Freitag, 29. Januar 2016

Der "Quellcode" des "Betriebssystems" Geld und die Schnittstellen zwischen Geldsystem und Realwirtschaft



"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein denke!" hatte ich vor Jahren einen Blott betitelt. Immer im eigenen Saft zu schmoren macht weder Spaß, noch ist es effizient. Vielleicht deswegen war in der letzten Zeit mein Interesse am Thema "Geldsystem" (oder Geldwesen) etwas eingeschlafen, weil keine Rückmeldungen von Lesern kamen.

Vor ein paar Tagen jedoch erhielt ich eine Mail zu meinen Blogeinträgen (dafür verwende ich den Begriff "Blotts") zum Thema Geld(schöpfung):
"... verschiedene Artikel von Ihnen zum Thema Geld, Geldschöpfung, Stellungnahme zu den Papieren der BoE [Bank of England - B. B.] habe ich gelesen und bin erstaunt über die gemeinsame Schnittmenge. ..."
Der vorliegende Text ist meine überarbeitete Antwort darauf. Ursprünglich hatte ich nicht an eine Veröffentlichung gedacht, aber auch Länge und Zielrichtung meiner Antwort nicht vorgeplant; die ergaben sich erst im Vollzug des Schreibens gewissermaßen von selbst. Deshalb musste ich, von der Fehlerberichtigung ganz abgesehen, auch inhaltlich den Text stellenweise "öffentlichkeitsgerecht" umformulieren.
 
Obwohl mein Mailpartner mit seinen Kenntnissen längst weiter ist, gab mir seine Zuschrift einen Anstoß, den "Kriminalfall Geld" noch einmal ganz von vorn aufzurollen.


Indem ich diesen Text nunmehr in meinen Blog einstelle; wird er vielleicht nützlich für jene Leser, die mit ihren Einsichten in das Geldwesen noch nicht ganz so weit gekommen sind, oder die verzweifelt nach einem Ausweg aus den trüben Sackgassen der Geldsystem-Messiase suchen.
 
 
Alfred Mitchell Innes hämmert es in seinen beiden Schriften (die ich zwar nicht ganz perfekt lesen, aber doch im Großen und Ganzen verstehen konnte) seinen Lesern immer wieder ein: “Money is credit and credit is money”. (Vgl. dazu meinen Blott “Einen Kredit gibt es nicht. 100 Jahre "Kredittheorie des Geldes" (Credit Theory of Money) von Alfred Mitchell Innes”). Das ist aber falsch, oder zumindest irreführend.

Hinter derartigen Debatten lauert immer ein semantisches Problem: Was meine ich überhaupt, wenn ich die Frage stelle, was Geld “ist”? Über diesen rein sprachlichen Aspekt wird zu wenig nachgedacht, und so ziemlich jeder, der Geld definiert, hält seine Definition für eine irgendwie “objektiv” richtige. Vor allem glaubt er, das “Wesen” des Geldes erfasst zu haben. Definition wird so zur Suche nach einer objektiven Wahrheit bzw. nach dem schlechthin “richtigen” Verständnis für einen Begriff, der verabsolutiert gedacht wird. Diese Sichtweise habe ich schon seit langem nicht mehr akzeptiert, aber erst seit kurzem einen Text gefunden, der (dort zwar für den Bereich der Politik; aber dieser Teil seiner Überlegungen gilt für unser Denken und für den gesellschaftlichen Diskurs ganz allgemein) eine sehr präzise und gut verständliche Kritik an diesem Essentialismus übt: “THOMAS DEWAR WELDON. Kritik der politischen Sprache” (anscheinend handelt es sich bei dem online verfügbaren Text um Auszüge aus seinem Buch).

Begriffe sind vielmehr nichts als Werkzeuge, und da gibt es bekanntlich geeignete und ungeeignete. Die Frage ist also: Was will ich mit der Definition anstellen? Was soll, was kann sie mir über das Definierte sagen, oder welchen Aspekt davon kann sie (nicht) erhellen?
Und vor allem: Welche weiteren Operationen kann ich anschließend mit dieser Definition durchführen, oder ist sie nur ein hübsches Wort, das mich aber nicht weiterführt. (Etwa im Stil von “Geld wird aus dem Nichts geschöpft, also ist Geld Nichts”: Wenn das so wäre, könnte man auch nichts drüber sagen.)

 
Würde man für die entsprechenden früheren primitiven Völker sagen: “Geld sind Kaurimuscheln, und Kaurimuscheln sind Geld” dann wäre das vielleicht zutreffend. Aber man hätte damit lediglich die materielle Dimension der “Geldzeichen” beschrieben. Daraus kann man immerhin Informationen über die Herstellung dieses Geldes gewinnen. Aber über die ökonomische Funktion von Geld weiß man damit noch gar nichts.
In anderer Weise gilt das ebenso für einen Satz wie: “Geld ist, womit ich mir etwas kaufen kann”. Auch der ist keineswegs sinnlos, und in bestimmten Zusammenhängen ist er durchaus hilfreich oder gar unverzichtbar. Aber auch er sagt uns letztlich nichts (oder nur wenig) über das ökonomische “Funktionssystem Geld”. Also nichts darüber, wieso ich mir mit ein paar Lappen bedruckten Papiers ein Auto, vielleicht gar ein Haus kaufen kann. Oder dafür nicht einmal Papier brauche, sondern lediglich einen Systemzustand eines Datenspeichers.

Wenn ich nachfolgend von Geld spreche ist, soweit nicht anders erwähnt, damit das sog. "Fiatgeld" gemeint, also unser heutiges, rein materiell praktisch wertloses Geld. Das ist in verschiedenen Geldzeichen verkörpert:

·       Münzen (Kategorie: Bargeld. Material: Metall. Wegen der im Verhältnis geringen Menge ist es unproblematisch, wenn allgemeine Betrachtungen über das Geldwesen - und somit auch meine - diese Geldform praktisch ausblenden. Nur - die je nach Münze zu unterschiedlichen Anteilen Warengeld und Willkürgeld ist - für die Analyse der heutigen Lage)

·       Banknoten (Kategorie: Bargeld. Material: Papier: "Papiergeld", "Geldscheine") und

·       Buchungspositionen in (heutzutage weitestgehend) elektronischen Datenspeichersystemen. Dieses total entmaterialisierte (Kategorie: ) "Buchgeld" macht den allergrößten Teil der heutigen Geldmenge aus. Ich denke indes, dass uns allen der Geldschein doch noch die vertrautere Vorstellung von "Geld" ist, dass das Wort DIESE Form von visueller Vorstellung in unserem Gehirn auslöst. Entsprechend verwende ich Anschaulichkeit halber die Begriffe "Papier(geld)" usw. als Sammelbegriff für alle Geldformen. Anders gesagt: Wo ich nachfolgend von Papier(geld) usw. rede ist das Buchgeld in der Regel gedanklich inbegriffen. (Abweichungen sind aus dem Zusammenhang selbsterklärend.)

Dass jemand bereit ist, gute Ware für eine Ziffer auf Papier (real ausgedruckt oder elektronisch verbucht) herzugeben verblüfft uns zunächst. Und zwar deshalb, weil wir es gewohnt sind, die realwirtschaftlichen Transaktionen als Tauschakte zu verstehen.
 
Wir verstehen leicht, dass jemand sein Auto hergibt, um dafür einen Batzen Gold oder eine entsprechende Menge Goldmünzen einzutauschen: Hier wird die eine Ware (das Auto) gegen eine andere Ware (Gold) oder Warengeld (Goldmünzen) eingetauscht. Wenn wir unterstellen, dass beide mit etwa gleichem Aufwand hergestellt wurden (oder, wie die Goldmünzen, vielleicht mit einem gewissen Aufpreis gehandelt werden, weil sie in der praktischen Verwendung Vorteile gegenüber einem Goldbatzen bieten), dann leuchten uns die Motive beider "Tauschpartner" unmittelbar ein: Der eine hat das Auto übrig und möchte Gold in den Tresor legen, oder er will sich ein neues kaufen und braucht dafür Gold(geld). Der andere hätte lieber ein Auto anstelle des Goldbatzens oder der Goldmünzen. Sehen wir vom Gewinn einmal ab, dann wurde hier letztendlich “Arbeit gegen Arbeit” getauscht: Unter unseren Rahmenannahmen ist das ein fairer Deal, der keinen übervorteilt.
Aber einen Papierfetzen hinhalten und dafür ein Auto haben wollen: So ein “Betrug” haut uns doch erst einmal um? Völlig unverständlich ist für uns, wieso sich der Autobesitzer mit einem solchen "Geschäft" sogar noch aus freien Stücken “betrügen”, lässt, ja, dem "Betrüger" sogar noch nachläuft, nur um seinen dicken Schlitten gegen ein wertloses Papierbündel einzutauschen. Das sich sofort in heiße Luft auflöst, wenn man ein angezündetes Streichholz dranhält?
Da ist doch GANZ ENTSCHIEDEN ETWAS FAUL im Staate Geldermark?

Nicht überraschend ist eine solche Überlegung häufig der Ausgangspunkt jener Geldspinner oder Monetär-Scharlatane, mit der sie uns ihre Wundermittelchen andrehen wollen, aus denen sich angeblich oder vermeintlich die Wirtschaft von der Geld- und Zinsknechtschaft erlösen lässt. Aus dem Feld der makroökonomischen Erfahrungen werden zur Begründung regelmäßig die Krisensituationen herangezogen, in denen das Geldsystem nicht ganz so gut funktioniert hat wie während der (weitaus längeren) sonstigen Zeiträume.

Das eigentlich vorrangig zu erklärende Faktum, dass das Geldsystem seit dem 2. Weltkrieg (bis zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2007 ff.) in den entwickelten Ländern doch eigentlich ganz gut funktioniert hat, wird in der Regel unterschlagen. Natürlich gab es da manches Auf und Ab; aber eben keine wirklich bedrohlichen Störungen im Zusammenwirken von Geldsystem und Realwirtschaft.

Ein anderer Ausgangspunkt meiner früheren Untersuchungen (und Kritikpunkt an den Windbeuteln und Scharlatanen der Geldsystemdebatte) war die Überlegung, dass die unzähligen Menschen vor mir, Praktiker, Politiker und Wissenschaftler, die - vielleicht nicht immer mit vollem Bewusstsein, sondern häufig nur tastend - unser bestehendes Geldsystem entwickelt haben, bestimmt nicht dümmer waren als ich bzw. als unsere heutigen Monetärscharlatane. Und viele Vorgänger in Theorie und Praxis waren mit Sicherheit sogar sehr viel klüger als ich und viele andere, die heute über das Geldsystem nachdenken, bzw. an seinem Funktionieren oder sogar an der Weiterentwicklung seines "Designs" mitarbeiten. Es macht also Sinn, zunächst einmal zu postulieren, dass in jenem System, wie wir es heute haben, jedes Schräubchen und Zahnrädchen einen Sinn und Zweck hat, und nicht entbehrlich oder nach Belieben ersetzt werden kann. Methodisch sollten wir also davon ausgehen, dass ein dilettantisches Herumfummeln ohne Kenntnis des gesamten Systemzusammenhangs Schäden, ggf. sogar schwere oder gar zerstörerische, anrichten könnte.

Das eigentliche Mysterium und das Explanandum ist für mich also nicht, warum es in dem System zu Störungen kommt. Sondern: Wieso ein derart hochkomplexes System mehr oder weniger doch recht reibungslos laufen kann. Erst wenn wir das wirklich verstanden haben können wir hoffen, Fehlfunktionen zu beheben, ohne dass unser Eingriff solche an anderen Stellen zur Folge hätte.

Wir tun mithin gut daran, der Menschen Werk zunächst einmal als ziemlich zufriedene (hypothetische) Geldsystemschöpfer zu begreifen: "Und man sah, dass es gut war".
Anstatt den Autobesitzer oder Hersteller, der sein Gefährt weggibt, um dafür einige (bedruckte) Papierschnitzel oder einige Zahlen auf seinem Konto zu erhalten, für doof zu erklären, gehen wir davon aus, dass sein Verhalten im gegebenen (Geld-)System für ihn selber nützlich und somit rational ist.

Trotzdem bleibt es natürlich wahr, dass die Banken (übrigens in einem 2-stufigen System mit unterschiedlicher Fungibilität, also von unterschiedlichen Verwendungsreichweiten des Geldes) “Geld aus dem Nichts schöpfen”: Indem sie einfach bedrucktes Papier ausgeben (Notenbanken) oder, noch dreister, lediglich einige Zahlen am Computer in die Tastatur hauen (Zentralbanken und Geschäftsbanken).
Soviel weiß heute so ziemlich jeder (selbst die meisten Monetär-Scharlatane), dass das Geld kreditär geschöpft wird. Ohne dass jemand zuvor einen Kredit aufgenommen hat (bzw., in äquivalenter Formulierung: Sich verschuldet), haben wir also keinen Cent “da draußen”, d. h. in den Systemen von Geld- und Realwirtschaft.
(Schon hier möchte ich aber darauf hinweisen, dass sich der Satz "Ohne Kredit kein frisches Geld in der Welt" nicht umkehren lässt zu "ohne frisches Geld kein Kredit": Kredite können sehr wohl auch aus jener Geldmenge vergeben werden, die bereits das Licht der Welt erblickt hat. Dazu unten mehr.)

Monetäre Kurzschlussgenies empören sich über die kreditäre Geldschöpfung und halten diese für die Wurzel vieler (vermeintlicher oder tatsächlicher) Übel: “Kein Wunder, dass das System ins Stottern kommt, wenn man an Geld nur kommen kann, indem man sich (bzw. indem andere sich) verschulden: Das ist eine furchtbare Ungerechtigkeit, dass so ein Murks gar nicht funktionieren KANN, das sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock!
Darauf bauen die Spinner dann ihre Systeme auf, anstatt sich die nahe liegenden Fragen zu stellen:

Wieso funktioniert das Ding dann überhaupt (mehr oder weniger gut) über durchaus längere Zeiträume? Und wieso ist nicht schon vor mir jemand auf die Idee gekommen, da mal “aufzuräumen”, wenn das doch alles Mist ist? Bin ich wirklich der Erste, der auf diese Idee kommt? Oder habe schon andere vor mir derartige Überlegungen über das Geldsystem angestellt und sie verworfen? Weil sie vielleicht Fehler daran entdeckt haben, die mir entgangen sind?

Die zwei zentralen Erklärungsfelder sind also:
·       Warum nimmt jemand “wertloses” Papier (reine Kontobuchungen stillschweigend eingeschlossen) für werthaltige Waren (Dienstleistungen hier und im Folgetext ebenfalls stillschweigend eingeschlossen)? Und

·       Warum hat “man” das so “eingerichtet” (oder: Warum hat sich das System so entwickelt), dass (jedenfalls heutzutage praktisch überall) frisches Geld nur über einen Kredit (also über Schulden, Verschuldung, einen Schuldner) ins System eingespeist wird? Ist das vielleicht gar kein Defekt, sondern (warum auch immer) ganz im Gegenteil eine zwingende Notwendigkeit für das Funktionieren des Systems?

Letztlich geht es uns (selbst denjenigen, die wie Dagobert Duck auf Bergen von Geld hocken) beim (Fiat-)Geld (beim Gold mag das manchmal anders sein) ja nie um den Besitz von einem (ggf. auch komplett entmaterialisierten) “Ding” namens “Geld”. Sondern darum, dass wir hier etwas haben, womit wir (jetzt oder zu irgendeinem, ggf. auch völlig unbestimmten zukünftigen Zeitpunkt) einkaufen können. Es geht also ALLEN Geldbesitzern darum, KAUFKRAFT in den Fingern zu haben. Mit Geld kann ich etwas kaufen, Geld ist Kaufkraft, die auf irgend eine Weise in irgend einem Medium gespeichert wird. (Deswegen bezeichnen manche Geld ja auch als eine Information; auch das ist irgendwo zutreffend. Wenn ich Geld weitergebe, dann gebe ich im System die Information weiter (oder gebe “dem Markt” die Information), dass nicht mehr ich die Kaufkraft halte, sondern der neue Geldempfänger. Man kann sich das durchaus so veranschaulichen, dass der Abgebende “dem Markt” “sagt”: “Wenn der Geldempfänger X demnächst bei dir etwas im Wert von (z. B.) 1.000,- € abholen will, dann musst du dem das geben anstatt mir”.

Das lässt aber nach wie vor die Frage offen, warum “der Markt” diese Anweisung akzeptiert, bzw., mikroökonomisch gesprochen, warum Y sein Auto hingibt, obwohl der von X nur ein materiell wertloses Stück Papier bekommt. Oder, entsprechend unserer Vorstellung von Wirtschaft als Tauschsystem formuliert: Warum Y ein wertvolles Auto für wertloses (allerdings in einer sehr speziellen Weise bedrucktes) Papierbündel “eintauscht”.

Auch insoweit dürften die Motive unstreitig sein, selbst unter den Geldspinnern: Y akzeptiert diesen scheinbar so miserablen “Tausch”, weil er auch seinerseits den Papierpacken wiederum gegen etwas anderes, im Prinzip etwa gleichwertiges, eintauschen kann (sofort oder in irgendeiner fernen, selbst unbestimmten, Zukunft). Der Geldempfänger (im Unterschied zum Kreditnehmer, dem "Erstgeldempfänger", bezeichne ich diesen und jeden weiteren Geldakzeptanten als "Zweitgeldempfänger") weiß eben (oder vertraut zumindest darauf; in ganz speziellen Situationen kann er damit schon mal hereinfallen), dass auch alle anderen “Marktteilnehmer” das Papier in gleicher Weise wie er selber für “Tauschvorgänge” akzeptieren werden.

Hängt das vielleicht auf irgend eine Weise damit zusammen, dass das Geld (Fiatgeld; beim “Warengeld” wie Gold usw. mag das anders sein) im Kreditwege geschöpft wird? Könnte die Kreditvergabe irgendetwas mit der Akzeptanz des Geldes als (sage ich hier mal salopp und der Einfachheit halber, eigentlich halte ich diesen Ausdruck bei Fiatgeld nämlich für irreführend) “Tauschmittel” zu tun haben?

Stellen wir uns vor, das Geld käme als Geschenk auf die Welt: Von der (Zentral- oder Geschäftsbank, das tut an dieser Stelle nichts zur Sache) verschenkt an eine Person oder Institution (insbesondere dem Staat). Um unmittelbar zu begreifen, was anschließend passieren würde, abstrahieren wir von den realen Transaktionen zwischen MarktTEILNEHMERN und denken uns die (jedenfalls die erste) Transaktion als eine solche zwischen dem glücklichen “Erstgeldempfänger” (s. o.) und dem gesamten “Topf” namens “Markt”.

Unser Glückspilz sitzt mit 9 weiteren “Wirtschaftssubjekten” (Personen oder Unternehmen) um den großen Topf herum, in den jeder das von ihm Produzierte – also beispielsweise ein Paar Schuhe, einen Mantel, eine Brille usw. – eingelegt hat (in unserem Denkmodell soll alles den gleichen Wert von 1.000,- € haben).
Die “Spielregeln” fassen wir so, dass man aus dem Topf nur dann etwas herausnehmen darf, wenn man einem anderen Spielteilnehmer ein Stück Papier überreicht, wo draufsteht “Dieses Papier hat einen Wert von 1.000,- €”.
[Für ein realitätsnäheres Modell dürften wir innerhalb einer Runde oder Periode nur die eine Hälfte der Teilnehmer mit Geld – aber nicht mit Gütern - ausstatten, während die andere Hälfte kein Geld, sondern nur Güter hätte. In jeder Periode würden dann das Geld und die Güter sozusagen die Seiten wechseln. Hier schenken wir uns diese Komplikation, weil sich daraus für den vorliegenden Zweck keine Verfälschung des Denkmodells ergeben dürfte. Grundsätzlich muss man sich solcher Diskrepanzen aber bewusst bleiben, damit man das Denkmodell nicht auf Situationen überträgt, für die es nicht geschaffen wurde und nicht taugt].

Den (Geld-)Schein, mit dem man “einkaufen” kann, darf man nicht selber produzieren. Den muss man bei einem “außenstehenden” Wirtschaftssubjekt abholen, das wir “Bank” nennen wollen. Die Bank gibt solche Scheine nur aus, nachdem sie sich überzeugt hat, dass man ein Objekt im entsprechenden Wert entweder bereits in den Topf gelegt hat bzw. dass der “Kreditnehmer” sie davon überzeugen konnte, dass er später dazu in der Lage sein wird [“Bonitätsprüfung”]. Außerdem muss er der “Bank” versprechen, dass er zu (oder, ratenweise, bis zu) einem bestimmten Zeitpunkt nicht nur die “Kreditsumme” vollständig zurückzahlen (“tilgen”) wird, sondern noch 100,- € zusätzlich aufbringen können wird (“Zinsen”).
[Soweit ich hier viele vertraute Begriffe – etwa “Bank” oder “Kreditnehmer” - in Anführungszeichen setze will ich an meine Leser appellieren, gemeinsam mit mir in ihren Überlegungen von einer tabula rasa auszugehen. Wir wollen alles vergessen, was wir schon wussten, und die Entstehung des Geldsystems mit den nötigen Funktionsorganen und den dafür geprägten Begriffen als eine völlig neue Schöpfung "live miterleben": Eine "Welt der Abenteuer" (denken sie meinetwegen an den Kosmos, oder die Tiefsee), die uns bislang verschlossen geblieben war.]

Von unseren 10 Spielteilnehmern, die rund um den “Topf” namens “Markt” sitzen, hat nicht nur jeder eine Sache (Ware) im Wert von1.000,- in den großen Gemeinschaftstopf gelegt (“Wert” einer Ware soll hier bedeuten, dass sie ein realistisches, d. h. von den anderen höchstwahrscheinlich akzeptiertes Preisschild in dieser Höhe trägt) , sondern hält (wie schon oben ausgeführt) auch noch einen Schein mit der Aufschrift “1.000,- € Wert” in der Hand. Wenn er diesen Schein an einen anderen Spielteilnehmer weiterreicht, darf er sich eins von den Objekten aus dem Topf herausnehmen.

Jetzt modellieren wir, was bei der Ausgangslage unseres Modells als Störfall erscheint, obwohl es in der Realität der Normalfall ist: Ein "Kreditnehmer" holt sich zusätzlich zu seinem eigenen bei der Bank noch einen weiteren Schein. Beide reicht er ganz schnell an zwei der Spielteilnehmer weiter und fischt sich (so ein Schuft!) flugs ZWEI Objekte aus dem Topf.

Nun hat unser System (oder haben wir mit unserem Denkmodell) ein Riesenproblem: Elf Scheine unter den “Marktteilnehmern”, aber nur 10 Objekte (“Waren”) im Topf.

EINE Lösung wäre es, alle Waren um 10% zu verteuern. Um eines der 10 Objekte zu “kaufen”, müsste man danach nicht einen, sondern 1 + 1/10 Schein einlegen. Dann hätten wir im Modell das, was man in der Wirklichkeit “Inflation” nennt: Teuerung. Die Inflation passt ein “Überangebot” (Nachfrageüberhang, Kaufkraftüberhang) an Scheinen einem “Unterangebot” (Angebotsdefizit) von Waren an. Sie verändert die Proportionen von Wertaufdruck auf dem Schein einerseits und Preis der Waren andererseits so, dass man mehr Scheine für den Einkauf einer unveränderten Warenmenge benötigt. In der (uns geläufigeren) Kurzfassung ausgedrückt, werden die Waren “teurer” oder “steigen die Preise”.

Damit bildet unser Modell jene Erfahrungen ab, wie sie die Menschen in der deutschen Geschichte nach dem 1. Weltkrieg bis 1923 erlebt bzw. erlitten haben, und dann erneut 1945 – 1948. (Beim zweiten Mal zwar “nur” am Schwarzmarkt, denn im herkömmlichen Markt waren die Preise eingefroren. Das war freilich für die Käufer ein schwacher Trost, denn ein Warenangebot gab es weitgehend überhaupt nur am Schwarzmarkt.) Der Staat hatte in beiden Kriegen zu viele “Scheine” gedruckt und damit (Waffen) eingekauft. Weil er aber selber nichts ‘in den Topf hineingelegt’ hatte, waren – bei unveränderten Preisen – zu wenige Waren “im Topf”.
[Der Staat legt zwar i. d. R. nicht selber Güter in den Topf, d. h. er produziert normaler Weise keine Güter, die er verkauft. Aber er entzieht den Bürgern durch Steuern Kaufkraft und, soweit er damit Schulden tilgt, gibt er die vorher von ihm geborgte Kaufkraft an die Geldeigentümer zurück (bei sog. “Sekundärkrediten”) oder – soweit Banken die Staatsschulden mittels Geldschöpfung angekauft haben - entfernt er diese Kaufkraft wieder aus dem Markt (das Geld wird bei der Tilgung vernichtet). Kürzer formuliert: Wenn ein Staat Schulden (aus echten Einnahmen; anders, wenn er lediglich alte Schulden mit neuen Krediten "bezahlt": das wäre eine sog. Ponzi-Finanzierung) tilgt, dann transferiert er entweder Kaufkraft von den Steuerzahlern an seine Gläubiger (bei "Sekundärkrediten" - s. u.) oder er vernichtet die entsprechende Kaufkraft der Steuerzahler (bei "Primärkrediten" - s. u.]

Doch zurück zur Problemlage in unserem Modell, wo 11.000,- Wert der Scheine einer Warenmenge im Wert von nur 10.000,- gegenüberstehen: Anders als in der Realität (Inflation) hieße es für unser Denkmodell schon an dieser Stelle “game over”, weil alle Spielteilnehmer mit Ausnahme unseres Kreditnehmer-"Gauners" definitionsgemäß nur 1.000,- haben, also nicht 1.100,- ausgeben können.

Indes: Wo die Gefahr ist, wächst das Rettende auch. In unserem Falle hilft uns (oder zumindest unserem Denkmodell) ein “Sparer” aus der Klemme. Der verzichtet darauf, seinen Anteil “heute” (in der ersten Periode) aus dem Topf zu nehmen. Er wartet lieber bis "morgen" (bis zur Folgeperiode); dann hat er 2.000,- in der Tasche und kann seinerseits ZWEI Objekte sozusagen aus dem Spiel herausnehmen.
Im Sinne eines Tauschmodells können wir uns das noch konkreter auch so vorstellen, dass der “Sparer” seine Ware an den "Kreditschuft" verkauft, aber nicht – wie ansonsten jeder bei jedem – zugleich etwas von ihm einkauft. Somit behält der Sparer seine eigenen 1.000,- und erhält weitere 1.000,- vom Kreditnehmer. Dem können wir jetzt unfreundliche Bezeichnungen wie Schuft oder Gauner erlassen; wir haben ja gesehen haben, dass dieses Modell problemlos funktioniert (es hat sich sozusagen wieder eingerenkt). Allerdings erwarten wir von unserem Erstgeldempfänger vulgo Kreditnehmer, dass er das "zuviel Entnommene" später irgendwie wieder in den Topf zurückspeist.

Abstrakt gesprochen hat unser Modell einen Ausgleich gefunden zwischen jenen beiden Parametern, die das ganze Spiel beherrschen: Der “Geldmenge” (genauer: dem nachfragewirksamen Teil davon; ohne diese definitorische und reale Einschränkung entgleist unser System, wie wir oben gesehen haben!) und der vorhandenen (genauer: Der am Markt angebotenen) “Warenmenge”. (Insgesamt ist auch die Warenmenge größer als das Marktangebot, weil z. B. Menschen Immobilien besitzen, die – aktuell – nicht zum Verkauf stehen.)

Also, zusammenfassend: Die beiden entscheidenden Variablen für ein reibungsloses Funktionieren unseres im Denkmodell (rudimentär) rekonstruierten Funktionssystems aus Geld- und Realwirtschaft sind die NACHFRAGEWIRKSAME Geldmenge und die ANGEBOTENE Warenmenge. Die müssen entweder von vornherein präzise zueinander passen, oder sich in ihrem Verhältnis zueinander so einpendeln, dass das Ganze (wieder) “rund läuft”.

Wollte man die weiteren Aktivitäten der Wirtschaftssubjekte (WSe) in ihren vielfältigen Verästelungen verfolgen, dürfte unser Modell ziemlich kompliziert werden. Für ein Denken “zu Fuß” wäre das kaum noch leistbar, jedenfalls nicht für meines; da müsste man wohl mit Computerprogrammen arbeiten.

Doch bleibt uns noch etwas an unserem bisherigen Gedankengang zu tun übrig: Wir müssen nämlich dafür sorgen, dass unser “Sparer”, der (nicht von seiner Motivlage, aber doch vom Ergebnis her) “zu Gunsten” unseres Kredit-Luftikus in der ersten Runde auf die Entnahme einer Ware aus dem Topf verzichtet hatte, zu seinem Recht, d. h. zur Einlösung seines 2. Scheins (der erste ist problemlos) gegen Ware kommt.
Dafür ist es nötig, dass in der 2. Runde (2. Periode – egal, ob man sich die als Tag, Woche ..... oder Jahr denken will) der "Bruder Lustig" (Erstgeldempfänger, Kreditnehmer) aus der ersten Runde seinerseits darauf verzichtet, dem Topf eine Ware zu entnehmen.

Aber warum sollte der das tun? Was, wenn er das nicht will? Er hat ja noch immer jene ursprünglichen 1.000,- €, die jeder Spielteilnehmer im Modell konstant behält. (Weil nach unseren Spielregeln oder Modellbedingungen jedem Einkauf ein Verkauf gegenübersteht, gibt er diesen Betrag aus und nimmt ihn gleichzeitig wieder ein.) Wenn er die nun verjuxt: Kommt dann die Polizei, und nimmt ihm das Entnommene wieder ab? Nun, in der Realität funktioniert es in der Regel anders. Aber in der Tat ist die “Polizei” (bzw. real normaler Weise der zivilrechtliche Klageweg, ggf. mit dem Gerichtsvollzieher als “Polizei” als Endstufe) eine latente Drohung, die (einfach dadurch, dass ein Bruder Leichtfuß mit dem Eingreifen dieser staatlichen Mächte rechnen muss) dafür sorgt, dass keiner “zu viel” aus dem Topf nimmt. Unser Kreditnehmer muss (der Einfachheit halber unterstellen wir hier: gleich in der 2. Runde) den Kredit tilgen. Er produziert (wie alle anderen) auch in dieser Runde wieder ein Objekt zum (realistischen) Preis von 1.000,- € und verkauft das auch wieder. Aber anders als die anderen gibt er dieses Geld nicht wieder aus, sondern tilgt damit seinen Kredit.
Alternativ können wir ihn auch ZWEI Objekte zu je 1.000,- € herstellen und verkaufen lassen; dann könnte er seinerseits für 1.000,- € einkaufen und hätte dennoch die für seine Schuldentilgung nötigen 1.000,- € übrig.
[Eine solche Modellvariante macht viel Sinn, weil sie uns zur "Theory of the Monetary Circuit" (oder in der Wikipedia: Monetary Circuit Theory) führt. Diese Theorie lässt den Geld-Güter-Kreislauf mit der Kreditaufnahme eines Unternehmers beginnen, der mit dem Geld Arbeitnehmer bezahlt, die Waren produzieren, die er Ende verkauft und aus denen er schließlich auch den Kredit tilgt. Das tut er natürlich, um Gewinne zu machen; in unserem Modell wären das die zusätzlichen 1.000,- €.
Wir können uns beispielsweise vorstellen, dass er mit dem Kredit Maschinen gekauft hat, um die Produktion bzw. die Produktivität seines Betriebes zu steigern. So wird es vielleicht am ehesten plausibel, dass jemand aus eintausend am Ende zweitausend Euronen machen kann.]

In der Basisvariante hatten wir in dieser (2.) Runde 10 (neu produzierte) Objekte à 1.000,- € im System. Und nachdem von den 11 Geldscheinen einer "aus dem Verkehr gezogen” wurde, sind auch nur 10 Geldscheine (10.000,- €) am Markt aufgetaucht (während der 11. in der Bank “vernichtet” wurde). Mit jeweils 10.000,- € insgesamt entsprechen sich die nachfragewirksame Geldmenge und die angebotene Gütermenge, unser System ist wieder im Lot (ohne dass wir für diese 2. Runde erneut einen “Sparer” postulieren müssten).
[Was mein Modell ausblendet, ist das Problem der Zinszahlung bzw. der dafür erforderlichen zusätzlichen Mittel. Das ist jedoch legitim, denn diese Frage ist nicht Untersuchungsgegenstand. Aber auch hier gilt selbstverständlich, dass wir diese “Leerstelle” im Sinn behalten müssen und das Modell nicht etwa – später - unverändert auf einen Sachverhalt übertragen dürfen, für den es nicht geschaffen wurde und für den es unterkomplex ist. Die Zinsproblematik habe ich in meinem Blott “Das EBaKeBa-Modell von Geldschöpfung, Zinsen und Realwirtschaft” untersucht, aber das dortige Modell ist vielleicht noch verbesserungsfähig.]

 
Bislang habe ich zugegebener Maßen sehr weit ausgeholt. Aber bei ökonomischen Modellen schleichen sich m. E. Fehler hauptsächlich dadurch ein, dass die Modellbauer nicht Schritt für Schritt vorgehen, nicht Stein neben Stein setzen, sondern “Blöcke” in Form von Begriffen zusammenbauen. Die aber häufig nicht tragen, weil sie falsch verstanden werden oder für die konkrete Situation zu eng, zu weit oder sonst nicht passend sind.

Jetzt endlich komme ich aber doch zum Knackpunkt, nämlich zu Ihrem Satz
Die BoE und auch ich sprechen jedoch von der Schuld des Geldemittenten gegenüber dem "Geldbesitzer". Beim Bezahlen reiche ich meine Forderung an die Bank nur an den Zahlungsempfänger weiter.”
Hier haben sie (und die BoE) sowohl Recht als auch Unrecht. Die Paradoxie hinter meiner Formulierung ist (wie die allermeisten, wenn nicht sogar alle Paradoxien) jedoch nur eine scheinbare. Sie ist einfach einem Mangel an präziser Analyse geschuldet (bei mir freilich nur momentan in der aktuellen Textpassage) und wird sich unten beim näherem Hinsehen in Wohlgefallen auflösen.
 
(Auch) mit "Geld als Schuldschein" (engl. IOU aus I owe you) hatte ich mich ausführlich bereits in meinem (allerdings nur englischsprachigen) Blott “Banks do not lend reserves (or deposits). But banks need reserves (and deposits) to lend. Remarks on the BoE-paper "Money creation in the modern economy" befasst, aber es schadet (auch mir) nicht, diese Zusammenhänge hier, vielleicht in etwas anderer Form, noch einmal unter die Lupe zu nehmen.

Dazu vereinfachen wir aber zunächst einmal, indem wir die Geschäftsbanken ausklammern und so tun, als ob es ausschließlich Zentralbanken gäbe und in der Konsequenz nur Basisgeld, also nicht das "minder-wertige" Bankengeld.
Auch die Zentralbanken (Notenbanken) schöpfen (heutzutage und in der Regel – Zimbabwe in unseren Tagen und Deutschland 1914 ff. und 1939 ff. waren Ausnahmen mit den entsprechenden Folgen) ihr “Basisgeld” (engl.: base money oder high powered money) im Wege der Kreditvergabe. [Würden sie es einfach drucken und – typischer Weise dem Staat – “schenken”, dann wäre es kein Kreditgeld (kreditär geschöpftes Geld), sondern “Willkürgeld” (willkürlich geschöpftes Geld; Basisgeld bleibt es aber in jedem Falle) mit den entsprechenden inflationären Folgen.]

Ursprünglich haben die Notenbanken wohl Banknoten ausgegeben, die (meist nur teilweise) durch Gold gedeckt waren. Und die auch einen Anspruch des Banknotenbesitzers auf eine reale Lieferung des Goldes beinhalteten. Die wenigsten werden das in Anspruch genommen haben, denn schließlich sind für den Zahlungsverkehr und die Aufbewahrung Banknoten komfortabler als Goldbarren. Die Notenausgabe war auch nur partiell gedeckt, nicht hundertprozentig.
Aber es war damals (in Deutschland vor 1914, in anderen Ländern auch noch nach dem 1. Weltkrieg) tatsächlich so, dass die Zentralbank dem Banknotenbesitzer etwas schuldete, und dass die Banknote eine reale Schuldurkunde war: Eben auf die entsprechende Menge an Gold.

Diese Zeiten sind lange vorbei; heute besteht wohl nirgends mehr ein Anspruch auf Einlösung von Banknoten in Gold (oder Silber).
Trotzdem bucht eine Zentralbank, wenn sie Banknoten verleiht (real wohl eher Buchgeld, das ist, wie oben gesagt, immer stillschweigend einbegriffen), im Rahmen der doppelten Buchführung m. W. zum einen den Kredit als Forderung gegen den Kreditnehmer (faktisch sind dafür wohl nur Banken zugelassen; vielleicht in den USA auch der Staat, keine Ahnung). Und zum anderen wird die ausgegebene Banknote als Verbindlichkeit der Zentralbank an den (jeweiligen) Besitzer bilanziert.
Das wird buchhalterisch wohl Sinn machen. ABER: Eine reale Verpflichtung der Notenbank steht heutzutage nicht mehr dahinter. Wer den Schein “einzulösen” versucht, bekommt allenfalls einen neuen Schein. Einen sauberen bzw. heilen, wenn der alte abgenutzt oder beschädigt war, aber eine Verbindlichkeit auf ein werthaltiges Gut - Gold, Silber usw. - steht heutzutage nicht mehr hinter dieser Debet-Buchung.

Bei den Geschäftsbanken sieht das etwas anders aus. Hier müsste die Bank (genauso wie früher die Notenbanken beim Gold) etwas liefern, was sie nicht selber produzieren kann: Zentralbankgeld nämlich. Indes ist, wie ich ebenfalls in dem o. a. Blott “Banks do not lend reserves ....” gezeigt habe, diese Verpflichtung weitgehend nur eine theoretische, weil innerhalb des Bankensystems die gegenseitigen Forderungen saldiert werden und darüber hinaus gehende Differenzen weitgehend gegenseitig kreditiert. Dadurch kommt das Bankensystem (in normalen Zeiten) mit relativ geringen Mengen an Zentralbankgeld aus. Bei einer Vertrauenskrise der Geschäftsbanken untereinander steigt der Bedarf an Basisgeld, weil Außenstände zwischen Banken nicht mehr kreditiert, sondern eingefordert werden. Und echte Zahlungsvorgänge von Banken untereinander erfordern bekanntlich Basisgeld; das selbstgeschöpfte Bankengeld nehmen fremde Institute nicht an.

Abstrakt können Sie bei den Geschäftsbanken (Bankengeld) also durchaus sagen: “Beim Bezahlen reiche ich meine Forderung an die Bank nur an den Zahlungsempfänger weiter.” (Während diese Aussage bei Basisgeld – also wenn sie etwa bar bezahlen - keinen Sinn macht, weil die Verpflichtung der Notenbank sich auf jenes Basisgeld beschränkt, dass Sie in diesem Falle ohnehin in den Händen haben.)

Nur: Realwirtschaftlich ist auch die Forderung an die Geschäftsbanken ebenso wenig werthaltig, wie die an die Zentralbank. Sie können von der Bank “richtiges” Papier (Banknoten) anstelle einer bloßen Buchung bekommen: Aber was ändert sich dadurch für Sie, oder für denjenigen, dem Sie das Geld auszahlen? Etwas “Handfestes” (nämlich Gold) hat man so oder so nicht. Bestenfalls hat man eine Forderung gegen die Zentralbank (in Form von Banknoten; ein Konto für Private eröffnen Zentralbanken im Prinzip nicht): Aber die ließe sich nur in der Form realisieren, dass sie neue Banknoten erhalten. “Zu beißen” haben Sie davon nach wie vor nichts.

Für die Notenbank ist es völlig bedeutungslos, dass sie die Banknoten als Forderungen gegen sich verbucht; Zentralbanken können nicht pleite gehen.
Bei den Geschäftsbanken sieht das anders aus; die müssen für den Geldverkehr mit anderen Banken tatsächlich Guthaben bei den Notenbanken vorhalten, soweit die täglichen Saldierungen und die gegenseitig eingeräumten Kreditlinien nicht ausreichen, um die Forderungen anderer Banken zu bedienen.

Hier kommt Ihre Unterscheidung volkswirtschaftlich / betriebswirtschaftlich ins Spiel: Die Betriebswirte in der Bank müssen natürlich ausreichende Deckung (in Form von Basisgeld) beischaffen. Als Sachverhalt hat das durchaus auch volkswirtschaftliche Bedeutung: Wenn bei einer Vertrauenskrise der Banken untereinander die Kreditlinien gekappt werden, dann muss die Notenbank als “Lender of last resort” (Geldverleiher der letzten Instanz) einspringen, sonst kippen die Geschäftsbanken wie Dominosteine um und das Wirtschaftsleben ist mangels Zahlungsmitteln lahmgelegt.

ABER: Zum Verständnis der Funktionsmechanismen im Zusammenspiel (sozusagen an der Schnittstelle) von Geld- und Realwirtschaft hilft Ihr o. a. Satz nicht. Dass es sich um eine Forderung gegen eine Bank (oder gegen die Zentralbank) handelt, macht das Geld in keinster Weise werthaltig. “Wert”, d. h. “Deckung” erhält das Geld nur dadurch, dass Sie dafür Waren kaufen können. Und Waren können Sie nur kaufen, weil die kreditäre Geldschöpfung (im Prinzip; Störungen sind natürlich denkbar) dafür sorgt, dass, wer dem “Topf” zunächst nur etwas entnimmt (Kreditnehmer), das Entnommene später “wieder reinlegen” (gegen Geld verkaufen) muss. Anders kann er seinen Kredit nicht tilgen.

Diese Zusammenhänge sind natürlich fast niemandem bewusst; es mag auch sein, dass die Wirtschaftssubjekte selber das Geld als Forderung gegen die (Geschäfts- oder Zentral-)Bank betrachten und davon ausgehen, dass es als solches einen Wert hat. Stimmt aber nicht: Diese “Forderungen” sind abstrakte Buchungsvorgänge. Wenn es am Markt nichts zu kaufen gibt, dann sind sie wertlos.
Stellen sie sich vor, ein Atomschlag würde alle produzierten Waren vernichten. Wenn wir – und die Banken – danach mit unseren Geldbündeln aus den Bunkern herauskriechen, dann wäre nichts da, was wir für unser Geld kaufen könnten.

Natürlich stellt das Geld für JEDEN jeweiligen Geldbesitzer einen Vermögenswert dar. Aber der steht beim Fiatgeld in der reinen Finanzsphäre letztlich bloß auf dem Papier. Einen ECHTEN Wert hat das Geld nur so lange, wie Sie was dafür kaufen können. Und DAS hat überhaupt nichts damit zu tun, ob das Geld buchungstechnisch eine Schuld der Bank bzw. Zentralbank ist. Die Kaufkraft des Geldes wird durch REALE Mechanismen sichergestellt, insbesondere die Kredittilgung. Einnahmen erzielen die Wirtschaftssubjekte vom Grundsatz her (Ausnahmen wie Rentner usw. lasse ich beiseite, meine Überlegungen sind nur aus den Basisvorgängen abgeleitet) dadurch, dass sie etwas produzieren und am Markt verkaufen.
Normaler Weise verwenden sie Ihre Einnahmen dazu, sich (früher oder später) etwas zu kaufen. Die Möglichkeit (und Wirklichkeit) des Sparens verkompliziert sicher eine modellhafte Darstellung (und steigert auch real die Komplexität und damit Beherrschbarkeit des Systems). Aber, wenn wir Menschen dieses System überhaupt jemals ganz oder weitgehend verstehen können, dann m. E. auf jeden Fall nur in der Weise, dass wir zunächst einmal die Basisfunktionen, die grundlegende “Ratio” oder das “Design” dieses Systems isolieren oder herauspräparieren und verstehen.
Und der Grundmechanismus ist, wie ich gezeigt zu haben hoffe, im Grunde erstaunlich simpel.

Weil der “Erstgeldempfänger” quasi “vorschussweise” einkaufen geht (vom Standpunkt der andern aus: einkaufen darf), macht es m. E. Sinn, die Banken als Agenten “des Marktes” (oder “der Volkswirtschaft”) zu verstehen, die in deren Auftrag “Anrechtsscheine” (eben Geld) ausstellen. Diese "Bezugsscheine", "Gutscheine" oder wie auch immer drehen ihre “Runde” (idealtypisch; Störungsfaktoren sind vorhanden, aber die blenden wir aus, um wenigstens die Grundzusammenhänge in den Griff zu bekommen)  durch die Realwirtschaft. Kommen sie (durch Kredittilgung) wieder zur Bank zurück, werden sie dort “vernichtet”. (Weil die "Geldvernichtung" nicht das Ziel der Bankbuchung ist, sondern eine bloße Nebenfolge, sollte man vielleicht besser von einem "Erlöschen" des Geldes sprechen.)
Beim Buchgeld (egal, ob Basis- oder Bankengeld) ergibt sich die “Vernichtung” automatisch durch die Ausbuchung.  Das Geld muss (und kann in normalen Zeiten auch, deswegen ist die “Vernichtung” im Prinzip kein dramatischer Vorgang) bei Bedarf durch neuerliche Kreditvergabe jederzeit neu geschöpft werden.
Banknoten werden, soweit noch brauchbar, natürlich nicht vernichtet, nur weil sie ggf. (an die Zentralbank) zurückgezahlt werden. Die werden vermutlich ausgebucht, keine Ahnung. Vom Standpunkt des Marktes (der Realwirtschaft) sind sie aber insofern ebenfalls “vernichtet”, als sie keine Nachfragewirkung entfalten können, solange sie bei der Zentralbank “herumliegen”.

 
Wichtig ist bei allem Nachdenken oder Sprechen über Geld(schöpfung usw.), dass man äußerste Präzision walten lässt. Und sich vor allem bewusst bleibt, über welche Sphäre man jeweils spricht:
·       die buchungstechnische (und juristische) oder die
·       realwirtschaftliche.
·       Oder eben über die Schnittstelle zwischen Finanz- und Realwirtschaft.
Und dann, welche GENAUE Frage oder Problemstellung man klären will, welchen GENAUEN Zusammenhang man verstehen möchte.

Ich denke, dass das Verständnis des Geldwesens und seines Zusammenspiels mit der Realwirtschaft sehr häufig an terminologischen und gedanklichen Schlampereien scheitert. Nur wenn man absolut RIGOROS denkt, und sich nicht vorschnell mit vermeintlicher Erkenntnisbeute davonmachen bzw. die Menschheit beglücken will (oder ein Buch gewinnbringend an Arglose verkaufen), kann man hoffen, ein wenig zu raffen. Und vielleicht ein wenig mehr, wenn möglichst viele in diese Richtung denken und dadurch einer auf den Einsichten des anderen aufbauen kann.

Insofern sind auch Irrtümer durchaus wertvoll. Nur müssen sie natürlich irgendwann einmal überwunden werden – und nicht endlos wiedergekäut.


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Die o. a. Mail hatte ich um zwei Nachträge ergänzt, die ich auch meinen aktuellen Lesern nicht vorenthalten will.

Gewiss hätte ich versuchen können, den Text aller drei E-Mails systematisch zu einem neuen Aufsatz ohne derartige Bruchstellen umzuarbeiten. Da ich freilich nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht von einem großen Leserkreis und brennendem Interesse an meinem Aufsatz ausgehe, spare ich mir diese Mühe und schließe die Mails auch hier einfach an.


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1. NACHTRAG:

Der Knackpunkt des Geldwesens (und das Wunder, denn meist läuft das System ja doch mehr oder weniger) liegt für mich in zwei Punkten:

·       die jeweils NACHFRAGEWIRKSAME Geldmenge (nicht die gesamte bis dahin geschöpfte, wie die oder viele der Vollgeldfreaks anscheinend glauben: Das ist viel zu simpel!) muss der jeweils am Markt angebotenen Gütermenge bzw. dem gegebenen Produktionspotential angepasst sein. Sie darf nicht wesentlich größer (tendenziell: Inflation), und schon gar nicht kleiner (tendenziell: Deflation) sein.

·       Sparvorgänge (also mindestens im erste Schritt Geldentzug aus der Nachfrage) muss das System “wegstecken”, auch kurzfristige Änderungen muss es flexibel ausgleichen können (Elastizität)-

Auf welche Weise das System das im Einzelnen leistet, weiß ich nicht. Jedenfalls hat man dieses Wissen nicht schon einfach dadurch “in der Tasche”, dass man den grundlegenden Mechanismus und die grundlegende Systemlogik verstanden hat.
Ganz allgemein lässt sich das Kreditgeldsystem m. E. charakterisieren als

·       zeitverzögertes (deshalb Kreditgeld!) und
·       extrem indirektes (“über Millionen Ecken”)
·       Tauschsystem.

Das Sparen und die Eigengesetzlichkeiten des Geldsystems, die (leider oder zum Glück?) bis zu einem gewissen Grade unabhängig von der Realwirtschaft funktionieren, sind bei diesen Basisfunktionen außen vor. Das ist ein weites Feld, und unstreitig die eigentliche Herausforderung, wenn man ein wenig mehr durchblicken will.
Aber davor muss ich persönlich kapitulieren.

 
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2. NACHTRAG:

Nach Überschlafen nochmal zur Frage, ob Geld ein Schuldschein (engl. IOU – I owe you) “ist”. Dazu drei Denkmodelle zur Begründung, warum ein solches Verständnis von Geld unser Verständnis vom Geld nicht weiterbringt:

Modell I:
Sie leihen mir 1.000,- €; ich stelle Ihnen einen Schuldschein darüber aus.

1.    Solange der in Ihrem Tresor liegt, ist er nur ein Schuldschein.
2.    Sie bringen ihn aber als “Geld” in Umlauf, d. h. Sie gehen mit diesem Schuldschein einkaufen.
3.    Das klappt auch problemlos, weil jeder mich und meine Bonität kennt, und darauf vertraut, dass ich den Schuldschein bezahle.
4.    Aus dem Schuldschein ist also “Geld” geworden, und damit ist auch umgekehrt Geld ein Schuldschein. (Umgekehrt sind freilich nicht alle Schuldscheine sind Geld, denn sicherlich werden nicht alle Marktteilnehmern alle Schuldscheine so einfach akzeptieren, wie wir das hier für den von mir emittierten Schein postuliert haben.)
5.    Weil aber mein Schuldschein auch nur auf “Geld” lautet, ist diese Scheindefinition von Geld am Ende zirkulär: “Geld ist Geld”.
Das Modell bietet uns also keine Erklärung für jenes Rätsel, das uns doch umtreibt: Wieso gibt es auf der Welt “Idioten”, die ein teures Auto weggeben, nur um ein paar lausige Papierstücke zu ergattern?

Modell II:
Ich kaufe ein Auto und gebe dem Verkäufer auf einem Schuldschein das Versprechen, ihm nach Ablauf von, sagen wir, 12 Monaten meinerseits ein Auto zu liefern (das sogar noch etwas teurer ist als dasjenige, das ich selber bekommen habe: “Zinsen”).

1.    Indem der Verkäufer seinerseits mit diesem Schuldschein einkaufen geht, wird er zu Geld. Das ist kein Problem, weil alle mich kennen und meiner Bonität vertrauen (insoweit wie Modell 1)
2.    Der Schuldschein zirkuliert in der Wirtschaft; am Jahresende kommt er zu mir zurück. Nicht der ursprüngliche Empfänger reicht den bei mir ein, sondern irgendjemand, den ich überhaupt nicht kenne. Weil aber das Schuldversprechen auf den Inhaber lautet, löse ich den Schein nunmehr anstandslos ein und liefere die versprochene Ware (das – noch etwas bessere als das mir damals verkaufte - Auto).
3.    Dieses Modell bildet den Geld-Güter-Kreislauf schon ganz gut ab. Nur ist hier, genau wie in Modell I, der, sagen wir: “Erstkäufer” selber der Geldschöpfer. Dass es in der Realität aber die Banken sind, die das Geld emittieren, bleibt in unseren beiden ersten Modellen außen vor. Wollten wir dieses "System" für das Gelbe vom Ei halten, müssten wir uns fragen: “Wieso haben unsere bekloppten Vorväter Banken geschaffen? Das sind doch reine Schmarotzer, die wir gar nicht brauchen?

Und in diese Richtung denken und argumentieren viele Geldspinner ja tatsächlich. (Typisch: “Warum sollen Geschäftsbanken das Privileg zur Geldschöpfung – von Bankengeld – haben? Es reicht doch, wenn die Zentralbank alles Geld schöpft, dann fließen die Gewinne nicht in private Taschen, sondern kommen uns allen zu Gute?”)
Dabei wird jedoch ausgeblendet, dass die Geldschöpfung in gewisser Hinsicht eine Produktion ist wie die von Maschinen usw. auch. Die Herstellung von Fiatgeld ist auch keineswegs kostenlos (bzw. auf die - verhältnismäßig extrem geringen - Materialkosten und rein materiellen Produktionsvorgänge beschränkt), wie die meisten Geldspinner glauben bzw. uns erzählen (vgl. meinen Blott “Was kostet die Herstellung von Fiatgeld?”).
 
Die Frage kann also nur lauten, ob es insgesamt volkswirtschaftlich günstiger ist, die Geldproduktion total in staatliche Hände zu legen, oder ob das zweistufige System der Geldproduktion besser ist, wie wir es derzeit haben:
·       Basisgeld wird von der Zentralbank (also im Grunde “vom Staat”) hergestellt
·       Bankengeld von – meist – privaten Geschäftsbanken.
Dass staatliche Banken keineswegs per se vertrauenswürdiger sind als Privatbanken, zeigt sich beispielsweise bei dem “ANFA”-Programm der Europäischen Zentralbank. Die damit gezeigt hat, dass ihre englischsprachige Abkürzung “ECB” (European Central Bank) offenbar für “European Crooks Bank” steht: Europäische Gaunerbank.

Modell III:
Die Schwachstelle im Modell 2 ist evident: Die Bonität des Erstkäufers als Geldaussteller, bzw. das Vertrauen der anderen Marktteilnehmer auf dessen Bonität. In der Realität kennt den ja praktisch niemand, und die Transaktionskosten für die weiteren Geschäfte mit dem Schein wären gigantisch, wenn sich jeder darüber informieren müsste.

Gedanklich lässt sich eine Art Lösung von konstruieren, die wie folgt aussieht: Jeder, der den Schuldschein weitergibt, haftet auch selber dafür. Löst also der Aussteller ihn nicht ein, kann ich den 2., 3. usw. Besitzer in Regress nehmen. Und siehe da: So etwas gibt es tatsächlich, und das nennt sich “Wechsel”.

Es spricht also einiges dafür, den Wechsel als Geld (eine Form von Geld) anzusehen. Aber er ist nicht die gängige Geldform (und ist auch eine deutliche weniger "fungible", also nicht so breit nutzbar wie "richtiges" Geld). Hier geht es aber um "normales" Geld, nicht um exotische Randerscheinungen.
(Trotzdem ist es selbstverständlich eine interessante Frage, weshalb das Wechselwesen überlebt hat. Offenbar bietet es seinen Nutzern etwas, was das “Normalgeld” ihnen nicht bietet. Aber, wie gesagt, das ist nicht mein Thema.)

Auch der Wechsel hat als Geldform inhärente Schwächen: Es ist umständlich, die Vorbesitzer in Haftung zu nehmen.
Besser wäre es, wenn wir sozusagen einen “Durchschnitts-Schuldschein” konstruieren könnten. Der auf irgend eine geheimnisvolle Weise die Bonität ALLER Schuldscheinaussteller beinhaltet, und Zahlungsausfälle gewissermaßen schon von seinen Konstruktionsprinzipien her absorbiert, gewissermaßen einen “Universal-Schuldschein mit eingebauter Knautschzone”.


Wären wir “Gesellschaftsingenieure”, wäre eine solches “Lastenheft” wahrscheinlich eine ziemlich harte Nuss für uns. Sehr unwahrscheinlich, dass wir kurzfristig auf jene Lösung kommen würden, die die “Weisheit der Vielen” in vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden evolutionär hervorgebracht hat:
Die Volkswirtschaft (oder “der Markt”) "beauftragt" eines (oder mehrere) ihrer Mitglieder mit der Herausgabe der gewünschten “Durchschnitts-Schuldscheine” oder “Normalschuldscheine”, der wir den Namen “Geld” geben. (Diese "Beauftragung" ist als solche nirgends schriftlich oder sonstwie fixiert. Sie ist als Visualisierung hochabstrakter Sachverhalte ein Bild (vergleichbar vielleicht mit den "Bildern" der modernen Teilchenphysik). Das Bild der "Beauftragung" soll durch Übertragung uns anderweitig bekannter Sachverhalte die reale Funktion von Banken für uns anschaulich machen und uns die Funktionszusammenhänge zwischen Geldschöpfung und Realwirtschaft für uns verständlich machen.

Das erste Problem für unsere "Systemplanung" ist: Wie verhindern wir, dass sich der Geldemittent einfach nur selber bedient? Dass er Geld druckt, damit einkaufen geht, und am Ende die ganze Welt ihm gehört?

Nun: Ich denke nicht, dass eine Bank beliebig Geld für sich selber drucken und damit einkaufen gehen darf. Dem stehen sicherlich Bilanzierungsvorschriften und aufsichtsrechtliche Regelungen entgegen, und bei den Zentralbanken deren Funktion als Diener der Gesamtwirtschaft, nicht als Selbstbereicherung für den Staat (wie in Deutschland in den beiden Weltkriegen geschehen). Die Bilanzierungsregeln gelten für alle Banken, nicht nur die (meist privaten) Geschäftsbanken, sondern auch für die Zentralbank. Auch die kann wahrscheinlich nicht hergehen und sich das Geld für ein neues Bankgebäude mal kurz drucken. Sie müsste das vermutlich aus den Gewinnen bezahlen, oder aber Kredit aufnehmen. Eine detaillierte Kenntnis der Bilanzierungsvorschriften usw. habe ich nicht; ich folgere das zunächst einmal daraus erschließen, dass eben nicht die ganze Welt im Eigentum der Banken steht. Und dass keineswegs die Gewinne der Banken immer sprudeln - wie man doch erwarten müsste, wenn sich die Banken Geld für ihre eigenen Zwecke nach Belieben selber "drucken" (gutschreiben) dürften.

Das andere Problem ist, wie wir das Geld vom Bankensystem aus in die Realwirtschaft “einschleusen”. Dass die Bank dem “Erstkäufer” aus Modell II bzw. III, der im vorliegenden Modell zum “Erstgeldempfänger” geworden, den Schuldschein (das Geld) einfach schenkt, scheint keine gute Idee zu sein. Dann könnte der ja ständig einkaufen gehen, ohne jemals eine Gegenleistung zu erbringen. Die “Tausch-Ratio” der Volkswirtschaft wäre kurzerhand außer Kraft gesetzt.

Derartige finstere Machenschaften verhindern wir dadurch, dass wir Geldschöpfung (im modernen Fiat-Geldsystem; nur um dieses geht es hier) ausschließlich im Kreditwege zulassen. Indem der “Erstgeldempfänger” das Geld (seinen Kredit) zurückzahlen muss, ist er gezwungen, irgendwann vor dem Rückzahlungstermin seinerseits eine Leistung in die Volkswirtschaft einzuspeisen (am Markt etwas zu verkaufen – ggf. auch “nur” seine eigene Arbeitskraft) und das dafür erhaltene Geld eben nicht erneut für weitere Käufe einzusetzen, sondern zu “vernichten” (bzw. vernichten zu lassen, also auf jeden Fall dem Wirtschaftskreislauf zu entziehen), indem er es an die Bank zurückgibt.
Man könnte auch sagen:
Was ihm der Markt zu Beginn "geschenkt" hatte, das "schenkt" er jetzt dem Markt zurück, oder: Was er anfänglich ohne (reale) Gegenleistung dem "Topf" entnehmen durfte, das legt er jetzt zurück, ohne "im Tausch dafür" selber (erneut) etwas zu entnehmen.

 
Einschub:

Das Entscheidende an dieser “Vernichtung” ist, dass dieses Geld (die Kredittilgungsrate) jetzt nicht mehr als Nachfrage (Kaufkraft) am Markt in Erscheinung tritt. Wie oben schon dargelegt, ist es absolut belanglos, ob das Geld in der Bank “wirklich” vernichtet ist, oder ob es noch existiert. Wenn Geldscheine an die Notenbank zurücklaufen dann werden sie (sofern noch im gutem Zustand) selbstverständlich nicht real geschreddert. Buchgeld dagegen verschwindet durch eine Kredittilgung aus den Büchern, egal ob es sich Geschäftsbanken handelt (die ja ausschließlich Buchgeld produzieren, kein Bargeld) oder um Notenbanken.
Für die Volkswirtschaft ist diese “Geldvernichtung” aber im Prinzip kein Problem, weil das Bankensystem ständig neue Kredite und damit frisches Geld schaffen bzw. schöpfen kann.
Freilich: In einer krisenhaften “Kreditklemme” die "Geldvernichtung" sehr wohl in die Bredouille führen. Denn durch die Kredittilgungen wird der Wirtschaft fortlaufend Geld entzogen. Wenn die Banken nun keine neuen Kredite mehr vergeben, weil sie der Bonität ihrer Kunden nicht mehr trauen, sinkt die Geldmenge ständig mehr.

In gewisser Hinsicht vergleichbar ist ein anderes Problem: Die “Stilllegung” von Geld durch die Geldbesitzer. Auch dann nämlich, wenn die "Zweitgeldempfänger" (alle Geldempfänger im Kreislauf bis auf den Erstgeldempfänger. Dieser wird wohl kaum einen Kredit aufnehmen, um das Geld anschließend zu "bunkern"!) das Geld ganz oder teilweise nicht mehr ausgeben, fehlt es im NACHFRAGEWIRKSAMEN Bereich. Und DAS, nicht schon das bloße Vorhandensein von Geld bei irgendeinem beliebigen Geldbesitzer (außerhalb der Banken) ist entscheidend. Nun legen heute die Geldbesitzer im allgemeinen ihr Geld nicht unters Kopfkissen, sondern bringen es zur Bank. Und die kann es doch weiterverleihen? So jedenfalls haben wir es gelernt; mittlerweile wissen wir, dass diese Story nicht so ganz stimmt: Die Banken verleihen die bei ihnen gemachten Einlagen der “Sparer” überhaupt nicht. Gleichwohl bleibt es richtig, dass sie Einlagen benötigen, um Geld verleihen zu können. Und folglich umso mehr Geld verleihen können, je mehr die Geldbesitzer bei ihnen auf den Konten “herumliegen” haben. So gesehen, müsste die Wirtschaft doch eigentlich umso mehr brummen, je mehr gespart wird? Denn entsprechend mehr Kredite könnten die Banken auslangen, damit mehr Bankengeld schöpfen, und entsprechend würde die Geldmenge in der Wirtschaft wachsen.

Diese Sichtweise blendet aber die unterschiedliche Wertigkeit von Geldausgaben aus: Kommen die aus der eigenen Tasche (also von irgend einem “Zweitgeldempfänger”) dann ist das problemlos.
Den Status des Geldes bei allen Zweitgeldempfängern bezeichne ich als “Eigengeld”. Die Erstgeldempfänger dagegen müssen es ja zurückzahlen, bei ihnen ist es also “Fremdgeld” (Fremdkapital).

Es liegt auf der Hand, dass sich in einem System, in dem die “Eigengeldbesitzer” immer weniger von ihrem Geld ausgeben, und daher die Wirtschaftskreisläufe nur dadurch stabilisiert werden können, dass die nachfragewirksame Geldmenge durch ein überproportionales Wachstum der Kredite auf dem bisherigen Niveau gehalten werden kann, die Bonität rapide verschlechtern muss. Es degeneriert immer mehr zu einer “Ponzi-Finanzierung”, bei der alte Kredite (und Zinsen) zunehmend nicht mehr aus Erträgen der Kreditnehmer getilgt werden (können), sondern nur noch aus neuen (und, wegen der Zinsen und wegen des erforderlichen – nachfragewirksamen - Geldnachschubs für das System, zwangsläufig noch höheren) Krediten.
Einzelheiten will ich hier nicht ausführen, weil das über das Verständnis des Quellcodes unseres “Geldbetriebssystems” hinausgeht. Wer sich dafür interessiert, kann weitere Überlegungen in meinen Blotts unter dem Täg “Unterkonsum-Überakkumulation” nachlesen.

EIN Punkt aus diesem spezifischen Zusammenhang ist allerdings doch an dieser Stelle herausstellen, weil uns die Geldschamanen in dieser Hinsicht regelmäßig schamlos belügen: Dass nämlich das Unterkonsum- oder Überakkumulationsproblem* seinen Ursprung keineswegs in einem falsch konstruierten Quellcode des Geldsystems hat (wie, im Ergebnis, die Primitivpriester der Geldsystemdebatte den Massen einzuschwätzen versuchen).
* (Ich bevorzuge die 2. Formulierung: Es geht ja um einen Nachfragemangel, und dieser ist nicht zwingend identisch mit einem Mangel an Verbrauchernachfrage, also mit Konsum. Ebenso gut – wenn nicht sogar besser – kann eine Unternachfrage als Investitionsdefizit interpretiert werden: Eine Art "Veruntreuung" des ihnen zugeflossenen Geldes durch die Geldkapitalbesitzer, denen die marktwirtschaftliche Logik Gewinne eigentlich nur deshalb zugesteht, damit sie sie - weitestgehend - wieder reinvestieren.)

Tatsächlich ergibt sich die Möglichkeit einer (Über-)Akkumulation von Geld durch das Eigentumssystem.
Und anders, als die Geldsystemgurus uns einreden wollen, sind es auch keineswegs nur Kreditzinsen, die zu einer Überakkumulation führen können, sondern ALLE Einnahmen (auch Arbeitseinkommen, nur ist das weniger wahrscheinlich). Auch diese Problematik will ich hier nicht im Detail erörtern, insoweit verweise ich auf meinen Blott Der ‘Eigentrag’ oder: Der Zins besteht nicht nur aus Zinsen - und nicht alle Zinsen sind ein Zins.

Einschub Ende

 
Zurück zu den Konstruktionsaufgaben unseres Gesellschaftsingenieurs. Dem bleibt ein zentrales Problem noch zu lösen: Wie absorbiert unser System Zahlungsausfälle der “Erstgeldempfänger” (Kreditnehmer)?

Dafür müssen wir zunächst begreifen, dass das im Kern kein finanzwirtschaftliches Problem ist (wie jene Einfaltspinsel glauben und lauthals verkünden, für die Geld “doch nur wertloses Papier” ist, weil bekanntlich “sowieso gratis aus dem Nichts geschöpft”), sondern ein realwirtschaftliches. Wenn jemand einen Kredit nicht tilgt, dann bedeutet das auf der realwirtschaftlichen Seite, dass er entweder nichts in den “Topf” zurückgelegt hat, weil er nichts verkauft und somit keine Einnahmen erzielt hat. Oder er hat zwar etwas verkauft, aber er legt die Erlöse nicht still, indem er den Kredit tilgt, sondern kauft sich dafür etwas anderes. In beiden Fällen hat er die anfängliche “vorschussweise” Warenentnahme nicht ersetzt, sondern schuldet dem Topf die Waren ebenso wie er (und eben deshalb, weil er!) der Bank noch die Tilgung schuldet.

Ausgleichen können wir das nur dadurch, dass wir einem (oder mehreren) anderen das Recht “wegnehmen”, die entsprechende Gütermenge aus dem Topf herauszunehmen (am Markt einzukaufen). Auch hierfür hat unser System längst eine Lösung geschaffen: Die Kreditausfallversicherung.

Allerdings meine ich diesen Begriff nicht im engen Wortsinne. In bestimmten Fällen schließen Banken vielleicht auch formal eine Kreditausfallversicherung bei einem Versicherungsunternehmen ab. Oder sie kaufen, etwa zur Absicherung von Krediten an Staaten, Credit Default Swaps (CDS’), die zunächst einmal ebenfalls nichts anderes sind als Risikoversicherungen (obgleich sie darüber hinaus auch für Spekulationen ge- oder missbraucht werden können; das lasse ich hier unentschieden -). Aber in der Regel versichert sich die Bank auf ganz simple Weise bei sich selber, bzw. bei der Gesamtheit ihrer Kreditnehmer: Indem sie die Ausfälle in die Kreditzinsen einkalkuliert.
(Konkret für den Euro-Raum erklärt das z. B. auch, warum trotz gleicher Notenbankzinsen die Kreditzinsen in den Krisenländern der Europäischen Währungsunion – Griechenland, Italien usw. – höher sind und höher sein MÜSSEN als etwa in Deutschland: Weil nämlich der in den Zinsen enthaltene Aufschlag die in diesen Volkswirtschaften höheren Kreditausfallquoten abdecken muss.)
Mit anderen Worten: Die Kreditzinsen enthalten u. a. auch eine “Versicherungsprämie” für die Bank (mehr dazu in meinem oben bereits in anderem Zusammenhang zitierten Blott).

Die realwirtschaftliche Seite dieser im Kreditzins enthaltenen "Versicherungsprämie" stellt sich so dar, dass dem Kollektiv der Kreditnehmer jene Kaufkraft entzogen wird und damit jene Güter entzogen werden, die von den Pleitegeiern zu viel eingekauft worden sind.
Es gibt aber auch einen gegenläufigen Mechanismus: War die “Versicherungsprämie” in den Kreditzinsen zu hoch angesetzt, und liegen die tatsächlichen Ausfälle weit unter den Erwartungen, dann erhöhen sich die Gewinne der Bank. Dieses Geld, und damit die entsprechende Kaufkraft, fließt dann den Aktionären (bzw. teilweise dem Fiskus) zu. Idealer Weise geben die ihrerseits dieses Geld wieder aus, indem sie am Markt – wo wir ansonsten ein Überangebot von Gütern sehen müssten, weil die Banken ja zu viel Kaufkraft abgeschöpft haben - mehr einkaufen. Damit wäre der Gleichgewichtszustand wieder hergestellt.

Ausgangspunkt unserer Überlegungen war freilich nicht die individuelle Bank gewesen, sondern das Geldsystem. Nur ist eben die Produktion eines “Normalschuldscheins” im Kern ein realwirtschaftliches Problem, bzw. muss dabei eine Kongruenz zwischen geldwirtschaftlichen Mechanismen und realwirtschaftlichen Erfordernissen hergestellt werden. Oder vielleicht sollte man besser sagen:
Um (mehr oder weniger) störungsfrei funktionieren zu können, müssen die realwirtschaftlichen Sachzwänge in der Geldproduktion abgebildet werden und sich darin widerspiegeln.

Genau das hat unsere Volkswirtschaft erreicht, indem sie ein Bankensystem mit der Herstellung von Geld “beauftragt” hat:
Garant der realwirtschaftlichen Werthaltigkeit von Geld (“man kann etwas damit kaufen”) ist nicht das Bankensystem, sondern die Volkswirtschaft (die Realwirtschaft, der Markt).
Diese Garantie kann die Volkswirtschaft guten Gewissens geben, weil die Mechanismen der kreditären Geldschöpfung vom Grundsatz her (in der Praxis kann es, wie gesagt, sehr wohl zu Fehlfunktionen kommen) dafür sorgen, dass der mit der Geldschöpfung erzeugten Güternachfrage (“Kaufkraft”) am Markt ein entsprechendes Warenangebot gegenübersteht.

Empirische Verifikation: Tatsächlich hat unser Geldsystem über Jahrzehnte ganz gut funktioniert. Dass es dabei ein Auf und Ab gab und auch Krisen, kann angesichts der extremen Komplexität der Wirtschaft nur Naivlinge verblüffen. Verbesserungsvorschläge sind selbstverständlich willkommen. Diese dürfen allerdings nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.
Um Katastrophen durch unsachgemäße Eingriffe zu vermeiden, müssen wir VORHER vorurteilslos die Rückkoppelungseffekte gedanklich antizipieren und ihre Auswirkungen in Denkmodellen untersuchen, welche die vorgeschlagenen Änderungen insbesondere auf die hier beschriebenen Mechanismen innerhalb des “Quellcode” unseres Geldsystems haben würden.

 
FAZIT:

Wenn wir das die oben geschilderte Funktionsweise des Geldsystems und ihre Zusammenhänge mit der Realwirtschaft intus haben, dann haben wir noch lange nicht “das Geldsystem” verstanden. Doch kennen wir damit denjenigen Teil, ohne dessen Kenntnis jegliche Fummelei brandgefährlich ist (für das System und damit auch für uns): Den Quellcode!
Dieses Wissen versetzt uns noch lange nicht in die Lage, Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten: Dafür müssen wir die Einzelheiten des “Betriebssystems” kennen.
Aber die Aufdeckung des "Quellcodes" gibt uns einen Prüfstein für Änderungsvorschläge zum Geldsystem an die Hand. Soweit diese das “Betriebssystem” unserer Geldwirtschaft in einer Weise verändern wollen, die gegen die innere Logik dieses Quellcodes verstößt, taugen sie nichts und werden uns ruinieren.

Die Beweislast für das Gegenteil liegt bei den Vorschlagenden. Die müssten substantiieren und nachweisen, dass und auf welche Weise ihre Ideen das Geldsystem verbessern, obwohl sie Zusammenhänge im Quellcode zerstören, die zunächst zwingend erscheinen.

Sollte jemand sich tatsächlich einen noch besseren “Quellcode” ausdenken können, wäre das toll. Ich freilich bezweifele, dass man die oben identifizierten Mechanismen grundsätzlich entscheidend verbessern kann. Was ich an einschlägigen Vorschläge. bislang gesehen habe, war zwar ebenfalls samt und sonders “toll”.
Nur leider nicht im modernen Wortsinn von “großartig”, sondern in der älteren Wortbedeutung von “komplett verrückt”.



ceterum censeo

Wer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":
Der hat den A.... offen!
Textstand vom 27.02.2016

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