Sonntag, 23. Oktober 2005

WINGED VICTORY ÜBER DIE BODENVERSIEGELUNG oder LASS DEINER GIESSKANNE FLÜGEL WACHSEN!




Nein, hier geht es nicht um jene griechische Siegesgöttin Nike, deren auf Samothrake gefundene Statue im Louvre ausgestellt ist, und die auf Englisch "Winged Victory (of Samothrace)", auf Deutsch "Nike von Samothrake" und auf französisch ""Victoire de Samothrace" heißt. Hier geht es um eine Erfindung, welche ich heute Nacht gemacht, halb im Traum und halb erwacht.

Den Anstoß gab ein großer Karton mit Laubkrallen, die wir gestern in einem Warenhaus in Fulda sahen. Wir kannten solche Geräte nicht und assoziierten bei ihrem Anblick zunächst Oswald Spenglers "Untergang des Abendlandes" ("Decline of the West"): von der Höhe der Kultur zum immer nutzloseren Plunder der Zivilisation. (Überhaupt leidet unsere Zivilisation ja gewissermaßen an Kernfäule: in den Läden und Kaufhäusern der Innenstädte erhält man – teuer – alles, was man nicht braucht. Will man Produkte kaufen, die man wirklich benötigt, muss man nach draußen ins Einkaufszentrum fahren.)

Falls Sie Laubkrallen ebenfalls nicht kennen, und sich auch nichts darunter vorstellen können: es handelt sich um Plastikwerkzeuge, die entfernt an die Form einer Jakobsmuschel erinnern. Nur ist die schmale Seite verlängert zu einem Griff. Man schiebt seinen Arm dort unter einem Bügel durch, und die Finger finden Halt an einem Wulst, so dass das man das Ganze fest im Griff hat und es quasi einer verlängerten Hand gleicht. (Einen Bildlink kann ich leider nicht setzen; es scheint, als sei das Werkzeug kein Renner gewesen und teils bei den Einzelhändlern wieder ausgelistet, teils sind diejenigen Händler, welche solche Dinge verkauft haben, wohl pleite gegangen, jedenfalls sind manche Webseiten verschwunden.)
Immerhin, einen Nutzen mögen sie doch haben, die Laubkrallen: wenn man solche verwendet, anstatt das Laub etwa mit den Händen aufzusammeln, vermeidet man den vollen Griff in jene Sch., welche Hunde dort deponiert haben könnten. (Meine Belle Jardinière denkt immer sehr viel praktischer als ich.)

Mit muschelförmigen Gebilden kann man aber, statt Laub aufzukehren, auch Wasser auffangen. Stellen Sie sich eine Art Gießkanne vor, oben ganz offen und ohne den üblichen Bügelgriff. Der Rand als Wulst leicht nach innen eingewölbt, und darin Haltelöcher. In diese kann man nun flügelartige Plastikschalen einschieben, die den Segen eines frischen Landregens (oder Gewitterregen: das verkürzt die Füllzeit) auffangen und in die Gießkanne leiten. Da der Bügelgriff weggefallen ist, muss man die Kanne allerdings zweihändig wie einen Bidenhänder oder Zweihänder fassen, indem man jeweils einen Griff hinten und vorn an der Tülle anbringt.

Praktisch, gelle? Oder jedenfalls nicht weniger dringend nötig, als eine Laubkralle.

Die geflügelte Gießkanne kann man aber sogar noch mit einem zusätzlichen Kaufappeal versehen, indem man die Frontpartie wie ein Gesicht gestaltet. Dieses müsste entsprechend der Kaufjahreszeit variieren: zu Weihnachten ein Nikolaus, zu Ostern ein Hase oder derzeit ein Halloweensgesicht. Überhaupt bin ich mir gar nicht sicher, ob nicht auch die gegenwärtig überall auftauchenden Fledermausflügel Pate gestanden haben bei meiner Produktidee.

Indes fehlt den Fledermäusen jenes teuflische Halloweensgrinsen, welches jene von mir zu erwarten haben, die etwa zu sagen wagen sollten: "Ceci n'est pas un arrosoir".



Textstand vom 15.04.2007. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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