Mittwoch, 22. Dezember 2010

Schlüsselbund tut Abschied kund

Es war eigentlich wie immer, als ich heute abend heimkam: Die Anspannung des Arbeitstages hatte sich noch nicht gelegt (und der obligate Starbucks-Kaffee hatte natürlich auch nicht zur Entspannung beigetragen).

Und doch habe ich nunmehr die sichere Gewissheit, dass ich ab morgen (zunächst in Urlaub und dann:) verrentet bin. Woher ich das so genau weiß?

Freitag, 17. Dezember 2010

WELT-Exklusiv: Interview mit luxemburgischem Außenminister Jean Asselborn aus Finanzmarkt-Rotwelsch in Steuerzahler-Deutsch übersetzt!

"Vor EU-Gipfel. 'Theaterauftritte' - Luxemburg holzt gegen Merkel" betitelt WELT Online am 15.12.2010 ein Interview mit dem luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn. Vorspann:
"Luxemburgs Außenminister Asselborn warnt Deutschland vor einem 'Machtanspruch, der Arroganz ausdrückt'. Die kleinen EU-Länder fühlten sich bevormundet."

Der Text  ist jedoch nur scheinbar verständlich. In Wirklichkeit verwendet Jean Asselborn eine Codesprache, die unterschiedlichen Lesern verschiedene Signale gibt:

Dienstag, 14. Dezember 2010

Das Italien, das wir liebten - war eine Illusion. Immer schon.

Italien wird es verwinden, wenn ich es nicht mehr liebe. Schon mehrfach habe ich das konstatiert, und auch andere verabschieden sich nun gedanklich von jenem Land, das eine derart unerfreuliche Figur wie Silvio Berlusconi zum Ministerpräsidenten macht bzw. als solchen hinnimmt.

Montag, 13. Dezember 2010

Vergewaltigung, CIA-Verschwörung, Feminismus: Julian Assange (Wikileaks) zwischen verruchtem Landei und gehörntem Engelsgesicht

 Achtung: aktuell unbedingt meine Linkhinweise unten im Nachtrag vom 19.12.10 beachten!

Von den Wikileak-Veröffentlichungen habe ich gelegentlich etwas mitbekommen, ohne mich aber näher dafür zu interessieren: was ich davon gehört habe, war mir einfach zu banal, um mein Interesse zu wecken*. Und Julian Assange ist  in meinen Augen zwar 'kein Kostverächter' , ansonsten aber weder Held noch Anti-Held: er ist mir schlicht schnuppe. Doch begrüße ich selbstverständlich das Whistleblowing als Prinzip, etwa wenn es um Korruption geht, und somit finde ich es auch gut, dass es für derartige Insider-Informationen eine Internet-Plattform gibt, diesen breite Wirkung verleiht und den Informanten (zumindest theoretisch und auf der technischen Ebene) Anonymität ermöglicht.
[So sieht das auch ein Mark Pesce, der in seinem Debattenbeitrag "WikiLeaks a blueprint for things to come" vom 06.12.10 z. B. schreibt:
"It’s this triviality which has angered those in power. The mythology of power - that leaders are somehow more substantial, their concerns more elevated and lofty than us mere mortals, who must not question their motives - that mythology has been definitively busted. This is the final terminus of aristocracy; a process that began on July 14, 1789 came to a conclusive end on November 28, 2010. The new aristocracies of democracy have been smashed, trundled off to the guillotine of the internet, and beheaded."]

Was mich an diesem Fall reizt ist einfach der Drang, meine Kombinationsgabe zu üben,

Samstag, 4. Dezember 2010

Nie war er so schön wie heute - der Weihnachtsmarkt in Bad Orb

Nein: der Weihnachtsmarkt selbst war eigentlich wie immer: nett. Auch die Alphornbläser (hier meine Fotos - mit der Traveler - aus 2008) waren wieder da.

Aber ganz besonders schön wurde er nur für uns (und einige andere Menschen, die dieses Refugium ebenfalls entdeckten) durch die Spessartbuchhandlung. Die, ohnehin in einem schönen alten Fachwerkhaus (dem linken der beiden schmucken Häuser)



gelegen, verfügt nämlich über einen alten Gewölbekeller. Der war zum Weihnachtsmarkt nicht nur festlich ausgeschmückt:


Dort musizierte an diesem Samstag Abend auch ein Zitherspieler.

Freitag, 3. Dezember 2010

Wolfgang Münchau: endlich auch schlau?

Was hat er damals gegeifert, der Wolfgang Münchau, Eigentümer der Brüsseler Denkfabrik (Think Tank) Eurointelligence Advisers Ltd., in seinen Meinungsäußerungen in dem Hamburger Wirtschaftsblatt Financial Times Deutschland (FTD), um die Bundesregierung zu Hilfszusagen für den Griechenland-Bailout zu pressen!

Seine Kolumne "Warum die Euro-Zone zerbricht" vom 02.12.10 wird (von der Redaktion?) einleitend so zusammengefasst:

Sonntag, 28. November 2010

Thilo der Waisenknabe

Aus gänzlich anderen Zusammenhängen (Rückverfolgung eines Suchzugriffs zu meinem Blott "Backfisch, Fuckbitch - oder Lonely Kraut?")  kam ich heute zu Thomas Mauls [hier hat er übrigens einen Blog] Buch "Sex, Djihad und Despotie. Zur Kritik des Phallozentrismus" (2010, 262 Seiten, 20.-€. ISBN: 978-3-924627-96-6)


Und staunte Bauklötze: Da greift jemand, der offenkundig der Linken zuzurechnen ist, den Islam mit einer derart knallharten Kompromisslosigkeit an, dass mir (gewiss kein Fan dieser Religion) die Ohren schlackern.
"Seit dem 11. September 2001 wird in der westlichen Öffentlichkeit die Frage diskutiert, was der Islam mit dem weltweit agierenden Suizid- und Tugendterror zu tun hat, der in seinem Namen zuförderst gegen Juden, Frauen und Homosexuelle sich richtet. In Thomas Mauls kritischer Analyse des klassisch-schariatischen Geschlechterverhältnisses und der ihm entsprechenden Sexualpolitik im Spannungsfeld von Religion (Eschatologie, Ritualpraxis) und Gesellschaft (Patriarchalismus, orientalische Despotie, Djihad-Doktrin) erweist sich die Gemeinschaft der Gläubigen (Umma) als wesenhaft durch einen Phallozentrismus konstituiert, der in der Moderne notwendig in die Krise gerät. Die gegenwärtige barbarische Gewalt des Kollektivs ist damit nichts anderes denn eine anachronistisch-pathologische Verteidigung der im Verfall begriffenen Tradition und gilt in letzter Instanz immer dem (sexuell) selbstbestimmten Individuum"
fasst der Ca ira-Verlag (Freiburg) den Buchinhalt kurz zusammen.

Montag, 8. November 2010

Solche "Philosophen" braucht das Kapital ..... damit die Polo-Proleten der Fett-Schicht weiterhin die Bugatti-Boliden subventionieren?

"Letztlich wurde die Krise ausgelöst durch wenige, selbstsüchtige Menschen" und kurz darauf noch einmal: "Die wenigen, die die Krise auf dem Gewissen haben" will David Richard Precht, Tierfreund und Liebes-Experte (und als sogenannter Philosoph bei mir schon früher im Niedergang der deutschen Philosophie bebloggt), uns in dem Interview "Unser System steht auf der Kippe" in der Wirtschaftswoche vom 13.10.2010 weismachen.

Sein Anti-Krisen-Rezept entspricht der Qualität seines ökonomischen Erkenntnisniveaus:
"Die Rückkehr zu einer Kultur des Anstands, zu einem unausgesprochenen moralischen Betragen, wie es bis heute in Japan gilt und wie wir es bis in die Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland hatten. Damals hat kein Dax-Chef mehr als eine Million Mark verdient."

Ja, ja, einige böse Boni-Banker haben die Krise verursacht, um Gottes willen doch nicht etwa das Geld-Zins-Wirtschaftssystem?


Das subventioniert mittlerweile sogar die Luxus-Boliden jener Fettaugenschicht, die unser Geld ohnehin inhaliert wie die Vampire das Blut. In dem Fahrbericht "Bugattis Veyron Super Sport ist nicht von dieser Welt" auf WELT Mobil erfahren wir:

Samstag, 6. November 2010

Beltwild beehrt sich, die Geburt eines kleinen Brüderchens anzuzeigen!

Jauchzet, frohlocket, denn euch ist neulich ein neuer Blog geboren worden:
"Der Schwanbürger". Klein ist er noch, aber vom Aussehen her ein richtiges Wohlstandsbaby; kein Vergleich mit dem vorliegenden, ästhetisch eher dürftigen Blog CANABBAIA.

Prognosen sagen dem Schwanbürger ein starkes Wachstum etwa ab Frühjahr nächsten Jahres voraus.

Da kann man nur hoffen, dass kein Monster draus wird wie dieser Dinosaurier (bzw. genauer: diese Dinosaurierin mit dem Spitznamen "Lady Giga", gewissermaßen eine "Dina" statt eines Dino), der aktuell die Eingangshalle des Frankfurter Hauptbahnhofs beherrscht und
La Belle et la Bête ..... (oder: Beauty and the Beast).

Sonntag, 31. Oktober 2010

Backfisch, Fuckbitch - oder Lonely Kraut?

Der Urlaub ist für mich häufig auch eine Zeit des intellektuellen Lotterlebens. Ich lese dann Bücher, die ich sonst - mangels hinreichendem spezifischen Interesse, wegen geringer Erwartungen an die Intensität oder aus anderen Gründen - nicht lese, oder die ich sonst gar nicht zu Gesicht bekommen hätte.
Lesend konsumiert wird dann nicht selten einfach das, was mir die Vorsehung günstig vor's Portemonnaie positioniert. Oder was vom Markt zu nehmen mir ein moralisches Anliegen ist.
Wären Sie etwa herzlos genug gewesen, beim Bücherflohmarkt der katholischen Pfarrbücherei der St. Nikolaus-Kirche in Bad Reichenhall das Büchlein "Fanny Hill. Memoiren [auch: Geschichte] eines Freudenmädchens" von John Cleland im Regalständer stehen zu lassen? Verharrend dort wie ein Raubtier in der Bereitschaft, arglose gläubige Seelen zu ruinieren?
Nein, da bin ich mir ganz sicher, Sie hätten genau so verantwortungsbewusst gehandelt wie ich: Beherzt in die Börse gelangt, 50 ct. rausgeholt und diese Schmutz- und Schundliteratur rasch entschlossen konfisziert!

Und wäre es gerecht, oder fair, ein solches - immerhin recht berühmtes - Werk dem Mülleimer zu überantworten, ohne sich zu überzeugen, ob denn der Inhalt wirklich so schlimm sei? Und zugleich sich der Gelegenheit zu berauben, kulturhistorisches und soziologisches Wissen über das Leben in London in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu extrahieren?

Dienstag, 14. September 2010

Beseitigung von Widerständen gegen Türkei-Beitritt der EU als wahres Motiv der Politiker-Kampagne gegen Bundesbank-Vorstand Dr. Thilo Sarrazin?

Nach gängiger Lesart ist die Politik den Thesen – und zuletzt auch der Person – von Noch-Bundesbank-Vorstandsmitglied Dr. Thilo Sarrazin aus Gründen sozusagen der politischen Hygiene entgegen getreten: in einem eher abstrakten Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Für eine solche Deutung spricht auf den ersten Blick auch der zeitliche Ablauf. Eine brauchbare Fein-Chronologie der Ereignisse habe ich zwar noch nicht gefunden (diese ist zu grob). Es war aber wohl so, dass die verklausulierte Forderung von Angela Merkel nach einer Vertreibung von Dr. Thilo Sarrazin aus dem Bundesbank-Vorstand, sowie die Entscheidung von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel für ein Partei-Ausschlussverfahren erst nach Sarrazins verkorkster Aussage über ein angebliches Judengen (und Baskengen) erfolgte. Dem war freilich schon vorher eine harsche Kritik sowohl von Angela Merkel (bei dieser noch etwas politisch-verbindlich formuliert: "nicht hilfreich") als auch von Sigmar Gabriel ("dämlich") (wie auch von zahlreichen anderen Politikern) vorausgegangen.
Jedenfalls vom Zeitablauf her könnte man die Reaktion der Politik als das Bemühen interpretieren, ein Abdriften des Diskurses bzw. der Gesellschaft in Rassismus zu verhindern.

Ich frage mich indes, ob eine derartige Betrachtungsweise nicht die Handlungsorientierung der Politik an konkreten Zielsetzungen unterschätzt.

Sonntag, 12. September 2010

Tief enttäuscht vom Noch-Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin: "Hier schaffe ich - ich kann aber auch anders"

Sein aktuelles Buch "Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" (das 22,99 € kostet und von dem übrigens heute in der Bahnhofsbuchhandlung in Hanau ein ganzer Stapel auslag) werde ich nicht kaufen, weil ich es schon aus Zeitmangel nicht lesen kann.
Trotzdem war ich von der Meldung über seinen Rücktritt als Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank (zum 30.09.2010) derart geschockt, dass ich gestern und heute ein Heidengeld ausgegeben habe, um mir mehr Informationen darüber zu beschaffen.
Normalerweise hole ich mir derartige Infos gratis aus dem Netz, aber diese Sache hat mich netzlos erwischt, nämlich bei dem ersten Teil unseres Umzugs (ein gewissermaßen internationales Projekt: Möbelspedition mit türkischem Inhaber, marokkanischer und deutscher Mitarbeiter) ins Altersdomizil an den Alpenrand, und in unserer zukünftigen Wohnung habe ich keinen Internet-Anschluss.
Also für insgesamt 16 Euronen verschiedene Ausgaben von Spiegel, FAZ und Welt erstanden und auf der Heimreise die einschlägigen Berichte durchgelesen.

Für mich liegt die Bedeutung von Thilo Sarrazin vor allen Dingen darin, dass er die Vertretung deutscher Interessen in der Einwanderungspolitik legitimiert.

Donnerstag, 2. September 2010

DEUTSCHLAND HAT FERTIG! "Endlich: Thomas Thilo Sarrazin Müntzer ist gerichtet! Und jetzt die deutschen Bauernbürger wieder zu Fronsklaven machen!"

Champagnerlaune in Berlin. Mit vereinten Kräften ist es der Deutschland real regierenden Partitokratie gelungen, den existenzbedrohenden Aufstand einer breiten Volksmehrheit niederzuwerfen.

Nun heißt die Parole wieder: Zurück an die Melkmaschinen, ihr Sklaven! Damit wir euch noch mehr Steuern abpressen können - um endlich Einwanderungspolitik zu machen. Denn für eine richtige Politik, für unsere jedenfalls, braucht man Geld, richtig viel Geld. Aber das wisst ihr ja, (unter anderem) deswegen habt ihr euch schließlich erhoben! Doch jetzt haben wir gesiegt, ihr seid wieder unten, wo ihr hingehört. Jetzt ist Schluss mit lustig: RUHE IST DIE ERSTE BÜRGERPFLICHT!

Bleibt mir nur noch eines: Thilo, dem in seinen Kreisen, aber nicht in seinem Volke, einsamen Helden, meinen tief empfundenen Dank zuzuflüstern.
Höchsten Respekt, tiefste Verehrung, Thilo Sarrazin:

Sonntag, 29. August 2010

Wenn des Pawlows Hunde lüllen. Zur Lexikographie des deutschen Politiker-Wortschatzes in der Debatte um Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab

Die prägnanteste Beobachtung zu dem, was ich hier mal ganz grob als "Sarrazin-Debatte" etikettieren will, kam aus des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse. Mitten in der Mark Brandenburg wunderte sich die in Potsdam erscheinende Märkische Allgemeine am 27.08.10 (meine Hervorhebung):
"MIGRATION: Thilo Trotzig. Bundesbanker Thilo Sarrazin löst allseits Empörung aus – nur worüber, sagen die Empörten nicht".

Dieses Phänomen hatte ich an anderer Stelle bereits als "Asymmetrie in der Debatte" apostrophiert (Kommentar Canabbaia, 27. August 2010 - 20:28).
Den gleichen Eindruck hat die Soziologin Necla Kelek gewonnen. In ihrem FAZ-Artikel "Integrations-Debatte. Ein Befreiungsschlag" vom 31.08.2010 schreibt sie dazu (meine Hervorhebungen):
"Ich würde gern eine inhaltliche und keine moralische Debatte über Sarrazins Thesen führen. Keiner seiner Kritiker hat bisher inhaltlich auf die Vorschläge reagiert, geschweige denn seine Thesen widerlegt. ... Der Eindruck drängt sich auf, hier solle eine überfällige Debatte mit den bewährten Begriffen wie Rassismus und Populismus kontaminiert werden. ... Bei einigen Politikeräußerungen habe ich den Eindruck, hier werde ein deutscher Haider oder Geert Wilders oder das Erstarken der NPD herbeigeredet. ... Der Sozialdemokrat Thilo Sarrazin (hier eine Serie mit Aufnahmen von ihm) und sein Buch taugen zu diesem Feindbild nicht ... "
Auch Olaf Henkel hat das Phänomen notiert (und erkannt, dass hier nicht zuletzt auch die Meinungsfreiheit auf dem Spiel steht), wenn er auf TheEuropean unter "Sarrazin und die Meinungsfreiheit. Spieglein, Spieglein in der Buchhandlung" am 01.09.10 schreibt: "Auffallend bei der Debatte ist nämlich, dass noch keiner gesagt hat, Sarrazin lüge. Offensichtlich hat man Schwierigkeiten, die von ihm vorgelegten Fakten zu widerlegen. Es scheint bequemer, die Person auseinanderzunehmen; ein bei uns inzwischen klassisches Muster."
Dieselbe Wahrnehmung bei Henryk M. Broder im Interview "Sarrazin spricht aus, was andere ahnen" vom 29.08.2010: "Ich finde es absolut bedenklich, dass eine ganze Gesellschaft querbeet durch die Parteien und Verbände über einen Mann herfällt und nicht einmal den Ansatz von Bereitschaft zeigt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was er schreibt." Und auf die Interviewer-Frage "Es ist ja auffällig, dass der so genannte Stammtisch auf Seiten Sarrazins ist, während fast alle Politiker empört aufschreien. Wie erklären Sie das?" präzisiert Henryk M. Broder für den Politikbereich: "Das ist ja nicht nur in diesem Fall so. Wir haben eine zunehmende Kluft zwischen der Basis und den Eliten. Ich beobachte seit Jahren, dass das einfache Volk klüger ist, als die Politiker, die in seinem Namen sprechen. Das haben Sie in ganz vielen Bereichen. Die Leute ahnen, dass was schief geht."
Und auch im Ausland wundern sich manche über den Umgang von Deutschlands Partei-Dinos mit Sarrazin: "Thilo Sarrazin und der Krieg der Korrekten" titelt Jürg Dedial seinen Kommentar vom 01.09.2010 in dem Qualitätsblatt der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Einleitung: "Deutschland empört sich über den vorlauten ehemaligen SPD-Politiker Sarrazin. Dabei sollte es froh sein, dass es noch solch kritische Stimmen gibt." Auszüge: "... hat sich unseres Wissens bis jetzt keine dieser führenden politischen Figuren ernsthaft mit den tiefer liegenden Fragen auseinandergesetzt, die Sarrazin schon seit längerer Zeit aufwirft. Dabei ist die Politik die eigentliche Adressatin von Sarrazins Streitschrift. ... er fragt, wie angesichts der von ihm gebrandmarkten und kaum widerlegten Tendenzen, bei denen die Integration nur eines der Probleme darstellt, das wirtschaftliche, politische und soziale Gewebe der deutschen Nachkriegsdemokratie überleben kann. Dies sind Fragen, um deren Beantwortung Deutschland nicht herumkommt. Die grosse Gefahr liegt darin, dass die Politik (einmal mehr) nicht erkennt, wie sie an einem breiten Unbehagen und Misstrauen in weiten Teilen der Bevölkerung vorbeiagiert. Man kann sich in Empörung und Entrüstung ergehen; aber man darf dabei nicht blind werden."


Man könnte also sagen, dass es "eine" Debatte gar nicht gibt, sondern dass hier momentan -2- Diskursstränge nebeneinander her laufen:

Dienstag, 17. August 2010

Runter von der Rampe, Adolf! oder: Schwarze Schand für unser Land: Duisburgs OB Sauerland!

Den Sachverhalt, der mich zu meinem nachfolgenden Blott veranlasst hat, erläutert z. B. der Pottblog, und zwar wie folgt (Auszug aus dem heutigen Artikel "Adolf Sauerland (CDU), Duisburgs Oberbürgermeister, mahnt Blog wegen der Veröffentlichung von Loveparade-Gutachten ab"):
"Auf mindestens eine Anfrage zur Veröffentlichung der Anlagen reagierte die Stadt Duisburg bis dato nicht. Insofern ist es meiner Meinung nach Xtranews hoch anzurechnen, dass sie die ihnen anonym übermittelten Informationen über das Gutachten und seine Anhänge veröffentlicht haben. Doch dies scheint der Stadt Duisburg und ihrem Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nicht gut gefallen zu haben:
So berichtet Xtranews im oben verlinkten Artikel:
Leider ist uns heute per einstweiligen Verfügung des Landgerichtes Köln untersagt worden, die Dokumente zu veröffentlichen. Antragsteller ist die Stadt Duisburg vertreten durch Adolf Sauerland. Man beruft sich auf § 97 UrhG
Wenn es der Stadt Duisburg, wenn es dem Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), wirklich um Aufklärung gingen würde – dann sollten sie meiner Meinung nach schnellstens das komplette Gutachten mitsamt allen Anlagen veröffentlichen.
"



Aus Zeitmangel beschränke ich mich hier im Wesentlichen auf eine Wiederholung meines Kommentars auf der Webseite von xtranews (leicht verändert):


Canabbaia sagt:
17. August 2010 um 20:15

Ich erlaube mir, meinen ursprünglich hier http://www.xtranews.de/2010/08/16/loveparade-gutachten-die-sache-mit-den-fluchtwegen/comment-page-1/#comment-3328 eingestellten Kommentar an dieser Stelle zu wiederholen.
Denn man kann gar nicht vehement genug gegen diese Sauerei ankämpfen!

Ich bin kein Freund des politischen Kopfjägertums.

Samstag, 7. August 2010

Loveparade-Massenunglück: Eine Brücke zum Schuldverständnis

Eine Brücke, deren Tragkraft auf 2 t ausgelegt ist, kracht mit tödlicher Sicherheit zusammen, wenn ein 10-Tonner drüber donnert.

Die Kombination von Zu- und Abgang bei der Duisburger Loveparade hatte nicht mit der gleichen physikalischen Zwangsläufigkeit den Tod zahlreicher Menschen durch ein Erdrücktwerden (oder Zertretenwerden) zur Folge.

Wahrheit, Lüge, Rechtsgutachten: Zwischenbericht UNTERSUCHUNG DES VERWALTUNGSHANDELNS AUF SEITEN DER STADT DUISBURG ANLÄSSLICH DER LOVEPARADE


Das Zwischengutachten vom 03.08.2010 der beiden Duisburger Rechtsanwälte Dr. Ute Jasper und Andreas Berstermann aus der Anwaltskanzlei IS HEUKING KÜHN LÜER WOJTEK hat mich voll überzeugt - davon, dass die Stadtverwaltung das Massenunglück bei der Liebesparade durch fahrlässiges Verwaltungshandeln mit verursacht hat.

Meine Bewunderung für das Anwaltsteam ist beinahe grenzenlos. Unter schwierigsten Bedingungen - Akten beschlagnahmt, extrem knappe Zeit - haben sie die ihnen von der Stadt Duisburg entgegengebrachte Erwartung, die Stadtverwaltung von der Verantwortung freizusprechen und die Öffentlichkeit zu desinformieren, in beispielhafter Weise erfüllt.
Das Anwaltsgespann Dr. Ute Jasper und Andreas Berstermann, bzw. die Anwaltskanzlei IS HEUKING KÜHN LÜER WOJTEK, kann ich nur jedem wärmstens ans Herz legen - der Dreck am Stecken, oder etwas zu verbergen hat.

Freitag, 30. Juli 2010

Das Wunder von Duisburg: Von der Liebesparade (Loveparade) über den Kausalkettenmarsch zum Schulddefilée

Ich habe zunächst gezögert, diesen Blott zu beginnen, nachdem ich noch nicht einmal meinen vorangegangenen Offenbach-Eintrag fertiggestellt habe*. Indes treiben mich einige Überlegungen um, die hier mal raus (oder doch zumindest für mich selbst festgehalten werden) müssen.
[*Nachtrag: mittlerweile ist auch jener Eintrag abgeschlossen.]

Die Medien karren uns, brutal gesagt, beinahe täglich Tote ins Haus: das überfordert, bei mir jedenfalls, die Mitleidensfähigkeit und stumpft ab.

Sonntag, 25. Juli 2010

Das Moti Mahal in Offenbach: Indisch essen im Französischen Gässchen

Warnhinweis: Dieses ist (auch) ein Werbe-Blott, erstellt in der eingestandenen Absicht, ein Restaurant anzupreisen. (Ein unbezahlter Eintrag freilich. Dies betone ich weniger um meiner Glaubwürdigkeit willen als deshalb, weil ich für bezahlte Nebentätigkeiten eine Genehmigung meines Arbeitgebers benötigen würde: Wir Arbeitnehmer sind in mancher Hinsicht sogar heute noch gar nicht allzu weit vom Status der Hörigen im Feudalsystem entfernt.)

Unter den geschwätzigen Händen meines Gehirns (hm, ein derart schiefes Wort-Bild weist den Verfasser nicht gerade als versierten Literaten aus ...) und meinen knipswütigen Fingern ist (bzw. wird) natürlich auch dieser Eintrag nach Umfang und Thematik wiederum völlig disproportioniert zum auslösenden Moment geraten: zu einem Bericht über, ein klein wenig sogar zu einem Lob der, Stadt Offenbach.

Nachdem ich schon seit 1993 nicht mehr in Frankfurt wohne, kann ich es mir vielleicht erlauben, auch positiv über Offenbach zu urteilen.

Samstag, 24. Juli 2010

In Schönheit sterben? Erlebnisbericht (Erfahrungsbericht) Toskana Therme Bad Orb

Nicht jeder Schlag auf den Hinterkopf ist tödlich. Die Überlebenschancen sind insbesondere dann nicht schlecht, wenn (wie bei dem Verfasser) das Gehirn des Opfers in einem Spitzenprodukt der biologischen Evolution verkapselt ist: dem harten westfälischen Bauernschädel, der gegen jedwede äußere Einwirkung weitestgehend widerstandsfähig ist.

Samstag, 10. Juli 2010

Handytarife im D-Netz: Räuberhöhlen mit Hintereingang

Den ersten Teil meiner Fortbildung zum Dr. rer. mob., nämlich die Suche nach dem (mehr oder weniger) richtigen Handy (zum richtigen Preis), habe ich im vorangegangenen Blott "Landluft macht arm. Oder: Ich bin doch nicht blöd!" beschrieben; der zweite, die Suche nach dem richtigen Provider, folgt hier.

Lesen bildet, Kollegen fragen ist einfacher.

Sonntag, 27. Juni 2010

Landluft macht arm. Oder: Ich bin doch nicht blöd!

Der Herr meint es nicht gut mit uns Menschen. Den sieben (oder zehn) Plagen, mit denen er die alten Ägypter heimsuchte, hat er in er Neuzeit zahlreiche weitere hinzugefügt: Aids zum Beispiel, oder, für mich zumindest, die Auswahl eines Handy.

Ja, auch wir wollen nun den Sprung in die Moderne (oder in eine neue Kostenfalle?) wagen und haben uns endlich Handys zugelegt.
Doch immer noch raucht mir der Kopf von der Online-Lektüre von Werbung, Tests, Kundenmeinungen usw.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Zuse zausen für den ethischen Endsieg? Oder: FAZ-Qualitätsjournalismus vs. ZEIT-Gesinnungsgegröle

Dem Perpetuum mobile der Vergangenheitsbewältigung geht die Energie aus: letzte KZ-Schergen sind rar geworden, das Interesse der Massen (wenn es denn je ein solches gegeben haben sollte) ist erlahmt. So kommt es, dass die geistigen Nach-Richter im deutschen Journalismus immer größere Schleppnetze auswerfen müssen, um ihren einschlägig interessierten Redaktionen noch auskömmliche Fänge von Nazi-Verstrickten einliefern zu können.

Es geht um den (mehr oder weniger) Computererfinder Konrad Ernst Otto Zuse; dessen erster computerähnlicher Rechenknecht lief unter der Bezeichnung "Z1".

Sonntag, 20. Juni 2010

Warum ist es in Eddersheim am Main so schön?

Es gibt wohl nur eine Zugstrecke in Deutschland, wo sich derartiges ereignen kann: Streckensperrung, der Zug bleibt in einem Kaff-Bahnhof stehen, die Reisenden steigen aus
und es herrscht - Vatertagsstimmung!



































Menschen - Männer meist - plaudern, rauchen, lachen und trinken.

Welches Vieh räkelt sich denn hier hoch oben unter den gußeisernen Bögen des Frankfurter Hauptbahnhofs im Bett?

Dieses im Bahnhof Frankfurt am Main (zufällig übrigens auch die Heimatstadt der Schönen) hoch über den Häuptern der Bahnreisenden aushängende Werbeplakat ist wohl nicht das allerintelligenteste.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Sendepause

Seit dem 25.04.2005 blogge ich nun, und noch immer habe ich die Welt nicht verändert ;-).
[Als Ressourcenpessimist weiß ich letztendlich ohnehin nicht, in welche Richtung man die Welt verändern und gleichzeitig unserem Wunsch nach einem guten Leben - und das möglichst für alle Menschen auf der ganzen Welt - nachhaltig entsprechen könnte.]


Die Zeitungslektüre während unseres Allgäu-Urlaubs in Oberstdorf (insbesondere die Lektüre des Allgäuer Anzeigeblatts, d. h. eigentlich der Augsburger Allgemeinen; gelegentlich auch der FAZ sowie - in dem insoweit übrigens äußerst dürftig ausgestatteten Leseraum im Oberstdorf Haus - einiger anderer Blätter) hatte eine Lawine von Blog-Katalysatoren auf mich herabgerollt:

Dienstag, 11. Mai 2010

Überschriften (meine, gedachten) und sonstige Miszellaneen zur (angeblichen) Euro-Rettung bzw. zum Rettungsschirm - Rettungspaket - "für den Euro"

Die allermeisten meiner Besucherinnen und Besucher mögen ein klareres Bild von der angeblichen 'Euro-Rettung' haben als viele Zeitungsschreiber. Angesichts des Mediengetöses um Stabilität, Rettung und Generalmobilmachung gegen Spekulanten will ich hier dennoch vorsorglich die verschiedenen Dimensionen der sogenannten Euro-Rettung ("Für die Rettung des Euro war kein Preis zu hoch" titelte die Welt am 15.05.2010 eine an sich sehr informative Krisen-Chronologie) einerseits und Stabilisierung der Eurozone usw. andererseits auseinander dividieren, damit sich ein(e) jede(r) darüber im Klaren werden möge, wer wovon spricht.
Noch wichtiger ist es freilich, sich bewusst zu machen, wer es vermeidet, den Lesern oder Hörern darüber genauere Auskunft zu geben.

Sonntag, 9. Mai 2010

Brandfäule frisst sich durch das alte Europa, weil es zu feige ist, ein heillos krankes Glied zu amputieren!

Europa ist feige in vielerlei Hinsicht:

- Am Horn von Afrika zu feige, die somalischen Piraten so zu bekämpfen, dass es ein schnelles Ende hat mit der Piraterie (vgl. aktuell wieder die gestrige Handelsblatt-Meldung "Deutscher Chemietanker vor Oman gekapert")

- Im Kosovo zu feige, entweder aufzuräumen mit organisierter Kriminalität und den Rivalitäten der Volksgruppen untereinander, oder seine Truppen abzuziehen.

- In Afghanistan zu feige, die eigenen Soldaten moralisch massiv zu unterstützen. Und, wenn man sie schon hinschickt, sie dann auch in den Kampf zu schicken.

- Im Nahen Osten zu feige, Israelis wie Palästinensern einen Friedensplan zu diktieren, und bei Ablehnung den Geldhahn zuzudrehen (vgl. Blott "Den Frieden verliert, wer nach Frieden giert. Frieden im Nahostkonflikt: Europas Wet Dream")

- Im Inneren zu feige, die organisierte Kriminalität wirksam zu bekämpfen.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen,

Samstag, 8. Mai 2010

Lieber Thilo Sarrazin: Deutschland braucht Sie! Helfen Sie ihrem Volk, das von seiner gesamten politischen Klasse für den Euro verraten wird!

Bitte, lieber Thilo Sarrazin, treten Sie hervor, jetzt, und gründen Sie eine Partei. Niemand sonst ist in Deutschland mehr wählbar, nachdem die deutsche Volkskammer, äh, der Bundestag, fast hunderprozentig (mit Ausnahme von 5 aufrechten Widerständlern aus CDU, CSU und FDP) den Willen des Deutschen Volkes mit Füßen getreten hat!

Möge ein Sarrazinen-Sturm die Steuergeld-Pyromanen in Berlin hinwegfegen!
[Oder ein Thilo Martell die haushaltsplündernden Sarrazenen aus Europas Süden aus der Eurozone heraushämmern ;-)]

Sie haben Kurs gehalten:

Heute Morgen hat sich Angela Merkel als Bundeskanzlerin selbst abgewählt. Und das deutsche Volk, Deutschland, um das Linsengericht des Euro verraten.

65 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges, exakt am gleichen Tag, am 08.05.2010, hat Deutschland erneut bedingungslos kapituliert.

Die Europäische Kommission wird nun Anleihen aufnehmen dürfen, um Eurozonen-Länder zu stützten, die an den Kapitalmärkten praktisch keine Kredite mehr aufnehmen können.

Und manche Medien verbreiten wieder Kot.

Freitag, 7. Mai 2010

Griechenland-Bailout (Griechenlandhilfe): bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer hält Bürger (Wähler) für Gehirnamputierte

Die Medien verhalten sich wie Müll-Megafone: sämtlichen Wortschrott der Politiker sammeln und verbreiten sie und nur selten liefern sie ihren Lesern eine Analyse von Fehlern, inneren Widersprüchen und Lügen in diesem Desinformationsmüll.

In der Diskussion über deutsche Geldtransfers in den griechischen Staatshaushalt (die vorerst als "Kredite" deklariert werden ...) zeigt sich Horst Seehofer wieder einmal von seiner seifigsten Seite (vgl. auch meinen Blott "CSU, Seehofer, München: Ist die einstige "Hauptstadt der Bewegung" erneut die Hauptstadt populistischer Rattenfänger?").
Seine Begründung, warum wir angeblich für die Griechen bluten müssen, geben die Medien, z. B. Focus Online u. d. T. "Griechenland-Krise. Seehofer attackiert EU-Kommission", so wieder (meine Hervorhebungen):

Mittwoch, 28. April 2010

Griechenland-Bailout: Ich gestehe und bereue - eine Fehleinschätzung. Unabhängig davon ist Oskar Lafontaine ein skrupelloses, verlogenes Subjekt.

Mein Fehler war, dass ich zu früh eingeknickt bin in Sachen Griechenland-Hilfe. Unter dem Trommelfeuer der Befürchtungen bin ich, obwohl ich ihnen doch vielfach verbal entgegen getreten bin, letztlich doch zusammengebrochen und habe mich drein geschickt, dass Angela Merkel Deutschland doch verpflichtet hat.

Sonntag, 25. April 2010

Blick zurück im Kater - auf den US-Immobilienboom

In meinem Blott "Die Krakenarme der Finanzkrise kriechen auf unseren Kontinent" habe ich, zahlreich aber ziemlich unorganisiert, u. a. auch Zeugnisse früher Bedenken gegen die Nachhaltigkeit des US-Immobilienbooms gesammelt.
Ebenso interessant wäre es gewesen, zu den damaligen Gegenstimmen zu verlinken.
Und die Krönung einer solchen Vergegenwärtigung des damaligen Meinungsklimas wäre natürlich ein Vergleich gewesen, unter dem Gesichtspunkt einer Bewertung der beiderseitigen Argumente aus damaliger Sicht.
Von mehr historischem Interesse ist dabei die Frage, inwieweit z. B. Vorwürfe gegen den damaligen Fed-Präsidenten Alan Greenspan berechtigt sind oder nicht (vgl. meinen Blott "Alan Greenspans Fußnote Nr. 72 zur aktuellen Weltfinanzkrise und Weltwirtschaftskrise").

Samstag, 17. April 2010

Samstag, 10. April 2010

Krähenreich. Zu: Tom Schimmeck, "Am besten nichts Neues: Medien, Macht und Meinungsmache "

Als ich im Jahre des Herrn 2004 meine diversen Internet-Reiche begründete (Das Heimatreich als sozusagen Vorwort, das Rentenreich als lange gekautes Brot meiner besten Jahre, das Italienreich als Sitz meiner Sehnsucht, die mannigfaltigen - und sich vielleicht auch in Zukunft noch ausdehnenden - Drusenreiche als Stätten des die Gesellschaft erforschenden Geistes, das Majolikareich als schönsten Beweis meines künstlerischen Banausentums, das Neu-Reich als Übersichtsseite für neu eingestellte Texte, das Weiterreich als unspezifische Linkseite und das Zwergenreich als Refugium für das Zwerchfell) reservierte ich in der internen Webseitenverlinkung am Fuß auch ein Plätzchen für ein Krähenreich.
Dieses ist immer noch schwarz geblieben, und das nicht deshalb, weil Krähen halt schwarz sind.

Sonntag, 4. April 2010

Crucenia-Thermen Bad Kreuznach: Rund ist nicht unbedingt gesund!

Außer Büchern, und gelegentlich CDs, sammele ich Thermalbäder, und bevorzugt Sole-Thermen.
Gestern am Ostersamstag war ein Besuch eines solchen Solebades, nämlich der Crucenia-Therme in Bad Kreuznach angesagt.

Die Fundamental-Asymmetrie in der Geldpolitik als Denkanstoß für eine grundlegende Asymmetrie zwischen Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften

"There is a notable asymmetry in the design and implementation of monetary policy:
nominal interest rates cannot be negative
" schreibt der Wirtschaftswissenschaftler Willem Buiter [bei dem muss ich immer höllisch aufpassen, dass ich aus seinem Vornamen keinen "William" mache!] in seinem (mutmaßlich originellen*, doch habe ich es bislang nur angelesen) Thesenpapier "NEGATIVE NOMINAL INTEREST RATES: THREE WAYS TO OVERCOME THE ZERO LOWER BOUND" (2009).
[* "Abstract": "The paper considers three methods for eliminating the zero lower bound on nominal interest rates and thus for restoring symmetry to domain over which the central bank can vary its policy rate. They are:
(1) abolishing currency (which would also be a useful crime-fighting measure);
(2) paying negative interest on currency by taxing currency; and
(3) decoupling the numéraire from the currency/medium of exchange/means of payment and introducing an exchange rate between the numéraire and the currency which can be set to achieve a forward discount (expected depreciation) of the currency vis-a-vis the numéraire when the nominal interest rate in terms of the numéraire is set at a negative level for monetary policy purposes.
"]

Im Zusammenhang mit meinen eigenen Überlegungen und einem aktuellen Internet-Google-Trip zum Thema Geldpolitik (im Zusammenhang mit meinem heutigen Blott "Welche Ziele (Hintergedanken - hidden agenda?) verfolgt die Financial Times Deutschland (FTD) i. S. Griechenland-Bailout?", in dem es irgendwo auch um Inflation, Wohlfahrtsoptimierung, Verteilung, Produktionslücke - output gap,Inflationssteuer usw. geht) regt mich das zur Feststellung einer anderen Asymmetrie, nämlich zwischen Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft an.

Die Wirtschaftswissenschaft türmt großartige mathematische Gebäude auf, um wirtschaftliche Vorgänge zu erfassen. In der Realität geht es dagegen immer nur um eins: Geld (bzw. Kaufkraft) haben oder nicht haben.

Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass sich mein Unbehagen wesentlich aus meiner mathematischen Unwissenheit speist.

Andererseits halte ich es aber durchaus für möglich, dass die großartige Mathematisierung der Nationalökonomie vor allem eine gesellschaftliche Funktion hat: die Bedeutung der Verteilungsfrage zu vernebeln.



Textstand vom 04.04.2010. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen
Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb des jeweiligen Eintrages.
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Welche Ziele (Hintergedanken - hidden agenda?) verfolgt die Financial Times Deutschland (FTD) i. S. Griechenland-Bailout?

Die Meinungsäußerungen der FTD-Mitarbeiter zur Politik der deutschen Bundesregierung waren fast durchgängig kritisch (vgl. "Griechenland-Bailout: Ein Dank-Blott für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel".
Einzige Ausnahme die ich mitbekommen habe (oder an die ich mich erinnern kann) war der Leitartikel (ohne Autorenangabe) "Berlin, bitte hart bleiben" vom 18.03.2009:
"Deutschland darf sich nicht vom Ultimatum Griechenlands zu Hilfszusagen drängen lassen. Den IWF zu Hilfe zu rufen, schadet nicht. Nötig wäre aber zu regeln, wie bei künftigen Notfällen Hilfe geleistet werden soll."
Ansonsten war die Tonlage bei Peter Ehrlich, Thomas Fricke, Wolfgang Münchau und Lucas Zeise durchgängig für eine rasche Hilfe für Griechenland.
Da fragt man sich natürlich, welche Motive dahinter stecken.

Sonntag, 28. März 2010

Griechenland-Bailout: Ein Dank-Blott für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel

Pacta sunt servanda, und Gelübde soll man ebenfalls halten.

Es ist noch nicht lange her, dass ich folgende Zeilen schrieb:
"Man soll zwar den Tag nicht vor dem Abend loben, doch hege ich mittlerweile eine, sagen wir mal, 25%ige Hoffnung, dass "unser Mädchen", unsere gute schwäbische Hausfrau, die gesamten Smartguys der Finanzwelt freundlich lächelnd aufs Kreuz gelegt hat. Für diesen Fall lege ich hier sogar ein Gelübde ab: dass ich nämlich unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Dank-Blott weihen werde.
Aber so weit ist es noch lange nicht.
"
Das war am Schluss meines Blog-Eintrages "Griechenland-Bailout: Rosarote Front der Arbeiterverräter. DGB-Vorstandsmitglied fordert: Frische Euros für Athen!", verfasst in der Zeit vom 07.-10.03.2010.

Der "Abend" kann zwar immer noch kommen, wenn irgend welche unerwarteten Hindernisse auftauchen oder Änderungen der Lage eintreten.
Vorerst indes hat unsere Kanzlerin Angela Merkel die deutschen Interessen (und letztendlich auch diejenigen der anderen europäischen Staaten und am Ende sogar jene der Defizit-Sünder, auch wenn diese das momentan und in den nächsten Jahren anders sehen werden) mit Nachdruck und mit Geschick vertreten.

Sonntag, 21. März 2010

Aufräumarbeiten enthüllen Ben Bernanke's Perspective of the American Financial System as SOWERED

It would certainly be appropriate to say that the financial system (particularly in the USA, but hardly to a lesser degree in much of Europe) has soured.

To Ben Bernanke, the fact that the financial 'industry' in the United States went sour must have come as an unpleasant surprise. He had, after all, always heralded the American financial system for being SoWeReD.
Those were the attributes he awarded to the financial markets
- Sophisticated (sophistication)
- Well regulated and
- Deep (depth):
insgesamt also: SoWeReD (for quotations see below).

To understand why finance sowered, you would have to understand the terms which Bernanke used in a somewhat different (nevertheless semantically legitimate) way from what he had in mind:

Sonntag, 14. März 2010

Griechenland-Bailout, Europäischer Währungsfonds: Deutschlands Führung gegen das deutsche Volk!

Durch Zufall stieß ich auf ein Forenposting im öffentlichen Forum der Piratenpartei u. d. T. "Griechenland helfen ja oder nein".
Dieser regte mich an, nun meinerseits dort den nachfolgenden Beitrag (Titel = Blott-Titel) zu veröffentlichen:


Fast die gesamte deutsche Führung, ob in der Regierungsverantwortung oder in der Opposition, stellt sich gegen beinahe das gesamte deutsche Volk.

Wir sind ja sowas von verantwortlich: da müssen wir doch einfach die deutschen Steuergelder für die PIGS raushauen? (Versteckt natürlich, über Gemeinschaftsanleihe, Bürgschaft oder so).

Und wo sind die Piraten in dieser Frage? Abgetaucht? Versenkt?

Freunde: wenn ihr euch hier eindeutig an der Seite der deutschen Steuerzahler positioniert, habt ihr gute Chancen, bei der nächsten Wahl die 5%-Hürde zu überspringen - und ihr würdet euch um Deutschland verdient machen.

Freitag, 12. März 2010

Thilo Sarrazin in Brüssel oder Diese beschissene deutsche Medien-Feigheit kotzt mich gründlich an!

DASS sie darüber berichtet, ist ja okay: die Financial Times Deutschland über "Beamte als Kriminellen-Opfer. In Brüssels Europaviertel boomt das Verbrechen". Obwohl sie da keineswegs die Ersten sind.

Bereits am 30.05.2007 hatte Silke Wettach für die Wirtschaftswoche ein Lagebild gegeben: "Kriminalität. In Brüssel lebt es sich gefährlich." Irgendwelche Angaben über die ethnischen Hintergründe der Täterkreise fehlen hier allerdings total.

Am 19.10.2009 folgte "WeltOnline" (S. Bolzen und C. B. Schiltz): "Einbrüche und Überfälle. Brüssel ist Europas Hauptstadt des Verbrechens".
Hier liest man schon deutlichere Hinweise auf die Täterkreise:
"Die Stadt steckt voller Spannungen. Mehr als 40 Prozent der Einwohner sind Einwanderer der ersten, zweiten oder dritten Generation. In einigen Stadtteilen ist jeder zweite ausländische Jugendliche arbeitslos. Zugleich lässt die Wirtschaftskrise wallonische und flämische Stadtväter erbittert um die Pfründe streiten – überall fehlt das Geld. Die Polizei ist miserabel ausgerüstet und schlecht bezahlt."

Montag, 8. März 2010

Theo Waigel: „Europa braucht keinen eigenen Währungsfonds“ (Handelsblatt-Interview 8.3.2010)

Recht hat er, der Theo, wenn er in dem heutigen Handelsblatt-Interview auf die Frage: "Sollte man in Europa einen eigenen Währungsfonds aufbauen, um künftig in solchen Krisenfällen eingreifen zu können?" antwortet:
"Waigel: Nein. Warum ist Europa mit seinen Ländern dann Mitglied im Internationalen Währungsfonds, wenn dann nur noch Ländern in Latein- und Südamerika oder in Afrika und Asien geholfen wird? Europa braucht keinen eigenen Währungsfonds. In Notfällen ist der IWF die richtige Adresse – und dabei sollte es auch bleiben."
[Auch sonst ist das Interview lesenswert, weil Theo Waigel auch die schwarz-gelbe (Hornissen-)Koalition nicht schont:
"HB: Fehlt der Koalition der Mut, die Grausamkeiten beim Namen zu nennen?
Waigel: Franz Müntefering hat sich getraut, die notwendige Entscheidung zur Rente mit 67 zu treffen, auch wenn es seine SPD fast zerrissen hätte. Jetzt wird leider versucht, das wieder zurückzunehmen, obwohl das eine für den Erhalt der sozialen Sicherungssysteme unabdingbare Maßnahme ist. Um ehrlich zu sein, macht es mir Sorgen, dass wir nicht mehr in der Lage sind, solche Entscheidungen notfalls gegen ein zeitweiliges Stimmungsbarometer durchzusetzen.
"]

Sonntag, 7. März 2010

Griechenland-Bailout: Rosarote Front der Arbeiterverräter. DGB-Vorstandsmitglied fordert: Frische Euros für Athen!

In seiner Kolumne "Experiment am lebenden Griechen" in der Financial Times Deutschland (FTD) kritisiert Thomas Fricke mit beißendem Spott die Sanierungsforderungen Deutschlands und der EU gegenüber Griechenland als kontraproduktiv. U. a. schreibt er:
"... die Griechen haben gerade beste Chancen, zu Kollektivprobanden eines großen wirtschaftspolitischen Experiments zu werden. Immerhin hat in der Weltgeschichte noch keine Regierung versprechen müssen, so schnell und rabiat ein Staatsdefizit abzubauen - um ein Zehntel der Gesamtwirtschaftsleistung in drei Jahren. Und zwar mitten in der Rezession, was bekanntlich alle anderen Regierungen der Welt als wirtschaftlich kontraproduktiv bis zwecklos ablehnen. .....
... es [kann] kontraproduktiv sein ... zu konsolidieren, wenn die Wirtschaft in einer Abwärtsspirale steckt
."
Seine Schlussfolgerung:
"Am Ende droht es weder eine Erholung noch sinkende Schulden zu geben. Und Herumkürzen ist ja nicht gleich gut, nur weil spekulierende Investoren oder das Bauchgefühl deutscher Sofa-Sittenwahrer es verlangen.
Es wäre auch für Deutschland besser, Spekulanten früher zu stoppen und den Griechen etwas Zeit für ein ausgeschlafenes mittelfristiges Sanierungskonzept zu lassen, statt ein ganzes Volk wie böse Bengel auszuschimpfen.
Wenn die Griechen den Portugiesen in die Dauerstagnation folgen, wäre dies für die Deutschen das größere Desaster. Immerhin empfehlen Brüsseler Beamte die Rabaukensanierung ja auch Iren, Spaniern und anderen. Warum aus Fehlern lernen? Gut möglich, dass es rund um Deutschland bald ziemlich viele lethargische Probanden gibt, die stoisch dem eigenen Abschwung hinterhersparen. Da haben die weder Lust noch Geld, deutsche Exporte zu kaufen.
"

Auch wenn mir - in meiner Eigenschaft als deutscher Steuerzahler - bei manchen Formulierungen die Galle hochkommt, müssen wir uns mit seinem Kernargument auseinandersetzen, dass eine Sanierung, d. h. konkret eine Einschränkung kreditfinanzierter Staatsausgaben, kontraproduktiv für die Wirtschaft sein kann.

Sonntag, 28. Februar 2010

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein denke!

Nicht die Einsicht in diesen Sachverhalt und ein daraus rational abgeleitetes Handeln waren allerdings der Grund, weshalb ich mich jetzt (nach langer Zeit wieder einmal) intensiv an der Debatte in einem Fremdblog beteiligt habe.

Vielmehr war das Thema allzu reizvoll, welches Mark Schieritz in seinem Beitrag "Die Mär von der Entstofflichung" 23. Februar 2010 in dem viel (und von teilweise sehr kenntnisreichen Lesern) besuchten Blog "Herdentrieb" präsentierte.

Am Anfang stand freilich ein Missverständnis meinerseits, denn ich dachte, dass sich der "Entstofflichung" auf eine Änderung unserer Wirtschaftsweise hin zu einem geringeren Rohstoffverbrauch bezöge, wie es in der englischsprachigen Wikipedia (freilich neben anderen Wortbedeutungen) unter dem Stichwort "Dematerialization" beschrieben wird, oder im Dictionary of Sustainable Management).

Tatsächlich geht es dem Zeit-Redakteur Schieritz aber um etwas anderes, was bei mir gedanklich unter dem Begriff "Derivatewirtschaft" läuft, nämlich die Vorstellung, dass das Geld in der Welt zunehmend in einem selbstreferenziellen Kreislauf innerhalb der Finanzmärkte zirkuliert (vgl. z. B. meinen Eintrag "WAS SIND DERIVATE oder HAT ES BEI IHNEN GEKLINGELT?" vom Mai 2006):
"Als ich – es ist inzwischen lange her – an die Universität kam, war gerade die so genannte Entstofflichungsthese populär. Elmar Altvater und andere argumentierten, die Finanzwelt habe sich ganz und gar von der realen Wirtschaft entkoppelt und führe ihr destruktives Eigendasein" berichtet Schieritz und hält diese Vorstellung für widerlegt:
"Doch um mit einem früheren Bundesaußenminister zu sprechen: I am not convinced.
Nehmen wir das Beispiel Subprime: Da wurden also Kredite vergeben an Menschen, die es sich nicht leisten können, die Darlehen wurden zerstückelt und verpackt, auf der ganzen Welt verteilt und viele Banker sind dabei unermesslich reich geworden – aber es waren dennoch Kredite. Sie wurden verwendet, um Häuser zu bauen und Vorgärten anzulegen. Mehr Realwirtschaft geht nicht. Auch das Kapital, das nach Spanien, Irland und Griechenland floss, blieb nicht in der Finanzsphäre stecken. Damit wurden Flughäfen gebaut, Straßen und so weiter.
Ein Finanzprodukt mag noch so komplex sein – am Ende der Kette steht fast immer ein Kredit an die reale Wirtschaft. Der beste Beweis: Vor der Krise gab es einen ganz realen Boom, und zwar fast überall auf dem Globus.
"
Daraus schlussfolgert Schieritz:
"Es war also nicht zu viel Kredit oder was auch immer da, sondern er wurde schlicht nicht an den richtigen Ort gelenkt. Man hat Häuser gebaut, statt das Produktionsvermögen zu erhöhen.
Wir müssen also nicht das Wachstum von Geldmenge und Kredit begrenzen, sondern die Ressourcen effizienter zuteilen.
"

Vorliegend will ich nicht alle meine Kommentare (Nrn. 2, 3, 28, 52, 53 und 57) wiederholen, sondern lediglich die Nr. 53. Dort habe ich ein Projekt realisiert, das mir schon lange im Hinterkopf herumgeisterte und erst des Anstoßes von Mark Schieritz bedurfte, um aus seiner Dornröschen-Existenz zu erwachen.

Wenn man davon ausgeht, dass die aktuelle Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise nicht eine Konjunkturkrise ist wie viele andere, sondern dass sie nur aufgrund tief sitzender Strukturprobleme, Verwerfungen, in der Weltökonomie entstehen konnte, muss man zwingend versuchen, die im Rahmen einer Krisenerklärung wesentlichen Elemente zu identifizieren. Wenn es gelingt, diese in einem in sich widerspruchsfreien Denkmodell zu vereinen, können wir hoffen, die krisenhafte Entwicklung in einer Weise erklärt zu haben, die zielführende Eingriffe zur "Heilung" ermöglicht. (Wünschenswert wäre natürlich auch eine empirischen Verifikation der Krisenrelevanz der verschiedenen Elemente. Jedoch dürfte eine solche wegen der grundsätzlichen Probleme - Nichtwiederholbarkeit, Rückkoppelung historischer Ereignisse bzw. gesellschaftlicher Entwicklungen - schwierig zu realisieren sein.).

-----------------------------

Nachfolgend also, in leicht geänderter Form, meine Aufstellung im Kommentar Nr. 53. Dieses sozusagen "Forschungsprogramm" zur Wirtschaftskrise werde ich ergänzen, vielleicht auch abändern, sobald mir dazu neue Ideen kommen:


Welche Fakten bzw. Tendenzen müsste eine ökonomische sozusagen Weltformel, vielleicht in einem Paradigmenwechsel zu einem Denkmodell jenseits von Adam Smith und Karl Marx, erklären?
Ich versuche hier mal eine Auflistung und freue mich auf Kritik und/oder Ergänzungen:

1) Fakt: Das Geldmengenwachstum war in den letzten Jahrzehnten erheblich stärker als das Wirtschaftswachstum.
Ergänzendes Faktum (zugleich Erklärungsproblem in den herkömmlichen Modellen): Die eigentlich zu erwartende massive Inflation ALLER Preise ist ausgeblieben. (Es gab Inflationen bei Asset Preisen, aber diese Blasen sind auch wieder geplatzt bzw. noch am Platzen.)
Fragen:
- War ein derartiges Überschießen des Geldmengenzuwachses aufgrund des Zinsmechanismus letztlich unvermeidbar?
- Wer ist bei der gestiegenen Liquiditätsversorgung Treiber, wer Getriebener? Nehmen wir an, Alan Greenspan und die EZB (als, wie ich sie mal genannt habe, geldpolitische Schattensegler) hätten nur auf Marktsignale reagiert (vgl. die in meinem Kommentar Nr. 52 zitierte Meinung von Norbert Trenkle): wie genau ist das abgelaufen / läuft so etwas ab?
- Weshalb ist es bisher trotz des überproportionalen Geldmengenwachstums noch nicht zu einer Preisinflation gekommen (bzw. wo hat die größere Geldmenge ggf. zu einem sektoralen Preisanstieg geführt)?

2) Ungleichgewichte der Leistungsbilanzen (Japan, China, USA, Deutschland/aber: Euro-Zone waren zeitweise ausgeglichen!) und wohl in diesem Zusammenhang zu sehen die Theorie von der internationalen Sparschwemme (Saving Glut)

3) Wohin fließt das überschüssige Geld (bzw. ist es geflossen): Realwirtschaft – Finanzwirtschaft? Welche Mechanismen können für welche Zeiträume Geld innerhalb des Finanzkreislaufs halten? Was macht, bzw. wieso sind diese Mechanismen für die Betreiber rational; inwieweit (bzw. ggf. aufgrund welcher Illusionen) ist oder erscheint es für die geldbesitzenden Wirtschaftssubjekte rational, Mechanismen zu füttern, die ihr Geld nicht vermehren, sondern (durch Reibungsverluste) vermindern? Oder, wenn bzw. insoweit als es doch vermehrt wird: durch welche Mechanismen geschieht das (aktuell durch Staatsverschuldung?). Warum lassen sich diese Zusammenhänge (falls real) gesellschaftlich nicht so vermitteln, das in unserem politischen System eine Änderung im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Nutzenmaximierung möglich ist?
Wäre es denkbar, dass
a) eine Geldvermehrung durch den Zinsmechanismus unvermeidlich ist, dass jedoch
b) die “Derivatewirtschaft” ein sozusagen vom Markt selbst entwickeltes Korrektiv darstellt, mittels welcher dem Geldmengenzuwachs großenteils die inflationierenden Zähne gezogen werden?

4) Fakt: Zunehmende Kapitalkonzentration und Einkommensspreizung
Erklärungsbedarf aus meiner Sicht:
- Anteil der leistungslosen Einkommen (u. a. Zinseszinsmechanismus)
- Anteil der komplexitätsbedingt steigenden Einkommensspreizung (vgl. dazu den Eintrag von Dieter Wermuth Einkommensverteilung in den USA : wie in der dritten Welt vom 18.8.09)

5) Fakt: Alterung der Industriegesellschaften (und absehbar auch in China)
Frage: Welche Auswirkungen? (vgl.z. B. Christopher Deutschmann, Soziologie kapitalistischer Dynamik).

6) Fakt (?): Produktivitätssteigerungen kommen “unten” nicht mehr an. (In den reifen Industriegesellschaften; in den Schwellenländern dagegen wohl schon.)
Das erscheint fast wie eine Wiederholung von Punkt 4 aus anderer Sicht. Indes: auch wenn ich selbst kein unmittelbares ökonomisches Interesse daran habe, einem “Kapitalistenbashing” entgegen zu treten, halte ich es für gefährlich, andere Erklärungsmöglichkeiten auszuschließen (sonst fällt man u. U. fürchterlich auf die Nase, wenn man die Kapitalbesitzer ausgeschaltet hat, aber der Laden noch immer – oder erst Recht – nicht rund läuft). In diesem Zusammenhang halte ich die These von Joseph Tainter (und vielleicht auch anderen?) für bedeutsam, wonach die zunehmenden Komplexitätskosten einer Gesellschaft in deren Spätstadium die Produktivitätsgewinne auffressen. (Allerdings scheint auch im spätrömischen Reich dieses Phänomen eng mit einer steuerlichen Privilegierung der Besitzenden verknüpft gewesen zu sein.) Beispiele für Komplexitätskosten: Steuerrecht, Umweltschutz, Gesundheitswesen; Verrechtlichung aller Lebensverhältnisse; die (von Ben Bernanke so häufig gelobte) “Tiefe”, “sophistication” und Innovationsfreude (CDO, CDO squared, CDS) der Finanzwirtschaft usw.. [Gegenläufig: Rationalisierung in der Verwaltung, Zusammenlegungen von Gemeinden (leider nicht von Bundesländern!) usw.)

7) Exorbitantes Wachstum des und exorbitante Gewinnsteigerungen im Finanzwesen (gehört vermutlich als Subkategorie zur Nr. 1).
Frage: real oder (bzw. inwieweit) nur scheinbar? Stützt der Staat (finanziell, aber auch durch Änderung der Buchungsregeln) jetzt die (Schein)gewinne? Wer zahlt (gestiegener Zinsspread? Zahlen Neugläubiger für anderer Leute Altschulden?), wer profitiert?
Wenn (großen- oder größtenteils) Scheingewinne: auf welche Weise könnte man das enthüllen und die Enthüllung für den einzelnen Anleger in einer Weise sichtbar machen, die ihn davon abhalten würde, immer aufs Neue als Haifischfutter ins Becken zu springen?

8) Ressourcenverknappung:
Ach ja, irgendwo steht da ein Elefant im Zimmer herum, den wir uns zwar meistens mit erstaunlicher Eloquenz wegreden, der aber doch immer deutlicher Konturen annimmt (wie z.B. bei Bruno Kern mit gleich vehementer Beredsamkeit in Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Energiewende zwischen infantilen Phantasien und Ernüchterung, Streifzüge, 1.7.09).


Nun, für den Moment mag das reichen. Wer mag, mag mir – bzw. uns allen – mit Kritik oder Ergänzungen helfen diejenigen Elemente der gesellschaftlich-wirtschaftlichen "Großwetterlage" zu identifizieren, die wir erklären, bzw. insbesondere für die Zukunft einplanen müssen.

Es schwant mir freilich schon selbst, dass meine Punkte Nr. 1 – 7 nichts als hübsche Glasperlenspiele sein könnten angesichts der brutal heraufdämmernden Verwirklichung der Nr. 8.


Welchen praktischen Nutzen eine solche "Tabelle" haben kann, zeigt schon die Anwendung auf den Text von Mark Schieritz. Das Faktum Nr. 1 - Geldmengenzuwachs stärker als Wirtschaftszuwachs scheint im Widerspruch zu Schieritz' Annahme zu stehen, dass wir es hier mit einer falschen Ressourcenallokation von einem Typus zu tun haben, bei dem man die Mittel relativ einfach umlenken und dann gute Ergebnisse erzielen kann.

(U. a.) diesen Gesichtspunkt hatte ich in meinem Kommentar Nr. 28 angesprochen:

"Welche Phänomene müssen wir widerspruchsfrei erklären? Den unverhältnismäßigen Anstieg der Geldmenge (Danke an “ich” für den Hinweis im Kommentar Nr. 9).
Nehmen wir der mnemotechnischen Einfachheit wegen an, die Produktion habe sich seit 1980 verdoppelt und die Preise hätten sich verdreifacht: dann bräuchten wir die 6-fache Geldmenge, um (bei gleich bleibender Umlaufgeschwindigkeit) die Wirtschaft in Gang zu halten. Da wir auch sonst aufgerundet haben, dürfen wir die tatsächliche Erhöhung auf das 18-fache ansetzen.
Ein 12-facher Geldmengenzuwachs, doppelt so hoch wie das nominale Wirtschaftswachstum hängt damit in der Luft. Wo ist die Differenzgeldmenge geblieben?
"

Auf diese Weise wären alle Erklärungen daraufhin zu untersuchen, ob sie die o. a. Fakten vollständig und widerspruchsfrei zusammenführen können.
Diejenige Theorie, die das schafft, wäre dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine zutreffende Krisenerklärung.




Textstand vom 24.11.2011. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen
Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb des jeweiligen Eintrages.
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Sonntag, 21. Februar 2010

Mario Draghi oder Axel Weber als EZB-Präsident? Der bessere Mann sollte es werden!

Wenn es nach dem FAZ-Redakteur Christian Siedenbiedel geht, wird Bundesbankpräsident Axel Weber nicht der nächste Präsident der Europäischen Zentralbank.
Nicht dass Siedenbiedel erkennbar eine Aversion gegen Weber hätte.
Doch am Schluss seines FAZ-Artikels "Bundesbankpräsident Weber. Der Aufsteiger" vom 21.02.2010 unkt er:
"Bei der Papstwahl in der katholischen Kirche gilt die Regel: Wer als Papst [also als heißester Kandidat] ins Konklave geht, der kommt als einfacher Bischof wieder heraus."
Nachtrag 22.02.10: Eben wird es dubios: der Artikel ist aus dem Netz verschwunden! "Die angeforderte Seite wurde nicht gefunden" heißt es, wenn man auf meinen o. a. Link klickt. Hallo, das wäre aber ein Fall für investigative Journalisten! (Keine Furcht, FAZ: diese Spezies hat in Deutschland ohnehin Seltenheitswert.) Hat da jemand Druck ausgeübt, z. B. die Bundesregierung? "Beschmutzt unseren Kandidaten nicht"? Obwohl mir nichts Schlimmes an dem Bericht aufgefallen ist. Aber wer weiß schon, was Eingeweihte hinter Bemerkungen wittern, die unsereiner für harmlos hält?

In der Financial Times Deutschland (FTD) vom 31.01.10 berichten Mark Schrörs, Wolfgang Proissl und Peter Ehrlich sehr ausführlich interessant und ehrlich über "Deutsch-italienisches Duell um den Thron der EZB":
"Schon zwei Jahre vor dem Abtreten von EZB-Chef Jean-Claude Trichet beginnt der Zweikampf um seine Nachfolge: Deutschland gegen Italien; Axel Weber gegen Mario Draghi. Der Italiener hat den besseren Ruf, Weber die besseren Chancen. ...
Der Italiener Mario Draghi hat eigentlich die bessere Bewerbungsmappe als er. Draghi ist länger im Geschäft, besser vernetzt und hat bisher die wichtigeren Posten inne. So war er lange Zeit höchster Beamter in Italiens Finanzministerium, arbeitete bei der Weltbank und war Vizepräsident bei Goldman Sachs - Erfahrungen, die ihm viel Respekt bringen. "Das gesamte internationale Finanzestablishment steht hinter Draghi", sagt ein einflussreicher Strippenzieher in Brüssel. "Er ist der beste Mann, den Europa aufbieten kann."
Dazu kommt: Draghi ist Chef des internationalen Finanzstabilitätsrats Financial Stability Board (FSB), das macht ihn zu einem der wichtigsten Ansprechpartner für Finanzpolitiker und Banker auf der ganzen Welt.
"

Und über Weber wird berichtet, dass seine Gegner aus der Bundesbank eine Reihe von kleinen Gemeinheiten in die Öffentlichkeit lancieren.

Die Bundesregierung will Weber, als 'unseren' Mann, und pokert im Postengeschacher. CDU/CSU und FDP stehen im Großen und Ganzen wohl hinter "unserem Kandidaten.
Aber welchen Nutzen bringt es uns in Deutschland, wenn ein Deutscher Notenbankpräsident der Europäischen Zentralbank wird? Haben wir nicht ein größeres Interesse daran, dass der Beste dieses Amt erhält?

Während sich seine Gegner eher an Kleinigkeiten hochziehen, bleibt die für mich zentrale Frage unerörtert, so, als sei es ungehörig, sie zu stellen: Warum hat Weber die angelsächsischen Finanzspiele nicht durchschaut? Warum hat die Bundesbank nicht rechtzeitig gewarnt vor den amerikanischen Immobilienverbriefungen, warum hat sie es den Banken nicht verboten (bzw., sofern das nicht in ihre Zuständigkeit fallen sollte, nicht öffentlich davor gewarnt), dass Banken Risiken in außerbilanzielle Zweckgesellschaften auslagern und damit verschleiert und keine hinreichende Vorsorge gebildet haben?

Die italienischen Notenbank (wie auch die spanische) hatte ihren Banken solche Faxen verboten. Die doofen Deutschen - Landesbanken und andere - wollten aber unbedingt die Spiele ihrer großen angloamerikanischen Brüder mitspielen. Und Weber hat sie weder davon abgehalten noch davor gewarnt.

Ich weiß nicht, ob das Verdienst für die klügere italienischen Politik dem Präsidenten der italienischen Zentralbank Mario Draghi persönlich zukommt, oder ob da intelligente Menschen aus der zweiten Reihe am Werke waren.
Immerhin hätte sie Mario Draghi in diesem Falle jedenfalls gewähren lassen, und das sicherlich nicht ohne Widerstände in der italienischen Bankenszene, die wahrscheinlich ebenfalls gern am scheinbaren transatlantischen Honigtopf genascht hätte.
Ohne alle Details zu kennen halte ich jedenfalls derzeit den Italiener Mario Draghi für den besseren Kandidaten im Rennen um das Amt des EZB-Präsidenten. (Und das, obwohl ich schon längst nicht mehr - wie früher - italophil bin: die Italiener haben mich kuriert, indem sie mehrheitlich eine Figur wie Silvio Berlusconi - über seine eigene Partei und seine politischen Verbündeten - an die Macht gehievt haben.)

Das Handelsblatt berichtet über Widerstand gegen Weber; auch wird darüber spekuliert, dass irgendwo her noch ein Dritter in den Ring steigen könnte.
Und selbst "Mitglieder der deutschen Abgeordneten der Europäischen Volkspartei sprechen sich für den italienischen Notenbankchef Mario Draghi anstelle von Bundesbank-Chef Axel Weber aus" berichtete das Handelsblatt am 28.01.10. "Dieser sei besser für das Amt des EZB-Präsidenten geeignet" hatten die Abgeordneten offenbar gesagt.

Ich bin der Letzte, der jenen, die für deutsche Interessen kämpfen, in den Rücken fallen möchte; vielmehr kämpfe ich selbst heftig für uns ("Griechenland-Bailout"). Aber ein deutscher EZB-Präsident liegt eben nicht per se in unserem Interesse. Politiker, die mehr auf Symbolhandlungen geeicht sind, können das wohl nicht immer begreifen.


Nachträge 22.02.10

In dem englischsprachigen (wohl amerikanischen) Blog "The Baseline Scenario" hat ein Simon Johnson am 19.02.10 "Six Questions For Axel Weber" eingestellt. Ähnlich wie ich, wenn auch auf eine Bank eingeschränkt, fragt er dort u. a.:
"Who was asleep at which wheel when Deutsche Bank was allowed to become one of the most leveraged banks in the world, betting and losing heavily on subprime mortgages – among other things?"
Dazu ein spaßiger Leserkommentar von einem Tim Coldwell:
"Considering how much Germans like to eat pork, I guess the PIIGS would prefer even a Brit to Herr Weber. A second life for M. Brown?"
Auf der ernsteren Seite gefällt mir natürlich eher die Anmerkung eines Jake Chase:
"So, let’s see: Germany should bail out Greece et. al by inflating its domestic economy? My guess is the Germans are smarter than that, but we’ll see. Growth fantasies provide bait for the Debt Trap. The IMF dance party rearranges Titanic deck chairs, but only until the music stops."
Ein(e?) "Thobe" verlinkt sogar zu dem nunmehr verschwundenen FAZ-Artikel, dessen Inhalt sie auch teilweise referiert. Als Information über bzw. Erinnerung an den Inhalt des mysteriös verschwundenen Berichts stelle ich den Text von Thobe hier ein:
"The “Frankfurter Allgemeine Zeitung” has an (German only) article today (http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E98DE1E4A40BF40ACA2AB5C7E6C0B53C3~ATpl~Ecommon~Scontent.html) providing some background information and assuming that the decision Mr. Weber and Mr. Draghi is a mere diplomatic haggle. So, objective decision making – and an honest answer to the six questions – can already today be consigned to the realms of fantasy.
Examples of diplomatic bagaining (from the article):
- Guenther Oettinger (former Minister President of Baden-Wuertemberg) has only become the new European Commissioner for Energy in 2010 (i.e. Germany deserves something better next time)
- Last week, Germany successfully promoted the Portuguese president to become the new ECB vice president (maybe someone from northern Europe should then be president?)
"

Ein weiterer Blick von außen (Webseite "Business World", 17.02.10): "Germany’s Weber Leads Race to Succeed Trichet as ECB President".


Nachtrag 01.03.2010
Kritik an der Qualifikation von Axel Weber kommt nun auch von Lucas Zeise in der Financial Times Deutschland (FTD): "Was Axel Weber so attraktiv macht" (01.03.2010)


Nachtrag 07.03.2010
Beim Blättern durch des Prof. Axel Webers Reden als Bundesbanker stoße ich z. B. auf seinen Vortrag "Finanzstandort Deutschland:. Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven", Rede auf dem Eurobörsentag 2004 in Frankfurt am Main am 8. Juli 2004, worin er sich als Anhänger des Kapitaldeckungsverfahrens für die gesetzliche Rentenversicherung outet (Folie "Kapitalmarktkultur 2):
"Verschiedene Elemente einer Kapitalmarktkultur müssen noch entwickelt und zudem verstärkt werden: ... stärkere Kapitaldeckung in der sozialen Sicherung".
2004 war das Jahr, in dem ich mein opus magnum "Rentenreich" verfasst und u. a. (natürlich nicht als Einziger) darauf hingewiesen hatte, dass es längst einen Kapitalüberschuss gibt und daher das Sparen im Rahmen des KDV nicht zu einer stärkeren realwirtschaftlichen Investition führen wird. (Ich habe mich übrigens insoweit geirrt, als das Geld dann doch investiert wurde: in amerikanische Wohnimmobilien; das gilt volkswirtschaftlich als Investition. Doch werden weder die Amerikaner noch die deutschen Rentenaspiranten aus derartigen "Investitionen" ein laufendes Einkommen generieren können.)
Webers Positionierung zeigt, dass er ein Herdentier ist und der Menge und den Finanzmarktinteressen hinterher hechelt. Wirklichen Tiefblick in die Wirtschaft hat nicht, wer dem Kapitaldeckungsverfahren das Wort redet.
Bemerkenswert auch die S.1 der Folien zur Kapitalmarktkultur. Dort heißt es (nachfolgend jeweils meine Hervorhebungen):
"Fakt
- bankendominiertes Finanzsystem entwickelt sich sehr langsam in Richtung eines eher kapitalmarktorientierten Systems
Bundesbankposition
- Systemvergleich legt kein Optimalsystem nahe, daher keine Strukturpolitik der Bundesbank
- Verpflichtung für Rahmenbedingungen, dass die Marktentwicklung reibungslos und ohne Gefährdung der Stabilität ablaufen kann.
"
Hübsch wirkt im zeitlichen Rückblick auch die letzte Seite:
"Bundesbank will den Finanzstandort voranbringen .....
- nicht zuletzt durch Ausbau der Finanzmarktanalyse und unsere
Verantwortung für die Stabilität des internationalen, europäischen und
nationalen Finanzsystems
.
"
[Interessant im vorliegenden Zusammenhang ist der Umstand, dass der Fed-Präsident Ben Bernanke (freilich wohl auch nicht früher schon, sondern erst durch die Krise schlau geworden) die Einführung sozialer Sicherungssysteme fordert, die im Umlageverfahren finanziert werden sollen - zur Eindämmung der asiatischen Sparwut("saving glut")!
Bernanke hütet sich zwar in seiner Ansprache "Asia and the Global Financial Crisis" davor, die Zielrichtung auf das KDV so explizit zu formulieren, wie ich das hier tue. Aber wenn er sagt (meine Hervorhebungen):
"Admittedly, just as increasing private saving in the United States is challenging, promoting consumption in a high-saving country is not necessarily straightforward. One potentially effective strategy is to reduce households' precautionary motive for saving by strengthening pension systems and increasing government spending on health care and education. Of course, such measures are likely to improve welfare and productivity as well as to contribute to more balanced, robust, and sustainable economic growth"
dann lässt sich das Ziel, die asiatische Sparschwemme einzudämmen, die Bernanke bereits im Jahr 2005 teilweise für das amerikanische Leistungsbilanzdefizit verantwortlich gemacht hatte, logischer Weise nicht über eine ansparbasierte, also kapitalgedeckte, Altersvorsorge erreichen, sondern nur über ein Umlageverfahren. (Ich weiß nicht, ob diese eigentlich sensationelle Passage in Bernankes Rede in der Öffentlichkeit richtig gewürdigt wurde. Ebensowenig weiß ich, ob Axel Weber immer noch KDV-Anhänger ist. Auf jeden Fall ist er aber - wie natürlich auch Ben Bernanke - ein Vertreter des 'Ancien Regime' im Finanzwesen. Da allerdings die Bourbon-Banker dessen Restauration ohnehin munter und ungehindert betreiben (vgl. Harald Schumann, "Politik und Banken. Ein Schauspiel der Ohnmacht", ZEIT vom 07.03.2010), würde Weber durchaus in die politökonomische Landschaft passen. Draghi ist wahrscheinlich, von seiner größeren Voraussicht (aufgrund intimerer Kenntnis?) in Sachen außerbilanzielle Vehikel abgesehen, auch nicht besser.]

Erneut propagiert Weber Finanzmarktinteressen, die mittlerweile grandios gescheitert sind (aber von den Profiteuren unverdrossen und relativ unbehindert weiterverfolgt werden)in seinem Vortrag vom 23.09.2004 "Chancen des Finanzplatzes Deutschland. Zusammenfassung eines Vortrages auf Einladung der Hessischen Landesvertretung in Berlin":
"Mit Bezug auf die Ergebnisse aus dem Bank Lending Survey aus dem zweiten Quartal des Jahres, veröffentlicht in unserem Monatsbericht August 2004, sehe ich weiter die Notwendigkeit und den Trend zu einer angemesseneren Risikodifferenzierung. Dies muss aber nicht mit einer generellen Verschärfung der Kreditbedingungen einhergehen. Die von den Banken gemeldeten Kreditstandards blieben zuletzt gleich. Es kommt aber sehr wohl zu einer Preisdifferenzierung nach zugrundeliegendem Risiko, zuletzt besonders ausgeprägt im Privatkundenbereich. Margenausweitungen für risikoreichere Kredite stehen Margenkürzungen für durchschnittliche Kredite gegenüber. Dieser Trend fällt im zweiten Quartal in Deutschland stärker aus als im Euroraum. Ergänzt wird dieses Vorgehen durch das konsequente Rückführen bzw. Veräußern riskanter Engagements und qualitativ bessere Kreditwürdigkeitsprüfungen. Diese Trends stabilisieren die Ergebnisse und verbessern die Allokationseffizienz, weil Quersubventionen beendet werden.
Beispiele in jüngerer Zeit über Transfers von Kreditrisiken zeigen die mögliche Entwicklung des Marktes für Verbriefungen. So verkäuft eine deutsch Hypothekenbank im großen Stil Kredite an einen US-Investor, der auf Problemdarlehen spezialisiert ist. Es ist hilfreich, wenn mittel- bis langfristig ein liquider Sekundärmarkt entsteht, denn noch sind entsprechende Verkäufe Einzelabschlüsse und bisher nur für professionelle Investoren geeignet. Ein echter Sekundärmarkt erforderte eine höhere Liquidität, ein Mindestmaß an Fungibilität und eine dadurch mögliche schnellere Abwicklung. Folglich bleibt auch hier noch viel zu tun.
Wie ich anfangs schon betonte, sehe ich in der relativ eingeschränkten Nutzung von Kapitalmarktprodukten ein großes Wachstumspotential des deutschen Finanzsystems. Hierzulande haben noch immer die Finanzintermediäre eine im Vergleich zum Euroraum überdurchschnittliche Bedeutung. Beispielhaft für das Nachholpotential verweise ich darauf, dass noch immer rund 80 Prozent des Einkommens aus Altersvorsorge aus dem Umlageverfahren stammt. Gemessen an der Börsenkapitalisierung in Prozent des BIP erreicht Deutschland nur ein Drittel des Wertes der USA oder Großbritanniens und rund 90 Prozent der Börsenumsätze entfallen hierzulande auf die fünf umsatzstärksten Aktien. Das eher bankenorientierte deutsche Finanzsystem entwickelt sich sehr langsam in Richtung eines eher kapitalmarktorientierten Systems. Ich möchte betonen, dass die Bundesbank diesbezüglich keine einschlägige Strukturpolitik betreibt. Doch der Staat muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass Marktentwicklungen reibungslos und ohne Gefährdung der Stabilität ablaufen können. Einige Elemente einer Kapitalmarktkultur müssen noch entwickelt und verstärkt werden. Dazu gehört besonders eine stärkere Kapitaldeckung in der sozialen Sicherung, der Einsatz von zusätzlichen Instrumenten, der Ausbau der finanzwirtschaftlichen Allgemeinbildung und eine stärker kapitalmarktorientierte Corporate Governance."
Auch hier kommt die Pointe (im Rückblick gesehen) wieder am Schluss:
"Wir wirken an der Finanzsystemstabilität - besonders an der Bankenaufsicht - mit und bauen unsere Finanzmarktanalyse aus."

Den, wie wir mittlerweile alle wissen, katastrophalen Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten ist er keineswegs entgegen getreten. In "Finanzsysteme im Wettbewerb. Jahreseröffnung der Deutschen Börse in Frankfurt am Main am 17. Januar 2005" sagte Weber:
"Marktgetriebene Entwicklungen entbinden jedoch die Politik nicht von ihrer Aufgabe, angemessene institutionelle Rahmenbedingungen zu schaffen.
Es geht dabei keineswegs um eine Strukturpolitik im Sinne der expliziten Förderung einer bestimmten Art von Finanzsystem. Dies würde voraussetzen, dass die Politik den Markt besser kennt und versteht als die Marktakteure selbst.
Vielmehr besteht die Rolle der Politik im Setzen angemessener Rahmenbedingungen für eine effiziente Ergänzung des bankorientierten Systems um Kapitalmarktelemente. Hierzu zählt die Förderung von Wettbewerb ebenso wie das Schaffen einer effizienten Aufsicht sowie die Sicherung der Stabilität.
Weiterhin kann die Politik entstehende Markttrends unterstützen, etwa durch den Abbau administrativer Hemmnisse. Dies bevorzugt nicht die Kapitalmärkte, sondern ermöglicht allen Marktakteuren eigenständiges Handeln.
Wichtige Impulse gingen auch von der Reihe von Finanzmarktförderungsgesetzen aus. Ein weiteres ermutigendes Signal in dieser Hinsicht ist die Erweiterung des Anlagespektrums um zusätzliche Instrumente.
Ich denke etwa an die Zulassung von Hedge Funds, die angedachte Schaffung von deutschen Real Estate Investment Trusts (REIT) und – unter dem Gesichtspunkt der Vervollständigung des Kapitalmarktes – die Emission von inflationsindexierten Anleihen.
"

Auch hier frönt Prof. Weber wieder seinem Hobby einer Zerschlagung der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung bzw. des zu ihrer Finanzierung dienenden (und den Rentnern allein Sicherheit gewährenden!) Umlageverfahrens:
"Das weitere Aufgabenspektrum für die Entwicklung einer Kapitalmarktkultur ist allerdings breit. Dazu gehört besonders eine stärkere Kapitaldeckung in der sozialen Sicherung und eine stärker kapitalmarktorientierte Corporate Governance."

Den Zug in Richtung Kapitalmarkt wollte Weber freundlich begleiten. Auszug aus seinem Vortrag "Finanzsysteme im Wettbewerb. Banque Centrale du Luxembourg 28. April 2005":
"Mit Blick auf Deutschland zeigt sich, dass die klassischen Intermediationswege der Banken nicht mehr die Bedeutung haben wie noch vor 20 Jahren. Dies gilt aber nicht für die Banken selbst. So nahmen in Deutschland beispielsweise die auf das BIP bezogenen Einlagen des inländischen Privatsektors bei deutschen Banken von 1992 bis Ende 2003 um rund 20 Prozentpunkte zu. Allein 12 Prozentpunkte davon entfielen auf die Einlagen nichtmonetärer inländischer Finanzinstitute.
Zugleich nahm bei den Banken die transaktionsorientierte Finanzierung über den Euro-Markt zu. Dies wird Ihnen in Luxemburg nicht verborgen geblieben sein.
Schließlich ist in diesem Zusammenhang auch die verstärkte Nutzung von kapitalmarktbasierten Risikosteuerungselementen zu nennen. In Gestalt der Zinsderivate existieren diese schon seit einiger Zeit. Jüngeren Datums ist die zunehmende Popularität von Kreditderivaten und Verbriefungen. Mit beiden lassen sich neuere Instrumente des Kapitalmarkts nutzen, um die Risiken des klassischen Bankgeschäfts zu diversifizieren.
Die Banken sind damit offensichtlich in der Lage, ihre Instrumente an ein kapitalmarktnäheres Umfeld anzupassen. All dies sollte man im Blick behalten, wenn man sich auf die populäre Dichotomie zwischen europäischem und angelsächsischem Finanzsystem einlässt.
"
Man sieht: der Axel ist kein Spielverderber. Jedenfalls nicht für die Finanzbranche. Rentner, sowie mittlerweile auch Steuerzahler, mögen das freilich anders sehen.

Wer würde nicht schmunzeln, wenn er in einer Rede eines Vorstandsmitgliedes der Bundesbank, in diesem Falle nicht Weber selbst, sondern Dr. h.c. Edgar Meister, "Entwicklungstendenzen und Struktur der internationalen Bankenaufsicht. Vortrag beim 6. Norddeutschen Bankentag in Lüneburg am Freitag, 1. Juli 2005" liest (auch hier, wie immer, die Hervorhebungen von mir):
"Die deutschen Banken haben ihre Risikomanagementsysteme in den letzten Jahren deutlich verbessert und nutzen modernste Techniken und Plattformen. Dazu kann auch gehören, neue Instrumente zum Kreditrisikohandel oder Kreditverkauf einzusetzen. Aus Aufsichtsgesprächen und Prüfungen wissen wir, dass die Banken im Bereich des Risikomanagements große Fortschritte erzielt haben.
Exkurs: Hedgefonds
Das ist auch notwendig, da die Dynamik der Märkte ungebremst ist. Ein Indiz hierfür liefert das Vordringen der Hedgefonds. Auch der Umgang mit ihnen verlangt bankseitig ein ausgeklügeltes Risikomanagement. Hedgefonds verwalten derzeit schätzungsweise 1 Billion USD und haben im Vergleich zu „normalen“ Sondervermögen sehr weite Handlungsspielräume. Sie können durch ihr Handeln die Effizienz der Kapitalmärkte erhöhen, weil sie Risiken übernehmen können, für die es ansonsten kaum Käufer gäbe (z. B. „non performing loans“). Und sie tragen außerdem zu einer besseren Diversifizierung der Portfolien ihrer Investoren bei, da ihre Renditen mit traditionellen Anlagen nur gering korrelieren. Das Riskante an diesen Fonds ist, dass sie zur Renditeerzielung hohen Leverage eingehen dürfen und – noch wichtiger – teilweise auf exotischen Märkten tätig sind, deren Liquidität gering ist. Aus Risikosicht beruhigt, dass wir festgestellt haben, dass deutsche Banken Kredite an Hedgefonds typischerweise nur auf weitgehend besicherter Basis vergeben. Außerdem sind nur wenige deutsche Institute in Geschäfte mit diesen Sondervermögen involviert und gerade diese Banken verfügen über hoch entwickelte Risikomanagementsysteme. Alles in Allem kann man diese Fonds also nicht pauschal als Gefährdung für die Finanzstabilität einstufen.
Unbestritten ist aber, dass aus diesen Sondervermögen Risiken erwachsen können – siehe LTCM. Die Aufseher und Regulierer müssen sich deshalb des Themas annehmen und haben dies auch bereits getan. Unabdingbar ist dabei ein internationaler Ansatz ..
.".
Die Hedgefonds, so hat sich herausgestellt, waren gerade NICHT das Problem der Finanzkrise. Auch wenn dieser Vortrag nicht von Weber gehalten wurde: die falsche Fokussierung der Bundesbank in der Bankenaufsicht hat er als Chef des Ganzen selbstverständlich zu vertreten.

Weber selbst wusste durchaus, dass da Risiken im System lauern. So sagt er in "Let us face up to the risks! Concluding remarks at the Seventh Bundesbank Spring Conference in Berlin on 28 May 2005" u. a.:
"... there is ample evidence that the monetary policy landscape has changed to an extent that warrants even more intensive research into risks although monetary policy performance has not been too bad over the past decade.
The major change I should like to refer to is the increasing role of financial markets.
On the one hand, broader and more liquid financial markets improve the ability to diversify risks and lead to more robust financial institutions. On the other hand, in well integrated financial markets the possibility of contagion and spill-over effects grows and potentially makes the financial system more crisis-prone
."
Aber dann bettet er sich und die Bankenwelt doch wieder sorglos zur Ruhe:
"There is no contradiction between the reasonable performance of central banks in recent decades and the impression that they face formidable risks and uncertainties.
However, we are in a good shape to face up to them. Our knowledge about the economy is permanently increasing. Risk analysis and risk management have improved significantly.
Additionally, a lot of work is being done to further improve our understanding. This conference may serve as a proof of that. The fact that some questions have been left unanswered provides an opportunity for another conference on this and similar topics.
"
Zugegeben, blöd ist der Mann nicht. Wenn ich einen Absatz lese wie
"Another well known anomaly is the so called equity premium puzzle. Narayana Kocherlakota makes a new attempt to shed some more light on this issue. His paper puts incomplete markets, or more precisely the fact that individuals are not able to ensure themselves (entirely) against idiosyncratic risk at the core of the argument. Other papers, using incomplete-markets, have already tried to tackle this puzzle. The distinguishing feature of his paper is the fact that the allocation of risk across households is assumed to be socially optimal. This has implications for the interpretation of high returns in equity markets"
kapiere ich großenteils nur Bahnhof. Nur steht ein Übermaß an Fachintelligenz offenbar nicht selten der Fähigkeit im Wege, Eins und Eins korrekt zu addieren (wie ja auch schon Physiker bei der Reparatur ihres Rasenmähers am Stromschlag gestorben sind).
Was ich aber durchaus begreife ist ein Satz aus der "Executive Summary" der Studie "Debt and deleveraging: The global credit bubble and its economic consequences"
des "McKinsey Global Institute" vom Januar 2010 (das ich auch in meinem Blott "Die große(n) Depression(en): Die beiden Weltwirtschaftskrisen im Vergleich. Überlegungen und Links" zitiert habe), der eine schallende Ohrfeige für sämtliche Exkulpierungsversuche der Notenbanken bzw. Notenbanker darstellt (S. 10; meine Hervorhebung):
"Taking a more granular view of leverage within sectors of the economy, we find that households increased their borrowing substantially, particularly through home mortgages. Rising housing prices meant that the ratio of household debt to assets appeared stable in the years prior to the crisis. But household debt compared with disposable income increased significantly, which should have raised a red flag long before the crisis hit."

In "Bank Relationships, Financial Integration, and Monetary Policy. Keynote Speech at the DIW-Conference “Bank Relationships, Credit Extension, and the Macroeconomy” in Berlin on 3 June 2005" freut sich Axel Weber über die zunehmende Renditejagd der Investoren:
"Overall the use of capital markets was improved and capital-market orientation increased by financial integration. This development was additionally fostered by increasing profit orientation of private households and a higher yield-orientation on the part of investors." sowie über den expandierenden Derivate-Markt:
"Moreover derivative products are expanding with increasing velocity and are opening up new possibilities of allocating and controlling risks. One example is the market for credit derivatives, which has globally developed within a few years from zero to a five-billion-dollar market. In Germany turnover has increased from 695 bn Euro in 2001 to 4 477 bn Euro in 2004. Overall it is still a small but a highly dynamic market."
Heute finden wir das gar nicht mehr so lustig.

Stolz waren Bundesbankpräsident Axel Weber & Kollegen über den ersten Finanzstabilitätsbericht der Deutschen der Deutschen Bundesbank. Unter "Statements zum Finanzstabilitätsbericht. Pressekonferenz Frankfurt am Main 10. November 2005. Finanzstabilitätsübersicht 2005" erfahren wir u. a.:
"Wir legen heute erstmals einen eigenständigen Bericht zur Stabilität des deutschen Finanzsystems vor. Manche von Ihnen werden sich wohl fragen: Warum noch einen Stabilitätsbericht? Gibt es davon nicht genug - von internationalen Institutionen wie dem IWF, von der EZB und von vielen anderen Notenbanken in der EU? Die Frage ist nicht ganz unberechtigt. Deshalb haben wir es uns zur Maxime gemacht: Keine Replikation der Erkenntnisse, die schon in den anderen Berichten zu finden sind. Wir fokussieren deshalb unsere Analyse auf die Lage und Risiken für die hiesigen Finanzintermediäre und Finanzmärkte, und wir beleuchten die internationalen Entwicklungen - konkret den Wandel des globalen Finanzsystems - in erster Linie im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen auf die Finanzstabilität in Deutschland.
Manche werden sich auch fragen: Was versteht man überhaupt unter Finanzsystemstabilität und warum kümmert sich die Bundesbank darum? Notenbanken haben ein originäres Interesse an einem stabilen Finanzsystem. Die Bundesbank hat gemäß § 7 KWG den Auftrag, die deutschen Banken zusammen mit der BaFin zu beaufsichtigen. Auch arbeitet sie im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht sowie in einer Reihe von Gremien zur Überwachung der Finanzstabilität mit, darunter das Financial Stability Forum. Und das Eurosystem, dem die Bundesbank angehört, hat das Mandat gemäß Art. 105, Abs. 5 EGV, Maßnahmen für die Bankenaufsicht und die Stabilität des Finanzsystems zu unterstützen.
Im Kern geht es uns darum, zu beurteilen, wie stabil in Deutschland Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister sowie Finanzmarktteilnehmer sind, wie gut sie Stresssituationen – zum Beispiel abrupte Konjunktureinbrüche - oder starke strukturelle Umbrüche meistern können. .....
Überdies muss geprüft werden, ob es gefährliche Anspannungen und Übertreibungen in den Finanzmärkten gibt und ob zwei wichtige Voraussetzungen für die Widerstandsfähigkeit eines Finanzsystems gegeben sind, nämlich die Eigenverantwortung der Markteilnehmer und Marktdisziplin (durch Transparenz).
Wir halten uns besonders qualifiziert dafür, die Stabilität des deutschen Finanzsektors zu bewerten, weil wir als unabhängige Notenbank mit vielfältigen Funktionen über die notwendigen Informationen und Erkenntnisse sowie über die erforderliche Expertise verfügen. Unsere Experten analysieren die Makroökonomie (Konjunktur), beobachten die Märkte, legen unsere Währungsreserven an, sind an der Bankenaufsicht beteiligt, sie wirken in internationalen Gremien für die globale Finanzstabilität mit und sie überwachen und betreiben Zahlungsverkehrssysteme.
All dies verschafft Erkenntnissynergien, die anderen Institutionen nicht, oder allenfalls partiell, zur Verfügung stehen. .....
Das Gesamttestat lautet: Die Robustheit des deutschen Finanzsystems ist mehr als befriedigend, die Stabilität hat sich im Laufe dieses Jahres weiter gefestigt. Die Banken haben ihre Ertragskraft gesteigert, und ihre derzeitige Eigenkapitalausstattung beurteilen wir als zufrieden stellend. Zugleich konnten die Versicherungen ihre Finanzkraft stärken.
Profitiert hat das deutsche Finanzsystem vom robusten globalen Wachstum bei moderater Inflation, von den günstigen Finanzierungsbedingungen und von Fortschritten der Unternehmen - national und weltweit - bei der Anpassung ihrer Bilanzen.
Ungeachtet dieser positiven Gesamteinschätzung gibt es für das deutsche Finanzsystem allerdings eine Reihe von Risiken, die es wachsam im Auge zu behalten gilt. Dazu zählen:
* das anhaltend hohe Ölpreisniveau, weil global konjunkturdämpfend
* eine potenzielle Konsumabschwächung in den USA
* eingetrübte Aussichten für einen spannungsfreien Abbau der globalen finanziellen Ungleichgewichte
* die erhöhte Risikoneigung an den Märkten durch die weltweit reichliche Liquidität und ein abrupter Zinsumschwung. .....
Unsere Stresstests zeigen: Eine länger anhaltende schwache Wirtschaftsentwicklung könnte mager kapitalisierten Banken beim Ertrag und bei der Eigenkapitalausstattung zu schaffen machen. Die derzeitigen internationalen und nationalen Risikofaktoren sollten unserer Auffassung als Mahnung vor Selbstgefälligkeit und Unterschätzung latenter Gefahren für die Finanzsystemstabilität erachtet werden. Gleichwohl - und das ist eine wichtige positive Botschaft des Berichts - deuten unsere Stresstest auch darauf hin, dass die deutschen Kreditinstitute in jüngster Zeit ihre Widerstandsfähigkeit verbessert haben.
"
Es ist nicht so, dass die Bundesbank die Risiken völlig übersehen hätte. Jürgen Stark, heute Chefvolkswirt der EZB, trug dazu in der o. a. Pressekonferenz seinerzeit u. a. vor:
"Die Konsumnachfrage der Privathaushalte ist traditionell der Träger der Konjunktur in den USA.
Wir sehen jedoch Risiken für die Beständigkeit dieses Konsumbooms:
* Eine Sparquote von nahe Null widerspricht der „natürlichen“ Rolle dieses Sektor als Kapitalgeber.
Hintergrund für die geringe Sparquote sind außergewöhnlich niedrige Realzinsen und hohe Vermögenszuwächse vor allem bei Wohnimmobilien.
* Sowohl bei den Kapitalmarktzinsen als auch bei der Immobilienbewertung in den USA gibt es Anzeichen von Übertreibungen. Eine Korrektur mit spürbaren Folgen für die Konsumnachfrage ist nicht auszuschließen.
Niedrige Realzinsen und die kräftige Konsumnachfrage in den USA sind wiederum eng mit den globalen Ungleichgewichten verbunden. Die mittelfristigen Aussichten für einen spannungsfreien Abbau der bestehenden Ungleichgewichte haben sich in den letzten Monaten nicht verbessert. Zugleich deutet aber auch wenig auf ein kurzfristiges Entladen dieser Ungleichgewichte an den Devisenmärkten hin:
* Die Kapitalzuflüsse offizieller und privater Stellen signalisieren bislang eine anhaltend hohe Bereitschaft, das wachsende US-Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren.
* Direkte Auswirkungen von Wechselkursverschiebungen auf die Wirtschaftsentwicklung im Euro-Raum und insbesondere in Deutschland sind erfahrungsgemäß begrenzt (wegen regionaler Diversifizierung des Außenhandels und hoher preislicher Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands).
* Gleichwohl: je länger die Ungleichgewichte andauern, desto größer wird das Risiko, dass es zu einer abrupten Anpassungsreaktion kommt. .....
Die Akteure auf den Finanzmärkten haben sich an das makroökonomische Umfeld mit niedrigen Zinsen angepasst, indem sie zur Steigerung der Eigenkapitalrendite ihre Risikopositionen stärker durch die Aufnahme von Fremdkapital oder Derivate gehebelt haben. Dies zeigt sich zum Beispiel im auffälligen Wachstum vornehmlich mit Fremdkapital finanzierter Unternehmensübernahmen („leveraged buy-outs“, LBOs) sowie dem rasanten Anstieg im Handel mit Derivaten.
Die überwiegend niedrige Volatilität an den Finanzmärkten spiegelt einerseits die Stabilität des makroökonomischen Umfelds wider, andererseits aber auch das hohe Sicherheitsgefühl der Marktteilnehmer. Niedrige Volatilität birgt immer die Gefahr, dass vergleichsweise unbedeutende Ereignisse plötzliche Stimmungsumschwünge auslösen und eine fluchtartige Auflösung von Handelspositionen zur Folge haben können, mit entsprechenden Anspannungen insbesondere in den weniger liquiden Marktsegmenten.
Hohe oder niedrige Volatilität ist nicht per se ein Risiko für die Finanzmärkte, sofern sich darin erstens überwiegend die Veränderung fundamentaler Bewertungsfaktoren ausdrückt (bis zu einem gewissen Grad gehören auch Übertreibungen, die auf subjektiven Einschätzungen beruhen, und Korrekturen bei der Suche nach der „richtigen“ Bewertung zum täglichen Marktgeschehen dazu) und zweitens sofern die Marktteilnehmer über effektive Risikomanagementsysteme verfügen.
Damit sind insbesondere Kontrahenten-, Marktliquiditäts- und operationelle Risiken angesprochen. Das internationale Finanzsystem hat in den vergangenen Jahren wiederholt seine Widerstandsfähigkeit und Flexibilität unter Beweis gestellt. Allerdings bringen die hohe innovative Dynamik und der fortgesetzte Strukturwandel zusätzliche Elemente der Unsicherheit mit sich:
* So hat sich zum einen der Kreis der institutionellen Marktteilnehmer ausgeweitet, vor allem um die weitgehend unregulierten und wenig transparenten Hedgefonds.
* Zum anderen werden immer komplexere Finanzinstrumente, zum Beispiel neue Formen von Kreditderivaten und strukturierten Kreditprodukten, in den Markt eingeführt. Diese sind mit beträchtlichen Anforderungen an die Risikoanalyse, an die operative Abwicklung und an das Risikomanagement verbunden. Die Bewährungsprobe hierfür steht noch aus.
* Insbesondere für neuere Marktsegmente bleibt abzuwarten, wie widerstandsfähig sie sich bei größeren Marktanspannungen zeigen werden. Stabilitätsgefährdende Schwachstellen würden wohl erst im Fall eines unerwarteten Anstiegs der Zinssätze und Risikoprämien sichtbar werden.
Vor dem Hintergrund der erheblichen Herausforderungen, die mit dem wachsenden Handel komplexer Finanzinstrumente und der gestiegenen Beteiligung von Hedgefonds verbunden sind, sind in erster Linie die Marktteilnehmer und erst in zweiter Linie die Aufsichtsstellen aufgefordert, die Anwendung geeigneter Standards weiterzuverfolgen.
Führende Marktteilnehmer haben sich in diesem Jahr in einer Neuauflage der „Counterparty Risk Management Policy Group“ zusammengefunden. Der kürzlich veröffentlichte Abschlussbericht der Gruppe beinhaltet unter anderem zahlreiche Empfehlungen für das Risikomanagement, die Transparenz sowie operationale Verbesserungen.
Die Einschätzung der Stabilitätsrisiken der Hedgefonds-Branche bleibt auf Grund der mangelnden Transparenz schwierig. Unter Finanzstabilitätsgesichtspunkten sollte daher der Verbesserung der Transparenz dieser Branche weiterhin hohe Priorität zukommen.
"
Sein Kollege Edgar Meister war aber letztlich zuversichtlich:
"Entscheidend ist, dass die deutschen Banken mit ungünstigen Rahmenbedingungen sowie mit Umbrüchen zurecht kommen. Diese Widerstandskraft ist es letztlich, die Bankenstabilität ausmacht.
Die Widerstandsfähigkeit des Bankensystems sowie des Finanzsystems insgesamt gegenüber Marktentwicklungen ist gegeben. Wir simulieren bspw. mit dem Mikrostresstest die Auswirkungen extremer Marktsituationen (insbesondere Veränderungen von Zinsen, Aktienkursen und Wechselkursen) auf die Banken. Die Ergebnisse belegen, dass die deutschen Institute in der Lage sind, auch größere Schocks zu verkraften [S. 63 f.]
."

Für den Moment muss dieses kleine Florilegium aus dem Rauch-Reich der Finanzwelt genügen; ob ich dazu kommen werde, mir auch die Reden ab dem Jahr 2006 genauer anzusehen, ist angesichts meines Zeitmangels eher zweifelhaft. Spaß machen würde es aber bestimmt.


Nachtrag 02.06.2010:
Axel Weber hat mehr Rückgrat, als ich ihm zugetraut hätte. Mit seiner öffentlichen Kritik an den Anleihekäufen der EZB (hat er darüber hinaus auch nichtöffentlich agiert und dem SpiegelOnline die äußerst präzisen Informationen für den Bericht "Finanzkrise. Schlimmer Verdacht" vom 31.05.10 gesteckt??) riskiert er seine Berufung zum Präsidenten der Europäischen Zentralbank.
Der Italiener Mario Draghi dagegen vertritt offenkundig die Interessen der Hochschuldnerländer, wenn er die Käufe von Staatsanleihen verteidigt (vgl. z. B. den WELT-Artikel "Bundesbank-Chef kritisiert Aufkauf von Staatsanleihen" vom 01.06.2010). Deshalb ist für mich jetzt ein völlig inakzeptabler Weichwährungsclown.

Nachtrag 12.09.2010
Zum Versagen der Deutschen Bundesbank in den Zeiten der Finanzliberalisierung (und später in anderen Zusammenhängen) siehe jetzt auch den Kommentar (zur Sarrazin-Debatte) "Ansehen beschädigt?" von Nicolaus Fest auf der Webseite der BILD-Zeitung vom 11.09.2010 (meine Hervorhebung): "Die Bundesbank ist Sarrazin los. Dass er ihr Ansehen beschädigt habe, behauptet sie nicht mehr. Recht hat sie. Denn mit ihrem Ansehen war es ohnehin nicht mehr weit her. Denn wo war die Bundesbank, als die Finanzmärkte dereguliert wurden? Gab es da irgendeine ­Warnung von den hochbezahlten Frankfurter Finanzexperten? Warum hörte man keinen scharfen Protest der Bundesbank, als die Bundesregierung mal eben den Maastrichter Vertrag brach und Griechenland mit deutschen Steuergeldern rettete – oder richtiger: die Zockerbanken, die Griechenland Milliarden geliehen hatten? Und warum knickte die Bundesbank so eilfertig ein, als die Europäische Zentralbank beschloss, Staatsanleihen der Krisenstaaten zu kaufen – also deren Schulden vor allem auf deutsche Steuerzahler abzuschieben? Die Bundesbank lebt vom Ansehen längst vergangener Zeiten.





Nachtrag vom 13.02.2011
"Nach Bundesbankpräsident Axel Weber hat auch Italiens Notenbankchef Mario Draghi die Strategie der EZB kritisiert, in großem Umfang Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder aufzukaufen. Draghi fürchtet um die Unabhängigkeit der Notenbank" berichtete das Manager Magazin in einer Meldung (schon) vom 10.12.2010 u. d. T. "Könnten unsere Unabhängigkeit verlieren". Weiter erfahren wir:
"Draghi bekräftigte: "Was die EZB tut, ist zeitlich begrenzt und eng verbunden mit dem Nicht-Funktionieren bestimmter Märkte." Ohne die US-Notenbank Fed zu nennen, machte Draghi deutlich, dass die massiven Stützungsmaßnahmen der Amerikaner für die EZB kein Vorbild sind: "Diese Institutionen haben nicht das gleiche Mandat wie die EZB. ... Unsere Aufgabe ist es, für Preisstabilität zu sorgen." Der Italiener sieht in erster Linie die nationalen Regierungen in der Pflicht, Auswege aus der Schuldenkrise zu finden. "Die wichtigste Antwort auf eine Krise sollte eine nationale Antwort sein: Glaubwürdige haushaltspolitische Maßnahmen und Strukturreformen, die das Wachstum wieder anschieben." Die deutsche Schuldenbremse könne ein Vorbild für andere Staaten sein."
Ob das nun wirklich Draghis innere Überzeugung ist, und ob er dafür ggf. mit gleicher Härte einstehen würde wie Bundesbankpräsident Axel Weber das getan hat, oder ob das nur sozusagen eine "Wahlkampfrede" für das bundesrepublikanische Publikum war, kann natürlich niemand außer Hr. Draghi selbst wissen. Hoffen wir, dass es ihm ernst ist mit einer verantwortungsbewussten Geldpolitik!











Nachtrag 15.02.11
Mario Draghi wittert offenbar Morgenluft - und er weiß, was die Deutschen hören wollen.
Alle sollten dem deutschen Beispiel folgen betitelt die FAZ heute ein Interview mit ihm und fasst den Inhalt so zusammen:
"Der italienische Notenbankgouverneur Mario Draghi ist einer der aussichtsreichen Kandidaten für die Nachfolge des EZB-Präsidenten. Im Interview mit der F.A.Z. empfiehlt er für Europa eine Orientierung an der Stabilitätspolitik der Bundesbank."
 Ich könnte mich  aufgrund seiner Aussagen bestätigt fühlen, dass ich ihn als Kandidaten favorisiert habe. Letztlich wird sich zeigen müssen, ob er, wenn er gewählt wird (was ich nun für immer wahrscheinlicher halte) mit aller Konsequenz verhindert, dass die europäischen Staatshaushalten durch Gelddrucken der Notenbanken finanziert werden.


Nachtrag 19.02.2011
Über Draghi vgl. jetzt auch den originellen FTD-Artikel [ober auch ehrlich ist, ist eine andere Frage: die FTD-Redaktion gehört nach meiner Einschätzung eher nicht zu den Stabilitätsfans]: "Europäische Zentralbank. Draghi for President" von Wolfgang Proissl vom 14.02.11.





Textstand vom 19.02.2011. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen
Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb des jeweiligen Eintrages.
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.