Mittwoch, 20. Juni 2012

Dich, teure Halle, seh' ich nieder. Prognose: Ehe ein Jahr verstrichen ist, wird die brennende Hütte des UdESFR* (auch) die deutschen Nibelungenzahler unter ihrem einstürzenden Gebälk begraben

(*UdESFR = Union der Europäischen Sozialistischen FalschgeldRepubliken)

Siegfried ist an ein einer einzigen Wunde verblutet.
Deutschland werden gleich an 4 Schlagadern die Schröpfköpfe angelegt (die beiden Schröpfkanäle Nr. 3 und 4, also Bankenunion und Eurobonds, sind momentan noch in der Vorbereitungsphase, werden aber mit ziemlicher Sicherheit kommen):

  1. Europäischer Stabilitäts Mechanismus (ESM; der Wikipedia-Eintrag basiert derzeit teilweise auf überholten Informationen; insbesondere liest man dort noch, dass der ESM entsprechend den deutschen Forderungen die Möglichkeit einer Staatsinsolvenz vorsieht. In Wahrheit findet sich lediglich eine wachsweiche Formulierung unter Ziff. 12 der Präambel: "Entsprechend der Praxis des IMF ist in Ausnahmefällen eine Beteiligung des Privatsektors in angemessener und verhältnismäßiger Form in Fällen in Betracht zu ziehen, in denen die Stabilitätshilfe in Verbindung mit Auflagen in Form eines makroökonomischen Anpassungsprogramms gewährt wird.") Eine vorzügliche aktuelle Information über den ESM, insbesondere auch über die (gerade unvorstellbar hohen) Risiken, die in diesem Konstrukt beschlossen sind, bietet der FAZ-Gemeinschaftsartikel "Der ESM Rettungsfonds oder Bad Bank?" von Philip Plickert, Werner Mussler, Joachim Jahn vom 18.06.2012 ("Lesebefehl"!)
  2. Falschgeldproduktion der Europäischen Zentralbank EZB (die man in 'Drachenbank' umbenennen sollte!). Als "Falschgeld" bezeichne ich jenen Teil des Fiat-Geldes, der nicht durch Wirtschaftsleistung gedeckt ist. Dass die Drachenbank unter ihrem Boss Mario Draghi derartiges Falschgeld herstellt ist am offenkundigsten bei jenen Krediten, bei denen die EZB von den Geschäftsbanken ausgegebene eigene Anleihen bedient. (Dass diese durch Garantien der jeweiligen Regierungen gedeckt sein müssen, ist absolut irrelevant, weil die einschlägigen Regierungen am Markt kaum noch oder überhaupt nicht mehr als kreditwürdig gelten.) Die Kosten für die EZB-Geldfälschungsaktionen werden wir in Gestalt von Inflation tragen.
  3.  Bankenunion. Eine solche will die EU-Kommission auf dem Schleichweg durchsetzen (vgl. FAZ-Bericht "Schuldenkrise. Barroso: Bankenunion auch ohne Vertragsänderung" vom 12.06.2012). Deutschland, das massiven Widerstand gegen eine gemeinschaftliche Einlagenhaftung der Banken in der Eurozone geleistet hatte, ist (wie immer) mittlerweile eingeknickt: "Im vorläufigen Abschlusskommuniqué des G-20-Gipfels haben sich die wichtigsten Staaten der Eurozone nun auf den Weg in eine Art Bankenunion festgelegt." So zu lesen im FAZ-Artikel "Entwurf für Abschlusskommuniqué. G20 fordern Schritte zu einer Bankenunion" vom 19.06.2012. Es ist illusionär zu glauben, dass es unter einer gemeinsamen europäischen (bzw. eurozonären) Bankenaufsicht tatsächlich gleiche Standards für alle Länder geben wird. Das würde nämlich die aktuelle Praxis der Drachenbank (bzw. der Zentralbanken in den einzelnen Ländern) konterkarieren, durch Vergabe von Notenbankgeld gegen minderwertige, minderwertigste und vorgetäuschte (Staatsgarantien für Bankanleihen!) "Sicherheiten" die Geldversorgung der Banken in den Krisenstaaten sicherzustellen, und vor allem die Kreditvergabe in diesen Staaten aufrecht zu halten. Eine solche Liquiditätsflutung macht in Krisenstaaten schließlich überhaupt nur dann Sinn, wenn die Geschäftsbanken ihrerseits Kredite auch an schlechte Risiken ausreichen. Insbesondere dann, wenn die Bankenaufsicht bei der EZB angesiedelt wird, wird diese die aufsichtsrechtlichen Regelungen mit ihrer Geldpolitik 'harmonisieren': d. h. die Sicherheitsstandards der Banken für Krisenländer absenken. Was dort natürlich früher oder später eine höhere Zahl von Bankeninsolvenzen nach sich ziehen wird, die nach Einrichtung einer Bankenunion von den Volkswirtschaften aller anderen Länder bezahlt werden müssen. ("Volkswirtschaften", weil nicht nur die Sparer gerupft würden, sondern auch die Aktionäre und Kreditnehmer: je nachdem, wie die Geschäftsbanken diese Haftungskosten intern verteilen.)
  4. Eurobonds, d. h. Anleihen, welche die Staaten der Eurozone gemeinschaftlich begeben und für die sie dann auch gemeinschaftlich haften. Die Bundesregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnen diese zwar momentan noch vehement ab. Aber auch hier werden sie, wie üblich, einknicken. Die Gemeinschaftsanleihen werden als "Projektanleihen" für bestimmte Investitionen kommen (mutmaßlich unrentable Infrastrukturinvestitionen wie Hochgeschwindigkeitszüge von Madrid nach Lissabon; wären die Investitionen rentabel, würden sich dafür ja private Investoren finden!). Ein anderer Schleichweg für die Gemeinschaftsanleihen werden "Eurobonds light" sein. Darüber berichtete SpiegelOnline am 17.06.2012 u. d. T. "Neues Modell gegen die Krise.  EU-Strategen tüfteln an Euro-Bonds light". (An diesem SPON-Artikel lässt sich auch gut demonstrieren, dass bestimmte Teile der deutschen Publizistik eine regelrechte Kampagne betreiben, um Deutschland immer tiefer in die europäische Haftungsunion zu treiben. Der Artikel verknüpft nämlich die Informationen über die Planung für die sogenannten Euro-Bills - kurzfristig laufende Eurobonds - mit Schreckensszenarien für die angeblich zu erwartenden deutschen Verluste bei einem Zerfall der Währungsunion.) (Erg.: Vgl. auch HB-Artikel "Kurzlaufende Geldmarktpapiere. Bills statt Bonds - die neue Idee der Euro-Retter" vom 19.06.12). (In diesem Artikel liest man auch mit Staunen: "Auch Länder wie Griechenland können noch kurzfristige Geldmarktpapiere ausgeben, die beim jüngsten griechischen Schuldenschnitt außen vor blieben. Die Griechen zahlen dafür aber relativ viel und boten zuletzt für Sechsmonatspapiere Renditen von 4,7 Prozent. Italien musste Investoren vergangene Woche für Zwölfmonatspapiere mit knapp vier Prozent Rendite locken."!)

Ich hege keinerlei Hoffnung, dass Deutschland vor einem Verschüttetwerden beim Zusammenbruch der Eurozone (den ich für unabwendbar halte) bewahrt bleiben wird.

Aber wenigstens scheint es im Moment eine gewisse Meinungswende in Deutschland zu geben; immer weitere Kreise erfasst das Gefühl einer Beklemmung über den eingeschlagenen Weg; immer häufiger, und teilweise von unerwarteter Seite, kommen Meldungen über ein erwartetes Ausscheiden [zunächst] Griechenlands aus der Eurozone sowie Zerfallsprognosen für die eurozonäre Bruchbude insgesamt.
Das mag auch daran liegen, dass mittlerweile ziemlich deutlich wird, dass die Bankenhilfe für Spanien nicht ausreicht, sondern das ganze Land unter den Eurettungsschirm muss (fachlich sehr fundiert und detailliert mit Daten unterlegt beleuchtet das Steffen Bogs in seinem Blog "Querschüsse" in dem Eintrag "Tag der Abrechnung rückt unaufhaltsam näher" vom 28.05.2012).
Nicht überraschend hat Spanien (verschleiert) die EZB schon aufgefordert, seine Staatsschulden über die Notenpresse zu finanzieren ("Spanien fordert Eingreifen der EZB" - FAZ v. 18.06.12).

Und Italien steht bereits vor der Tür. "Eurokrise. Italien ist ratlos und wünscht Rettung durch EU" titelten, etwas sensationalistisch, die Deutsche Mittelstands Nachrichten am 19.06.12.
Diese Webseite ist zwar einerseits nicht die allerseriöseste Nachrichtenquelle; insbesondere verschweigt sie in der Regel ihre Quellen.
Andererseits spüren der oder die Macher aber manchmal Informationsquellen über die Eurokrise auf, die man in anderen deutschen Medien noch nicht findet, die sich aber dann in der weiteren Entwicklung (katastrophal) bestätigen.
In diesem Falle bin ich der DMN-Meldung einmal nachgegangen. Dabei stieß ich zunächst auf die Pressemitteilung Nr. 36/2012 des European Economic and Social Committee (EESC) vom 1.06.2012 , die z. B. hier 'abgedruckt' ist. Die ist zwar nicht die unmittelbare Grundlage des DMN-Berichts, enthält aber ähnliche Forderungen:
"Enzo Moavero Milanesi, Italian Minister of European Affairs, spoke in favour of fiscal discipline as a precondition to the recovery of confidence, as well as the need to secure the banking system and make sure that burdens are not transferred to future generations. He also supported greater regulation of the financial system by member states and European institutions. For the sake of stability, some type of mutualisation of debt should be established, he said, while the golden rule of the balanced budget needed to be revised, giving scope for investment that will result in growth at European level, such as macro-regional infrastructure projects."
Ein italienisches Sprichwort heißt: "Il trucco c'è ma non si vede" - es steckt ein unsichtbarer Haken hinter der Sache. In diesem Falle guckt der Haken freilich raus: Der italienische Europaminister spricht sich für Haushaltsdisziplin als notwendige Voraussetzung für die Rückkehr des Vertrauens (der Finanzmärkte in die Solidität der Staatshaushalte) aus. Im gleichen Atemzug verlangt er jedoch eine Abkehr von der Forderung nach ausgeglichenen Staatshaushalten: "the golden rule of the balanced budget needed to be revised". Warum? Um Infrastrukturinvestitionen zu bezahlen, die angeblich ein "Wachstum auf gesamteuropäischer Ebene" herbeiführen! Also wie gehabt: Griechenland baut auf unsere Kosten Straßen ins Nirwana - und zukünftig die ganzen anderen Südsünder auch noch!
Darüber, wer das bezahlen soll, lässt Schlitzohr   Enzo Moavero Milanesi keine Zweifel aufkommen: Eine "mutualisation of debt", also eine Vergemeinschaftung der Schulden, soll es richten. Damit Italien endlich wieder fleißig neue Schulden machen kann. Nur wegen Wachstum, selbstverständlich; Wahlgeschenke gibt es dort ebenso wenig wie bei uns.
Und "the need to secure the banking system" zielt natürlich auf eine Bankenunion ab, also eine weitere Form des Haftungstransfers von den Schuldenländern auf die deutsche Volkswirtschaft!
Und dass die Bankenunion kommen wird, daran lässt der Vorsitzende der Eurogruppe (der keineswegs immer lügt) keinen Zweifel. Aus der gleichen Pressemeldung:
"Jean-Claude Juncker, President of the Eurogroup. He confirmed that Europe and the Euro area will have to take some very crucial decisions over the summer regarding fiscal integration, progress towards a banking union and stimulating growth."
Als Witz des Jahrtausends könnte der Schlussatz von Juncker in die Geschichte eingehen:
" 'Imagine where we would be if we didn’t have a strong common currency but several national currencies fluctuating in the global financial storm', he closed the debate."

Quelle für den DMN-Bericht ist aber offenbar die Meldung "Italy proposes 'semi-automatic' funding to avert bail-out" von Valentina Pop auf der Webseite EUobserver vom 19.06.2012:
" 'The idea is to possibly discuss at the Eurogroup/Ecofin this week mechanisms which would be triggered semi-automatically when spreads widen too much, with the aim to reduce them," Italy's EU affairs minister Enzo Moavero told reporters in Brussels on Monday (18 June).
He said the idea was on the table for talks among eurozone finance ministers (the Eurogroup) on Thursday in Luxembourg."
Solche Dinge werden also dort schon diskutiert, ohne dass Schlafmichel etwas davon erfährt!
D. h.: Heute, also am 20.06.2012, berichtet auch die FAZ (mit anderem Hintergrund) über den Sachverhalt: "Schuldenkrise Italien: Euro-Krisenfonds sollen Staatsanleihen kaufen".:
"talien möchte die Euro-Krisenfonds EFSF und ESM dazu nutzen, um Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Spanien oder Italien zu kaufen. Das wurde zum Abschluss des G-20-Gipfeltreffens im mexikanischen Los Cabos bekannt....
„Die Idee ist, die Kosten der Kreditaufnahme zu stabilisieren“, sagte Italiens Ministerpräsident Mario Monti vor Journalisten. Der Krisenfonds ESM solle dabei Staatsanleihen „bevorzugt“ von Krisenstaaten kaufen, die ihre Reformziele einhalten. „Das muss klar von einem Bail-out unterschieden werden“, sagte Monti." Also: Italien will an europäische Steuerknete, aber ohne Auflagen. "Reformziele einhalten"? Wer definiert die? Wer überprüft die? Die Lügenpolitik der Schuldenländer zur Erschleichung deutschen Geldes (und die Kollaboration der deutschen Politiker) ist einfach nur noch zum Kotzen!
Europäisierung der Staatsschulden reicht den Defizitländern natürlich nicht; die Bankenrisiken in der Südzone sollen ebenfalls vergemeinschaftet werden (meine Hervorhebung):
"Rechtlich ist dem EFSF eine direkte Rekapitalisierung von Banken nicht erlaubt. In der Abschlusserklärung verpflichten die Euro-Staaten sich zwar, die negative Rückkoppelung zwischen Bankenrisiken und den Risiken für staatliche Gläubiger zu zerbrechen. In klarer Sprache heißt das, dass die nationalen Regierungen von der Aufgabe erlöst werden sollen, marode Banken finanziell aufzufangen und damit ihre Kreditwürdigkeit zu gefährden."

Erg.: Vgl. jetzt auch Handelsblatt-Artikel "Hilfsplan. Soll der ESM mit Milliarden Italien retten?" vom 20.06.2012.
In der Wirtschaftswoche hat Malte Fischer heute ebenfalls die italienischen Probleme untersucht: "Schlüpft bald auch Rom unter den Rettungsschirm?"
Das ist zu befürchten, dass die bald 'schlüpfen' werden - unter den Schirm. Weil bisher ja noch alles eingetreten ist, worüber irgendwann mal (substanzhaltig) spekuliert wurde.


Was ein nach meinem Gefühl langsam eintretendes Umdenken in Deutschland angeht, ließ mich z. B. der Kommentar "Auswege aus der Schuldenkrise in Europa. Washington ist nicht Berlin" von Alexander Hagelüken in der Süddeutschen Zeitung vom 19.06.2012 aufhorchen:
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Paul "Krugman [fordert], ... Brüssel und vor allem Berlin sollten sich gegenüber Athen verhalten wie Washington gegenüber Florida: zahlen, was das Zeug hält, selbst wenn es mehr Inflation bedeutet. ..... Krugman irrt jedoch in einem wesentlichen Punkt. Berlin kann zwar helfen, aber es ist nicht Washington. Die amerikanische Zentralregierung stützt Florida - und kann gleichzeitig die Gesetze ändern, damit im schwülen Süden keine neue Immobilienblase wächst. Berlin stützt die Griechen, genießt aber weniger Einfluss auf deren Wirtschaftspolitik. Es sind immer noch die Griechen selbst, die Europas Reformvorgaben umsetzen. Oder eben nicht. Jede Hilfe birgt für die Bundesregierung eine Gefahr: Sie könnte die Schmerzen der Reformen so stark lindern, dass Athens Politikern der Anreiz zum Reformieren fehlt. Wenn die Kanzlerin die Schleusen öffnet, riskiert sie nicht nur das Geld der Steuerzahler. Sie riskiert auch einen Stillstand bei den Reformen, ohne die Athen nicht im Euro zu halten ist."
Zwar ist der Kommentar als solcher relativ zahm und fällt nicht aus dem Rahmen dessen, was man schon länger las. Aber dass er in der  sonst immer in vorderster 'Rettungsfront' aktiven SZ erschienen ist zeigt, dass sogar denen angesichts der ungezügelt wachsenden Belastung unseres Landes nun langsam mulmig wird.

Einige Personen, wie z. B. Lüder Gerken, Otmar Issing oder Roland Tichy haben schon immer vor einer 'Ver-Haftung' Deutschlands gewarnt. Langsam erweitert sich aber der Widerstand.

Unter der Überschrift "Verbrannte Milliarden – 'Kanzlerin, halten Sie ein!' " berichtete Günther Lachmann in der WELT am 18.06.12 über einen "Bürger-Brandbrief" von "40 vornehmlich aus der Wissenschaft stammende Kritiker[n]":
"Zu den Erstunterzeichnern zählt auch Hubert Aiwanger von den Freien Wählern. ..... Weitere Erstunterzeichner sind die Professoren Ronald G. Asch von der Universität Freiburg, Charles B. Blankart von der Humboldt-Universität Berlin, Matthias Erley von der TH Clausthal-Zellerfeld, Carola Groppe von der Universität Hamburg und Volker Grossmann von der University of Fribourg."

Ausgerechnet (hat die Redaktion da gepennt?) in der extrem kapitalinteressen- und gelddruckfreundlichen (den angelsächsischen Inflationisten folgenden) Financial Times Deutschland (FTD) konnte der Bielefelder Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Abelshauser am 19.06.2012 seinen Artikel "Bankenkrise. Vergesst den Vergleich mit 1931" platzieren, in welchem er die Ratschläge aus den USA (für Großbritannien gilt das ebenfalls) als interessengeleitet entlarvt (meine Hervorhebung): "... US-Ökonomen, die uns in der Rolle nützlicher Idioten auffordern, aus der Geschichte zu lernen: 'Denkt an 1933' ...".
"Wenig Sinn hat es, die Schlachten von gestern zu schlagen - und abermals mit Reichskanzler Heinrich Brüning abzurechnen, der vor 80 Jahren vergeblich versuchte, die Auswirkungen der Bankenkrise und die folgende Flucht aus dem Weltmarkt durch Sparen zu unterlaufen. 1931 ging es darum, sich in der Abwärtsspirale der Weltwirtschaft zu behaupten, sei es durch verordnete Kostensenkung und somit wettbewerbsfähige Preise, sei es durch staatliche Defizitfinanzierung, um die Rolle der "streikenden" privaten Investoren zu kompensieren. ..... Verschuldung durch weitere Verschuldung unschädlich zu machen hieße aber, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben. Selbst wenn die reichen Nachbarn das Risiko auf sich nehmen - die Probleme wären dadurch nicht gelöst, sondern eher neue geschaffen. Der Vergleich mit 1931 mündet in einen klassischen Denkfehler. Der historische Vergleich hinkt, wenn sich die Grundlagen geändert haben. Heute ist das Bankenproblem in eine umfassende Krise des Kapitalmarkts eingebettet, deren Akteure nur vordergründig die Banken sind."
Diese Sätze können sich auch garnicht wenige deutsche "Experten" hinter die Ohren schreiben! Aber das Konditional "selbst wenn ... wären nicht" ist falsch, weil die Verschuldungsspirale ja längst läuft.

Erstaunlich scharf (für den Mann, nicht für die Zeitung!) ist der Artikel "Ich bin gegen Euro-Bonds!" von Hilmar Kopper, ehemals Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, in der BILD-Zeitung vom 15.08.2012:
Eine "klare Sprache" der deutschen Bundesregierung (in der Abwehr fremder Begehrlichkeiten) sei "längst überfällig"; "Die Rufe der Schuldenländer nach deutscher Rettung sind politisch ein Ablenkungsmanöver und wären wirtschaftlich, würden sie erhört, von katastrophaler Wirkung...... Es klingt wie ein schlechter Witz: Die Sozialdemokraten wollen brave deutsche Steuerzahler für Gelder haften lassen, die in Länder gepumpt werden, deren reiche Bürger es dann wieder rausschleppen. ..... wieso redet niemand von der Ansteckungsgefahr, der Deutschland ausgesetzt wird, wenn es sich immer neu verpflichtet? ..... Wenn die Schuldenländer eine solche Anstrengung nicht auf sich nehmen wollen, werden die Deutschen – und die Holländer und Finnen an ihrer Seite – den großen Krach nicht aufhalten können. Es wäre die vornehmste und wichtigste Aufgabe der Bundesregierung, diese klare Botschaft auszusprechen. Verbunden mit der ebenso klaren Ansage, dass es nicht lohnt, über jeden Stock zu springen, den Märkte und Medien hinhalten."
Man spürt: Dieser (Fach-)Mann ist auf das Allerhöchste alarmiert! Schade nur, dass er sich nicht schon eher so massiv gemeldet hat! Und wieso beschränkt er seine Sorge hier auf Eurobonds, während doch die Haftungsübernahme via ESM bereits massiv im Gange ist???

Ich glaube nicht, dass der Euro in der heutigen Konstellation noch in einem Jahr bestehen wird“, gab [das CDU-Mitglied Friedrich] Merz am Freitag den Teilnehmern eines Mittelstandsforums von GE Capital in Frankfurt mit auf den Weg." Das schrieb Manfred Gburek (aus der Wirtschaftswoche bekannt durch die Rubrik "Gbureks Geldgeklimper") in einem u. a. hier veröffentlichten Artikel vom 15.06.12. (Meine Hervorhebung. Ich lege allerdings Wert auf die Feststellung, dass mein Blott-Titel bereits zu einem Zeitpunkt feststand, als ich diese Information noch nicht gelesen hatte!)

Es ist sicherlich keine Panikmache, oder (nur) die Verfolgung eigennütziger Geschäftsinteressen, wenn sich eine ganze Reihe von Mitarbeitern der Deutschen Bank jetzt kritisch über die Zukunftsaussichten des Euro (bzw. der Mitgliedschaft einzelner Eurozonenländer) äußern: "Künftiger Deutsche Bank-Chef warntFitschen: „Angst-Indikator ist höher als 2008“. Banken horten so viel Geld wie nie +++ Griechenland macht Sorgen" meldet BILD am 19.06.12:"Der Preis für den Schuldenabbau sei, dass die dortige Wirtschaft um sieben bis acht Prozent schrumpfe. „Das ist kein Zustand, den ein Land überleben kann. Wenn das so weitergeht, dann gibt es eine Katastrophe. Das heißt: Bevor das einsetzt, wird Griechenland vielleicht den Euro-Raum verlassen“, erklärte Fitschen."
Das darf man getrost als Empfehlung an Griechenland lesen.

"Austritt Griechenlands. Deutsche Bank rechnet mit Grexit" titelt die FTD am gleichen Tag (19.06.12), bezieht sich aber auf einen anderen Angestellten der Deutschen Bank:
" "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte der Chef-Anlagestratege (CIO) der Vermögensverwaltungssparte DB Advisors, Georg Schuh, am Dienstag auf einer Konferenz in Frankfurt. ..... "Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik", mahnte Schuh. "Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspiel-Phase." ..... "Je eher, desto besser." Für den Euro könne dies auch eine Chance sein - nämlich dann, wenn er nicht als "starre Währung" verstanden werde, sondern als "organisches Konstrukt", das sich über die Jahre verändere. So könnten einzelne Länder wie Griechenland ausscheiden, andere wie Polen dafür hinzukommen. "Die Situation ist im Moment so dramatisch, man muss es auf einen Versuch ankommen lassen." "
Das sollte man in der Tat tun (und hätte es von Anfang an tun sollen!); aber ich bin skeptisch, ob unsere kriminelle Euroknastpolitik den Mut dazu hat.

Über den gleichen Sachverhalt berichtet auch Spiegel Online unter der (irreführenden!) Sensationsüberschrift "Chefinvestor der Deutschen Bank prophezeit Euro-Crash":
"Der Chefinvestor rechnet trotz des Wahlsiegs der Reformbefürworter in Griechenland mit einem baldigen Austritt des Landes aus der Euro-Zone. Noch im laufenden Jahr könne das hochverschuldete Land die Währungsunion verlassen. "Je eher, desto besser", sagte Schuh. Für den Euro könne ein Austritt Griechenlands auch eine Chance sein - nämlich dann, wenn er nicht als "starre Währung" verstanden werde, sondern als "organisches Konstrukt", das sich über die Jahre verändere. So könnten einzelne Länder wie Griechenland ausscheiden, andere wie Polen dafür hinzukommen. "Die Situation ist im Moment so dramatisch, man muss es auf einen Versuch ankommen lassen"."
Dort erfährt man am Schluss aber leider auch: "Die Politik versucht unterdessen mit allen Mitteln, Griechenland in der Euro-Zone zu halten. Dazu soll der Hilfsvertrag zwischen dem Land und seinen Geldgebern womöglich neu verhandelt werden."

Schon am 18.06.2012 hatte es im Handelsblatt geheißen: "Griechenland-Folgen. 'In drei Jahren könnte uns der Euro um die Ohren fliegen' ".

Und am 19.06.2012 wird dort über erste Anzeichen für eine Bonitätsherabstufung Deutschlands an den Kreditmärkten berichtet: "Bundesanleihen .Wann ist Deutschland dran?".

Bisher ist in Sachen Eurozonenkrise noch JEDES Katastrophenszenario eingetreten, das einst prophezeit wurde.
Ich prophezeie, dass bald auch Deutschland unter dem Großen Schuldencrash zusammenbrechen wird.
Das dauert kein Jahr mehr!


Nachträge vom 20.06.2012:

Nicht alle Ratschläge von jenseits des Atlantik sind eigennützig-verlogen. Im Handelsblatt-Interview "Ich wette gegen Aktien. Überall auf der Welt!" fordert Jim Rogers heute:
"Man muss die schwachen Länder, die ganz offensichtlich pleite sind, auch pleitegehen lassen. Griechenland ist ganz klar pleite. Das zu bestreiten ist absurd. Also lasst Griechenland pleitegehen. Dann würden Banken und Anleihebesitzer zwar eine Menge Geld verlieren. Aber darf ich Sie mal fragen: Warum sollten hart arbeitende deutsche Steuerzahler Geld bezahlen, damit die Griechen am Strand sitzen und Wein trinken und die Banker ihre Lamborghinis behalten können? Das ist absurd. ..... Das Problem weiter in die Zukunft zu verschieben bedeutet nur, dass die Schulden noch weiter steigen werden und die Probleme immer schlimmer werden. ..... Wenn zwei bis drei schwache Länder aus dem Euro aussteigen würden, dann könnte es durchaus eine attraktive Währung sein, und ich würde jede Menge davon kaufen. Die Frage ist, ob sich die restlichen Staaten dann zusammenraufen können und in einer Gemeinschaft bleiben. Ich bin da eher skeptisch. ..... Amerika hatte alle vier bis sechs Jahre eine Rezession. Nächstes Jahr ist es wieder an der Zeit. Aber die Dinge werden schlimmer sein als zuvor. 2008 war schlimmer als 2002. Dieses Mal wird es noch schlimmer sein, weil die Schulden überall auf der Welt weiter gestiegen sind. Wir werden alle stark leiden. Lassen Sie uns annehmen, wir schaffen es irgendwie bis zur darauf folgenden Rezession, 2019 etwa. Aber dann ist Schluss."

Besorgt ist auch die Deutsche Bundesbank, und lehnt jede Form von Schuldenvergemeinschaftung ohne Kontrolle ab: "Vergemeinschaftung von Schulden. Bundesbank bangt um deutsche Bonität" (Handelsblatt 19.06.12).
Aber das wird den heranbrausenden Zug der Verschuldungspolitik nicht daran hindern, (auch) uns zu überrollen und zu zermalmen.

Auch der Vermögensverwalter Jens Erhhardt geht davon aus, dass die Eurozone in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung nicht überlebensfähig ist. In seinem Handelsblatt-Kommentar "Deutschland muss aus dem Euro austreten" vom 20.06.12 schreibt er u. a.:
"Die Politiker wären gut beraten, nicht zu lange mit den nötigen Anpassungsprozessen zu warten, da diese umso schmerzlicher werden, je länger man wartet. Andernfalls wird sich das Kohl‘sche Argument „Der Euro sichert Frieden in Europa“ ins Gegenteil umkehren."

In einem langen Artikel "Euro-Rettung. Manuel Barroso wird vom Partner zum Gegner" heute in der Wirtschaftswoche geht es u. a. auch um die Bankenunion. Innenpolitisch erfährt man dort, dass nun (endlich) auch die Sozialdemokraten ihre europäische Haftungsfreude zum Nachteil des deutschen Steuerzahlers aufgeben (auch ein Zeichen für den von mir oben vermuteten Stimmungswandel in D.!), während die Grünen, denen ja auch sonst nichts teuer genug sein kann (Energie, Lebesmittel ...) auch ganz Südeuropa auf deutsche Kosten mit durchfüttern wollen:
"Zumindest die SPD scheint inzwischen auch zu der Einsicht gekommen zu sein, dass die deutsche Schuldentragfähigkeit nicht unbegrenzt ist. Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nutzte die traditionelle Spargelfahrt des konservativen Seeheimer Kreises der SPD auf dem Wannsee zu einer Mahnung an seine Genossen. Während die MS Havel Queen noch sanft an der Anlegestelle schaukelte, rief Steinbrück ins Mikrofon: „Die traditionell proeuropäische Position der SPD darf nicht dazu führen, dass wir reflexhaft die Vergemeinschaftung aller Risiken dem deutschen Steuerzahler zuordnen.“ Es ist ein weiteres Abrücken von der alten Forderung nach Euro-Bonds. „Dieses Thema ist verbrannt und den Menschen nicht vermittelbar“, sagt Garrelt Duin, der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Selbst die Einführung eines Schuldentilgungsfonds – in den alle Staatsschulden der Euro-Mitglieder gepackt würden, die 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes übersteigen, und der dann durch gemeinsame Bonds finanziert würde – ist für die SPD-Führung derzeit keine unabdingbare Voraussetzung mehr für ihre rasche Zustimmung zu Fiskalpakt und ESM. Einzig die Grünen beharren noch darauf. „Nur mit einem Schuldentilgungsfonds“, so der grüne Finanzpolitiker Gerhard Schick, „bekommt man dauerhaft Ruhe in die Anleihemärkte.


Nachtrag 23.06.2012


Nachträge 01.07.2012

Über zunehmende Kritik an der Eurettungspolitik auch in der Wirtschaft, und über die Interessenlage der Eurettungsverteidiger in den Großunternehmen, informiert der heutige FAZ-Artikel "Unterstützung für die Rettung. Großindustrie pro Euro" von  Christian Siedenbiedel und Johannes Pennekamp:
"Niemand unterstützt die Euro-Rettung so hingebungsvoll wie die deutschen Großkonzerne. Mit Solidarität hat das wenig zu tun. Die EZB finanziert ihnen den Absatz. Und die Euroretter nehmen ihnen das Währungsrisiko ab. Die Zeche zahlt der Steuerzahler. ..... Volker Grossmann, Makroökonom an der Universität Freiburg in der Schweiz, .... skandalisiert es, dass die Euro-Rettung nicht etwa eine Politik der Solidarität Deutschlands mit wirtschaftlich schwachen Ländern sei, sondern zu einer Umverteilung innerhalb der Geberländer führe: Von der Allgemeinheit zu den exportierenden Unternehmen und den Banken. „Dass selbst linke Volksvertreter eine Umverteilung zugunsten heimischer Exporteure und Banken unterstützen, während die breite Bevölkerung schon heute als Verlierer feststeht, ist geradezu eine Ironie.“ ..... BDI-Chef Keitel konnte zuletzt die Meinungsverschiedenheiten über die Eurorettung nicht mehr unter der Decke halten und machte seinem Ärger offen Luft. In einem Brief an die Spitzenverbände seiner Organisation hatte Keitel Position gegen einen Euro-Austritt Griechenlands bezogen - und dazu aufgerufen, die umstrittene Euro-Rettungspolitik mit aller Kraft zu unterstützen. Keitel ärgerte sich zunehmend darüber, dass der Mittelstand der Großindustrie die Europropaganda nicht abnimmt. Die Verbände „Die Familienunternehmer - ASU“ und „Stiftung Familienunternehmen“ warfen dem Industrie-Präsidenten „Realitätsferne“ vor. Sie warnten sogar, Keitels Weg führe „in den Abgrund“. ..... Das Tabu der Großunternehmen, nichts Böses über die Euro-Rettung zu sagen, ist gebrochen. Auch in den Wirtschaftsverbänden gibt es Euro-Kritiker, hört man auf einmal - selbst im BDI. Der Streit hat erst begonnen." 

In einem namentlich nicht gezeichneten Kommentar vom 30.06.2012 'geigt' die Neue Zürcher Zeitung den deutschen Eurettungsillusionisten so richtig die Meinung. Sie entlarvt die Deutschland-hat-vom-Euro-profitiert-Propaganda als Lügenmärchen und behandelt relativ breit, was in den deutschen Medien allenfalls mal am Rande erwähnt wird: Die angelsächsische Meinungsbeeinflussung und deren interessengeleitete Hintergründe. "Angela Merkel. Gefangene der Märkte und des «Club Med»":
"Die Einpeitscher für die vermeintlich ultimative Lösung, für die symbolisch die Einführung von Euro-Bonds steht, sitzen ..... an der Wall Street und in der City of London, den beiden wichtigsten Finanzzentren der Welt. Alle finden Euro-Bonds gut – bis auf die, die dafür bluten müssten. ..... Die Finanzmärkte neigen ... generell dazu, ein Problem lieber schnell, statt langsam, aber dafür solide, zu lösen. Die jüngsten Rufe nach einem neuerlichen Anwerfen der Druckerpresse in den USA gegen die ökonomische Vernunft sind dafür ebenfalls ein Beispiel. Banker und Börsianer profitieren zudem von Euro-Bonds ...... Ferner arbeiten viele Ökonomen für Finanzdienstleister. Diese Institute haben Abermilliarden in südeuropäischen Staatsanleihen oder am Markt für Kreditausfallversicherungen im Feuer. Sie wollen den Bail-out durch Deutschland in Form von Euro-Bonds, um ihre Portfolios vor Verlusten auf toxischen Immobilien- und Staatskrediten zu schützen oder gar um die eigene Bank am Leben zu halten. ..... Unterfüttert wird das Machtspiel gegen Merkel ..... mit geschichtlichen Rückgriffen und alten Klischees ..... [und] mit dem Märchen von Deutschland als Hauptprofiteur des Euro und einer eingebildeten Opferrolle der Südeuropäer. Zwar brachte der Euro tatsächlich Exporterleichterungen, doch nicht deshalb sind deutsche Produkte in Europa sowie überall auf der Welt gefragt, sondern wegen ihrer Qualität. Die Schweiz exportiert hochstehende Waren ebenfalls erfolgreich ohne Schützenhilfe durch den Euro. Im Gegenteil: Deutschland litt in den ersten Jahren der Währungsunion unter den höchsten Realzinsen im Euro-Raum, welche die Binnenwirtschaft und den Immobilienmarkt belasteten und viel Kapital aus dem Land in den Süden trieben. Nicht vergessen sollte man auch, dass Deutschland in der EU der grösste Netto-Zahler ist und den Süden ohnehin mit durchfüttert. Wie sehr das Land eigene Interessen sogar vernachlässigt, zeigt auch die Tatsache, dass es zwar mit 27 Prozent für die Eskapaden der Europäischen Zentralbank (EZB) haftet, im EZB-Rat aber nur eine Stimme hat, genauso wie Zypern. ..... Deutschland ist längst erpressbar geworden, und der Zug in Richtung Transferunion ist abgefahren."


Nachträge 07.07.2012
Sogar ein Brite, der "professor for finance" Laurence Copeland, empfiehlt Deutschland einen sofortigen Austritt aus der Eurozone. In seinem Reuters-Blog schreibt Copeland u. d. T. "The danger of dictating to Germany" (06.07.12): "If a political explosion is to be avoided, Germany must extricate itself from the mess as quickly and cheaply as possible, recapitalising the country’s own banking system and selling euro zone exit to its voters as a loss-cutting exercise: sunk-costs, a salutary lesson."

Ein massives Indiz für einen Stimmungsumschwung ist nicht nur der mittlerweile von 190 Wirtschaftswissenschaftlern unterstützte Aufruf gegen eine Vergemeinschaftung der Bankenrisiken in der Eurozone.
Vielmehr fordert sich jetzt auch ein hochangesehener Wirtschaftskapitän, der Ex-BDI-Präsident und Chef der SMS Group, Heinrich Weiss, in einem Handelsblatt-Gastkommentar "Haftungsunion gefährdet Deutschlands Wohlstand" vom 07.07.12 unumwunden einen Austritt Deutschlands aus der Eurozone:
"Die nun geforderte rasche Einrichtung zentraler politischer Kompetenzen in der EU ist eher unrealistisch und käme auch zu spät. Vielmehr sollte, auch ohne Verlust der EU-Mitgliedschaft, die Option des Austritts oder Ausschlusses einzelner Länder aus dem Euro ermöglicht beziehungsweise durchgesetzt werden. Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone wäre sicher für die deutsche Exportwirtschaft ein Schock und würde eine jahrelange Wirtschafts- und Bankenkrise auslösen. Aber es wäre das kleinere Übel, als unser Volk sehenden Auges in das Verderben laufen zu lassen und sich an den nächsten Generationen zu versündigen."



ceterum censeo
Zerschlagt die UdESFR, die Union der Europäischen Sozialistischen Falschgeldrepubliken!

Textstand vom 07.07.2012. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm.

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