Dienstag, 10. Juli 2007

Urlaub in Zwiesel, Bayerischer Wald

Der Freistaat Bayern weiß, was er seinen langjährigen Urlaubsgästen schuldig ist: unter ständigem Polizeischutz reisten wir mit verschiedenen Nahverkehrszügen (und dem Bayernticket, derzeit 27,- € für 2 Personen) am Freitag, 15.06.2006, nach Zwiesel in den Bayerischen Wald.

Auch das Städtchen Zwiesel, ca. 10.000 Einwohner (vgl. Wikipedia) klein (hier geht es zu den informativen Statistikseiten der Stadtverwaltung), ehrt derzeit seine Besucher mit einem kulturell-touristischen (oder touristisch-kulturellen?) Großereignis:


Der "Landesausstellung Bayern - Böhmen, 1500 Jahre Nachbarschaft", veranstaltet vom "Haus der Bayerischen Geschichte".

(Die "Passauer Neue Presse" hat eine umfangreiche Berichterstattung zur Ausstellung und zum Begleitprogramm gratis ins Netz gestellt; außerdem eine Beilage zum Bayerwald-Boten.)

Diese historischen Landesausstellungen finden jährlich statt, aber in diesem Jahr erstmals in einer Kleinstadt.





Man kommt natürlich schon ins Grübeln, wenn man auf die Frage "ab welchem Alter gilt die Seniorenermäßigung" kommentarlos eine Seniorenkarte zum ermäßigten Preis erhält. Andererseits: wer würde einen der wenigen Vorteile des Alters verschmähen?




Der Adolf, hier in einer leicht zerknautschten Version, hätte die Ausstellung so oder so nicht mehr erlebt. Andererseits wäre sie ohne ihn um viele Themen ärmer, bzw. in dieser Form gar nicht zu Stande gekommen. (Mit ihm natürlich erst Recht nicht.)




Freilich hat der aufklärerische Impetus der Ausstellungsmacher auch Grenzen. Die Story mit dem Beichtgeheimnis war (und ist teilweise vielleicht heute noch) eine klerikale Propagandamasche. Richtig ist allerdings, dass Nepomuk gefoltert, getötet und von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen wurde. Das freilich aus politischen Gründen, als Opfer der Auseinandersetzung von Kirche (König Wenzel IV.) und Staat. Insofern mag ihn die Kirche ja als Heiligen ihrer Organisation ehren, und meinetwegen mag er auch als Brückenheiliger fungieren; das alles macht indes aus einer (un-)frommen Lüge keine "Legende".




Was die dauerhaften Sehenswürdigkeiten von Zwiesel angeht, ist deren Zahl ebenso wie ihre Attraktivität - nun ja, sagen wir es mal höflich: begrenzt (wie auch sonst Geschichte und Natur den Bayerwald nicht mit erstrangigen Anziehungspunkten gesegnet haben).


Es gibt natürlich auch in Zwiesel (nicht nur:) eine Kirche, und der Turm der katholischen Stadtpfarrkirche St. Nikolaus ist immerhin 86 m hoch. Wir waren, soweit man hochklettern kann, oben: schöne Aussicht. Auch sind wir im Dachstuhl über die Gewölbedecke des Kirchenschiffs gelaufen: interessantes Erlebnis, zumal man durch kleine Gucklöcher in den Gewölbekappen in die Tiefe blicken kann. Aber die architektonische Attraktivität des neogotischen Gebäudes hält sich doch sehr in Grenzen: gleichartiges hat man schon zu oft gesehen.



(Vorgemerkt für einen späteren Besuch habe ich mir die Herz-Jesu-Kirche im Lindberger Ortsteil Ludwigsthal -mit Bahnstation- in der Nähe von Zwiesel mit ihrer jedenfalls auf diesem Foto beeindruckenden Innenbemalung. Mehr dokumentarische Abbildungen auch hier.)











Auffälliger sind, in einem solch kleinen Ort, die Schornsteine der Firma "Zwiesel Kristallglas AG" (früher "Schott Zwiesel AG").
[Damit niemand glaubt, der Luftkurort Zwiesel sei ein Räucherfang, weist die Broschüre der Stadt an prominenter Stelle und weise hiermit auch ich darauf hin, dass die Schornsteine nicht mehr rauchen, sondern die Glasöfen der Firma mit Erdgas beheizt werden.]
Die Zwiesel Kristallglas AG hat ebenfalls versucht, unseren Aufenthalt attraktiver zu machen. Erst in diesem Jahr, am 25.05.2007, hat sie die höchste Kristallglas Pyramide der Welt feierlich eingeweiht. "Das Rekord-Bauwerk der Zwiesel Kristallglas AG ist über acht Meter hoch und besteht aus über 93.000 Tritan®-Kristallgläsern."
Hier die von der Firmenwebseite übernommenen Daten:
"Daten zur Kristallglas Pyramide Zwiesel
Verwendetes Glas Neckar Weinkelch (H: 124 mm / B: 70,5 mm)
Grundfläche der Pyramide Quadrat
Breite der Pyramide 4,61 m
Höhe der Pyramide 8,06 m
Verwendete Gläser 93.665
Gesamtgewicht ca. 11,5 t.
"

Ein hübscher Marketing-Gag, von dem ich aber immerhin einige nette Foto-Aufnahmen machen konnte:

Gesamtaufnahme der Gläser-Pyramide.


Die Pyramidenspitze, mit obligaten Schornsteinen.


Und hier die einsame Spitze der Kristallglas-Pyramide.


Meine Traveler-Digitalkamera sieht manche Dinge anders als das Auge des Reisenden: hier z. B. einige Kristall-Weingläser aus der Pyramide in Nahaufnahme ...




... und hier ein Blick auf den Rand des fragilen Werbe-Werkes (das natürlich durch eine starkwandige Glaspyramide in einem Metallrahmen, Panzerglas vermute ich, geschützt ist).

(Ursprünglich war die Pyramide innerhalb des Werkes aufgebaut worden und stand dort ohne Schutz. Diese private Aufnahme, ebenfalls vom Pyramidenrand, dokumentiert wohl diese frühere Situation. Hier eine andere desselben Fotografen.)
(Bericht der Passauer Neuen Presse vom 08.05.2007 über den Aufbau der Gläser draußen vor dem Werk: "Hochstapeln für den Weltrekord "; und hier ein späterer Bericht.)

Nachtrag 14.10.07:
Die Wikipedia enthält einen Eintrag über die Zwiesel Kristallglas AG und ein wundervolles Foto der Weingläser-Pyramide.
Entdeckt habe ich es heute, indem ich bei Rückverfolgung eines Zugriffs auf diesen Blott zu einem Blog-Eintrag mit dem Titel "Krištolo taurių piramidė" in einer mir unbekannten Sprache gelangte (scheint sich um Litauisch zu handeln). Dieser Eintrag verlinkt zu einigen Bilder vom Aufbau der Kristallglas-Pyramide sowie unter dem Titel "Atostogos Zwiesel" auch zu meinem vorliegenden Blott. Was, Sie wissen nicht, was "atostogos" heißt? "Urlaub" natürlich!







Kleiner, aber im Grunde von der Idee her orgineller ist ein anderes gläsernes Bauwerk in Zwiesel:
Eine gläserne Kapelle in der Angerstraße. Läge sie in der Altstadt, oder im Kurpark, würde sie sicherlich viel Beachtung finden. So fristet sie (die allerdings ebenfalls erst vor kurzem erbaut und eingeweiht wurde) ein Aschenputteldasein; die Google-Suche nach zwiesel "gläserne kapelle" zeitigt nur -2- einschlägige Treffer (jeweils nur Erwähnungen bei einer Ferienwohnung und auf einem Ausflugsbericht einer Kirchengruppe; die anderen beiden Ergebnisse betreffen eine sog. "gläserne Kapelle" in der Landesaustellung.

Deshalb also hier noch einige Fotos:


Von hinten.


Viele Spender haben zum Bau beigetragen.


Die Zwieseler Glaskapelle von vorn, mit Glockentürmchen.


Und hier die Kapelle aus Glas in einer näheren Ansicht von vorn. Schön (die Kapelle; meine Fotos habe ich in Eile aufgenommen, bevor der nächste Bus kam)!





Aber Zwiesel bietet ja noch viel mehr:

Blechdächer z. B., in eine breite Palette von pastellfarbenen Grün- bis kräftigen Rosttönen getaucht.














Da gehen wir lieber unter die Erde, in die "Erdställe" [wenn ich allerdings diese Definition lese, passt der Ausdruck wohl doch nicht so ganz; der Begriff "Erdstall" oder "Schrazelgänge" wird anscheinend nur für eine sehr spezifische -enge- Art von unterirdischen Gängen verwendet], unterirdische Gänge, welche die Altstadt von Zwiesel unterhöhlen und teilweise zu besichtigen sind. Der Bayerische Waldverein, Sektion Zwiesel, nimmt sich dieses historischen Erbes an; derzeit sind dort sehr qualitätvolle, teiweise auch gruselige, Glas-Kunsstobjekte ausgestellt.
[Anm. 13.01.2011: Ein System von unterirdischen Gängen mit unbekannter Zwecksetzung gibt es übrigens u. a. auch in Bayreuth - vgl. Webseite Swutz.de.]


Das Waldmuseum in Zwiesel ist ganz nett - ein Heimatmuseum halt. Parallel zur Landesausstellung Bayern-Böhmen gibt es allerdings auch dort einen Leckerbissen: Eine Ausstellung von Uranglas. (Eine schöne Foto-Webseite ist Ando's Uranglas Gallery: einfach auf die blauen Schriftzeichen klicken und es erscheinen Bilder, die man durch Anklicken wiederum vergrößern kann und die offenbar solche Urangläser jeweils zum Vergleich bei normaler Beleuchtung und unter UV-Licht zeigen: it's magic!)
In der Ausstellung konnte man in den Vitrinen kurzzeitig das UV-Licht einschalten. (Hier das Werbeplakat für diese Uranglasausstellung.)

Vom Heimatmuseum (daneben liegt Haus des Gastes mit Lese- und Veranstaltungsräumen) führt ein Fußweg hinab ins Tal des Großen Regen (mehr über den Fluss Regen in meinem Eintrag "Buddha im Bayerwald"). Stellenweise in mehrere Arme geteilt (vermutlich wegen früherer Nutzung etwa als Holztransportweg; vielleicht auch für Mühlen, Hammerwerke usw.?) fließt der Bach (ein Fluss ist er hier eigentlich noch nicht - von gelegentlichen Hochwässern abgesehen) durch den Kurpark (der auch Stadtpark genannt wird und abends ein Treffpunkt der örtlichen Jugend zu sein scheint).
In einem Teich verzaubert dort ein Drache, eine schöne Edelstahl-Skulptur, die Parkbesucher.

Aber ich bin nicht der Einzige, der in diesem Park eine Toilette vermisst.






Seltsame Gewerbe gibt es in Zwiesel: was ist Holzdraht? Und wie webt man den? Ich jedenfalls habe noch kein Holzdrahtgewand gesehen (allenfalls Viskosetextilien).






Was es an Gewerbe zu wenig gibt, versucht der Staat auszugleichen: Globalisierung auf bayrisch.





Auch in Zwiesel versuchen leider Immigranten, ihre Parallelgesellschaften zu etablieren. Hier im Waldesruhweg z. B. unterwühlt ein Gastwirt aus Langen/Hessen die ortsübliche Rauschgetränkekultur mit seinem "Stöffche".

Zu meiner Verwunderung wurde allerdings auch in der Ausflugsgaststätte "Schwellhäusel" -hier ein hübsches Foto-) Apfelwein (dort "Most" genannt) ausgeschenkt. Das war eine fast farblose Flüssikgeit, die zu meinem Erstaunen dennoch ausgezeichnet mundete. Noch besser schmeckte natürlich der Holunderlikör, von dem Wanderer, die mit dem Bayerwaldticket [derzeit 6,- € p. P.; bei Fahrten ab Gotteszell bis Deggendorf leider 12,- p. P., also für -2- Personen kaum billiger, als das Bayernticket] in die Gegend kommen, ein "Stomperl" (verdeutscht für Preußen und andere Ausländer: ein Schnapsglas) gratis erhalten. [Das zweite musste ich natürlich bezahlen :-).]
(Nein: ich habe nicht nur Allohol im Kopp: auch an jenen freundlichen Busfahrer erinnere ich mich, welcher für uns auf der Linienfahrt von Zwiesel zum Wanderparkplatz Brechhäuslau den Reiseführer gratis et privatissimum machte: alle Sehenswürdigkeiten an der Straße erklärte er uns und beantwortete geduldig meine Fragen; wir waren auch die einzigen Fahrgästen auf dieser Tour).


Diese Zwieseler Gaststätte (die wir aus aus Mangel an Zeit und anderen Dingen nicht besucht haben) wirbt mit ihrem Namen für ein wirklich attraktives Reiseziel.





Einen Tanzsalon gab es auch mal in Zwiesel - heute wächst Gras drüber.


Ehe ich mich auf eine Tanzfläche ziehen lasse, gehe ich doch lieber essen. Empfehlenswert ist das Wurst-Kuchl.




Der Kirchenwirt ist großzügig: gegen Vorlage eines Coupons aus dem Bonusheft "Zwieseler Zuckerl" (das Feriengäste gratis erhalten) gibt es ein großes Bier oder einen großen Softdrink. Hätte er statt dessen eine anständige Portion Kartoffeln auf den Teller gelegt, wären wir vielleicht noch einmal dort eingekehrt.

Erwähnenswert noch, dass wir (wie zwar anscheinend in allen Orten mit Kurtaxe -Höhe derzeit: 1,50 € pro Person und Tag- üblich) auch in Zwiesel die Stadtbusse gratis nutzen konnten, was wir, als Autolose, auch rege und dankbar in Anspruch genommen haben, ebenso aber auch andere Touristen (und Einheimische).

In ganz Bayern gibt es wohl keine Stadt ab 10.000 Einwohnern, die nicht eine Stadtbibliothek (oder, wie z. B. in Garmisch-Partenkirchen und in Bad Reichenhall, durch die Stadt unterstützte größere Pfarrbibliotheken) hätte. Der Bücherbestand besteht zwar zum allergrößten Teil aus Romanen - Unterhaltungsliteratur also. (Was mich insofern ein wenig verstimmt, als man noch in meiner Jugend die "Tom Prox"-Bände gegen ein paar Groschen im Laden leihen musste; jetzt zahlt der Steuerzahler für das -hauptsächlich- private Entertainment; allerdings werden etwa in Zwiesel Ausleihgebühren verlangt, was mir nur recht und billig erscheint). Für den Reisenden, der die jeweiligen (bedeutenden oder bescheidenen) Spezifika der besuchten Region geistig für sich erschließen möchte, ist der naturgemäß ebenfalls relativ große Bestand an Bavarica, und an heimatkundlicher und heimatgeschichtlicher Literatur usw. (natürlich ist auch der Böhmerwald hier gut repräsentiert) von Interesse.

Auch Reiseführer sind darunter, aber insoweit kam ich bereits bestens ausgerüstet dorthin. Ohnehin wäre ich nicht zum Bücherlesen gekommen (nicht einmal in dem selbst mitgebrachten Buch von Herbert Gottschalk, "Weltbewegende Macht Islam" -ursprünglich schon 1962 veröffentlicht; mir liegt die 2. Auflage von 1980 vor- bin ich viel weiter gekommen. Ich war schon froh, das tägliche "Pflichtlektüre-Pensum" der Lokalzeitung zu schaffen. Die heißt (Bayerwald-Bote, oft auch "Bayerwaldbote" geschrieben -hier der Artikel "Auf den Spuren des Waidler-Dialekts", der bei mir eine Déja-vue-Empfindung auslöst-, und ist eine Regionalausgabe der "Passauer Neue Presse".

Von meinen Reiseführern der -aus Sicht meiner Leser- vielleicht kurioseste ist der Grieben-Band Nr. 99 "Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald und Niederbayern". Kurios insbesondere deshalb, weil es sich um die uralt-Auflage von 1956 handelt. Ich liebe diese sorgfältig geschriebenen, auch kleinere Sehenswürdigkeiten oder Besonderheiten liebevoll beschreibenden gelben Grieben-Bände. Schon lange ist diese Reihe nicht mehr am Markt, vielleicht könnte eine intellektuelle Variante der Slow-Food-Bewegung sie wieder zum Leben erwecken? Vermutlich sind sie hauptsächlich deshalb eingegangen, weil sie keine Bilder enthalten (es gibt allerdings separat für einige Gegenden Nur-Bildbände, schwarzweiß natürlich). Da muss man wahrhaftig lesen! Allerdings weiß auch ich bebilderte Reiseführer und Bildbände durchaus zu schätzen; man erfasst Eindrücke schneller, und kann manchmal auch allzu sehr gepuschte Pseudo-Attraktionen entlarven, wenn man Bilder genauer betrachtet. Die Grieben-Bände, die alten jedenfalls, enthalten immer eine lose beiliegendes Blatt mit verschiedenen Karten. In meinem Band ist die Straßenkarte auf der einen Seite abgedruckt, auf der anderen 3 Pläne mit Eisenbahnstrecken (sehr interessant, das damalige Netz mit dem heutigen Schrumpfbestand zu vergleichen!), "Bahnbusstrecken" und (ein Begriff wie ein Dino aus der Urzeit:) "Kraftpoststrecken" enthalten, die in vieler Hinsicht auch heute noch eine rasche Orientierung wenigstens über die Lage der einzelnen Orte zu einander erlauben. Der Bestand an alten Gebäuden hat sich seit damals ohnehin nicht verändert (jedenfalls haben sie sich nicht vermehrt), so dass die Beschreibungen der Stadtkerne immer noch brauchbar sind. Nützlich war auch, dass Niederbayern - mit z. B. Straubing und Plattling - in diesem Buch einbezogen sind.

Die Marco Polo Reiseführer sind mir vom Format und vom äußeren Design und inneren Layout her eigentlich eher weniger sympathisch, aber mit einem Remittenden-Exemplar von 2002 zum Preis von 1,99 € (regulär kosten diese kleinen, allerdings farbig bebilderten, Dinger 7,95 €!) kann man, dachte ich, nichts falsch machen. Und tatsächlich war dieser Band ebenfalls recht hilfreich. Für Gegenden, die mit touristischen Highlights reicher bedacht sind, sind diese Bände mir zu dünn. Für das, was der Bayerische Wald den Sightseern bietet, reicht er allemal aus.

Auch aus der Wikipedia hatte ich mir umfänglich Material, insbesondere über die verschieden Orte, ausgedruckt.


Wenn es schon keine großen Geschichts- und Kulturschätze zu heben gibt, erhofft man sich natürlich natürliche Attraktionen. Auf das, was es hier (nicht) zu sehen gibt, hatte ich mich mit dem Band "Bayerischer Wald" aus der Reihe "Meyers Natur Führer" vorbereitet - weil ich ihn halt auf dem Mainzer Flohmarkt ("Krempelmarkt") gefunden hatte. Dort kam auch mein alter Grieben-Reiseführer her; Marco Polo kam gleichfalls aus Mainz, der dortigen Wohlthat-Filiale nämlich. (Genauer: einer der dortigen -3- Wohlthat-Filialen: ja, ja, die Mainzelmännchen tun offenbar noch richtig lesen!)

Die ganz große geologische Besonderheit, den "Pfahl", haben wir nicht gesehen, auch nicht (wie ich eigentlich geplant hatte) eine Wanderung am Regen-Fluss entlang unternommen (von Zwiesel nach Regen). Auch das ehemalige Silberbergwerk in Bodenmais (den Ort hatten wir schon im Dezember 2006 auf unserer Advents-Reise an den Lipno-Stausee, nach Budweis und Böhmisch Krumau, besichtigt - vgl. Eintrag "Für uns sind die Dörfer in Böhmen nun nicht mehr Böhmische Dörfer") hat uns nicht gelockt.

Der Bayerische Wald ist, um der Wahrheit die Ehre einzuräumen, weder von der Natur noch von der Geschichte mit besonders herausragenden Gaben ausgestattet worden. Seine "Assets" sind dagegen die Preiswürdigkeit der Unterkünfte und sonstigen gastronomischen Angebote und (was freilich die Alpenorte, Garmisch zumindest, gleichfalls bieten) die Freundlichkeit der Bewohner.
Wir selbst wären auch nicht dorthin in Urlaub gefahren, hätten wir nicht die Eignung der Gegend als eventuellen Alterswohnsitz für die nicht mehr allzu ferne Zeit nach meiner Verrentung erkunden wollen; dafür dürften Zwiesel (wie auch die Stadt Regen) dank günstiger Mieten und der guten Bahnverbindung, sehr geeignet sein.



In Frauenau trafen wir (um hier eine Erinnerung an freundliche Menschen einzuflechten) den Kunstmaler Igor Feldigel, der nicht nur sein Haus farbenfroh bemalt hat, sondern auch schöne Gemälde malt, aber z. B. hier mit den drei Schweinsköpfen der "Familie Waldfresser" seine künstlerischen Fähigkeiten auch in ein gesellschaftskritisches Projekt eingebracht hat. Als er sah, dass wir den üppigen Rosenstrauch an seinem Haus bewunderten (meine Frau fotografierte ihn auch), schnitt er uns spontan einen Zweig mit mehreren Blüten ab und schenkte ihn uns.



Wir waren nach Frauenau ("Das gläserne Herz des Bayerischen Waldes")gefahren, um insbesondere das viel gerühmte Glasmuseum zu besichtigen (hier ein ausführlicher Text zur Geschichte des 2005 in das jetzige Gebäude umgezogenen Museums). Der äußere Anblick haut uns nicht gerade um (weitere Bilder auf dieser Webseite; die großartige "Glasarche" -hier vergrößerbare Bilder- steht allerdings jetzt nicht mehr in Frauenau: wir haben sie in Bayrisch Eisenstein am Bahnhof, direkt an der tschechischen Grenze, gesehen; auf Dauer soll sie am Berg "Lusen" aufgestellt werden; schade, das ist doch etwas weit ab); aber dieses Museum haben die Bayern nach preußischen Grundsätzen gebaut: "Mehr sein, als scheinen". Das Konzept, weitgehend chronologisch orientiert, ist vorzüglich. Die Ausstellung ist ebenso informativ wie ästhetisch ansprechend gestaltet. Wertvolle Glas-Kunstobjekte, wohl größtenteils von Privaten gestiftet, sind dort ausgestellt. Großstädte wären stolz, wenn sie ein solches Museum hätten, und ich glaube nicht, dass es in irgendeiner anderen Stadt des Bayerwaldes ein Museum von einer derartigen Qualität und internationalen Bedeutung gibt.
Aber ach: finanziell war der Bau und ist der Betrieb des Hauses eine riesige Bürde für diese kleine Gemeinde. 6,9 Mio. € sollte es kosten; dieser Betrag kam aus unzähligen Töpfen (am Museum ist eine entsprechende Informationstafel angebracht). Am Ende war man allerdings bei 8,2 Mio. € angelangt: die Differenz musste die Gemeinde tragen (vgl. den Bericht "Die fragile Welt eines Glasmuseums" in der Passauer Neuen Presse vom 01.06.2007).
Am 11.06.2005 hatte der Bayerische Rundfunk über die Eröffnung berichtet und dabei auch die kalkulierte Besucherzahl genannt: 50.000 Kunstfreunde pro Jahr sollten kommen. Nur die Hälfte, 25.000, kamen tatsächlich im Jahr 2006 (Bericht der PNP s. o.). Dadurch entsteht auch im laufenden Betrieb ein Defizit, und zwar i. H. v. rd. 80.000,- €: auch das kein Pappenstiel für einen Ort mit 3.000 Einwohnern.

Eine fokussierte Werbung für den gesamten Bayerischen Wald könnte das Glasmuseum besonders herausstellen, weil es qualitativ tatsächlich weit über den Durchschnitt des Angebotenen hinausragt und weil Glas / Gläser auch Personenkreise ansprechen, die keine ausgesprochenen Kunst-Freaks sind.

Hinderlich dürfte für eine derartige werbliche Fokussierung (oder 'Hierarchisierung') u. a. der Umstand sein, dass das Gebiet des Bayerischen Waldes administrativ stark zersplittert ist. Von Süden beginnend, gibt es die Landkreise Freyung-Grafenau, Regen und Cham. Die umfassen aber nur das Kerngebiet; zumindest noch die Landkreise Passau, Deggendorf und Straubing-Bogen knabbern am südlichen und südwestlichen Rand.
(Mehr über die Internet-Präsenz des Bayerischen Waldes in öffentlichen und privaten Webseiten jetzt in meinem Eintrag "Der Bayerische Wald - Werbung für Fremdenverkehr im Internet").



Kehren wir indes zurück zum Frauenauer Glasmuseum: auch intensive Bewerbung (mit vertretbaren Kosten) wird wahrscheinlich nicht Besucher in ausreichender Zahl anlocken können. Ausstellungen können helfen, kosten aber vermutlich auch mehr, als sie an zusätzlicher Besucherzahl einbringen. Trotzdem hat das Museum jetzt parallel zur Landesausstellung in Zwiesel die Sonderausstellung "Schöpfer der tschechischen Glaskunst" aufgezogen. Vielleicht bringt das, im Zusammenhang mit der Landesausstellung Bayern - Böhmen, ein paar zusätzliche Besucher ins Haus. Kostendeckende 50.000 Eintrittskarten wird das Museum aber auch in einer derartigen, relativ günstigen, Konstellation touristischer Ereignisse (in Waldkirchen findet gleichzeitig die bayerische Landesgartenschau 2007 statt), wohl nicht verkaufen.

Es ist auch nicht die einzige Freizeit-Einrichtung für Feriengäste (und Einheimische), die mit Verlust arbeitet.
Zwiesel will für sein "Zwieseler Erlebnisbad" (das wir -noch- nicht besucht haben), Zuschüsse aus der Kreiskasse (des Landkreises Regen) haben; desgleichen die Stadt Regen für ihre "Eishalle".

Noch schlimmer ist es dem Projekt "Arberwellenbad" (Arber-Wellenbad) in Bayrisch Eisenstein ergangen: das ist pleite. Mit vielen Hoffnungen, und sogar einem (zwar kleinen) Zuschuss aus tschechischen öffentlichen Kassen neu eröffnet, tut sich nun auf der gleichnamigen Webseite das große Nichts auf. Kein Wunder: es ist pleite. So sah es drinnen einmal aus; hier ein ausführlicherer Bericht (von einer tschechischen Webseite; darüber informieren die Wald-Werbeportale natürlich nicht, und auch sonst finde ich keine ausführlichen Informationen über das Projekt und sein Scheitern schon wenige Monate nach der Neueröffnung auf deutschen Webseiten.
[Nachtrag 14.05.08: Wann das Schwimmbad gebaut wurde, weiß ich nicht; diesem Artikel(teil) aus der Zeit von 1991 ist zu entnehmen, dass es schon damals bestand - und die Gemeinde jährlich 600.000,- DM gekostet haben soll (Zuschuss + Kapitaldienst?).]

Aber unverdrossen wird unter dem Arbeitstitel "Das Waldinnere" schon das nächste Museum geplant: ein pompöses "Museum für die Künstler des Bayerischen und Böhmischen Waldes".
Wer dazu beitragen will, kann hier "Bausteine" kaufen. Mit einem derartigen Projekt würde sich die Gemeinde Neuschönau, in der das Museum gebaut werden soll, ebenso (oder noch mehr) überheben wie Frauenau mit seinem Glasmuseum.
Einerseits mag ich ja Museen, großartige mehr als andere (und mag auch Leute, die groß denken - versuche ich manchmal auch). Andererseits bin ich im Hinblick auf die aktuelle demographische Schrumpfung unseres Volkes und auf meinen prononcierten Ressourcenpessimismus äußerst skeptisch und kritisch gegenüber der fortschreitenden Musealisierung dieses unseres Landes.
Beiläufig bin ich auch noch Steuerzahler und sehe, wie uns hier das Geld aus der Tasche gezogen wird bzw. werden soll. Den laufenden Betrieb (der also von vorherein defizitär geplant ist - immerhin realistischer als beim Glasmuseum in Frauenau), sollen finanzieren: Ein Sponsorenring; die Kommunen und Landkreisen, die an den Nationalpark Bayerischer Wald angrenzen sowie der Freistaat Bayern. (Ich vermute mal, dieser Kreis, plus die EU, plus die Einnahmen aus dem Verkauf der "Bausteine", auch den Bau bezahlen soll.) Es hört sich hübsch an, wenn man liest: "Bei einer solchen Konstruktion wäre keiner der Beteiligten übermäßig belastet". Aber letzlich zahlen wir alle, insbesondere in unserer Eigenschaft als Steuerzahler, die Zeche. Weitaus mehr noch als das Glasmuseum in Frauenau wäre dieses Projekt eine "Kathedrale in der Wüste".
Da sollten wir uns lieber damit begnügen, das Imaginäre Museum ("musée imaginaire") der Wald-Künstler im Internet zu besuchen.
(Wer unbedingt bewegte Bilder haben muss, kann auch bei den "woidboyz" Filmkunst aus dem Bayernwald downloaden, oder bei YouTube.)

Die Glasherstellung, besonders die Glasbläserei, ist das Megathema im Bayerischen Wald. Insofern ist der Bau eines Glasmuseums nicht nur verständlich: es wäre im Gegenteil beinahe unverständlich, wenn es dort kein Glas-Museum gäbe. Im Passau existiert zwar ein (mutmaßlich auch recht großes) Glasmuseum. Das ist eine private, und wohl auch privat finanzierte, Einrichtung, die vermutlich Georg Höltl, dem Eigentümer der Rotel-Reisegruppe, gehört. Indes liegt der Sammlungschwerpunkt dort auf Böhmischem Glas (Eigenbeschreibung: "Das Böhmische Glas von 1700 - 1950. Gläser aus Böhmen, Bayern und Schlesien"). Auch weltweit sind spezielle Glasmuseen (im übrigen stehen auch diese Objekte natürlich in Kunstgewerbesammlungen) nicht so dicht gesät (jedenfalls wenn ich die Linkliste des Glasmuseums in Rheinbach als einigermaßen erschöpfend ansehen darf), dass sie nichts Besonderes mehr wären. Und mit seinen Beständen wie mit seinem Konzept kann das Frauenauer Glasmuseum durchaus Ehre für den Bayrischen [manchmal "verschreibe" ich mich bewusst, um auch Tippfehler-Googler" einzufangen" :-)] Wald einlegen. Mit Kunstmuseen dagegen kann man die Straßen vom Emden über Herford bis Bernried pflastern.

Und selbst dann, wenn sich ein Kunstmuseum in Neuschönau, im "Waldinnern", als Besuchermagnet erweisen würde, wäre es ein Verlustgeschäft nicht nur für den Steuerzahler, sondern (auch noch) für die Umwelt. Vierspurige Schnellstraßen in alle Himmelsrichtungen, ausgedehnte Parkplätze, Restaurants und Frittenbunden: das alles gehört zu den Erfolgsvoraussetzungen, bzw. würde (müsste) einem Besuchererfolg folgen.
Ob sich diejenigen Künstler, welche das Projekt unterstützen, wohl noch an die Aktion "Achtung, Baum fällt!" erinnern("Am 12.9.1992 hatte die Umweltschutzgruppe Lindwurm e.V. der Öffentlichkeit die Aktion 'Achtung, Baum fällt!' vorgestellt. Auf dem Hauptwanderweg zum Osser, einem der schönsten Berge des Bayerischen Waldes, entstanden zahlreiche Kunstwerke, die sich mit dem gestörten Verhältnis Mensch - Umwelt befassten. Mit allen möglichen Materialien, ob mit Stein oder Glas, Holz, Gips oder Metall schufen die Künstler Darstellungen, die vor allem das Waldsterben, das in dieser Gegend augenscheinlichste Zeichen der Umweltzerstörung, auf ungewöhnliche und teils drastische Weise thematisierten"), mit der sie und/oder ihre Kolleginnen und Kollegen für die Erhaltung der verbliebenen Reste an natürlicher Umwelt agitiert hatten? Wenn ja, verknüpfen sie (genau so wenig wie wir alle in analogen Zusammenhängen) das Museumsprojekt gedanklich nicht mit dem Komplex "Ökologie".
[Bei dieser Gelegenheit soll nicht unerwähnt bleiben, dass man anderen Orts, in Hauzenberg in dem zum Landkreis Passau gehörenden Teil des Bayerischen Waldes, 3,6 Mio. Euro an Steuergeldern in ein Granitmuseum, pardon: ein Granitzentrum versenkt hat. (Vgl. Bericht S. 14 in der Bayerischen Gemeindezeitung vom 19.05.2005 "Von der Vision zur Realität. Granitzentrum Bayerischer Wald in Hauzenberg feierlich eröffnet" und in der Bayerischen Staatszeitung vom 08.08.2003 "Ein zukunftsweisendes Projekt. In Hauzenberg entsteht das Granitzentrum Bayerischer Wald mit Museum und Forum".)]

Schluss aber mit meiner museenfeindlichen Philippika und noch einmal zum Glas. Das ist natürlich nicht nur museal, sondern vor allem auch kommerziell präsent, und die beiden Einkaufsparadiese oder Erlebniswelten "Joska Kristall" in Bodenmais und das "Glasdorf Weinfurtner" in Arnbruck (das wir -noch- nicht gesehen haben) ziehen wahrscheinlich schon jedes für sich weitaus mehr Touristen an als jedes Museum. Hier wird Glas zum "Event": erlebbar, berührbar und, gegen einen mehr oder weniger großen Obulus, mitnehmbar. Ein großer Teil der Waren wird aber wohl, da die Touristen eben doch nur einen möglichst kleinen Obulus entrichten wollen, aus Billiglohnländern importiert. Die Glasbranche steckt im Bayerischen Wald in der Krise.

Den wunderschönen Film "Der letzte Hafen" ["Häfen" in diesem Sinne sind Schmelzformen, vgl. z. B. diese Rezension des von Katharina Eisch-Angus und Klaus Hernitschek gedrehten Films] haben meine Frau und ich in Zwiesel im Kino gesehen. Wehmütig schildert er die durch Automatisierung und die Konkurrenz der Billiglohnländer weitestgehend untergegangene Welt der Glasbläser im Bayerischen Wald.

Immerhin: das muss mal ein einträchtiger Beruf gewesen sein, denn in Frauenau, einem der Zentren der Glashütten, stehen zahlreiche ziemlich neue Einfamilienhäuser, und dem Aussehen nach keine Billigbauten. Vielleicht wirkt die ehemalige Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt, im Zentrum des Ortes gelegen und mit sehenswerter Innenausstattung, ja heute noch Wunder. Den Bevölkerungsschwund (1956 hatte der Ort lt. meinem Grieben-Reiseführer noch ca. 4.000 Einwohner, jetzt zählt er nur noch ca. 3.000 Seelen) kann zwar auch sie nicht aufhalten, doch wundere ich mich, wie die Menschen damals gehaust haben, bevor die zahlreichen neuen Wohngebäude errichtet wurden. Außer einer sehr reizvollen Steinzeithöhle bei dem (sehr informativen) neuen "Haus zur Wildnis" der Nationalparkverwaltung ("Nachbildung eines Ausschnitts der berühmten Bilderhöhle Grotte Chauvet im Ardèchtal in Südfrankreich") gibt es m. W. keine nennenswerten Höhlen im Bayerischen Wald, in solchen können mithin die Bewohner von Frauenau früher nicht gehaust haben.

Nicht nur aus dem Dorf Frauenau wandern die Menschen ab. Auch in Zwiesel geht sie (leicht) zurück (wobei mir nicht ganz klar ist, ob diese Statistik der Stadtverwaltung von Zwiesel die Einwohnerzahlen der erst später eingemeindeten Ortsteile auch für frühere Zeiten eingerechnet, die Tabelle also vergleichbar gerechnet, hat: Das vermute ich allerdings, weil die Stadt 1956 lt. Grieben-RF lediglich 8.200 EW hatte).

Auf S. 3 dieser pdf-Datei der Stadt Regen sehen wir die Einwohnerzahlen per 2005 u. a. für Bodenmais, Regen, Viechtach und Zwiesel. Lt. S. 5 a. a. O. hatte der Ortskern ca. 8.200 Eihnwohner, hätte also, verglichen mit den 5.200 von 1956, deutlich zugelegt. Das mag allerdings auch daran liegen, das Regen 1960 Bundeswehrstandort wurde (lt. S. 8 der pdf-Datei beschäftigt diese allein ca. 1.100 Arbeitnehmer! Die verdienen allerdings offenbar wenig, denn die Steuerkraftzahlen pro Person -s. 18 a.a.O.- liegen für Regen niedriger als für Zwiesel und sind in Viechtach noch höher).
Die Finanzkraft (S. 20) isst eine andere Sache (Erklärung S. 19; was leider nicht erklärt wird ist die Tatsache, dass für 2001 offenbar DM-Werte eingetragen sind, anders als mit der Umstellung auf den Euro ist die ungefähre Halbierung 2002 nicht zu erklären).
Spitze sind die Bodenmaiser: bei der per-capita-Verschuldung nämlich (S. 22). (Dafür haben sie aber auch die zweitgrößte Steuerkraft pro Einwohner -S. 18-: die Urlauber -und vielleicht mehr noch die Ausflügler- lassen also doch 'ne ganze Menge Geld im Ort.)
Recht interessant ist noch die Tabelle der Arbeitnehmer, Arbeitsplätze, Einpendler und Auspendler jeweils in Regen, Viechtach und Zwiesel (S. 6 der pdf-Datei)

Traurige Dinge geschahen einst in der Stadt Regen : Hier der Grabstein einer Ehefrau, die am Tage ihrer Hochzeit krank geworden und wenige Tage später gestorben ist. Kurios scheint mir aus heutiger Sicht allerdings, dass der in Stein gemeißelte Nachruf auf die Feststellung Wert legt, dass die Ehefrau als Jungfrau ins Grab gegangen ist.




Den Fahrkartenschalter der Bundesbahn in der Kreishauptstadt Regen könnte wohl nur noch ein Wunder retten ...



..... jedoch ist die (hier in einer Aufnahme vom Kurpark am Regenfluss gezeigte)Regener Stadtpfarrkirche Sankt Michael [es ist einfach verblüffend, was die "Wikipedia" so alles hergibt!] keine wunderwirkende Wallfahrtskirche, so dass man für die Fortexistenz des Regener Fahrkartenschalters wohl nur wenig Hoffnung hegen darf. [Der oben gezeigte Grabstein übrigens ist, zusammen mit anderen, in einem Häuserdurchgang von der Stadtseite zur Kirche eingemauert.]


Bayerisch Eisenstein (wo es wohl keine Eingemeindungen gab) hatte 1956 (die Angaben immer nach meinem Grieben-Reisebuch) 1.850 Einwohner. Von denen halten lt. Wikipedia noch 1.120 die Stellung, lt. Homepage der Gemeindeverwaltung (auf "Eisenstein in Zahlen" klicken; mein Zugriff vom 22.07.07) sind sogar nur noch 1.050 übrig geblieben.

Bodenmais (vermutlich auch keine Eingemeindungen): 1956 = 3.600 EW, jetzt noch ca. 3.300 lt. Wikipedia, lt. Gemeindewebseite ("Gemeinde / Zahlen und Fakten"; die Datenseiten sind hier wie leider auch bei vielen anderen Gemeinden -und auch bei anderen Datenanbietern- in "Frames" versteckt, die nicht direkt verlinkbar sind).

Sehr positiv haben sich anscheinend die Einwohnerzahlen in Viechtach entwickelt, auch wenn man die 1978 erfolgte Eingemeindung von Schönau und Wiesing herausrechnet (auf dieser Internet-Seite der Stadtverwaltung kann man eine pdf-Datei der Bevölkerungsentwicklung seit 1972 downloaden, die den Sprung in 1978 -Eingemeindungen- erklärt, aber nicht für den Gesamtzeitraum vergleichbar gerechnet wurde).

Vergleiche auch für andere Städte wären sicherlich interessant, doch ist mir das im Hinblick auf die Eingemeindungen zu umständlich bzw. vielleicht sogar unmöglich, wenn man nur Internetquellen verwendet.


Die Berichte über unsere Ausflüge / meinen Ausflug habe ich jetzt (28.07.07) ausgegliedert in den Eintrag:
"Aus dem Bayerwald in die Welt: Ausflüge nach Niederbayern und Süd-Böhmen".

Ebenfalls "outgesourct" habe ich meine Links zu und Gedanken über eine Reihe von Internet-Portalen und Webseiten, die den Bayerischen Wald betreffen:
"Der Bayerische Wald - Werbung für Fremdenverkehr im Internet"


Um nicht selbst die Übersicht zu verlieren, habe ich eine Übersicht über alle meine Niederschriften der Urlaubserlebnisse und Reflexionen über den Urlaub und über unser Urlaubsgebiet eingestellt unter dem Titel:
"Bayerischer Wald: Übersicht meiner Blog-Einträge über unseren Urlaub in Zwiesel"




Abschließend einige unsystematische und nicht bewertete Links zu Webseiten mit einem thematischen Zusammenhang:

Reisebericht Bayerischer Wald - Markus Hollenhorst hat von Zwiesel aus verschiedene Wanderungen unternommen (bis zu 22 km - muss wohl etwas jünger sein als wir :-).

Auf der Testseite von dooyoo stehen derzeit (15.07.2007) -4- Berichte über Zwiesel. Während ich mir bei einigen nicht sicher bin, ob es sich nicht um Werbung handelt (jedenfalls klingen manche der Texte stellenweise wie schein-dilettantisch verbrämte - und lieblos 'hingehauene' - Werbelyrik), macht der ebenso ausführliche wie insgesamt sehr positive (aber bestimmte "Attraktionen" auch scharf kritisierende) "Testbericht" von "esposa1969" vom 10.12.2006 einen ehrlichen Eindruck. Tatsächlich dürfte die Gegend für Familien mit jungen Kindern recht gut geeignet sein.

In Gesprächen mit den Einheimischen kommt immer mal die Rede auf die Schneekatastrophe, die sich um den 10. Februar 2006 herum im Bayerischen Wald ereignete; hier ein Foto davon. In der "Stern" Fotocommunity "View" gibt es sogar 10 Fotos, aus Zwiesel, von "doehler". Und wenn ich auch nicht gerade für die "Linkszeitung" Werbung machen möchte: deren Bildergalerie vom Schneechaos ist eindrucksvoll. Bilder und Berichte bietet auch die Süddeutsche Zeitung.

Manchmal verschlägt es auch außerhalb der Ski-Saison einen Hauch von Welt in den Wald: "Little Zwiesel goes a long way" erinnert sich "Bad Town" ("male, writer/journalist", aus Nashville, Tennessee)unter dem 05.03.2007 in seinem Blog an eine Übernachtung in Zwiesel.

Empfehlenswert ist es, zumal für Preußen und andere Flachlandtiroler, vor einer Reise in der Bairischen Wald einen Crashkurs in den lokalen Dialekten zu absolvieren. Die Süddeutsche Zeitung informiert in einem Zeitungsartikel und lässt uns sogar eine Sprechprobe hören.



Textstand vom 13.01.2011. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge.

Kommentare:

  1. Ich habe versehentlich Block als anstössig gemeldet. Ich dachte, hier kann man Kontakt aufnehmen. Ich wollte mich bei Ihnen für Ihre tolle Leistung des Eintrages über den Urlaub in Zwiesel bedanken. Ein hervorragender Internetauftritt. Vielen Dank
    Fastner Margit
    Zwiesel

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  2. Hallo Frau Fastner,

    für Ihr Lob danke ich ebenso wie für Ihr aufrichtiges 'Geständnis'.

    Freilich rätsele ich, welche Textstelle(n) und/oder Bild(er) Ihnen anfänglich anscheinend den Eindruck vermittelt haben, dass ich hier einen Erotik-Blog betreibe? ;-)

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  3. Hallo Herr Brinkmann,
    in keinster Weise wollte ich derartiges melden. Ich hoffe, dass für Sie dadurch kein Schaden entsteht? Ich war so sehr von Ihrer Veröffentlichung über Zwiesel mit allen Links beeindruckt, dass ich auf der Suche nach einen zu Ihnen Kontakt war und aus versehen auf diese Blockstelle geraten bin. Bitte geben Sie mir Bescheid, falls Ihnen durch meinen Unfug Schaden entstanden ist: margit.fastner@t-online.de
    Viele Grüße

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  4. Hallo Frau Fastner,

    jetzt verstehe ich: Sie waren auf der Suche nach meiner E-Mail-Adresse!
    Ich dachte, die hätte ich in meinem Profil freigegeben; war aber nicht der Fall. Das habe ich nun geändert; danke für den Hinweis!

    Was die Meldung als anstößig angeht, machen Sie sich mal keine Gedanken: das ist mir auch schon passiert. Und mir ist deswegen bisher noch nichts passiert; da würde auch (außer gelegentlich mal einer anzüglichen Bemerkung) nichts knallhart erotisches finden.

    Meine Mailanschrift ist auch auf meiner Webseite www.beltwild.de sichtbar (auf der Unterseite "Heimatreich").

    Gruß nach Zwiesel!

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  5. Hallo Herr Brinkmann,
    ich bin sehr erleichtert. Ich dachte schon, ich hätte mit meiner Unwissenheit etwas angestellt.
    Wie gesagt - alle Ihre Einträge gebührt höchstes Lob und Beachtung. Ich habe etliche gelesen. Z. B. Ihre Gedanken zum Tourismus im Bayerischen Wald. In den 60iger - 70iger Jahren kamen Sonderzüge aus Berlin, Hamburg etc. zu uns. Jedes Haus stellte Betten bereit. Es gibt Zeitzeugenberichte, dass die Eigentümer sogar deswegen in ihren Badewannen schliefen. Gastronomie und Tanzlokale hatten Hochkonjunktur. Einzig der Tanzsalon, der bei Ihrem Besuch noch brach lag, hat einen neuen Besitzer gefunden und ist zu einer modernen High-Tech Disco ausgebaut worden. Die Aussenanlage wird gerade hergerichtet. Das könnte auch wieder Nachtschwärmer nach Zwiesel bringen. Als ich noch jung war gab es 3 Diskotheken und jede hatte Hochbetrieb.
    Viele Grüße
    Fastner Margit

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