Dienstag, 10. Mai 2005

GiD, GiD, GiD, GiD


Der oder die Leser(in) wird es schon gemerkt haben, dass meine Gedanken langsam vom Unwichtigen (Umweltdebatte in den USA, Geschichte der Menschheitsentwicklung) zum Wichtigeren (Reise, Prag) vordringen. Nun ist es an der Zeit, Überlegungen über ein besonders drängendes Thema anzustellen: Gastlichkeit in Deutschland.

Wenn Sie daraufhin sagen "GiD, GiD, GiD", dann will ich zu Ihren Gunsten unterstellen, dass bei Ihnen, wie auch bei mir, lediglich die Freude an der Abkürzung im Spiel ist, und nicht etwa hinterhältige Onomatopoiesis.

Das Thema GiD schließt sich für mich assoziativ schon deshalb gerade jetzt an "Mokka" an, weil wir vor kurzem in einem Café in einem kleinen Neckarort die tollkühne Frage nach einer "Karte" (Getränkekarte) gewagt hatten. Immerhin hat es uns die Bedienung nicht übel genommen, und die Eierlikörtorte schmeckte gut und war mit 1,80 € auch nicht teuer (sofern mir nicht die Währungsumstellung noch immer die Preissinne verwirrt hat).
Der Kaffee schmeckte nicht schlechter als fast überall in deutschen Cafés. (Wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb die Gastronomie über Umsatzschwund klagt: McDonald, mit Jacobs in Kraft und crafty zum Nutzen des Kunden und der jeweiligen Konzernkassen vereint, weiß, was Kaffeetrinker wünschen. Die meisten Cafés in Deutschland wohl eher nicht.)
Und eine Karte - die gab es ganz einfach nicht.

So unkompliziert geht das in deutschen Gasthäusern freilich selten ab. Normaler Weise entspinnt sich bei dem Versuch, ein Getränk zu bestellen, ein angeregter Plausch mit dem/der Kellner(in):

- Was möchten Sie trinken?

-- Haben Sie eine Karte?

- Ja, was möchten Sie denn?

-- Ja, was haben Sie denn?

- Alles!

-- Ich möchte gern Heidelbeerwein.

- Sowas haben wir nicht!

-- Haben Sie eine Karte, damit ich mir etwas aussuchen kann?

- Ja, was wollen Sie denn, Sie müssen doch wissen, was Sie trinken wollen?

-- Haben Sie Apfelwein?

- Apfelwein haben wir nicht.

-- Ja, was haben Sie denn?

- Alles: Bier, Cola, Mosel, Fanta .....

usw. ad infinitum, oder auch ad nauseam.


Auf jeden Fall lasse ich mir von keinem Physiker mehr weis machen, dass die Unmöglichkeit der Existenz eines Perpetuum Mobile wissenschaftlich bewiesen wurde!


Nachtrag vom 27.11.2005:
Vgl. zum Thema "Gastlichkeit in Deutschland" auch die Eintragung "OST MINUS WEST = NULL"


Textstand vom 11.10.2006. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge.

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