Dienstag, 3. September 2019

Vita Burkhardti Brinkmanni, Teil 7: Ratsgymnasium Bielefeld

„Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben“
Learn English with the BFBS

Das Lernen ist mir nie leicht gefallen; im Grunde habe ich nie „Lernen gelernt“. Zumindest das systematische Lernen nicht. Dann und wann, wenn der Kopf frei und die Motivation hoch war, ging es auch mal erstaunlich leicht rein. Aber das war leider nur selten der Fall. Ich war, wie einer meiner Lehrer mal sagte, „kein Überflieger“.


Relativ gut, auch von den Schulnoten her, war ich in den Fächern Deutsch, Geschichte (bzw. Gemeinschaftskunde), Erdkunde und Englisch. „Sehr gut“ blieb leider ein „Ausreißer“; manchmal (so im Abizeugnis für „Deutsch“) reichte es sogar nur zum „Befriedigend“. Erstaunlicher Weise steht in meinem Abiturzeugnis bei Latein (Sexta bis Obersekunda) ein „Gut“. Das lag wohl daran, dass unser Lehrer uns auf dem neusprachlichen Zweig nicht so sehr mit Latein „triezen“ wollte; so ziemlich bis zuletzt bestanden die Klassenarbeiten in der Übersetzung von Passagen aus Cäsars gallischem Krieg. Hier bewährte sich mein klandestines Klo-Training in Textanalysen (s. Teil 6). Der Lehrer lobte meine „freie Übersetzung“. Die war aber keineswegs guten Vokabel- (oder gar Grammatik-)Kenntnissen zu verdanken, sondern meiner Fähigkeit, die eigentlich nur bruchstückhaft verstandenen Sätze sinnhaft zu vervollständigen.

Unser letzter Lateinlehrer war Dr. habil. Hellmuth Dempe (1904 – 1990; hier wird er in einem „Ehemaligenbericht“ erwähnt). Aus dessen Nachlass hat ein gewisser Frieder Lötzsch 2006 das Buch „Philosophie als Lebensform - Zur Wahrheit des einfachen Lebens: Essays im Anschluss an Platon“ herausgegeben. Heute ist es offenbar eine Rarität; jedenfalls wird es bei Amazon für 199,- € angeboten - antiquarisch! Bei Google Books sind Teile einsehbar, u. a. das Deckblatt mit einem Foto des Autors (ja, mit Fliege habe auch ich ihn noch in Erinnerung!) und eine Kurzbiographie (S. 5).

Ins Englischlernen habe ich mich von Anfang an wirklich reingekniet. Als Grund dafür muss man wohl „chercher les femmes“. Vielleicht hatte ihre deutsche Mutter den beiden unten erwähnten Engländerinnen sogar ein wenig Deutsch beigebracht; das weiß ich nicht mehr (irgendwie mussten sie sich ja mit ihrer Großmutter verständigen). Aber als Pfau wollte Mann natürlich seine (damals noch recht rudimentäre - und selbst heute noch im-perfekte) Beherrschung des Englischen demonstrieren.
Erinnern kann ich mich noch an Textheftchen mit den Geschichten „Sally in our Alley“ und „The Bottle Imp“. Die waren wohl noch Relikte aus der Schulzeit meiner Mutter. Später las ich dann anspruchsvollere Lektüre: Die Sherlock Holmes-Krimis von Arthur Conan Doyle. 😁

In Bielefeld gab es eine „British Council Library“ (der „British Council“ ist anscheinend so etwas wie in Deutschland die Goethe-Gesellschaft), wo ich derartige Bücher ausleihen konnte. 
Doyles Sprache aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg war „zu meiner Zeit“ bereits antiquiert; von daher hätte ich mein Englisch vielleicht aus neueren Romanen erlernen sollen. Aber, wie es mir auch sonst öfter erging: Hier kam mir später zugute, was ursprünglich als nutzlose oder übertriebene Mühe erschien. Friedrich August von Hayek, der aus Österreich nach England emigriert war, schrieb ebenfalls in einem ziemlich „gespreizten“ Stil. Vermutlich hatte auch er sein Englisch aus Büchern erlernt, und war als Ausländer wohl um ein besonders gepflegtes Englisch – The King’s English – bemüht. Die Lektüre und Analyse seines Buches „Denationalisation of Money“ fiel mir nicht ganz leicht; aber ohne meinen „Sherlock-Holmes-Hintergrund“ hätte ich mich mit dem Verständnis seiner Bandwurmsätze vermutlich noch schwerer getan.

(Auch das Schreiben meiner „Memoiren“ ist eigentlich sinnlos: Die liest eh‘ kein Hund.
Aber es macht einfach Spaß; und wer weiß: Vielleicht wird mir sogar diese Arbeit irgendwann in irgendeiner unerwarteten Weise von Nutzen sein?)

Mein Englischunterricht startete erst in der 3. Gymnasialklasse, also der Quarta (begonnen hatte ich in der Sexta mit Latein.) Später bekamen wir einen exzellenten und sehr beliebten Lehrer, Horst Breckwoldt (hier wird er, auf S. 124 ff., von einem seiner früheren Schüler gewürdigt). Der empfahl uns, Bücher zur Geschichte des jeweiligen Landes zu lesen, im Original. So würden wir zugleich die Sprache erlernen und das Land besser verstehen. Da ich ohnehin an Geschichte interessiert war, stieß dieser Rat auf offene Ohren.
Irgendwie (damals war das nicht so einfach wie heute; schon gar nicht in einem – relativen – Kaff wie Bielefeld) kam ich an die „Shortened History of England“ von George Macauly Trevelyan. (1942, Nachdruck 1960, Dünndruck mit 603 S. Das Penguin-Taschenbuch trug damals noch nicht die bunte Außenseite des aktuellen Reprints.) Auch was die Lexika anging, hatte Horst Breckwoldt eine Empfehlung für uns: Wir sollten einsprachige benutzen, also Englisch-Englisch. Ganz sicher bin ich nicht mehr, ob ich das damals wirklich befolgt habe, oder doch lieber meinen „Schöffler Weis“ verwendet. Auf jeden Fall war die Lektüre zwar einerseits interessant, andererseits aber auch eine Quälerei. Jedenfalls habe ich mich durchgebissen – 10 bis 20 Seiten pro Abend waren mein vorgesehenes Pensum. Und so werde ich mein Lebtag die „Rotten boroughs“ nicht mehr vergessen.
Meine Sprachkenntnisse habe ich dadurch natürlich ebenfalls verbessert, selbst wenn ich dieselben Vokabeln wieder und wieder nachschlagen musste, weil ich deren Bedeutung seit dem letzten Mal schon wieder vergessen hatte.

Ein Foto aus den jüngeren Jahren von Horst Breckwoldt – so, wie auch ich ihn noch visualisiere – findet sich auf der Webseite des Alumni-Vereins der Deutschen Schule; eine Biographie auch. Die kann aber nur lesen, wer (Neu-)Griechisch lesen kann. Ich versuch’s trotzdem mal (und mogele ein wenig, indem ich den u. g. Ehemaligenbericht beiziehe): Geboren 1928 in Bielefeld; Abitur 1946. Studiert hatte er wohl in Marburg und Cambridge und kam dann als Lehrer zu uns ans Ratsgymnasium. 1969 – 1973 war er am Deutschen Gymnasium in Paris tätig; anschließend bis 1980 an der German School International Washington D. C. (in Potomac, Maryland). In Paris war er „Direktor der deutschen Abteilung des Lycee International“, in Washington Leiter der gesamten Schule (vgl. die Laudation im Bericht von 2017; für Washington auch hier die Fußnote 25). Dementsprechend ist er jetzt Oberstudiendirektor.
Eine Ehemaligenseite der Washingtoner Schule, auf der über ihn berichtet wurde, ist leider nicht mehr online und auch in der Waybackmachine nicht auffindbar). 1980 – 1985 war für die Konrad-Adenauer-Stiftung (also die CDU-Parteistiftung) in Athen – in welcher Mission auch immer.
Etwas detaillierter berichtet das Ehemaligenheft von 2017 (Abs. 124 – 126) über die „Lehrerlegende“ Horst Breckwoldt. Allerdings erfährt man auch dort nicht, wie er zu seinem Spitznamen „Herzchen“ gekommen war.
Wenigstens den Schluss, dem ich mich voll anschließe, möchte ich hier als Zitat einfügen:
Lieber Horst! Du bist eine Lehrerlegende und warst zu Deiner aktiven Zeit einer der herausragensten Lehrerpersönlichkeiten unserer Schule. Auch heute, weit nach Deiner beruflichen Tätigkeit, schwärmen Deine Schüler, die selbst in die Jahre gekommen sind, von Deinen herausragenden fachlichen Qualitäten, die, gepaart mit der Dir eigenen Begeisterung für Frankreich und den englischen Sprachraum und deren Menschen, bei ihnen den Grundstein für ein verständiges Miteinander in Europa gelegt haben. Vor dieser Lebensleistung verneigen wir uns … .
Auch im Ehemaligenheft 2008 steht einiges über ihn (Abs. 77):
Als einer der Ersten hatte er sein Studium zum großen Teil in England und Frankreich absolviert und war daher in beiden Sprachen perfekt. Seine große fachliche Kompetenz verband er mit pädagogischem Geschick und begeisterte seine Schüler für die englische und französische Kultur und Lebensweise, was in der damaligen Zeit die Isolation Deutschlands war nach dem Krieg doch noch sehr groß einmalig war. Gegenüber seinen Schülern wusste er großen Respekt mit fast kumpelhafter Zuwendung zu verbinden, was zu einer nahezu kulthaften Verehrung seiner Schüler führte, die bis heute andauert. Schulze-Niehoff fügt hinzu: Zugleich ist Horst von der Qualität unserer Schule, an der er leider nur wenige Jahre unterrichtet hat, nachhaltig überzeugt. Nach seiner Zeit am Bielefelder Ratsgymnasium war Breckwoldt an der Deutschen Schule in Athen, dann in Paris, dann war er Direktor der Deutschen Schule in Washington.
Fotos von Horst Breckwoldt unten im Kapitel "Langeoog da capo .....".

Beim Studium der Aussprache half das Hören des British Forces Broadcasting Service (in Germany) („BFBS“, vorher: British Forces Network). Abends um 19.30 h wurde unter dem Reihentitel „….. and the smell of gunsmoke“ eine Wildwest-Story gesendet: So macht das Lernen Spaß!
Es handelte sich offenbar um den Radioklassiker mit dem Titel „Gunsmoke“ (Langtitel “…and that’s with a U.S. Marshal and the smell of…Gunsmoke!”?), der von 1952 bis 1961 im Radio und von 1955 – 1975 im Fernsehen lief. Der “Langtitel” wird verständlich, wenn man erfährt: „As the opening of the show proclaimed: ‘Around Dodge City and in the territory on west, there's just one way to handle the killers and the spoilers and that's with a U.S. Marshal and the smell of gunsmoke’."
Audio-CDs mit Kompilationen verschiedener Sendungen kann man heute noch kaufen; z. B. bei Amazon. Dort erfährt man auch, was den Erfolg der Serie begründete:
Radio westerns were aimed at kids until 1952 when Gunsmoke hit the radio airwaves. Produced for adult listeners, the stories were grim, the deaths brutal and life on the plains was harsh. Radio audiences had never heard anything like Gunsmoke and they made it the #1 western on radio. It soon made a successful transition to television becoming the longest-running dramatic series in TV history.”

Indes blieb mir trotz aller Mühe, und obwohl meine „total immersion“ so weit ging, dass ich gelegentlich sogar auf Englisch geträumt habe, ein „Sehr gut“ versagt. Das war mir allerdings egal; mir ging es um die Sprache, nicht um die Schulnoten.
Doch auch bei der Sprache hat es zur Perfektion nicht gereicht. Bei jenen englischsprachigen Blogposts, die ich in den letzten Jahren gepostet habe, ging es nie gänzlich ohne lexikalische Nachhilfe ab. Freilich stelle ich auch gewisse Ansprüche an die sprachliche Qualität meiner Texte.


Me too:  Im schummerigen Hauskeller schamlos geschändet von zwei Besatzerbälgern!  

Wie ich bereits in Teil 3 schrieb, ist man heutzutage gar kein Mensch mehr, wenn man nicht irgendwann einmal Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden ist.
Weil die Episode mit dem mutmaßlich fingerfertigen Dienstmädchen nur noch sehr vage in meinem Datenspeicher wabert, habe ich eifrig in meinen Erinnerungen gekramt um zu schauen, ob sich dort nicht etwas Handfesteres finden ließe. Und siehe da: Ich wurde fündig!

Alle Jahre wieder kamen zwei englische Schwestern, wenig jünger als ich, für einige Urlaubswochen ins Haus. Die besuchten dort ihre deutsche Großmutter Schulz (Vorname?), 
welche in jenem Hause eine Dachwohnung hatte, wo auch wir (als Mieter, im Parterre) wohnten. Ihre Tochter (Gerda?) hatte einen Soldaten der britischen Besatzungsarmee geheiratet und war mit ihm in seine Heimat gezogen. Die eine ihrer beiden Töchter (wohl die jüngere) hieß Susan, die andere, glaube, Gaby?

Hier sitzen die beiden Übeltäterinnen harmlos lächelnd mit ihrer Mutter (rechts) und meiner Mutter (in der Mitte) im Wirtsgarten des damaligen Bielefelder Gasthauses "Brands Busch". (Die Gaststätte - heute sogar mit Hotel - scheint immer noch zu existieren. Ein nahe gelegener kleiner Teich, aus
welchem ich einst mit meinem Jugendfreund Klaus Bode (vgl. Teil 6) Molche fischte, wurde aber m. W. zugeschüttet. (Ein Biotop weniger: Schnüff!) (Links die ältere - Gaby? - rechts die jüngere - Susan.)

Jedoch: So harmlos, wie die beiden auf dem vorigen Foto ausschauen - oder auf dem folgenden:
 
waren die in Wahrheit gar nicht.

Ihr wisst ja, Männer, wie das ist -
Mit der Weiber schlauer List:
Die machen uns glauben, wir wären die Herren - und schon haben die uns aufs Kreuz gelegt!  😍

Eines Tages – war ich 13, 14 oder 15 Jahre alt? - haben mich diese beiden Gören im Keller „gecornert“. Dort hat die ältere Schwester das Opfer unter vorsätzlicher Ausnutzung seiner Hilflosigkeit und Unerfahrenheit skrupellos geschändet, indem sie ihre feuchten labia superius und inferius oris lüstern auf sein Nahrungsaufnahmeorgan presste. Mittels dieser plötzlich und unerwartet erfolgten Verabfolgung eines Oralkusses hat sie die sexuelle Selbstbestimmung und damit die Menschenwürde des reinen Toren auf das Schwerste beschädigt.
Und solches hat sie mir angetan, ohne dass ich ihr vorgängig eine schriftliche Genehmigung gegeben gehabt hätte: MISSSSSSBRAUUUUUUCH!
Freilich: Als Kavalier alter Schule habe ich seinerzeit nicht nur von der Erstattung einer Strafanzeige Abstand genommen: Nicht einmal auf Schmerzensgeld habe ich diese beiden gewalttätigen Weiber verklagt! 😂😂😂
Im nächsten Sommer kehrten sie leider nicht mehr zurück. Das aber nicht etwa, weil die Gören ein schlechtes Gewissen gehabt hätten. Sondern weil ihre Großmutter verstorben war.
Una furtiva lagrima
negli occhi miei spuntò
………………………....
Un solo istante i palpiti
del suo bel cor sentir!
I miei sospir confondere
per poco a' suoi sospir!
Cielo, si può morir;
di più non chiedo.
(Gaetano Donizetti, L'elisir d'amore. 😈 )


Pèlerinage à Lourdes: Barbara bringt mir das Trampen bei

Im Sommer 1964, in meinem letzten Schuljahr, brachte mir Barbara Diel (Diehl?) aus Brackwede (damals noch eine eigenständige Gemeinde, heute ein Ortsteil von Bielefeld) das Reisen per Anhalter bei. Ich hatte sie auf einer Veranstaltung im Haus Neuland (s. u.) kennengelernt und sie war um einiges (10 Jahre?) älter als ich, sprach aber kein Französisch. Meine einschlägigen Sprachkenntnisse waren trotz damals über fünfjährigem Unterricht (ab Untersekunda) recht bescheiden. Doch Barbara machte mir Mut, und am Ende hat tatsächlich alles prima geklappt. Aus dem aufgehobenen Jugendherbergsausweis kann ich die Reiseroute rekonstruieren; doch was wir z. B. bei unseren etwas längeren Aufenthalten in Paris oder Bordeaux unternommen haben, ist mir entfallen:
21.08. - 24.08.: Jugendherberge Paris-St. Ouen
24. - 25.08.: JH Nantes
25. - 28.08.: JH Bordeaux
28. - 29.08.: JH Cap-Ferret
29. - 30.08.: JH St.-Pé-de-Bigorre (bei Lourdes)
31.08. - 01.09.: JH Montauban
01. - 02.09.: JH Les Eyzies (prähistorische Höhlenmalereien!)
03. - 04.09.: ? Kein Eintrag
05. - 06.09.: Jugendherberge Paris-St. Ouen

In dem Dörfchen Les Eyzies („Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil“) wollten wir natürlich die prähistorischen Höhlenmalereien besichtigen, jedoch war die Grotte geschlossen.
Der Ort St.-Pé-de-Bigorre liegt (wie mir die Google-Landkarte jetzt wieder verrät) nahe bei dem berühmten Wallfahrtsort Lourdes. Für unseren Abstecher dorthin wurden wir reich belohnt.
Nicht nur habe ich dort irgendein wunderwirkendes Wässerchen aus irgendeiner Quelle geschlürft, das Gesundheit gewährleisten sollte (die ich bislang auch weitgehend hatte). Vor allem hat uns auf der Rückreise ein wahres Wunder das Leben gerettet. Wir waren nämlich in ein Auto eingestiegen, dessen Fahrer uns beschwichtigte, wir bräuchten keine Angst zu haben, er kenne die Strecke wie im Schlafe. Nur müsse ich ständig mit ihm sprechen. Merkwürdige Eröffnung: Wovor sollten wir uns fürchten? Dass er sich verfahren würde?
Nun, die Sache mit dem Schlaf war wörtlich gemeint: Er nickte nämlich andauernd am Steuer ein. Und forderte mich immer wieder auf, zu reden. Ich also sämtliche Synapsen übertaktet, als ob es Intel-Prozessoren wären (ach ne: die gab es damals ja noch gar nicht 😂) und gebabbelt, als ob mein Leben dran hinge. Tatsächlich schaffte ich es, uns alle drei aus der Todesgefahr herauszureden. Während ich uns mit Schweigen um Kopf und Kragen geredet hätte. 😁

Ganz ohne Schädigung kam ich aber doch nicht nach Haus zurück. Das Essen in den französischen Restaurants war für unsere schmale Reisekasse recht teuer; um mir den Hunger zu vertreiben (und vielleicht auch den Frust, weil Barbara wahrhaftig nur trampen wollte! 😆), begann ich zu rauchen. Zigaretten waren damals noch relativ billig, und die einheimischen Marken billiger als die internationalen. So kam es, dass ich mir das Rauchen nicht mit irgendeinem schwachen Kraut angewöhnte, sondern gleich zu den „richtigen“ Zigaretten griff: Gauloises bleu sans filtre (mit normalen Papier, nicht mit Maispapier). Diese Ersparnis ist mich im Laufe der Jahre teuer zu stehen gekommen: Zwei Packungen täglich waren mein regelmäßig verpafftes Pensum. Nach zahlreichen vergeblichen Anläufen schaffte ich es  erst im Alter von knapp 30 Jahren, mir das Rauchen wieder abzugewöhnen. (Und zwar in einer eher stressigen Situation, nämlich im Bus auf der Rückreise von einer Fahrt als Reiseleiter mit US-Touristen nach Prag)

Im Gymnasium registrierte der Lehrer meine durch den Frankreich-Urlaub verbesserten Französischkenntnisse mit freudigem Erstaunen; dennoch hat es zu mehr als einer Vier im Reifezeugnis nicht mehr gereicht.


Klassenfahrt an die Mosel und nach Franken

Anscheinend im selben Jahr 1964, aber wohl schon vor meinem Frankreich-Trip in den Großen Ferien, hatten wir eine Klassenfahrt unternommen. Die führte uns an die Mosel und nach Trier, sowie nach Franken (Rothenburg; wohl auch Würzburg). Davon sind mir einige Fotos verblieben, die hauptsächlich meine Klassenkameraden zeigen. Von denen weilen drei schon nicht mehr unter den Lebenden.
Ob alle von den Lebenden jetzt noch, wo ich der AfD-Paria-Partei angehöre, glücklich sind, wenn sie mit mir in einen Zusammenhang gebracht werden - das weiß ich nicht. 😁

Von links nach rechts: Ich (mit Kamera in der Hand); Frau Illgen; Eckhardt Meyer-Krentler (mit Tabakpfeife; später Germanistikprofessor und Verfasser verschiedener Bücher; verstorben); Rolf Horstkotte (mit Sonnenbrille); Oberstudienrat Hans Illgen, unser Mathematik-, Physik- und Klassenlehrer; Jens Bergenthal; Eberhard Schlette.

Ernst-August Oberfahrenhorst ("Au"; verstorben); ich, mein Freund Götz Hahnwald (dessen Spitznamen verschweige ich, der war so wenig nett wie meiner - s. u.); Eberhard Schlette, Rainer Blase ("Bläschi"; verstorben); mein Freund Klaus Bloemker ("Bömmel"); Rolf Horstkotte; Eckhardt Meyer-Krentler (+; damals unser Klassensprecher):


Die Kamera auf dem Tisch, eine Kodak Retinette in einer Ledertasche, hat mir bzw. uns (später hauptsächlich meiner Frau) viele, viele Jahre lang treue Dienste geleistet. Wir besitzen sie noch heute, benutzen sie aber natürlich nicht mehr.
Ich habe sie wohl Anfang der 60er Jahre gekauft - nach langer, langer Prüfung. Das Geld war (wie immer) knapp; die Wünsche groß. Eigentlich hätte ich mir einen Fotoapparat mit Entfernungsmesser, zumindest aber mit Lichtmesser, gewünscht. Aber die waren zu teuer. Ein weiteres Kriterium war die Blendenöffnung (bis 1/22: DAS ist das Einzige, was die alten analogen Kameras den heutigen digitalen Reiseknipsen immer noch voraus haben).
Wie auch später, wenn ich mich auf ein mir neues technisches Gebiet wagte (PC, Digitalkamera, Handy) und keine Ahnung hatte, habe ich vorher monatelang gesucht und verglichen, um möglichst viel "value for money" zu erhalten. Rational agierende Käufer wie ich sind der Schrecken jeder Marketing-Abteilung: Wir kaufen nicht das tolle Design oder den berühmten Markennamen, wir vergleichen knallhart die  Leistungsmerkmale - und kaufen dann, was auf diesem Niveau am billigsten ist.
Die Kamera habe ich in einem (vermutlich: Franchise-)Laden von Photo-Porst in Bielefeld gekauft; dort habe ich mich anhand von Prospekten auch informiert, welche Leistungsmerkmale überhaupt relevant waren (damals wurde das noch ausführlich erklärt; es gab sogar ein Glossar in dem Heft). Begriffe wie "Lichtwert" (aus Blendenöffnung + Öffnungszeit), "Schärfentiefe" (je nach Blendenöffnung) und "Filmempfindlichkeit" (Körnung) sind mir dadurch in Fleisch und Blut übergegangen. Aufgrund der langjährigen Benutzung dieser Kamera stelle ich heute meine Digtalknipse so gut wie nie auf "Automatik" ein, sondern regele diese Parameter fast immer manuell.
Was ich auf der Klassenfahhrt damit aufgenommen habe, weiß ich nicht:  Ich besitze nur (noch?) Fotos, wo ich selber mit drauf bin.

Jens Bergenthal; Eberhard Schlette; Eckhardt Meyer-Krentler (+); Hartmut Hagmeister ("Hacki"); mein Freund Klaus Bloemker (im Hintergrund); Wolfgang Crayen; Rainer Blase (+).
Mein eigener Spitzname ist deutlich weniger präsentabel als Bömmel, Hacki oder Bläschi: Meinen schönen Vornamen hatten die bösen Buben zu "Gurke" verhunzt! 😁 
Die Vier zur Rechten, also Hartmut Hagmeister, Klaus Bloemker, Wolfgang Crayen und Rainer Blase waren so etwas wie eine Clique. „Lässig“ zu sein war deren Ideal. Was das bedeutete, habe ich damals nicht verstanden (und verstehe es noch heute nicht wirklich); es war mir eher egal.

Die Bloemkers wohnten in der August-Bebel-Straße, nicht weit weg von uns. Gelegentlich war ich bei ihm daheim; er hatte - Wow! - sein eigenes Zimmer! Dekoriert mit Twen-Postern, und die Zeitschrift selber besaß er natürlich auch. Die "Twen" war eine recht kurzlebige Jugendzeitschrift: 1959 - 1971. Die Gründe für die ästhetische Faszination, welche dieses Magazins auch auf mich ausübte, verrät mir jetzt das einschlägige Wikipedia-Stichwort: "Optisch war die Zeitschrift geprägt durch aufwändige Fotostrecken und das einprägsame, ambitionierte Layout von Willy Fleckhaus, das wesentlich zum Erfolg der Zeitschrift beitrug und das bis heute nahezu legendären Ruf genießt. Das Heft hatte den 'hohen Ehrgeiz, in Bild, Typographie und Layout ähnlich stilbildend zu wirken, wie Ende des 19. Jahrhunderts die Münchner Zeitschrift Jugend' ".Mit Klaus - und gelegentlich seiner "Clique" - kam es manchmal zu ernsthafteren (im weitesten Sinne des Wortes) "philosophischen" Diskussionen. Daran denke ich gerne zurück, denn damals (und auch seither) hatte ich dazu wenig Gelegenheit. irgendwie war ich halt nicht in "intellektuellen" Kreisen unterwegs. Natürlich war ich auch selber kein Intellektueller; meine damalige philosophische "Bildung" verdankte ich im Wesentlichen dem Philosophischen Wörterbuch des Kröner Verlages und auch später bin ich nicht wirklich tiefer in die geistige Tradition des Abendlandes eingestiegen.
In meiner Frankfurter "Studentenzeit", war ich ab und an im Club Voltaire unterwegs. Dort bekam ich aber keinen Anschluss - und das war letztlich auch gut so. Ich habe nicht meinen religiösen Glauben durch kritisches Denken aufgegeben, um mich irgend einem ideologischen Glaubenssystem hinzugeben. Magnetspänchen des Zeitgeistes zu sein, war und ist eher nicht mein Ding.

Ernst-August Oberfahrenhorst; ich; Eberhard Schlette; Jens Bergenthal; Götz Hahnwald.

Im Hintergrund das Schloss der ehemaligen Trierer Kur-Fürstbischöfe, links dahinter die Konstantinbasilika. Im Vordergrund Götz Hahnwald und ich:
 
(Eine herrliche Aufnahme des heutigen Zustands, aus ungefähr derselben Perspektive, ist hier zu sehen. Sie entstammt dem Wikipedia-Eintrag "Kurfürstliches Palais".)

Während unser Lehrer Hans Illgen mit dem Finger nach oben weist, schaut (der bisher noch nicht erwähnte) Philipp Wahnschaffe (in dieser Mitteilung von 2010 wird sein 40jähriges Dienstjubiläum an der Uni Hamburg erwähnt) in die Kamera. Hier finde ich jetzt zwei - jeweils kurze - Texte von ihm. 2017 war er Vorstand der Tennisabteilung im Eimbsbütteler Sportverband; ja, irgendwie zeigt sein Portraitphoto schon noch Ähnlichkeiten mit dem Jungengesicht aus meiner Erinnerung. Aber auf der Straße würde ich ihn wohl nicht wiedererkennen. Habe auch ich selber mich so stark verändert?
[Übrigens ist der Aufsatz "Was ist Geld" von Dieter Verbeck, in der gleichen Ausgabe #17 des Online-Magazins zur Zeitschrift "Polar" erschienen wie die o. a. Texte von Philipp, denkbar dürftig: Weder unterscheidet der Autor zwischen Fiatgeld und Warengeld, noch zwischen Bankengeld und Basisgeld, und auch die Unterteilung in kreditgeschöpftes Geld und Willkürgeld scheint Verbeck Hekuba zu sein.]

Ernst-August Oberfahrenhorst (Au; +); Jens Bergenthal; ich; mein Freund Götz Hahnwald und (bisher noch nicht erwähnt) Hermann Munkelt:
"Au" und Götz waren die beiden Brackweder in der Klasse.

An der Porta Nigra, einem römischen Torbau in Trier: Rolf Horstkotte, Eckhardt Meyer-Krentler (+); Ernst-August Oberfahrenhorst (+).

Ein mächtiges Bauwerk, gut 1800 Jahre alt, das wir hier von der "Feldseite" aus sehen (wie das Bild im Wikipedia-Eintrag verrät). (Die Stadtseite wirkt sogar noch wuchtiger.)


Rothenburg ob der Tauber, Blick vom Burgarten auf die ehemalige Roßmühle, heute Jugendherberge. Ob auch wir dort untergebracht waren, weiß ich nicht mehr. Rechts Wolfgang Crayen.
(Bei der Fotocommunity hat jemand ein wunderbar stimmungsvolles Herbstbild aus ähnlicher Perspektive eingestellt.)

Eigentlich sollte ich Rothenburg wie meine Westentasche kennen, denn ich habe es mehrfach mit meiner Frau besucht. 1975 führte uns sogar unsere Hochzeitsreise dorthin, und noch 2014 haben wir an einer Busreise von Füssen aus zum Rothenburger Weihnachtsmarkt teilgenommen.
Dennoch weiß ich nicht, auf welcher Straße wir hier bergab bummeln.


Stöppken“ oder: Docendo discimus

"Stöppken" wurde die Tochter des Ehepaares Greitschuss (?) gerufen; Ihr Vater war, glaube, Chorsänger am Stadttheater in Bielefeld.
Stöppkens tatsächlichen Vornamen habe ich vergessen. Ich (ausgerechnet! 😎) gab ihr Nachhilfeunterricht in Mathematik. Dabei habe ich vieles verstanden, was ich vorher nie kapieren konnte: Durch Lehren lernen wir! Dennoch hat es bei mir nur zum  „Ausreichend“ gelangt; und ihr hat meine Nachhilfe wohl noch weniger geholfen.


Langeoog da capo – aber diesmal im Dorfe

Schon meine Volksschule besaß ein Schullandheim auf Langeoog; darüber hatte ich in meinem Gedenkblott für meinen Volksschullehrer Helmut Niepel berichtet. Das lag freilich "jwd".

Anders das Schullandheim des Ratsgymnasiums (das damals freilich noch kleiner war und weniger elegant aussah wie heute). Alle Fotos zeigen u. a. unseren oben erwähnten Englisch- (und zeitweise, glaube, auch Französisch-) Lehrer Horst Breckwoldt. 
Die harmlosere Variante der Legende über die Entstehung seines Spitznames "Herzchen" berichtet von herzförmigen Ellbogenschonern*. Eine andere, galantere Fassung wird der geneigte Leser aus zweien der vier folgenden Fotos selber rekonstruieren können:

 * Nachtrag vom 05.09.2019: Heute rief Horst Breckwoldt mich an. Auf Anregung eines Klassenkameraden hatte ich ihm einen Ausdruck dieses Blotts übersandt; darüber hat er sich sehr gefreut. Und mir jetzt definitiv die Herkunft seines Spitznamens verraten: Als einer der ersten Deutschen nach dem Krieg habe er ein Stidpendium für Cambridge erhalten. Dort hätten die Studenten sozusagen als Abzeichen ihrer Universitätszgehörigkeit sich ein Lederherz auf die Ellbogen ihrer Jacken aufgenäht; das habe er dann auch getan, um dazuzugehören.

Wer die hübsche Dame ist, oder in welchem Zusammenhang sie mit unserer Klasse oder mit "Herzchen" stand, weiß ich nicht mehr:



Dunkel dämmert es mir, dass ich auf der Insel einmal eine alte Dame besucht habe, die in einer bescheidenen Kate außerhalb des Ortes lebte. Ihr Name war mir damals kein Begriff; ich bin einfach mit einigen Klassenkameraden mitgeschlürt, die sie bzw. ihren Namen kannten. Sie war freundlich und bot uns Tee und Kekse an. Ich glaube, dass es sich um die einstmals bekannte Schlagersängerin Lale Andersen gehandelt hat (Erwähnung auf der Webseite der Meierei Langeoog). Aber diejenigen Klassenkameraden, die ich vor einiger Zeit befragt habe, konnten sich nicht daran erinnern.


Prinz Eugen, der edle Trickle-Down-Ökonom

Der Lesebuchgeschichte vom Prinzen Eugen als Trickle-Down-Arbeitgeber, die ich ursprünglich hier aufnehmen wollte, habe ich inzwischen einen eigenen Blogpost gewidmet.


Filztafelframing vs. Theodizee

Im Alter von vielleicht 17 Jahren habe ich mich in Bielefeld mal von zwei jungen amerikanischen Mormonenmissionaren zu deren Basislager abschleppen lassen. Ich war damals bereits gefestigt in meinem Unglauben und musste keine Bekehrung befürchten. Jedoch war ich bereit, mit denen z. B. das Theodizee-Problem ("Warum lässt der allmächtige, allwissende und allgütige Gott das Böse zu?") zu diskutieren. Doch die hatten anderes im Sinn. Immer freundlich und höflich konterkarierten sie meine einschlägigen Fragen und Bemerkungen, indem sie eine Filztafel hervorholten und darauf bunte Bildchen pappten: "Hier ist der Altar, darüber erhebt sich der Tempel .....". Die Strategie dahinter habe ich schon damals durchschaut; heute kenne ich auch den Begriff dafür: Framing (social sciences). Auf Deutsch kann man das Verb “framen” vieleicht mit "verscheuklappen" übersetzen. (Wobei das bei diesen Beiden sicherlich keine perfide Strategie war: Die waren wohl so gedrillt worden und kannten nichts anderes.)
Für mich war es allemal eine nützliche Erfahrung.


Führerschein oder Schreibmaschine?

Irgendwann im November oder Dezember 1963, vor Weihnachten bzw. vor meinem 18. Geburtstag, stellten meine Eltern mich vor die Wahl: Führerschein oder Schreibmaschine als Geschenk?
Ich entschied mich für die Schreibmaschine (und habe auch später keinen Führerschein gemacht). Das Tippen habe ich mir in einem autodidaktischen Crashkurs in 3 Tagen selber beigebracht, mit einem altem Heft (aus dem Bestand meiner Mutter?). 
Auch hier habe ich es nie zu Höchstleistungen gebracht; aber überhaupt im 10-Finger-System "blind" tippen zu können war in meinem späteren Berufsleben (und, wie man u. a. vorliegend sieht, nicht zuletzt im Privatleben) schon recht hilfreich.


Von Mürkern und Weihnachtskeksen

Wie mir Wilhelm Sprank, Polier auf dem Bau und Mitglied im Gesangverein Heiderose, einen Job zum Bierholen bei den Maurern auf dem Bielefelder Krankenhausgelände verschafft hatte, habe ich ich im 3. Teil erzählt. Maurer hieß für mich „Mürker“. Auf der Webseite „Ommawoerter“ wird es der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) zugeordnet, scheint also ein regionaler Ausdruck der Bielefelder Gegend zu sein. Er ist aber auch – unter der Hauptform „Mürger“ in der plattdeutschen Wikipedia zu finden. (Heimatklänge: „Willkamen bi de Wikipedia, dat fre’e Nakieksel, wo jedereen an mitwarken kann. 42.207 Artikels op Plattdüütsch.“)

Einige Male habe ich in der Keksfabrik „SUM“ gearbeitet. Diesem Unternehmen hat das historische Museum der Stadt Bielefeld eine Erinnerungs-Webseite gewidmet:
Ältere Einwohner Bielefelds haben vielleicht noch den Duft in der Nase, den ein unauffälliger Industriebau in der August-Bebel-Straße an manchen Tagen verströmte. Dort befand sich bis 1991 die Süßwarenfabrik SUM, die restlos aus dem Straßenbild verschwunden ist. Dabei gehörte die Firma Stratmann & Meyer, aus deren Anfangsbuchstaben sich der Markenname SUM zusammensetzte, einmal zu den Großen der frühen Süßwarenbranche.“
Unter anderem hatte ich dort mit Apfelmusfässern zu tun, deren Inhalt zur Füllung von "Dominosteinen" (gefüllten Keksen) diente. Das Apfelmus war zwecks Konservierung geschwefelt; das machte schwarze Finger - und (damals) wenig Appetit auf diese Süßigkeiten. Des Öfteren haben wir im fabrikeigenen Laden "Keksbruch" gekauft. Der wurde nach Gewicht in Tüten abgefüllt. Schmeckte ok, doch muss ich zugeben, dass mir in späteren Jahren der "Bruch" der Confiserie Reber, der an bestimmten Wochentagen in deren Café in Bad Reichenhall verkauft wurde (und wird), deutlich besser mundete. 😅😄


Ein Arbeiter der Stirn scheitert als Arbeiter der Faust

Im Alter von 17 oder 18 Jahren versuchte ich, in den Schulferien im Tiefbau zu arbeiten. Doch musste ich schon nach drei Tagen aufgeben, weil ich einen Krampf in den Händen hatte. Anscheinend bin ich als „Arbeiter der Stirn“ doch leistungsfähiger denn als „Arbeiter der Faust“. Jedenfalls habe ich jetzt eine ungeheuerliche Verschwörung aufgeklärt, in deren Zentrum – Bruno steht!
Nein, nicht Giordano Bruno.
Sondern Bruno, das HB-Männchen! Womit mir ein weiterer heißgeliebter Begleiter meiner jungen Jahre entrissen, bzw. eine langgehegte Illusion grausam zerstört wurde:

HB-Männchen, Hooton-Plan, „Erichs Rache“: Die Masken vom Gesicht gerissen!

Geraucht habe ich sie nie, die Zigarettenmarke HB (war mir zu schwach; für mich kamen damals auschließlich die Gauloises Bleu ohne Filter infrage: Das härteste Kraut am Markt)! Und doch habe ich sie heiß geliebt, die Werbung mit dem HB-Männchen. (Hier ein Werbespot in schwarz-weiß; da und dort in Farbe). Doch erst jetzt, wo ich im Alter auf mein bisheriges Leben zurückblicke und die geballte Recherchepower des Internets zur Verfügung habe, erkenne ich, was WIRKLICH hinter dieser scheinbar lustigen „Zigarettenwerbung“ steckte: Ein weltweites Komplott, lange vorher akribisch geplant und heute noch längst nicht beendet!
Denn erst jetzt belehrt mich das Wikipedia-Stichwort zum HB-Männchen (meine Hervorhebung):
Die Werbefilme in Kino und Fernsehen mit Bruno folgten stets demselben Schema: Der anfangs gutgelaunte Bruno (häufig summte er zu Beginn des Spots die Melodie des Liedes „Freut euch des Lebens“) verwandelte durch seine Ungeschicklichkeit eine harmlose Alltagssituation in eine Kette sich steigernder Katastrophen, über die er sich in einer unverständlichen Sprache immer mehr aufregte. Bei der Sprache handelte es sich um Arabisch, das rückwärts mit doppelter oder − entsprechend der zunehmenden Aufregung − noch höherer Geschwindigkeit abgespielt wurde.

Der Regisseur Roland Töpfer kam aus der DDR – genau wie später Angela Merkel.
Na, schwant Ihnen schon was?
Mir schon: Wohne ja nicht zufällig in Schwan-Gau! Ein GAU ist das aber nicht für mich, sondern für alle Hinter-Männer und Vorder-Frauen der scheinbar so harmlosen und lustigen „Werbung“. Halten Sie sich fest: In Wahrheit waren die HB-Männchen-Cartoons ein Teilschritt bei der (nach wie vor laufenden) Ausführung des Hooton-Plans!

Wenn Sie, genau wie ich, schon lange gerätselt haben wie es sein kann, dass erwachsene Menschen als Bahnhofsklatscher Immiggressoren bejubeln und mit Plüschtieren bewillkommnen, dann sage ich aus der luftigen Höhe meiner heutigen Einsicht:
Halt, mein Freund, wer wird denn gleich verzweifeln? Schau dir lieber die HB-Männchen-Spots an, dann kommt die Erkenntnis wie von selbst!

Der Schlüssel ist die – vordergründig unverständliche – Sprache. Die ist nicht zufällig Arabisch: Ganz bewusst hat man damit unser kollektives Unterbewusstsein jahrzehntelang auf Buntfanatiker vor- bzw. um-programmiert!
Glauben Sie es bloß nicht, wenn dieser Autor verharmlosend behauptet: „Bei Brunos unverständlichen Flüchen handelte es sich um rückwärts und schneller abgespielte Wortfetzen einer Waschmaschinen-Werbung für arabische Länder“! Ich verwette 72 Jungfrauen, dass es Zauberformeln aus dem Koran waren, welche den arglosen Germanen damals ins Ohr gejubelt wurden!
Was allerdings relevant ist: „Auftraggeber der durch das HB-Männchen repräsentierten Werbekampagne war der Zigarettenkonzern British American Tobacco (B.A.T.), bei dem bis heute die Rechte an den Werbespots mit Bruno liegen. Der in Deutschland von Hamburg aus agierende internationale Konzern.“
Also: Undurchsichtige internationale Akteure, die sich gegen unser Land verschworen haben! Und Hamburg: Was sagt uns das? Richtig: Dort sitzen mächtige Medien, die in genau dieselbe Richtung agieren: ZEIT, STERN, SPIEGEL! Das ist kein Zufall: Das alles sind Mosaiksteinchen der großen NWO-Strategie!
Wen überrascht es da noch, dass die seinerzeit an der Produktion beteiligte ehemalige deutsche Werbeagentur Gramm heute ein Teil der amerikanischen Agentur Grey ist???

Zugegeben: Der memetische Zeitzünder ist nicht bei jedem explodiert; viele (ich z. B.) waren  und sind resistent gegen den Virus fanaticus coloratus, also gegen den Virus des Buntfanatismus. Bei Vorgeschädigten jedoch, wie z. B. bei einer Bundeskanzlerin, deren Eltern freiwillig in die DDR gezogen waren, um dort beim Aufbau einer vermeintlichen besseren Gesellschaft zu helfen, war die Wirkung verheerend. Es war ja von vornherein keine Resistenz da, keine Struktur, die eine Mauer hätte bilden können gegen das süße Gift jener scheinbaren Menschlichkeit, welche die eigenen Bürger zu Sklaven von Millionen Eindringlingen einerseits und griechischer Steuerhinterzieher und sehender Blindenrentner andererseits abrichtet.

Nicht zufällig kam der Regisseur dieser „Werbung mit Zeitzünder“ aus dem Osten. Die NWO-Exekutoren für den Hooton-Plan hatten die geradezu geniale Idee, den Destruktionswillen der Kommunisten mit der Profitgier der Kapitalisten zu einem hochbrisanten Sprengsatz zu verschmelzen. Schon Wladimir Iljitsch Lenin wusste ja: „Die Kapitalisten verkaufen uns den Strick, mit dem wir sie aufhängen.“ Und so ist es – leider – gekommen.
Vermittels des extra zu diesem Behufe aus der DDR in den Westen „übergesiedelten“ Regisseurs Roland Töpfer gelang es den hinterhältigen Akteuren der Neuen Weltordnung, der bundesrepublikanischen Gesellschaft über eine scheinbare Zigarettenwerbung arabisch-islamische Meme zu implantieren!

Stufe 2 des Verschwörungsplans zündete mit der Wiedervereinigung. „Erichs Rache“ wurde in den Westen disloziert, und nach einem langen Marsch durch die Institutionen enthüllte sie im Herbst 2015 ihre hässliche Fratze als Deutschland-Destruentin. Allerdings hätten die Bürger gewarnt sein können, denn schon nach der Bundestagswahl 2013 hatte Angela Merkel eine Deutschlandfahne, die ihr ein Mitstreiter übergeben hatte, mit verachtungsvoller Miene entsorgt. Hier ein Video davon in Zeitlupe. (Dass dies von einem „Truther XXL“ eingestellt wurde, mindert nicht seine Aussagekraft; der angewiderte Gesichtsausdruck der Kanzlerdarstellerin, wie sie sich verachtungsvoll des Symbols der deutschen Souveränität entledigt, ist auch bei regulärem Wiedergabetempo widerlich wahrnehmbar.)

Ich jedenfalls beglückwünsche mich dazu, dass sich meine einstmals klandestin auf dem Klo erworbenen Analysefähigkeiten (s. Teil 6) in diesem Zusammenhang auf das Schönste bewährt haben: Wie Schuppen fielen es mir von den Augen bzw. enthüllten sich mir die geheimsten Zusammenhänge; in Sekundenschnelle spulte sich ein voller Film von 1943 – 2015 vor meinem geistigen Auge ab, als mir die Vorsehung diese Informationen in den Schoß plumpsen ließ!
Something like that …..


Das Abitur und der Felsen des zweiten Todes

Mein Abizeugnis ist kein Glanzlicht. „Gut“ war ich nur in Religionslehre, Englisch, Gemeinschaftskunde und Latein (Letzteres unverdientermaßen: s. o.), sowie in dem Wahlpflichtfach Philosophie (dass ich als Dünnbrettbohrer der Chemie oder Physik vorgezogen hatte 😃). Musik, Kunst, Leibesübungen, Französisch und Mathematik waren lediglich „ausreichend“; der Rest „befriedigend“.

Ein gewisses Kuriosum ist aus meiner mündlichen Abiturprüfung zu vermelden. Mit der Belletristik hatte (und habe) ich es nicht so. Dennoch konnte ich die Frage, was ich in letzter Zeit gelesen hätte, positiv beantworten: Es handelte sich um das Buch „Der Felsen des 2. Todes“ von William Golding. Verwundertes Kopfschütteln der Prüfer: Niemand kannte diesen obskuren Schriftsteller. Doch 1983 hat er dann den Literaturnobelpreis erhalten (glaube, für das Buch „Herr der Fliegen“). Ich hatte also ein echtes Gespür für literarische Talente! (Eigentlich war es nur ein glücklicher Zufall auf dem Bücher-Ramschtisch gewesen; aber das verrate ich exklusiv Ihnen und nur unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit!)


>>> Teil 6 / Teil 8 (NN)


ceterum censeo
Wer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":
Der hat den A.... offen!

Textstand vom 10.09.2019

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