Dienstag, 4. September 2007

Una furtiva lagrima

650,- Euro sind für uns viel Geld. Nicht ohne Zittern und Zähneklappern hatte ich diesen Betrag an eine Fa. Zarsen überwiesen, nach Dresden. Das war im Juli 2002, als wir eine neue Waschmaschine benötigten. Schmal musste sie sein, um sie in unser kleines Badezimmer reinquetschen zu können, und bei schmalen Waschmaschinen ist die Auswahl klein und sind die Preise hoch. Zumal, wenn es eine AEG Lavamat sein soll. Um die 1.000,- € wollten die Katalogversender und Warenhäuser haben; Zarsen bot sie für ca. 600,- € + 50,- € Versandkosten an. Allerdings bei Vorkasse. Die Fa. kannte ich nicht, und nicht sonderlich Vertrauen erweckend war auch das seinerzeitige Fehlen eines Impressums (mittlerweile hat sich das geändert). Meine Gier nach dem billigen Preis überwog aber letztlich meine Furcht, das Geld zu verlieren. Nach der Überweisung schlief ich einige Nächte lang nicht so gut, doch dann wurde die Ware zeitnah geliefert. Ich konnte aufatmen und hatte meine (wenn ich mich recht erinnere:) erste Internet-Transaktion glücklich abgeschlossen.

899,- DM, also ca. 450,- €, hatte ich im März 1992 für ein JVC UX-1 "Mikro-Komponenten-System" bezahlt, und das auch nur, weil der Verkaufsladen (Ullmann HiFi in Frankfurt am Main, Eschersheimer Landstr. 71 - 73) dicht machte. Normal hätte sie nämlich 999,- DM, also ca. 500,- €, kosten sollen.

Einen automatischen Sender-Suchlauf und Sender-Speicher hatte sie bereits; ein Radio Data System (RDS) noch nicht (war ja auch erst 1988 eingeführt worden). Ein weiteres Manko, nach jetzigem Stand, war, dass die Anlage keine selbst gebrannten CDs abspielen kann. Und schließlich erschienen mir auch die 2 x 14 Watt etwas mickrig, obwohl ich in der Wohnung diese Lautstärke ohnehin nicht aufdrehen kann.

So stand meine JVC UX-1 Micro-Anlage schon seit Jahren auf der Ersatzliste, aber alles, was mich zum Ersatz-Kauf gereizt hätte, war recht teuer. Bis vor einigen Wochen der Prospekt der hiesigen Medimax-Filiale eine Micro-Anlage, ich weiß nicht mehr, von welcher Marke, für etwa 80,- € anbot. Das war zwar zu billig, um gut zu sein (ich glaube, die Anlage hatte 2 x 10 Watt), lieferte aber die Initialzündung zur Internet-Recherchen. Der LG XC-62 von der Firma LG (früher: Lucky Goldstar) aus Korea, hatte alles, was das Herz begehren konnte: RDS, Equalizer (was immer das sein mag), USB-Anschluss (ich hatte gedacht, damit könnte man Musik direkt von der Festplatte abspielen, aber das scheint wohl doch nicht zu funktionieren) und noch einigen anderen Schnickschnack, vor allem aber bietet der Verstärker eine Ausgangsleistung von 2 x 30 Watt.

Wiederum hatte die Fa. Zarsen das günstigste Angebot: mit 123,95 € inkl Versand. Dieses Mal tätigte ich die Überweisung ohne Zittern und Zagen, und wiederum kam die Lieferung prompt und war die Ware einwandfrei.

Vom Klang her bin ich mit der LG XC-62 zufrieden; mit größeren Lautsprechern (wenn ich die irgendwo aufdrehen könnte) würde sie wahrscheinlich noch besser klingen.



Hässlich wie eine "Boom-Box" oder ein "Ghetto-Blaster" ist sie auch nicht.











Aber ästhetisch ansprechender ist doch die Micro-Anlage von JVC.












Also verabschiede ich das Gute Stück mit einem Musik-Stück, von Gaetano Donizetti.
Dessen Requiem aufzulegen wäre, auch wenn ich es sehr schätze, vielleicht etwas übertrieben. Aber
"Una furtiva lagrima [lacrima]
negl' occhi suoi spuntò: ..."

darf es schon sein.



Textstand vom 05.09.2007. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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