Sonntag, 14. Dezember 2008

Finanzkrise: Eine ungeheure kommunikative Erregung bemächtigt sich der Menschen weltweit

Mir scheint, als habe sich im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise eine ungeheuere kommunikative Erregung der Welt bemächtigt. Ich selbst habe zur Finanzkrise, Wirtschaftskrise bzw. Weltwirtschaftskrise mittlerweile schon so viele Blotts publiziert, und derart umfangreiche (leider nicht alle thematisch scharf abgegrenzte), dass ich bald für mich selbst eine Übersicht werde erstellen müssen.

Wenn es in der Wirtschaft kracht - rettet sie der Blogger Geistesmacht?

Danke an Diemo Dietrich vom Team des deutschen (wenn auch vorwiegend auf Englisch geschriebenen) akademischen Wirtschaftsblog "Global Financial Markets" für den Hinweis "Econobloggers are just about to change the way of policymaking. If someone looks for a good reason for blogging, see here."
"Here" ist dort der Boston Globe, in welchem Stephen Mihm meint:

Dienstag, 9. Dezember 2008

Guten Morgen Bundesbank! Auch schon ausgeschlafen?

Das scheue Kapitalreh zu vertreiben, sollte eine der leichtesten Übungen für Banken sein. Einfach keine Rendite anbieten, und wenn der Nullzins nicht hilft, notfalls noch Strafzinsen verlangen.
Wenn die Zentralbanken nicht einmal fähig sind, unwillkommene Geldeinlagen zu verjagen - wie wollen die dann die Wirtschaft ankurbeln?
Während bei den Geschäftsbanken Geldeinleger in der Regel willkommen sind, ist es für eine Konjunkturbelebung erforderlich, dass die Anleger kein Geld bei der Notenbank deponieren. "Anleger" sind hier allerdings nicht Privatpersonen, auch nicht irgendwelche Firmen, sondern eben die Geschäftsbanken. Die werden derzeit von den Zentralbanken mit Geld vollgepumpt bis zum Geht-nicht-mehr, in der Erwartung, dass sie es in die Wirtschaft durchreichen. Doch was tun die? Parken es bei den Zentralbanken!

Sonntag, 7. Dezember 2008

Die große(n) Depression(en): Die beiden Weltwirtschaftskrisen im Vergleich. Überlegungen und Links

Man kann schon darüber streiten, ob die erste Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929 ff. wirklich die erste war. Bereits im Jahre 1857 hatte sich eine amerikanische Wirtschaftskrise über die damaligen Finanzzentren ausgebreitet (mehr dazu im Portal "Boerse.de"). Aber zum einen waren die Volkswirtschaften und die Finanzbeziehungen der Welt damals weniger eng verflochten als heute, und zum anderen waren auch Industrie und Finanzwesen weniger entwickelt. Nicht einmal die Krise Anfang der 30er Jahre hat damals wirklich alle Länder mit gleicher Wucht erfasst; Japan hatte nur eine Rezession, von der es sich ziemlich schnell wieder erholte.

Trotzdem liegt der Vergleich der weltwirtschaftlichen Ereignisse, der Finanzkrisen bzw. Finanzmarktkrisen des Jahres 1929 (WWK I) und 2008 (WWK II) bereits deshalb nahe, weil beide Male im Oktober die Börsen gewaltig crashten. So ist er auch schon seit einiger Zeit in aller Munde.

Samstag, 6. Dezember 2008

Wo Norma sang, sengt jetzt der Khan

Nun ja: es war nicht Vincenco Bellinis Norma, die sich hier im Gewerbegebiet von Bad Orb angesiedelt hatte. Nur ein prosaischer Supermarkt. Der hat auch nicht gesungen; allenfalls haben die Kassen geklingelt - aber offenbar zu leise, bzw. zu selten.
Vor vielleicht drei Jahren gab es in Bad Orb eine regelrechte Angebotsexpansion: wo früher ein einsamer Edeka die Kunden versorgt hatte, öffneten auch noch Norma, Penny und Plus und, versteckt am Ende, Rewe die Pforten. Das war ein wenig zu viel, denn schließlich gibt es in der Stadt -in zentralerer Lage- auch noch zwei Nahkaufläden, und Globus, Lidl und Aldi in Wächtersbach ziehen sicher auch Orber Konsumenten an (bzw. ab).

Einer der Orber Lebensmittelmärkte hat nun die Waffen gestreckt [so dass ich vielleicht zutreffender hätte titeln sollen: "Wo Norma sank, sengt jetzt der Khan"], und in den ehemaligen Ladenhallen der "Norma-"Kette grillt jetzt ein Khan. Auch das ist natürlich nicht der berühmte Dschingis Khan, sondern ein kleiner, friedlicherer, Khan.

Kulturvoll (kulturlos) nenn' ich eine Stadt, die am Bahnhof (k)eine öffentliche Toilette hat

Bad Orb hat eine (brandneue), am Busbahnhof.

Wächtersbach hat am Bahnhof keine. Ähem.

Bad Orb hat dort der Toiletten drei:
und deren Benutzung ist sogar frei (gratis).









Die Klozellenwand enthält eine Ritze für die benutzte Drogenspritze.

Ich meine, das kann ja auch nicht sein: dass, wenn die Kurgäste in Bad Orb sich einen Schuss setzen wollen, sie nicht wissen, wohin mit den gebrauchten Spritzen, gelle?















Textstand vom 06.12.2008. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Freitag, 5. Dezember 2008

Sind Sie wirklich noch ohne - Zibaldone?

Der Nikolaus brachte sie ins Haus, einen Tag zu früh zwar, aber schließlich hat er zu dieser Zeit ja auch viel zu tun: die Zeitschrift "Zibaldone". LEO liefert uns die Übersetzung: die Aphorismensammlung, die Notizensammlung. (Nun ja, es gibt auch etwas weniger schmeichelhafte Konnotationen: der Mischmasch oder das Sammelsurium: aber das trifft hier nicht zu.] Mein italienisch-Deutsches Brockhaus - Longanesi Wörterbuch aus dem Jahre 1974 liefert noch den gelehrten und hübschen, heute leider aus der Mode gekommenen Begriff "Miszellaneen" hinzu (auch: "Miszellen", aber das mag ich eher weniger). (Italienische Synonyme, aber keine Übersetzung, findet man bei "woerterbuch.info".)
Sie kam gratis, als Werbe-Beilage zur Halbjahreszeitschrift "Onde", die von Italienbegeisterten deutschen Studenten in Passau herausgegeben wird (vgl. meinem Blott "Donde viene? Vengo d'Onde!").

Montag, 1. Dezember 2008

Allmählich schwappt Panik in die Wirtschafts-Titanic. Sollen Angela Merkel und Peer Steinbrück die Lenzpumpen der Konjunkturpolitik anwerfen?

"DIE ZEIT" fährt mittlerweile eine regelrechte Hetzkampagne gegen jene Politiker, die (ausnahms- bzw. erstaunlicher Weise) sich einmal weigern, unsere Steuergelder sinnlos zum Fenster herauszuwerfen.
"Konjunkturprogramm. Schräge Argumente" kritisiert Marc Brost in der ZEIT ONLINE vom 7.11.2008 und lästert:
"Alle Welt fordert große staatliche Programme gegen die Krise. Nur einige deutsche Politiker leisten noch Widerstand." Denen droht er an: "Wir präsentieren ab sofort jeden Tag drei von ihnen."
Das mag schon sein, dass (fast) "alle Welt" nach solchen Programmen schreit: es hat ja auch mal "alle Welt" "Verbriefungen" schlechter Kreditrisiken gekauft.
Was sagt unser Bundesfinanzminister Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dazu?
"Ablehnung bleibt. Steinbrück gegen weitere Konjunkturmaßnahme" titelt das Handelsblatt am 29.11.2008:

Sonntag, 30. November 2008

Altdeutscher Weihnachtsmarkt in Eberbach: Gebrannte Erdnüsse gab's bei den Goten

Und bei der Reservistenkameradschaft Maultaschen in Brühe (3,50 €).

Er heißt nicht "Altdeutscher Weihnachtsmarkt" und wird überhaupt nicht groß beworben: der Weihnachtsmarkt in Eberbach am Neckar. Aber die Preise sind altdeutsch, also günstig. Es ist ja auch ein "Weihnachtsmarkt der Vereine", nicht ein Weihnachtsmarkt der Marktbeschicker.

Mittwoch, 26. November 2008

Simbabwe schärfster Konkurrent für US-amerikanische Schlüsselindustrie


Nein, um Tabak geht es nicht. Wohl aber ist das, worum es hier geht, starker Tobak.
Ben S. Bernanke hatte, schon im Jahre 2002, Überlegungen darüber angestellt, auf welche Weise die amerikanische Notenbank, das Federal Reserve System, die Leute wieder zum Geldausgeben verleiten könnte, falls sie die Lust daran verlieren und die Wirtschaft deflationieren sollten. (Vgl. auch meinen Blott "Ist Ben Bernanke bescheuert ...?")

Dienstag, 25. November 2008

Konjunkturpolitik in 2. Weltwirtschaftskrise (WWK II): Ohne Konjunkturprogramme steuern wir in den Abgrund. Mit Ankurbeln steuern wir gegen die Wand.


Langsam kommt die Politik in die Gänge und leiert Konjunkturprogramme an bzw. stellt zunächst mal entsprechende Forderungen auf. Vgl. z. B.:
"Berlin prüft 500-Euro-Konsum-Gutschein" Handelsblatt 25.11.08 (Sven Afhüppe und Donata Riedel);
Pierre Briancon von breakingviews.com fordert ebenfalls im Handelsblatt vom 25.11.08: "Merkel muss den Konsum ankurbeln"
und um die guten Drei voll zu machen meldet sich in derselben Ausgabe auch noch Thomas Hanke zu Wort: "Steuerdebatte. Schnell den Verbrauch stärken".
Nein: vier Blätter machen einen Glücksklee! Darum berichtet noch Ruth Berschins: "Kampf gegen Rezession. EU fordert: Mehrwertsteuer runter".
Alle diese Leute haben ja sowas von recht - wenn man die Dinge aus der traditionellen Perspektive der Konjunkturklempner betrachtet. (Ich teile
die düsteren Konjunkturperspektiven verschiedener amerikanischer Kommentatoren, wie sie der FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher in seinem Kommentar vom 25.11.2008 "Kommt der Wechsel von Bush zu Obama zu spät? Gehen Sie jetzt nach Hause!" anführt.)

Sonntag, 16. November 2008

Opel: Rettung für lebendige Tote? Steuergroschen für GM? Ist Deutschlands Politik plemplem?


"Finanzkrise. Ein Rettungsplan für lebendige Tote?" betitelte die FAZ am 26.09.2008 einen Artikel des (vermutlich:) amerikanischen Journalisten Peter Coy.
Coy ist nicht gegen eine Rettung der Banken, fragt sich jedoch, ob bei dem amerikanischen Vorgehen (jedenfalls in der damals geplanten Form; zwischenzeitlich wurde das vielleicht modifiziert) nicht zum Nutzen der Kapitalbesitzer den Steuerzahlern die Lasten aufgedrückt würden:
"Ungeachtet der Frage der Effizienz spricht auch vieles für ein faires Vorgehen bei einem Rettungsplan, indem man nicht willkürlich Geld an angeschlagene Unternehmen ausschüttet. Jeffrey Sachs, Leiter des Earth Institute an der Columbia University hat Russland in der Übergangsphase vom Kommunismus begleitet, bevor er aus Widerwillen gegenüber dem Aufstieg der Oligarchen zurücktrat. Wenn er über diese Erfahrung spricht, sagt Sachs: 'Bei allem, was getan wird, muss eine gewisse Fairness herrschen. Gerade jetzt sehen wir eine tiefe und berechtigte Skepsis gegenüber dem Finanzministerium. Man hat den Eindruck, die Wall Street rettet gerade die Wall Street'."

Unsere sogenannten Volksvertreter machen sich gerade daran, mit unseren Steuergeldern die Fa. "Adam Opel GmbH" in Rüsselsheim zu retten.

Montag, 10. November 2008

Hinter dem Vorhang der Welt-Wirtschaftskrise wartet die Welt-Umweltkrise auf das Stichwort zum Auftritt


Diese Meinung habe ich bereits in mehreren meiner Blotts zur Finanzkrise oder Finanzmarktkrise 2008 geäußert. Und auch die Vermutung, dass insbesondere die in den letzten Jahren vom Markt zunehmend eingepreiste geologische Rohölverknappung einer der Kausalfaktoren für die Wirtschaftskrise, bzw. zumindest für deren Heftigkeit, ist. Über die letzte Annahme kann man streiten; es ist ohnehin relativ unwichtig, was gestern war.

Interessant für uns ist, wie die Welt, und zuerst die Umwelt, morgen voraussichtlich aussehen wird. Ich meine: nicht gut.
Deshalb formuliere ich hier meine Zukunftserwartungen noch einmal sozusagen als mein "ceterum censeo" in einem eigenständigen Blott.
Das Stichwort für den Übergang von der Wirtschaftskrise zur akuten Umweltkrise könnte "Konjunkturprogramm" lauten.

Sonntag, 9. November 2008

Der Kindheit seltsam fremde Früchte. Zu "Strange Fruit" von George Monbiot

"Die dümmsten Verbraucher kaufen die dicksten Erdbeeren" schrieb ich auf meiner Webseite mit Links zum Thema "Italien". (Mit Italien hat das relativ wenig zu tun; es kam mir dort im Zusammenhang mit dem Kapitel "Sprichwörter" in den Sinn.)

Schon immer hat es mich geärgert, dass man im Handel nichts von dem mehr bekommt, was ich aus meiner Kindheit noch kannte (und später gelegentlich bei Wanderungen noch unter Obstbäumen finden konnte): Obst, das einen Geschmack hat. (Oder auch Gemüse; jedenfalls bei Tomaten ist das ein Problem.)

Wer einmal von den vielfältigen Sorten gekostet hat, die es früher gab (oder wer einmal Tomaten im eigenen Garten hatte), wird jenen wohlschmeckenden Früchten für den Rest seines Lebens nachtrauern.


Nicht unter dem Aspekt der Jugenderinnerung hat George Monbiot darüber geschrieben, sondern weil er sich intensiv mit den historischen Fruchtsorten beschäftigt hat: intellektuell als Leser alter Obstbücher, und praktisch als Obstbaumpflanzer im eigenen Garten.

Seine Ausführungen sind so köstlich wie jene Birnen oder Äpfel (na ja: nicht gerade Boskoop ...), die ich als Kind manchmal aus eigenen oder fremden Gärten genießen durfte. Deshalb hier Auszüge aus seinem Blott "Strange Fruit" vom 02.09.2008 (UT: A hard commercial logic dictates that the only way to get good fruit today is to grow your own.) (meine Hervorhebungen):

"I feel almost shy about writing this column. It contains no revelations, no call to arms. No one gets savaged: well, only mildly. The subject is almost inconsequential. Yet it has become an obsession which, at this time of year, forbids me to concentrate for long on anything else. .....
Though we still subsist largely on junk, even bilious old gits like me are forced to admit that the quality and variety of most types of food sold in Britain has improved. But one kind has deteriorated. ... almost all the fruit sold here now seems to taste the same: either rock hard and dry or wet and bland. ... And the variety of native fruits on sale is smaller than it has been for 200 years. ...
What counts to the retailer is how well the variety travels. ...
Take the Egremont Russet, for example. It’s a small apple that looks like a conker wrapped in sandpaper. But it ... can be dropped from the top of Canary Wharf, smash a kerbstone and come to no harm. ... The supermarkets must have had some trouble shifting it because of its strange appearance, so they promoted it as a connoisseur’s apple. Such is our suggestibility that almost everyone believes this, though a dispassionate tasting would show you that it’s as sweet and juicy as a box of Kleenex.
For the same reason, we are assaulted with Conference pears ... rather than any one of a hundred exquisite varieties such as the Durondeau, Belle Julie, Urbaniste, Glou Morceau, Ambrosia, Professeur du Breuil or Althorp Crasanne. It is because these pears are so delicious that they cannot be marketed. They melt in the mouth, which means they would also melt in the truck before it left the farm gate. ...
... the supermarkets demand that fruit is picked long before it ripens: it doesn’t soften until it rots. This makes great commercial sense. It also ensures that no one in his right mind would want to eat it. But, happily for the retailers, we have forgotten what fruit should taste like. The only way to find out is either to travel abroad or ... to grow your own. I find myself becoming a fruit evangelist, a fructivist, whose mission is to show people what they are missing. ...
It’s not just the produce I love. When you start growing fruit, you enter a world of recondite knowledge, accumulated over centuries of amateur experiments. You must choose the right rootstocks and pollinators and learn about bees, birds and caterpillars. But above all you must learn patience. Growing fruit forces you to think ahead, to imagine a sweeter future and then to wait. Perhaps it is this, as much as the forgotten flavours, that I have been missing.
"


Klapp, klapp, klapp - Beifall für den "Fruktivisten"!

Ach ja, falls ich jemals zu Geld kommen sollte, werde ich (auch) nach Mittelwales reisen. Nicht nur nach Haye-on-Wye (und dorthin nicht weil dieses mit Timbuktu verbrüdert ist, sondern natürlich der alten Bücher wegen). Ich werde zur richtigen Jahreszeit dort einfallen, und mir voher die Adresse von Monbiots Obstgarten besorgen. Sorge habe ich nur, ob ich morgens früh genug aus dem Bett komme.
Ich meine: bevor Mr. Monbiot selbst aufsteht und seinen Obstgarten kontrolliert ..... ;-).





Textstand vom 09.11.2008. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Meinen Kommentar zu Barack Obama und zur europäischen Obamania 'klaue' ich mir von Jean Bricmont

Jean Bricmont ist Physiker, und mir sympathisch als Ko-Autor des Buches "Fashionable Nonsense", gemeinsam mit Alan Sokal, ebenfalls Physiker, der den Philosophen, bzw. genauer: den postmodernen Dummschwätzern unter den Philosophen, im Jahre 1996 mit einem Nonsense-Papier "Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity" einen genialen Streich gespielt hatte ("Sokal-Affair").

Überbevölkerung (Carrying Capacity, Overpopulation, Tragfähigkeit der Erde): kommentierte Linksammlung

BEGRIFFE:

- "BENIGN DEMOGRAPHIC TRANSITION THEORY" nennt man anscheinend die Annahme, dass mit wachsendem Wohlstand das Wachstum der Bevölkerung zurückgeht (durch ein gütiges Wirken von Rückkopplungsmechanismen). (Interpretierend übersetzen könnte man z. B. mit: "Theorie der wohlstandsinduzierten Bevölkerungsanpassung") Mir ist nicht klar, ob damit auch ein absoluter Bevölkerungsrückgang gemeint ist; in Deutschland haben wir zwar eine solche Situation, doch sehen wir auch, wie Gesellschaft und Politik diese natürliche und sozusagen von der Natur gut gemeinte Bevölkerungsabnahme mit Brachialgewalt und Milliarden an Sterntalern wieder umzukehren versucht: andere Länder werden bzw. würden wohl nicht anders reagieren.
Aber nicht hauptsächlich mit Blick auf diese Erfahrung wurden schon lange Zweifel an dieser Theorie einer natürlichen Anpassung der Bevölkerung an die Tragfähigkeit der Erde geäußert.
Garret Hardin (s. u.) schreibt in "The Tragedy of the Unmanaged Commons: Population and the disguises of Providence" (aus "Commons Without Tragedy" -Sammelband? - 1991 herausgegeben von Robert V. Andelson) (hier zitiert nach der Wiedergabe in dem Weblog eines Bill Totten):
"If the world has limits - which is the only reasonable assumption - terrestrial population growth must eventually come to an end as the aggregate fertility rate once more becomes equal to the aggregate mortality rate. For both to be high, or both low, would equally well bring the transition to a close, but transitionists assume that both will be low: that is the reason for calling the theory they support the Benign Demographic Transition Theory. As used in argumentation the theory implied that making people rich and comfortable would remove the threat of overpopulation.
By 1969 a widely used population textbook called transition theory 'one of the best documented generalizations in the social sciences' {20}. Only a few years later the demographer Michael Teitelbaum expressed serious doubts: 'its explanatory power has come into increasing scientific doubt at the very time that it is achieving its greatest acceptance by nonscientists' {21}. In 1985 Teitelbaum and Winter spelled out a more forceful criticism: 'It is doubtful whether this theory was ever truly a theory at all (that is, a set of hypotheses with predictive force) ...' {22}.
The literature undercutting the Benign Demographic Transition theory grows ever larger
."
Ebenfalls kritisch äußern sich Leon Kolankiewicz and Roy Beck vom US-amerikanischen "Center for Immigration Studies" in ihrer Studie (2001) "Forsaking Fundamentals. The Environmental Establishment Abandons U.S. Population Stabilization":
".. frequent births, large families, and rapid population growth themselves hinder the emancipation of women toward educational and employment opportunities. By the time women have achieved a social status acceptable to their advocates, populations may well have doubled, tripled, or quadrupled. Moreover, as anthropologist Virginia Abernethy points out, higher educational attainment (to cite one favored goal) is not a guarantee of reduced fertility. "In some parts of Africa, even highly educated women who are unemployed or marginally employed continue to bear many children," she writes.77 Abernethy also marshals compelling evidence questioning the comfortable assumptions of the popular "benign demographic transition" theory that has dominated professional demography and international development assistance efforts for decades. This theory holds that birth rates will come down of their own accord as societies develop. "Development is the best contraceptive," went the mantra at the first U.N. conference on population in Bucharest in 1974. Abernethy argues that signs of opportunity or prosperity — such as better child survival, land redistribution programs, political revolutions, indiscriminate foreign aid, opportunities to emigrate, and income increases — instead of reducing fertility, actually tend to raise it. America’s own baby boom during the booming post-World War II period is one prominent example of this phenomenon."

Samstag, 8. November 2008

Finanzkrise: Linksammlung von Prognosen


Hinweis (erg. 1.1.2018):
Vorliegend geht es um Prognosen aus der Zeit der Finanzkrise für die mutmaßliche weitere wirtschaftliche Entwicklung.
Vorhersagen der Krise aus der Zeit davor (also vor 2007) habe ich in dem Blott "Die Krakenarme der Finanzkrise kriechen auf unseren Kontinent" vom 29.09.2008 ff. gesammelt.

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Die Idee kam mir bei der Lektüre des Interviews "Wirtschaftlicher Selbstmord" der Wirtschaftswoche (vom 01.11.08; Interviewpartner Matthias Kamp) mit dem "Investmentguru" Marc Faber: Prognosen (Voraussagen, Vorhersagen) über den weiteren Verlauf der aktuellen Wirtschaftskrise zu sammeln.

Freitag, 31. Oktober 2008

Es braust ein Ruf wie Donnerhall: es herbstet in Bad Reichenhall!

Hätte ich den Blog-Tittel "Der Herbst entfaltet seine Pracht, derweil es an den Börsen kracht" nicht schon früher (für einen Bild-Eintrag über 'Bad' Gersfeld) vergeben, könnte ich ihn für das nachfolgende Bilderbuch über unseren Herbsturlaub (vom 12. - 26.10.2008) verwenden.

Jedenfalls: wir hatten ein außerordentliches Glück mit dem Wetter; dafür würde ich mich auch gern bei Petrus bedanken, hätte ich nur dessen E-Mail-Adresse zur Hand.

Glück im Unglück hatten wir allerdings bei einer Busfahrt ins Salzkammergut am Mittwoch, 15.10.2008: nach 10 Minuten war die Fahrt für die 15 Reisegäste bereits zu Ende.

Ob die "Schlafende Hexe" dran schuld war?
Deren Bild sehen wir hier von Norden, eigentlich von der "verkehrten" Seite, aber auch aus dieser Richtung sind die Konturen des Hexengesichts - am linken Bildrand - erkennbar. [Deutlicher wird die Bezeichnung bei einem Blick von Süden, aus Richtung Berchtesgaden. Den haben wir zwar auch genossen, konnten aber kein Foto schießen, weil wir im Reisebus saßen. Stattdessen hier ein Link zu einem eindrucksvollen Foto des 'Gesichtes'; und auf diesem Bild erkennt der Betrachter (mit ein wenig Phantasie) auch die Brust, den Bauchnabel und die angezogenen Beine.]

Der Verlust der Mitte: Beispiel Adventskalender

Adventskalender bekommt man,
bei Aldi wie auch sonst überall, entweder spottbillig (da taugt die Schokoladenfüllung dann auch nicht viel) oder teuer (im Handel gibt es auch noch weitaus teurere als die für 4,59 €, z. B. mit Spirituosenfläschchen gefüllte).

Ich würde gern sagen wir mal 2,- € hinlegen für einen liebevoll gemachten und mit qualitativ guter Schokolade bestückten Adventskalender. So etwas gibt es aber nicht: entweder du nimmst den Schrott oder dein Portemonnaie wird zu Schrott.
Ob das ein Indiz für das häufig beklagte bzw. behauptete Verschwinden der Mittelschicht ist?
Wie auch immer: mich ärgert es.

Was man in Bad Reichenhall über den Kasinokapitalismus denkt

Subtile Kommentare zur aktuellen Finanzmarktkrise (Finanzkrise): die Alzheimer-Gesellschaft tagt im Gebäude des Reichenhaller Spielkasinos (Kurgastzentrum).

Dienstag, 28. Oktober 2008

Finanzmarktkrise, Finanzkrise? Nein: Rohstoffkrise! Notenbanken, Geldpolitik und Konjunkturpakete sind deshalb am Ende

Es liegt auf der Hand, dass das amerikanische Wirtschaftssystem 'Schuldenmajor' auf Dauer nicht funktionieren kann (vgl. dazu als zufälliges Beispiel die Beiträge (vom 02.11.07 -sehr spaßig!- und vom Sept./Okt. 2008) eines gewissen Moritz Nauer, der wiederum auf anglophonen - vermutlich amerikanischen Internettexten bzw. Internetvideos beruht). Das Spiel wäre aber vermutlich noch eine ganze Weile länger gelaufen (oder etwas weniger unsanft ausgelaufen), hätten nicht die steigenden Rohstoffpreise, an erster Stelle natürlich der Ölpreis, den (amerikanischen) Konsumenten das Geld aus der Tasche gezogen.
[Das "Levy Economics Institute of Bard College", frühere Wirkungsstätte des jetzt posthum berühmt gewordenen 'Krisenpropheten' Hyman Minsky, stellt seit Jahren eine Fülle von Veröffentlichungen in verschiedenen Kategorien - kurzgefasste Vorschläge für die Politik, allgemein verständliche Texte, wissenschaftliche Arbeiten usw. - zur Wirtschaft und Wirtschaftspolitik, speziell natürlich der USA, ins Netz, darunter auch zahlreiche über die Verschuldung des Staates und der Verbraucher. Ich habe mir das noch nicht näher angeschaut, kenne also auch die Tendenz nicht. Hier jedenfalls die Links zu einer Übersicht der verschiedenen Veröffentlichungskategorien und hier die verschiedenen Arten von Veröffentlichungen zum Thema "Monetary Policy and Financial Structure", also aktuell zur Finanzkrise und Konjunkturkrise.]

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Finanzkrise (Finanzmarktkrise): Ist BEN BERNANKE BESCHEUERT oder ist Burkhardt Brinkmann blöd?


09.10.08 ff.
[Hervorhebungen jeweils von mir]
 
Ben Bernanke, "Chairman of the Board of Governors of the Federal Reserve System" also Präsident der kurz "Fed" genannten US-amerikanischen Zentralbank (Notenbank) hat den Hubschrauber aufsteigen lassen. Das war mein spontaner Gedanke, als ich im Handelsblatt die Überschrift "Kollaps der Geld- und Kreditmärkte. US-Notenbank vergibt Kredit ohne Sicherheit" vom 07.10.08 las. Einleitung:

Samstag, 4. Oktober 2008

Natur und Finanzkrise: Der Herbst entfaltet seine Pracht, derweil es an den Börsen kracht!?



Es könnte sein, dass sich Deutschland noch lange an diesen Goldenen Oktober erinnern wird. Oder seinen Verlust betrauern.
Je nachdem, ob und wie stark die aktuelle Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft durchschlägt.

Nicht das, was ich von denen erwartet hätte: Werbung für Zeit-Literaturbeilage ein Plagiat?

Die Werbung, an Frankfurter U-Bahn-Stationen vor vielleicht einem halben oder einem Jahr massiv plakatiert, hatte mich beeindruckt. Nicht die für die "Zeit", sondern für das Jüdische Museum Berlin. Da kroch z. B. aus einem Fahrradreifen eine Korallenschlange heraus, in der stacheligen Fruchthülle einer Kastanie steckte ein Golfball und der Anschnitt einer Kokosnuss förderte die Innerei einer Apfelsine zu Tage. (Auf der Homepage des Jüdischen Museums Berlin sind einige der Poster abgebildet; bedauerlicher Weise sehr klein. Leider habe ich es auch versäumt, auf dem Weg zur Arbeit die Digitalkamera mitzunehmen, und dann an einer Haltestelle auszusteigen und die Werbeplakate zu fotografieren. Indes: für Reue ist es nun zu spät.) Die Bilder wurden jeweils von dem Slogan begleitet "Nicht das, was Sie erwarten".

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Amerikas Politiker verhätscheln die Reichen

- erzählt man uns, und will uns Glauben machen, dass das bei uns völlig anders sei.
Manchmal kommen aber beiläufig Informationen zum Vorschein, bei denen man es ganz anders liest.

So berichtet z. B. Joschka Fischer, der ja neun Monate Gastprofessor in Princeton war, in dem Zeit-Interview "Ich bin immer noch ein Linker!" (v. 14.08.08):
"Und wissen Sie, was ich außerdem festgestellt habe: Die These vom Niedrigsteuerstaat USA ist schlichter Unfug.
ZEIT: Wieso das?
Fischer: Na, ich habe mir einfach angeschaut, was ich an Steuern zu bezahlen hatte, pfff, also da muss ich sagen, in etwa wie bei uns, nur hierzulande mit wesentlich besserer sozialer Sicherung."


Noch interessanter ist eine Information, die en passant in einen FAZ-Artikel über die Finanzkrise ("Senat riskiert viel - und ändert wenig" - 01.10.08) eingeflossen ist:

Montag, 29. September 2008

Die Krakenarme der Finanzkrise kriechen auf unseren Kontinent


Die Welt hat wahrscheinlich nicht darauf gewartet - dass auch ich mich zur Finanzkrise äußere. Dies um so weniger, als ich die Vorgänge ohnehin nicht verstehe.
Aber "Blog" ist ja nicht umsonst die Abkürzung von Web-Log: ein öffentliches Logbuch der eigenen Wahrnehmungen und Gedanken.
Daher hier, mehr "pro memoriam" für mich selbst als für die Welt, einige ungeordnete Notizen zur weltweiten Krise.

Samstag, 27. September 2008

Recycling?

 
"Für Ihren Vierbeiner empfehlen wir Hundewurst": Plakat, neulich gesehen beim Metzger in Mainz.


Textstand vom 27.09.2008. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Sonntag, 21. September 2008

Ein Wochenende in Hirschhorn. Mit Thermentest Bad Wimpfen, Bad Rappenau.

Durch welchen Vergleich kann ich meinen Leserinnen und Lesern ein anschauliches Bild vom Ortskern der kleinen Stadt Bad Rappenau [hier eine mehr touristisch orientierte, sehr gelungene Beschreibung] vor Augen führen?

Sonntag, 31. August 2008

Frankfurt am Main: "Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn"

So lautet der Titel einer Ausstellung über die Deportation von Menschen mit der Bahn in Vernichtungslager, die zur Zeit (und noch bis zum 14.08.2008) im Frankfurter Hauptbahnhof läuft (Link zur entsprechenden Webseite der Deutschen Bahn siehe oben im Titel).

Freitag, 29. August 2008

... und morgen gehört uns Biblis ...: Wollen die Block-Warte des Luft-Schutzes Deutschland das Licht austreten? Dummland hätte es verdient, ich nicht!

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, damals, als ich einen Internet-Anschluss bekam und häufig auch auf Umwelt-Webseiten - denen der Besorgten wie jenen der "Skeptiker" - unterwegs war:
Dass ich eines Tages genau so erzböse schimpfen würde wie die (jedenfalls in der US-Diskussion häufig als "Rechte" bezeichneten) Füllhornisten oder Cornucopians.

Das Dumme ist, dass diejenigen, welche gegen Kohlekraftwerke demonstrieren, im Prinzip ja recht haben: diese Dinger stoßen Klimagase aus, und das kann für uns böse ausgehen.

Nur fürchte ich, dass uns diese isolierte Betrachtungsweise führt, wohin wir nicht wollen. Daher schrieb ich im "Stopp-Staudinger"-Blog (wo ich meinen Kommentar, der bei Eingabe mit "awaiting moderation" markiert war, freilich nicht finde):


Dienstag, 19. August 2008

IL FASCINO DI FISCHER und DAS GEHEUL DER LINKEN LÄMMERHERDE

Joschka Fischer hat den Zeit-Journalisten Hanns-Bruno Kammertöns und Stephan Lebert ein Interview gegeben: "Ich bin immer noch ein Linker!"

Mit Passagen von faszinierendem Mut und Realismus, und mit einem wunderbar austarierten Verhältnis von Faszination und Distanz zu den USA und zu den Amerikanern.
Auf Einzelheiten will ich hier nicht eingehen (selber lesen macht schlau!), sondern nur anmerken, wie peinlich mich die kleingeistige Kritik an Fischer berührt, wie sie in den meisten der bislang 17 Leserkommentaren in der "Zeit" zum Ausdruck kommt. Leserkommentar Nr. 18 tritt dem scharf entgegen. Der ist natürlich von Cangrande.

Cangrande kann es allerdings den 'richtigen' Linken durchaus nachfühlen, wenn sie Fischer nicht als Linken akzeptieren wollen. Nur hält er es für relativ unwichtig, wo man Joschka Fischer im ideologischen Spektrum verorten darf oder muss. Im politischen Spektrum jedenfalls gehört er zum Lager der Realisten sowie zum Lager jener, die sich mit zunehmender Selbstverständlichkeit zu ihrem Heimatland bekennen, ohne darum andere herabsetzen zu müssen. Das ist anzuerkennen.


P. S.: Mit dem vorliegenden Blott habe ich mal eine neue Funktionalität der Blog-Software von blogspot ausprobiert und den Titel direkt zum Fischer-Interview verlinkt.


Textstand vom 19.08.2008. Auf meiner Webseite
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Sonntag, 17. August 2008

JAGD AUF RÄUBER FÜHRT ZUR DEZIMIERUNG DER OPFER oder DIE BLAUWALE UND DER KRILL: DAS ANTARTKISCHE PARADOX

Zwei blinde Hühner finden manchmal auch ein Korn. Das erst blinde Huhn ist unser lokales Inseratenblatt (eins von zweien) "GT am Sonntag". Das zeichnet sich naturgemäß nicht gerade durch eine umfangreiche journalistische Berichterstattung aus. Trotzdem elektrisierte eine Überschrift das 2. Huhn, während es am Frühstückstisch ein Hühnerei verspeiste: "Jagd auf Wale beeinträchtigt Ökosystem". Volkstümlich hätte man auch anders betiteln können:

Bad Rüsselsheim: Entspannungsbrunnen an der Festung; Ehrenmänner in der Eisdiele


Rüsselsheim hat eine Festung mit unersteiglich hohen Wällen ...

Freitag, 8. August 2008

Energie-BDSM: Fritz Vorholz für Breathcontrol-Play mit der Stromleitung?


Den Zeit-Autor Fritz Vorholz habe ich als kundigen Energie-Experten schätzen gelernt und verschiedentlich aus seinen informativen Beiträgen zitiert bzw. zu diesen verlinkt (hier, da, dort und nochmal). So sagt er z. B. in seinem Beitrag "Vierter Ölschock" vom 29.05.2008: "Es ist paradox: Einerseits muss der Westen Öl sparen, um sich unabhängiger von dem Stoff zu machen und um den Klimawandel zu begrenzen. Andererseits hoffen alle, dass schnell neue Förderkapazitäten entstehen, damit der Preis sinkt" und vermutet dann sehr richtig: "Fraglich, ob das eine oder das andere gelingt." (Hervorhebung von mir) In seinem Artikel "Atomkraft, nein danke" (10.07.2008) reiht er sich mit seinen Forderungen allerdings in die Reihen jener Wunderheiler ein, die uns kurieren wollen, indem sie uns den Saft abdrehen. Man könnte das "Cellini-Therapie" nennen, nach dem Bildhauer Benvenuto Cellini. Der berichtet in seiner Autobiographie (die einst kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe übersetzt hat) von der mittelalterlichen Standard-Therapie gegen Fieber: dem Kranken nichts zu trinken geben. Cellini hat diese Behandlung überlebt, weil er vorschriftswidrig doch einen großen Krug voll Wasser getrunken hat; in Deutschland bzw. der Menschheit werden es viele nicht überleben, wenn uns erst eigene Unvernunft und später (das ist allerdings irgendwann wohl unvermeidlich) die Natur den Saft abdrehen.

Donnerstag, 31. Juli 2008

Sensationelle Exklusivmeldung: Endlich ein sicheres Endlager für radioaktives Material identifiziert!

Sie kämpfen gegen Kohlekraftwerke: wg. Klima.
Sie kämpfen gegen Kernkraftwerke: wg. Strahlung.
Doch wenn man ihnen Elektroautos zeigt, strahlen sie selbst: Die Grünen.

So jedenfalls nach dem Bericht "Neuer Liebling Elektroauto" von Marlies Uken auf ZEIT online vom 25.6.2008. Auszüge:
"Ungewöhnliche Allianz: Umweltschützer und Autokonzerne haben das Elektroauto entdeckt. Es soll nicht nur Kohlendioxid einsparen, sondern zukünftig sogar ins Stromnetz einspeisen."
"Geht es nach Hans-Josef Fell, dem energiepolitischen Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, rollen im Jahr 2020 eine Million Elektrowagen auf Deutschlands Straßen."
"Ende vergangenen Jahres warben sogar E.on und die Grünen gemeinsam für Elektroautos. ... da, wo es gemeinsame Interessen gibt, spricht nichts dagegen, auch gemeinsam zu werben."
"Martin Pehnt vom Institut für Energie und Umweltforschung in Heidelberg ... ist sich sicher, dass es einen Hype um Elektroautos geben wird. Denn sogar für Autofreaks sind sie attraktiv. 'Sie haben ein unglaubliches Drehmoment beim Anfahren.' So wird der Autonarr ... noch zum Umweltschützer."


Nicht nur der Autonarr tut was für unsere Umwelt.
Denn diejenigen Umweltschützer, welche die realen Widersprüche zwischen Gourmandise für Elektroautos und Gourmetise bei der Stromproduktion unter ein und demselben Schädeldach beherbergen können, müssen dort riesige Kavernen haben. Und Schädeldecken, die dem Beschuss durch die Wirklichkeit derart unbeirrbar trotzen, sind zweifellos auch für Nuklearstrahlung undurchdringlich: bei solchen idealen Endlagern strahlt sogar der Atommüll!


01.08.2008:
"Wir Deutschen sind großartig darin zu wissen, was wir nicht wollen. Seit Tschernobyl ist Atomkraft verpönt, obwohl sie in Sachen Kohlendioxidemissionen vorbildlich ist. Windkraft finden wir nur gut, solange die Mammutpropeller nicht vor unserer Haustür stehen oder die Hochspannungsleitungen, mit denen ihr Strom aus dem windigen Norden der Republik in den flautigen Süden transportiert wird, nicht über unseren Garten führen. Kohle halten wir für unangenehm, weil sie subventioniert wird und obendrein das Klima kippen lässt. Und Gas mögen wir nicht, weil es uns komplett von den unberechenbaren Russen abhängig macht" schrieb Andreas Theyssen in seinem Kommentar "Strom? Nein danke!" in der Financial Times Deutschland (FTD) vom 21.04.2008.


Nachtrag 09.11.08:
In Großbritannien (Wales) baut man wieder Kohle ab bzw. eröffnet neue 'Bergwerke' (in diesem Falle einen Tagebau): vgl. "The new coal age" von George Monbiot im "Guardian" vom 09.10.2008.


Nachtrag 04.01.2009
Zum aktuellen (Meinungs-)Stand um die Entwicklung der Elektroautomobile vgl. z. B. den Artikel "Das Elektroauto kommt - aber langsam. Entwicklung läuft mit Hochdruck, doch bis zur Großserie müssen noch Hürden überwunden werden" von Armin Zimny in der Stuttgarter Zeitung vom 02.01.2009.


Nachträge 01.02.2009:

Mehr über die Aussichten für Elektroantriebe im Automobilbau auch in dem Spiegel Online-Bericht "Spritpreisschock macht Elektroauto-Techniker kreativ" von Alexander Stirn vom 25.06.08. Darin und darunter auch Links zu weiteren (älteren) Artikeln.

Dass wir freilich nicht mit einem kurzfristigen Übergang zur (scheinbar) schönen Neuen Welt er Elektroautomobile rechnen dürfen, sagt uns Ulrich Bez in dem Handelsblatt-Interview von Florian Brückner (29.01.09): "Aston-Martin-Chef: Politik trägt Mitschuld an Autokrise". Auszüge (meine Hervorhebungen):
"... heute betreibt die Politik ... eine enorme Verunsicherung bei den Kunden, indem sie diese glauben lässt, dass von kommendem Jahr an alle Autos elektrifiziert sein werden. Dabei wäre es schon ein enormer Erfolg, wenn im Jahr 2020 zehn bis fünfzehn Prozent der 15 Millionen Autos in der Europäischen Union mit Elektroantrieb unterwegs sein würden. Der Verbrennungsmotor wird also auch die nächsten 20 Jahre ein ganz wesentlicher Bestandteil des Automobils bleiben. ... Ich bin überzeugt, dass in der Forderung nach allumfassender Elektrifizierung ein großer Fehler gemacht wird. Ein Kleinwagen mit Elektroantrieb etwa für die Londoner City ist bestimmt eine tolle Sache, aber ob das auch bei einer Reiselimousine oder einem Sportwagen der Fall ist, da habe ich so meine Zweifel. Nicht zu vergessen: 1914 hat Professor Porsche ein Elektroauto mit einer Reichweite von 100 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h gebaut. Heute sind wir leider immer noch nicht wesentlich weiter. Und die Probleme, die es um die hochdichten Energiespeicher gibt, müssen erst einmal bewältigt werden, wovon wir gleichfalls noch weit entfernt sind. ... sollte man die Autofahrer nicht weiter im Glauben lassen, der Strom kommt aus der Steckdose und nächstes Jahr fahren wir alle Elektroautos. [Frage: In der Wirtschaftskrise sollte also der Staat die Entwicklung dieser neuen Technologien finanzieren?] Ja, er kann sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Denn letztlich hat der Staat die gegenwärtige Misere der Automobilindustrie auch durch seine beständig überzogenen Forderungen an die Branche und die Verunsicherung der Verbraucher mit verursacht. Wir können uns Umwelttechnologien nur leisten, wenn wir auch gut verdienen – und das ist jetzt nicht der Fall."
Manche mögen diese Aussagen als Lobbyismus abtun; tatsächlich aber sind es nicht zuletzt auch viele Automobilhersteller, die uns "im Glauben lassen, der Strom kommt aus der Steckdose und nächstes Jahr fahren wir alle Elektroautos". (Freilich stehen die Hersteller unter Druck, zunächst nicht einmal so sehr dem der Politik, sondern der Öffentlichkeit; der wird von den Politikern lediglich weitergegeben - was ja auch ihre Aufgabe ist.)
Ob Bez mit dem Passus "der Strom kommt aus der Steckdose" auch die Problematik der Versorgungsseite ansprechen wollte, weiß ich nicht; anderweitige Belege dafür fehlen in diesem Interview. Ich glaube aber, dass wir heilfroh sein können und werden, wenn im Jahre 2020 "nur" 10% der Autos mit Elektromotor unterwegs sein werden. Schon das wird uns nämlich riesige Probleme bei der Elektrizitätserzeugung bringen.
Ich bin aber überzeugt, dass unsere Kurzsicht-Umweltfreunde schon eine Lösung dafür in petto haben: Autofahren ist nur noch bei Wind erlaubt. Dann generieren die Windräder ja vielleicht ausreichend Elektrizität.


Nachtrag 17.02.09
Über aktuelle Entwicklungen i. S. Elektroauto berichtet Markus Fasse im Handelsbatt von heute: "Herausforderung Elektroauto. Industrie spielt das Elektroauto durch":
"Wir gehen davon aus, dass sich eine signifikante Anzahl von Elektroautos in das bestehende Stromnetz integrieren lässt", sagt Gernot Spiegelberg, Leiter eines Forscherteams zur Elektromobilität beim Technologiekonzern Siemens. In den kommenden 12 Jahren sieht der Professor ein mögliches Potential für 4,5 Mio. Elektroautos in Deutschland. Damit würde jedes zehnte Auto hier zu Lande ohne Benzin fahren können. ... Die Einführung des Elektroautos mache besonders dann Sinn, wenn der Strom überwiegend regenerativ gewonnen werde, sagt Siemens-Vordenker Spiegelberg. Doch Windkraft oder Solarenergie stehen nur unregelmäßig zur Verfügung. ... "Alternative Energiequellen erzeugen nicht nur dann Strom, wenn wir ihn brauchen", beschreibt Spiegelberg die Herausforderung. "Deshalb ist ein Zwischenspeicher nicht nur sinnvoll sondern sogar notwendig."
Die Lösung könnte im massenhaften Einsatz des Elektroautos liegen. "Das Stromnetz und die Elektroautos müssen aufeinander abgestimmt werden", fordert Spiegelberg. "Lassen sich die Elektroautos sowohl auf- als auch entladen, dann wird das Auto zu einem mobilen Stromspeicher". ... Ausgestattet mit moderner Regeltechnik werde das Auto zu einem integralen Bestandteil des Stromnetzes, weil es je nach Tageszeit Strom ziehen oder spenden kann"
.
Aber auch hier hören wir wieder, was man in beinahe allen Artikeln zum Thema liest:
"Schwachpunkt ist derzeit noch die Batterietechnik".


Nachtrag 08.03.2009
Die Grünen wollen, wenn kann es wundern, "Elektromobilität umfassend fördern" (Pressemeldung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vom 16.02.2009).
In dem "Bericht von der grünen Konferenz zur Elektromobilität am 28. April 2008. Fahren die Autos der Zukunft elektrisch?" wird die Frage immerhin angesprochen:
"Elektromobilität nur ein neuer Hype?
In der zweiten Panel-Diskussion sah der energiepolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion Hans-Josef Fell das Fragezeichen im Veranstaltungstitel als überflüssig an. Das Auto der Zukunft fahre elektrisch und es gehe nur darum, dies durch geeignete Rahmenbedingungen staatlicherseits zu beschleunigen. Widerspruch kam von Gert Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclub Deutschland. Die Grünen sollten sich nicht verleiten lassen, nach dem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Hype und der Ernüchterung, die nach der ursprünglichen Biokraftstoff-Euphorie, mittlerweile eingesetzt hat, nun auf einen technischen Pfad zu setzen, der ökologisch auch kontraproduktiv sein kann, wenn er z. B. zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken oder den Bau neuer Kohlekraftwerke missbraucht wird. Der geladene Vertreter der Energiewirtschaft konnte darauf leider nicht antworten, da er krankheitsbedingt kurz zuvor absagen musste. Tomi Engel von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie stellte eine Studie vor, derzufolge eine Million Elektrofahrzeuge/Plug-In-Hybride nur eine Steigerung des deutschen Stromverbrauch um 2 Terrawattstunden zur Folge hätte bei einem Gesamtverbrauch von rund 600 TwH.
"
Aufhalten lässt sich aber die Gemeinde der Ökostromgläubigen von solchen Marginalien nicht, und auch nicht zu einer tieferen Debatte bewegen. In dem ansonsten sehr detaillierten Antrag "Umfassende Förderstrategie für Elektromobilität mit grünem Strom entwickeln" der Bundestagsfraktion vom 16.02.2009 an den Deutschen Bundestag spielt die Stromproduktion insoweit keine Rolle, als "der Strombedarf für Fahrstrom in den ersten Jahren sehr gering ist" (S. 8).
Und danach kommt die Energie vom Weihnachtsmann, gelle?


Nachtrag 02.04.2009:
Lektüre (nicht) für Traumtänzer: "E-Autos erwartet langes Nischendasein". Kristina Spiller berichtet in der Financial Times Deutschland (FTD) von heute über eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey:
"Die hohen Erwartungen an das Elektroauto im Kampf gegen Kohlendioxidabgase werden sich selbst in Jahrzehnten nicht erfüllen. Rein strombetriebene Pkw dürften 2030 erst drei Prozent der weltweiten Neuwagen ausmachen. .....
"Es gibt derzeit einen Hype um das Elektroauto - da wird in nächster Zeit eine Ernüchterung einkehren. .....
Das dürfte die Hoffnungen vieler Politiker dämpfen, die in den noch gar nicht marktreifen E-Autos schon die Heilsbringer für die Umwelt sehen.
"


Nachtrag 08.05.2009
Erst jetzt kommt mir der lange Zeit-Artikel "Traum auf vier Rädern" von Dietmar H. Lamparter und Fritz Vorholz, DIE ZEIT, 03.07.2008, zu Gesicht, dessen Aussage am Beginn so zusammengefasst ist:
"Eine Koalition aus Politikern, Autobauern und Stromkonzernen bauscht das Potenzial des Elektroautos maßlos auf. Tatsächlich wird es wohl ein Nischenprodukt bleiben."
Auch wenn ich den Co-Autor Fritz Vorholz schon mal verlästert habe, weil ich in Sachen Atomkraftwerke anderer Meinung bin, schätze ich ihn als kenntnisreichen und tief bohrenden Autor zu Energiefragen, der auch schein-ökologische Positionen sehr kritisch hinterfragt. Hier einige für mich zentrale Auszüge aus dem Artikel (meine Hervorhebungen):
"Viele beschwören das Stromauto, darunter solche, die gestern der Autogemeinde noch Wasserstoff und Biosprit als saubere Alternativen zum Benzin verschreiben wollten. Kaum hat sich der Sprit vom Acker als desaströse Therapie gegen die Ölabhängigkeit erwiesen, schwärmen sie ebenso unbekümmert vom Strom und nähren die Hoffnung, damit ließe sich die gewohnte individuelle Mobilität auf vier Rädern kostengünstig und umweltschonend sichern, quasi auf ewig. .......
»unsere besten Verbündeten sind die Grünen«, sagt ein Spitzenfunktionär des Verbandes der hiesigen Stromwirtschaft. .......
Kommt allerdings Atomstrom in den Elektrotank, hat der Umweltminister ein Problem. CO2-frei führe das Elektroauto zwar auch dann noch, nur eben politisch nicht korrekt – jedenfalls nicht, solange die SPD am Atomausstieg festhält. Die Sache mit dem Elektroauto sei deshalb »ein Spiel mit dem Feuer«, sagt einer von Gabriels Mitarbeitern. Doch das ist das geringste Problem, wie man erfährt, wenn man sich in der Fahrzeugindustrie genauer umhört. »Der Knackpunkt ist die Batterie« ..... .
Aber könnte nicht vielleicht der nächste Technologiesprung das Problem lösen? Der sei unwahrscheinlich, meinen Experten. Der rein batterieelektrische Betrieb habe Grenzen, sagt Herbert Kohler, Daimlers oberster Antriebsforscher. Natürlich werde es noch Optimierungen geben können, aber bei etwa 200 Kilometer Reichweite sei auf absehbare Zeit Schluss. Ein ähnlicher Sprung wie von der alten auf die neue Batterietechnik sei nach der Logik der Elektrochemie schlicht nicht mehr zu erwarten ... .
Nicht nur ein Autozulieferer, auch die Gesellschaft muss sich also überlegen, ob sie ihr Geld und ihre Energie aufwendet, um spritsparende Benziner zu entwickeln – oder um auf den Hoffnungswert E-Auto zu setzen."

Und zum Schluss ziehen die Autoren einen Vergleich mit früheren (und früher schon von mir karikierten) Hoffnungen auf Biosprit:
"Der Biosprit-Hype war noch kürzer. Im Januar 2005 kündigte George W. Bush bei seiner Rede an die Nation an, den Benzinverbrauch bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent verringern zu wollen, hauptsächlich durch Beimischung von Biokraftstoff. Tatsächlich ersetzen Bioethanol und Biodiesel in Nordamerika und Europa mittlerweile rund eine Million Fass Erdöl pro Tag. Doch als Folge sind die Getreidepreise explodiert, Hungeraufstände der Armen machen Schlagzeilen, und eine weltweite Allianz gegen den Sprit vom Acker ist aktiv. Die Euphorie hat sich vollständig verflüchtigt."


Nachtrag 30.07.09
Dass ein Shell-Mitarbeiter Interview Elektroautos keine große Zukunft vorhersagt, kann von der Interessenlage her nicht überraschen. Nur muss seine Prognose nicht schon deswegen falsch sein, weil es den Konzerninteressen entspricht. Also einfach selber lesen: "Shell-Experte: Elektroauto ist ein Hype", ein Handelsblatt-Interview vom 30.07.09 von Florian Brückner mit Wolfgang Warnecke:
"Warnecke ist Leiter der weltweiten Kraftstoffentwicklung von Shell. Im Interview mit Handelsblatt.com erklärt Warnecke, warum das Elektroauto aus Sicht von Europas größtem Ölkonzern ein kurzfristiger Hype ist, wie Shell darauf reagieren will und wieso Biosprit noch ein großes Comeback erleben wird."


Nachtrag 25.08.2009
Der KKW-Gegner Sigmar Gabriel, derzeit (aber wohl nicht mehr lange) noch Bundesumweltminister, setzt, wie bei einem Mann von seinem Grad an Intelligenz und/oder an intellektueller Redlichkeit nicht anders zu erwarten, voll auf Elektroautos. Unter der Überschrift "Nationaler Aktionsplan. Kaufanreize für Elektroautos" berichtet die ZEIT ONLINE am 19.8.2009:
"Wer sich ein Elektroauto kauft, kann ab 2012 mit staatlicher Unterstützung rechnen. Bis 2020 soll auch ein Netz von Stromtankstellen entstehen. .....
Die Branche der Erneuerbaren Energien hofft derweil, dass vor allem die Abnahme von Ökostrom gefördert wird.
Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wirbt für das Sparpotenzial von Elektroautos. Die Spritpreise würden sich für die Verbraucher mehr als halbieren, sagte der SPD-Politiker. Sicherheitsfragen seien noch zu klären. Laut Gabriel ist es das Ziel, Elektroautos mit erneuerbaren Energien zu koppeln, und die Schwankungen der erneuerbaren Energien im Netz durch die Batterien und Speicher zu lösen.
"
Traumtänzer! Aber anscheinend bietet er dem Narrenvolk genau diejenige Vorstellung, die es haben will.
Die Menschen sind nicht selten selber daran Schuld, wenn sie von Politikern getäuscht werden.


Nachträge 03.09.2009
FTD-"Dossier" von Nora Schlüter vom 31.08.2009: "Exportbeschränkung: Rohstoffmangel bedroht Hybridautos" (meine Hervorhebungen):
"Der Siegeszug umweltfreundlicher Technologien könnte in den nächsten Jahren durch Engpässe in der Rohstoffversorgung gebremst werden. Gefährdet ist der Nachschub an sogenannten seltenen Erden, einer Klasse von Metallen, die unter anderem zum Bau von Windkraftanlagen und Hybridautos benötigt wird.
Besonders die Elemente Lanthan und Neodym spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung leistungsfähiger Magnete und Batterien für Windturbinen und Elektromotoren.
Nun plant Marktführer China, den Export dieser Rohstoffe stark zu beschränken. Stattdessen will die chinesische Regierung die Vorkommen für den Eigenbedarf nutzen. Damit droht Peking, nicht-chinesischen Produzenten von Industriegütern wie zum Beispiel Autokonzernen, Handyherstellern und Kraftwerksausrüstern von der Versorgung mit wichtigen Grundstoffen abzuschneiden. Dies könnte die Wettbewerbsbedingungen zu Gunsten heimischer Firmen verschieben.Für die Metalle Yttrium, Thulium und Terbium soll gar ein vollständiges Exportverbot gelten. Für andere seltene Erden wie Neodym, Lan-than, Zer und das in Lasern eingesetzte Europium ist eine Gesamtexportquote von 35.000 Tonnen pro Jahr geplant. ... usw.
"
Viel Spaß unseren elektrisierten Automobilträumern! (Und den Windkraft-Freaks natürlich ebenfalls!)
Ergänzung 6.9.09: Vgl. in diesem Zusammenhang auch den Handelsblatt-Artikel "Rohstoffe. Harter Kampf um Titan" von Markus Fasse und Regine Palm vom 08.05.09 (in dem es um Seltenmetalle überhaupt geht, nicht nur um Titan):
"Seltene Erze und Metalle werden knapp. Hersteller von Solaranlagen, Elektroautos oder Halbleiterproduzenten brauchen immer mehr der wertvollen Rohstoffe. Längst ist ein harter Verteilungskampf entbrannt. Die deutsche Industrie reagiert noch zu langsam."
Ergänzung 09.09.09: Zur chinesischen Rohstoffpolitik vergleiche auch den Bloomberg-Bericht "China Considers Rare-Earth Reserve in Inner Mongolia" vom 02.09.2009 über Produktionseinschränkungen und Exportbeschränkungen für seltene Erde (Minerale, Metalle):
"China, holder of the world’s largest rare-earths deposits, may build a strategic reserve in Inner Mongolia, strengthening its control over materials used in technology ranging from iPods to guided missiles."


So, und jetzt drehen wir der Ressourcenverknappung den Rücken zu und kurbeln unsere Konjunktur wieder kräftig an! Wie? Ganz einfach kräftig Geld ausgeben:
"McKinsey-Studie: Elektroautos bescheren Herstellern Kostenlawine" berichtete die Financial Times Deutschland ebenfalls am 31.08.09 (meine Hervorhebungen):
"Dass die Einführung von Elektroautos nicht billig wird, dürfte bekannt sein. Eine Studie rechnet jetzt genau vor, welche Kosten auf die Hersteller zukommen - und die Verbraucher.
Auf die deutschen Autohersteller und Verbraucher rollt wegen der Klimaschutzziele der EU einer Studie zufolge in den kommenden Jahren eine Kostenlawine zu. Vor allem die Entwicklung und Produktion sparsamerer Verbrennungsmotoren sowie elektrischer Antriebe dürften bis 2020 rund 114 Mrd. Euro verschlingen, heißt es in einer am Montag vorgestellten Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Pro Fahrzeug entspräche dies Mehrkosten von bis zu 1900 Euro.
"

Klar, dass bei solchen Kosten der Steuerzahler gefragt ist. Den will die Christenunion rupfen (denn natürlich haben auch die, dem Gesetz von gesellschaftlicher Nachfrage und parteipolitischem Angebot entsprechend, ihr Herz für den Elektroauto-Hype entdeckt):
"Elektromobilität: Union geht vor Wahl auf Öko-Trip" berichteten Claudia Kade und Andreas Theyssen bereits am 27.08.09 in der FTD (meine Hervorhebungen):
"Die Union will im Fall eines Wahlsiegs die staatliche Förderung von Elektroautos verdreifachen. Der CDU/CSU Fraktionschef Volker Kauder verspricht 1 Mrd. Euro mehr an Fördergeldern.
"Der Staat muss mit Investitionen in Forschung und Entwicklung helfen, damit die Elektromobilität vorankommt", sagte CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder im FTD-Interview. Dabei gehe es vor allem um die Batterietechnologie, die bislang im Rahmen der Konjunkturpakete mit 500 Mio. Euro staatlich unterstützt wird. "Ich kann mir vorstellen, dass eine neue Bundesregierung dafür noch mal etwa 1 Mrd. Euro zur Verfügung stellt, um die Batterietechnologie voranzubringen"."
Immerhin: ganz so schlimme Steuerverschwender wie der rote Erzbengel Gabriel sind die Schwarzen doch nicht:
"Kauder schloss aber direkte Verkaufshilfen aus - etwa einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro pro Elektroauto, wie sie Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagen hatte. "Das Elektroauto muss sich schon allein am Markt durchsetzen", sagte der CDU-Politiker."


Nachtrag 23.02.2010:
Auf SpiegelOnline berichtete Joachim Hoelzgen am 18.09.2009 über "Rares Element. Lithium-Mangel bedroht die Auto-Revolution":
"Autobauer beschwören den Elektroantrieb als Technik der Zukunft. Doch ebenso wie Regierungen und Rohstoffkonzerne übersehen die Hersteller ein Problem: Es gibt auf der Erde zu wenig Lithium, um die geplanten Flotten von Hybrid- und Elektroautos anzutreiben."


Nachtrag 27.02.2010
In der (linken) Wiener Zeitschrift Streifzüge, Ausgabe 46/2009 (01.07.2009) Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Energiewende zwischen infantilen Phantasien und Ernüchterung" stampft ein Bruno Kern (ansonsten auch auf der Webseite "Ökosozialismus.net" aktiv) die Träume von Elektroautos und (mehr oder weniger) unbegrenzter Verfügbarkeit von alternativen Energien mit ziemlichem Schwung als Makulatur ein.


Nachtrag 06.03.2012
Vgl. zu den (nicht besonders guten) Erfolgschancen von Elektroautos auch den heutigen Artikel "Zweifel am E-Auto. Der Kater nach dem Elektrorausch" in der Financial Times Deutschland (FTD).





Textstand vom 06.03.2012. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Montag, 28. Juli 2008

Energiedebatte: Wie wär's mal mit Realismus – nur so zur Abwechslung?

Nachfolgend mein (leicht korrigierter bzw. verbesserter) Beitrag von heute zur Debatte "Brauchen wir Atomkraft" in der "Zeit":

46. Wie wär's mal mit Realismus - zur Abwechslung?

Der Kernkraftgegner "debrasseur" hat in seinem Beitrag Nr.  16 den wertvollsten Satz im ganzen Forum formuliert:

"Wer Schäden durch nukleare Lagerung immer noch klein redet, obwohl darauf hingewiesen wurde, handelt mit sträflichem Leichtsinn und setzt mit seiner Handlungsweise Generationen aufs Spiel."

Um daraus freilich energetische Vollwertkost zu machen, müssen wir eine kurze Chromosomensequenz dieses Mentalitäts-Mems reparieren:

"Wer Schäden durch Energiemangel immer noch klein redet (oder gar nicht erst bedenkt), obwohl darauf hingewiesen wurde, handelt mit sträflichem Leichtsinn und setzt mit seiner Handlungsweise Generationen aufs Spiel."

Die Energie- und Klimadebatte ist (keineswegs nur in Deutschland, aber möglicherweise hier noch ein wenig mehr als anderswo)

- die Ballettbühne der Traumtänzer ("Wir müssten ja nur etwas weniger / mehr …"),

- das Varieté der Zauberkünstler ("Regenerative Energien haben ein riesiges Potential", "Hätte man nur mehr Geld in die Erforschung von xxx gesteckt, wären unsere Energieprobleme längst gelöst", "Wir stehen kurz vor dem Durchbruch zu …", "Energiesparen ist überhaupt kein Problem, wir müssen nur wollen" usw.) und

- die Suppenküche der Arkan-Adepten aller möglichen Politikbereiche (Bevölkerungspolitik –Kindergeld-, Entwicklungspolitik –Hungerhilfe oder der Glaube, eine "gerechtere" Verteilung würde der Umwelt helfen, Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik –Milliardenersparnisse durch Verlängerung der KKW-Laufzeiten sind bloß Peanuts- usw.)

Wozu sich vor "Peak Oil" fürchten? Der ist doch sowieso schon seit ca. 30 Jahren überschritten - pro Kopf der Weltbevölkerung (Grafik hier bei Al Bartlett am Schluss: http://fire.pppl.gov/energy_population_pt_0704.pdf). Wir sind noch lange nicht verelendet, aber vielleicht geht es uns (der Masse) ja deswegen schon seit einigen Jahren wirtschaftlich schlechter? Im übrigen halluzinieren wir kurzerhand eine abiotische Erdölentstehung - und schon haben wir die Kavernen wieder voll. Im Gehirn.

Oder lassen uns von der Politik zwingen, die Vergasung von Nahrungsmitteln zwecks Stromgewinnung zu subventionieren (Biogas).

Oder verspritten die Maiskörner: Hungertote statt Tortillas.

Die Grünen sind äußerst lecksch, wenn es um die Stromgewinnung geht; aber nach Elektroautos lecken sie sich die Finger ("Neuer Liebling Elektroauto" von Marlies Uken, ZEIT online 25.6.2008). (Vgl. auch meinen Blott "Sensationelle Exklusivmeldung: Endlich ein sicheres Endlager für radioaktives Material identifiziert!").

Oder bauen Windräder - aber wehe, wehe es will jemand diese Dinger vor Ihre Haustür stellen - oder ins Watt.

Sonnenenergie, jawoll, das isses: eben mal die Sahara abdecken, und schon fließt der Strom - in Meerentsalzungsanlagen vielleicht, mit welchen dann der Homo Sahariensis seine Wüsten begärtnert und sich dabei prächtig vermehrt (wie übrigens auch die Saudis, die immer mehr von ihrem Stöffche selbst verbrauchen).

CO²? Ist doch gar kein Problem: wir sparen einfach weltweit eben mal eine Menge an Strom bzw. an Energie ein, die der Produktion von Tausenden von Kraftwerken entspricht (http://beltwild.blogspot.com/2008/07/ber-die-multistabile-wahrnehmung.html).

Und während Dummland, Dummland über alles wie bekloppt Ökostrom kauft ("Illusion Ökostrom"), fördert terreur des hommes - oder heißen die terre des hommes? - die Entwicklungsländer, indem man gegen Staudämme kämpft (http://beltwild.blogspot.com/2007/06/terreur-des-sommes.html).

Falls jemand aus dieser Generation Schlaraffien sich überhaupt noch dafür interessiert, was Energie ist, woher sie kommen kann und wozu wir sie brauchen: lesen Sie die Rede "Energy Resources and Our Future" des US-Admirals Hyman Rickover ("Vater der amerikanischen Nuklearmarine").  Die hat er gerade gestern gehalten. Oder ist, historisch betrachtet, das Jahr 1957 etwa nicht "gestern"? Auf Englisch erstmals im Energy Bulletin(http://www.energybulletin.net/node/23151) veröffentlicht; bei dem Oil Drum ausführlich kommentiert (http://www.theoildrum.com/node/2724) und sogar auf der Webseite des US-Kongressabgeordneten Roscoe Bartlett (Republikaner übrigens!) eingestellt (http://bartlett.house.gov/UploadedFiles/DoDRickover1957SpeechAcknowledgement.pdf).

Deutsche Übersetzung? Doch, gibt es mittlerweile auch: bei mir (http://beltwild.blogspot.com/2008/07/salut-fr-den-atom-admiral-hyman.html).

Fazit: Die Epoche der Energie-Kulinarier ist abgelaufen Freunde; jetzt müssen wir sehen, wo wir überhaupt noch was zu fressen finden. Und das müssen wir schon heute auf den Herd setzen: sonst ist morgen ganz was anderes am Dampfen!

Ich meinerseits verabschiede mich dennoch vorübergehend aus der Energiedebatte. Muss mal die zahlreichen Zeit-Artikel über Alzheimer und Demenz lesen ("Wenn das Hirn aussetzt" - http://www.zeit.de/online/2008/29/alzheimer usw.).  Oder meinen Sie es reicht, wenn ich die Energiedebatte analysiere?

  
 

CANABBAIA http://beltwild.blogspot.... Interessen erhellen - sich Widersprüchen stellen

   
 

Nachtrag 16.08.08:

Zum Realismus ermahnt auf eindrucksvolle Weise der amerikanische Energieforscher VACLAV SMIL in einem Vortrag "ENERGY AT THE CROSSROADS" ("Background notes for a presentation at the Global Science Forum Conference on Scientific Challenges for Energy Research, Paris, May 17-18, 2006"). Smil ist skeptisch gegenüber den Zukunftsverheißungen der Propagandisten erneuerbarer Energien. Der Übergang von den fossilen Brennstoffen wird nach seiner Meinung lange dauern und nicht einfach sein. Allerdings hält er auch nichts von der Kernkraftnutzung. Vorsichtigen Optimismus äußert er allein über die Nutzung von Sonnenenergie.

Insgesamt aber meint er, dass wir Energie sparen sollen: "… Innovations and technical fixes cannot provide a lasting resolution. History shows that energy demand keeps growing even in the most energy-saturated affluent societies: encouraging worldwide diffusion of this trend (new China, and then India, aspiring to replicate the US) and trying to fill the supply through scientific and engineering ingenuity is not a formula compatible with maintaining a viable biosphere. Obviously, poor countries need more energy; but the rich ones should, sooner, rather than later, think about engineering rational reductions in energy use. All economies are just subsystems of the biosphere and the first law of ecology is that no trees grow to heaven. If we are not going to engineer thoughtful, gradual reductions, we run a considerable risk that the biosphere may do the scaling-down for us in a much less desirable (if not catastrophic) manner." Der von mir hervorgehobene Satz überrascht mich allerdings bei einem Smil: hier präsentiert jemand eine Papierlösung, der sich äußerst skeptisch über Papierlösungen äußert. "Papierlösung" aus mehreren Gründen. Zum einen bin ich skeptisch, ob wir überhaupt zu einem freiwilligen Energiesparen in der Lage sind (vgl. die Überlegungen am Ende meines Blotts "Energie-BDSM: Fritz Vorholz für Breathcontrol-Play mit der Stromleitung?"). Sodann nützt es in der Gesamtbilanz überhaupt nichts, wenn die Menschen-Minderheit in den "reichen" Ländern z. B. die für sie gewaltige Menge von 50% an Energie spart, während die große Menschen-Mehrheit in den armen Ländern ihren Energieverbrauch um z. B. 100% (und das ist angesichts der Differenz im Energieverbrauch wenig!) steigern "darf" oder "muss": unter dem Strich käme eine gewaltige Steigerung heraus. Und schließlich hätte eine solche gegenläufige Entwicklung auch für uns fatale psychologisch-politische Folgen. Selbst wenn wir immer noch weitaus mehr Energie verbrauchen sollten als die "Armen", stünden wir in der Sicht der Welt und unserer eigenen Sicht auf einem absteigenden Ast, während die anderen sich selbst als die Aufsteiger betrachten würden. Von diesen Überlegungen ganz abgesehen, würde eine solche Entwicklung einen "Masterplan" für die ganze Welt erfordern – und darüber würde, wenn es konkretisiert würde, gerade Vaclav Smil nur Hohn und Spott ausgießen.

Überhaupt kann er ganz schön heftig werden, wenn es nämlich um die Energiegewinnung aus Pflanzen (Bioenergie) geht. Beinahe so drastisch wie ich (in meinem Blott "Werden wir in Deutschland nur von Idioten regiert - oder von Verbrechern?") schimpft er: "Claims that … biomass could provide 50% of the world's TPES by 2050 or that 1-2 Gt of crop residues can be burned every year … would put the human appropriation of phytomass close to or above 50% of terrestrial photosynthesis. This would further reduce phytomass available for microbes and wild heterotrophs, eliminate or irreparably weaken many ecosystemic services and reduce the recycling of organic matter in agriculture: only an utterly biologically illiterate mind could recommend such an action." (Hervorhebung von mir).


 

Ein Optimist bezüglich der Sonnenenergie ist Prof. Dr. Volker Quaschning. Selbst wenn ich auch ihm gegenüber skeptisch bleibe, betreibt er jedenfalls eine sympathische und sehr informative Webseite, wo Interessierte zahlreiche Daten zur Energiefrage (bzw. Links zu Datenquellen), insbesondere für regenerative Energien und speziell natürlich zur Solar-Energien finden können..


Nachtrag 31.01.09:
Realist - in meinem Sinne - ist (inzwischen) auch James Lovelock. Der empfiehlt in einem Interview des "Guardian" vom 1.3.08: "Enjoy life while you can" - genießt das Leben; einige Jahre wird es noch ganz anständig sein, danach kommt, ohne dass wir daran etwas ändern könnten, die Katastrophe;


 

   
 

Textstand vom 31.01.2009. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm. Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Sonntag, 27. Juli 2008

Salut für den Atom-Admiral! Hyman Rickovers visionäre Energie-Rede von 1957 hier auf Deutsch

  Leichter, aber doch zeitraubender als gedacht war die Übersetzung der nachfolgenden Rede mit dem Originaltitel "Energy Resources and Our Future", welche der US-Viersterne-Admiral Hyman Rickover (1900 – 1986), der "Vater der Nuklearmarine" (Wikipedia dt.) bzw. "Father of the Nuclear Navy" (Wikipedia engl.) am 14.05.1957 auf der "Annual Scientific Assembly of the Minnesota State Medical Association", also vor einem Medizinerkongress, in St. Paul, Minnesota gehalten hat.  

Über die multistabile Wahrnehmung klimaschützender Kernkraftgegner

Manche Texte enthüllen, wenn man sie wie ein Vexierbild liest, mehr Wahrheiten, als ihren Verfassern lieb sein dürfte.

In dem Bericht "Nuklearer Wunderglaube" bei n24 wird Klaus Töpfer u. a. mit folgendem Satz zitiert:
"Um überhaupt etwas für den Klimaschutz zu erreichen, müssten weltweit schon Tausende Kernkraftwerke zusätzlich gebaut werden. Das ist nicht realistisch ...".
Das Problem liegt nicht darin, dass dieser Satz falsch wäre, sondern dass eine solche (zweifellos nicht nur von Töpfer vertretene) Meinung leider absolut zutrifft. Das aber erlaubt es uns (bzw., wenn wir uns intellektueller Redlichkeit und umweltpolitischem Realismus verpflichtet fühlen: zwingt uns), Töpfers rhetorische Kippfigur umzudrehen. Wir erhalten dadurch die folgende Botschaft:
"Um überhaupt etwas für den Klimaschutz zu erreichen, müssten wir weltweit eine Menge an Strom bzw. an Energie einsparen, welche der Produktion von Tausenden von Kraftwerken entspricht."

Dazu sage ich nur: Die Umweltdebatte ist die Varietébühne der Zauberkünstler!
Und welche Schlussfolgerungen ziehe ich daraus? Muss ich mir am Ende etwa eingestehen, dass z. B. George W. Bush (in diesem Punkt) gar nicht so böse ist wie gedacht - sondern nur nicht so blöd wie wir Europäer?


Nachtrag 01.08.08:
Dass das Klima sowieso nicht mehr zu retten ist, bestätigt auch Claudia Kempfert, Abteilungsleiterin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung - DIW - und Professorin für Umweltökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. In dem Bericht "Claudia Kemfert berechnet die Zukunft unseres Klimas" auf 3sat.online (22.03.2007) wird sie wie folgt zitiert:
"Der Klimawandel ist höchstens noch abzumildern. In Deutschland werde er riesige Kosten verursachen. Bei einem Anstieg der globalen Oberflächentemperatur bis 2100 um 4,5 Grad Celsius über den Stand vor Beginn der Industrialisierung entstünden in Deutschland bis 2050 Kosten von 800 Milliarden Euro, erläuterte die Umweltexpertin.
Es sei davon auszugehen, dass die globale Erderwärmung über die kritische Grenze von 2 Grad hinausgehe und sich extreme Wetter-Lagen mit Wirbelstürmen, Überschwemmungen und Dürreperioden verstärkten, sagte Kemfert zur Basis der DIW-Kostenberechnungen.
Von einer Erderwärmung von 2 Grad, wie sie die Wissenschaft bis 2100 allgemein als Obergrenze zur Beherrschung des Klimawandels ansehe, sei kaum noch auszugehen ... . Auch die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels zur Senkung des CO2-Ausstoßes um 20 Prozent bis 2020 sowie zum Ausbau Erneuerbarer Energien und zur Energie-Effizienz um je 20 Prozent 'werden den Klimawandel nicht aufhalten'. ... Da China und Indien ihr Wachstum verstärken wollten, sei die Klima- Stabilisierung nur schwer zu erreichen. 'Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass der Klimawandel sich eher beschleunigt'.
"
(Freilich frönt Frau Professor Kemfert auf anderem Gebiet ihrer eigenen Variante des Optimismus: "Eins meiner Forschungsergebnisse belegt, dass die fossile Ressource Öl nur noch 15 Jahre zur Verfügung stehen wird, um die gesamte Energienachfrage der Welt zu decken", heißt es kess am Anfang des Textes. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Menschheit noch bis nach 2020 Erdöl in ausreichender Menge haben wird (ich gehe vom Eintreten einer ernsthaften Ölverknappung bereits nach 2010 aus, aber auch ich kann mich irren - und wäre sogar froh darüber). "Belegt" im Sinne von wissenschaftlich nachgewiesen ist jedenfalls eine ausreichende Ölversorgung bis nach 2020 nicht; allenfalls mag das die von ihr aus den ihr verfügbaren bzw. von ihr verwerteten Daten gewonnene Überzeugung sein.)




Textstand vom 01.08.2008. Auf meiner Webseite
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Sonntag, 20. Juli 2008

Der Alptraum des Füllhornisten [A cornucopian’s nightmare]


 

Die Ölpreise beginnen zu sinken (s. z. B. auch Bericht bei der Welt Online, im Handelsblatt, im Manager-Magazin usw.); da werden die Füllhornisten (cornucopians) wieder Auftrieb bekommen. Eines Tages werden sie dennoch von der Flut der Ressourcenebbe unsanft aufgeweckt.


 

Haben Sie schon einmal am Meer gesessen und die Wellen beobachtet? Nicht die großen geräuschvollen Brecher, sondern jene kleinen Wasserzungen, die sich langsam den Strand hochlecken oder von ihm zurückweichen? Mal schiebt sich die Wassergrenze etwas weiter vor, dann wieder weicht sie zurück. Sie können vielleicht 10 Minuten zuschauen ohne Gewissheit zu haben, ob gerade Ebbe oder Flut herrscht. Irgendwann schlafen Sie ein und beginnen zu träumen. Eine feuchte Hundeschnauze berührt Ihre Fußsohle, dann den Hintern. Wenn die Hundezunge ihre Wange leckt, werden Sie wach: Die Flut der Ressourcenebbe hat Sie in den Ozean gespült.


 


 

Textstand vom 10.05.2008. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm. Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Freitag, 18. Juli 2008

Ich würde ja gern - aber ich darf nicht: bei den Sozis unterschreiben

Über das Portal "Energie-Fakten" (dieses ist, ich sag es lieber gleich, kernenergiefreundlich*) gelangte ich zur Webseite "europa-und-energie". Hier fordert eine kleine radikale Minderheit (bislang nur 25 Unterschriften seit November 2005) von SPD-Mitgliedern ihre Partei in Sachen Energiepolitik auf: "Realitäten annehmen ... ehrliche Fragen stellen!"

Das wäre schön, wenn sich nicht nur die SPD, sondern auch die deutschen Bürger entschließen könnten, den Fakten ins Auge zu sehen! Denn bislang ist, wie ich in zwei Kommentaren zu einem Handelsblatt-Blog von Bernd Ziesemer formuliert habe, die Energiedebatte noch immer weitestgehend die Ballettbühne der Traumtänzer.

Wenn ich schon nicht unterschreiben darf (da kein SPD-Mitglied), will ich doch wenigstens die energetische Rationalität verbreiten helfen und ausnahmsweise mal einen vollständigen Text einfach abkupfern:



"Präambel

Das vorliegende Dokument ist ein Diskussionspapier, mit dem ein Beitrag zur Debatte über eine zukunftsfähige Energiepolitik in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands geleistet werden soll. Das Papier geht aus einem Kreis deutscher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hervor, die sich in regelmäßigen Abständen in Brüssel getroffen haben, um offen, kontrovers und strategisch über Energiepolitik zu reden. Das Diskussionspapier ist nicht abschließend, sondern soll eine breitere und offenere Diskussion in der Partei initiieren, die wir für dringend erforderlich halten. Es sind daher auch nicht alle Unterzeichnerinnen und Unterzeichner mit jedem der einzelnen Punkte einverstanden. Insbesondere die Nutzung der Kernenergie ist auch in diesem Kreis umstritten. Aber wir halten jeden der einzelnen Punkte für diskussionsbedürftig.

Realitäten annehmen ...

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die wir die folgende Erklärung unterzeichnet haben, beobachten in der Energiepolitik zunehmend, dass die Wirklichkeit unseren Vorstellungen davon läuft. Tatsachen werden nicht zur Kenntnis genommen, wenn sie nicht ins vorgefasste Konzept passen. Doch die Antwort „Umso schlimmer für die Wirklichkeit“ befriedigt uns nicht. Denn am Ende bezahlen wir dafür einen hohen Preis. Die fast tägliche Erfahrung mit dem Widerspruch von Sein und Sollen veranlasst uns, die wir als deutsche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten seit Jahren vor allem die energiepolitischen Geschehnisse auf der europäischen Bühne verfolgen, zu einer kritischen Stellungnahme. Wir sind der Meinung, dass der Zeitpunkt für eine nüchterne Bestandsaufnahme gekommen ist. Energiepolitik als „Wille und Vorstellung“ hat sich spätestens seit der Öffnung der europäischen Energiemärkte für den Wettbewerb überlebt. Wir stehen vor geradezu gigantischen Herausforderungen in der Energiepolitik.

1. Der europäische Binnenmarkt für Energie wird Realität. Er verändert nachhaltig die Struktur der europäischen Energiewirtschaft. Versorgungssicherheit ist jetzt nicht mehr nur eine nationale, sondern zunehmend eine europäische, wenn nicht globale Aufgabe, die maßgeblich von den Regeln des Wettbewerbs bestimmt wird. Und dieser Wettbewerb findet über den Preis statt. Doch immer noch wird häufig so getan, als spielten Energiekosten keine Rolle.

2. Aus nationalen Monopolunternehmen wurden oder werden Wettbewerber von europäischem Zuschnitt. Doch europäische Unternehmenskulturen wachsen viel zu langsam. Auch sind dem Wettbewerb häufig noch straffe Zügel angelegt. Neue Unternehmen haben es am Markt schwer.

3. Den Beschäftigten in den europäischen Unternehmen bürdet dieser Wandel besondere Lasten auf. Die Arbeitswelten verändern sich rasch und soziale Errungenschaften geraten in Gefahr.

4. Der europäische Kraftwerkspark veraltet zunehmend und muss in den kommenden Jahrzehnten von Grund auf erneuert werden. Bis zum Jahre 2030 handelt es sich um ein Auftragsvolumen von 200 – 300 Mrd. Euro. Doch gibt es begründete Zweifel daran, dass wir über ausreichende Produktionskapazitäten und Fachkräfte verfügen. Wir riskieren, dass die Erneuerung des europäischen Kraftwerksparks ein gewaltiges Arbeitsbeschaffungsprogramm für außereuropäische Firmen wird.

5. Wir erkennen an, dass der Klimawandel zum größten Teil von den Menschen verursacht wird, bleiben in Wirklichkeit aber hinter den selbst gesteckten klimapolitischen Zielen zurück. Wir bekennen uns zurecht zum CO-Emissionshandel, von dem wir uns eine Kostenminderung der klimapolitischen Maßnahmen versprechen, vergessen aber häufig, dass es letztlich technische und Verhaltensmaßnahmen sind, die zu einer geringeren Emission von Treibhausgasen führen.

6. Weltweit wächst die Nachfrage nach jeglicher Form von Energie. Bis 2030 wird ein Anstieg des globalen Energieverbrauchs um 60% vermutet. Bis 2050 soll sich der Energieverbrauch sogar verdoppeln, was angesichts des enormen Nachholbedarfs der Schwellen- und Entwicklungsländer keine Überraschung ist. Selbst in Europa dürfte der Verbrauch zunehmen, was in dem Maße auf eine zunehmende Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten hinausläuft wie sich die Vorräte in der Nordsee erschöpfen. Im Jahre 2030 wird die EU vermutlich 90% ihres Erdölverbrauchs und 80% ihres Erdgasverbrauchs durch Einfuhren decken müssen. Europa wird damit völlig von den volatilen Öl- und Gaspreisen auf dem Weltmarkt abhängig. Doch diese Risiken für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze werden unterschätzt. Werden sie dennoch gesehen, mangelt es an einer proaktiven Politik.

7. Wir beobachten keine globale „Verzichtsmoral“ beim Umgang mit Energie und Rohstoffen. Der unterschiedliche Pro-Kopf-Energieverbrauch in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern ergibt sich einzig und allein aus der Kaufkraft. Wer mehr Geld hat, verbraucht in aller Regel mehr Energie. Auch haben reiche und große Länder leichteren Zugang zu den strategisch relevanten Energieressourcen.

8. Es bestehen Möglichkeiten, mit Energie und Rohstoffen intelligenter umzugehen, doch werden sie nur zögernd genutzt. Meist mangelt es an Bedingungen finanzieller Art, um Verbraucher zu veranlassen, in energiesparende Maßnahmen zu investieren. So verspielen wir die Möglichkeit, auf der Nachfrageseite mit bereits heute vorhandenen Technologien bis zu 30% des Energieverbrauchs ohne Einbuße an Lebensqualität zu sparen.

9. Energiepolitik ist Standortpolitik. Es bringt keinen Gewinn an Nachhaltigkeit, wenn wir energieintensive Unternehmen durch hohe Energiepreise außer Landes treiben. Auch müssen staatliche Aufpreise auf den Strompreis berücksichtigen, dass wir im europäischen Markt über den Preis im Wettbewerb stehen.

10. Viel zu lange war Energiepolitik von den Themen früherer Jahrzehnte beherrscht, so als ob wir die Freiheit hätten, zwischen den erneuerbaren Energiequellen und der Kernenergie wählen zu können.

... ehrliche Fragen stellen

Weil die Energiepolitik den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht wird, erscheinen uns Korrekturen unerlässlich.

11. Die nationale muss sich als Teil der europäischen Energiepolitik verstehen lernen. „Brüssel“ ist nicht das Problem, sondern die Antwort. Europäische Richtlinien müssen deshalb nicht nur umgesetzt werden, sie erfordern auch eine aktive Begleitung und Gestaltung von Anfang an.

12. Die Probleme erfordern strategische Lösungen, nicht Entscheidungen von „Fall zu Fall“. An neue Möglichkeiten müssen wir vorurteilslos, offen und mit Weitsicht herangehen. Die Energieforschung im engeren Sinne, aber vor allem die Grundlagenforschung verdient mehr Beachtung. Staat und Industrie müssen mehr Geld für die Forschung bereitstellen. Dabei darf es keine Tabus geben.

13. Um unsere ehrgeizigen klimapolitischen Ziele in Europa in den nächsten Jahrzehnten zu erreichen, müssen wir mit Energie intelligenter umgehen: CO-freie Kohlekraftwerke, sichere Kernenergie und erneuerbare Energien sowie Maßnahmen zum effizienteren Umgang mit Energie müssen gleichermaßen entwickelt werden. Nur so lassen sich Wettbewerb, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit optimal verbinden. Wer diese Zusammenhänge verneint, verkennt die ökologischen und ökonomischen Realitäten.

14. Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen und europäischen Energiemix muss vergrößert werden. Dabei ist uns bewusst, dass es nicht nur um Klimaschutz geht, sondern auch um die Entwicklung von Technologien, die langfristig eine größere Bedeutung bei der Bereitstellung von Energie spielen können. Umso wichtiger erscheint es uns, die erneuerbaren Energie schnellstmöglich zur Wettbewerbsreife zu bringen. Das gelingt am ehesten durch eine europäische Förderpolitik, die die nationalen Fördersysteme aufeinander abstimmt.

15. Vor dem Hintergrund eines global wachsenden Energieverbrauchs sollten alle Arten der Energiewandlung und –erzeugung ihre Berechtigung haben. Denn Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit stehen in einem engen Abhängigkeitsverhältnis von einander und sind deshalb gleichwertige Ziele in einer rivalisierenden Weltwirtschaft.

16. Europäische Politik ist kein Vorwand, um den Wettbewerb der EU-Mitgliedstaaten um bessere Lösungen zu behindern, solange dieser nicht dem Geist und dem Inhalt der EU-Verträge widerspricht. Doch darf uns diese Wettbewerbshaltung nicht davon abhalten, nach außen eine gemeinsame wirksame Klimaschutzpolitik zu entfalten. Gerade weil Europa nur 14% der globalen Treibhausgasemissionen zu verantworten hat, müssen wir erreichen, dass alle Staaten der Welt zu deren Begrenzung bereit sind.

17. Klimapolitik, Importabhängigkeit und technische Entwicklung bewirken, dass europäische Energiepolitik zunehmend auch Außenpolitik ist. Europa ist dazu berufen, dem globalen Zugriff auf Öl, den Stachel des Konflikts zu ziehen. Es darf nicht zu Kriegen um Energie und Rohstoffe kommen.


Diese Erklärung wurde am 30. November 2005 in Brüssel von den folgenden deutschen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokaten unterzeichnet:

Barbara Fischer Norbert Glante MdEP Manfred Haberzettel
Rainer Knauber Dr. Rolf Linkohr MdEP a.D. Bernhard Rapkay MdEP
Jens Rocksien Beatrix Widmer
"

Das Impressum lautet übrigens auf den SPD-Europaabgeordneten Norbert Glante. Der kommt aus den Neuen Bundesländern; so kann man hier im wahrsten Sinne des Wortes sagen: Ex oriente lux!


*auf das Portal Energie-Fakten war ich durch einen Link im Wikipedia-Eintrag "Tschernobyl" gelangt. Es gibt in diesem Portal eine ganze Reihe von Artikeln zu diesem Thema. Die will und kann ich nicht bewerten; ich habe davon nur einen Text von Dr. Roth gelesen. Was ich allerdings bewerten kann, ist die relative Qualität des deutschsprachigen und des englischsprachigen Wikipedia-Stichwortes in Sachen "Chernobyl disaster": der englischsprachige ist nicht nur länger, sondern erkennbar für Laien geschrieben ('Fakten, Fakten, Fakten - und immer an die Leser denken': das ist zwar kein Werbespruch der Wikipedia, aber hier ist er realisiert). Der deutsche Artikel ist stellenweise allzu 'technikverliebt', aber insgesamt auch sehr informativ. Trotzdem, wer sich informieren will und Englisch hinreichend flüssig lesen kann, sollte (auch) den englischen Eintrag lesen!


Textstand vom 19.07.2008. Auf meiner Webseite
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