Donnerstag, 14. Juni 2012

Im Weltmeer dümpelt (Wracks ahoi!) der Euro-Seelenverkäufer-Konvoi


Es ist im Kommen, was kommen musste, und was Goethe schon vor 200 Jahren wusste ("Ich [halte] es für wahr, daß die Humanität endlich siegen wird, nur fürcht' ich, daß zu gleicher Zeit die Welt ein großes Hospital und einer des andern humaner Krankenwärter sein werde").
Die Eurozone ist ein großes Krankenhaus geworden. Sanierung der Wirtschaft und Staatshaushalte in Irland, Portugal, Griechenland, Bankensanierung in Spanien und demnächst Zypern: alles muss Blödmichel bezahlen. Bzw. die Verbraucher insgesamt über Inflation, die nicht mehr sehr lange auf sich warten lassen wird, nachdem die Falschgelddrucker in den Zentralbanken in Frankfurt, London und New York in kollusivem Zusammenwirken ihre Notenpressen laufen lassen.
Und weitere Patienten warten schon darauf, dass das Hospital ausgebaut wird: Spaniens Wirtschaft und Staatshaushalt insgesamt, Italien - und am Ende vielleicht sogar Frankreich.

Da wundert man sich, dass manche Menschen noch immer jenen politischen Rattenfängern glauben welche behaupten, dass die kleinen Länder hilflos und verlassen in der großen weiten Welt dastehen würden, wenn sie nicht im Siechenhaus der Eurozone 'geborgen' wären.

Ein krankes Europa als Widerpart für China und die USA? Und wieso sollte die europäische Zusammenarbeit an der Eurozone hängen?Auch ich habe bislang geglaubt, dass man die Probleme unter Beibehaltung des Euro lösen könnte. Jetzt sehe ich: ich habe mich geirrt: die Eurozone ist ein Rattenkönig!
Nur indem wir diese eurozonäre Irrenanstalt auflösen und die Frankfurter Falschgelddruckerei namens Europäische Zentralbank schließen, können die einzelnen Länder mit ihren eigenen Währungen wieder aufblühen und gedeihen!

Deshalb fordere jetzt auch ich:
Zerschlagt die UdESFR, die Union der Europäischen Sozialistischen Falschgeldrepubliken!

Nachtrag:
Alan Greenspan, deutsche Unternehmer: Immer weitere Kreise zweifeln daran, dass der Euro eine Zukunft hat. (Vgl. Handelsblatt-Bericht "Greenspan nennt den Euro einen 'Fehlschlag' " von heute.) Da ist meine Meinung wohl kaum so abgefahren, wie mein Blott-Titel vielleicht klingen mag.


Nachtrag 15.06.2012
Wolfram Weimer im Handelsblatt vom 15.06.12 u. d. T. "Weimers Woche. Sie wollen an die deutsche Kreditkarte":
"Griechenland erprobt die Nahtod-Erfahrung, Portugal, Irland und Zypern liegen auf der Intensivstation, Spanien wird ins Krankenhaus eingeliefert, Italien ist schwer infiziert und Frankreich fordert die Sozialisierung des Krankenhauses auf deutsche Rechnung. Europas Schuldenkrise bekommt pathologische Züge. ..... Die Lösung besteht für Südeuropa darin, dass Deutschland einfach für alles zahlt. Mit maximaler Kreativität werden immer neue Konstruktionen ersonnen: Schuldentilgungsfonds, Eurobonds, Einlagensicherungsgemeinschaft, Projektanleihen, Altlastenpool. Wie bei den Hütchenspielern auf der Straße zaubern sie immer neue Überraschungseier hervor. Doch was auch immer da an Vorschlägen kommt, es kennt nur ein Ziel: das deutsche Geld. Das ganze Bestreben von Francois Hollande ist der Zugriff auf die goldene Kreditkarte aus Berlin. In dieser kurzsichtigen Strategie zeigt sich das eigentliche Problem Europas. Es gibt keine wirkliche Einsicht, dass die Überschuldungspolitik beendet werden muss. Dass eine Wählerbestechungsdemokratie auf Pump unseriös und unverantwortlich ist. ..... Ausgerechnet in dieser dramatischen Lage wanzt sich die deutsche SPD-Troika von Möchtegernkanzlern an Hollande heran, dass es peinlich ist. Wie drei Schulbuben laufen sie dem linken Oberprimaner nach, der ihnen zeigt wie man Schuldenjoints dreht. In Wahrheit riskieren die drei Ober-Sozialdemokraten für den kleinen Auftritt im Elysee lebenswichtige deutsche Interessen. Sie fallen der Kanzlerin aus billigem Parteikalkül in den Rücken. ..... Das größte Risiko sind daher weder das Wahlverhalten der Griechen noch die Bilanzen spanischer Banken. Es liegt in der fehlenden Einsicht Frankreichs zur Umkehr. Wenn sich Paris mit den Rezepten der frühen siebziger Jahre ins Schuldenfeuer stürzt und Deutschlands Geld verbrennt, dann wird man nicht mehr über einen einseitigen Austritt Griechenlands sondern über einen einseitigen Austritt Deutschlands aus dem Euro reden müssen."
Über Deutschlands Austritt aus der Schuldenunion muss man JETZT reden, SOFORT. Zu spät ist es sowieso schon - um riesige Schäden zu vermeiden. Aber mit einem weiteren Verbleib wird alles noch weitaus schlimmer werden.



Textstand vom 1&.06.2012. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen