Dienstag, 14. Oktober 2014

"Die Neue Ordnung des Geldes" oder: Warum wir Thomas Mayers Geldreform NICHT brauchen, und warum er die volkswirtschaftliche Ratio des Kreditgeldes nicht rafft

 
 
Thomas Mayers Buch "Die neue Ordnung des Geldes: Warum wir eine Geldreform brauchen" wird bereits jetzt, unmittelbar nach seinem Erscheinen, bei Amazon als "Bestseller Nr. 1 in Volkswirtschaftslehre Allgemein" geführt.
[Erg. 07.11.2014: Das war nur sehr kurzzeitig so.]
Eine erste (Quasi-)"Rezension" hatte ich bereits am 10.10.2014 u. d. T. "Mensch, Mayer: Was für ein Schwindelgeld wollen Sie uns denn andrehen?" verfasst.
Die basierte allerdings nicht auf dem Buchtext, sondern auf einem Interview von Malte Fischer mit Thomas Mayer, das am 09.10.2014 in der Wirtschaftswoche erschienen war: "Nach der Finanzkrise droht die Geldkrise". Und war damit keine echte Buchbesprechung.
 
Der vorliegende Text geht nunmehr vom Buchtext aus. Eine Rezension im vollen Sinne des Wortes ist er freilich ebenfalls nicht, denn das Buch liegt mir nicht vor. (Ich habe auch nicht die Absicht, es zum vollen Preis zu kaufen; aber irgendwann wird sicherlich ein Gebrauchtexemplar über Ebay bei mir anlanden.)
Erfreulicher Weise hat aber der FinanzBuch Verlag (ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH)
auf seiner Webseite das Kapitel 1 (= S. 15 - 31 des Buches) als Leseprobe eingestellt. (Und ebenso das Inhaltsverzeichnis.)

 
In diesem 1. Kapitel stellt Thomas Mayer die uralte Frage "Was ist Geld?".
Und beantwortet sie wie folgt (S. 15):
"In den Wirtschaftswissenschaften nimmt die Geldtheorie und -politik einen prominenten Platz ein. Man sollte daher meinen, wir wüssten, was Geld ist. Doch das ist, so unglaublich es klingt, nicht der Fall."
Das ist unzutreffend.
Sicherlich gibt es immer noch Streit darüber, was Geld ist. Aber es gibt ja selbst heutzutage, 150 Jahre nach Charles Darwin, auch immer noch Kreationisten, welche die Richtigkeit der Evolutionstheorie bestreiten.
 
Thomas Mayer behauptet:
"..... es [gibt] zwei sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was Geld eigentlich darstellt. Für die einen ist Geld eine besondere Ware, die durch gesellschaftliche Konvention zu einem Mittel für den Tausch wirtschaftlicher Güter geworden ist. Für die anderen ist Geld nur ein Maß für die Schuld, in der wir Mitmenschen gegenüber stehen, die uns ein wirtschaftliches Gut überlassen haben."
Das ist teilweise richtig, im Kern aber ebenfalls falsch.
 
Für die Definition von Geld gibt es einen schlechthin unschlagbaren Satz:
"Money is, what money does". Also etwa: Geld ist, was man mit Geld anfangen kann.

Auf den 1. Blick ist diese Sentenz genial, auf den 2. banal: Eine wirkliche Erklärung liefert sie nicht; sie scheint tautologisch zu sein.
Trotzdem können wir ihr, beim 3. und genaueren Hinschauen, eine wichtige Botschaft entnehmen: Das "Wesen" des Geldes muss funktional definiert werden.
Eine sinnvolle Definition fragt also nicht "Was IST Geld?", sondern:
"Was TUT Geld?". (Erst dann) wenn ich weiß, was Geld tut, weiß ich auch, was Geld ist.
 
 
In diesem Sinne hatte ich Geld im Zusammenhang mit der sog. "Target-Debatte" (deren Lektüre mein Verständnis von Geld enorm vorangebracht hat) in einem sehr kurzen Blott vom 31.10.2012 u. d. T. "Was ist Geld? Was sind folglich die Target2-Salden in der Eurozone?" wie folgt definiert:

"Geld (i. S. von Fiatgeld) ist nichts anders als ein Schuldschein (man könnte auch sagen: ein Kreditbrief)
  • ausgestellt von einer Volkswirtschaft [wichtig: nicht auf den Staat oder eine Bank!] und entsprechend bei jedem Wirtschaftssubjekt - Person, Firma) in dieser Volkswirtschaft einlösbar [Erg. 25.10.14: gegen Güter, die diese auf dem Markt anbieten; darüber hinaus nicht: Bei Dingen, die nicht zum Verkauf werden, besteht also selbstverständlich keine Einlösepflicht.]
  • gesetzlich vertreten durch die jeweilige Notenbank. ..... Bei "Giralgeld" ist es die Geschäftsbank, welche als quasi "gesetzliche Vertreterin der Volkswirtschaft" Geld schöpft."

Zur Definition des Geldbegriffs habe ich später einen weiteren und längeren Text verfasst, allerdings nur auf Englisch: "Time to say goodbye: To slipshod definitions of "money" in economics!" (Auf Deutsch etwa: "Schluss mit schlamperten Gelddefinitionen in der Volkswirtschaftslehre!")
[Die Gelddefinition entwickele ich darin teilweise aus einer Auseinandersetzung mit andersartigen Vorstellung von L. Randall Wray, der Geld für ein "IOU", also einen Schuldschein auf eine konkrete Organisation - Staat oder Bank - hält. Das scheint eine im angelsächsischen Raum verbreitete Vorstellung zu sein, die wohl auf die Kreditgeldtheorie zurückgeht, wie sie Alfred Mitchell Innes in zwei Aufsätzen 1913/1914 entwickelt hatte. (Vgl. dazu meinen Bott "Einen Kredit gibt es nicht. 100 Jahre 'Kredittheorie des Geldes' (Credit Theory of Money) von Alfred Mitchell Innes"). Für Wray und seine Schule ist Geld allerdings insbesondere ein Schuldschein des Staates, und die "Verpflichtung" des Staates besteht lediglich darin, dieses Geld (für Steuerzahlungen) wieder zu akzeptieren - was eine ziemliche Perversion des Begriffs "Schuldschein" darstellt. Interessanter Weise gibt es wohl Übereinstimmungen zwischen der von Wray u. a. vertretenen "Modern Monetary Theory" (MMT) und den Vorstellungen von Thomas Mayer. Gemeinsamer Nenner wäre dabei die "Staatliche Theorie des Geldes" von Georg Friedrich Knapp, auf der auch Thomas Mayer zumindest implizit oder indirekt - via David Graeber - aufzubauen scheint. Die MMT habe ich in zwei Aufsätzen - hier und da - kritisiert.]
 
Thomas Mayer vermengt die Dimension der Geldfunktion mit jener der Geldschöpfung, wenn er von zwei unterschiedlichen Auffassungen zur Natur des Geldes spricht (S. 15 ff.).
 
Nach der "ökonomischen Auffassung", die sich von Adam Smith herleite, sei Geld ein Tauschmittel. (Was allerdings in Mayers Darstellung erst in S. 17 Abs. 2 klar wird, und auch nur indirekt; direkt auf S. 20 Abs. 4.)
 
Dem stellt er eine "anthropologisch-historische" Sichtweise gegenüber, die er am Beispiel des Anthropologen David Graeber festmacht. Tatsächlich ist die Kredittheorie des Geldes viel älter, vgl. oben zu Alfred Mitchell Innes. Aber das bestreitet Mayer auch nicht; vielmehr charakterisiert er Graeber ausdrücklich als einen "Herausforderer [von Adam Smith] aus unserer Gegenwart" (meine Hervorhebung).
Die anthropologisch-historische Perspektive gibt er so wieder (S. 17):
"Graeber und andere Vertreter der anthropologisch-historischen Sicht betonen, dass in Urgesellschaften und in der Antike wirtschaftliche Beziehungen in Form von Kredit im Vordergrund standen. Tausch spielte vornehmlich dann eine Rolle, wenn nicht die Mitglieder einer Gesellschaft untereinander, sondern Mitglieder verschiedener Gesellschaften wirtschaftliche Beziehungen eingingen. Geld entstand daher nach Graeber nicht als Tauschmittel, wie von den klassischen Ökonomen behauptet, sondern als Maßeinheit für Kredit, oder auch Schuld, insbesondere gegenüber der Obrigkeit."
 
Berührungspunkte von Graebers Vorstellungen mit Knapps Staatlicher Theorie des Geldes (s. o.) werden in der Darstellung S. 19 sichtbar (Graeber mag diese Ideen direkt von Knapp hergeleitet haben, oder vermittelt durch die MMT - s. o.):
"..... entstand nach Graeber Münzgeld vornehmlich aus militärischen Gründen: Herrscher gaben ihren »Soldaten« Münzen und verlangten, dass die Bauern ihre Steuern in eben diesen Münzen entrichteten. ..... Dem so geschaffenen Geldangebot stand damit eine künstlich erzeugte Geldnachfrage gegenüber. Die Bauern mussten den Soldaten Waren gegen Münzen abtreten, die sie für die Zahlung ihrer Steuern benötigten ...".
(S. a. S. 19 letzter Abs. und S. 20 Abs. 1 und 2.)

 
Seine Entscheidung über die beiden seiner Meinung nach widersprüchlichen Geldsysteme präsentiert Thomas Mayer auf S. 25:
"Euckens Systematisierung des Geldes hilft, den am Anfang dieses Kapitels vorgestellten Gegensatz der Charakterisierung von Geld als Tauschmittel oder als Maß für Schuld zu entschärfen. Den jeweiligen historischen gesellschaftlichen Verhältnissen entsprechend kann es das eine oder das andere sein. Der Charakter von Geld ist also wandlungsfähig."
 
In Wahrheit schließen sich die Vorstellungen von Geld als Tauschmittel und Geld als Kredit aber keineswegs aus; sie bewegen sich vielmehr auf verschiedenen Ebenen (sind also schlicht inkommensurabel): 
  • Tauschmittel bezeichnet die Funktion von (jedwedem) Geld. (Womit man nicht oder nicht mehr tauschen kann, das war von vornherein kein Geld bzw. das ist kein Geld mehr).
  • Kredit dagegen bezeichnet lediglich eine Art (von drei möglichen) der Geldschöpfung.
Allerdings kommen beide Dimensionen zumindest im modernen Fiatgeld in einem Punkt zusammen: Fiatgeld (künstliches Geld, Zeichengeld usw.) ist jedenfalls heute insofern immer eine Kreditform, als es einen ZEITVERZÖGERTEN Tausch ermöglicht. DAS ist die eigentliche Leistung von "Geld"! (Und genau darin liegt die Genialität von Geld, und spezifisch des modernen Geldwesens, als gesellschaftlicher "Erfindung" und Einrichtung.)
[Auch die Verwendung von Warengeld, also exemplarisch die Bezahlung mit Goldmünzen, kann man als zeitverzögerten Tausch betrachten. Mir erscheint sie freilich eher als ein indirekter Tausch. Der Verkäufer tauscht hier ja durchaus Ware gegen Ware. Nur ist im allgemeinen eben nicht der Goldbesitz selber sein Ziel. Vielmehr will er sich durch die Annahme von Goldgeld in den Besitz von Kaufkraft bringen, mit der er später seinerseits am Markt einkaufen kann. Anders als beim Papiergeld ist diese Kaufkraft jedoch in Form einer realen Ware vorhanden, die auch dann einen (wenngleich vermutlich geringeren) Wert hätte, wenn ihr keine Geldfunktion zukäme.]

Auf welche Weise sich Thomas Mayer die gebotene Unterscheidung von Geldfunktion und Geldschöpfungsart verbaut, wird in seiner Besprechung der Geldordnung nach Walter Eucken deutlich (S. 22 ff.). Dort behauptet er nämlich (S. 22; meine Hervorhebung):
"Im ersten System [der von Eucken unterschiedenen 3 "reinen Geldsysteme"] entsteht Geld dadurch, dass eine Ware zu Geld wird. Dies entspricht der oben erwähnten Idee von Geld als Tauschmittel."
Das ist falsch. Geld ist IMMER ein Tauschmittel, egal, wie es entstanden ist. Allenfalls lässt sich zwischen indirektem und zeitverzögertem Tausch unterscheiden, aber eine solche, ohnehin nicht unproblematische Unterteilung ist bestenfalls sekundär gegenüber der JEDER Geldform inhärenten Tauschmittelfunktion.

[Implizit gehe ich hier von einer mehr oder weniger vollwertigen Ausprägung der Münzen aus. Je unterwertiger diese ausgeprägt werden, desto mehr verlieren sie ihren Charakter als Warengeld und werden zunehmend zu Willkürgeld; zu diesem Begriff s. u.]
Euckens erstes System bezeichnet demnach lediglich eine spezifische Geldform (im Sinne von Geldschöpfungsmethode), nämlich das Warengeld.
 
Die weitere Euckensche Unterteilung in Systeme, wo Geld als Schuldschein einerseits und als Kredit anderseits entsteht, macht wenig Sinn; beide Sachverhalte können als Kreditgeld zusammengefasst werden. Nach meinem Eindruck (den ich allerdings erst durch eine Lektüre des gesamten Buches verifizieren könnte) lockt sie Mayer sogar in eine Denkfalle.
"Staatliche Schuldscheine" sind, je nachdem, was man darunter verstehen will, nicht unbedingt eine Form von KREDITÄRER Geldschöpfung.
 
Zentralbanken verbuchen Geld, das sie emittiert haben (Begriff: Zentralbankgeld oder Notenbankgeld oder Basisgeld, engl. high powered money oder base money) als eine Forderung gegen sich, also in den Passiva. (Vgl. auch die Übersicht S. 26 bei Mayer.) Das ist freilich heute eine reine Formsache (anders zu Zeiten, wo die Notenbanken noch zu einem Umtausch von Banknoten in Gold verpflichtet waren!).
Insofern könnten die Notenbanken einfach Geld drucken und es dem Staat zum Ausgeben "schenken". (Wobei es buchungsmäßig durchaus als Kredit geführt werden kann.)

Das ist in der Tat die Vorstellung der MMT-Monetärphantasten (s. meine oben verlinkten zwei Aufsätze dazu). Aber auch der Vollgeld-Freaks (vgl. näher meinen Aufsatz "Ein Professor der vom Schlagschatz träumt: Wie Joseph Huber uns Willkürgeld als 'Vollgeld' andrehen will") und ebenso, wie ich aus dem oben angesprochenen WiWo-Interview folgern muss, die von Thomas Mayer (meine Hervorhebungen):
"Im Aktivgeldsystem gibt die Zentralbank Geld direkt an die Bürger aus. Dieses wird ihnen auf den Geldkonten bei den Geschäftsbanken gutgeschrieben. Auf den ersten Blick produziert hier die Zentralbank das Geld aus dem Nichts. Aber dieses „Nichts“ ist das Vertrauen der Bürger ins Geld. Die Aufgabe der Zentralbank ist es, das Vertrauen der Bürger in das Geld zu erhalten. Das setzt der Geldproduktion enge Grenzen. Diese Grenzen können im Wettbewerb mit anderen Geldemittenten gefunden werden. Denn der Wettbewerb diszipliniert die Geldemittenten, nicht zu viel Geld auszugeben. Sonst entwertet sich ihr Geld und die Bürger ersetzen es durch ein anderes."

Was Mayer hier fordert, ist eine Form der Geldschöpfung, die er (nicht vorsätzlich, sondern schlicht aus mangelndem Unterscheidungsvermögen) unter dem Begriff "Aktivgeld" versteckt (vgl. seine Tabelle 1.1 "Übersicht der Geldordnungen und Geldformen" auf S. 26).
Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Geldform, die andere (als Erster, glaube ich, John Maynard Keynes in seinem "A Treatise on Money", dt. "Vom Gelde") längst als "Willkürgeld" identifiziert bzw. (richtig) eingeordnet haben. Anders gesagt: Mayers "Aktivgeld" ist nichts als staatliche Gelddruckerei.
Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Mayer eine Begrenzung der Geldemission fordert, und dem (m. E. erschreckend naiven) Glauben huldigt, der Wettbewerb werde die Geldemittenten disziplinieren, "nicht zu viel Geld auszugeben". Niemand kann auch nur halbwegs präzise berechnen, was "zu viel" überhaupt ist (dazu näher hier in meiner Vollgeld-Kritik). Und dass Währungswettbewerb zumindest die großen Geldemittenten kaum am Gelddrucken hindert, zeigt ein Blick auf die Notenbanken in China, Japan, den USA und Großbritannien; aber ebenso auf die (unserem Volk von seinen Politikern zwangsweise aufoktroyierte) Europäische Zentralbank (EZB).

Aber zurück zu Mayers Darstellung von Euckens Geldsystemen.

In die 2. Kategorie der gegen Lieferung einer Ware oder Erbringung von Arbeitsleistung als Bezahlung hingegebenen Schuldscheine rechnet Mayer auch "die oben beschriebene Besoldung von Soldaten für ihre Dienste durch den Staat".
Das ist eine unzutreffende Einordnung. Die Bezahlung erfolgte im Beispiel (das Mayer von Graeber übernimmt) mit Goldmünzen und damit (einigermaßen vollwertige Ausprägung vorausgesetzt - s. o.) mit WARENGELD. Diese Fallgestaltung ist also unter die ERSTE Euckensche Fallgestaltung zu subsumieren.
 

Ein Grundproblem bei Mayer ist wohl, dass er sich jener sinnvollen Klassifizierung der Geldschöpfungsmethoden verweigert, welche die Wissenschaft in mühsamer Arbeit geschaffen hat, nämlich nach Warengeld und Fiatgeld. Das scheint nach meinem Eindruck allgemeiner Kenntnisstand aller wesentlichen Geldtheorien zu sein.
Wohl weniger verbreitet, aber absolut unverzichtbar zum Verständnis des Geldwesens, ist dagegen eine weitere Aufteilung der Obergruppe "Fiatgeld": Nämlich in "Kreditgeld" und "Willkürgeld". (D. h.: Kreditär geschöpftes Geld und solches, das der Staat einfach druckt und ausgibt.)

Um diese Kategorienbildung symmetrischer, und damit mnemotechnisch einprägsamer zu gestalten, bilde ich (auch wenn das rein sachlich für das Warengeld eigentlich überflüssig ist) zwei Obergruppen mit 3 Untergruppen:

1) "NICHT-FIATGELD" (faktisch - mehr oder weniger vollwertiges - Warengeld; hier nur zur Unterscheidung von der Untergruppe anders benannt); darin als (einzige) Untergruppe
  • Warengeld
2) FIATGELD (Symbolgeld ohne - nennenswerten - eigenen Warenwert); darin zwei Untergruppen
  • Kreditgeld (= durch Kreditvergabe geschöpftes Geld) und
  • Willkürgeld (= einfach "gedrucktes" und - typischer Weise an den Staat, bei Mayer jedoch direkt an die Bürger - "verschenktes" Geld).
Welche Bedeutung die hier vorgenommene weitere Aufteilung der Fiatgeld-Kategorie hat, wird deutlich, wenn wir die oben geschaffenen Untergruppen zwei gänzlich anderen (aber ebenso berechtigte und - mindestens - ebenso wichtige) Obergruppen zuordne:

1) BESICHERTE GELDSCHÖPFUNG. Dazu gehören

  • Warengeld (Goldmünzen bei mehr oder weniger vollwertiger Ausprägung) und
  • Kreditgeld (für die meisten sicher überraschend; Erklärung unten)
2) UNBESICHERTE GELDSCHÖPFUNG mit nur einer Untergruppe, nämlich dem

  • Willkürgeld.
Wie kann Kreditgeld überhaupt besichert sein, wenn es doch angeblich "aus dem Nichts" geschöpft wird? (S. 26 über staatliches Zentralbankgeld, gilt aber ebenso für Giralgeld!)
Nun, zunächst einmal ist es zutreffend, dass Kredite "ex nihilo" geschaffen werden.
Das ist aber keineswegs äquivalent mit "unbesichert".
Zur Begründung zitiere ich mich (mit geringfügigen Änderungen) selber (aus
diesem Aufsatz):
"Otto Veit [beschreibt] in seinem Buch "Reale Theorie des Geldes" (1966, S. 29), auf welche Weise kreditgeschöpftes Geld gedeckt ist (meine Hervorhebungen):
"Solches Kreditgeld ist volkswirtschaftlich nicht 'ungedeckt', wie manchmal gesagt wird. Bankmäßig [besser vielleicht: "betriebswirtschaftlich"] liegt die Deckung in dem Anspruch gegen den Schuldner; volkswirtschaftlich liegt sie in der antizipierten Güterleistung, die der Schuldner erbringen muss, um den Kredit einzulösen".
Ausführlicher habe ich die Zusammenhänge (in der realwirtschaftlichen Dimension) in meinem Blott "
Einen Kredit gibt es nicht. 100 Jahre "Kredittheorie des Geldes" (Credit Theory of Money) von Alfred Mitchell Innes" dargestellt.
Entscheidend ist jedenfalls, dass derjenige, der zuerst Geld ausgibt (als Privatmann oder als Staat) eine Leistung in die Volkswirtschaft zurückspeist. Nur dann hat das Geld eine Deckung; anderenfalls geht der "Erstgeldempfänger" für lau einkaufen - auf Kosten aller anderen Geldverwender. Sehr eindrucksvoll hat das (im Zusammenhang der Eurokrise) Gero Jenner in seinem Artikel "Die Lügen der Politik" beschrieben (Januar 2012; auch
hier online): "..... In einer funktionierenden Geldwirtschaft sind Staat und Bürger in dieser Hinsicht vollkommen gleichgestellt. Weder ist es einem Privatmann erlaubt, Falschgeld in Umlauf zu bringen und sich damit Reichtum aus dem Nichts zu verschaffen, noch darf der Staat die Notenpresse der Zentralbank für sich rotieren lassen. Denn dann würde auch er sich eine Art von Falschgeld verschaffen: Willkürgeld, das durch keine Wirtschaftsleistung gedeckt ist."
 War schon Euckens Klassifizierung unzureichend (weil sie das Willkürgeld nicht identifiziert), setzt Mayer noch eins drauf, indem er die Geldschöpfungsarten nach rein buchungstechnischen Kriterien einerseits in das Prokrustesbett von "Aktivgeldordnung" und "Passivgeldordnung" presst, und andererseits die kreditäre Geldschöpfung überflüssiger Weise (d. h. ohne Erkenntnisgewinn) in "Giralgeld" und "staatliches Zentralbankgeld" zerlegt (S. 25 f., übersichtlich zusammengefasst in der Tabelle S. 26).

In Mayers System ist nunmehr das Warengeld mit (nur einem Teil des) Willkürgeldes (bei Mayer: "Aktivgeld") in der "Aktivgeldordnung" eingruppiert, und unter der "Passivgeldordnung" das von den Geschäftsbanken geschaffene Giralgeld (das er zutreffend als kreditäre Geldschöpfung beschreibt) gemeinsam mit dem staatlichen Zentralbankgeld.

Dass das Willkürgeld auch in Mayers Passivgeldordnung sein Unwesen treibt, zeigt die Erläuterung im Textanschluss an die Tabelle (S. 26):
"Der Staat kann Passivgeld direkt ausgeben, um sich zu finanzieren. In diesem Fall handelt es sich um eine eigenkapitalähnliche Verbindlichkeit wie die Aktie eines Unternehmens, das damit sein Anlagevermögen finanziert."

Aber auch schon auf S. 25 schreibt er (meine Hervorhebung): "Dies (die Verbuchung als Passiva) gilt für Banknoten, die mit Forderungen ... oder überhaupt nicht gedeckt sind".
(Diesen Satz werte ich zugleich als ein Indiz dafür, dass Mayer der Begriff der volkswirtschaftlichen Deckung - s. o. Otto Veit - fremd ist und er insoweit lediglich in betriebswirtschaftlichen Kategorien denkt.) 
Wenn der Staat Geld druckt und es ausgibt - Weimar 1923, Zimbabwe Anfang 2000 - dann ist das jedoch allenfalls auf dem Papier eine "Verbindlichkeit". Ökonomisch wäre das schlicht und einfach Falschgeld, oben als Willkürgeld bezeichnet.
(Die begriffliche Unterscheidung von Falschgeld und Willkürgeld ist Erkenntnis fördernd und damit sinnvoll, weil sie staatliches "Falschgeld" - das ja immerhin irgendwo noch den Bürgern zu Gute kommt - terminologisch gegen privates - sozusagen "echtes" - Falschgeld abgrenzt.)

Bei Mayers verquerer Kategorienbildung rächt es sich, dass der Autor die Frage der (volkswirtschaftlichen) Besicherung von Geldemissionen ausblendet, und den Geldwert lediglich als Reflex psychologischer Befindlichkeiten begreift. 

("Aktivgeld ist mit dem Vertrauen der Nutzer ausgestattet, dass es von anderen Nutzern als Tauschmittel akzeptiert wird." - S. 25, bzw. im WiWo-Interview - s. o. - "Die Aufgabe der Zentralbank ist es, das Vertrauen der Bürger in das Geld zu erhalten. Das setzt der Geldproduktion enge Grenzen." - Meine Hervorhebungen.)
Dazu kann ich nur sagen: Vertrauen ist gut. Besser freilich ist ein Mechanismus, der aus sich heraus für eine Wiederauffüllung des Warenangebotes am Markt sorgt.

Das Problem mit seiner Einteilung der Geldarten besteht folglich darin, dass Mayer das Geldwesen letztlich doch allzu isoliert betrachtet, und daher verkennt, auf welche Weise das Kreditgeld mit realwirtschaftlichen Erfordernissen geradezu "genial" verzahnt ist. (Vgl. zu dieser Perspektivenverengung, die leider für allzu viele "Gelddenker" typisch ist, meinen Aufsatz "Irrige Grundannahmen in der Gelddebatte".)
 Um den Mechanismus dieser großartigen gesellschaftlichen Erfindung hier noch einmal in anderer Form darzustellen:


  • Wer einen Kredit aufgenommen hat (meine Bezeichnung: "Erstgeldempfänger"), darf quasi vorschussweise Güter und Dienstleistungen (nachfolgend vereinfachend: "Waren") aus dem gemeinsamen Topf ("Markt") herausnehmen.
  • Den Kredit zurückzahlen kann er nur dadurch, dass er seinerseits irgend etwas verkauft; damit gibt er, realwirtschaftlich betrachtet (also in Wareneinheiten) seinen Vorschuss (plus Zinsen) zurück.
  • Ein Falschgeldproduzent, aber ggf. auch der Staat, wenn er Geldscheine einfach druckt und ausgibt, entnimmt dem Markt Waren, ohne selber Wertschöpfung einzubringen. Dadurch steht am Markt einem Überangebot von Geld ein Mangel an Waren gegenüber, der zwangsläufig (wenn auch in der Praxis meist zeitverzögert) zu Inflation führen muss. [Tatsächlich produziert der Staat auch heute noch "Falschgeld". Nämlich insoweit, als er Münzen zu niedrigen Kosten mit hohem Gewinn ("Schlagschatz", heute meist "Seigniorage" genannt) auf den Markt bringt. Nur wegen ihrer im Verhältnis zur gesamten Geldemission geringen Mengen führt diese Willkürgeldproduktion nicht zu einem Kaufkraftverlust des Geldes.]
[Im Detail will ich das hier nicht erörtern, muss es aber wenigstens erwähnen: Dass dieser Prozess auch "entgleisen" kann. Ebenso wie das Warengeld etwa bei unterwertiger Ausmünzung von Edelmetallen, kann selbst Kreditgeld zu Willkürgeld degenerieren. Diese Lage könnte m. E. dann eintreten, wenn die Wirtschaft und/oder der Staat sich weitgehend einer sog. "Ponzi-Finanzierung" bedienen, also Tilgungsraten und Zinsen aus neuen Krediten finanzieren, und dazu noch frische Kredite aufnehmen.
(Zusatzbedingungen: a) die Produktionssteigerung hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt und b) die zusätzliche Geldmenge wird nicht gehortet, sondern tatsächlich nachfragewirksam.) 
Zwischen den obengenannten 3 Geldschöpfungsarten sind also Zwischenstufen möglich. Die Gruppen sind als Idealtypen lediglich ein Hilfsmittel zur Erkenntnis und nicht zwangsläufig in der Wirklichkeit gleichermaßen sauber auseinander zu halten!]

Mayer aber blendet die Ratio der kreditären Geldschöpfung "erfolgreich" aus, den Geldwert (die Kaufkraft des Geldes) durch einen sozusagen "eingebauten" Automatismus zu gewährleisten, welcher die Verfügbarmachung von Gütern geradezu erzwingt.
Sogar das Warengeld, bei dem bereits produzierte Waren (zunächst) gegen eine "Geldware" eingetauscht wird, verkommt bei ihm zum bloßen psychologischen Trick:
"Zur Erhöhung seiner Akzeptanz kann staatliches Passivgeld mit Sicherheiten, zum Beispiel Gold oder Silber, teilweise gedeckt werden." (S. 26).

Wenn man bedenkt, dass Thomas Mayer einmal Chefvolkswirt der Deutschen Bank war (
Wikipedia), dann kann diese psychologische "Virtualisierung" der Realwirtschaft vielleicht als einen Beleg für die Denkweise im "Raumschiff Bankster" überhaupt nehmen(die Fachwissenschaft hier eingeschlossen).
Sogar im Rahmen der Target-Debatte erteilten Volkswirtschaftsprofessoren der Bundesbank den guten Rat, dass Verluste gar nicht schlimm seien; man könne doch einfach Geld drucken. Wichtig sei lediglich, dass in der Öffentlichkeit die "Glaubwürdigkeit" gewahrt werde. (Auch in Äußerungen Ben Bernankes konnte ich diesen Psychovirtualisierungswahn ;-) feststellen:
"Finanzkrise (Finanzmarktkrise): Ist BEN BERNANKE BESCHEUERT oder ist Burkhardt Brinkmann blöd?").
Was die Akteure (das richtet sich jetzt freilich nicht gegen Mayer, oder Bernanke!) aber nicht hindert, ihre Taschen ganz real voll zu machen.

Ich bin sogar der Meinung, dass die aktuelle Schwemme von monetärobskurantistischen Machwerken (zu deutsch: Von Geldsystemspinnerei) geradezu die Funktion hat, die Massen von den eigentlichen Krisenursachen abzulenken. Schließlich tut es niemandem weh, und bedroht niemandes finanzielle Position, wenn die Monetärobskurantisten (Geldsystemspinner) gegen "das System" wettern. Das System sind alle und niemand.
Das macht mich auch zunehmend gereizt, wenn ich solche Sache lese.

Allerdings, um das - aus Überzeugung, nicht aus juristischem Kautelismus heraus - klarzustellen: Ich glaube nicht, dass den Autoren selber diese gesellschaftliche Funktion ihrer Desinformationskampagne bewusst ist, und dass sie selber ihre Ideen überhaupt für Desinformation halten, also nicht an das glauben, was sie in ihren Büchern behaupten.
Ganz allgemein bin ich eher zu wenig als zu viel verschwörungstheoretisch veranlagt; dafür bin ich allerdings überzeugt, dass die Interessen der Besitzenden über vielfältige Kanäle in die Wirtschaftswissenschaft im Allgemeinen und in die Geldtheorie im Besonderen eingesickert sind, und dort, ohne dass eine Verschwörung oder Korruption vorläge, den wissenschaftlichen Erkenntnisdrang erfolgreich zum Wohle ihrer Partikularinteressen deflektieren: Sozusagen eine interessensoziologische Variante von Adam Smiths Theorie des Wirkens einer "invisible hand" in der Volkswirtschaft. ;-).
(Wobei freilich der Erkenntnisdrang der Monetärobskurantisten ohnehin überschaubar ist; bei denen ersetzt meist der Glaube die kritische - insbesondere auch selbstkritische! - Analyse.)

Für einen unterentwickelten Erkenntnisdrang - der Wirtschaftswissenschaften im Allgemeinen und der "Austrians" im Besonderen - spricht u. a. der Umstand, dass ich noch nirgends einen Versuch gesehen habe, die dramatische Geldmengenausweitung zu erklären.Mayer erwähnt sie immerhin (S. 30):
"In den zwei Jahrzehnten bis zum Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 sind Kredite und das damit geschaffene Geld weltweit weit mehr gewachsen als die mit dem Bruttoinlandsprodukt gemessene Wirtschaftsaktivität."
Aber seine Kausalerklärung ist ein Witz:

"Dies deutet darauf hin, dass während dieser Zeit der Charakter des Geldes als Maß für Kreditbeziehungen immer wichtiger geworden ist. Denn hätten wir Geld nur als Tauschmittel benutzt, dann hätte sich unser Geldbedarf enger an der Entwicklung der Wirtschaftsaktivität orientiert, die globale Geldmenge wäre also nicht viel mehr als das globale nominale Bruttoinlandsprodukt gewachsen."
"Charakter ... als Maß ... wichtiger geworden" hat den gleichen (Null-)Erklärungswert wie der berühmte Satz "Die Armut kommt von der Povertät". (Immerhin ist es nicht die sonst bei Vulgärösterreichern beliebte verschwörungstheoretische Erklärung, welche die Geldmengenausweitung auf die Bosheit, Dummheit usw. von Alan Greenspan + Co. zurückführt.)
Wo ist das ganze Geld geblieben, welches da aus dem Füllhorn von Geschäfts- und Zentralbanken emittiert wurde? Und was hat überhaupt die Geldmengenausweitung veranlasst; könnte es realwirtschaftliche Gründe geben, welche eine solche Handlungsweise der Notenbanken geradezu erzwungen haben?


Nach meiner Einschätzung ist das tiefere Problem hinter der Finanzkrise die Überakkumulation des Geldes bei den Besitzenden (aber auch den Ölländer, oder den Pensionsfonds). Das Geld wird nicht mehr im ausreichenden Maße ausgegeben, weder für Konsum noch für Investitionen, sondern gehortet.
(Wie man sich in unserer Zeit, wo die Kopfkissenmethoden etwas außer Mode gekommen ist, das Horten vorstellen kann, beschreibt eindrucksvoll Christopher Mensching in seinem Aufsatz "Geldhortung als Nachfrageausfall in der Stromgrößensphäre.")
Zwar kann es eine Zeit lang durch Kredit ersetzt werden. Aber letztlich fehlt dadurch den Wirtschaftssubjekten das "Eigengeld" (= selber verdientes Geld), das sie für eine Tilgung der Kredite benötigen würden.

Meine Überlegungen (die ich ohnehin als Forschungshypothese ansehe) mögen zutreffen oder nicht: Sie sind ein Versuch, die auffallend hohe Geldmengenausweitung als einen ökonomischen Vorgang zu begreifen, der durch systemendogene Faktoren bedingt ist.
Wer sich insoweit nicht die Mühe einer schlüssigen Erklärung macht, oder einen Erklärungsbedarf überhaupt leugnet, dem unterstelle ich (widerleglich ;-) ) ein suboptimal ausgeprägtes Erkenntnisinteresse an den wahren Krisenursachen.


Auf den Seiten 27 ff. setzt sich Mayer mit der Schwundgeldtheorie von Silvio Gesell auseinander. Dazu folgende Anmerkungen:

Zum Text S. 27 eine sachliche Korrektur: Nicht "Belgien" stand 1862 unter preußischer Herrschaft, sondern lediglich derjenige Teil des heutigen Belgien, in dem Gesell geboren wurde. ;-)
 Typisch für die sog. "österreichische" Schule der Wirtschaftswissenschaften (heute meist abkürzend als "Austrians" bezeichnet, weil vorwiegend in den USA vertreten) ist das Verharmlosen von Deflation. So auch bei Mayer (S. 28):
"Gesell sah nicht, dass die durch den Anstieg der Geldnachfrage ausgelöste Deflation die reale Kaufkraft des Geldes erhöht, sodass dadurch die reale Nachfrage stabil bleiben kann."
Nun bin ich selber kein Deflationshysteriker (vgl. "Deflation demystified oder: Eine Deflationsursache gibt es nicht!") oder gar ein vorsätzlicher Saboteur der notwendig Wettbewerbsanpassung der Krisenländer, wie das die Eurobanker unter der Leitung von Don Draghi praktizieren ("EZB: Die Europäische Zentrale Schwindel-Bank täuscht eine geldpolitische Zielsetzung bei den angekündigten Staatsanleihenkäufen nur vor" vom Nov. 2012, aber heute angesichts der geplanten ABS-Ankäufe noch weitaus heftiger gültig!). 

Aber bei dem von Mayer vorgebrachten Fallbeispiel - Argentinien 1890 - handelte es sich nicht um eine Rationalisierungsdeflation, sondern einen Nachfrageausfall.
Selbst dann, wenn man (wie unter den Austrians üblich) von den Unternehmern gesenkte Gewinnerwartungen und von den Arbeitnehmern Lohnverzicht fordert, ist eine Nachfragedeflation volkswirtschaftlich definitiv schädlich.

Dies bereits deshalb, weil die Anpassung der Schuldendienste bei derartigen Betrachtungen regelmäßig außen vor bleibt. Wenn aber in einer Deflation (schon gar in einer dramatischen Deflation wie Ende der 20er Jahre) die Schuldentilgung nominal gleich bleibt, müssen Unternehmer und/oder Arbeitnehmer ggf. weitaus größere Teile ihres Einkommens dafür hergeben. Was bedeutet, dass sie reale Wohlfahrtsminderungen haben. (Indes die Geldbesitzer sich ins Fäustchen lachen, weil sie im Ergebnis eine gigantische Realverzinsung kassieren.)


 Zum "Fazit" (S. 29 - 31):


Geld ist nicht "ein bisschen von alldem, was die hier vorgestellten Theorien behaupten".
Vielmehr ist es
  • seiner Funktion nach ein Gutschein auf alle am Markt angebotenen Waren und
  • seiner Entstehung nach Warengeld, Kreditgeld oder Willkürgeld (oder eine Mischform) 
Dass wir heutzutage Silvio Gesells Idee des Schwundgeldes (heute auch als Freigeld bezeichnet) verwirklicht hätten (S. 30/31), lässt sich aus den Inflationsraten allein (S. 30) NICHT ablesen.
Nur bei einer negativen Realverzinsung ihrer Anlagen haben Geldbesitzer einen Verlust (und liegt gesamtwirtschaftlich ein Szenario vor, dass den Schwundgeldplänen von Gesell in der Wirkung entsprechen würde).
 
 
 
Zusammenfassend halte ich über das Buch (bzw. das 1. Kapitel des Buches) von Thomas Mayer fest, dass der Verfasser
  • Die Ebene der (unveränderlichen) Geldfunktion mit derjenigen der (auf verschiedene Weise möglichen) Geldschöpfung vermantscht
  • Bei der Schöpfung von Fiatgeld nicht zwischen kreditärer und willkürlicher Geldschöpfung (Gelddrucken) unterscheidet und die Notwendigkeit einer volkswirtschaftlichen Besicherung der Geldschöpfung negiert
Dass Mayers Werk ein, wie der WiWo-Redakteur Malte Fischer in einer Kurzrezension schwärmt "intellektuell brillanter Frontalangriff gegen das herrschende Geldwesen" wäre (meine Hervorhebung), kann man schon nach der Lektüre des 1. Kapitels entschieden ausschließen.
Zwar steht es deutlich über dem im gleichen Hause (FinanzBuch Verlag) erschienenen vulgärösterreichischen Phrasenwerk "Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden ... und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen" von Prof. Philipp Bagus und Andreas Marquart. (Obwohl sich Mayer und Bagus gegenseitig hochloben.)
Aber auch ein wenig knapper vorbei ist eben immer noch daneben.


Nachtrag 16.10.2014
Fremde Rezensionen usw. von Mayers Buch:

  • Die (sehr sympathische) Einleitung Mayers zu seinem Buch ist (leicht gekürzt) u. d. T. "Finanztheorie hat Bezug zur Wirklichkeit verloren" hier nachzulesen. Auf einer abstrakten Ebene kann ich ihm durchaus zustimmen: "Wissen die hohen Vertreter der gültigen Lehre denn, was sie tun? Ich denke, sie wissen es nicht. In ihrer komplizierten Modellwelt, die mit  viel Mathematik verwissenschaftlicht werden soll, haben sie den Bezug  zur Wirklichkeit verloren. Und weil sie sich über die elementaren Fragen  im Unklaren sind, sind sie unfähig, unser Geldwesen richtig zu ordnen. .....Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich auf die elementaren Fragen erst klare Antworten finden musste, sodass ich mir  die komplexeren Fragen beantworten konnte." Nur fürchte ich, dass auch er selber sich über einige elementare Fragen in Sachen Geld im Unklaren ist.
  • Oliver Everling (sehr ausführlich)
  • Norbert Häring (kurz) vom 15.10.14; auch bei Amazon; mit einer kurzen Replik von Thomas Mayer. (Danke an thewisemansfear - vgl. Leserkommentare - für den Hinweis!)
  • Daniel Stelter vom 14.10.14 referiert eigentlich nur Mayers Äußerungen im WiWo-Interview

Nachtrag 20.10.2014

Seltsamer Weise (wenn man die ehemalige Stellung des Autors als Chefvolkswirt der Deutschen Bank bedenkt) scheint es bislang nur wenige Besprechungen von Mayers Buch zu geben (das auch schon längst nicht mehr auf der Amazon-Bestsellerliste Volkswirtschaft steht, wie ich es eingangs beschrieben hatte).

Immerhin hat die Webseite "Finanzmarktwelt" am  unter der Überschrift "Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank fordert Systemwechsel" am 14.10.2014 ein Interview veröffentlicht. In einer Reihe von Punkten kann ich ihm durchaus zustimmen:
"Das gängige makroökonomische Modell – ich nenne es das Neukeynesianisch-neoklassische Fusionsmodell — hat versagt. Die Ökonomen in den Zentralbanken, Universitäten sowie den öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen, die diese Modell zur Analyse laufender Entwicklungen und Prognosen verwendet haben, haben die Finanzkrise nicht kommen sehen."
"Man sollte erwarten, dass diese Ansätze [in der Wirtschaftswissenschaft und in der Portfoliotheorie der Banken] nach der Krise grundlegend in Frage gestellt werden. Das ist nicht geschehen. In den meisten Bereichen geht der Betrieb weiter als sei nichts passiert."
"Da ... in unserem Kreditgeldsystem Geld über die Vergabe von Krediten erzeugt wird, schwächelt die Gelderzeugung und damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, wenn weniger Kredite vergeben werden. Die Politik reagiert auf dieses Dilemma, indem sie mit dem einem Fuß auf dem Kreditgaspedal und mit dem anderen auf der Kreditbremse steht. Das kann natürlich nicht gut gehen."

Falsch ist dagegen  (meine Hervorhebung):
"Im Maastricht Vertrag war es als unpolitisches Geld konzipiert, das den Staaten der EWU nicht als Mittel zur Finanzierung ihrer Schuld zur Verfügung stehen sollte. Der Euro war konzipiert wie Gold, oder „Aktivgeld“, wie ich es nenne."
Gold ist ein Warengeld. Ein Kreditgeldsystem, wie wir es haben, kann niemals auf die gleiche Weise wie ein Warengeldsystem funktionieren. (Ein solches hat es in Reinform freilich wohl auch niemals in der Geschichte gegeben; selbst zu Hochzeiten der Edelmetallwährungen - Gold, oder auch Silber - waren daneben Kredite schon immer ein wichtiges Finanzierungsinstrument. (Vgl. zur Verwendung des kaufmännischen Kredits im Mittelalter z. B. die Diplomarbeit "VOM WARENGELD ZUM KREDITGELD. DER BEITRAG DES FERNHANDELS ZUR ENTWICKLUNG DES GELDES" von Eva Christina Weigl aus dem Jahr 2003.)

"Ich denke, wir sind eine Finanzkrise entfernt von einem Systemwechsel. Wenn schon alles wieder gut liefe, müssten wir uns über den Systemwechsel keine Gedanken machen. Aber dem ist nicht so. Die Krise ist angehalten, aber nicht überwunden worden."
Dass die nächste Finanzkrise schon vor der Tür steht, glaube ich zwar auch. An einen Systemwechsel eher weniger. Denn das müsste aus meiner Sicht ein Wechsel im Eigentumssystem sein. Hier liegt für mich das Problem, weil KEIN wie auch immer geartetes Geldsystem die Überakkumulation durch die Besitzenden verhindern kann (und übrigens auch gar nicht darauf angelegt ist; die Monetärphantasten blenden diese Problemdimension eifrig aus.) Die Einführung eines anderen Geldsystems würde nur neue Probleme nach sich ziehen, die eher größer wären als gegenwärtig.




ceterum censeo
Zerschlagt den €-Gulag
und den offensichtlich rechtswidrigen Schlundfunk der GEZ-Gebühren-Gier-Ganoven! 

Textstand vom 07.02.2015
Für Paperblog-Leser: Die Original-Artikel in meinem Blog werden im Laufe der Zeit teilweise aktualisiert bzw. geändert.

Kommentare:

  1. Kreditgeld ist auch Willkürgeld. Das steckt schon in dem Wort "Kredit", das heißt nämlich so viel wie "Glauben". Natürlich setzt sich der Gläubiger des Kredits irgendwelche Grenzen der Kreditschöpfung. Das tut er allerdings - willkürlich. :-)

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  2. Es ist nicht hilfreich, Timo Ollech, präzise technische Begrifflichkeiten (in der Ökonomie oder anderswo) auf die Ebene der Alltagssprache herabzuzerren.

    Kreditgeld ist (eine von 2 Gruppen im) Fiatgeld. "Fiatgeld" sagt bereits, dass es im Prinzip "willkürlich" geschöpft wird.
    Aber das, was ich (von anderen übernommen) "Willkürgeld" nenne, wird auf einem anderen Wege geschöpft als das Kreditgeld (s.o.).
    Und hat dem entsprechend ökonomisch andere Folgewirkungen.

    Es hilft nichts: Wenn man diese Begriffe in ihrer exakten Bedeutung verstehen will, muss man sich schon mit den Hintergründen befassen.
    Und dann macht die o. a. Unterscheidung Sinn (d. h.: Ist sie Erkenntnis fördernd).

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    1. "Es ist nicht hilfreich, Timo Ollech, präzise technische Begrifflichkeiten (in der Ökonomie oder anderswo) auf die Ebene der Alltagssprache herabzuzerren. ... Es hilft nichts: Wenn man diese Begriffe in ihrer exakten Bedeutung verstehen will, muss man sich schon mit den Hintergründen befassen."

      Sprüche wie dieser zeugen von totalitärer Debattenabwürgung und einem Unwillen, sich mit anderen als Kreditgeldsystemen ernsthaft auseinanderzusetzen. Erklärtermaßen (s.o.) ja auch mit allen Systemen, die einfach nur den freien Wettbewerb der Geldsysteme fordern - sprich die schlichte ersatzlose Abschaffung der gesetzlichen Monopolgesetze, was auf freie Geldwahl freier Menschen hinausliefe. Ein natürliches Geldsystem wäre nicht so schwer zu verstehen. Die Debatte wird aber künstlich verkompliziert durch vorgebliche Bilanzexperten, die alle anderen durch Expertensprache aus dem Diskurs fernhalten wollen. Andere, die sich vielfach noch länger und intensiver mit Geldsystemen befasst haben als die Cangrandes - und in der Lage sind, sowohl Gutes Geld als auch (fast) ungedecktes Kreditgeld in einer auch Laien zugänglichen Sprache korrekt zu vermitteln. Und die auch bereit sind, 2500 Jahre an Warengeldgeschichte nicht als quantité négligeable abzutun. Solche Vorwürfe gegen Leser richten sich selbst.

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    2. Wenn Sie der Meinung sind, Anonym, dass es außer Warengeld, Kreditgeld und Willkürgeld noch weitere Formen der Geldschöpfung gibt, dann klären Sie uns auf.
      Was die freie Geldwahl freier Menschen angeht, hat zumindest Murray Rothbard davon nichts gehalten.
      Aus nahe liegenden Gründen: Wenn jeder (diesen Vergleich gebraucht R. zwar nicht, aber darauf läuft seine Argumentation hinaus) seine eigene Sprache spricht, dann wird der Sprachwettbewerb als Kommunikationsmittel untauglich.

      "Gutes Geld" ist keine Kategorie der Geldschöpfung. Sondern ein frommer Wunschtraum, oder ein Lockmittel monetärobskurantistischer Autoren, um ihre Bücher zu verkaufen.
      Selbst Ludwig von Mises räumt ein, dass es keine Geldwertstabilität geben kann.
      Allerdings gibt es eine Geldart, die man definitiv als schlecht bezeichnen kann: Willkürgeld.
      Und damit auch das, was Thomas Mayer "Aktivgeld" nennt.

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    3. Wie schon gesagt. Den Blödsinn vom "Aktivgeld" muss man nicht unterzeichnen. Und "Willkürgeld" ist auch keine wissenschaftliche Kategorie. Ebenso wie Murray Rothbard keine ultimative Geldautorität war. Aber dass er den Geldwettbewerb abgelehnt hätte, dafür wollen sie doch bitte noch einen Quellenbeleg nennen. Das glauben wir einstweilen mal nicht. Warum auch: wer die Privatrechtsordnung propagiert, kann eigentlich nur pro Wettbewerb sein.

      Aber wenn es Ihnen lieber ist: Man kann "Gutes Geld" 1:1 ersetzen durch "freiwillig gewähltes" der Menschen. Die ewige Angst vor dem Wettbewerb um die beste Währung zeigt letztlich nur, dass das eigene vorgeschlagene (Zwangs- und Monopol-)Geldsystem eben NICHT freiwillig von den Menschen gewählt werden würde - und dass man sich als CanGrande dessen (unter-)bewusst ist. Es GIBT keine Begründung für ein von Oben verordnetes Geldmonopol. Geld ist KEINE natürlich Monopolware. Die Angst vor Geldchaos ist nur vorgeschützt. Das beste (i.S.v. mehrheitlich akzeptierte) Geld wird sich immer durchsetzen, wenn erst der Wettbewerb freigegeben ist und die Geldtotalitären beiseite treten. Angst vor dieser freien Wahl der Menschen lässt tief blicken - in die Köpfe und Charaktere der Zwangsgeld-Mopopolisten.

      Terminologie-Debatten und Fremdwort-Expertenschlachten ("monetärobskurantisch") führen ebenfalls nicht weiter, sondern dienen nur (siehe oben!) dem Ausschluss alles "Nicht-Experten" aus dem Diskurs, was totalitär oder unangebracht elitär ist. Der freie Geldwettbewerb ist ein sehr einfaches Konzept.

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    4. Was ist denn Ihrer Meinung nach das beste Geld? Das werden Geldbesitzer anders sehen als diejenigen, die Geld benötigen.
      Goldgeld jedenfalls ist schlechtes Geld, weil
      a) die Goldmenge zu klein ist im Verhältnis zur Transaktionsmenge und
      b) die Geldversorgung starr ist, d. h. sich kaum dem Geldbedarf der Wirtschaft anpasst. Anstatt dass das Geld eine Hilfe für die Realwirtschaft ist, würde die Realwirtschaft ins Prokrustesbett eine starr vorgegebenen Geldmenge gepresst.
      Und dass Willkürgeld das allerschlechteste ist, sollte eigentlich offenkundig sein. Denn es ist ja absolut ungedeckt.
      Willkürgeld ist eine Kategorie, die ökonomisch relevant ist. D. h. es macht Sinn, das Fiatgeld in Kreditgeld und Willkürgeld zu unterteilen. Auch beispielsweise John Maynard Keynes verwendet den Begriff in seinem Buch "Vom Gelde"; er ist aber, wie ich jetzt hier http://alexanderdilger.wordpress.com/2014/10/19/willkurgeld/ gelernt habe, schon weit älter.

      Ein staatliches Geldmonopol existiert bei uns nicht. Der allergrößte Teil des umlaufenden Geldes wird von Geschäftsbanken, also von (größtenteils) Privaten im Wettbewerb erzeugt: das Bankengeld.

      Einen Wettbewerb der Währungen gibt es, seit bzw. soweit es freien Kapitaltransfer gibt. Deswegen werten manche Währungen ja ab, und andere auf. Wobei allerdings die realen Wertverhältnisse für mehr oder weniger lange Zeiträume durch spekulative Operationen überlagert sein können. Also ganz so idyllisch und sauber ist das nicht mit dem Wettbewerb.

      Und jedwede Geldschöpfung kann nur in einer der drei oben genannten Formen erfolgen: Als Warengeld, als Kreditgeld, oder als Willkürgeld. Bzw. in einer Mischform.
      "Staatsgeld" oder "Privatgeld" sind also zunächst einmal ökonomisch sinnlos.

      Der Begriff "Monetärobskuranten" will in der Tat alle jene Geldsystemhausierer ausschließen, die dem Publikum faulen Zauber für gutes Geld verkaufen.
      Und die behaupten, es wäre doch alles ganz einfach.

      Glauben Sie ernsthaft, die große Mehrheit der Notenbänker, Bänker und Wirtschaftswissenschaftler durch mehrere Jahrhunderte, auf deren Denken und Handeln unser heutiges Kreditgeldsystem aufbaut, wäre ein Haufen von Idioten gewesen (und noch), dass da mal eben ein "Austrian" kommen und uns mit seinem
      Wundergeld beglücken müsste? Oder die hätten sich im Hinterzimmer gegen die Menschheit verschworen?

      Unser Geldsystem ist historisch gewachsen, und es hat schon gute Gründe, dass die heutige Weltwirtschaft nicht mehr "on a cross of gold" hängt (Ben Bernanke), wie zur Zeit der 1. Weltwirtschaftskrise?

      Und ganz allgemein ist es schlicht naiv (oder kapitalinteressenhörig) die Ursachen von Fehlfunktionen im Geldsystem nur dort zu suchen (http://beltwild.blogspot.de/2014/09/irrige-grundannahmen-in-der-gelddebatte.html)

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  3. Eine ebenfalls eher kritisch geratene Rezension von Mayers Buch hat Norbert Häring verfasst: http://norberthaering.de/index.php/de/buchtipps/rezensionen/141-thomas-mayer-die-neue-ordnung-des-geldes#1-weiterlesen

    Danke für den gelungenen Beitrag!

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  4. Ich stelle gar nicht die Unterscheidung in Frage. Aus dem Wort "Willkürgeld" höre ich jedoch eine deutliche (Ab-) Wertung heraus, und die kritisiere ich. "Fiat money" ist für mich z.B. ein viel neutraleres Wort als "Willkürgeld".

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  5. Danke für den Link, thewisemansfear!
    (Und auch dafür, dass Sie meinen Blott bei Daniel Stelter "beworben" haben. ;-) )

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  6. Sie sind lustig, Timo Ollech: Sagen, dass Sie meine Unterscheidung nicht infrage stellen, und im gleichen Atemzug schlagen Sie vor, "Willkürgeld" als "Fiatgeld" zu bezeichnen!

    Aber das ist ja die Essenz des (nicht von mir erfundenen*) Begriffs "Willkürgeld", dass er eben NICHT mit "Fiatgeld" identisch ist.
    Sondern eine Untergruppe der Kategorie Fiatgeld darstellt, welche außer dem "Willkürgeld" noch das Kreditgeld umfasst. (Wie ich in meinem Blott lang und breit erläutert habe.)

    Was den negativen Beigeschmack des Begriffs "Willkürgeld" angeht, haben Sie natürlich Recht. Aber den hat das Willkürgeld auch redlich verdient! ;-)


    *Den Begriff "Willkürgeld" (auf englisch = ??) hat anscheinend John Maynard Keynes eingeführt. Wie ich indirekt lese (das Buch selbst liegt mir nicht vor) taucht der Begriff auf S. 6 des Buches "Vom Gelde" (Aufl. v. 1955; englisch = ?) auf.

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  7. An Cangrande
    Die Unterscheidung in Willkürgeld und Kreditgeld wirkt logisch stringent. Allerdings gibt es ein sachliches Problem mit der Unterstellung, dass a) Kreditgeld gut ist, weil es für eine angemessene Deckung sorgt, während b) Willkürgeld schlecht ist, weil es zum Missbrauch des Privilegs der Schöpfung von nicht gedecktem Geld führt.

    Zu a) Kreditgeld bewirkt nur eine einzelwirtschaftliche Deckung aus Sicht der Bank. Wie man in jüngerer Zeit schön sehen konnte, gibt es außer dem unbedingten Vertrauen in die Effizienz der Finanzmärkte nicht viel, was dafür sprechen oder sorgen würde, dass der einzelwirtschaftlichen Deckung für die Bank auch eine Deckung aus Sicht der gesamten Wirtschaft gegenübersteht. Und darauf kommt es an, weil - wie Sie richtig schreiben - Geld einen Anspruch an die gesamtwirtschaftliche Produktion heute und in der Zukunft darstellt. Durch positive Rückkoppelungseffekte zwischen der Kreditvergabe der Banken und der Wirtschaftsentwicklung kann es sehr leicht zu einer übermäßigen Kreditgeldschpfung kommen. Wenn irgendwann die Zunahme der Kreditvolumina und damit Geldvolumina nicht mehr zunimmt, verwaandelt sich die positive Rückkopplung in eine negative und es geht um so schärfer abwärts mit Geldschöpfung und Wirtschaft. In Mayers guter Erklärung der Funktionsweise des Kreditgeldsystems ist das angelegt. Noch deutlicher ist es hoffentlich auf meiner Website erklärt: http://www.norberthaering.de/index.php/de/ueber-das-geld
    Zu b) Die Beispiele, die immer wieder für den Missbrauch der Geldschöpfung durch den Staat hergenommen werden, sind keine guten Beispiele, weil es sich regelmäßig um Krisen- und Kriegssituationen handelt. So war Deutschland durch Reparationsforderungen nach dem ersten Weltkrieg hoffnungslos überschuldet. Das war das Problem. Das Gelddrucken durch die Reichsbank diente wohl auch dem Zweck, den Siegermächten klar zu machen, dass der Transfer nicht funiktionieren kann, weil das Geldsystem zusammenbricht. Auch was der Staat in Kriegszeiten macht um an Geld zu kommen, kann nchct der Maßstab dafür sein, welche Geldordnung in Friedenszeiten angebracht ist. Egal wofür man sich entscheidet. Der Staat kann in Kriegszeiten Geld drucken, oder er macht irgend etwas anderes, was den Bürger auch das benötigte Geld aus der Tasche holt.
    Fazit: Vergleicht man staatliche Kreditschöpfung in Friedenszeiten und in einer funktionierenden Demokratie mit Kreditgeldschöpfung durch private Banken, so ist erstere weniger willkürlich als letztere, jedenfalls dann, wenn es sinnvolle Regeln für die staatliche Geldschöpfung gibt, wie Mayer sie vorschlägt. Diese sind dann nämlich, anders als die Bankengeldschöpfung an der tatsächlichen Deckung durch das Produktionspotential ausgerichtet. Klar: wenn ein Krieg ausbricht, hält sich der Staat nicht an diese Regel. Aber er wird auch auf jedes Kreditgeldsystem pfeifen, oder es einfach in seinen Dienst stellen, indem er sich von den Banken den nötigen Kredit geben lässt.
    Norbert Häring

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  8. Danke, Herr Dr. Häring, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, meinen Blott zu kommentieren.

    Ich habe in der Zwischenzeit Ihren Aufsatz "Ökonomen und Lebenslügen" (http://www.gazette.de/Archiv2/Gazette39/Haering.pdf) gelesen und insbesondere diese Passage genossen:

    "In Wahrheit habe[n] sie [die Wirtschaftswissenschaftler] das Politische ihres Fachs aber nur so tief im Fundament der grundlegenden Annahmen vergraben, dass heutige Ökonomen nicht einmal mehr erkennen, dass sie die Interessen der Bezieher von Kapitaleinkommen zu Lasten der Interessen der Arbeitnehmer vertreten. Sie bilden sich tatsächlich ein, sie betrieben werturteilsfreie Wissenschaft."

    In anderer Form habe ich das häufig zwar auch selber schon gesagt; aber in Zukunft kann ich dann Sie zitieren; macht sich besser. ;-)

    Zu Ihrem Kommentar wg. Zeichenbeschränkung weiter in meinem Folgekommentar.

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  9. a)

    "Kreditgeld bewirkt nur eine einzelwirtschaftliche Deckung aus Sicht der Bank".
    Nein; eine betriebswirtschaftliche Deckung ist (zwar üblich, aber) nicht zwingend. (Überziehungskredite!)
    Der Finanzwissenschaftler und Notenbanker Otto Veit hat in seinem Buch "Reale Theorie des Geldes" (1966, S. 29) beschrieben, auf welche Weise kreditgeschöpftes Geld gedeckt ist: "Solches Kreditgeld ist volkswirtschaftlich nicht 'ungedeckt', wie manchmal gesagt wird. Bankmäßig liegt die Deckung in dem Anspruch gegen den Schuldner; volkswirtschaftlich liegt sie in der antizipierten Güterleistung, die der Schuldner erbringen muss, um den Kredit einzulösen".
    Im Detail hatte ich die Funktionsweise des VOLKSWIRTSCHAFTLICHEN Deckungsmechanismus' (noch bevor ich Veits Text kannte) in meinem Blott "Einen Kredit gibt es nicht. 100 Jahre 'Kredittheorie des Geldes' (Credit Theory of Money) von Alfred Mitchell Innes" beschrieben (http://beltwild.blogspot.de/2013/03/einen-kredit-gibt-es-nicht-zur.html). Allerdings halte ich es für möglich, dass die Kreditexplosion unserer Zeit eine Art Ponzi-Finanzierung (nach Hyman Minski) darstellt, welche diese volkswirtschaftliche Besicherung mindestens teilweise aushebelt.

    "Wenn ... ... Kreditvolumina und damit Geldvolumina nicht mehr ..... [zunehmen], verwandelt sich die positive Rückkopplung in eine negative und es geht um so schärfer abwärts mit Geldschöpfung und Wirtschaft".
    De facto dürfte das meist so sein. Allerdings kommt es ja auch auf die Umlaufgeschwindigkeit an. Ich könnte mir vorstellen, dass im Prinzip eine Geldmengenkontraktion durch eine Ent-Hortung kompensiert werden kann.


    b)
    "Vergleicht man staatliche Kreditschöpfung in Friedenszeiten und in einer funktionierenden Demokratie mit Kreditgeldschöpfung durch private Banken, so ist erstere weniger willkürlich als letztere"
    Die Schöpfung von Willkürgeld durch den Staat erfolgt ja nach der Methode "print + spend" ;-) . Sie ist also gerade KEINE "Kreditschöpfung".
    Und natürlich stellt sie eine Form der Besteuerung dar, weil der Staat seinen Bürgern Scheine in die Hand drückt, die keinen inneren Wert haben, und die auch nicht volkswirtschaftlich gedeckt sind. Der Staat tauscht damit praktisch wertloses bedrucktes Papier gegen gute Waren bzw. Leistungen ein. Dass diese Scheinchen in der Bilanz der Zentralbank als Verbindlichkeiten erscheinen, ist realwirtschaftlich bedeutungslos: Man kann sie bei der ZB gegen nichts eintauschen. (Anders als früher, wo die Banknoten immerhin teilweise goldgedeckt waren.)
    Die Modern Monetary Theory (MMT) sieht das zwar anders (und Mayer bzw. überhaupt das sogenannte "Vollgeld" kommt ihr nach meinem Eindruck sehr nahe - Austrians + Keynesians, die Vermählung von Feuer und Wasser ;-) ).
    Aber ich denke, dass ich die MMT in zwei (englischsprachigen) Aufsätzen falsifizieren konnte:
    "MMT: Modern Monetary Theory - or Monstrous Mental Twisting?" (http://beltwild.blogspot.de/2014/04/mmt-modern-monetary-theory-or-monstrous_12.html) und
    "Mostly Model Tailoring against the Miraculous Money Treat of Modern Monetary Theory (MMT)" (http://beltwild.blogspot.de/2014/04/mostly-model-tailoring-against.html).
    Entsprechend wenig halte ich daher auch vom Vollgeld: "Ein Professor der vom Schlagschatz träumt: Wie Joseph Huber uns Willkürgeld als 'Vollgeld' andrehen will" (http://beltwild.blogspot.de/2014/06/ein-professor-der-vom-schlagschatz.html).
    (Weiter im Folgekommentar)

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  10. Diese Form der Geldschöpfung ist aber nicht nur willkürlich i. S. von (potentiell oder real) missbräuchlich.
    Sondern auch insofern, als die Geldmenge "par ordre du mufti" festgelegt wird. Und in diesem Sinne von irgendwelchen Experten zwangsläufig planerisch festgelegt werden muss: es gibt keinen anderen Weg (wenn man eine Mengenbegrenzung für notwendig hält, und das ist ja wohl unstreitig). Sie führt also ein starkes Element von Zentralverwaltungswirtschaft ein und schaltet im Finanzbereich die Marktwirtschaft insofern weitgehend aus.
    Das ist nicht zuletzt auch deshalb ein Problem, weil die Geldmenge nicht identisch ist mit der jeweils nachfragewirksamen Geldmenge.
    Und, auch wenn es die Vollgeld-Protagonisten nicht wahrhaben wollen: Eine 100%ige Deckung der Kredite durch Ersparnisse schafft die Fristentransformation ab, die doch eine der hervorragenden Leistungen des Bankensystems ist. Kreditlaufzeiten wären dann starr an Anlagefristen gekoppelt. Was das für die Sparer und die Bereitschaft, das Geld auf Sparkonten zu deponieren, bedeutet, kann man sich ausmalen.
    Dem gegenüber ist die kreditäre Geldschöpfung VOM PRINZIP HER ein ökonomischer Selbstregelmechanismus: Es wird immer so viel Geld geschöpft, wie die Wirtschaft benötigt.
    Wenn der entgleist, muss man nach den Ursachen suchen und dafür sorgen, dass eine Entkoppelung der Geldschöpfung von der Realwirtschaft verhindert wird.
    Allerdings habe ich den Verdacht, dass die Kreditexplosion insofern realwirtschaftlich sogar geboten war, als durch Hortungsvorgänge immer größere Geldmenge aus dem Nachfragekreislauf entzogen wurden.
    Die eigentliche Krisenursache wäre somit eine Überakkumulation von Geld bei den Besitzenden (und Pensionsfonds und vielleicht sogar chinesischen Wanderarbeitern?).
    Der haben insbesondere die Angelsachsen mit ihrem Kreditsozialismus eine Zeitlang erfolgreich entgegengewirkt, aber auf Dauer kann ein System nicht funktionieren, bei dem nur die Kleinen ausgeben und die Großen "bunkern".
    (Könnte mir vorstellen, dass auch die angelsächsische Buchführungsmethode des "mark-to-market" mit ihren Fantasiebewertung wie Firmenwert usw. eine nicht geringe Rolle gespielt hat.)

    Also aus meiner Sicht ist grade die Kreditgeldschöpfung im Grundsatz eine hochelastische Methode, um die nachfragewirksame Geldmenge an den realwirtschaftlichen Bedarf anzupassen.
    Während die Geldschöpfung via Willkürgeld
    a) eine verdeckte und somit unfaire Besteuerung darstellt, weil der Staat mit selbst gedrucktem Geld "für lau" einkaufen geht. Im Gegensatz zu offener Besteuerung lässt sich nicht einmal feststellen, wer in welcher Höhe belastet wird. Und
    b) lässt sich die NACHFRAGEWIRKSAME, d. h. von der Realwirtschaft zur (mehr oder weniger) Vollauslastung benötigte Geldmenge nicht dadurch steuern, dass man irgendein vermeintlich "richtiges" Verhältnis von Geldmenge zu Produktionspotential berechnet.

    Eine starr gedeckelte Geldmenge (durch Einführung von Warengeld oder durch die "Vollgeld"-Weisheit einer Planungsbehörde) würde unsere Wirtschaft in die Katastrophe treiben.

    - Ende -

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  11. " "In unserem Papiergeldsystem vergeben die Banken Kredite, die durch nichts gedeckt sind'
    kritisiert Thomas Mayer. ... Das ist schlicht falsch, Thomas Mayer! "

    Dieser Dauereinwand gegen die (leicht flapsige) Behauptung, dass Bank-Kredite heutzutage oftmals durch nichts gedeckt sind, ist zwar formalökonomisch und buchhalterisch korrekt. FAKTISCH aber leider nicht - auch wenn er von Apologeten des "modernen" Kreditgeldsystems der Zentralbanken und Geschäftsbanken in (un)billiger Weise immer wieder vorgebacht wird.

    Man muss beileibe kein Mayer-Fan sein (der ganz andere Fehler macht ), um festzustellen, dass die Aussage "ZB-Kredite und damit unser Geld sind heute ungedeckt" gemessen an wahrer Deckung durch Gold zu 99,x% - und selbst gemessen an der Werthaltigkeit der zugrundeliegenden Realpfande etwa der Bundesbank zu inzwischen 60+% einfach nur WAHR ist!

    Rein buchhalterisch wird natürlich zu jedem ausgereichten Kredit der Banken immer irgendeine Gegenbuchung vorgenommen. Und so sammeln sich allerhand Forderungen ("Real"-Pfande / "Sicherheiten") in den Bilanzen der Banken an. Doch wie sieht es mit der Werthaltigkeit dieser Pfande aus?

    Die Bundesbank etwa hat heute fast 500 Mrd EUR an sehr dubiosen "Target2"-Forderungen auf ihrer Bilanz. 60% ihrer Bilanzsumme stecken also in Forderungen gegen einen abstrakten Schuldner (das "ESZB"), die (da dahinter PIFGS-Staaten stehen) mit Sicherheit nicht voll werthaltig sind. Die EZB selbst kauft heute oder demnächst per OMT und anderen Programmen immer mehr PIFGS-Anleihen direkt oder indirekt über die vom "Berater" Blackrock ausgewählten ABS auf - nicht zufällig hat sich die EZB-Bilanz in nur wenigen Jahren toxisch verdoppelt. Aus Griechenland werden von der EZB inzwischen stinkende Socken als "Sicherheit" und "Kreditdeckung" akzeptiert. Niemals werthaltig rückzahlbar - wenn man unter "Rückzahlung" TILGUNG und nicht etwa nur ÜBERROLLEN und UMSCHULDEN am Ende der Bondlaufzeit versteht! Und sogar die SNB kauft inzwischen eine Menge EUR-Schrott auf - wenn auch weitgehend noch halbwegs werthaltige DEUTSCHE Staatsanleihen. Und bläst so ihre Bilanz auf. Alles voll werthaltig? Eher nicht!

    Aber ja, rein buchhalterisch ist "alles in Ordnung" - es gibt eine Gegenbuchung und "Sicherheiten" - und so können sich die beltwilden Blogs rein formalökonomisch über die Mayers der Welt lustig machen. Und bekommen den PWC-Stempel unter ihre Schreibe. Buchprüfer-Placet da - alles OK...

    Die wahren Risiken unseres "modernen" Geldystems werden so jedoch systematisch ausgeblendet. Und so macht man sich hier eben ganz "progressiv" wie alle Kreditgeldfans seit 100 Jahren lustig über die anachronistischen Warengeld-Fans. Deren "tumbe, krude Denke" doch scheinbar aus dem 19. Jhdt (oder auch dem 1. Jhdt) stammt - und im 21. doch nichts mehr zu suchen hat.

    Nun denn: träumt weiter hier in dieser in OMT-Zeiten immer anachronistischeren Webseite. Die Zeit des FAST (!) ungedeckten Kreditgeldes geschöpft FAST aus dem Nichts wird enden. Wir sind bereits in seiner Endphase. Es wird nach 100 Jahren des Wahnsinns ja auch mal Zeit dafür. Viel Spaß dann mit den elektronischen und Papierversprechen beim Tag der nächsten Währungsreform. Eben kam eine Spiegel-Meldung "großer Wikinger-Schatz gefunden". Komisch: man fand keine 1000 Jahre alten Thule´schen Staatsanleihen, sondern ... Gold und Silber-Artefakte. Realvermögen eben - das sich selbst nach 1000 Jahren noch als Pfand und Gelddeckung eignen würde. Doch in der Papiergeld-Matrix träumen und per Kreditgeld Produktivleistung der Zukunft heute schon verfrühstücken ist einfach bunter und schöner, schon klar. Tanzt auf dem Vulkan - solange es noch geht.

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    1. Ich frage mich nicht nur bei Ihnen, ob meine Leser-Kommentatoren meinen Text überhaupt gelesen haben.
      Da kann man Otto Veit zitieren, da kann man das Adjektiv "volkswirtschaftlich" als nähere Beschreibung der gemeinten Deckung hervorheben: Hilft alles nichts.
      Wenn von Gelddeckung die Rede ist, können sich die Goldgeld-Freaks schlicht nichts anderes vorstellen als a) eine BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE Kreditdeckung (Besicherung) und b) eine im (Waren-)Geld immanente Wertdeckung (die aber, das nur am Rande, natürlich auch nie absoluter Natur ist: Auch der Goldpreis kann bekanntlich schwanken).

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    2. Gelesen wohl. Aber wir lassen uns eben nicht auf die Honigspur der vernebelnden Unterscheidung zwischen BWL und VWL führen, die (WIEDER EINMAL!) nur die vorgeblichen VWL-Experten und ihre verqueeren Ansichten schützen soll. Merke: Jeder Kredit muss in einer nachhaltig stabilen Geldwelt und Realwirtschaft gesichert sein. Durch ein Realpfand / eine reale Sicherheit - und volkswirtschaftlich ist dies eben meistens eine Golddeckung, da nichts anderes von frei wählenden Staaten mit volksnahen Regierungen akzeptiert würde. So war es im klassischen Goldstandard des 19. Jhsts - und so war es indirekt noch bis zum 15.8.1971 (Ende Bretton Woods).

      Und ja: auch bei Gold-/Warengeld kann ein Deckungsgrad schwanken. Wichtig ist nur, dass es überhaupt einen gibt, was wir seit 1971 eben nicht mehr haben! Selbst zu den Hochzeiten des Goldstandards (um 1900 herum) genügte eine Deckung von 20-40%, um die Währungen zu decken, Ungleichgewichte auszutarieren - und Gesellschaften (!) in einem Gleichgewicht zu halten, von dem Kreditgeldfreaks nur träumen können.

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    3. Entscheidend für die Geldstabilität ist nicht die betriebswirtschaftliche und juristische Besicherung der Kredite, sondern ob die getilgt werden (notfalls natürlich durch Verwendung der Sicherheiten) oder nicht.
      Aber auch die Nicht-Tilgung der Kredite ist nicht schlimm, solange die Verluste bei den Gläubigern anfallen. (Dann wird den Gläubigern an Kaufkraft entzogen, was die Kreditnehmer "vorschussweise" in der Realwirtschaft eingekauft haben.)

      Inflation kann aus Kreditausfällen erst dann erwachsen, wenn die Ausfälle durch frisch gedrucktes Geld ausgeglichen werden.
      Das kann sich natürlich auch als "Kredit" tarnen; eben diese Situation sehen wir aktuell möglicher Weise in der Eurozone.

      Erstaunlich ist nur die gigantische Elastizität, mit welcher die Weltwirtschaft die Druckerei der Notenbanken in China, Japan, USA, GB und Eurozone bislang weggesteckt hat.
      Spannende Frage: Wann reißt das Seil?

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  12. "Ein zentraler Fehler ist dabei, das Geldwesen als eigenständiges System zu behandeln, und nicht als das, was es doch eigentlich sein sollte: Eine HILFSFUNKTION der Realwirtschaft!"

    Der Witz ist gut, Cangrande! Wer heute noch immer die Uralt-Mär vom realwirtschaftlich neutralen Geldschleier verbreitet (und sei es nur im Konjunktiv "SOLLTE SEIN"), den muss man wirklich als abgrundtief naiv, faktenresistent und weltfern bezeichnen.

    Das (fast) ungedeckte fraktionale Kreditgeld des 20. und 21. Jahrhunderts, bei dem die Gelddrucker und Erstempfänger unendlich viel Macht und realwirtschaftlichen Einfluss aus ihrer Druckerei und permanenten Geldmengenausweitung per immer unbesicherterem Kreditgeld ziehen können, hat heutzutage fast NUR NOCH EINEN Zweck. Und das ist eben NICHT die "neutrale Hilfsfunktion der Realwirtschaft", sondern Machtkonzentration bei einer kleinen Banken-Clique.

    In Ihre dogmatisch-vernebelte Ideologiewelt passt diese evidente Erkenntnis nicht rein. Immer mehr Menschen erkennen das aber. Und genau darum und daran wird das von Ihnen (evtl. ungewollt) verteidigte kranke Ponzi-Kredit-System und der Kreditgeld-StatusQuo auch noch zu unseren Lebzeiten kollabieren. Es gab NOCH NIE ein ungedecktes Kreditgeldsystem, das NICHT zusammengebrochen wäre. Neu ist diesmal nur die globale Dimension des Crashs. Aber schon klar: bei Ihnen wird das diffamierend als Stammtisch, VT, Doomsday, Wunderheilungsniveau und Geldsystemspinnerei abgetan. Na wenigstens Letzteres stimmt, wenn Sie mal in den Spiegel schauen.

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    1. Hilfsfunktion ist etwas anderes als Geldschleier.
      Die "Geldschleiertheorie" behauptet ja, dass man die realwirtschaftlichen Zusammenhänge untersuchen kann, ohne das Geld einzubeziehen.
      Bei einer Hilfsfunktion, oder "dienenden" Funktion, ist es klar, dass deren Ausfall nicht folgenlos bleibt (wenn der Diener ausfällt, oder Mist macht, dann macht sich das selbstverständlich bemerkbar.

      Ansonsten: Welches Geldsystem können Sie uns denn als Alternative anbieten?

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    2. OK zum Einwand gegen die Erwähnung "Geldschleier". So definiert besteht dann Konsens: Geld ist "NICHT neutral" - ergo ist es "folgenreich".

      Zum "Ansonsten" kann man nur wiederholen: es ist nicht an uns / CanGrande / anderen Makroklempnern, ein Geldsystem vorzugeben. Die Bedeutung des Geldes ist viel zu groß dafür. Und es gibt keine (!!) Begründung, warum irgendein Geld-Monopolist das Anrecht auf ewige und Billionen-schwere Seigniorage (Geldschöpfungsgewinn) haben sollte! Das ist eine Größenordnung, die niemals bei nur einer/wenigen Institutionen (ZBs & Staaten) Macht generieren darf!

      Nur der freie Geldwettbewerb verteilt den Geldschöpfungsgewinn fair - d.h. potenziell auf jeden - und konkret auf jeden, der gutes (stabiles, von den Menschen freiwillig gewähltes) Geld anbietet, Es gibt keinen gerechteren Maßstab als die freiwillige Wahl der Menschen. Die Angst vor Chaos beim Geld bei freier Geldwahl der Menschen ist nur vorgeschoben - und zudem unberechtigt, da sich über kurz oder lang nur 1-3 Systeme durchsetzen würden. Kein Problem - die Finanzwelt jongliert heute schon problemlos mit Hunderten (Währungen).

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    3. Eine Seigniorage gibt es, jedenfalls im engeren Sinne, nur bei Willkürgeld, oder bei unterwertig ausgeprägtem Warengeld (Gold, Silber).

      Bei kreditärer Geldschöpfung besteht der Gewinn im Gewinnanteil (abzüglich Kosten und "Versicherungsprämie" für Kreditausfälle) der Kreditzinsen. Dem das entsprechende Risiko gegenüber steht; also ein ganz normaler Vorgang in einer freien Marktwirtschaft.

      Einen Geld-Monopolisten gibt es nicht. Die Geldschöpfung erfolgt zu einem sehr kleinen Teil durch die Notenbanken, und ansonsten über (meist private) Geschäftsbanken.
      Billionengewinne an Seigniorage fallen da nirgends an. Die können nur dann entstehen, wenn ein Geldemittent (typischer Weise also der Staat) Geld einfach druckt und ausgibt.

      Eine Bank kann jeder gründen im Prinzip; man braucht natürlich Kapital, und muss den Aufsichtsbehörden seine Sachkunde nachweisen.
      Insofern gibt es den "freien Geldwettbewerb" längst.
      Oder glauben Sie ernstlich, jemand würde das von Ihnen oder mir geschöpfte Geld annehmen, wenn es keinerlei Regulierung mehr gäbe? Da würde sich in kürzester Zeit ein Oligopol mit den "üblichen Verdächtigen" bilden: Deutsche Bank, Sparkassen, Volksbanken und vielleicht ein Privatbankenpool.
      Geld wird nur dann im Verkehr akzeptiert, wenn es voll fungibel ist. Fungibel ist es, wenn Sie es bei jeder
      Bank einzahlen können. Und glauben Sie, die Banken würden von Ihnen oder mir emittiertes Geld akzeptieren? Oder überhaupt zigtausende verschiedener Geldarten?

      Im völlig freien Wettbewerb würde sich kein "System" durchsetzen: Die Geldschöpfung wäre nach wie vor kreditär. Dafür aber einige wenige Banken, letztlich vielleicht sogar ein Monopolist als einzige(r) Geldemittent.

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  13. Eine sehr interessante Diskussion für mich als "Laien".
    Was mir in den Betrachtungen aber fehlt ist das m.E. nach wichtigste überhaupt: Zinsen!
    Kreditgeld aus dem "Nichts" werden Zinsen angehängt, die nach Tilgung der Schuld als neu geschaffene Forderung stehen bleiben und nicht mit "realem" Geld in der Gesamtsumme gedeckt sind.
    Um diesen Gap zu füllen wird eine Ausweitung der Geldmenge notwendig, Wirtschaftswachtum ist zwingend erforderlich, und die Spirale beginnt, sich zu drehen.
    Wenn man sich vorstellt, die Staatsschulden werden auf die Bürger verteilt, wären 70% der Bevölkerung faktisch pleite. Das heißt für mich nichts anderes als: Wir sind pleite! Wir ruinieren unseren Planeten mit ungebremstem Wirtschaftswachtum etc.pp.
    Muss man nicht vor allem dafür sorgen, dass es keine Forderungen (in diesem Fall Zinsen) geben kann , die jenseits der realen Geldmenge liegen? Wir produzieren doch sonst permanent eine Lücke, die nichts anderes ist, als unser Hamsterrad, in dem wir uns abstrampeln, um dieselbe zu füllen - wir werden zu Sklaven des Systems, in dem es keine Pause oder Paradigmenwechsel geben darf, da es sonst zusammenbricht.
    Das Geldsystem muss ein reines Tauschsystem sein, damit sich z. Bsp. steigende Produktivität in weniger Arbeitszeit umsetzen lässt, damit man langlebige Waren herstellen kann, weil man nicht gezwungen ist ständiges Wachstum zu produzieren.... Das bedeutet zwangsläufig, dass nur Geld verliehen werden kann, das auch real existiert! Darauf Zinsen zu erheben kann allerdings auch dann nur funktionieren, wenn kein Geld gehortet wird.

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    1. Die grundsätzliche Zinskritik ist nicht gerechtfertigt. Hier ein guter Artikel zum Thema:
      "Grundsätzliches und Pragmatisches zur Zinsfrage"
      http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2013/03/09/grundsaetzliches-und-pragmatisches-zur-z

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    2. Vielen Dank für den Link - sehr interessant.
      Vor allem bestätigt er in den ersten paar Absätzen meine Aussage, dass es fatal ist, auf das kreditbasierte Bankengeld Zinsen zu erheben. Seine Ausführung ist da sehr eindeutig. Zuletzt sage ja auch ich, dass gegen eine Zinsleistung grundsätzlich nichts einzuwenden ist, wenn sie realwirtschaftlich und monetär hinterlegt ist.
      Das Dumme ist nur - die Realität sieht ganz anders aus! Und deshalb bewegen wir uns in dem bankengesteuerten Hamsterrad - wobei ich hier nicht die Frage erörtern möchte, wer denn letztendlich wirklich die Hebel der Macht bedient.
      Es ist m. E. nach aber auch mittlerweile nicht mehr zu leugnen, dass es eine "Machtelite" gibt, die zum Wohle vieler Menschen zerschlagen werden muss. Und der sinnvollste Ansatz dafür ist nun mal das Geldsystem mit seinen privaten Zentralbanken und der Geldschöpfung durch Geschäftsbanken.

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    3. Nicht der Zins ist das Problem, sondern die Akkumulationswirkung von Zins.
      Würden Kapitaleinnahmen voll wieder ausgegeben, gäbe es kein Problem; vor allem wäre dann auch keine Geldmengenausweitung erforderlich (wie ich in meinem Blott "Das EBaKeBa-Modell von Geldschöpfung, Zinsen und Realwirtschaft" http://beltwild.blogspot.de/2014/01/das-ebakeba-modell-von-geldschopfung.html an einem Denkmodell gezeigt habe).

      Werden sie NICHT wieder ausgegeben, dann ist es egal, ob die Zinsen in der Realwirtschaft anfallen, oder auf dem Bankkonto. (Vgl. näher "Der 'Eigentrag' oder: Der Zins besteht nicht nur aus Zinsen - und nicht alle Zinsen sind ein Zins" - http://beltwild.blogspot.de/2011/07/der-eigentrag-oder-der-zins-besteht.html).

      Dass diese bei Laien so beliebte Unterscheidung sinnlos ist, zeigt eine einfache Überlegung:
      Sparer S legt 10.000,- auf die Bank. Unternehmer U leiht sich das Geld und kauft eine Produktionsmaschine. Von dem Kapitalzins, den er daraus erzielt, zahlt er Kreditzinsen an S (Bank lasse ich mal weg).
      Alternative wäre:
      U kauft (wenn er das Geld hat) die Maschine aus eigenen Mitteln.
      Der Unterschied liegt lediglich darin, dass U in diesem Falle den vollen Gewinn für sich behalten könnte. Während er ihn bei Kreditaufnahme (bis zur Tilgung) mit dem Gläubiger (Sparer) teilen muss.

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  14. Hallo werter Blog-Autor,

    vielen Dank für den umfangreichen Eintrag. Ich finde das Thema wirklich recht spannend.

    Sie schreiben weiter oben, dass ein Vollgeld-System - und damit wahrscheinlich auch das von Thomas Mayer propagierte System - Fristentransformationen quasi abschafft.

    Könnten Sie das vielleicht einmal kurz mit ein paar einfachen Beispiele laienverträglich erläutern ?

    Viele Dank

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    1. Also ich sehe das so:

      1) Vollgeld-Theoretiker wollen Kredite ausschließlich aus Spareinlagen decken (d. h. aus Mitteln, welche nicht auf Girokonten liegen, sondern von den Geldbesitzern auf Sparkonten gelegt werden, womit sie konkludent dem Verleih dieser Gelder durch die Banken zustimmen).

      2) Modell: 1 Mio. Spareinlagen bei Banken; 950.000,- Kredite vergeben. Wenn Einleger ihre Spargelder, ggf. auch mit Kündigungsfristen von mehreren Wochen oder sogar Monaten abheben dürfen, dann haben wir einen Puffer von 50.000,-. Kündigen Einleger Spareinlagen i. H. v. 100.000,- und wollen diese nach Ablauf ihrer Kündigungsfristen abheben, fehlen 50.000,-. (Der Einfachheit halber unterstelle ich, dass innerhalb der Kündigunsfrist keine Kredittilgungen eingegangen, oder dass diese durch neue Kredite wieder abgeflossen sind.)
      Das Bankensystem kann also 50.000,- nicht auszahlen und wäre zunächst zahlungsunfähig (freilich nicht überschuldet).

      So jedenfalls sehe ich das; möglicher Weise haben die Vollgeld-Fans gegenläufige Argumente, aber die sind mir nicht bekannt und mir fallen auch keine ein.


      Ein anderes Problem mit dem sog. Vollgeld ist, dass auch dieses System eine kreditäre Geldschöpfung aus dem Nichts ermöglicht:
      1) Erster Kreditnehmer (K1) leiht sich 10.000,- bei seiner Bank (B1) aus Spareinlagen von einem "ersten Sparer" (S1).
      2) K1 überweist auf Girokonto von einem Kunden der Bank B2.
      3) Kunde transferiert das Geld auf sein Sparkonto und wird damit "zweiter Sparer" (S2):
      4) Somit kann B2 das Geld erneut verleihen an 2. Kreditnehmer (K2).
      5) Gleiches Spiel: K2 überweist an Kunden von B3, der transferiert das Geld dort auf sein Sparkonto und wird somit zu S3.
      Das Bankensystem hat also aus einem Sparguthaben von 10.000,- bereits 3 Sparguthaben mit zusammen 30.000,- generiert. Und so kann es lustig weitergehen.

      Der einzige Unterschied zum bisherigen System wäre, dass
      a) Banken immer nur aus Sparguthaben Kredite vergeben dürfen. Aber das Bankensystem (oder selbst ein entsprechender Geldumlauf innerhalb ein und derselben Bank) schöpft trotzdem Buchgeld durch die Kreditvergabe neues Buchgeld. (Allerdings dadurch eingeschränkt, dass das nur insoweit möglich ist, als die Zahlungsempfänger das Geld auf Sparkonten einzahlen. Das tun natürlich nicht alle, insofern entspricht mein Denkmodell nicht 1 : 1. Aber von der Tendenz her ist es halt so, dass auch in einem angeblichen "Vollgeldsystem" nicht nur Zentralbankgeld kreisen (das ist mit "Vollgeld" gemeint), sondern wie schon jetzt auch kreditäre Geldschöpfung erfolgen würde.
      Das muss nicht per se schlimm sein.
      Es steht aber im Widerspruch zu den Annahmen der Vollgeld-Fans, die offenbar ihr eigenes System nicht einmal in den Ansätzen durchdacht haben.
      Auch insoweit mag es sein, dass die Vollgeldler Gegenargumente haben; allzu intensiv habe ich mich damit nicht beschäftigt.
      Was ich im Internet darüber gelesen habe (z. B. auf der Webseite von Prof. Joseph Huber) ist mehr Verheißung als technische Ablaufsdarstellung.
      Und bei utopischen Propheten bin ich von vornherein äußerst misstrauisch.

      Vgl. im Übrigen auch meinen Eintrag "Ein Professor der vom Schlagschatz träumt: Wie Joseph Huber uns Willkürgeld als 'Vollgeld'andrehen will " (http://beltwild.blogspot.de/2014/06/ein-professor-der-vom-schlagschatz.html).

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