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Freitag, 1. Juli 2011

Atomausstieg ("Energiewende"): 'griechisches' Risikodenken und partikularer Gesellschaftsbegriff des Soziologen Ulrich Beck


Ulrich Beck hat Schmetterlinge im Bauch.
Raupen sind wir, sagt er (im Gleichnis), die sich mühsam und beladen mit der Nuklearenergie durchs Leben schleppen, während doch jenseits unserer Zwangsvorstellung von der Notwendigkeit bzw. Zweckmäßigkeit einer Energiegewinnung (auch) durch Atomstrom die schöne weite Welt der erneuerbaren Energien lockt.
Ulrich Beck erblickt diese Welt bereits, daher seine Schmetterlinge.

Samstag, 16. April 2011

Kosten-Berechnung der Energiewende: Tipps für Täuscher und Selbstbetrüger


Nachdem die Anti-Atom-Hysterie in Deutschland ist ein wenig abgeklungen ist (nicht wg. besser Einsicht, sondern weil sie politisch vollauf gesiegt hat), fängt nun doch der eine oder die andere an, sich Gedanken über die Kosten zu machen. (In anderen Ländern stehen die Kosten - und die Versorgungssicherheit - sowieso weitaus stärker im Fokus: vgl. etwa den STERN-Artikel "Atomkatastrophe in Japan: Atomausstieg nur in Deutschland ein großes Thema" vom 15.03.11).
 

Donnerstag, 17. März 2011

Anti-Atom-Stampede: Noch ist nicht bei allen Deutschen die Gehirnkühlung lädiert

 Den intelligentesten Kommentar zum Nutzen-Risiko-Verhältnis von Kernenergie, den ich gelesen habe, hat der Leser Dietmar Fleischhauer (dfleischhauer) auf FAZ.Net abgegeben.

Sein Anknüpfungspunkt war ein schon für sich sehr interessanter Artikel des Bielefelder Historikers Joachim Radkau. [Aus der auf seiner Homepages veröffentlichten Vita entnehmen wir: "Seit 1974 - zunächst noch fasziniert und unbeeinflußt von dem beginnenden Atomkonflikt - Forschungen zur Geschichte der Kerntechnik, aus denen die Habilitationsschrift „Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft“ (1981, 1983 als Buch veröffentlicht) entstand. Seit 1980 Professor an der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld." ]
Unter der Überschrift "Japans Umweltaktivisten. Beim nächsten Beben wird alles anders" versucht er dort, die Gründe für die Unterschiede zwischen dem japanischen, deutschen und amerikanischen Umweltbewusstsein und entsprechend den Zielsetzungen der jeweiligen Umweltbewegungen herauszufinden. In der Tat ist es ja ziemlich rätselhaft, "warum es keine breite japanische Anti-Atomkraft-Bewegung gibt,  Japan war das erste und bislang einzige Opfer der Atomwaffen; seine engen Ebenen sind viel dichter besiedelt als die Bundesrepublik und schon gar die Vereinigten Staaten, und dass Japan eines der erdbebenreichsten Länder der Welt ist, weiß man nicht erst seit letztem Freitag."
Ich bin mir nicht sicher, ob ihm das gelungen ist, aber sehr anregend ist die Lektüre allemal, weil er auf jeden Fall eine Fülle an Informationen bietet*.


Der Leser Dietmar Fleischhauer knüpft in seinem Kommentar (15.03., 16.20 h) an einen Vergleich Radkaus zwischen den Reaktionen in Haiti einerseits und andererseits in Japan auf die jeweiligen dortigen Erdbeben an:

Freitag, 29. August 2008

... und morgen gehört uns Biblis ...: Wollen die Block-Warte des Luft-Schutzes Deutschland das Licht austreten? Dummland hätte es verdient, ich nicht!

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, damals, als ich einen Internet-Anschluss bekam und häufig auch auf Umwelt-Webseiten - denen der Besorgten wie jenen der "Skeptiker" - unterwegs war:
Dass ich eines Tages genau so erzböse schimpfen würde wie die (jedenfalls in der US-Diskussion häufig als "Rechte" bezeichneten) Füllhornisten oder Cornucopians.

Das Dumme ist, dass diejenigen, welche gegen Kohlekraftwerke demonstrieren, im Prinzip ja recht haben: diese Dinger stoßen Klimagase aus, und das kann für uns böse ausgehen.

Nur fürchte ich, dass uns diese isolierte Betrachtungsweise führt, wohin wir nicht wollen. Daher schrieb ich im "Stopp-Staudinger"-Blog (wo ich meinen Kommentar, der bei Eingabe mit "awaiting moderation" markiert war, freilich nicht finde):

Freitag, 8. August 2008

Energie-BDSM: Fritz Vorholz für Breathcontrol-Play mit der Stromleitung?

 
Den Zeit-Autor Fritz Vorholz habe ich als kundigen Energie-Experten schätzen gelernt und verschiedentlich aus seinen informativen Beiträgen zitiert bzw. zu diesen verlinkt (hier, da, dort und nochmal). So sagt er z. B. in seinem Beitrag "Vierter Ölschock" vom 29.05.2008: "Es ist paradox: Einerseits muss der Westen Öl sparen, um sich unabhängiger von dem Stoff zu machen und um den Klimawandel zu begrenzen. Andererseits hoffen alle, dass schnell neue Förderkapazitäten entstehen, damit der Preis sinkt" und vermutet dann sehr richtig: "Fraglich, ob das eine oder das andere gelingt." (Hervorhebung von mir) In seinem Artikel "Atomkraft, nein danke" (10.07.2008) reiht er sich mit seinen Forderungen allerdings in die Reihen jener Wunderheiler ein, die uns kurieren wollen, indem sie uns den Saft abdrehen. Man könnte das "Cellini-Therapie" nennen, nach dem Bildhauer Benvenuto Cellini. Der berichtet in seiner Autobiographie (die einst kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe übersetzt hat) von der mittelalterlichen Standard-Therapie gegen Fieber: dem Kranken nichts zu trinken geben. Cellini hat diese Behandlung überlebt, weil er vorschriftswidrig doch einen großen Krug voll Wasser getrunken hat; in Deutschland bzw. der Menschheit werden es viele nicht überleben, wenn uns erst eigene Unvernunft und später (das ist allerdings irgendwann wohl unvermeidlich) die Natur den Saft abdrehen.

Sonntag, 27. Juli 2008

Salut für den Atom-Admiral! Hyman Rickovers visionäre Energie-Rede von 1957 hier auf Deutsch


Leichter, aber doch zeitraubender als gedacht war die Übersetzung der nachfolgenden Rede mit dem Originaltitel "Energy Resources and Our Future", welche der US-Viersterne-Admiral Hyman Rickover (1900 – 1986), der "Vater der Nuklearmarine" (Wikipedia dt.) bzw. "Father of the Nuclear Navy" (Wikipedia engl.) am 14.05.1957 auf der "Annual Scientific Assembly of the Minnesota State Medical Association", also vor einem Medizinerkongress, in St. Paul, Minnesota gehalten hat.  

Samstag, 9. Juni 2007

terreur des sommes

terre des hommes (französisch für: "Erde der Menschen") ist eine ursprünglich schweizerische Organisation von Menschenfreunden, die sich u. a. auch nach Deutschland verzweigt hat und "Hilfe für Kinder in Not" leisten will. Das ist gewiss kein verwerfliches Ziel.
Kommt also her und schaut es euch an,
Wie armen Menschen man helfen kann:

Montag, 5. März 2007

Kopf oder Zahl? Oder acephal?

 
I. Die Hunde bellen:
titelt das Handelsblatt am 05.03.2007 und meldet u. a.:
"Fliegen könnte teurer werden: Um das Klima zu schützen, sollen für Airlines neue Regeln gelten, fordern deutscher Umwelt- und Verkehrsminister. Von 'klimaschutzgebundenen Flughafengebühren' und einer 'Kerosin-Steuer' ist die Rede. Werden die Pläne umgesetzt, müssten bestimmte Fluggesellschaften ihre Preise erhöhen." 

Mittwoch, 15. März 2006

Hungerskandal in Wuppertal: Porsche-Fahrer frisst Rentner-Oma die Polenta vom Teller!

 
Ein eigentlich ganz harmloser Bericht im Handelsblatt vom 03.03.2006 unter dem Titel "Chance mit neuen Energien" führt mich wieder einmal in ressourcenpessimistische Gedankengänge.
"Erneuerbare Energien wie Ethanol und Mais haben ein riesiges Zukunftspotenzial" heißt es dort, und diese Meinung wird von Leuten vertreten, die auch sonst als Heuschrecken bekannt sind: Hedge-Fonds-Managern nämlich.
 
Ethanol (genauer: Bioethanol) wird aus z. B. Mais, aber auch aus Getreide, Kartoffeln, Zuckerrohr usw., gewonnen, aus Agrarprodukten also, die man, anstatt sie zu verzehren, nach entsprechender Behandlung verfeuern kann. Den Treibstoff aus den Pflanzen technisch zu extrahieren erfordert allerdings zunächst einmal einen Energieaufwand, und die Energiebilanz – Gewinnungsaufwand minus Energiegehalt des Ethanol - ist nicht sonderlich gut: bei Erdöl ist diese Bilanz weitaus günstiger. Doch was tut (spendiert) der Autofahrer nicht alles, um seinen fahrbaren Untersatz in Bewegung zu bringen (halten)?