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Montag, 13. April 2015

Raumpflegerin des VEB Zeitgeist rügt Rainer Maria Rilkes "Cornet"


Weltweit sind sie zugange, und ein Schrecken der Kulturgeschichte: Die Raumpflegerinnen.

  • In Düsseldorf entreichert (zwar nicht eine Putze, sondern) ein Hausmeister eine Akademiezimmerecke um einen Beuys-Fettklumpen von unermesslichem Wert (weil nämlich Kunst).
  • In Dortmund und Leverkusen-Alkenrath wienern Weiber Badewannen blank, deren Patina bzw. Inhalt doch gerade ihren künstlerischen Gehalt ausmachten.
  • Selbst London ist vor dem Walten oder Wüten dieser Kunstfeindinnen nicht sicher: "Putzfrau entsorgte Kunstwerk" lesen wir in der FAZ 27.08.2004.

Sonntag, 6. April 2008

Ein Steinbruch der Unsterblichkeit


Es erscheint mir als passender Zufall, dass dieser Eintrag an meine "Mathematik-Mauer" anschließt. Denn wenigstens in luziden Momenten muss ich mir eingestehen, dass mir die Literatur (wie auch die sonstige Kunst) nicht weniger unzugänglich ist als die Mathematik.
Wahrscheinlich kann ich nicht richtig lesen. Legastheniker bin ich jedoch nicht, und den Roman "Die Unsterblichkeit" von Milan Kundera hatte ich in drei (Urlaubs-)Tagen durch. Schon die Handlung, soweit eine solche vorliegt (über weite Strecken beschäftigt sich Kundera in einer Art Parallelhandlung mit der Beziehung zwischen Bettina von Arnim und Johann Wolfgang von Goethe), habe ich nur halbwegs verstanden. Aber die Struktur und den Sinn (die französische Wikipedia versucht eine Mikro-Interpretation) fast gar nicht. Sonderlich spannend ist das Buch auch nicht, sondern stark – für meinen Geschmack zu stark – mit philosophischen Gedanken des Autors befrachtet, die für mich größtenteils entweder unverständlich sind oder mir irrelevant erscheinen. Was die philosophische Dimension angeht, vermute ich in Kundera einen Moralisten (was ich mir halt unter diesem Begriff vorstelle): "Mensch, werde wesentlich", scheint er uns zuzurufen. Ein solcher Satz (ausformuliert oder lediglich als Charakterisierung einer Position gedacht), erscheint mir indes als Symptom einer saturierten Kultur. Da ich befürchte, dass unsere Zivilisation vor einem Bruch steht und wir gezwungener Maßen samt und sonders schon in Bälde wieder "lean und hungry" sein werden, halte ich solche Appelle nicht für sonderlich zukunftweisend. Und deshalb fördern Kunderas abstrakte Exkurse großenteils auch nicht meine Lesefreude.