Freitag, 30. September 2011

Deutschland hilflos im Bürgegriff der Neo-Nutsies

Die Nazis wären neidisch geworden, wenn sie gestern im Bundestag die Abstimmung über den Eurozonen-Rettungsschirm (EFSF) miterlebt hätten, mit welch gigantischen Mehrheiten die von dem Volk in freier Wahl gewählte Bundestagsabgeordneten der Verschleuderung des deutschen Volksvermögens zugestimmt haben:

523 Abgeordnete haben mit Ja gestimmt, 85 mit Nein, 3 enthielten sich.

Ein solches Resultat, bzw. überhaupt eine Mehrheit für die (potentielle, aber ganz und gar nicht unwahrscheinliche) Inanspruchnahme der deutschen Steuererträge zu Gunsten des bankenmäßig organisierten Finanzverbrechens und der hemmungslos egozentrischen und damit unsolidarischen Südländer der Eurozone kann ich mir letztlich nur damit erklären, dass unsere Politikerkaste von einem kollektiven Wahn befallen ist. Die müssen alle verrückt sein - nutsy halt.

Zumal jene hunderte von Milliarden, über die jetzt entschieden wurde, ja längst nicht alles sind. Schon ist von einer bis zu 8-fachen Hebelung die Rede, was die Haftungssummen in den Bereich von mehreren Billionen Euro katapultieren würden.

Und gleichzeitig verleiht Deutschland über den Target 2-Mechanismus gigantische Beträge von hunderten von Milliarden €, weit mehr als der deutsche Bundeshaushalt, die wir wohl ebenfalls nie mehr wiedersehen werden, oder zumindest einen großen Teil davon nicht. Und diese stillschweigende Kreditgewährung der Bundesbank an südeuropäische Länder läuft auf vollen Touren, Monat für Monat werden da einige zig Milliarden rausgehauen!

Über diesen Aspekt spricht so gut wie niemand: die eigentlich zuständige Deutsche Bundesbank nicht, die sich doch (durchaus zu Recht) über die Anleihekäufe der EZB so aufregt, und unsere völlig überforderte Politikerkaste ohnehin nicht.

Selbst unter den Ökonomen hat man den Eindruck, dass eine ganze Reihe die Problematik nicht verstehen (manche wollen das wohl auch nicht). Der einzige, der dieses Problem wieder und wieder thematisiert, und der diesen Geldabzugskanal überhaupt enttarnt hat, ist der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hans Werner Sinn.

Obwohl ich hier und da schon etwas über die aktuelle Fehlfunktion des Geldtransfersystems "Target2" gelesen hatte, war es erst ein Gespräch des Bayerischen Fernsehens mit Prof. Dr. Sinn, das mir die Augen für die Dramatik dieser Entwicklung so richtig geöffnet hat.

Hier der Link zu dem Video; unbedingte Anschau-Empfehlung!


Den Begriff "Wahn" benutze ich nicht als Erster im Zusammenhang mit der Finanzkrise. Und er ist auch keineswegs nur bei wild gewordenen Leserkommentatoren anzutreffen. Durch einen Leserkommentator in einem ganz anderen Zusammenhang wurde ich heute auf den FAZ-Artikel "Mehr als eine Finanzkrise. Das Zeitalter des Unglücks" von Frank Schirrmacher vom 18.09.2008 aufmerksam. Der wird im Vorspann so zusammengefasst (meine Hervorhebung):
"Eine sogenannte „Finanzkrise“ kann in einer Gesellschaft, in der Finanzen die Synonyme für gesellschaftliche Rationalität geworden sind, nichts anderes sein als eine brutale Vernunftkrise. Wir können nur versuchen zu verhindern, dass uns das System einfängt und in seinen Wahn zieht."
Genau das hat das System (bzw. haben die Profiteure des Systems!) offenbar mit der Politik schon geschafft.


Nachtrag 01.10.2011
"Wie lange hält der Geduldsfaden der Deutschen? Eurorettung im Zeichen der Ernüchterung" beschrieb die Neue Zürcher Zeitung am 30.09.11 zutreffend die Gemütslage unseres Volkes.





ceterum censeo

Der Wundbrand zerfrisst das alte Europa,
weil es zu feige ist ein krankes Glied zu amputieren!

POPULISTISCHES MANIFEST
(für die Rettung von ? Billionen Steuereuronen!):
Ein Gespenst geht um in Deutschland - das Gespenst einer europäischen Transferunion und Haftungsunion.
Im Herzland des alten Europa haben sich die Finanzinteressen mit sämtlichen Parteien des Bundestages zu einer unheiligen Hatz auf die Geldbörsen des Volkes verbündet:
·        Die Schwarzen Wendehälse (die unserem Bundesadler den Hals zum Pleitegeier wenden werden),
·        Die Roten Schafsnasen (vertrauensvoll-gutgläubig, wie wir Proletarier halt sind),
·        Die Grünen Postmaterialisten (Entmaterialisierer unserer Steuergelder wie unserer Wirtschaftskraft),
·        Die machtbesoffenen Blauen (gelb vor Feigheit und griechisch vor Klientelismus), und selbstverständlich auch
·        Die Blutroten (welch letztere die Steuergroschen unserer Witwen, Waisen und Arbeiter gerne auflagenlos, also in noch größerer Menge, gen Süden senden möchten).
Wo ist die Opposition im Volke, die nicht von unseren Regierenden wie von deren scheinoppositionellen Komplizen als Stammtischschwätzer verschrien worden wäre, wo die Oppositionspartei, welche sich der Verschleuderung der dem Volke abgepressten Tribute an die europäischen Verschwendungsbrüder wie an die unersättlichen Finanzmärkte widersetzt hätte?
Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor:
Das Volk wird von fast keinem einzigen Politiker als Macht anerkannt.
Es ist hohe Zeit, dass wir, das Volk, unsere Anschauungsweise, den Zweck unserer Besteuerung und unsere Tendenzen gegen die fortgesetzte Ausplünderung durch das Finanzkapital bzw. durch die Bewohner anderer Länder und durch seine/deren politische Helfershelfer vor der ganzen Welt offen darlegen und dem Märchen von dem grenzenlosen Langmut der Deutschen den Zorn des Volkes selbst entgegenstellen.

Textstand vom 01.10.2011. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm. Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

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