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Samstag, 15. Oktober 2022

Den Schierlingsbecher mögen sie nicht: Wider die Wortwichserei der Bionade-"Philosophen"!

 
Die Wochenendbeilage der AUGSBURGER ALLGEMEINEN (bzw. hier bei uns der ALLGÄUER ZEITUNG) vom 15.10.2022 enthält ein Interview mit dem Philosophen Markus GABRIEL:
Dazu habe ich einen kritischen Leserbrief verfasst, den ich nachfolgend (jedoch u. a. im letzten Satz verändert) wiedergebe:

Dienstag, 17. August 2021

Zwischen Nürnberg und Regensburg mal eben die Welt gerettet

 
Irgendwann Mitte der 70er Jahre unternahm ich mit meiner Frau von Frankfurt aus eine Bahn-Städtereise nach Salzburg. Vermutlich waren wir aus Kostengründen mit Bummelzügen unterwegs; ganz genau weiß ich das nicht mehr. Auf alle Fälle mussten wir u. a. in Nürnberg und Regensburg umsteigen.
In Nürnberg war ein Mann mittleren Alters zugestiegen. Er setzte sich in unser Abteil und im Laufe der Weiterfahrt kamen wir ins Gespräch.

Freitag, 24. Februar 2012

Media Markt Onlineshop? Ich bin doch nicht blöd!

Heute als Beilage in der Zeitung ein riesiger Prospekt ("Nr. 7") vom Media Markt:

"Große Neueröffnung Onlineshop. Die neuesten Top-Angebote in ihrem Media Markt und im Onlineshop"

Das habe ich in meiner Einfalt natürlich so verstanden, dass im Prospekt Angebote beworben werden, die sowohl im Onlineshop als auch in den Märkten verfügbar sind.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Was mir an Facebook missfällt

  1.  Insgesamt finde ich das Design unübersichtlich. Auf der "Startseite" erscheint dieses, auf der über meinen Namen anzuklickenden Seite jenes. 

Samstag, 28. Januar 2012

Oh, Olivia! Hedonische Preismessung bei Damenbinden enthüllt: Inflation auch bei Aldi!

Justament als ich mit der freundlichen Unterstützung von Patricia Bourcillier und ihrem (Ehemann? und) Co-Autor Bernd Sebastian Kamps im Begriff war, lustvoll Italienisch zu lernen ("Italienisch zwischen den Hügeln der Venus und den Lenden Adonis‘ ") sowie zu erforschen, was "französisch" auf Französisch heißt (in dem Sprach-Lehrbuch derselben Autoren mit dem äußerst pikanten Titel "Französisch zwischen den Hügeln der Venus und den Lenden Adonis' "*), platzt meine Frau herein und legt mir zwei Packungen Damenbinden auf den Schreibtisch.

Sonntag, 12. Juni 2011

iglo Schlemmerfilets: "100% Filet" = 48% Verbrauchertäuschung

 "Jeden Tag eine leckere Idee" lautet ein Motto auf der Homepage der Firma iglo.
Vielleicht sind dem Unternehmen die leckeren Ideen ausgegangen; jedenfalls kämpfen die für die Absatzsteigerung hier mit einer ausgesprochen unappetitlichen Idee: mit der "100% Filet"-Idee!

Sonntag, 22. November 2009

Adventskalender als Dekadenzsymptom: Geht das Weihnachtsfest vor die Hunde?

Es tut eigentlich nichts zur Sache, dass ich diesen Adventskalender für Hunde während unseres Urlaubs Mitte Oktober in Oberstdorf fotografiert habe, und dass er von der Drogeriekette Müller angeboten wurde: das alles ist peripher.









Sonntag, 25. Oktober 2009

Bestellen Greenpeace-Anhänger ihre Kleider beim Schneider?

In der Bahnhofsbuchhandlung im Nürnberger Hauptbahnhof war ein ganzes Schaufenster damit dekoriert: Mit Postern zum und Heften des aktuellen Greenpeace-Magazin(s). Titel: "Die Täuschung". Untertitel: "Ob Brot oder Milch - unsere Lebensmittel verkommen zur künstlichen Massenware."

Sicher hätte ich gern Näheres erfahren über "Der große Bluff mit unseren Grundnahrungsmitteln", aber 5,30 Euronen war es mir dann auch wieder nicht wert (und würde ich jetzt, nachdem ich das Inhaltsverzeichnis im Internet gesehen habe, erst Recht nicht bezahlen, weil die Verfälschung unserer Lebensmittel nur eines von vielen Themen ist. Was bei anderen Magazinen üblich ist, treibt man also auch bei Greenpeace: ein Thema mit einem Aufmacher groß herausstellen, aber letztlich dann doch nur unter anderen behandeln: mediale Häppchenpolitik!).

Aber nicht um den Inhalt oder meine Kaufentscheidung geht es mir hier, sondern um das Wort "Massenware" im Titel.
Auch ich bin nicht sonderlich glücklich mit vielem, was die Industrie uns als Futter oder oft als Fraß vorsetzt. Aber, verdammt noch mal, waren die Lebensmittel im vorindustriellen Zeitalter denn wirklich besser? Und wie will die Welt ihre aktuell ca. 7 Milliarden Bewohner ernähren, wenn nicht durch Massenproduktion?

Selbst ein Zeitkritiker wie George Monbiot räumt (in seinem Blog-Eintrag "Strange Fruit" vom September 2008; vgl. dazu auch diesen Blott von mir) ein:
"Though we still subsist largely on junk, even bilious old gits like me are forced to admit that the quality and variety of most types of food sold in Britain has improved."

Ich finde es äußerst gedankenlos, aber auch sehr arrogant, unterschwellig eine Herleitung von Problemen mit Produkten (Lebensmittel oder anderen) aus der Massenproduktion als solcher zu suggerieren.
"Unterschwellig herleitet" sage ich deshalb weil ich vermute, dass die Autoren keine Belege dafür erbringen, dass Massenproduktion zwangsläufig eine schlechtere (Lebensmittel-)Qualität ergeben muss als eine Herstellung im Haus, auf dem Bauernhof oder durch das Handwerk (dessen Produkte ohnehin von der Qualität der Vorlieferungen abhängen).
Mir schmeckt das versalzene Brot vom Bäcker jedenfalls nicht besser als das (meist zwar ebenso versalzene) Brot aus der Brotfabrik.
Und die Hühnereier aus der Massentierhaltung schmecken auch nicht zwangsläufig schlechter als solche von einem kleinen Nebenerwerbsbetrieb (wenn Fischmehl verfüttert wird, schmeckt das eine so schlecht wie das andere).

Vor allen Dingen könnte ich mir auf anderen Gebieten sehr viel weniger leisten, wenn nicht (auch) die Lebensmittel durch die Massenproduktion billiger wären, als sie es bei einer (nicht zwangsläufig liebevollen) Herstellung in einem handwerklichen Produktionsprozess sein könnten.


Nachtrag 28.10.2009
Im vorliegenden Zusammenhang ist auch ein auf den ersten Blick eher entfernter Text interessant, jedenfalls dessen Einleitung. In dem ZEIT-Essay "Schickes Ödland Großstadt" von Christian Staas vom 28.10.2009 lesen wir:
"In der Großstadtkritik des frühen 20. Jahrhunderts verbanden sich gleich mehrere Gedankenfiguren zu einem gefährlichen Amalgam. Die Grundierung war ein Gefühl allgemeinen Niedergangs, als dessen Sinnbild und zugleich ganz reales Zentrum man die moderne Großstadt ausmachte. Hier, so hieß es, verfielen Sitte und Anstand, breiteten sich Kriminalität und Alkoholismus aus. Gekreuzt mit der damals aufblühenden Vererbungslehre und den neuen Rassentheorien ergab sich daraus das Bild einer um sich greifenden Degeneration; das Soziale erschien nun in biologischen Begrifflichkeiten. Als dritter Diskurs schließlich koppelte sich an solche Denkfiguren die verächtliche Rede von der Masse, von der Massengesellschaft und der Vermassung an, sodass sich das Großstadtbild zu einer Schreckensvision verfestigte, in der sich die herrschenden bürgerlichen Klassen nun plötzlich als bedrohte Minderheit, als potenzielle Opfer des allgegenwärtigen Verfalls imaginierten."
Das ist doch wohl kaum der ideologische Rahmen, mit dem sich Greenpeace-Anhänger identifizieren können? (Oder etwa doch?)





Textstand vom 28.10.2009. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen
Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb des jeweiligen Eintrages.
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Donnerstag, 3. September 2009

Aldi Süd kämpft für die Volksgesundheit. Und gegen die Verknappung textiler Rohmaterialien

Höflich wie ich, sogar gegen mich selbst, bin, würde ich mich als "untersetzt" beschreiben, oder als reiferen Herrn mit Embonpoint [in der Hoffnung, das möglichst wenige Leser diesen Ausdruck verstehen ;-)].

Als solcher kann ich eigentlich nicht meckern, wenn Aldi mir einen "Merino-Pullover" für 15,99 Euronen anbietet. Auch wenn der, bei näherem Hinschauen, nur zu 51% (außen)aus Schurwolle (Merinowolle) besteht, und zu 49% (innen) aus Baumwolle.
Wenn er nicht einläuft*, passt er mir sogar, liegt aber ziemlich nah am Körper. Eigentlich trage ich meine Kleidung lieber etwas lockerer, schlabberiger, doch dem schiebt Aldi Süd einen Riegel vor: bei Größe 54 endet das Angebot, und es beginnt mit Größe 48. Bauchgrößen (für mich 26 oder 27) sind Fehlanzeige.*
* Nein, er ist nicht eingelaufen!

Höflich wie ich bin, klopfe ich dem Aldi-Bruder auf die Schulter und lobe ihn. Weil er den deutschen Trend zum Vollschlank-Körper einfach ignoriert, und "gute Futterverwerter" zum Abmagern zwingt. Indem er die Kleidungsgrößen rationiert.
Ein Vorgeschmack auf jene Rationierung, welche im Zeichen des Ölfördermaximums wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
Und Wolle und Baumwolle werden auf diese Weise gleichfalls eingespart: toll!

Allerdings: Die weniger schlanken, letztlich wohl auch ich, müssen sich bei einer solchen Sortimentspolitik warm anziehen! ;-)

Eine interessante Frage wäre, ob unsere hedonischen Preismesser auch diese Art der Teuerung auf ihren Radarschirm bekommen. Ich denke mal, eher nicht.


Nachtrag 10.12.09:
Gegen Bäuche hat Aldi Süd auch was: kurze (Leder-)Gürtel. Bis 105 cm.


Nachtrag 06.11.2010
Auch schon ausgeschlafen, Aldi Süd? Die müssen kürzlich zu der innovativen Erkenntnis gekommen sein, dass die Figuren ihrer Kunden irgendwie nicht mit Aldis kleinen Kleidergrößen kompatibel sind. Plötzlich wird (im Prospekt ab 15.11.2010) "attraktive Herrenmode in großen Größen" angeboten und beworben "attraktiv & bequem - große Mode - für Ihn!"
Manchmal funktioniert der Markt ja doch noch.






Textstand vom 10.12.2009. Auf meiner Webseite
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Freitag, 5. Juni 2009

Betrachtungen beim Betrachten von Wohlstands-Müll: Das Vaterunser unserer späteren Jahre oder das Post-Peak-Oil-Paternoster

Wohlstand unser,
Der du uns brachtest den Himmel,
Geheiligt haben wir deinen Namen,
Und hielten dein Reich für ewig gekommen.
Unseren Willen glaubten wir geschehen,
Zumindest in weiten Teilen der Erde.
Unser tägliches Brot gabst du uns regelmäßig,
Und vergabst uns lange unsere Umweltsünden -
Während wir vergaben unbegrenzt Baugebiete.
Deiner Versuchung erlagen wir ständig,
Weil du uns erlöst hattest von zahlreichen Übeln.
Du machtest uns reich,
Gabst uns Kraft und die Herrlichkeit.
Doch leider nicht in Ewigkeit.
Amen!

Sonntag, 3. Mai 2009

Einkaufszentrum My Zeil Frankfurt am Main. Ein Fossil aus der Zeit vor unserer Weltwirtschaftskrise? Oder: Frankfurter Kommentar zur Finanzkrise.

Ein "funkelndes biomorphes Labyrinth" nennt Dieter Bartetzko in seiner dennoch stellenweise recht bissigen Architekturkritik in dem FAZ.net-Artikel "Einkaufszentrum „My Zeil“. Von nun an ging's bergab" vom 26.11.2009 das Gebäude des neuen EKZ auf Frankfurts großer Shopping Meile. [Zur Zeil selbst präsentiert die Wikipedia einen ellenlangen Artikel.]

Am 26.02.2009 wurde My Zeil eröffnet. Fotogen ist das Bauwerk allemal; eigentlich muss man nur 'draufhalten' und hat automatisch ein gutes oder doch zumindest ein brauchbares Bild im Kasten. Entsprechend häufig wurde das Gebäude von innen und außen denn auch geknipst; zahlreiche vorzügliche Aufnahmen finden sich z. B. auf der Photosharing-Webseite flickr, unzählige weitere gibt die Google-Bildsuche preis.

Die Presse, insbesondere natürlich die lokalen Zeitungen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse) haben das Ereignis ausführlich kommentiert. Aus meiner absolut oberflächlichen Recherche greife ich eher willkürlich heraus:

Donnerstag, 2. April 2009

Lidl-Werbung "Luxus für alle": Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte ...

... wenn ich einen solchen Werbespruch lese.


Nicht zum ersten Mal wirbt der Discounter Lidl mit dem Slogan "Luxus für alle".
Doch reißt mir darob jetzt erstmalig der Geduldsfaden.

Auf der Webseite "Werbewahn.net" findet sich hier ein (allerdings relativ unkritischer) Eintrag vom 24.12.2006. Möglicher Weise hat Lidl damals erstmalig mit diesem Motto geworben? Auf der Webseite "Slogans.de" finde ich ihn leider nicht.

Sonntag, 8. Februar 2009

Wie ich von einem Skeptiker zu einem Anhänger der Konjunkturprogramme wurde

Eine Wirtschaft, welche solche Produkte hervorbringt: die muss man doch einfach lieb haben und auf jede nur denkbare Weise auszuweiten suchen?!?! Freudig wollen wir für diese phantastischen Konsumverlockungen unsere Steuerschärflein opfern!

Samstag, 10. Januar 2009

NS in der Stadt (Frankfurt a. M.)


Heute in Frankfurt gewesen. Durch die Läden gelaufen. Wieder mal den Eindruck gehabt: NS - Nur Schrott.

Langen Mantel gesucht. Beim Clotten August gibt's nur noch Jacken; selbst der Begriff "Mantel" ist von der Übersichtstafel an den Rolltreppen verschwunden.

Ansonsten die Auskunft (bei Wormland): "Dieses Jahr gibt es nur Kurzmäntel". (Und nicht einmal in den Schaufenstern der Nobel-Läden in der Goethestraße sind Mäntel im klassischen Stil zu sehen. Nur in der Provinz werden solche noch verkauft: in Karlsruhe habe ich neulich bei unserem Kurzurlaub in Bad Herrenalb in einem - naturgemäß nicht ganz billigen - Herrenmodegeschäft noch einen schönen entdeckt, von Schneiders Salzburg. Leider nicht die passende Größe.)

Nicht wie du willst, Kunde,
Sondern wie wir wollen, die Modediktatoren!


I'm really getting sick of it, ich hasse die Tyrannei der Moden, der Einkäufer, Hersteller, Verkäufer oder wer auch immer es ist, der uns Konsumenten streamlinen will.
Überall wird einem Auswahl vorgegaukelt, aber in Wirklichkeit entwickelt sich das Warenangebot in allen Bereichen mehr und mehr wie beim Fernsehen: viele Sender, aber alle mit dem gleichen Programm (Mist).
Nur bei jenen Dingen, die man nicht braucht, hat man garantiert mehr Auswahl.

Es sind ja nicht nur die Mäntel:
  • Brillen? Nur kleine!
  • Hemden? Kriechen garantiert aus der Hose!
  • Ausgewiesene Bekleidungsgrößen? Reine Fantasienummern ohne Informationsgehalt!
  • Hosen? Nur solche, die auf dem Hintern hängen!
  • Parfum? Wird heute offenbar nach dem Motto "Geld stinkt nicht" hergestellt.
  • Denn es ist sowohl teuer als auch stinkend.
  • Schuhe, breitere für Problemfüße? Fehlanzeige!

und so weiter und so fort ... .

Kein Wunder, dass der Einzelhandel über mangelnde Kauflust der Kunden klagt: auf die Dauer lassen sich eben doch nicht alle Kunden verarschen. Denn:
You can fool all people some of the time
And some people all of the time.
But you can't fool all people all of the time.

Überhaupt scheint mir, dass die Kerne unserer Städte faul sind. Edelfaul (hat unsere Zivilisation das Stadium der Botrytis erreicht?). Dort bekommt man - meist teuer - alles, was man nicht braucht. Was man braucht, muss man an den Stadträndern oder 'in der Pampa' kaufen. Das ist dann allerdings auch nicht so teuer.
Irgendwie ist es ja unverständlich, dass (im engen Sinne) nutzlose Dinge so teuer sind. Andererseits können wir froh sein, dass es nicht umgekehrt ist.
Im übrigen war es ja schon immer etwas teurer, einen Geschmack für Tand zu haben.


Textstand 23.05.2026

Sonntag, 9. November 2008

Der Kindheit seltsam fremde Früchte. Zu "Strange Fruit" von George Monbiot

"Die dümmsten Verbraucher kaufen die dicksten Erdbeeren" schrieb ich auf meiner Webseite mit Links zum Thema "Italien". (Mit Italien hat das relativ wenig zu tun; es kam mir dort im Zusammenhang mit dem Kapitel "Sprichwörter" in den Sinn.)

Freitag, 31. Oktober 2008

Der Verlust der Mitte: Beispiel Adventskalender

Adventskalender bekommt man,
bei Aldi wie auch sonst überall, entweder spottbillig (da taugt die Schokoladenfüllung dann auch nicht viel) oder teuer (im Handel gibt es auch noch weitaus teurere als die für 4,59 €, z. B. mit Spirituosenfläschchen gefüllte).

Ich würde gern sagen wir mal 2,- € hinlegen für einen liebevoll gemachten und mit qualitativ guter Schokolade bestückten Adventskalender. So etwas gibt es aber nicht: entweder du nimmst den Schrott oder dein Portemonnaie wird zu Schrott.
Ob das ein Indiz für das häufig beklagte bzw. behauptete Verschwinden der Mittelschicht ist?
Wie auch immer: mich ärgert es.

Sonntag, 27. Juli 2008

Salut für den Atom-Admiral! Hyman Rickovers visionäre Energie-Rede von 1957 hier auf Deutsch


Leichter, aber doch zeitraubender als gedacht war die Übersetzung der nachfolgenden Rede mit dem Originaltitel "Energy Resources and Our Future", welche der US-Viersterne-Admiral Hyman Rickover (1900 – 1986), der "Vater der Nuklearmarine" (Wikipedia dt.) bzw. "Father of the Nuclear Navy" (Wikipedia engl.) am 14.05.1957 auf der "Annual Scientific Assembly of the Minnesota State Medical Association", also vor einem Medizinerkongress, in St. Paul, Minnesota gehalten hat.  

Donnerstag, 22. Mai 2008

Werden wir in Deutschland nur von Idioten regiert - oder von Verbrechern?

 
Ein Öffentlichkeitsarbeiter bin ich nicht, man könnte mich aber als eine Art von öffentlichem Arbeiter bezeichnen. (Nicht nur) deshalb pflege ich im allgemeinen eine relativ disziplinierte Ausdrucksweise.
In der alltäglichen Konversation im vertrauten Umfeld kann man sich, selbst wenn man ganz unterschiedliche Vorstellungen damit verbindet, fast immer auf eines einigen: dass nämlich die Politiker "alles Verbrecher" sind. Dabei geht es meist um Diätenerhöhungen und Ähnliches ("Die machen sich nur die Taschen voll"); aber selbst wenn man die für ungerechtfertigt hält (was keineswegs durchgängig der Fall sein muss), ist die Etikettierung "Verbrecher" ziemlich starker Tobak und vor allem außer Verhältnis zu einer ggf. durch Diätenanstieg usw. verursachten Schädigung des Fiskus und unserer Interessen als Bürger. So ganz ernst gemeint ist das auch selten, und schriftlich würde sich niemand so äußern.

Mittwoch, 5. März 2008

Join the innovative race: 4 minutes to dump out your fridge into space!

Das ist echt galaktisch: zigtausende Tortillas täglich werden demnächst von einem privaten Weltraumbahnhof in New Mexiko, USA, in den Weltraum geschossen!
Und dahinter steckt sogar ein europäischer Unternehmer: der Brite Richard Branson (ausführlicher hier in der englischsprachigen Wikipedia) mit seiner Firma Virgin Galactic, (die es auch schon zu Wikipedia-Würden gebracht hat; mehr Infos natürlich in der englischen Version). Ab 2011 soll man auch in Europa starten können: von der Lossiemouth Royal Air Force Base in Schottland.

Sonntag, 3. Februar 2008

Das sogenannte Gute

Eine Zugfahrt ins "Aquasalis" in Bad Salzschlirf spielte mir heute die schon in meinem vorangegangenen Blott erwähnte "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (vom 03.02.08) in die Hände, welche sich durch einen ungewöhnlichen Reichtum an "Blog-Katalysatoren" auszeichnet.

Interessant als Meinungs-Generator kann es manchmal sein, eine Verbindung ganz unterschiedlicher Meldungen herzustellen (vgl. als Beispiel auch meinen Eintrag "Kopf oder Zahl? Oder acephal?").

Die eine entnehme ich dem Bericht über die Linkswähler "Links ist, wenn die Reichen zahlen", der online leider nur für Abonnenten zugänglich ist.
Dort sagt der Linkswähler Axel Kilo, Tierarzt in Trebur:
"Ich kaufe nicht die Billig-Bohrmaschine aus China, sondern nehme die Hilti". Er handelt also als Idealist nach dem Motto "Buy local" um Arbeitsplätze hier (oder wenigstens in der benachbarten Schweiz; kommt nicht die "Hilti" von dort?) zu sichern und nimmt dafür erhebliche Mehrausgaben in Kauf.

Gleiches tun auch die Kunden der Fa. Moema Espresso. Über die berichtet der (gleichfalls online nicht allgemein zugängliche) Artikel "Fairer als fair: Gourmet-Espresso fürs gute Gewissen", dass die Firma die Bohnen in Brasilien nicht nur zu einem hohen (oder fairen) Preis einkauft, sondern, im Gegensatz zur Konkurrenz, dort auch rösten lässt: "... genau jene Veredelung macht einen erklecklichen Anteil an der Wertschöpfung aus. Und der bleibt bei den Bauern in Brasilien".
Sehr wahr: die Arbeitsplätze bleiben in Brasilien. Und wenn Deutschlands Kaffeetrinker nun sämtlich auf "Moema" umsteigen, werden Deutschlands Kaffeeröster arbeitslos. Ein massenhafter Umstieg ist freilich nicht zu befürchten, denn wer Kaffe zu Kilopreisen für 19 bis 25 Euro kauft, muss auf Geldscheinen gebettet sein.
Oder im Kopf angebohrt.
Ob mit der Hilti oder mit dem Billigbohrer aus China, macht dann auch keinen Unterschied mehr.

Indes gilt auch hier das italienische Sprichwort: "Gli estremi si toccano": Die Extreme lassen sich in irgend einer Hinsicht immer auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Hier ist es der hohe Preis, den die Exponenten beider Richtungen -Arbeitsplatzerhalter pro Inland, Arbeitsplatzbeschaffer für die Armen im Ausland - für ihr gutes Gewissen zu blechen bereit sind.


Textstand vom 05.02.2008. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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