Mittwoch, 25. Oktober 2006

DER SKANDAL: DEUTSCHE AFGHANISTAN-SOLDATEN ALS KANONENFUTTER FÜR DEN AUFLAGEN-KRIEG!

"Auch haben" plärren die Babys, wenn sie bei anderen etwas entdecken, was sie gern hätten.

Die Amis haben Skandale wegen der Folterungen im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib ?
"Auch haben", blökt das deutsche Medienvolk. Und wenn es schon kein handfester Folterskandal ist, oder man nicht so recht weiß, ob sich die Sache Murat Kurnaz zu einem großen Skandal hochkochen lässt, werden eben ein paar alte Fotos an die Front geschickt, auf denen deutsche Soldaten mit - nein, nicht Folteropfern: sondern mit einem Totenschädel posieren.

In welchen Posen auch immer das geschehen sein mag: Man muss es wohl der fortgeschrittenen Infantilisierung unserer Mediengesellschaft und dem (scheinbaren) Fehlen wirklicher Probleme (bzw. genauer: der relativ geringen bis fehlenden medialen Präsenz erkennbar drohender existenzieller Probleme wie Klimawandel und besonders Ressourcenerschöpfung) zuschreiben, dass es jetzt der Bild-Zeitung gelungen ist, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.

Auf Stilleben des 17. Jahrhunderts ist er regelmäßig zu Gast: der Totenschädel als Aufforderung zum "memento mori".
Soldaten in Afghanistan sind derzeit dem Feind Hein deutlich näher als wir. Aber uns, bzw. unsere Interessen, schützen sie dort. Dafür setzen sie ihr Leben auf's Spiel.

Und wir? Die Bild-Zeitung verwurstet our boys als Kanonenfutter für die Auflage.
Die allzeit gesinnungstüchtige Politmeute lässt sich vom Revolverblatt am Nasenring durch die Arena führen, und ein Rattenkönig von Etappenhengsten und Geltungssüchtigen zieht hinterher.

Dieser Affentanz, den die üblichen Verdächtigen uns da wieder mal präsentieren: der ist das wirklich Ekelhafte an der ganzen Sache.


Eine ausführliche Berichterstattung bringt das FAZ.NET vom 25.10.2005 unter dem Titel "Afghanistan-Schutztruppe. Wer sich so verhält, hat in der Bundeswehr keinen Platz" (bzw. jetzt geändert in "Merkel: Nicht zu entschuldigen").
[Recht hat sie ja: ihr Führungsversagen bei der Gesundheitsreform ist wirklich nicht zu entschuldigen. Aber um davon abzulenken, hat man ja vorübergehend mal wieder andere als Prügelknaben gefunden.]

Ein zweiter - mehr kommentierender - Bericht stammt von Michael Hanfeld: "Soldatenfotos. Das Bild des Bürgers in Uniform". Am Schluss raisonniert er (dieses Mal steckt wirklich ein kluger Kopf hinter dem Blatt) überzeugend über "Die Macht der Bilder über die historische Wahrheit".

Der Online-Ausgabe der "Zeit" ist das offenbar zu lasch. Sie überschreibt sensationalistisch mit: "Leichenschändung: 'Jetzt haben wir unser Abu Ghraib'"
Letzteres soll ein Offizier im Verteidigungsministerium gesagt haben. Immerhin gibt der Autor André Spangenberg am Schluss des Artikels aber auch anderen Stimmen Raum:
" 'Peinlich" und 'geschmacklos', so lautet das einhellige Urteil zu den Skandal-Fotos. Allerdings, so fügen Soldaten im Einsatz hinzu, 'kann sich das Blatt [also das Revolverblatt] nicht mehr reinwaschen, wenn es die nächsten Toten bei uns gibt'."
Die meint (zitiert nach dem o. a. FAZ-Artikel von Hanfeld):
"Es sei richtig und wichtig, die Bilder zu bringen, sagt der Chefredakteur Diekmann: 'Sie haben politische Relevanz, und zwar, weil sie im Zusammenhang mit der Diskussion über das Verhalten von deutschen Soldaten im Auslandseinsatz einen Beitrag leisten.' Es sei umso wichtiger, solche Bilder zu zeigen, als sie 'den vorbildlichen, tadellosen Einsatz der vielen tausend Bundeswehrsoldaten im Ausland belasten', sagt Diekmann."
Nicht die Bilder belasten: sondern deren Abdruck in der Bild-Zeitung!
Wenn es also zur Eskalation in Afghanistan kommen sollte: vergessen wir nicht, dass wir diese dann den Heuchlern der Bild-Zeitung zu verdanken hätten!


Der Spiegel Online titelt: "Bundeswehr sorgt sich vor islamistischen Racheakten" und berichtet ebenfalls ausführlich.


Hans Leyendecker vermittelt den Lesern der Süddeutschen Zeitung in seinem Beitrag "Bilder ohne Beweiskraft" Informationen, die man schon kennen sollte, wenn man das Geschehen in einem größeren Rahmen über die deutschen Grenzen hinaus bewerten will:
"Es geht auch weit schlimmer. Das 26-Minuten-Privatvideo, das erstmals im Vorjahr unter dem Titel 'Ramadi Madness' auf amerikanischen Webseiten zu sehen war, dokumentierte einen Einsatz der US-Infanterie-Einheit 'Bravo Company' nahe Bagdad. Ein GI winkt mit dem Arm eines toten irakischen Zivilisten in die Kamera, ein anderer tritt einen gefesselten Gefangenen.
Derartige Fotos von ihren Einsatzorten schicken US-Soldaten häufig an Internetbetreiber in die Heimat, weil sie dann freien Zugang zu Pornoseiten zu bekommen. Jeder Internetnutzer kann Bilder von Kriegseinsätzen in den Kategorien 'Allgemein' oder 'Blutig' betrachten. Wer die Rubrik "name this body part" anklickt, darf raten, welches Körperteil eines Toten abgelichtet worden ist.
Verglichen mit diesen Scheußlichkeiten waren die Fotos, die ein Mann vergangene Woche einem Bild-Reporter überreichte, eher provinziell.
"



Und was war sonst noch wichtig an diesem Donnerstag, 26.10.2006, des Oktobers 2006? Richtig: Moshammers Hündchen Daisy ist gestorben!



P. S.: Stehe ich jetzt selbst mit einem Bein im Knast, oder vor der Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis, weil ich ein Foto mit Menschenknochen nicht nur publiziert, sondern auch noch schnodderig kommentiert habe? ("Ordnung muss sein - auch beim Gebein!".)
Und an meine Einträge unter Titeln wie "VOM FRIEDHOF DER UNVERWESLICHEN LEICHEN ZUM MITTAGSMENUE AUS DER SCHÄDELKALOTTE" und "Vom Friedhof der unverweslichen Leichen zum Satanswerk der Säuglingstaufe" mag ich schon gar nicht mehr denken!


Nachtrag vom 01.11.06:
Aufatmen! Die Rechtswissenschaft wenigstens ist noch nicht (gänzlich?) moralisch gleichgeschaltet! Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht an der Universität Hamburg, "hat die deutschen Gerichte wegen der Totenschädel-Bilder aus Afghanistan vor überzogenen Strafen gegen die beteiligten Soldaten gewarnt. Es handele sich um Bagatelldelikte 'an der untersten Schwelle dessen, was überhaupt kriminelles Unrecht sein kann'." So zu lesen heute im Handelsblatt u. d. T. "Schädelfotos sind ein Bagatelldelikt".


Sieh da: es gibt auch Journalisten, die ihre Skandalseifenbläserkollegen kritisieren. Jean-Pierre Hintze schreibt in seinem Blog "hanseatische befindlichkeiten" u. d. T. "ein ewiggestriger geist" u. a.:
"Manchmal schämt man sich, den journalistischen Beruf gewählt zu haben - besonders dann, wenn man sich für eine ganze Berufsgruppe rechtfertigen soll und dies nicht kann… Der "Schädelskandal" des deutschen Afghanistan-Kontingentes ist so eine Sache: Da finden einige Jungs der Bundeswehr ein paar Knochen am Wegesrand, irgendwo in Afghanistan und possieren damit auf, teilweise recht unappetitlicher Weise, vor den Kameras für die Daheimgebliebenen.
Anschließend wird ein derartiges Fass aufgemacht, dass andere Geschichten, wie z.b. die dubiose Rolle von KSK-Einheiten im Kurnaz-Fall völlig in Vergessenheit geraten. Und das dann noch unter Überschriften wie "Leichenschändungen durch deutsche Soldaten".
Komisch nur, dass tatsächliche Leichenschändungen dann in Vergessenheit gerieten - wie zum Beispiel damals, während der Irak-Offensive, als einige Bürger von Baghdad johlend und triumphierend die Leichen zweier verunglückter US-Hubschrauberpiloten durch die Gassen zogen um diese dann an einer Brücke aufzuknüpfen und anzuzünden. Das war den deutschen Medien dann kaum eine Überschrift wert.
Und nun der zweite "Skandal": Hamburger Medien wurden jüngst Fotos zugespielt, die angebliche Bundeswehrfahrzeuge der KSK-Truppen zeigt, die mit einem "dem Afrika-Korp der Wehrmacht" ähnelnden Emblem versehen sein sollen. Das Emblem, eine Palme mit einem eisernen Kreuz, erinnere an Rommels-Truppen und sei auf "Initiative von Ewiggestrigen" entstanden. Statt eines Hakenkreuzes also ein Bundeswehrsymbol in einer Palme; schlimm, schlimm. ...
Und am interessantesten bleibt das Phänomen: Die BILD-Zeitung macht ein Fass auf, und alle machen es nach…"


Allerdings lässt Hintze es dabei nicht bewenden, sondern wendet die Thematik nach (oder genauer: gegen) Rechts. Unterton: "Ewiggestrige gibt es genug in der Truppe. (Und das, soll sich der Leser wohl dazu denken, ist doch viel schlimmer als die Spielerei mit den Schädeln.)

Schade, dass viele Journalisten offenbar glauben, den Rest des Volkes missionieren zu müssen. Denn wirklich massive Hinweise auf eine drohende Rechtswendung der deutschen Streitkräfte gibt er nicht; was er bringt, sind aus meiner Sicht genau so aufgeblasene periphere Erscheinungen, wie die Dölmereien mit den Totenschädeln und Totenknochen auch.


Du bist nicht allein ...
... wenn du motzt gegen Heilige-Schein:

Zwei Arten von Reaktionen kann man auf den ersten Blick unterscheiden, wenn man flüchtig die angezeigten Überschriften und Textaussschnitte der Resultate einer Blog-Suche bei Technorati oder Google nach Afghanistan Totenschädel Soldaten usw. überschaut.

Zum einen gibt es die Megaphon-Reaktionen: Berichte der Medien werden - mehr oder weniger mit eigenen Kommentaren angereichert - weiter transportiert.
Man könnte auch von "Wiederkäuer-Blogs" sprechen; allerdings will ich nicht bestreiten, dass z. T. auch eine echte eigene emotionale Betroffenheit hinter solchen Einträgen stehen mag.

Dann gibt es, und das hat mich erstaunt, doch eine ganze Reihe von Stimmen, welche (wie der Verfasser vorliegender Zeilen) das fiese Skandal-Spiel der Medien, und schon gar der Bild-Zeitung, nicht mitspielen mögen. Ein Skandal braucht, um ein solcher zu sein oder zu werden, immer mindestens -2- Spieler: einen, der was macht, und einen anderen, der dieses Tun als Skandal bewertet.
Eine ganze Reihe von Blog-Einträgen wollen das Thema niedriger hängen, so fand ich z. B. ohne systematische Suche folgende Kommentare mit einer solchen Tendenz:

- "Trainbuk": "Von der Betroffenheit"

- "Bloomsday": "Unverhältnismäßige Skandalisierung"

- Sven Plaggemeyer (sehr pointiert): "Affentheater um Totenschädel"

- Ein anscheinend islamischer Blog u. d. T. "Wer will deutsche Soldaten in den Kriegssumpf befördern?"

- Und pikanter Weise die Israel-freundliche "Gegenpartei" im Blog "politically incorrect" ebenfalls: "Im Land der bärtigen Bestien. Kommentar eines PI-Lesers zur Afghanistan-Aufregung".

- Rechtsanwalt Rainer Pohlen ist ebenfalls mutig genug, seine Meinung unter seinem vollen Namen zu äußern: "Von Totenköpfen und zerknirschten Geständnissen"

- Hr. C. aus N. blogt lieber anonym, aber immerhin hält auch er den Medienzirkus für übertrieben: "Alles ruhig in Afghanistan"


Nachtrag vom 02.11.06

- Clemens Wergin, "Meinungsredakteur" des Berliner Tagesspiegel, schreibt auf einer Blog-Seite dieser Zeitung in seinem Beitrag "Hamlet in Afghanistan" u. a.: "Ich halte den Skandal über die Bundeswehr-Bilder aus Afghanistan für eine aufgeblasene Posse." Und zahlreiche Leserkommentare (fast alle) stimmen mit ihm überein.

- Wergin bezieht sich auf einen Beitrag von Sibylle Tönnies, Juristin und Lehrbeauftragte an der Universität Potsdam, u. d. T. "Wer mit dem Schädel spielt
'Störung der Totenruhe'? Die Debatte um die Soldaten ist heuchlerisch
" im Tagesspiegel online vom 27.10.06.
Frau Tönnies stimmt für Vernunft und gegen den derzeitigen geradezu hysterischen Umgang mit den Vorfällen in Afghanistan:
"Weiß man denn, was die jungen Medizinstudenten während ihres Praktikums in der Pathologie für Witze machen? Ich habe schon Erstaunliches darüber gehört, wie es am Leichentisch zugeht – wenn keiner guckt. Angeblich ist da auch das Obszöne nicht ausgeschlossen. Erstaunlich sind solche Berichte allerdings nur, solange nicht berücksichtigt wird, wie schwer das psychische System die körperliche Begegnung mit dem Tod verarbeitet. Die Dummheiten, die anlässlich dieser Begegnung gemacht werden, sind wahrscheinlich ganz gesund. Sie verhindern, dass die Eindrücke nach innen schlagen.
Dasselbe gilt – verschärft – für die Jungens, die mitten aus einem harmlosen Alltag gerissen und mit der Möglichkeit, töten zu müssen oder selbst getötet zu werden, konfrontiert sind. Wenn sie dadurch nicht in seelische Abgründe gerissen werden wollen, müssen sie einen frivolen Humor aktivieren. Die Verwegenen unter ihnen können die Gelegenheit, den Tod einmal kräftig auf die Schippe zu nehmen, nicht gut auslassen. Man sollte sie ungestraft lassen
."

- Der Blogger "norberto*42" hat von den Nachrichten über sogenannte "Totenschändung" ebenfalls die Schnauze voll.

- Gastschreiber "Christian" im Blog "Petaflop" entrüstet sich unter dem hübschen Titel "Deutsches Schädeltrauma" zwar über die Handlungen der Soldaten, findet aber doch auch die öffentliche Reaktion überzogen.

- Tobias Haase ("Schädelfotos aus Afghanistan: Heimatfront und Wehrpflicht") hat ebenfalls den Eindruck gewonnen, dass der angebliche Skandal von vielen Menschen nicht als solcher gesehen wird. Was wiederum ihm missfällt:
"Schlägt jetzt, nach der übertriebenen Empörung und Überraschung über die Leichenfotos aus Afghanistan, das Pendel in die andere Richtung aus? Nämlich in die Richtung, dass alles nicht so schlimm ist, dass es halt Soldaten sind, da sei ein gewisses Maß an Verrohung normal, diese Jungs wollen nur Stress abbauen und überhaupt sollten wir uns hier im kuscheligen Deutschland nicht so haben mit unseren moralischen Maßstäben, wenn halt mal so ein Schabernack publik wird.
Dieses Gefühl habe ich jedenfalls, wenn ich z.B. die Berichte der FAZ zum Thema lese und ganz besonders, wenn ich dann die Leserkommentare lese. Den Tenor der Leserkommentare habe ich oben zusammengefasst
."

- Bei Haase fand ich immerhin den Hinweis auf den FAZ-Artikel "Bundeswehr-Skandal. Bild mit Tod" von Volker Zastrow, der dem Skandal-Hype ebenfalls ausgesprochen kritisch gegenüber steht. Und das war dann für die Leser das Signal, ihren Gedanken, die sie sich vorher vielleicht nicht zu äußern trauten, freien Lauf zu lassen und beinahe einhellig die Skandalisierung der Geschehnisse durch die Medien und die Überreaktion der Politik zu verurteilen.

- Was das "nicht trauen" angeht, gewinnt man eine Ahnung von dem ungeheuren Meinungsdruck der Medien, wenn man in dem oben schon erwähnten Blog des "Herrn C. aus N." den Kommentar eines "Anonymous" zu C's Eintrag "Alles ruhig in Afghanistan" liest:
"Hallo C., bin ganz Deiner Meinung. Allerdings habe ich das nur gedacht und nicht gesagt, denn man weiß ja nicht, wie Leute auf diese Ansicht reagieren."
So werden nicht wenige denken, aber selten werden sie es uns (und vielleicht sogar sich selbst) derart ungeschminkt eingestehen.


Nachtrag vom 03.11.06:

Auch wenn sich meine Einträge langsam zum Fortsetzungsroman entwickeln: Dirk Schümers heutiger FAZ-Artikel "Neapel. Ortstermin in der Konzernzentrale des Verbrechens", (der zwar auch in Bezug auf sein eigentliches Thema außerordentlich interessant ist), enthält eine Passage, die sich ganz ohne Kommentar in einen Zusammenhang zum aktuellen deutschen Totenschädel-Schändungs-Hype bringen lässt:
[Zwischentitel:] "Innige Zwiesprache mit Totenschädeln",
daraus Textauszug:
"Die Neapolitaner pilgern dieweil auch dieses Jahr zu Allerheiligen zu ihren Toten. Den Cimitero delle Fontanelle, den beliebtesten Friedhof voller Schädel und Knochen in Katakomben, mußten die Behörden dieses Jahr schließen, weil viele Besucher sich einzelne Schädel als Maskottchen auserkoren hatten, sie schmückten, innige Zwiesprache über Alltagsprobleme mit ihnen hielten und versuchten, beim Blicke in hohle Augen die Lottozahlen des Wochenendes zu erraten. Es kam zu Beschädigungen und Knochenraub, aber die Zärtlichkeit der Neapolitaner fürs Makabre wird unter der Schließung des Knochenlagers nicht leiden."

Nachtrag vom 11.03.2007:
Heute fand ich sogar ein Porträt von einem habilitierten Mediziner (und Krimi-Autor) mit Schädel (Dr. med. habil. Martin Kleen).



Textstand vom 11.03.2007. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge.

Montag, 23. Oktober 2006

Wieder einer weniger in Wächtersbach .....

... wenn auch (noch?) nicht ganz: ein Stammstummel ist übriggeblieben - vom alten Ahornbaum zwischen Schloss und Marktplatz.Ein Menetekel?

Wohltätige Gewissenserpressung?

"Moment bitte, Sie haben sich mit Schulbüchern eingecremt. Pflegeprodukte kaufen oder Zukunft schenken":
Gegenüber der alle Jahre wiederkehrenden nachweihnachtlichen Neujahrs-Feuerwerks-Miesmache "Brot statt Böller" hat diese Werbung den Vorteil einer saisonunabhängigen Verwendbarkeit.

ÖFFENTLICH-RECHTLICHE (G)RUNDVERSORGUNG: VOLL VOM GEBÜHRENZAHLER!

Irgendwo müssen die 7 Mrd. Euro ja angeschlagen werden, welche die Öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten uns Gebührenzahlern für unsere mediale Grundversorgung zwangsentziehen.

Mir bietet das: Grusel auch ohne Dusel!








Donnerstag, 19. Oktober 2006

Herbsterinnerungen an Baden-Baden

Nicht vom Winde verweht, sondern von der Speicherkarte verklickt sind die Hälfte der Fotos von unserem Aufenthalt in Baden-Baden (s. Eintrag "Impressionen aus Baden-Baden").

Doch sind uns nicht nur die Erinnerungen geblieben: die andere Hälfte der Aufnahmen ist ja noch da - und einige davon (aufgenommen von Joann Brinkmann) sind hier.



Aus dem Dahliengarten in der Lichtentaler Allee

Dahlias from the Lichtentaler Allee, a park-like alley along the small river "Oos" running through Baden-Baden.


Das Brahmshaus und die Wohnräume des Komponisten Johannes Brahms in Baden-Baden-Lichtenthal

The 19th-century German-Austrian composer Johannes Brahms spent many a summer in two tiny attic rooms in Lichtenthal, at that time a village bordering on Baden-Baden.

Sonntag, 15. Oktober 2006

VIVA - WER? oder KULTUR-WARENUNTERSCHIEBUNG

Meine Urlaubserinnerungen mehr allgemeiner Art an die Kurstadt an der Oos finden Sie unter "Impressionen aus Baden-Baden" (mit Bildern).
[Nachtrag: Mittlerweile sind auch deutlich bessere Bilder online: unter Herbsterinnerungen an Baden-Baden]

Das Badewesen habe ich in meiner mikroökonomischen Studie "Baden-Badener Thermalsozialismus" untersucht.

Was fehlt? Richtig: ein Bericht zur Kultur - und schon haben wir eine vollständige Baden-Baden-Trilogie.

Samstag, 14. Oktober 2006

Joy of Communism?


Bill Joy most definitely is not a communist.

But, when you try to grasp the approach of communism towards society on a purely abstract level, it is an effort to subject mankind (being that mankind is the highest -known- form of life, one could also say: subjecting life) to rationality.
Rationality, however, is a strategy that works fine for individuals and even for societies, when they try to achieve tangible goals: produce computers, planes, cars etc.
To a certain (lesser) degree it even works to attain more abstract objectives: education, health etc.

Communism was an effort to consciously construct a society that would make people live happily ever after. This was not exactly the Marxist idea of how communism develops in history (Marx was assuming that the road towards a communist paradise was the inevitable course of things). But of course, on the practical level, communists were trying to construct the desired kind of society.

Freitag, 13. Oktober 2006

Lauft, Rentiers, lauft was ihr könnt!

Im Netz geht jemand um, der euch auf den Fersen ist!
Und nur, weil ich es gut meine mit Millionären (vgl. meinen Eintrag "Baden-Badener Thermalsozialismus"), habe ich ihn (oder sie) in meine Netzfalle gelockt!

Bei Google hatte er (oder sie) sich schon mal erkundigt, wie man euch in früheren Zeiten verwertet hat:
"verwertung des rentiers in der altsteinzeit"
Na, der (oder die) wird aber nicht schlecht gestaunt haben, als er oder sie plötzlich bei mir im Rentenreich gelandet war - wo es unter anderem auch um Rentiers geht.



Textstand vom 13.10.2006. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge.

Baden-Badener Thermalsozialismus

Man sollte meinen, dass der Sozialismus in einer Kleinstadt mit 900 Millionären wenig Chancen hat. Aber auch dort in Baden-Baden treibt er seine Blüten und plünderte in den Caracalla-Thermen meine Börse.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Impressionen aus Baden-Baden

Bemooste Häupter wohnen in diesem einstigen Weltbad (und auch solche mit viel Moos).


Doch leben hier offenkundig auch Menschen, welche noch voll im Saft stehen - wie dieser Werbeaufkleber am Badezimmerspiegel unserer Ferienwohnung beweist (oder behauptet / suggeriert / vorgibt??).

Dienstag, 10. Oktober 2006

Alpine Fairytale

Gar so schlecht waren meine Englischkenntnisse schon damals nicht, als ich als (Bus-)Reiseleiter mit hauptsächlich US-amerikanischen Reisegruppen im Incoming-Tourismus hauptsächlich in Deutschland, Österreich und die Schweiz herumzigeunerte.
Dass jedoch mein Vokabular keineswegs perfekt, sondern im Gegenteil "far from perfect" war, entdeckte ich zu meinem Leidwesen (und Schaden) auf einer Tour, welche nach den mir vom Reisebüro übergebenen Unterlagen die Bezeichnung "Alpine Fairytale" trug.

Ein schöner Name, wie mir schien, und natürlich wusste ich, dass "fairytales" auf Deutsch "Märchen" heißt, und ebenso, was "fairies" sind: Elfen oder Feen natürlich - was denn sonst?
Jedoch hatten meine Touristen, vorwiegend Lehrer und Lehrerinnen (mit Ehepartnern), die Reise nicht unter der Bezeichnung "Alpine Fairytales" gebucht, sondern als eine Art Studienreise - was mir wiederum unbekannt war.

Der beiderseitige Überraschungseffekt war deshalb ganz enorm, als ich in bester Laune mit einem strahlenden Lächeln den Bus bestieg, zum Mikrofon griff und die Gäste mit "Hello you fairies"  begrüßte.