der Arterien, steigert die Sehkraft und schärft den Blick. ... Er soll ... bei mangelndem Realitätbewusstsein und starker Zerstreutheit die Gedanken ordnen. Hemmungen soll er abbauen und Mut und Tatendrang fördern. Obsidian wird den Sternzeichen ... Steinbock ... zugeordnet". Na also: Gegen Verkalkung, Zerstreutheit und Hemmungen ist er gut, und das Klettergestein für Steinböcke außerdem: also ehrlich, der nächste Obsidian ist mir. Falls ich mal einen in situ finde. (Wäre echt ein Grund, nach Lipari zu fahren?)
Muss dann nur aufpassen, den richtigen zu erwischen, also den wo der richtige Schwingungsstein vom richtigen Engel ist.
"Vehuel" bringt es schon mal nicht, der ist für meinen Geburtstag unzuständig. "Aladiah" ist ebenfalls so ein Bürokratenengel, der seine Tage hat, wenn ich meinen Geburtstag nicht habe.
"Emtzel", jawoll: das wäre das richtige Engelchen für mich: "Jeder hat Kraftreserven von denen er meist nichts weiß. Ich schon und ich wecke sie in Dir! Du brauchst keine Hilfsmittel wie Koffein die Deine Seele angreifen. In Dir steckt mehr Ausdauer als Du vermutest!" (Würde natürlich McDonalds nicht schmecken. Die hätten nämlich an jedem Feierabend 1,30 € weniger in der Kasse, wenn ich zum Aufwachen nach der Arbeit kein Koffein mehr brauchen täte.
Aufatmen kann ich immerhin insoweit, als das Jahr der Ratte (an mir und überhaupt) vorübergegangen ist. Denn was man da alles beachten muss, nur um vermittels eines Obsidianspielgels und eines Bergkristall-Donut eine kleine Energiekorrektur vorzunehmen ... das würde mich rituell schlicht überfordern.
Frauen sind diesen zeremoniellen Erfordernissen offenbar eher gewachsen, deshalb läuft die Schulung auch auf der Webseite "womensnet". Kein Wunder, dass unsere Gesellschaft die Emanzipation braucht: der mittlerweile erreichte Komplexitätsgrad verlangt das einfach.
Zugegeben, Johannes Burckardus (auch Burchardus) war ein Mann. Geboren um 1449 in Nieder-Haslach (Elsaß), hat er es irgendwann nach 1483 sogar zum "magister ceremoniarum" am Papsthof gebracht. Aber der war ja auch Mönch ... und hat sich immer gleich aufgeregt, wenn andere mal ein bisschen Spaß haben wollten.

Ich sehe schon: ich bin ein hoffnungsloser Fall für Obsidianismus. Kein Obsidianspiegel - kein Durchblick. Bleibt nur eins: Augen zu, Ohren auf: Obsidian Voice hören!




Textstand vom 05.04.2008. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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