Freitag, 20. Februar 2009
Lässt Klingklax sich klaglos beklauen? Keine Euro-Anleihen zur Rettung der Mittelmeer-Länder! Keine deutschen Steuergelder gen Süden senden!
Im Internet finde ich ihn nicht, den Klingklax, doch bin ich ganz sicher, ihm einst in einem Buch über das Italien zur Zeit des 2. Weltkrieges begegnet zu sein. In den Anfangsjahren, als man einen Sieg der Achsenmächte noch nicht ausschließen konnte, ging dort ein Spruch um, dessen Tenor lautete: "Lasst doch den Klingklax die (Drecks-)Arbeit machen". Der Ausdruck hat die onomatopoetische Anmutung von Stiefelschritten, und tatsächlich bezog er sich in diesem Zusammenhang auf die deutsche Wehrmacht.
Eigentlich aber war es die Markenbezeichnung für ein Abführmittel.
Ums Abführen geht es auch bei den Euroanleihen (d. h. hier nicht "in Euro denominierte Anleihen" sondern "Anleihen, die von den Ländern der Euro-Zone gemeinsam begeben werden").
Die abgewirtschaftete Londoner Finanzwelt wackelt mit der Feder, und gehorsam kotzen uns Deutschlands Publizisten das Wiedergekäute vor die Füße:
Der deutsche Steuerzahler soll zum Dukatenscheißer für die europäischen Südländer werden - Griechenland, Italien, Portugal; vielleicht braucht Spanien ja auch noch Geld: egal, ab damit, sendet unser Geld gen Süden!
Mittwoch, 18. Februar 2009
Nun Volk hör auf: deine Volksparteien zu unterwandern. Nun Flüchtlingssturm, brich los! Nein, war nicht so gemeint, Hr. Perger?
Nun gibt es zweifellos eine ganze Reihe von Themenfeldern, wo dem Volk ein sachkundiges Mitreden schwer fällt. Bankenrettung, Wirtschaftspolitik oder gar Währungspolitik: da fehlen entweder zum einen die erforderlichen Fach- und Sachkenntnisse, und zum anderen der nötige Zeithorizont. Scheinbar wirksame Sofortlösungen können aber, gerade auf diesen Gebieten, mittel- und langfristig verheerende Folgen haben.
Bei der Frage indes, wer sich auf dem Territorium eines anderen Volkes niederlassen darf, sollten doch wohl die Mitglieder des Volks-Vereins ein Mitspracherecht haben? Oder sollen wir alle reinlassen, denen es daheim nicht gut geht, und die deshalb hier an den Hartz IV-Honigtöpfen saugen möchten?
Nun, das hat Hr. Perger ja nicht gesagt.
Werner A. Perger beschränkt sich in der ZEIT ONLINE vom 18.02.2009 in seinem
Kommentar "Flüchtlinge. Wie der Populismus die Volksparteien unterwandert" auf das Gebiet der politischen Hygiene. "Flüchtlingsbekämpfung" ist ein Wort, das ihm nicht gefällt.
Darüber kann man lange reden; es ist indes nicht sonderlich demokratisch, sondern eher hinterfotzig, wenn man der öffentlichen Meinung inhaltliche Positionen auf dem Weg über scheinbar bloße Stilfragen unterjubeln will.
Das ist natürlich intelligenter als der Stammtisch, aber es ist eine hinterhältige Strategie, uns die geistigen Waffen zur Verteidigung unseres Raumes aus der Hand zu luchsen, "unser Raum" als Raum verstanden, wo 'wir' unsere Kultur aufgebaut haben, die wir nicht demontiert und nicht überformt sehen wollen. Das ist keine Frage der Qualität, und auch die Legitimität dieser Position hat nichts damit zu tun, ob unsere Kultur besser oder schlechter als andere ist: My home is my castle, my country is my home - und nicht die Siedlungspampa für die ganze Weltbevölkerung und auch nicht und schon gar nicht den verelendeten Teil davon.
Die eigentliche Frage ist also "wolle mer jeden reinlasse", oder wollen wir das nicht. Davon, aber auch davon, mit welchem Maß an Aggressivität die Flüchtlinge in unser Territorium einzudringen versuchen. Schon der Terminus Flüchtlinge ist bei der Anwendung auf sogenannte "Wirtschaftsflüchtlinge" ein Euphemismus, auch wenn uns das meist nicht bewusst wird. "Fliehen" im eigentlichen Sinne kann man nämlich nur vor einer drohenden Gefahr, einst z. B. "vor den Russen", "vor den Nazis" oder "vor den Deutschen". Wirtschafts"flüchtlinge" sind indes gar keine Flüchtlinge in diesem strengen Sinne; in korrekter Bezeichnung, aus der Perspektive derjenigen, die sich von ihnen bedroht fühlen, müssten sie als Eindringlinge bezeichnet werden.
Da würden Herr Perger und andere Menschheitsfreunde fraglos noch mehr toben, aber die aggressive Zuwanderung in Wohlstandsländer ist keine Flucht. Wir sollten also Hr. Perger insoweit durchaus Ernst nehmen, als wir uns um Bezeichnungen bemühen, welche unsere Sicht der Dinge wiedergeben.
Wer sich daran stört, dass andere den Begriff der "Bekämpfung" verwenden, wenn sie den Flüchtlingsansturm auf unser Siedlungsterritorium abwehren wollen, der will ihn halt nicht bekämpfen, sondern hinnehmen. Er will uns zunächst das begriffliche Instrumentarium madig machen, mit welchem wir den Sachverhalt aus unserer Interessenposition heraus beschreiben. Und wenn uns erst die Worte fehlen, wenn starke Worte illegitim geworden sind, dann sind wir auch zur energischem Handeln nicht mehr fähig.
Das ist der eigentliche Sinn seiner Kritik (und der zahlreichen ähnlich operierenden Kritiker), diese Zielsetzung gilt es zu erkennen, zu denunzieren (wie Herbert Markuse und nach ihm die 68er gesagt haben würden) und zu bekämpfen.
Ein gewisser Bevölkerunsaustausch ist zweifellos sinnvoll; Stagnation liegt nicht in unserem wohl verstandenen Interesse. Doch müssen wir, gerade jetzt in den Zeiten der Wirtschaftskrise, und weitaus mehr und weitaus härter noch in den Zeiten der Ressourcenkrise (Peak Oil / Ölfördermaximum usw.) unsere legitimen Interessen als Volk mit allem Nachdruck verteidigen.
Wir, das Volk, dürfen uns weder in die Nazi-Ecke drängen lassen, noch dürfen wir uns zu Vollidioten umerziehen lassen, die alle und jeden bei uns reinlassen. Die Härte der Abwehr muss der Härte des Angriffs entsprechen - bei der illegalen Einwanderung wie übrigens auch auf anderen Gebieten (z. B. bei der Piratenbekämpfung).
Wer im vorliegenden Zusammenhang mit negativer Bewertung von "Rechtspopulismus" spricht, schwingt zwar die "Ihr-seid-böse-Nazis"-Argumentations-Keule noch nicht sichtbar, hält sie aber hinter seinem Rücken schon bereit. Logisch ist das natürlich unhaltbar; Menschen umzubringen, die Teil der eigenen Kultur sind und sich als Teil dieser Kultur fühlen, ist eines; Menschen - ggf. auch mit Gewalt - am Eindringen zu hindern, um unseren eigenen Lebensstandard und/oder unsere ganz spezifische Lebensweise ("Kultur") zu sichern, ist etwas völlig anderes. Es geht heute nicht darum, andere anzugreifen. Wir müssen aber und wir dürfen uns entschlossen und auf eine Weise verteidigen, die Erfolg verspricht. Massenhafte illegale Einwanderung ist eine Form des Angriffs auf unser Territorium und, je nach Umfang, ggf. längerfristig auf unsere Lebensform. Solche Angriffe müssen wir abwehren und nötigenfalls auch die Härte unserer Abwehr so lange steigern, bis wir die Angreifer von der Aussichtslosigkeit überzeugt haben.
"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt" reimten die 68er. Und hatten gar nicht so Unrecht. Wir, die Völker (oder das Volk?) Europas, brauchen ein neues Selbstbewusstsein, damit wir uns bei der Verteidigung unserer legitimen Interessen uns nicht mehr verunsichern lassen.
Wer immer der Meinung ist, dass man den Armen der Welt eine Chance geben sollte, mag ganz persönlich seine eigenen Scherflein gen Süden senden.
Doch leider läuft (nicht im konkreten Aufsatz Perger, der dieses Thema gar nicht berührt, aber doch sehr häufig in der Diskussion) die Moral der Guten meist darauf hinaus, den anderen in die Tasche zu greifen, um das eigene Gewissen zu streicheln - indem man die Hilfebedürftigen reinlässt, oder indem man eine wachsende Weltbevölkerung durchfüttert.
Mit der Begründung "Wir sind so reich", da müssen "wir doch etwas für die Armen tun", wird nicht das eigene Portemonnaie gezückt, sondern der Steuerzahler geschwitzt. Und vorzugsweise erhöht man dann die Mehrwertsteuer: das trifft ausgerechnet die Reichen am wenigsten und die eigenen Ärmsten am ehesten. (Und dann heißt es wieder "Eine Schande, wo wir doch so reich sind ...", und die nächste Steuererhöhungsrunde ist eingeläutet.)
Ethikpopulisten wie Perger sind auf ihre Weise ebenso kurzsichtig wie das Volk. Ihr Denken ist aus der Fülle geboren, welche wir derzeit genießen. Dass diese schon sehr bald zu Ende sein wird (der Ölpreis von 150,- USD pro Barrel im vergangenen Juli war ein erster vager Vorgeschmack darauf), liegt außerhalb ihres Blickfeldes.
Eigentlich müssten wir uns jetzt auf vielfältige Weise auf die kommenden Knappheiten vorbereiten:
Demographisch, indem wir die Schrumpfung unserer Bevölkerung nicht mit der Brechstange bekämpfen (und, wie es momentan scheint, leider sogar erfolgreich - vgl. z. B. Handelsblatt-Meldung "Bevölkerung. Die Deutschen kriegen wieder mehr Kinder" vom 15.02.09).
In der Raumordnung durch einen Stopp (und möglichst eine Umkehr) der Zersiedelung.
Technologisch durch alternative Energien, aber z. B. auch durch Überlegungen für eine optimierte Agrarwirtschaft (weitgehend) ohne Rohöl. Und in nicht allzu ferner Zukunft sogar ohne abbauwürdige Phosphatvorkommen (hier ein deutscher Text darüber).
Mental, indem wir uns auf eine Neue Härte einrichten: eine Härte des Lebens, aber auch harte Grenzziehungen. Piraten? Versenken! Unerwünschte Eindringlinge? Abwehren! Es geht aber keineswegs nur um Härte nach außen; auch im Innern, untereinander, müssen wir bereit sein, ggf. auch mit extremen Maßnahmen unsere Infrastruktur so lange wie möglich und so intakt wie möglich zu erhalten.
Schon in den letzten Jahren häuften sich wir "Dank" stark gestiegener (vgl. z. B. Handelsblatt-Bericht "Rohstoffdiebstahl. Versilberte Bronze" vom 28.05.2008 oder "Kupfer-Klau: Skrupellose Jagd auf das teure Metall" in den Lübecker Nachrichten vom 20.02.08). Ein anschauliches Beispiel (wenn auch nicht gerade der für Metalldiebe attraktivste Rohstoff) sind Bahnschienen. Beliebter waren und werden sein Kupferkabel (Stromkabel, Telefonkabel).
Aus unserem derzeitigen saturierten Blickwinkel (oder Bettwinkel) klingt es geradezu hysterisch, wenn ich (für zukünfte Zeiten der sich ständig verschärfenden Ressourcenverknappung) fordere: "Plünderer werden erschossen!" Das kann man sich heute nicht vorstellen (will ich auch heute nicht); da mag auch niemand dran denken. Doch kann eine Rechtspflege im Zeitalter der Ressourcenerschöpfung nicht mehr dieselbe sein wie heute.
Ich freilich denke, dass wir uns auf jede Weise, mental, organisatorisch und technologisch auf die Rohstoffverknappung vorbereiten sollten. Dass wir das allerdings beizeiten tun werden, bezweifle ich.
Ein Beispiel dafür, wie man sich in früheren Zeiten erfolgreich seiner Haut wehrte, bzw. seinen Handel schützte, präsentiert uns, beiläufig, die Historikerin Margrit Schulte Beerbühl in ihrem Artikel "Welthandel. Die Deutschen von London", in der Zeit Online vom 12.02.09 (meine Hervorhebung):
"Zu jener Zeit war der Handel mit den Mittelmeerländern von London aus nicht nur lukrativer, sondern auch erheblich sicherer. Piratenüberfälle machten den Hamburgern die Reise schwer. Unter englischer Flagge indes liefen die Geschäfte gefahrloser: Wagten die Piraten Übergriffe auf die Schiffe, so hatten Städte wie Algier und Tunis, die Heimathäfen der Seeräuber, mit schweren Gegenmaßnahmen der Navy zu rechnen. Und das schreckte ab."
Der derzeitige Spuk etwa vor der Küste von Somalia wäre sehr schnell zu Ende, wenn man wenigstens die Piratenschiffe versenken würde, ggf. auch in den Häfen. Angriffe auf die Städte oder gar mit Bodentruppen wären völlig überflüssig.
Textstand vom 18.02.2009. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen
Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb des jeweiligen Eintrages.
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.
Sonntag, 15. Februar 2009
Neuartige Buchgeldschöpfung im Finanzsystem als Ursache der Finanzmarktkrise: Heureka oder Denkfehler?
Freitag, 13. Februar 2009
HRE Enteignungsdiskussion: Ministerpräsident Oettinger gegen christliche Goldfinger?
Donnerstag, 12. Februar 2009
Steuersenkungsversprechungen als Urnenfüllende Wahlkampflügen
"Die gigantischen Milliardensummen zeigen jetzt schon, dass nicht politische Grundüberzeugungen, sondern schlichte Grundrechenarten Steuersenkungen lange unmöglich machen werden. Das Geld für die Bankenrettung müssen die Steuerzahler aufbringen - Euro für Euro. Deshalb wäre es gerade aus deren Sicht zu wünschen, dass die Große Koalition aufhört, über unbezahlbare Steuersenkungen zu streiten, und alle Energie darauf richtet, erst einmal die Kosten der Krise einzudämmen."
Im Land der doch nicht ganz so Freien: "Inclusionary Zoning" und andere staatliche Regulierungen des Wohnimmobilienbaus in den USA
Man darf die Einträge freilich nicht allzu naiv lesen, denn häufig erscheinen sie doch allzu Deregulierungs-euphorisch. Gleichwohl erscheint mir dieses Wirtschaftslexikon (und auch diese Webseite insgesamt) als eine wertvolle Informationsquelle.
Montag, 9. Februar 2009
Der kleine Unterschied
Barclays? War das nicht so eine riesige britische Bank? Aber richtig lesen: da steht nicht einfach "Barclays", sondern "Barclays Capital". Doch nicht die Bank? Erst ein Blick in die Wikipedia hilft weiter: "Barclays Capital is a leading global investment bank. It is the investment banking division of Barclays plc which has a balance sheet of over £1.2 trillion ... . Barclays Capital provides financing and risk management services to large companies, institutions and government clients."
Na gut: Immerhin doch ein bedeutender Zweig der Barclays plc. Da horcht man schon auf, wenn es heißt (meine Hervorhebungen):
"Weltweit pumpen die Staaten massiv Liquidität in den Wirtschaftskreislauf. Eine fataler Fehler, warnt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Barclays Capital. Er befürchtet, dass unser Geld künftig deutlich an Wert verlieren wird. Wenn sich nichts ändert, drohe sogar eine Währungsreform."
Sonntag, 8. Februar 2009
Wie ich von einem Skeptiker zu einem Anhänger der Konjunkturprogramme wurde
Finanzmarktkrise: Link zu einer multikausalen Erklärung in Stichworten (in Englisch)
"Why are we in this Financial Crisis?", "Tagged with: Economy, McCain, Obama, Politics. Posted by ep on Friday, September 26, 2008."
Die Verschärfung der amerikanischen Insolvenzvorschriften für Private als eine der Krisenursachen anzusehen, dürfte einer sehr parteipolitisch gefärbten Sicht entsprechen (dennoch glaube ich nicht, dass jetzt Obama bzw. die Demokraten diese Verschärfung rückgängig machen werden).
Auch sonst fehlt vielleicht der eine oder andere Hinweis auf die Mitschuld der US-Demokraten an der Immobilienblase und am Hypothekendebakel (bereits unter Clinton waren Regulierungen und Vorschriften für die Vergabe von Hypothekenkrediten gelockert worden - vgl. Wikipedia-Stichwort "Government policies and the subprime mortgage crisis").
Aber insgesamt ist die Übersicht mit der Einteilung der "Schuldigen" in
Government, Regulators und The Market bzw. Wall Street & Main Street und der Vielzahl der aufgelisteten Kausalfaktoren der Krise in meinen Augen derart überzeugend, dass ich hier wiederum eine Ausnahme von meiner sonstigen 'Blogpolitik' mache und lediglich einen Link poste, ohne daran irgendwelche umfassenderen Betrachtungen zu knüpfen.
Hypothekenvergabe American Style: Have it your way!
Aber diese Comic-Erklärung der Subprime-Kreditgenerierung und der anschließenden Risikodistribution im weltweiten Finanzsystem ist einfach zu köstlich (und gleichzeitig informativ!), um sie nicht zu verlinken:
"The Credit Crisis, Illustrated" by Joey deVilla on March 20, 2008 auf der Webseite "The Adventures of Accordion Guy in the 21st Century. Joey deVilla’s Personal Blog."
Samstag, 7. Februar 2009
Botec oder Bieder? Die "Back-of-the-envelope calculation" ist eine Bierdeckelrechnung!
Sonntag, 1. Februar 2009
Alle reden von der Konjunkturkrise. Wenige noch vom Klima. Fast niemand von der Ressourcenverknappung.
Samstag, 31. Januar 2009
Gut, günstig, Gelnhausen: Triple-G-Rating für China-Restaurant Yum (sorry: Yan!), Im Ziegelhaus
Für Ortsfremde: "Ziegelhaus" meint kein Haus, sondern "Im Ziegelhaus" ist ein Straßenname, für die Achse der früheren Gelnhäuser Vorstadt jenseits der Kinzig, in Richtung Altenhaßlau.
Textstand vom 31.01.2009. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen
Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb des jeweiligen Eintrages.
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.
Sonntag, 25. Januar 2009
Den Frieden verliert, wer nach Frieden giert. Frieden im Nahostkonflikt: Europas Wet Dream
Wenn Waschlappen vom Frieden träumen, können bestenfalls feuchte Träume resultieren. Die bisherige Schmidtchen-Schleicher-Diplomatie hat nichts gebracht (außer dass wir Europäer allzu bereitwillig das Portemonnaie gezückt haben, wenn die Spiele der Halb-Erwachsenen da unten mal wieder was kaputt gemacht hatten).
Ob es gegenwärtig überhaupt eine Möglichkeit zur Konfliktlösung gibt, weiß ich nicht. Falls aber doch, dann sicherlich nur, wenn wir
1) im Gegensatz zu den Konfliktbeteiligten ehrlich, aber
2) genau so stur sind wie die Widersacher.
Analerotik des Geldwesens war gestern: heute ist monetaristisches Deepthroating angesagt! (Replik auf WEISSGARNIX)
Heute dagegen ist monetaristisches und fiskalisches Deepthroating angesagt. Der Finanz"industrie" wird unser gutes Geld so tief in den Rachen gestopft, dass sie es irgendwann zwangsläufig als Hyperinflation wieder auswürgen muss.
In diesem Zustand ist zwar sein Nährwert arg reduziert; über den Assetpreisverfall als Ursache der Finanzmarktkrise brauchen wir uns dann allerdings keine Sorgen mehr zu machen.
Wenn ich dagegen Ihren Blott "Neue, phantastische Abenteuer mit der Liquiditätsfalle" vom 2.12.08 lese komme ich zu dem Schluss, dass Sie Ihr Pseudonym letztlich doch nicht honorieren wollen. Also genau so ein Schwindler wie die Bankster - gg.
Mehr (und ernsthafter) zum Thema Geldschöpfung, Inflationierung usw. u. a. in meinem Blott "Kipper, Wipper, Notenbanken".
Samstag, 24. Januar 2009
Helmut vor, noch ein Tor!
Von Fernsehserien, zu welchen sich unsere öffentlich-rechtlichen Gebührenschinder von amerikanischen Vorbildern 'inspirieren' lassen [Euphemismus für: die sie abkupfern] über Filme über Musik über Mode: die Sonne, welche unsere halb erloschenen Geister erwärmt, geht im Westen auf.
Freitag, 23. Januar 2009
In GOD we ROB (you blind). Opiumkrieg im Wilden Westen (bekämpfen)
Nun bin ich freilich kein Atheist, sondern "nur" Agnostiker, und deshalb gegenüber atheistischer Werbung relativ indifferent. Zumindest auf London bezogen (bzw. zumindest auf diesem abstrakten Niveau) erscheint sie mir eher als ein (liebenswerter) britischer Spleen.
Doch wenig später keimte in mir die Idee auf, ob man nicht diese Atheistenkampagne der gottlosen Londoner Werbebusse für die Bedürfnisse der Menschen im amerikanischen Mittelwesten adaptieren könne.
Dienstag, 20. Januar 2009
U-Bahn-Fahren in Frankfurt: VGF = VerkehrsGesellschaft Frankfurt am Main - oder Viele Gäste Frieren?
Viele Gute Freunde macht sich die VerkehrsGesellschaft Frankfurt am Main (a. M.) auf diese Weise nicht: wenn U-Bahnen ungeheizt sind, oder die Heizkörper gerade mal lauwarm. Das kann auch nicht daran liegen, dass mal eine Heizung defekt ist; dazu passiert es zu oft. Eher schon spart die VGF zu Lasten ihrer Kunden Kosten.
Wer nur einige wenige Haltestellen fährt, vermisst die fehlende Beheizung nicht; ohnehin ist man ja im Winter warm angezogen. Aber nach 20 Minuten Stillsitzen kriecht dann doch die Kälte in den Körper oder zumindest in die Beine. Ein Vergnügliches Genussreiches Fahren ist das nicht. Vielmehr wünscht man sich, die VGF würde sich das Ziel setzen, Viele Glückliche Fahrgäste in behaglich beheizten Waggons zu befördern! Es muss und soll ja nicht glühend heiß sein; schon ein klein wenig Wärme Verbreitet Große Freude!
Textstand vom 20.01.2009. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm. Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.
Montag, 12. Januar 2009
Sprache, Denken, Wirklichkeit: Warum der Kapitalismus KEINE ölbasierte Wirtschaft ist
Die linke Schweizer Wochenzeitschrift "WOZ Die Wochenzeitung" hat in ihrer Ausgabe vom 13.11.2008 -4- Referate einer Veranstaltung «Globale Finanzkrise: Welche linken Antworten?» der linken Schweizer Organisation "Denknetz" vom 4.11.2008 veröffentlicht.
"Dabei wurde die Frage diskutiert, ob die aktuelle Finanzmarktkrise bloss eine Art Marktbereinigung darstellt oder Ausdruck einer tiefer liegenden Systemkrise ist, die sich etwa mit der Weltwirtschaftkrise vergleichen lässt, die 1928 ausbrach. Ausserdem wurden Vorschläge für eine Reform des Schweizer Finanzplatzes wie auch für einen grundsätzlicheren Umbau der Schweizer Wirtschaft vorgestellt."
Es ging um eine "Analyse: Wenn die Blasen platzen. Die Finanzmarktkrise droht sich zur globalen Rezession auszuweiten. Können die staatlichen Massnahmen die Situation beruhigen? Oder steckt der Kapitalismus in einer Sackgasse?"
Zwei der Teilnehmer bezogen auch die Umweltfrage ein. Thomas Heilmann setzte sich u. d. T. "Vom Mythos des Wachstums" (grundsätzlich zu Recht) kritisch mit der "Weiter-So-Orientierung der Konjunkturprogramme auseinander und forderte, "ein gesellschaftliches Produktions- und Reproduktionsmodell zu entwickeln, welches nicht für unsere sieben Millionen, sondern für Milliarden ein anständiges Leben und ein langfristiges Überleben des Planeten bietet."
Mir erscheint die Erwartung grotesk absurd, dass eine Milliardenbevölkerung überhaupt ein ressourcenschonendes Dasein führen könne. Wer meint, die Menschheit könne "ein gesellschaftliches Produktions- und Reproduktionsmodell ... entwickeln, welches... für Milliarden ein anständiges Leben" bietet und zugleich "ein langfristiges Überleben des Planeten" ermöglicht, gehört in meinen Augen von vornherein zur Truppe der Traumtänzer.
Samstag, 10. Januar 2009
NS in der Stadt (Frankfurt a. M.)
Langen Mantel gesucht. Beim Clotten August gibt's nur noch Jacken; selbst der Begriff "Mantel" ist von der Übersichtstafel an den Rolltreppen verschwunden.
Ansonsten die Auskunft (bei Wormland): "Dieses Jahr gibt es nur Kurzmäntel". (Und nicht einmal in den Schaufenstern der Nobel-Läden in der Goethestraße sind Mäntel im klassischen Stil zu sehen. Nur in der Provinz werden solche noch verkauft: in Karlsruhe habe ich neulich bei unserem Kurzurlaub in Bad Herrenalb in einem - naturgemäß nicht ganz billigen - Herrenmodegeschäft noch einen schönen entdeckt, von Schneiders Salzburg. Leider nicht die passende Größe.)
Nicht wie du willst, Kunde,
Sondern wie wir wollen, die Modediktatoren!
I'm really getting sick of it, ich hasse die Tyrannei der Moden, der Einkäufer, Hersteller, Verkäufer oder wer auch immer es ist, der uns Konsumenten streamlinen will.
Überall wird einem Auswahl vorgegaukelt, aber in Wirklichkeit entwickelt sich das Warenangebot in allen Bereichen mehr und mehr wie beim Fernsehen: viele Sender, aber alle mit dem gleichen Programm (Mist).
Nur bei jenen Dingen, die man nicht braucht, hat man garantiert mehr Auswahl.
Es sind ja nicht nur die Mäntel:
- Brillen? Nur kleine!
- Hemden? Kriechen garantiert aus der Hose!
- Ausgewiesene Bekleidungsgrößen? Reine Fantasienummern ohne Informationsgehalt!
- Hosen? Nur solche, die auf dem Hintern hängen!
- Parfum? Wird heute offenbar nach dem Motto "Geld stinkt nicht" hergestellt.
- Denn es ist sowohl teuer als auch stinkend.
- Schuhe, breitere für Problemfüße? Fehlanzeige!
und so weiter und so fort ... .
Kein Wunder, dass der Einzelhandel über mangelnde Kauflust der Kunden klagt: auf die Dauer lassen sich eben doch nicht alle Kunden verarschen. Denn:
You can fool all people some of the time
And some people all of the time.
But you can't fool all people all of the time.
Überhaupt scheint mir, dass die Kerne unserer Städte faul sind. Edelfaul (hat unsere Zivilisation das Stadium der Botrytis erreicht?). Dort bekommt man - meist teuer - alles, was man nicht braucht. Was man braucht, muss man an den Stadträndern oder 'in der Pampa' kaufen. Das ist dann allerdings auch nicht so teuer.
Irgendwie ist es ja unverständlich, dass (im engen Sinne) nutzlose Dinge so teuer sind. Andererseits können wir froh sein, dass es nicht umgekehrt ist.
Im übrigen war es ja schon immer etwas teurer, einen Geschmack für Tand zu haben.
Freitag, 9. Januar 2009
Kipper, Wipper, Notenbanken
Um die gegenwärtige Finanzkrise, Finanzmarktkrise oder Weltwirtschaftskrise zu verstehen, werden nicht selten historische Analogien bemüht. Besonders populär, aber auch nahe liegend, ist der Vergleich der aktuellen zweiten Weltwirtschaftskrise mit der ersten Weltwirtschaftskrise 1929 ff. (manchmal wird als Beginn auch das Jahr 1928 angegeben). Ich selbst habe einen solchen Vergleich in meinem Blott "Yes, we know! Zumindest könnten wir die eigentlichen Gründe für die neue Weltwirtschaftskrise kennen" gezogen, sowie ausführlicher in dem (momentan noch unvollständigen) Blott "Die große(n) Depression(en): Die beiden Weltwirtschaftskrisen im Vergleich. Überlegungen und Links".
Sonntag, 14. Dezember 2008
Finanzkrise: Eine ungeheure kommunikative Erregung bemächtigt sich der Menschen weltweit
Wenn es in der Wirtschaft kracht - rettet sie der Blogger Geistesmacht?
"Here" ist dort der Boston Globe, in welchem Stephen Mihm meint:
Dienstag, 9. Dezember 2008
Guten Morgen Bundesbank! Auch schon ausgeschlafen?
Wenn die Zentralbanken nicht einmal fähig sind, unwillkommene Geldeinlagen zu verjagen - wie wollen die dann die Wirtschaft ankurbeln?
Während bei den Geschäftsbanken Geldeinleger in der Regel willkommen sind, ist es für eine Konjunkturbelebung erforderlich, dass die Anleger kein Geld bei der Notenbank deponieren. "Anleger" sind hier allerdings nicht Privatpersonen, auch nicht irgendwelche Firmen, sondern eben die Geschäftsbanken. Die werden derzeit von den Zentralbanken mit Geld vollgepumpt bis zum Geht-nicht-mehr, in der Erwartung, dass sie es in die Wirtschaft durchreichen. Doch was tun die? Parken es bei den Zentralbanken!
Sonntag, 7. Dezember 2008
Die große(n) Depression(en): Die beiden Weltwirtschaftskrisen im Vergleich. Überlegungen und Links
Trotzdem liegt der Vergleich der weltwirtschaftlichen Ereignisse, der Finanzkrisen bzw. Finanzmarktkrisen des Jahres 1929 (WWK I) und 2008 (WWK II) bereits deshalb nahe, weil beide Male im Oktober die Börsen gewaltig crashten. So ist er auch schon seit einiger Zeit in aller Munde.