Dienstag, 17. Januar 2006

DUB erforscht DEB


Die Universität Bamberg erforscht (ohne natürlich meine putzigen Abkürzungen zu verwenden) DEutschlands Blogger.

Dort gibt es eine Forschungsstelle "Neue Kommunikationsmedien" [was es nicht alles gibt ... ] und an der hat ein gewisser Jan Schmidt zusammen mit seinem studentischen Mitarbeiter Martin Wilbers herauszufinden versucht, "Wie ich blogge" (bzw. wie Sie bloggen – falls sie bloggen; falls nicht: auch über die Leser – Nur-Leser und Blogger als Blog-Leser - erfährt man etwas) in seinem Arbeitspapier "Erste Ergebnisse der Weblogbefragung 2005" Berichte der Forschungsstelle ..., Nr. 06-01. Wie sich das für Netz-Forschung gehört, stehen auch die Ergebnisse im Netz. Ausführlich (27 S.) hier: http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0601.pdf; und in Kurzform in einem – kommentierbaren und von den Umfrageteilnehmern auch schon fleißig (wenn auch nicht sehr erhellend) kommentierten – "Bamblog" (na also, die kürzen ja auch ab – dabei klänge doch "BamBergBlog" so richtig melodisch... - ich würde tibetanische Tempelgongs oder japanische Trommelschläger assoziieren).

Lassen wir aber die Assoziationen beiseite und wenden wir uns den Untersuchungsergebnissen zu. Allzu viel schlauer, um es vorweg zu nehmen, fühle ich mich nach der Lektüre nicht. (Sollte vielleicht mal dem Literaturhinweis folgen und die Arbeit - den Sammelband - "Sprachliche und textuelle Merkmale in Weblogs", herausgegeben von Peter Schlobinski und Torsten Siever lesen. Das Ding hat aber 330 Seiten, und selbst wenn ich nur die auf Deutschland – und die USA, vielleicht auch noch Italien – bezüglichen Teile lesen wollte, müsste ich ca. 140 Seiten durchackern.)

Die Arbeit von Schmidt ist quantitativ orientiert und bestätigt großenteils das, was man ohnehin ahnen konnte: die Blogger sind meist jüngere Leute und haben (ca. 40% sind Schüler/Student/Wehr- und Ersatzdienst; wie viele Azubis? Darin enthalten oder bei den Arbeitern/Angestellten?) vielleicht etwas mehr Freizeit als wir nackengebeugten Atlanten und Karyatiden des kulturellen (und kapitalen) Überbaus.
Rentner gibt es auch unter den Bloggern, aber das ist eine kleine Minderheit (1,7%).

Nicht so sonderlich aussagekräftig ist eine Zahl von 70,8% Bloggern die "Zum Spaß" schreiben. Darunter kann man (und können vor allem die Befragten) sich alles Mögliche vorstellen, und eigentlich liegt die richtige Zahl sowieso bei 100%. Wer würde schließlich Blog-Einträge schreiben, wenn es ihm oder ihr keinen Spaß machen täte? Eine ähnlich blasse Kategorie (62,7%) ist "Weil ich gern schreibe".

Interessant wäre eher, wie viele zwar "zum Spaß" schreiben, das Schreiben aber trotzdem als harte Arbeit empfinden – Arbeit, die halt Spaß macht.
(Man soll ja nicht unbedingt von sich auf andere schließen, aber ich zumindest habe manchmal doch meine Mühe, den Fakten- und Wortlehm so zu kneten, bis zunächst ein – noch plumper – Textgolem, und dann – mit etwas Atem angehaucht – was halbwegs Lesbares draus wird, wo Fakten – oder Meinungen - wenigstens sprachlich frisch gefasst sind. )

Überrascht hat mich, dass 61,7% der Bloggerinnen und Blogger ihre Einträge machen "um eigene Ideen und Erlebnisse für mich selber festzuhalten": insoweit wenigstens darf ich selbst mich als Fisch im Mainstream fühlen.

Ca. 20% der Blogger bloggen in Gruppenblogs – auch eine höhere Zahl, als ich gedacht hätte. Ob die in der Realität zutrifft? (Die Autoren des Arbeitspapiers wissen und weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Zahlen aufgrund der Erhebungsmethodik nicht unbedingt repräsentativ sind.) Andererseits: 20% der Blogger sind ja nicht 20% der Blogs. Da wäre interessant gewesen, wie viele "Groupies" sich im Durchschnitt zusammen tun.

Dass Berichte aus dem Privatleben insoweit dominieren (74,5% der Befragten veröffentlichen solche), war zu erwarten, ist allerdings bei genauerem Hinsehen insoweit keine sehr präzise Feststellung, als diese Zahl keinen Hinweis darauf gibt, wie viel Prozent des gesamten "Informationsgehalts" der Bloggosphäre (bzw. jedenfalls von dem in der Untersuchung erfassten Ausschnitt davon) mit privaten Informationen gefüllt werden, und bei wie vielen Blogs der private Anteil dominiert, bzw. nur gelegentlich einfließt (wie bei mir).

Links zu "Fundstücken im Netz mit eigenem Kommentar – ja, auch da weiß ich mich sicher mit der Mehrheitssphäre aufgehoben: 58,2% machen so was.

Mehr als zwei Drittel haben Beiträge schon nachträglich geändert: ich hatte eigentlich ein etwas schlechtes Gewissen, wenn ich das selbst gemacht habe, sehe mich aber auch insoweit mehrheitsfähig.

"Blogroll": habe ich nicht (gehöre damit zu einer knappen Minderheit). Lese aber auch – schon aus Zeitgründen - kaum Blogs, jedenfalls nicht systematisch. Nur wenn ich bei einer Suchmaschinenrecherche auf einen stoße. [En passant bemerkt: die Aktualität der Google-Indexierung ist bei Blogs – zumindest bei blogger.com, aber die gehören ja auch Google – Atem beraubend: "Abends fleißig wie die Biene / Morgens schon in der Suchmaschine"!].

Liest der Durchschnitt wirklich 20 Weblogs? Wann schlafen (bzw. schaffen) die dann?

Trost spendet die Umfrage insofern, als "beinahe die Hälfte angibt, dass nur wenige oder keiner ihre Einträge Kommentare anzieht". Kann ich also summen: "Du bist nicht allein, wenn du hoffst auf Kommenta – ha - re ...". (Kein Wunder, dass über 60% angeben, für sich selbst zu schreiben – s. o.: reine Rationalisierungsstrategie, um den Frust zu überwinden.)

Was mich aber hauptsächlich interessiert hätte, war in der Struktur dieser Umfrage nicht vorgegeben: Aufschlüsse über die (schwerpunktmäßige) thematische Verteilung der Blogs. Welcher Anteil fachbezogener (z. B. Recht, Essen, meinetwegen auch Theologie, Religion usw.), wie viele über Politik, wie viele (weitgehend) nur über das eigene Privatleben usw.?
(Bin halt neugierig, in welchem quantitativen Segment der Bloggosphäre mein K & R–Blog – Kraut & Rüben – positioniert ist :-).

Nun ja – wieder mal ein Fundstück im Netz kommentiert und verlinkt. Das reicht für heute: Plansoll erfüllt! [Ein – sicherlich ambivalenter - Aspekt des Bloggens ist, dass die Teilnahme eine gewisse Sog- und Zwangswirkung ausübt: "Heute schon (bzw., vorwurfsvoll: "noch nicht") gebloggt"?]

Adé nun zur gu-hu-ten Nacht, hier wird der Schlusspunkt gemacht!

Nachtrag vom 18.01.06:

"Bloggosphäre" oder "Blogosphäre": das ist hier die Frage. Rein aus-sprachlich sollte es eigentlich keine sein: mit einem "g" geschrieben, müsste das vorangehende "o" lang gesprochen werden, wie in "Logo": also "Bloooogosphäre". Aus eben diesem Grunde schreiben wir ja auch nicht "blogen", sondern "bloggen". Gleichwohl hat sich im Sphärenbereich offenbar die "1-g-Schreibeweise" durchgesetzt: 831.000 Google-Treffer gegen 513 Treffer für "gg".

Das entspricht den Verhältnissen im englischen Sprachraum, wo "blogosphere" ca. 21,7 Mio. (!) Hits generiert, gegen 28.100 für "bloggosphere".

Ich lasse hier die "Bloggosphäre" mal stehen, allein schon deshalb, um die Problematik der dominierenden Schreibweise zu dokumentieren.

Und weil ich bei meiner Sphärensuche auch auf einige Artikel über das Bloggen gestoßen bin, hier ein paar Links dazu:

Angriff aus der Blogosphäre, von Mohanbir S. Sawhney (Manager Magazin 14.3.05);

Eine Aufsatzsammlung in der Frankfurter Rundschau online



Textstand vom 18.01.2006
Gesamtübersicht der Blog-Einträge auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm

Samstag, 31. Dezember 2005

EINE NATUR GIBT ES NICHT. EINE UMWELT(PROBLEMATIK) AUCH NICHT.


Leser, welche sich nicht schon kopfschüttelnd über den offenkundigen Unsinn dieser Behauptungen abwenden, werden sich vielleicht über die Formulierung der Überschrift wundern.

Freitag, 30. Dezember 2005

BEDARF - BEDÜRFNIS - BOTRYTIS?

Gestern sah ich in Frankfurt am Main vor einem jener Läden, wo es alles gibt, was man nicht braucht, eine Kiste mit Toilettenpapierrollen.

Nicht irgendwelche weißen, grauen oder farbigen Rollen, welche auf ihre rein subordinierte Funktion beschränkt sind: sondern vielmehr bedeutungsvoll bedruckte, anlassbezogen zum Neuen Jahr.
Schaut alle her, das bieten wir: Veritables Silvester-Klopapier!
Und einzeln verpackt in durchsichtige dünne Plastikbehälter, vergleichbar etwa jenen, welche auf den Tresen kleiner Bäckereien den Kindern die Dauerlutscher präsentieren.

Sie forderten aber für eine Rolle von Klopapier, eine jegliche von dieser Gestalt, einen Preis von vier Euro neunzig.

Il pesce puzza dal – ventre. (Vom Bauch der Städte aus!)


Nachtrag 18.02.06:
Als "Kontrastprogramm" empfehle ich die Lektüre des Textes "Wohnungselend einer städtischen Arbeiterfamilie um 1890".
Diesen und weitere interessante Quellentexte zur Alltagsgeschichte (mit Schwerpunkt auf Wohnen) von Tacitus bis heute fand ich heute bzw. können Sie finden auf der Webseite "Wie gewohnt".


Textstand vom 18.02.2006
Gesamtübersicht der Blog-Einträge auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm

Dienstag, 20. Dezember 2005

Pssst, nicht verraten: Ein peinlicher Verbrecher!

HANDELSBLATT, Dienstag, 20. Dezember 2005, 11:40 Uhr

Titel:
Umfrage
Bush sammelt wieder Sympathiepunkte


"US-Präsident George W. Bush scheint sein Allzeit-Tief überwunden zu haben: Einer Umfrage zufolge hat er wieder mehr Rückhalt in der Bevölkerung für seine Politik - obwohl er sich auf einer Pressekonferenz erneut einen peinlichen Verbrecher leistete. "
[Link: http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1159452]

Wer war der "Verbrecher"?

"So sei Ende der 90er Jahre bekannt geworden, dass die Regierung Osama bin Laden auf die Spur gekommen sei, weil er ein spezielles Telefon benutzt habe. 'Und wissen Sie was passiert ist? Saddam ... Osama bin Laden änderte sein Verhalten', verhaspelte sich der US-Präsident."


Textstand vom 15.04.2007. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge.

Samstag, 17. Dezember 2005

DAS WEIHNACHTSWUNDER IN DER ÜBERDRUSSGESELLSCHAFT

Reimerei auf einen Weihnachtsmarkt- und Stadtbummel durch Wiesbaden
(es hätte aber auch irgend eine andere Stadt sein können):

DAS IST DAS WAHRE WEIHNACHTSWUNDER:
JEDES JAHR GIBT'S NOCH MEHR PLUNDER!
IN JEDEM JAHR GIBT'S AUCH MEHR SCH...... -
UND JEDES JAHR ZUM HÖH'REN PREISE!


Nachtrag vom Morgen des 18.12.05:
Es ist allerdings nicht jede Produktinnovation Schrott. Dass ich meinen neuen Elektrorasierer unter dem Wasserhahn reinigen kann - das erkenne ich dankbar als zeitsparend an!


Texstand vom 18.12.2005
Gesamtübersicht der Blog-Einträge auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm

Freitag, 16. Dezember 2005

Stehlen en passant


Die Überschrift des Handelsblatt-Artikels vom 15. 12. 2005 wird nicht allzu viele Leser hinter dem Ofen hervor locken: "Bayern legt sich mit der Bankenaufsicht an" (anderer Link: http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1157030).
Dabei versteckt sich im Text eine ziemlich brisante Information:
"Nach Angaben des bayerischen Bankenverbandes sind alleine im ersten Quartal 2005 netto 150,4 Mrd. Euro aus Deutschland nach Österreich und in die Schweiz abgeflossen", heißt es da.

Donnerstag, 15. Dezember 2005

Wort-Schlemmer


Durch die Welt wälzt sich der Schlammstrom der Worte. Manches ist Nilschlamm, anderes Nihil-Schlamm.


Textstand vom 15.12.2005
Gesamtübersicht der Blog-Einträge auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm

Mittwoch, 14. Dezember 2005

LUHMANNIA oder ES BLITZT


Auch wenn ich mich mit den Vorstellungen von Niklas Luhmann über "Kausalität im Süden" nicht so recht anfreunden kann (vgl. meinen Blog-Eintrag vom 06.12.05): 'blitzgescheit' war der Mann allemal.
Deshalb habe ich aus dem Interview "Wahrheit ist nicht zentral" einige Sentenzen extrahiert, von denen ich glaube, dass ich sie im Gedächtnis behalten sollte. Da mein geistiges "information storage and retrieval-system" freilich nicht das leistungsfähigste ist, und weil ich einen Zettelkasten weder in Papierform noch als PC-Programm besitze, lege ich sie hier im Blog ab.
Da haben dann vielleicht auch etwaige Leser einen Nutzen davon.


Freitag, 9. Dezember 2005

Dada in der U2

Vielleicht war dieser Barbiere di Francoforte sul Meno schon allzu lange nicht mehr in seiner Heimat?
Jedenfalls wirbt der Frankfurter Coiffeur "Il Cavallino" (Inhaber Giuseppe Alfano) auf einem Scheibenaufkleber in der U-Bahn mit folgendem surrealistischen Text:

"Der Friseur im italienischen Stil mit Espresso è Musica italiana."

Oder hat ihm ein dadaistischer deutscher Werbetexter oder Plakatgestalter den "accento grave" auf's "e" gedrückt?


Textstand vom 15.04.2007

Dienstag, 6. Dezember 2005

NIKLAS LUHMANN, DER ITALIENISCHE MEZZOGIORNO und DIE DIDAKTIK DES RELIGIONSUNTERRICHTS

Die Bestände der Bielefelder Stadtbücherei waren, jedenfalls in den 60er Jahren, nicht sonderlich gehaltvoll. So griff ich, als ich mich irgendwann während meiner Schulzeit einmal für das Thema "Didaktik" interessierte (Feindaufklärung :-)?), in meiner Verzweiflung u. a. zu einem Buch über die Didaktik des Religionsunterrichts.

Weder an den Titel noch an den Autor erinnere ich mich; auch nicht im Detail an den Inhalt. Das Buch war aber eine Dissertation (oder aus einer Dissertation heraus entstanden), in der es um einen sogenannten "didaktischen Dreischritt" ging. Um welche Schritte, das habe ich längst vergessen. Jedenfalls hatte der Verfasser so ungefähr 200 Schriften zu diesem Thema untersucht aus ca. 150 Jahren (ich glaube, das einschlägige Schrifttum setzte um ca. 1800 ein) und kam zu dem Schluss, dass die dort vorgeschlagenen Formen der Religionsdidaktik sämtlich auf einen Dreischritt hinauslaufen.

Am Schluss machte er selbst einen Vorschlag, wie man die christlichen Glaubenslehren ganz anders vermitteln könne, eben ohne diesen bewussten Dreischritt. Auch insoweit erinnere ich mich nicht an Details, sondern nur daran, worauf mir bei der Lektüre auch die Vorstellungen des Verfassers eindeutig hinauszulaufen schienen: auf einen Dreischritt!

An diesen Sachverhalt erinnere ich mich wieder und wieder, wenn irgend jemand (ggf. auch ich selbst) Weisheiten mit vermeintlich fundamentalem Neuigkeitswert von sich gibt, die aber, bei genauer Betrachtung, nur neuer Wein in alten Schläuchen sind.


Gedankensprung zu Niklas Luhmann.
Nachdem ich ihn mit lokalpatriotischem Eifer für Bielefeld gegen München vereinnahmt habe (siehe: "PISTOLE ODER DEGEN? ICH FORDERE SATISFAKTION") erschien es mir nicht unpassend, endlich mal etwas von ihm und über ihn zu lesen. Glücklicher Weise muss man in Internet-Zeiten nicht mehr dicke (oder auch dünnere) Bücher wälzen, um zumindest einen ersten Eindruck zu bekommen. Zwar liegt der 1. Teilband von "Die Gesellschaft der Gesellschaft" seit einem unbedachten Flohmarktkauf in meinem Bücherschrank herum, doch müssen zum Einstieg einige Aufsätze genügen:

Samstag, 26. November 2005

GINNHEIMS GIFTIG GEWESENE EIBE oder STEUERVER(SCH)WENDUNG IN FRANKFURT AM MAIN


Ich will es Ihnen nachsehen, und nicht als Zeichen mangelnder Bildung bezeichnen, wenn Sie das Ginnheimer Blättchen nicht kennen. Auch die New York Times oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung kennt nicht jeder; und nicht jeder der sie kennt, liest sie (ich z. B. lese die NY Times nicht, und die FAZ nur dann, wenn jemand sie im Zug liegen gelassen hat).

Mittwoch, 23. November 2005

Dave Pollards Reflexionen über das Bloggen

Einfach nur Linkfunde einzustellen, ist mir eigentlich etwas zu wenig für einen Blog-Eintrag.
Hier aber mache ich eine Ausnahme, weil Dave Pollard (auf Englisch) sehr gründlich über Blogger und deren Leser nachgedacht hat, bzw. bedenkenswerte Forderungen aufstellt.

Eine Art "Checkliste" ziert bei ihm jede Seite und war es immerhin einem anderen Blogger (der den "Dung heiliger Kühe" sammelt?) wert, sie als "find of the week" vollständig wiederzugeben und kurz aber begeistert zu kommentieren: http://www.sacredcowdung.com/archives/2005/11/find_of_the_wee_1.html

Und hier (http://blogs.salon.com/0002007/2003/07/30.html#a346) ein längerer Aufsatz von Pollard unter dem Titel "The blogging process". Wirklich anregende Lektüre. (Auch wenn man sich selbst nicht - immer - an die Empfehlungen hält bzw. halten kann.)



Textstand vom 15.04.2007. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge.

Dienstag, 22. November 2005

WELTDENKE


Bloggen ist eine relativ bequeme Publikationsmöglichkeit; indes kann es mit der Zeit ein wenig unübersichtlich werden. Ich zumindest möchte einen gewissen Überblick über meine Einträge behalten, und diese bei Bedarf auch schnell aufrufen können.

Sonntag, 20. November 2005

EINE PHILIPPIKA GEGEN DEN NIEDERGANG DER DEUTSCHEN PHILOSOPHIE ALS DOKUMENT DES NIEDERGANGS DER DEUTSCHEN PHILOSOPHIE


Auf der Suche nach Jared Diamond fand ich Dr. Joachim Jung. Ton, Tusch, Titel: "Die Korruption der Vernunft". Donnerwetter! dachte ich, da stehe ich ja vor einem intellektuellen Geschütz vom Dicke-Berta-Kaliber. So ähnlich wie bei Robert Kurz, der sich kurz mal so Gedanken über "Der ontologische Bruch" macht. Aber immer schön der alphabetischen Reihenfolge nach, oder: "Warte, Robert, noch ein Weilchen, dann kommt Burkhardt auch zu dir!"

Donnerstag, 17. November 2005

Rituale


Gestern ist es passiert! Vor mir war noch ein anderer Kunde dran, aber während sie diesen bediente, füllte das Mädchen (eine Tamilin?) bei McDonalds schon mal einen Cappuccino für mich in den Becher.

Seit Jahren schon hole ich dort meinen Feierabend-Cappuccino (der Kaffee ist übrigens auch nicht bei allen McDonalds von gleicher Qualität, in meiner "Stammfiliale" schmeckt er aber meist gut).

Die Bedienungen (in der Regel, aber nicht nur, Bedienerinnen) kennen mich; manchmal antizipieren sie bereits meinen Wunsch: "Kleinen Cappuccino?". Ansonsten bewahrt mich mein Bekanntheitsgrad zumindest vor der obligatorischen Salesman(oder: woman-)ship "Möchten Sie ein Dessert? Muffin?" und ebenso vor der Frage, ob ich einen kleinen Becher (den würde ich eher "normal" nennen, aber die Marketing-Manager verkleinern natürlich lieber, was normal ist) nehme oder einen großen.

Persönliche Worte wechseln wir nie, nicht einmal dann, wenn es leer ist an der Theke. Freundlich aber distanziert ist das Geschäftsprinzip von MacDonalds, und das ist auch gut so. Trotzdem bin ich sicher, dass die Bedienungen kichernd über mich kommunizieren: "Der Alte kommt jeden Abend, kauft immer einen kleinen Cappuccino, nie etwas anderes. Ulkiger Vogel." Oder so ähnlich.


Textstand vom 29.07.2019

Montag, 14. November 2005

UNSYSTEMATISCHE FRAGEN UND NOTIZEN ZUR BILDUNG (UND ZUM ZERFALL) VON GESELLSCHAFT(EN) oder KANN MAN SOZIALE DYNAMIK(EN) ABSTRAKT BESCHREIBEN UND VERSTEHEN?


Irgendwo las ich etwas über Luhmann und die Begriffe "Inklusion" und "Exklusion" (konkret: hier); ein Text allerdings, welcher mich, für sich genommen, nicht grad vom intellektuellen Hocker in die Höhe reißt.

Ein anderer wollte, dass ich endlich was lerne aus der Geschichte; dass freilich die Globalisierung des 20. Jahrhunderts im hellenistischen System der alexandrinischen Diadochenstaaten präfiguriert sei, erscheint mir denn doch etwas allzu naiv. Oder ein allzusehr ideologisch präfiguriertes Gedankenschlecht (von "Gedankengut" möchte ich da wirklich nicht sprechen).

Sonntag, 13. November 2005

PISTOLE ODER DEGEN? ICH FORDERE SATISFAKTION!



Jüngst fand ich einen Zeitungsausschnitt welchen ich zu jenen Zeiten ante Picasa (http://picasa.google.com/index.html) eingescannt hatte, als ich noch keine Bilder in den Blog bringen konnte.
Oben habe ich ihn nun, zu Nutz und Frommen der Netznestnutzergemeinschaft, hochgeladen.

Lange schon war ich nicht mehr dort, in meiner Geburtsstadt Bielefeld. Ich habe auch in meiner neuen Heimat (oder sagen wir: meinem aktuellen hessischen Aufenthaltsort) keine Ostwestfälische Botschaft eingerichtet, wie andere das für ihre Heimatregion in der Fremde getan haben (http://www.botschaft-ostfriesland.de/deutsch/main/index.shtml) .

Nevertheless, even when I'm in Hess': Das Herz schlägt noch immer für die Heimat im hohen Norden.

Samstag, 5. November 2005

OST MINUS WEST = NULL

 
Bereits im Mittelalter gab in Europa ein Kulturgefälle von West nach Ost. Und heute müssen wir gar schon die Kaffeehauskultur aus dem Westen über den Atlantik (re-)importieren.

FRANKFURT: GLOBAL oder WARMING?

Heute; am 05.November des Jahres 2005, saßen noch eine ganze Reihe von Menschen (in Mänteln zwar) auf den Stühlen von Cafés und Restaurants draußen auf der Straße.

Ist das ein Indiz für die weltweite Klimaänderung, oder eine weltweite Verhaltensanpassung?

IN FRANKFURT MUSS MAN HEUTZUTAGE WIRKLICH MIT ALLEM RECHNEN ...


... sogar damit, dass man direkt am Hauptbahnhof ein vorzügliches und preiswertes China-Restaurant findet! So geschah es uns an diesem heutigen Samstag mit dem China-Restaurant "New World", im 1. Stock eines Gebäudes gerade am Eingang zur Kaiserstr. ("Hauptbahnhof 8").
Welches denn hier zu Nutz und Frommen frembder Reisender festgehalten sei.








Im übrigen erwies sich die Gegend als ein Paradies für Bella Ragazza. Dies nicht, weil es das Rotlichtviertel von Frankfurt ist. Sondern wegen der unglaublich vielen Asia-Läden, die dort wie Shiitake-Pilze emporgeschossen waren. So lange waren wir also schon nicht mehr im Bahnhofsviertel gewesen - das spricht sicherlich nicht gegen uns. Doch wird es ebenfalls nicht gegen uns sprechen, wenn man uns in Zukunft vielleicht häufiger dort sieht.


Nachtrag 20.06.2010

Preis eines Mittagsmenüs vom Büffet (werktags, also Montag bis Samstag) mit sehr reichhaltigem Angebot derzeit 6,80 €.

Textstand vom 27.07.2019

BURKKHARDT BLATTNASE


Sonnenschutz im Hochgebirge - ein Urlaubsfoto vom Juni 2005 aus den deutschen Alpen bei Garmisch-Partenkirchen, in der Nähe von Schloss Kranzbach (Hotel; z. Zt. im Umbau) (Foto: http://naturbildarchiv.de/04reilan/cd33/ppages/ppage93.html). Posted by Picasa

Das Copyright und alle Urheberrechte an dieser Aufnahme liegen bei der Photographin Joann Brinkmann.

Die geniale Nasen-Sonnenschutz-Idee selbst freilich habe ich anderen Wanderern abgeschaut.
Hätte diese sie nicht gehabt, würden Sie jetzt hier ein Foto mit dem Titel "Burkhardt Rotnase" sehen. (Aber bitte keine Lautspielereien mit diesem hypothetischen Titel!)

Donnerstag, 3. November 2005

KEINE JUNGFRAU ZÄHMT DIESES ZWEIHORN oder MEIN MYTHENLOGISCHER UMWELT-PESSIMISMUS


Gestern Abend, am Mittwoch, den 02.11.2005, war er da, der Polyhistor Jared Diamond, Physiologe, Biologe und aktuell Geograph (und - gemäßigter - Umwelt-Optimist). Wie in dem verlinkten FAZ-Artikel beschrieben, spricht "Der Amerikaner, der die Welt retten will" [ziemlich reißerischer Titel für das Zentralorgan der bundesdeutschen Bourgeoisie!] ein grammatikalisch fehlerfreies Deutsch; einen bayerischen Akzent konnte ich dabei allerdings nicht ausmachen. Deutsch ist übrigens nur eine von zwölf Sprachen, die er beherrscht.

Montag, 24. Oktober 2005

BENEVOLENZDIKTATUR AM GELDAUTOMATEN


Nein: so wohlwollend, dass er mir beim Abheben auf die Finger klopft, ist der Geldautomat meiner Bank nicht.
Stattdessen bringt mich die "benevolent dictatorship" des Geldinstituts auf eine schiefe Ebene. Wenn ich versuche, meine Umhängetasche abzustellen, oder mein Portemonnaie abzulegen, oder den Kontoausdruck: überall im Automaten(vor)raum treffe ich auf abweisend schräge Oberflächen.

Auch wenn mich das manchmal stört und zu akrobatischen Balanceakten zwingt: den Zweck dieses Ausstattungsdetails kann ich immerhin nachvollziehen. Das Geldhaus bewahrt die Automatenkunden auf diese Weise wohlmeinend vor den Folgen ihrer eventuellen Vergesslichkeit.

Anders dagegen an meinem Arbeitsplatz. In diesem Bürogebäude sind die Fensterbänke sogar innen abgeschrägt. Das irritiert mich wirklich. Und meine wild wuchernden Buntnesseln (Coleus) in ihrem großen Balkonblumenkasten ärgert das ebenfalls.    


Textstand vom 15.04.2007. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge.