Sonntag, 12. August 2012

Der "Fall" Drygalla als optische Täuschung betrachtet




Eigentlich ist jede perspektivische Zeichnung bzw. Malerei eine optische Täuschung (Wikipedia-Stichwort), denn schließlich täuscht sie auf einer zweidimensionalen Ebene einen dreidimensionalen Raum vor.
Bei meiner Titelwahl dachte ich aber an Fälle, in denen man eine gezeichnete oder gemalte Figur unterschiedlich interpretieren kann. Wo man also, wie hier auf dem ersten Bild, entweder eine Treppe von oben zu sehen glaubt, oder eine von unten.

Und so geht es wohl auch denjenigen, die sich zu den Vorgängen um die deutsche Rudererin und Olympia-Teilnehmerin Nadja Drygalla (zum Sachverhalt und den Debattenpositionen ausführlich mein früherer Blog-Eintrag) positionieren:
  • Für die einen ist es die selbstverständlichste Sache der Welt, dass sich "so eine", eine "Nazi-Braut", nicht für Deutschland an der Olympiade teilnehmen darf.
  • Bei den anderen (wie bei mir) steigen beim Lesen der Nachrichten und einiger Kommentare Erinnerungen an Bilder auf von kahlgeschorenen "Besatzerliebchen", von "aus der Volksgemeinschaft wegen Rassenschande" Ausgestoßenen ("Ich bin am Ort das größte Schwein / Und lass mich nur mit Juden ein) und  dergleichen unappetitlicher Sozialstrafen.
Ein Dialog zwischen beiden Positionen ist schwierig, weil beide Sichtweisen wohl spontan sind - wie eben die Wahrnehmung der Treppe von oben oder von unten.

Beide Seiten sehen ihre Perspektive unter dem gleichen Motto: "Wehret den Anfängen".

Nur: Was ist insoweit legitim?
  • Gegen welchen Personenkreis darf sich eine gesellschaftliche Ächtung für nicht strafbewehrtes Handeln, oder Einstellungen und Organisationszugehörigkeiten, richten?
  • Wie weit darf man auch Personen aus dem Umfeld ächten?
  • Und für welche Einstellungen darf man jemanden ächten? Heute den "Neonazi", morgen einen "Nationalisten" wie mich, der gegen die Euhaftomanie kämpft? Der seine Steuergelder nicht an unsere kapitalistischen "Brudervölker" verschenkt wissen möchte?
Nicht jede Form von Toleranz ist begrüßenswert: Gegen Intoleranz darf und sollte man intolerant sein.
Aus meiner Sicht ist im vorliegenden Falle eine absolute Intoleranz geboten gegen jene Intoleranz, die eine Liebesbeziehung zu einem Politikum macht.

Bzw. die eine Person in einer Liebesbeziehungen für tatsächliches oder vermeintliches Fehlverhalten, oder gar nur für die falsche (vielleicht tatsächlich unappetitliche) Gesinnung, des/der Partners/Partnerin sozusagen "aus der Volksgemeinschaft ausstoßen" zu dürfen glaubt.

Aber das sehen "die anderen" völlig anders. Und sind von der Richtigkeit ihrer Handlungsweise ebenso überzeugt, wie ich von der Richtigkeit meines Abscheus gegen sie.

Aber: menschlicher Anstand und Respekt vor der Privatsphäre der anderen sind Werte. Und wer die leichtfertig über Bord wirft, um "den Feind" zu bekämpfen, sagt damit vielleicht mehr über sich selbst aus, als ihm/ihr lieb ist.


 
ceterum censeo
Auf dem Brüsseler Gipfel 28./29.06.2012 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel folgende Änderungen des ESM-Vertrages zugesagt:
a) Auflagenerleichterungen für Länder, die Finanzhilfen des ESM erhalten und
b) eine Entlassung der Staaten aus der Haftung bei der Sanierung von Banken in ihren Ländern. Damit finanzieren deutsche Steuerzahler Bankschulden in anderen Ländern, z. B. Spanien, Irland, Zypern, Slowenien.
Diese weitere a) Aufweichung und b) Ausweitung des ESM zu unseren Lasten, die nach meiner Einschätzung in 2 - 3 Monaten vor den Bundestag kommt, müssen wir verhindern. WIR sind das Volk! Schreibt massenhaft in Foren, Leserbriefen und vor allem an die Bundestagsabgeordneten, dass sie eine Vertragsänderung des ESM ablehnen sollen!

Textstand vom 12.08.2012. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm.
Eine vorzügliche, laufend aktualisierte Übersicht über die Internet-Debatte zur Eurozonenkrise bietet der Blog von Robert M. Wuner. Für diesen „Service“ ihm herzlichen Dank!
Hinweis für Paperblog-Leser: Die Original-Artikel in meinem Blog werden teilweise aktualisiert bzw. geändert.

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