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Sonntag, 8. Mai 2011

Notizen über den Geschichtsphilosophen (Kulturphilosophen) Oswald Spengler ("Der Untergang des Abendlandes")

Der Zeitschrift Computer Bild, bzw. einem dort angebotenen PC-Putz-Programm habe ich es zu verdanken, dass ich heute als "doppelt gespeicherte Datei" auf Notizen über Oswald Spengler stieß, die ich im Jahre 2005 abgefasst, aber nie zu einem runden Aufsatz vollendet hatte.

Freitag, 22. Mai 2009

Deutsches NOHIP (Noch'n hirnloses Projekt) für Ecuador: Für Regenwald soll's Kohlen regnen!

Unter der Überschrift "Klimaschutz. Grünes Gold" berichtet Peter Korneffel in DIE ZEIT vom 20.05.2009:
"Ecuador und Deutschland schlagen der Welt einen Milliardendeal für den Klimaschutz vor: Rettung der Tropenwälder gegen Zahlung von Geld."

Ihnen unerfindlich, wieso ein solches Projekt hirnlos sein sollte? Weil es nicht um irgendwelchen Regenwald geht, sondern um ein Erdölhöffiges Gebiet:
"Bereits im Herbst 2007 unterbreitete Ecuadors Staatspräsident Rafael Correa der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Idee, das Ölfeld von Ishpingo-Tambococha-Tiputini nicht auszubeuten – im Tausch gegen zusätzliche Entwicklungshilfe oder einen Schuldenerlass. Auf 190.000 Hektar werden dort bis zu 850 Millionen Barrel Öl vermutet. Gleichzeitig zählt das Regenwaldgebiet am Westrand des Amazonasbeckens – ein Teil des Nationalparks Yasuní, der Unesco-Biosphärenreservat und Weltnaturerbe ist – zu den artenreichsten Regionen der Welt. Ein einziger Hektar Regenwald beherbergt fast so viele Baumarten wie ganz Nordamerika. Waldindianer leben hier noch ohne Kontakt zur Zivilisation – und wären in ihrer Existenz bedroht, wenn internationale Erdölkonzerne die lukrativen Schürfrechte erhielten."

Und warum sollte das keine gute Idee sein, den Ecuadorianern Geld zu zahlen, damit sie das Öl im und den Regenwald auf dem Boden lassen?

Mittwoch, 18. Februar 2009

Nun Volk hör auf: deine Volksparteien zu unterwandern. Nun Flüchtlingssturm, brich los! Nein, war nicht so gemeint, Hr. Perger?

Merkwürdig: immer dann, wenn in einer Demokratie mal der Volkswille herrschen soll, kriegen viele feine Demokraten Magenkrämpfe. Man weiß ja schließlich, was richtig isst - im Gegensatz zum Volk, das eh' nur in dunklen Stuben beisammensitzt und dort ein dumpfes Stammtischmurmeln absondert.

Nun gibt es zweifellos eine ganze Reihe von Themenfeldern, wo dem Volk ein sachkundiges Mitreden schwer fällt. Bankenrettung, Wirtschaftspolitik oder gar Währungspolitik: da fehlen entweder zum einen die erforderlichen Fach- und Sachkenntnisse, und zum anderen der nötige Zeithorizont. Scheinbar wirksame Sofortlösungen können aber, gerade auf diesen Gebieten, mittel- und langfristig verheerende Folgen haben.

Bei der Frage indes, wer sich auf dem Territorium eines anderen Volkes niederlassen darf, sollten doch wohl die Mitglieder des Volks-Vereins ein Mitspracherecht haben? Oder sollen wir alle reinlassen, denen es daheim nicht gut geht, und die deshalb hier an den Hartz IV-Honigtöpfen saugen möchten?

Nun, das hat Hr. Perger ja nicht gesagt.
Werner A. Perger beschränkt sich in der ZEIT ONLINE vom 18.02.2009 in seinem
Kommentar "Flüchtlinge. Wie der Populismus die Volksparteien unterwandert" auf das Gebiet der politischen Hygiene. "Flüchtlingsbekämpfung" ist ein Wort, das ihm nicht gefällt.

Darüber kann man lange reden; es ist indes nicht sonderlich demokratisch, sondern eher hinterfotzig, wenn man der öffentlichen Meinung inhaltliche Positionen auf dem Weg über scheinbar bloße Stilfragen unterjubeln will.
Das ist natürlich intelligenter als der Stammtisch, aber es ist eine hinterhältige Strategie, uns die geistigen Waffen zur Verteidigung unseres Raumes aus der Hand zu luchsen, "unser Raum" als Raum verstanden, wo 'wir' unsere Kultur aufgebaut haben, die wir nicht demontiert und nicht überformt sehen wollen. Das ist keine Frage der Qualität, und auch die Legitimität dieser Position hat nichts damit zu tun, ob unsere Kultur besser oder schlechter als andere ist: My home is my castle, my country is my home - und nicht die Siedlungspampa für die ganze Weltbevölkerung und auch nicht und schon gar nicht den verelendeten Teil davon.


Die eigentliche Frage ist also "wolle mer jeden reinlasse", oder wollen wir das nicht. Davon, aber auch davon, mit welchem Maß an Aggressivität die Flüchtlinge in unser Territorium einzudringen versuchen. Schon der Terminus Flüchtlinge ist bei der Anwendung auf sogenannte "Wirtschaftsflüchtlinge" ein Euphemismus, auch wenn uns das meist nicht bewusst wird. "Fliehen" im eigentlichen Sinne kann man nämlich nur vor einer drohenden Gefahr, einst z. B. "vor den Russen", "vor den Nazis" oder "vor den Deutschen". Wirtschafts"flüchtlinge" sind indes gar keine Flüchtlinge in diesem strengen Sinne; in korrekter Bezeichnung, aus der Perspektive derjenigen, die sich von ihnen bedroht fühlen, müssten sie als Eindringlinge bezeichnet werden.

Da würden Herr Perger und andere Menschheitsfreunde fraglos noch mehr toben, aber die aggressive Zuwanderung in Wohlstandsländer ist keine Flucht. Wir sollten also Hr. Perger insoweit durchaus Ernst nehmen, als wir uns um Bezeichnungen bemühen, welche unsere Sicht der Dinge wiedergeben.

Wer sich daran stört, dass andere den Begriff der "Bekämpfung" verwenden, wenn sie den Flüchtlingsansturm auf unser Siedlungsterritorium abwehren wollen, der will ihn halt nicht bekämpfen, sondern hinnehmen. Er will uns zunächst das begriffliche Instrumentarium madig machen, mit welchem wir den Sachverhalt aus unserer Interessenposition heraus beschreiben. Und wenn uns erst die Worte fehlen, wenn starke Worte illegitim geworden sind, dann sind wir auch zur energischem Handeln nicht mehr fähig.

Das ist der eigentliche Sinn seiner Kritik (und der zahlreichen ähnlich operierenden Kritiker), diese Zielsetzung gilt es zu erkennen, zu denunzieren (wie Herbert Markuse und nach ihm die 68er gesagt haben würden) und zu bekämpfen.

Ein gewisser Bevölkerunsaustausch ist zweifellos sinnvoll; Stagnation liegt nicht in unserem wohl verstandenen Interesse. Doch müssen wir, gerade jetzt in den Zeiten der Wirtschaftskrise, und weitaus mehr und weitaus härter noch in den Zeiten der Ressourcenkrise (Peak Oil / Ölfördermaximum usw.) unsere legitimen Interessen als Volk mit allem Nachdruck verteidigen.

Wir, das Volk, dürfen uns weder in die Nazi-Ecke drängen lassen, noch dürfen wir uns zu Vollidioten umerziehen lassen, die alle und jeden bei uns reinlassen. Die Härte der Abwehr muss der Härte des Angriffs entsprechen - bei der illegalen Einwanderung wie übrigens auch auf anderen Gebieten (z. B. bei der Piratenbekämpfung).

Wer im vorliegenden Zusammenhang mit negativer Bewertung von "Rechtspopulismus" spricht, schwingt zwar die "Ihr-seid-böse-Nazis"-Argumentations-Keule noch nicht sichtbar, hält sie aber hinter seinem Rücken schon bereit. Logisch ist das natürlich unhaltbar; Menschen umzubringen, die Teil der eigenen Kultur sind und sich als Teil dieser Kultur fühlen, ist eines; Menschen - ggf. auch mit Gewalt - am Eindringen zu hindern, um unseren eigenen Lebensstandard und/oder unsere ganz spezifische Lebensweise ("Kultur") zu sichern, ist etwas völlig anderes. Es geht heute nicht darum, andere anzugreifen. Wir müssen aber und wir dürfen uns entschlossen und auf eine Weise verteidigen, die Erfolg verspricht. Massenhafte illegale Einwanderung ist eine Form des Angriffs auf unser Territorium und, je nach Umfang, ggf. längerfristig auf unsere Lebensform. Solche Angriffe müssen wir abwehren und nötigenfalls auch die Härte unserer Abwehr so lange steigern, bis wir die Angreifer von der Aussichtslosigkeit überzeugt haben.

"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt" reimten die 68er. Und hatten gar nicht so Unrecht. Wir, die Völker (oder das Volk?) Europas, brauchen ein neues Selbstbewusstsein, damit wir uns bei der Verteidigung unserer legitimen Interessen uns nicht mehr verunsichern lassen.

Wer immer der Meinung ist, dass man den Armen der Welt eine Chance geben sollte, mag ganz persönlich seine eigenen Scherflein gen Süden senden.
Doch leider läuft (nicht im konkreten Aufsatz Perger, der dieses Thema gar nicht berührt, aber doch sehr häufig in der Diskussion) die Moral der Guten meist darauf hinaus, den anderen in die Tasche zu greifen, um das eigene Gewissen zu streicheln - indem man die Hilfebedürftigen reinlässt, oder indem man eine wachsende Weltbevölkerung durchfüttert.
Mit der Begründung "Wir sind so reich", da müssen "wir doch etwas für die Armen tun", wird nicht das eigene Portemonnaie gezückt, sondern der Steuerzahler geschwitzt. Und vorzugsweise erhöht man dann die Mehrwertsteuer: das trifft ausgerechnet die Reichen am wenigsten und die eigenen Ärmsten am ehesten. (Und dann heißt es wieder "Eine Schande, wo wir doch so reich sind ...", und die nächste Steuererhöhungsrunde ist eingeläutet.)

Ethikpopulisten wie Perger sind auf ihre Weise ebenso kurzsichtig wie das Volk. Ihr Denken ist aus der Fülle geboren, welche wir derzeit genießen. Dass diese schon sehr bald zu Ende sein wird (der Ölpreis von 150,- USD pro Barrel im vergangenen Juli war ein erster vager Vorgeschmack darauf), liegt außerhalb ihres Blickfeldes.

Eigentlich müssten wir uns jetzt auf vielfältige Weise auf die kommenden Knappheiten vorbereiten:

Demographisch, indem wir die Schrumpfung unserer Bevölkerung nicht mit der Brechstange bekämpfen (und, wie es momentan scheint, leider sogar erfolgreich - vgl. z. B. Handelsblatt-Meldung "Bevölkerung. Die Deutschen kriegen wieder mehr Kinder" vom 15.02.09).

In der Raumordnung durch einen Stopp (und möglichst eine Umkehr) der Zersiedelung.

Technologisch durch alternative Energien, aber z. B. auch durch Überlegungen für eine optimierte Agrarwirtschaft (weitgehend) ohne Rohöl. Und in nicht allzu ferner Zukunft sogar ohne abbauwürdige Phosphatvorkommen (hier ein deutscher Text darüber).

Mental, indem wir uns auf eine Neue Härte einrichten: eine Härte des Lebens, aber auch harte Grenzziehungen. Piraten? Versenken! Unerwünschte Eindringlinge? Abwehren! Es geht aber keineswegs nur um Härte nach außen; auch im Innern, untereinander, müssen wir bereit sein, ggf. auch mit extremen Maßnahmen unsere Infrastruktur so lange wie möglich und so intakt wie möglich zu erhalten.
Schon in den letzten Jahren häuften sich wir "Dank" stark gestiegener (vgl. z. B. Handelsblatt-Bericht "Rohstoffdiebstahl. Versilberte Bronze" vom 28.05.2008 oder "Kupfer-Klau: Skrupellose Jagd auf das teure Metall" in den Lübecker Nachrichten vom 20.02.08). Ein anschauliches Beispiel (wenn auch nicht gerade der für Metalldiebe attraktivste Rohstoff) sind Bahnschienen. Beliebter waren und werden sein Kupferkabel (Stromkabel, Telefonkabel).
Aus unserem derzeitigen saturierten Blickwinkel (oder Bettwinkel) klingt es geradezu hysterisch, wenn ich (für zukünfte Zeiten der sich ständig verschärfenden Ressourcenverknappung) fordere: "Plünderer werden erschossen!" Das kann man sich heute nicht vorstellen (will ich auch heute nicht); da mag auch niemand dran denken. Doch kann eine Rechtspflege im Zeitalter der Ressourcenerschöpfung nicht mehr dieselbe sein wie heute.

Ich freilich denke, dass wir uns auf jede Weise, mental, organisatorisch und technologisch auf die Rohstoffverknappung vorbereiten sollten. Dass wir das allerdings beizeiten tun werden, bezweifle ich.



Ein Beispiel dafür, wie man sich in früheren Zeiten erfolgreich seiner Haut wehrte, bzw. seinen Handel schützte, präsentiert uns, beiläufig, die Historikerin Margrit Schulte Beerbühl in ihrem Artikel "Welthandel. Die Deutschen von London", in der Zeit Online vom 12.02.09 (meine Hervorhebung):
"Zu jener Zeit war der Handel mit den Mittelmeerländern von London aus nicht nur lukrativer, sondern auch erheblich sicherer. Piratenüberfälle machten den Hamburgern die Reise schwer. Unter englischer Flagge indes liefen die Geschäfte gefahrloser: Wagten die Piraten Übergriffe auf die Schiffe, so hatten Städte wie Algier und Tunis, die Heimathäfen der Seeräuber, mit schweren Gegenmaßnahmen der Navy zu rechnen. Und das schreckte ab."
Der derzeitige Spuk etwa vor der Küste von Somalia wäre sehr schnell zu Ende, wenn man wenigstens die Piratenschiffe versenken würde, ggf. auch in den Häfen. Angriffe auf die Städte oder gar mit Bodentruppen wären völlig überflüssig.




Textstand vom 18.02.2009. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
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Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Montag, 12. Januar 2009

Sprache, Denken, Wirklichkeit: Warum der Kapitalismus KEINE ölbasierte Wirtschaft ist


Die linke Schweizer Wochenzeitschrift "WOZ Die Wochenzeitung" hat in ihrer Ausgabe vom 13.11.2008 -4- Referate einer Veranstaltung «Globale Finanzkrise: Welche linken Antworten?» der linken Schweizer Organisation "Denknetz" vom 4.11.2008 veröffentlicht.
"Dabei wurde die Frage diskutiert, ob die aktuelle Finanzmarktkrise bloss eine Art Marktbereinigung darstellt oder Ausdruck einer tiefer liegenden Systemkrise ist, die sich etwa mit der Weltwirtschaftkrise vergleichen lässt, die 1928 ausbrach. Ausserdem wurden Vorschläge für eine Reform des Schweizer Finanzplatzes wie auch für einen grundsätzlicheren Umbau der Schweizer Wirtschaft vorgestellt."

Es ging um eine "Analyse: Wenn die Blasen platzen. Die Finanzmarktkrise droht sich zur globalen Rezession auszuweiten. Können die staatlichen Massnahmen die Situation beruhigen? Oder steckt der Kapitalismus in einer Sackgasse?"
Zwei der Teilnehmer bezogen auch die Umweltfrage ein. Thomas Heilmann setzte sich u. d. T. "Vom Mythos des Wachstums" (grundsätzlich zu Recht) kritisch mit der "Weiter-So-Orientierung der Konjunkturprogramme auseinander und forderte, "ein gesellschaftliches Produktions- und Reproduktionsmodell zu entwickeln, welches nicht für unsere sieben Millionen, sondern für Milliarden ein anständiges Leben und ein langfristiges Überleben des Planeten bietet."

Mir erscheint die Erwartung grotesk absurd, dass eine Milliardenbevölkerung überhaupt ein ressourcenschonendes Dasein führen könne. Wer meint, die Menschheit könne "ein gesellschaftliches Produktions- und Reproduktionsmodell ... entwickeln, welches... für Milliarden ein anständiges Leben" bietet und zugleich "ein langfristiges Überleben des Planeten" ermöglicht, gehört in meinen Augen von vornherein zur Truppe der Traumtänzer.

Montag, 10. November 2008

Hinter dem Vorhang der Welt-Wirtschaftskrise wartet die Welt-Umweltkrise auf das Stichwort zum Auftritt

Diese Meinung habe ich bereits in mehreren meiner Blotts zur Finanzkrise oder Finanzmarktkrise 2008 geäußert. Und auch die Vermutung, dass insbesondere die in den letzten Jahren vom Markt zunehmend eingepreiste geologische Rohölverknappung einer der Kausalfaktoren für die Wirtschaftskrise, bzw. zumindest für deren Heftigkeit, ist. Über die letzte Annahme kann man streiten; es ist ohnehin relativ unwichtig, was gestern war.

Interessant für uns ist, wie die Welt, und zuerst die Umwelt, morgen voraussichtlich aussehen wird. Ich meine: nicht gut.
Deshalb formuliere ich hier meine Zukunftserwartungen noch einmal sozusagen als mein "ceterum censeo" in einem eigenständigen Blott.
Das Stichwort für den Übergang von der Wirtschaftskrise zur akuten Umweltkrise könnte "Konjunkturprogramm" lauten.

Sonntag, 9. November 2008

Meinen Kommentar zu Barack Obama und zur europäischen Obamania 'klaue' ich mir von Jean Bricmont


Jean Bricmont ist Physiker, und mir sympathisch als Ko-Autor des Buches "Fashionable Nonsense", gemeinsam mit Alan Sokal, ebenfalls Physiker, der den Philosophen, bzw. genauer: den postmodernen Dummschwätzern unter den Philosophen, im Jahre 1996 mit einem Nonsense-Papier "Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity" einen genialen Streich gespielt hatte ("Sokal-Affair").

Überbevölkerung (Carrying Capacity, Overpopulation, Tragfähigkeit der Erde): kommentierte Linksammlung

 
BEGRIFFE:

- "BENIGN DEMOGRAPHIC TRANSITION THEORY" nennt man anscheinend die Annahme, dass mit wachsendem Wohlstand das Wachstum der Bevölkerung zurückgeht (durch ein gütiges Wirken von Rückkopplungsmechanismen). (Interpretierend übersetzen könnte man z. B. mit: "Theorie der wohlstandsinduzierten Bevölkerungsanpassung") Mir ist nicht klar, ob damit auch ein absoluter Bevölkerungsrückgang gemeint ist; in Deutschland haben wir zwar eine solche Situation, doch sehen wir auch, wie Gesellschaft und Politik diese natürliche und sozusagen von der Natur gut gemeinte Bevölkerungsabnahme mit Brachialgewalt und Milliarden an Sterntalern wieder umzukehren versucht: andere Länder werden bzw. würden wohl nicht anders reagieren.
Aber nicht hauptsächlich mit Blick auf diese Erfahrung wurden schon lange Zweifel an dieser Theorie einer natürlichen Anpassung der Bevölkerung an die Tragfähigkeit der Erde geäußert.
Garret Hardin (s. u.) schreibt in "The Tragedy of the Unmanaged Commons: Population and the disguises of Providence" (aus "Commons Without Tragedy" -Sammelband? - 1991 herausgegeben von Robert V. Andelson) (hier zitiert nach der Wiedergabe in dem Weblog eines Bill Totten):
"If the world has limits - which is the only reasonable assumption - terrestrial population growth must eventually come to an end as the aggregate fertility rate once more becomes equal to the aggregate mortality rate. For both to be high, or both low, would equally well bring the transition to a close, but transitionists assume that both will be low: that is the reason for calling the theory they support the Benign Demographic Transition Theory. As used in argumentation the theory implied that making people rich and comfortable would remove the threat of overpopulation.
By 1969 a widely used population textbook called transition theory 'one of the best documented generalizations in the social sciences' {20}. Only a few years later the demographer Michael Teitelbaum expressed serious doubts: 'its explanatory power has come into increasing scientific doubt at the very time that it is achieving its greatest acceptance by nonscientists' {21}. In 1985 Teitelbaum and Winter spelled out a more forceful criticism: 'It is doubtful whether this theory was ever truly a theory at all (that is, a set of hypotheses with predictive force) ...' {22}.
The literature undercutting the Benign Demographic Transition theory grows ever larger
."
Ebenfalls kritisch äußern sich Leon Kolankiewicz and Roy Beck vom US-amerikanischen "Center for Immigration Studies" in ihrer Studie (2001) "Forsaking Fundamentals. The Environmental Establishment Abandons U.S. Population Stabilization":
".. frequent births, large families, and rapid population growth themselves hinder the emancipation of women toward educational and employment opportunities. By the time women have achieved a social status acceptable to their advocates, populations may well have doubled, tripled, or quadrupled. Moreover, as anthropologist Virginia Abernethy points out, higher educational attainment (to cite one favored goal) is not a guarantee of reduced fertility. "In some parts of Africa, even highly educated women who are unemployed or marginally employed continue to bear many children," she writes.77 Abernethy also marshals compelling evidence questioning the comfortable assumptions of the popular "benign demographic transition" theory that has dominated professional demography and international development assistance efforts for decades. This theory holds that birth rates will come down of their own accord as societies develop. "Development is the best contraceptive," went the mantra at the first U.N. conference on population in Bucharest in 1974. Abernethy argues that signs of opportunity or prosperity — such as better child survival, land redistribution programs, political revolutions, indiscriminate foreign aid, opportunities to emigrate, and income increases — instead of reducing fertility, actually tend to raise it. America’s own baby boom during the booming post-World War II period is one prominent example of this phenomenon."

Dienstag, 28. Oktober 2008

Finanzmarktkrise, Finanzkrise? Nein: Rohstoffkrise! Notenbanken, Geldpolitik und Konjunkturpakete sind deshalb am Ende


Es liegt auf der Hand, dass das amerikanische Wirtschaftssystem 'Schuldenmajor' auf Dauer nicht funktionieren kann (vgl. dazu als zufälliges Beispiel die Beiträge (vom 02.11.07 -sehr spaßig!- und vom Sept./Okt. 2008) eines gewissen Moritz Nauer, der wiederum auf anglophonen - vermutlich amerikanischen Internettexten bzw. Internetvideos beruht). Das Spiel wäre aber vermutlich noch eine ganze Weile länger gelaufen (oder etwas weniger unsanft ausgelaufen), hätten nicht die steigenden Rohstoffpreise, an erster Stelle natürlich der Ölpreis, den (amerikanischen) Konsumenten das Geld aus der Tasche gezogen.
[Das "Levy Economics Institute of Bard College", frühere Wirkungsstätte des jetzt posthum berühmt gewordenen 'Krisenpropheten' Hyman Minsky, stellt seit Jahren eine Fülle von Veröffentlichungen in verschiedenen Kategorien - kurzgefasste Vorschläge für die Politik, allgemein verständliche Texte, wissenschaftliche Arbeiten usw. - zur Wirtschaft und Wirtschaftspolitik, speziell natürlich der USA, ins Netz, darunter auch zahlreiche über die Verschuldung des Staates und der Verbraucher. Ich habe mir das noch nicht näher angeschaut, kenne also auch die Tendenz nicht. Hier jedenfalls die Links zu einer Übersicht der verschiedenen Veröffentlichungskategorien und hier die verschiedenen Arten von Veröffentlichungen zum Thema "Monetary Policy and Financial Structure", also aktuell zur Finanzkrise und Konjunkturkrise.]

Sonntag, 17. August 2008

JAGD AUF RÄUBER FÜHRT ZUR DEZIMIERUNG DER OPFER oder DIE BLAUWALE UND DER KRILL: DAS ANTARTKISCHE PARADOX

Zwei blinde Hühner finden manchmal auch ein Korn. Das erst blinde Huhn ist unser lokales Inseratenblatt (eins von zweien) "GT am Sonntag". Das zeichnet sich naturgemäß nicht gerade durch eine umfangreiche journalistische Berichterstattung aus. Trotzdem elektrisierte eine Überschrift das 2. Huhn, während es am Frühstückstisch ein Hühnerei verspeiste: "Jagd auf Wale beeinträchtigt Ökosystem". Volkstümlich hätte man auch anders betiteln können:

Freitag, 8. August 2008

Energie-BDSM: Fritz Vorholz für Breathcontrol-Play mit der Stromleitung?

 
Den Zeit-Autor Fritz Vorholz habe ich als kundigen Energie-Experten schätzen gelernt und verschiedentlich aus seinen informativen Beiträgen zitiert bzw. zu diesen verlinkt (hier, da, dort und nochmal). So sagt er z. B. in seinem Beitrag "Vierter Ölschock" vom 29.05.2008: "Es ist paradox: Einerseits muss der Westen Öl sparen, um sich unabhängiger von dem Stoff zu machen und um den Klimawandel zu begrenzen. Andererseits hoffen alle, dass schnell neue Förderkapazitäten entstehen, damit der Preis sinkt" und vermutet dann sehr richtig: "Fraglich, ob das eine oder das andere gelingt." (Hervorhebung von mir) In seinem Artikel "Atomkraft, nein danke" (10.07.2008) reiht er sich mit seinen Forderungen allerdings in die Reihen jener Wunderheiler ein, die uns kurieren wollen, indem sie uns den Saft abdrehen. Man könnte das "Cellini-Therapie" nennen, nach dem Bildhauer Benvenuto Cellini. Der berichtet in seiner Autobiographie (die einst kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe übersetzt hat) von der mittelalterlichen Standard-Therapie gegen Fieber: dem Kranken nichts zu trinken geben. Cellini hat diese Behandlung überlebt, weil er vorschriftswidrig doch einen großen Krug voll Wasser getrunken hat; in Deutschland bzw. der Menschheit werden es viele nicht überleben, wenn uns erst eigene Unvernunft und später (das ist allerdings irgendwann wohl unvermeidlich) die Natur den Saft abdrehen.

Sonntag, 27. Juli 2008

Salut für den Atom-Admiral! Hyman Rickovers visionäre Energie-Rede von 1957 hier auf Deutsch


Leichter, aber doch zeitraubender als gedacht war die Übersetzung der nachfolgenden Rede mit dem Originaltitel "Energy Resources and Our Future", welche der US-Viersterne-Admiral Hyman Rickover (1900 – 1986), der "Vater der Nuklearmarine" (Wikipedia dt.) bzw. "Father of the Nuclear Navy" (Wikipedia engl.) am 14.05.1957 auf der "Annual Scientific Assembly of the Minnesota State Medical Association", also vor einem Medizinerkongress, in St. Paul, Minnesota gehalten hat.  

Über die multistabile Wahrnehmung klimaschützender Kernkraftgegner


Manche Texte enthüllen, wenn man sie wie ein Vexierbild liest, mehr Wahrheiten, als ihren Verfassern lieb sein dürfte. 

Freitag, 20. Juni 2008

Präludien über das Thema Ressourcenkriege: Doch keine Kriege ums Öl? Oder Europa rüsten für den Ölkrieg? Oder wollt ihr die totale Osteomalazie?


Wenn aus einem Haufen rauer Soldatenkehlen das Gebrüll ertönen würde: "Peak Oil, Peak Oil, Peak Oil" – ob das nicht fast so klänge wie "Sieg Heil …"?

Irgendein Heil von der Verknappung fossiler Energieträger oder einen Endsieg über die Natur können wir allerdings nicht erwarten; dafür aber jede Menge an Unheil. Denn wenn (vielleicht schon bald) Erdöl wirklich zu einer immer schneller verschwindenden Mangelware werden wird, wird uns wahrscheinlich das, was traditionell ein wesentlicher Bestandteil von "Geschichte" war, nämlich gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen politischen Einheiten, wieder einholen.
Dafür haben Trendscouts wie wir ihren eigenen Schlachtruf: "Be prepared" oder "bereit sein ist alles".  
Die erste Stufe zum Bereitsein ist das Informiertsein.

Freitag, 18. April 2008

Das Possessivpronomen ist ein besitzanzeigendes Fürwort

Mit diesem Plakat wirbt die Kindernothilfe um Spenden für Kinder in der Dritten Welt.
Der Text lautet:
"Friedensstifter. Sie für Ihr Patenkind. Ihr Patenkind für seine Welt. Eine Patenschaft bewegt. Werden Sie Pate."

Möglich, dass dieser Slogan mir eine andere Botschaft verkündet als diejenige, welche die Texter rüberbringen wollten.

















Textstand vom 18.04.2008. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Sonntag, 6. April 2008

Ein Steinbruch der Unsterblichkeit


Es erscheint mir als passender Zufall, dass dieser Eintrag an meine "Mathematik-Mauer" anschließt. Denn wenigstens in luziden Momenten muss ich mir eingestehen, dass mir die Literatur (wie auch die sonstige Kunst) nicht weniger unzugänglich ist als die Mathematik.
Wahrscheinlich kann ich nicht richtig lesen. Legastheniker bin ich jedoch nicht, und den Roman "Die Unsterblichkeit" von Milan Kundera hatte ich in drei (Urlaubs-)Tagen durch. Schon die Handlung, soweit eine solche vorliegt (über weite Strecken beschäftigt sich Kundera in einer Art Parallelhandlung mit der Beziehung zwischen Bettina von Arnim und Johann Wolfgang von Goethe), habe ich nur halbwegs verstanden. Aber die Struktur und den Sinn (die französische Wikipedia versucht eine Mikro-Interpretation) fast gar nicht. Sonderlich spannend ist das Buch auch nicht, sondern stark – für meinen Geschmack zu stark – mit philosophischen Gedanken des Autors befrachtet, die für mich größtenteils entweder unverständlich sind oder mir irrelevant erscheinen. Was die philosophische Dimension angeht, vermute ich in Kundera einen Moralisten (was ich mir halt unter diesem Begriff vorstelle): "Mensch, werde wesentlich", scheint er uns zuzurufen. Ein solcher Satz (ausformuliert oder lediglich als Charakterisierung einer Position gedacht), erscheint mir indes als Symptom einer saturierten Kultur. Da ich befürchte, dass unsere Zivilisation vor einem Bruch steht und wir gezwungener Maßen samt und sonders schon in Bälde wieder "lean und hungry" sein werden, halte ich solche Appelle nicht für sonderlich zukunftweisend. Und deshalb fördern Kunderas abstrakte Exkurse großenteils auch nicht meine Lesefreude.

Donnerstag, 3. April 2008

Just like a rubber ball … pralle ich von der Mauer der Mathematik zurück


Also schleiche ich mich mal von hinten an: über die Geschichte. Die Geschichte der Null. Auch zu der kam ich über Umwege: Überlegungen und Lektüre von Internet-Texten (Wikipedia, auch mal ein paar Blicke in die Scholarpedia riskiert, usw.), zunächst zum Thema "Bewusstsein" (dieses Mal ausgehend von Thomas Nagels "What is it like to be a bat", der mir freilich zu sehr aus der Homunkulus-Perspektive gedacht ist; sehr viel interessanter und informativer ist da z. B. das Scholarpedia-Stichwort "Neural correlates of consciousness"), dann zum Themenkomplex "Emergenz" (eng. "emergence"), "Paradigmenwechsel" (eng. "paradigm shift"), "Komplexität" (hier zum englischsprachigen Wikipedia-Eintrag; der deutschsprachige ist derzeit -3.4.08- allzu dünn) (immerhin teilweise verständlich sind auch für einen Laien wie mich die einschlägigen Scholarpedia-Artikel "Complexity" und "Complex systems").
Irgendwie kam ich auf diesem Wege zur "Null", die ja für uns als selbstverständliches Element unserer täglichen Berechnungen eigentlich nichts Besonderes ist. Und doch musste ich bald feststellen, dass ihre Erfindung und Durchsetzung einen riesigen Schritt in der Menschheitsgeschichte darstellte: als geistige (Abstraktions-)Leistung ebenso wie in den Auswirkungen auf die Erleichterung und Beschleunigung des Rechnens, nämlich indem für die Darstellung von Zahlen die Null "erfunden" und das Dezimalsystem eingeführt wurde.

Mittwoch, 5. März 2008

Join the innovative race: 4 minutes to dump out your fridge into space!

Das ist echt galaktisch: zigtausende Tortillas täglich werden demnächst von einem privaten Weltraumbahnhof in New Mexiko, USA, in den Weltraum geschossen!
Und dahinter steckt sogar ein europäischer Unternehmer: der Brite Richard Branson (ausführlicher hier in der englischsprachigen Wikipedia) mit seiner Firma Virgin Galactic, (die es auch schon zu Wikipedia-Würden gebracht hat; mehr Infos natürlich in der englischen Version). Ab 2011 soll man auch in Europa starten können: von der Lossiemouth Royal Air Force Base in Schottland.

Dienstag, 26. Februar 2008

Kampf (auch) der (anderen Art von) "Steuerhinterziehung" oder: Wenn die Nachtigall der Hungerhilfe klingt, mein Geld in den Kasten des Staates springt

Steuerhinterziehung zu bekämpfen, wie ich in meinem Blott "FUERSTENTUM LIECHTENSTEIN oder EIN PARASITENSTAAT WIRD FRECH" gefordert habe, ist nur die halbe Miete. Genau so, wie das Geld immer in die Sickergruben der Reichen hinabrinnt (vgl. Blott "DISKURS ÜBER DIE GRAVITATION DES GELDES oder TRICKLE DOWN ECONOMY FUNKTIONIERT DOCH!"), saugen die Pump-Kräfte des Staates das Geld letztendlich mehr oder weniger aus den Taschen der weniger Wohlhabenden.

Wir müssen also im eigenen Interesse darauf achten, dass der Staat nicht nur Steuern effizient einzieht, sondern auch effizient verwendet - und nicht verschleudert. Allzu oft und in den verschiedensten Situation werden bei uns Gelder verbraten oder Forderungen nach staatlichen Leistungen aufgestellt nach dem Motto "Wir haben's ja!".


Eine Forderung, die sehr bald auf uns (d. h. auf die deutsche Regierung und/oder die Europäische Gemeinschaft) zukommen wird, entdeckte ich gestern am Zeitungskiosk. In der von mir nur flüchtig wahrgenommenen Überschrift einer englischsprachigen Zeitung war von "UN ration" und "Food prices soar" die Rede. Die heutige Google-Recherche nach Un ration food prices soar bringt ca. 4.900 Treffer. Die sind sicherlich nicht alle in meinem Sinne einschlägig, aber ziemlich am Anfang der Ergebnisliste stößt man auf einen Bericht, wie er ausführlicher kaum sein könnte:
"Feed the world? We are fighting a losing battle, UN admits. Huge budget deficit means millions more face starvation" titelt der englische "Guardian". Im Anschluss daran beantwortet Ashley Seager
die "FAQ: Food prices", also die "frequently asked questions", die Fragen,die einem in diesem Zusammenhang als erste in den Sinn kommen:
What is the problem? Why are food prices rising? Who are the winners and losers? How long are prices likely to be high? What about the EU's common agricultural policy? Are other commodity prices also rising?

Ausgangspunkt der umfangreichen Berichterstattung im "Guardian" war wohl der Artikel "UN set to ration food aid as prices soar" von "Javier Blas in Washington and Gillian Tett in London" in der Financial Times vom 25.02.08 (also hatte ich wohl diese Zeitung am Kiosk gesehen?).
Die Gründe für die Preissteigerungen bei Lebensmitteln erklärt ein Leitartikel ("Leader") des Guardian u. d. T. "Hunger and high prices" , gleichfalls vom 26.02.2008, wie folgt:
"Whether prices continue to rise, however, depends on what has driven them up so far. Since Thomas Malthus in the 18th century, pessimists have blamed every incidence of scarcity on the rising population. They have been wrong in the past, and they are wrong this time, too. While the world population continues to grow, it is doing so at a much slower rate than it was in the long decades when the price of food was falling. Climate change makes another obvious culprit, and perhaps it did play a role in last year's Australian drought. It is likely to become a serious threat to food security in future, but it is not an adequate explanation for high global food prices today, because far from falling off, global food production has continued to increase.
Demand, not supply, is the motor of the current food inflation. A growing taste for meat and dairy in newly prosperous parts of the world is one important factor. When it takes 10 kilos of feed to make one of beef, farming animals swallows land that might otherwise be feeding people. But the new middle classes of Beijing and Shanghai will not easily be persuaded that eating meat is a bad idea, especially if the persuasion comes from western countries that are far from vegan. Meanwhile, subsidies to biofuels, particularly in the US, are distorting global farming. The 60m tonnes of American maize being burned each year represents more than twice the UK's entire cereal crop.
." [Hervorhebungen von mir]
Besonders bemerkenswert (und treffend) erscheinen mir (nur) zwei der Kommentare zu diesem Leitartikel:
"Consider rereading past progressive doctrine which held that the US, by producing too much food and exporting it to countries with food shortages was devastating the agricultural economies of these countries" von "RogerINtheUSA"
oder
"What nonsense to say that the population level is not the problem. If there were half as many people, twice as much food would be available" von "Novelist".
Andere machen sich Gedanken darüber, wie man mehr Menschen füttern könnte, indem man weniger Fleisch ist, oder auf andere Weise die Nahrungsmittelproduktion steigern.
"farfrom" steht den üblichen Vorschlägen genau so kritisch gegenüber wie ich und fragt sarkastisch" "Is the whole planet to become a feed lot for humans?"

Worum es mir geht, ist allerdings das Kleingedruckte im Bericht, das ich im Geiste schon bei der bloßen Lektüre der Überschrift mitgelesen hatte, denn der Ruf nach unserer Staatsknete für die Hungernden der Welt ist (nicht nur) beim "World Food Programme", dem "Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen" so sicher wie das Amen in der Kirche:
"The WFP is holding an emergency meeting in Rome on Friday, at which its senior managers will meet board members to brief them on the scale of the problem. There will then be a case-by-case assessment of the seriousness of the situation in the affected countries, before the WFP formally asks for an increased budget at its executive board meeting in June." [Hervorhebungen von mir]
Die Budgeterhöhungen, aus unseren Steuergeldern aufzubringen, sollen aber nicht nur die höheren Lebensmittelkosten finanzieren, denn beiläufig erfahren wir in einem anderen Zusammenhang, der aber zweifellos genau so für das Welternährungsprogramm gilt, dass auch die Logistikkosten drastisch gestiegen sind:
"... the donor countries are also facing higher fuel and transport costs. For the biggest US food aid programme, non-food costs now account for 65% of total programme expenditure."

Um welche Summen geht es?

"With voluntary contributions from the world's wealthy nations, the WFP feeds 73 million people in 78 countries, less than a 10th of the total number of the world's undernourished. Its agreed budget for 2008 was $2.9bn (£1.5bn)", also ca. 3 Mrd. Dollar. Dazu "we will need an extra half billion dollars just to meet existing assessed needs" - zunächst einmal will die UN-Organisation Welthungerhilfe eine weitere halbe Milliarde Dollars von den "reichen Ländern" - also z. B. von uns. 3,5 Milliarden Dollar, verteilt auf eine ganze Reihe von Ländern - das ist nicht die Welt - wird man uns sagen.
Das Argumentationsmuster, mit dem man uns demnächst weitere Gelder zur Fütterung der Welt aus der Tasche ziehen wird, hat Z. B. der Wiener Blogger Alexander Schatten in seinem Eintrag "Es ist ja nur Geld" trefflich gezeichnet:
"In öffentlichkeitswirksamen Diskussionen wird fallweise das "Killerargument" eingeworfen, es ginge ja "nur um Geld", und man könnte doch ein Menschenleben nicht wegen einer bestimmten Summe riskieren. Z.B. in Diskussionen wo mit diesen Argumenten besonders teure Behandlungsformen gerechtfertigt werden sollen, und auf der anderen Seite z.B. die Vertreter von Krankenkassen sitzen. Die Rollenverteilung ist dann doch recht klar: Die Vertreter der Krankenkassen sind böse, die "nur Geld" Argumentierer sind die guten Humanisten.
Dies ist nur ein Beispiel, denn dieses Muster findet man in verschiedenen Kontexten wieder. "Es kann doch nicht sein dass nur wegen (beliebige Summe einsetzten) dies und jenes nicht verwirklicht werden kann". "Am Geld darf doch dies und jenes nicht scheitern (mehr Lehrer, Pensionserhöhung)."
Geld ist für uns immer noch ein abstrakter Begriff, und wir vergessen in diesen Diskussionen leider, dass es eben nicht "nur" um Geld in einem abstrakten Sinne geht, sondern dass eben dieses Geld tatsächlich für Möglichkeiten steht. ...
Allgemeiner gesagt, Resourcen sind immer ein begrenztes Gut und insofern muss es uns klar sein, dass wir eine "Ausgabe" eine "Verwendung" auf der einen Seite mit einem Entzug oder jedenfalls einem Nicht-Einsatz an einer anderen Stelle erkaufen
."

In diesem Falle geht es um mein, dein, Ihr Geld, und bei "lumpigen" 3,5 Mrd. Dollar wird es nicht bleiben. Denn was da im Moment im Nahrungsmittelmarkt weht, ist nur ein laues Lüftchen, Vorbote jenes großen Sturmes, der noch ganz andere Preissteigerungen und Knappheiten heranwehen wird, wie wir sie nur aus unserer (nicht zeitlich, aber doch psychologisch) schon "fernen" Geschichte kennen. Rohölknappheit nach dem bevorstehenden Ölfördermaximum (vgl. Blott "Dieser Ire irrt sich nicht: Das Ölfördermaximum ist kein Märchen aus Tausendundeine Nacht"), die Konkurrenz der Flächennutzung (u. a. Lebensmittel vs. Biotreibstoffe - vgl. dazu auch meinen Eintrag "Hungerskandal in Wuppertal: Porsche-Fahrer frisst Rentner-Oma die Polenta vom Teller!") und andere Faktoren werden die Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben.

Übrigens werden nicht nur die Vereinten Nationen versuchen, unsere sprudelnden Steuerquellen verstärkt anzuzapfen. Der Artikel im Guardian enthält u. a. auch eine Aufstellung, welche (Entwicklungs-)Länder jetzt Lebensmittel verstärkt subventionieren. Das schmälert die ohnehin knappen Haushaltsmittel für Investitionen usw. Die Regierungen in der Dritten Welt werden versuchen, ihre finanziellen Probleme durch Forderungen nach verstärkter Entwicklungshilfe zu lösen.
Die wird man nicht für die Subventionierung von Nahrungsmitteln verlangen, sondern für Investitionen. Aber schließlich verlangt ja auch Israel von den USA keine Unterstützungszahlungen für den Bau von Siedlungen im Westjordanland. Im Ergebnis werden diese völkerrechtswidrigen Siedlungen dennoch mit massiver finanzieller Unterstützung der amerikanischen Steuerzahler gebaut: die Hilfszahlungen der USA an Israel setzen eigene Mittel frei, die dann für den Siedlungsbau verwendet werden können. [Zu Israel s. a. meine Webseite "Drusenreich - Teil 5"]
Genau so würde das auch in den Entwicklungsländern laufen (bzw. läuft es schon jetzt in anderer Weise).
[Was die Zweckentfremdung von Geldern angeht, dürfen wir uns übrigens auch ruhig im eigenen Lande, in einigen Neuen Bundesländern, umschauen: auch dort werden Fördergelder des deutschen Gesamtstaates, die für Investitionen gedacht sind, im Konsum verpulvert. Das zwar in ökonomisch schwachen Ländern wie Sachsen-Anhalt mit verständlichen Gründen; aber dadurch werden solche Gebiet langfristig erst recht weiter am Tropf hängen.]

Wenn wir die Hungernden der Welt, welche wir auf Dauer ohnehin nicht füttern können (und vielleicht irgendwann nicht einmal uns selber) mit unseren Mitteln vorübergehend sättigen, leiden wir gleich doppelt: unter höherer Steuerbelastung (Mehrwertsteuer ist ja "nur" 19% - da geht doch sicher noch ein Prozentpünktchen mehr für 'Geld für die Welt'?) und dadurch, dass wir mit unserem Geld zugleich die Nachfrage hochtreiben: wir kaufen uns mit unserer Güte auch noch eine beschleunigte Inflationsrate ein!
Der Satz aus dem Guardian Artikel: "There is food on shelves but people are priced out of the market" könnte dann, dank eigener Dummheit, für uns noch schneller gelten, als das ohnehin irgendwann der Fall sein wird.

Bei kurzfristigen Naturkatastrophen helfen, ist edel. Was sich derzeit ankündigt, ist aber eine "Naturkatastrophe" einer ganz anderen Art und Dimension. Nur Don Quixotte, und allenfalls unsere Weltpolitiker, würden einen Kampf dagegen wagen. Der Ritter von der traurigen Gestalt ist tot; unseren Politikern sollten wir schon jetzt im Vorfeld die Spendierhosen ausziehen, bevor sie überhaupt Gelegenheit haben, selbige anzuziehen. Wer sein eigenes Geld spenden will, wenn demnächst wieder die Bilder von Hungernden die Bildschirme überfluten werden, mag das tun (andere Beispiele für "gute" Geldverwendung vgl. mein Eintrag "Das sogenannte Gute").

Auch ich wollte einstmals der Menschheit idealistisch helfen. Doch habe ich mittlerweile dazu gelernt, im Deutschen Wald, in einer Geschichte jenseits von Gut und Böse.

"Wehret den Anfängen"
ist ein Satz, den manche ausschließlich auf eine besonders trübe Epoche in der Deutschen Geschichte münzen möchten. Doch müssen (und dürfen!) wir uns auch gegen Steuerverschwendung rechtzeitig wehren: im vorliegenden Zusammenhang am besten schon jetzt, noch ehe entsprechende Forderungen überhaupt an uns herangetragen werden.

Moralische Schwielen, Hartherzigkeit, wird man mir vorwerfen.
Aber hindere ich denn irgend jemanden daran, sein eigenes Geld für die Hungernden in aller Welt hinzugeben? Das Welternährungsprogramm fördert ja immerhin nur "less than a 10th of the total number of the world's undernourished": da hätten Moralapostel schon lange die Gelegenheit gehabt, den eigenen Gürtel ganz, ganz eng zu schnallen und die restlichen 90% der Unterernährten am Leben zu halten. Aber nein: die Ethiker werden verlangen, dass unser Staat zahlt - denn schließlich sind "wir" ja sooooo reich .... . Und die Maschinerie der wohltätigen Gewissenserpressung wird wieder heftiger laufen ... .
Ich bin nicht reich, und ich möchte nicht, dass der Staat seinen gierigen Steuer-Rüssel noch tiefer in meine Taschen steckt - schon gar nicht für Projekte, bei denen ich am Ende (durch selbst geförderte Inflation) sogar doppelt zahle.


Nachträge 29.02.08 ff.: Weitere Informationen zur Welternährungslage und zu den finanziellen Auswirkungen (insbesondere auch den nicht offen zu Tage liegenden) (auch) für uns

"The main focus of the WFP has been to provide aid in areas where food was unavailable. But the programme now faces having to help countries where the price of food, rather than shortages, is the problem" heißt es in dem oben zitierten Artikel der Financial Times. Auf gut Deutsch: das Welternährungsprogramm will nicht nur im bisherigen Umfang fördern, sondern noch zusätzliche Hilfen finanzieren. Was einerseits die Kosten, andererseits die Preise für die auf diese Weise stärker nachgefragten landwirtschaftlichen Güter steigen lassen wird. Auch zu unserem Nachteil. Wenn wir uns auf dieses Spiel einlassen, produzieren wir wahrscheinlich eine Kostenspirale, die letztlich uns selbst massiv in Bedrängnis bringen wird. Denn trotz mancher optimistischer Behauptungen und "Beweise", die aus vergangenen Zeiten abgeleitet werden, glaube ich nicht, dass die Nahrungsmittelproduktion in Zukunft die Nachfrage dauerhaft übersteigen wird; wahrscheinlich wird sie schon auf mittlere Sicht nicht einmal zur Deckung der Nachfrage ausreichen. Denn in den zahlreichen aktuellen Kommentaren, die ich jetzt überflogen habe, wird das Risiko des Ölfördermaximums total ausgeblendet.

Selbstverständlich gilt der ökonomische Zusammenhang einer Inflationierung der Nahrungsmittelpreise durch zusätzliche Käufe auch dann, wenn solche Hilfe aus privaten Spenden oder von wohltätigen Firmen (Stichwort Corporate Social Responsibility" finanziert ist. Insoweit mag sich dann vielleicht doch jeder fragen, welche unerwünschten Nebenfolgen gut gemeinte Hilfsbereitschaft haben kann oder was dabei für uns nach dem "law of unintended consequences" am Ende möglicher Weise (oder sogar wahrscheinlich) dabei heraus kommen wird.



Ergänzend hier einige weitere Links, ziemlich wahllos zusammengewürfelt zwar, aber alle mit weiteren einschlägigen (auch deutschsprachigen) Informationen:

Die Süddeutsche Zeitung berichtete über "Die Rückkehr des Hungers. Zum Leben zu wenig", dass nach Schätzungen von Agrarforschern der University of Minnesota die Verteuerung von Grundnahrungsmitteln um ein Prozent die Zahl der Hungernden auf der Welt um 16 Millionen vergrößert. (Bei einer Verteuerung z. B. um 10% müssten also bereits 160 Mio. Menschen zusätzlich weltweit Hunger leiden.)
Über Afghanistan schreibt das Blatt, dass afghanische Haushalte mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, und dass durch die Verteuerung von Weizenmehl innerhalb eines Jahres um 57 Prozent allein in diesem Land weitere 2,5 Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind. (Vgl. zur Tätigkeit des WEP in Afghanistan auch eine Reihe von Artikeln -sämtlich leider undatiert- in der „Zeitschrift für Entwicklung und Zusammenarbeit“: hier und da sowie zur Nahrungsmittelhilfe allgemein u. a. dort.)
Die Direktorin des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen warnt lt. SZ:
" 'Wir erkennen ein neues Gesicht des Hungers, weil mehr Länder und viel mehr Menschen davon betroffen sind', sagt Josette Sheeran. Die Ursache für diese Entwicklung beschreibt Sheeran mit dramatischen Worten. 'Wir erleben gerade den perfekten Sturm, denn mehrere Faktoren verstärkten sich gegenseitig'." Und weiter heißt es in dem Artikel:
„Es gibt eine große Nachfrage nach Fleisch in China und Indien, die den Getreidebedarf in der Viehzucht erhöht. Hinzu kommt der hohe Ölpreis, der die Kosten für Dünger und Transport steigen lässt. Und der Ölpreis führt auch dazu, dass immer mehr Getreide für die Produktion von Biokraftstoff genutzt wird. Darüber ist die Welthungerhilfe so besorgt, dass sie fordert: ‚Erst der Teller, dann der Tank’!“
(Das Original der Rede konnte ich nicht finden bzw. nicht mit Sicherheit identifizieren; vielleicht handelt es sich um eine beim Vortrag leicht geänderte Version des "Statement by Josette Sheeran, Executive Director of WFP to the 31st session of IFAD's Governing Council"?)

Die „taz“ berichtet u. d. T. „Un spart an Hungerhilfe. Waffen wichtiger als Brot“ u. a.:
"Es sind traurige, große Augen, die einen auf der Homepage des Welternährungsprogramms (WFP) anschauen. In den Händen halten die abgebildeten Kinder rote Plastiktassen: 'Fill the cup' heißt es dazu. Und: 'Be part of the solution'. Mit nur 25 US-Cent pro Woche könne man seinen Teil zur Lösung beitragen,
Wo immer WFP das Geld hernimmt, das Problem wird nicht kleiner: 900 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger, schätzen die Vereinten Nationen. 25.000 davon sterben täglich an den Folgen. Bis 2015 - so haben es sich die UN im Jahr 2000 vorgenommen - soll die Zahl der Hungernden halbiert werden. Von dem Ziel ist man weit entfernt - nicht bloß, weil die Preise für Nahrungsmittel explodiert sind
."
[25 Cent pro Woche kam mir spanisch vor, und tatsächlich wird hier auf der englischsprachigen Homepage des WFP die geschilderte Werbung eingeblendet, wobei aber von 25 Cent pro Tag = 1,50 Dollar in der Woche die Rede ist. Im übrigen ist der Bericht aber, wenn man auf die Untertöne achtet, bemerkenswert unsentimental.]

Und selbst das Hungern kostet noch Geld! "Hunger und Unterernährung verursachen immense wirtschaftliche Kosten" lesen wir im Blog des (Kinder-) Hilfswerkes JAM Schweiz. Allein die Unterernährung von Kindern hat im Jahr 2004 die Volkswirtschaften von sieben untersuchten (wohl süd- und oder mittelamerikanischen) Staaten 6,7 Milliarden US-Dollar gekostet; das entspricht 6,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) jener sieben Länder!

In der Berliner Umschau („Welternährungsprogramm der UN leidet unter Geldmangel. Gestiegene Lebensmittelpreise gefährden Welternährungsprogramm") erfahren wir, vor welchen Herausforderungen die Welt steht:
„Das Welternährungsprogramm der UNO müsse inzwischen gerade auch wegen der teureren Lebensmittel in Gegenden tätig werden, in denen früher keine Hilfe nötig war, erklärte die Direktorin der Hilfsorganisation gegenüber 'Financial Times' [vgl. das Zitat unten]. Bisher beschränkte sich die Hilfe des WFP vor allem auf Krisengebiete oder Länder, in denen schlicht und ergreifend nicht genügend Grundnahrungsmittel vorhanden waren. Mittlerweile könnten aber auch arme Menschen aus Regionen, in denen es eigentlich ausreichend Lebensmittel gibt, ihre Ernährung nicht mehr bezahlen – auch ihnen müsse das WFP nun helfen. Betroffen davon seien beispielsweise Staaten wie Mexiko, Jemen oder Indonesien, sagte Sheeran.
Hier erfahren wir auch mehr über die Mittelaufbringung für diese Hilfsorganisation:
„Finanziert wird das Programm der UN im Gegensatz zu den meisten anderen Organisationen der Vereinten Nationen ausschließlich durch freiwillige Mittel von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen. Neben Geldspenden arbeitet das WFP vor allem auch mit Lebensmittelspenden, doch die Beschaffung von Lebensmitteln zur Verteilung ist durch die gestiegenen Preise immer schwieriger geworden. Mit der Aktion 'Fill the Cup' hat das WFP inzwischen eine neue Öffentlichkeits- und Fundraisingkampagne gestartet. Mit dieser Aktion soll vor allem auf die große Zahl hungernder Kinder in aller Welt aufmerksam gemacht werden
.“ Also: freiwillig zwar (was auch sonst?), aber eben auch von Staaten.

Können wir ein solches Elend mit anschauen, eine derartige Schädigung der armen Volkswirtschaften zulassen? Obwohl uns doch die AG für Friedensforschung an der Uni Kassel informiert:
„1.100 Milliarden US-Dollar für Rüstung und Militär - 10,5 Milliarden für soziale und humanitäre Programme. Weltweite Kosten für Militär- und Friedenseinsätze - ein Vergleich.“

John Powell, Vizechef des World Food Programme der UN, spricht in einem Interview mit dem Bonner Generalanzeiger vom 06.08.2007 über steigende Nahrungsmittelpreise und zunehmenden Hunger, die Rolle des Booms beim Bio-Kraftstoff und des Klimawandels. In diesem Interview erfahren wir auch etwas darüber, dass die Existenz dieser Hilfsorganisation keineswegs ausschließlich altruistischen Motiven zu verdanken ist:
"GA: Nahrungsmittelhilfe stand lange in dem schlechten Ruf, nur ein Ventil für die Nahrungsmittelüberschüsse der Industriestaaten zu sein. Gilt diese Kritik immer noch?
Powell: Nein. Die Lage hat sich fundamental geändert. Natürlich haben die Ursprünge des WFP mit der Überproduktion der 50er und 60er Jahre zu tun. Da gab es mehr Nahrungsmittel, als die Produzenten am Markt verkaufen konnten - und gleichzeitig gab es unglaublich viele Menschen, die an Unterernährung starben
."
Und Powells Einschätzung der zukünftigen Situation:
"Aber diese Zeiten der Überschüsse sind vorbei. Am Endes dieses Erntejahres werden die weltweiten Nahrungsmittelvorräte auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren sein. Die Reispreise haben sich verdoppelt in den letzten Jahren, die Preise für Weizenmehl stiegen um mehr als 50 Prozent, und neueste Studien sagen uns, dass das Ende der Preissteigerung noch nicht erreicht ist." [Hervorhebungen von mir]

Der Euro am Sonntag sorgte sich am 24.02.08 darum, dass den mageren (also für die Spekulanten fetten) Jahren wieder fette Jahre für das Nahrungsmittelangebot (für Spekulanten also magere Jahre) kommen werden: "Die stetige Teuerung der Agrarrohstoffe beschert Anlegern nicht nur dicke Gewinne. Sie wird allmählich auch zur Gefahr für die Märkte" (http://www.finanzen.net/eurams/archiv/berichte_detail.asp?pkBerichtNr=156859).
Ich könnte mir vorstellen, dass nicht nur Gefahr für die Finanzmarktteilnehmer droht. Wenn es bei der Knappheit bleibt, wird der Ausdruck "Gefahr für die Märkte" eine weitaus sinistrere Bedeutung bekommen: dann wird (zwangsläufig) die Marktwirtschaft überhaupt in Frage gestellt werden.

Die Weltbank berichtet (ohne Datum; anscheinend vom Februar 2008), dass "High Food Prices - A Harsh New Reality" sind.

Mark Thirlwell, "Food and the spectre of Malthus", Financial Times 26.02.2008, verpackt düstere Szenarien in seine breit angelegte Betrachtung:
"First, the lag in supply response to the stimulus provided by higher prices may prove to be of greater duration than its predecessors, to the extent that the current changes in world energy markets – and hence the associated demand for biofuels – are likely to be lasting ones. With climate change and environmental degradation threatening agricultural capacity in several key regions, the elasticity of past supply responses may prove to be a poor guide to the future." (Hervorhebung von mir; dieser Satzteil ist zu lesen als "In der [jüngeren]Vergangenheit hatten Nahrungsmittelknappheiten immer ein verstärktes Angebot zur Folge; in Zukunft möglicher Weise nicht mehr").
Als ein wesentliches Element der Angebotsverknappung wertet er die energetische Nutzung von Agrarpflanzen:
"Perhaps the most important drivers of price gains over the past year are developments in world energy markets. High oil prices have encouraged a policy focus on biofuels, including lashings of generous financial support. Production has responded quickly to these incentives: the World Bank reports that the US has used 20 per cent of its maize production for biofuels and the European Union 68 per cent of its vegetable oil production. This change in usage has boosted prices, reduced the supply of these crops available for food and encouraged the substitution of other agricultural land from food to biofuel production."

Am 27.02.08 meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter der Überschrift "WFP chief to ask US for help on shrinking food aid": "The WFP hopes the United States, the world's largest donor of food aid and also the WFP's largest backer, can help cover at least some of that shortfall. ..... Sheeran, a former Bush administration official who took over last year at the WFP, will make a similar appeal in Brussels following her U.S. visit, the WFP said."

Die "Food and Agriculture Organization" (FAO) der Vereinten Nationen hatten bereits im Dezember 2007 beschrieben, was auf die Welt zukommt:
"FAO calls for urgent steps to protect the poor from soaring food prices. Action needed to improve access to inputs to boost local food production in most affected countries."

Umfangreiche Informationen und statistische Daten enthält die aktuelle FAO-Ausarbeitung "Growing demand on agriculture and rising prices of commodities. An opportunity for smallholders in low-income, agricultural-based countries? Paper prepared for the Round Table organized during the Thirty-first session of IFAD's Governing Council, 14 February 2008".

Die FAO unterhält auch eine Sammelseite zur "World Food Situation" mit Links zu zahlreichen Informationen.

Hier die deutschsprachige Webseite des Welternährungsprogramms.

Im übrigen habe ich, auch in der Hoffnung, auf diese Weise eher Gehör zu finden, in verschiedenen Foren einen Text eingestellt (und dann auch hier und da eingegriffen), der genau konträr zu meiner wirklichen Meinung steht. Es war interessant zu verfolgen, wie unterschiedlich die Reaktionen waren; einige haben meine Camouflage sogar enttarnt; allerdings hatte ich in meinen Texte durchaus entsprechende "Fährten" eingebaut.
Nachfolgend die Links zu meinen -4- Postings:

Politik.de (http://www.politik.de/forum/showthread.php?p=7675012)

Politikforen.net (http://www.politikforen.net/showthread.php?p=1988046#post1988046)

Attac (http://www.attac.de/forum/viewtopic.php?p=69515#69515) und

"Die Zeit" (http://kommentare.zeit.de/user/cangrande/beitrag/2008/02/29/hunger-der-welt-da-muessen-wir-doch-helfen).


Nachtrag 13.04.2008: Die politischen Räuberbanden formieren sich
Die Financial Times Deutschland berichtet am 10.04.08 unter der Überschrift "Lebensmittelpreise gefährden Kampf gegen Armut" über Forderungen (aus "unseren" Reihen!) nach höheren Zahlungen für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe, hier vom britischen Premierminister Gordon Brown:
"Weil ein Teil des Preisauftriebs aus die höheren Produktion von Biosprit zurückgehen, sieht Brown die Industriestaaten in der Pflicht. Als Ausgleich müssten die ärmeren Länder von den reichen Staaten mehr Unterstützung erhalten, fordert der britische Regierungschef. Zugleich sollten humanitäre Hilfsprogramme ausgeweitet werden."
Da werden wohl auch unsere finanziellen Schaufelbagger in Berlin nicht hintenanstehen wollen und mit jenem Geld, das sie uns zuletzt durch eine drastische Mehrwertsteuererhöhung aus der Tasche gezogen haben, generös um sich werfen.
Die "Biosprit-Begründung" für steigende Hilfen ist übrigens typisch für das verkürzte Denken (nicht nur:) der Politiker. Denn ebenso könnte man derartige Forderungen mit unserem hohen Rohölverbrauch begründen.
Zahlen werden wir; wahrscheinlich über die EU: da kann man das besser vor den Steuerzahlern verstecken.
"[Der Chef der] Entwicklungs-Kommission, John Clancy, deutete an, dass die EU die Löcher noch zusätzlich stopfen könnte. "Falls sich die Lage im Laufe des Jahres verschlimmert, würden wir weiteres Geld aus Fonds für Katastrophenhilfe locker machen", sagte Clancy der FTD. Die Begründung: "Das ist zwar kein Tsunami oder Erdbeben, aber die Inflation führt zu ähnlichen menschlichen Notlagen. Wir müssen deshalb aufpassen, dass keine finanzielle Dürre hereinbricht"
hieß es schon in dem FTD-Artikel "Hilfsorganisation ächzt unter Preisanstieg" vom 11.03.08.

Helfen wird unsere Hilfe letztlich nicht, nur schaden. Wie ich das bereits in meiner Parabel von Graf Gustav dem Guten und Baron Bodo dem Bösen ("Der Deutsche Wald: jenseits von Gut und Böse?", Webseite "Drusenreich eins" beschrieben hatte, werden kurzfristige Hilfen längerfristig nur die Zahl der Hungertoten steigern.
Abweichend von meiner Geschichte wird aber jetzt im realen Leben von uns sogar verlangt, unsere eigenen Nahrungsmittelkonkurrenten durchzufüttern. Denn eines Tages wird auf Grund der Rohölverknappung der Hunger auch bei uns ankommen. Und schon jetzt würden verstärkte Hilfe angesichts knapper Vorräte lediglich die Preise weiter steigen lassen, also eine unendliche Spirale auslösen, die auch uns massiv schädigen würde. Wie hieß doch gleich noch ein Spruch aus jenen alten 68er Tagen?
"Nur die allerdümmsten Kälber mästen ihre Metzger selber".
Se non è vero, passt er jedenfalls in dieser Form auf Forderungen nach verstärkter humanitärer Hilfe.
Das Problem der Nahrungsmittelknappheit ist längerfristig nicht lösbar. Nicht in der Dritten Welt, und nach meiner Einschätzung nicht einmal bei uns.

Weitere Artikel zum Thema u. a.:
"http://www.welt.de/welt_print/article1894226/Der_Hunger-Schock.html", Welt online vom 12.04.08. Die New York Times hatte am 09.03.2008 den treffendsten Titel (auch wenn dieses Faktum im Bericht selbst allenfalls abgeschwächt in Erscheinung tritt): "A Global Need for Grain That Farms Can’t Fill " .
Über unsere geplanten Ausgabensteigerungen für Entwicklungshilfe [die, das sei nur am Rande bemerkt, natürlich nicht die einzige und nicht einmal die kostspieligste Verschwendung unserer Steugergelder ist] erfährt man etwas in der Reuters-Meldung "[Entwicklungshilfe-Ministerin] Wieczorek-Zeul wehrt sich im Etatstreit gegen Steinbrück". Danach hat "Deutschland sich international verpflichtet ..., seinen Anteil von Entwicklungshilfemitteln am Bruttoinlandsprodukt, die sogenannte ODA-Quote, bis 2010 auf 0,51 Prozent und bis 2015 auf 0,7 Prozent von derzeit 0,37 Prozent zu erhöhen."
Gibt es (außer inakzeptablen Rechtsradikalen und -vielleicht- den ebenso inakzeptablen Populisten der "Linken") irgend eine Partei oder Bewegung, die gegen solchen Wahnsinn aufsteht?
Oder die überhaupt begreift, dass und weshalb eine Steigerung der Entwicklungshilfe im Zeitalter der Ressourcenverknappung eine DEMENZ IN POTENZ darstellt?
Dieses Ministerium sollte schnellstens abgeschafft (und als Abteilung des Außenwärtigen Amtes weitergeführt) werden.


Nachtrag v. 26.04.08:
Die Neue Züricher (falsch: "Zürcher" heißt die!) Zeitung beschäftigt sich heute in einem informativen Aufmacher mit den Verhältnissen in Afrika: "Demokratie – des Hungers grösste Feindin". U. a. heißt es darin:
"Solcherlei Aktionismus ist mit Blindheit geschlagen. In paternalistischer Manier macht er sich anheischig, Entwicklungsländer aus ihrer Verantwortung für die eigene Lebensmittelsicherheit zu entlassen. Vor allem aber ignoriert er die politischen Barrieren, die insbesondere afrikanische Länder gegen Fortschritte auf ihren Wachstums- und Entwicklungspfaden errichtet haben." (Es geht hier um die Frage, ob Biotreibstoffe für die Hungerkrise verantwortlich sind. Die NZZ bezweifelt das; gegenwärtig mögen Zweifler Recht haben; zukünftig könnte es allerdings anders aussehen. Die von mir hervorgehobenen Zeilen lassen sich allerdings auch auf die Lebensmittelhilfe übertragen. Das der Autor einer solchen Hilfe kritisch gegenübersteht (ebenso wie ich, wenn auch vielleicht nicht ganz aus den gleichen Gründen), schließe ich auch aus dem Schlussabsatz:
"Afrikas Selbstverantwortung":
"Der Schlüssel für Afrikas Ernährungssicherheit und Prosperität liegt nicht bei tieferen Weltmarktpreisen für Reis und Weizen oder bei vermehrten Brosamen vom Tisch der Industrieländer in Form aufgestockter Entwicklungshilfe, sondern bei den Afrikanern selber. Sie müssen ihre Regierungen vermehrt zur Verantwortung ziehen. Wie der indische Wirtschaftswissenschafter und Nobelpreisträger Amartya Sen gezeigt hat, besteht zwischen der Gefährdung eines Landes durch Hunger und dem Engagement der Bevölkerung, ihre demokratischen Rechte einzufordern, ein enger Zusammenhang. Freie Wahlen, eine unzensierte unabhängige Presse und öffentliche Kritik an der Regierung halten diese auf Trab. Die Regierenden sehen sich gezwungen, bürgernah und effizient zu handeln. Die Behauptung Sens, in echten Demokratien gebe es keine Hungersnöte, ist nicht aus der Luft gegriffen." (Hervorhebung auch hier von mir)

Nachtrag 21.05.08
Ein umfangreiches Dossier der "Zeit" zum Thema Nahrungskrise findet sich hier.


Nachtrag 01.06.08
Und schon fließt das Geld. In großen Mengen fließt es da ab, wo kein Wähler was mitbekommt: bei der Weltbank. 1,2 Mrd. Dollar (ca. 780 Mio. Euro) macht die gegen den Hunger locker. Teils zwar als Kredit (wobei ich Zweifel habe, dass alle diese Kredite zurück gezahlten werden, bzw. das der Begriff "Kredit" überhaut in allen Fällen ernst gemeint ist), teils aber auch als direkte humanitäre Hilfe, nämlich für Liberia, Haiti, Dschibuti sowie für Togo, den Jemen und Tadschikistan. (s. a. hier und in zahlreichen anderen Berichten)
Damit nicht genug, fordert Weltbank-Präsident Robert Zoellick zusätzliche Finanzmittel für humanitäre Hilfe des Welternährungsprogramms (WFP). Außerdem sollen für Kleinbauern in Afrika schnellstens Saat und Düngemittel zur Steigerung ihrer Produktion bereitgestellt werden.
Das alles kostet nicht nur einfach Geld (weil es ja nicht umsonst zu haben ist): das kostet doppelt! Denn die Düngemittelpreise sind schon gestiegen, und wenn wir jetzt zusätzlich Dünger kaufen, um ihn zu verschenken (oder technisch anders: Geld geben, damit andere zusätzlich Dünger kaufen), steigert das die Nachfrage am Markt und damit die Preise.
Wir angeblich ja ach so reichen Steuerzahler in den industrialisierten Nationen werden also doppelt geschröpft: unser Geld fließt ab (über möglichst weit entfernte Hähne, aber auch das Geld der Weltbank ist kein Spielgeld, sondern irgendwo hart erarbeitet worden) und damit finanzieren wir die Inflation von Gütern, die wir selbst brauchen: Nahrungsmittel, Dünger und letztendlich irgendwo immer auch das Erdöl, das hinter jeder modernen Agrarwirtschaft steht.


Nachtrag 03.06.2008: IT'S ONLY MONEY!
Es sind ja nur 30 Milliarden, welche dieser Hilfs-Funktionär uns abluchsen möchte:
" 'Nur 30 Milliarden Dollar' pro Jahr wären notwendig, um Hunger und Unterernährung auszurotten, sagte Jacques Diouf, Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO)."
Dieses Zitat habe ich allerdings insofern aus dem Zusammenhang gerissen, als ich die von Diouf gegebene Erläuterung für sein "nur" weggelassen habe: er hat nämlich die 30 Milliarden zu jenen 1.200 Milliarden Dollar in Beziehung gesetzt, welche jährlich weltweit für die Rüstung ausgegeben werden.
Dennoch bereiten mir Sätze wie die seinen nicht nur Unbehagen, sondern hängen mir mitlerweile zum Hals heraus. Denn zweifellos geben selbst jene Länder, deren Bürger Hunger leiden, mehr als 30 Milliarden für die Rüstung aus. Sollen sie doch ihre Soldaten heimschicken (Nordkorea zuerst - hahaha) und stattdessen ihre Bürger füttern. Wenn ihnen freilich ihre Rüstung wichtiger ist: warum sollen dann wir uns für deren Staatsinsassen verantwortlich fühlen?
Denn solche Sprüche laufen ja doch am Ende nie auf Abrüstung bzw. Umschichtung von Rüstungsausgaben auf Hungerhilfe hinaus, sondern auf zusätzliche Belastungen für uns: "Wir" (der Westen bzw. die industrialisierten Länder) sind ja sowas von reich, da "müssen" wir doch einfach unser Geld gen Süden senden.
Das mag jeder mit seinem eigenen Geld machen, aber nicht mit demjenigen Geld, welches unser Staat uns zwangsweise abnimmt mit dem Versprechen, daraus für uns Leistungen zu erbringen.
Weniger offenkundig ist ein rechnerischer Fehler in Dioufs Forderung. Wenn wir nämlich für 30 Mrd. Dollar mehr Lebensmittel einkaufen, treiben wir die Preise hoch. Und erneut reicht das Geld nicht mehr, und wieder muss mehr her.

Immerhin gibt es auch einige Lichtblicke bzw. Durchblicker in der deutschen Politik. Wie ich dem "Zeit"-Gespräch "Zu wenig für die Hungernden" vom 03.06.2008 mit der Oxfam-Agrarexpertin Marita Wiggerthale entnehme, hat Landwirtschaftsminister Horst Seehofer "dem Vorschlag der EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel, die nicht benutzten Subventionsgelder für die europäische Landwirtschaft für die Vergabe von Mikrokrediten in den Entwicklungsländern einzusetzen, eine Absage erteilt." So beiläufig erfährt man, dass die Eurokraten sich (wieder einmal?) als Kleptokraten betätigen wollten indem sie uns ganz beiläufig - merkt ja niemand, weil das Geld ja sowieso an die EU abgedrückt wird - bestehlen, um sich auf dem Weltparkett als Wohltäter zu empfehlen. Aber erfreulicher Weise ist unser Seehofer kein Seedoofer.

Weiteres zum Auftakt des Welthungergipfels am heutigen Dienstag in Rom bringt auch der Artikel "Droht uns eine globale Katastrophe?" in der Zeit Online, natürlich mit dem obligaten Bild eines geldbörsenbrechenden Leidenskindleins versehen. Eine globale Katastrophe wird nach meiner Einschätzung so oder so kommen, weil die Nahrungsmittelproduktion rapide sinken muss, wenn das Erdöl noch knapper wird. Und das dürfte nicht mehr lange dauern. Und dann auch uns erwischen.
Anstatt zum Palaver nach Rom zu jetten,
Um eine verlorene Welt retten,

sollten wir uns lieber um unsere eigene -nicht ferne sondern vermutlich sehr nahe- Zukunftsbedrohung Gedanken machen.


Textstand vom 03.06.2008. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Freitag, 8. Februar 2008

Dieser Ire irrt sich nicht: Das Ölfördermaximum ist kein Märchen aus Tausendundeine Nacht

Schon als einst in fernen Zeiten die alten Germanen noch dumpf in düsteren Wäldern dahindämmerten, brachten ihnen irische und angelsächsische Mönche das Licht der Erleuchtung. (Auch wenn ich selbst nicht dran glaube: gegenüber heidnischen Baumanbeter-Kulten stellt das Christentum zweifellos einen intellektuellen Fortschritt dar).