Donnerstag, 31. August 2006

Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate!


Es ist durchaus passend, wenn die Italiener (später) die Führung der internationalen Friedenstruppen im Libanon übernehmen.

Denn deren Dichter Dante hat schon vor 700 Jahre das berühmte "Dante-Theorem" für den Friedensprozess im Nahen Osten aufgestellt:

"Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate!"

Auf Deutsch also:

"Die Hoffnung? Fruchtlos lasst sie fahren,
Wenn ihr zum Friedenstiften zieht in jenes Höllenreich!"

Einer der Gründe könnte die Tatsache sein, dass Israel sich einer geradezu nibelungentreuen Unterstützung der USA für seine völkerrechtswidrige Sied-lerbesetzung des Westjordanlandes erfreut.

Es hatten sich deshalb auch aufgemacht die US-Politologen John M. Mearsheimer und Stephen Walt, zu erforschen die Ursache solcher Selbstlosigkeit und darüber ein Arbeitspapier zu verfassen.

Und über dieses Arbeitspapier von Mearsheimer und Walt, bzw. mehr über die daraus und darüber entstandene Debatte, habe wiederum ich nachgedacht.

Selbiges aber ist geschehen in meinem "Drusenreich Teil 5"
und wird euch zur Lektüre angeboten unter dem Titel
"IN THE MACCHIA OF SPECIAL INTERESTS – A WELL OF CLEAR-CUT ANALYSIS?"


Vgl. im vorliegenden Themenzusammenhang auch meinen Blog-Eintrag vom 15.08.06 u. d. T. "Friedenstruppen oder Marionettenpuppen?"


Textstand vom 21.06.2023

Sonntag, 27. August 2006

Leder kauft jeder .....



..... Betrüger wissen das.

Obere -3- Fotos: Gürtel an den Längsseiten genäht, 130 cm, Preis 3,- €, gekauft 6.5.06 in Frankfurt a. M., Zeil.

Dienstag, 15. August 2006

Friedenstruppen oder Marionettenpuppen?


Israel und die Palästinenser haben die Weltgemeinschaft lange genug vorgeführt.
  • Israel hat die Palästinenser mit seiner Politik einer zivilen Besetzung des Westjordanlandes, auch Siedlungspolitik genannt, bis zur Weißglut gereizt.
  • Und die Palästinenser sind anscheinend nach wie vor nicht bereit, sich mit den Realitäten zu arrangieren und sich mit dem Möglichen zu begnügen.
Was bedeutet in dieser Situation der Einsatz einer internationalen Friedenstruppe im Libanon?

Samstag, 12. August 2006

Kein Denkmal für Darmstadt



Gegensätze ziehen sich an







Gesehen in Wächtersbach.


Nachtrag vom 07.09.2006:
Ochsen und Bücher stehen sich freilich in mancher Hinsicht durchaus nahe.
Nicht nur, dass erstere früher oft ihre Haut zu Markte tragen mussten, um die Druckträger für letztere zu liefern.

Auch die Preise für Bücher im Mittelalter werden (heute jedenfalls) gern mit den Preisen für Ochsen verglichen. Eine handgeschriebene Bibel kostete z. B. 70 Ochsen; eine frühe gedruckte Bibel dagegen nur 4 Ochsen.

Woraus Ökonomen zweifellos die dynamische Gleichung ableiten würden: Mehr Bücher = weniger Ochsen.



Textstand vom 07.09.2006. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Freitag, 11. August 2006

... ich auch!

"Die Welt verneigt sich vor unserem Kaiser" "Er organisierte die beste WM aller Zeiten"
titelte neulich Bild/T-online über Franz Beckenbauer.
[Im Gegensatz zu früher - vgl. Eintrag "Peking bohrt ..." vom 24.06.05 - gibt es mittlerweile einen Permalink zu den Bild-Online-Artikeln; als Datum erscheint allerdings das jeweils aktuelle, nicht das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum.]

Doch der (für mich) wichtigste Teil der Überschrift lautete:
"... – und hat dafür nicht einen Cent genommen."

Was dann im Artikel bekräftigt und erläutert wird:
"Keinen einzigen Cent! Nicht mal eine Aufwandsentschädigung hat er für den Fulltime-Job als OK-Präsident verlangt. Franz lebt von privaten Werbe-Verträgen ...."

Also wirklich, Kaiser Franz: Hut ab - dafür verneige auch ich mich vor dir! (Selbst wenn ich mit Fußball und Weltmeisterschaft ansonsten nichts am Hut habe).


Textstand vom 11.08.2006. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Sonntag, 6. August 2006

Die Rehlein sind ja so brutal ...



... die Totenruhe ist denen egal! (In Bad Orb jedenfalls.) (Man könnte natürlich auch sagen: Die Rehe wollen gern auf dem Gottesacker weiden.) (Zu Bad Orb siehe auch: "Bad Orb is not a bad place at all .... ") vom 30.04.06. 

Textstand vom 20.08.2006

Sonntag, 16. Juli 2006

Lohn der Angst

Richard Wagner interessiert mich ebenso sehr wie Fußball – also (fast) gar nicht.
Aber dann und wann, im Urlaub, erwischt er mich doch (der Richie, nicht der Fußball!).

Rock on the Rocca

Als wir gestern (Samstag) Abend vom Mainzer Südbahnhof heim fuhren, hörten wir Rockmusik, die offensichtlich von der Zitadelle kam.
Dort wurde also ein Rock-Konzert veranstaltet: Rock sulla Rocca, könnte man in einer englisch-italienischen Sprachmixtur sagen.
(Wundert mich eigentlich, dass die Google-Recherche bei keinem der Begriffe "rock on the rocca" und "rock sulla rocca" einen Treffer auswirft.)


Textstand vom 16.07.2006. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Die Armee im Schlachthof
















Im Bad Kissinger Schlachthof kann man jetzt eine tote Armee besichtigen.
(Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken.)

[Das Foto soll übrigens auch demonstrieren, dass die "Botschaft der Taube" bei mir nicht ungehört verhallte.]

Textstand vom 16.07.2006. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Donnerstag, 29. Juni 2006

Marktwirtschaft, Milchwirtschaft, Fremdenverkehr


Ob mein anthropologischer Crash-Course bei dem Texaner R.W.B. McCormack (vgl. dazu den Eintrag "Back to the World" vom 28.06.06) mich nunmehr zu eigener ethnographischer Analyse befähigt hat, werden die nachfolgenden Zeilen erweisen müssen.

Hexenkälte oder Hexenhitze?


Nicht nur die Lektüre von Wilhelm Abels 'Hungerkrisen' stand in einem gewissen Widerspruch zu unserem realen Urlaubs-Leben in Garmisch-Partenkirchen (vgl. "Back to the World" vom 28.06.06).Auch "The Catcher in the Rye" des amerikanischen Schriftstellers Jerome David (J. D.) Salinger (hier ein deutschsprachiger Essay zu diesem Werk von einem gewissen Peter Oefele; eine umfangreiche Interpretation – in Englisch – findet der oder die einschlägig Interessierte dort; biografische Infos in weit größerer Ausführlichkeit als die deutschsprachige Wikipedia bringt naturgemäß das englischsprache Lexikon; dort auch ein längerer Artikel zum Buch; bitte aber ggf. die "Spoiler warning" beachten!), den ich allerdings nur angelesen habe (in einer Penguin-Taschenbuchausgabe von 1972) kontrastierte jedenfalls insoweit mit der aktuellen Situation, als er im Dezember spielt und es eiskalt ist, während es in unserem Urlaub im Juni 2006 ziemlich warm war.

Die meteorologische Beschreibung in Salingers Buch ist mir deshalb in Erinnerung geblieben, weil sie einen mir vorher gänzlich unbekannten Ausdruck verwendet: "... it was cold as a witch's teat" heißt es dort (Hervorhebung von mir).
Ein merkwürdiger Vergleich, dessen Hintergründe ich nach länger Internet-Recherche zwar nicht aufklären, aber doch amüsiert erhellen konnte, nämlich auf einer Webseite mit dem viel versprechenden (und durchaus haltenden) Titel "The Vulgar Comparative Metaphor FAQ" (dort z. t. in der Schreibweise " cold as a witch's tit").

Aber ganz unabhängig von und zeitlich vor dieser Recherche brachte ich jene Realität eines feuchtwarmen Urlaubswetters in die Form eines ebenfalls englischsprachigen, parallelisierenden Ausdrucks.
Die Frage war: "Humid and hot – as what?"

Meine Lösung (welche zu übersetzen freilich etwas unschicklich wäre): "Humid and hot as a witch's twat".

Textstand vom 14.07.2006

Mittwoch, 28. Juni 2006

"Back to the World" ....


..... sagen die US-Soldaten, wenn sie nach längerer Zeit im Ausland wieder dorthin zurück kehren, wo zwar auch nicht Milch und Honig gratis fließen, aber doch wenigstens unbegrenzte Kaffeemengen aus der "bottomless cup" (vgl. Eintrag "Amerika, du hattest es besser!" vom 10.07.20005).

Die Botschaft der Taube

To buy or not to buy: das war die Frage angesichts des neuesten Aldi Digitalkamera-Angebots.

Eine Traveler DC 8600 mit traumhaften 8,1 Megapixeln, einem unwiderstehlichen 6-fach optischem Zoom und 2,8-Zoll Monitor und die ganze Herrlichkeit für 259,- €.

Das Herz (oder der Spieltrieb?) sagte "ja", der Verstand (= das urlaubsgeplünderte Bankkonto) sagte "nein".

In dieser Situation erblickte ich die Taube.

Von der "Treffeteria" (Cafeteria) im Globus-Supermarkt, wo wir frühstückten (mit der bekannten "bottomless cup of coffee") konnte ich sie beobachten, wie sie auf einer Deckenverstrebung im Laden oberhalb der Kassen saß und spähte. Als "Zugabe" (vom fotografischen Standpunkt gedacht) hing darunter [wie auch an den anderen Kassen] ein Plakat mit der Aufschrift "Belohnung" (der weitere Text war kleiner und aus der Distanz nicht lesbar).
Das wäre eine Fotoaufnahme gewesen; mit Teleobjektiv gar kein Problem ... . Wenn ich jetzt eine kleine Digitalkamera aus der Tasche ziehen könnte ... .

So kam denn die Botschaft der Taube zu mir nicht als Friedensbotschaft, sondern vielmehr als Schlachtruf: Zieh' in den Kampf mit deinem Konto, zage nicht vor den Tücken der Technik!

Und so geschah es denn, dass ich gestern "Bescherung" feiern konnte – obwohl doch Weihnachten noch lange hin ist.


Immerhin: vielleicht meistere ich sogar bis zum nächsten Weihnachtsfest die verwirrend vielfältigen Funktionen einer solchen Digitalkamera.


Nachtrag vom 13.07.06:
Nachdem ich in meinem StatCounter feststelle, dass sich der eine oder andere Interessierte an der Traveler DC 8600 zu meiner vorliegenden Eintragung "verirrt", hier ein Link zu einem speziellen Forum für diese Kamera, in dem es wertvolle Informationen und nette Menschen gibt.


Nachtrag 27.06.10:
Auch wenn ich inzwischen auf eine andere Marke umgestiegen bin, habe ich den Kauf der "Aldi-Knipse" nicht bereut, weil ich mit der Traveler in der Zwischenzeit viel Freude hatte (und auch der Service vorzüglich war).


Nachtrag 07.11.10
Meine Frau hatte etwa 1 Jahr später das Nachfolgemodell, die Traveler CD-X 26, gekauft: 10 Megapixel, Speicherkarte bis 4 GB, ansonsten in etwa gleich. Irgendwo bei 200,- € kostete sie noch, in 2007.
Ab morgen gibt es diesen Fotoapparat in den Globus-Warenhäusern (also auch bei uns in Wächtersbach). Anders ist wohl nur der Name: "Maginon DC-X-Z6" heißt die Kamera dort. Wenn ich den Preis sehe, muss ich beinahe weinen: 59,99 €, also nur noch rund 60 Euronen, muss man jetzt auf den Tisch legen, um diese Digitalkamera (uralte), hat, dem kann ich einen raschen Zugriff nur empfehlen!






Textstand vom 07.11.2010. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Montag, 26. Juni 2006

MULTIKULTIKULTIMULTI


Ziemlich am Ende der Ludwigstraße (Nr. 9) in Garmisch-Partenkirchen gibt es einen Laden, der sich großspurig "Mall of Bavaria" nennt.

Sonderlich groß ist er nicht, schon gar nicht ein Einkaufszentrum ("Mall") - und mit dem "Bavarian" hapert es auch:

Im Schaufenster bzw. in der Eingangstür der "Bavarian Mall" hängen Flyer, ansprechend mit Alpenlogo im Kopf und Fuß. Der Werbetext dazwischen preist an:

"Wunderschöner Schmuck aus Peru".

Macht aber nichts: vielleicht soll das ja Multi-Kulti sein.

Ähnlich jenem Kulti-Multi, wie wir es schon des Öfteren daheim in Wächtersbach erlebt haben:

- "Italienische Nacht" auf der Straße mit amerikanischer (usw.) Rockmusik;
- "Italienischer Abend" im Italienischen Lokal mit Akkordeonspieler, der die Gäste u. a. fragte: "Warum ist es am Rhein so schön"
- oder auch ein "französisches" Fest des Vereins für die Kontaktpflege mit der französischen Patengemeinde - ebenfalls mit amerikanischer (usw.) Rockmusik.

Nur Doppel-Whopper haben mir auf diesen Festen zum vollkommenen Glück gefehlt.


Textstand vom 10.06.2023

Donnerstag, 8. Juni 2006

Avere un Santo in der Zeitungsredaktion

 
Roland Tichy ist des Handelsblattes gesundheitspolitischer Drachentöter. Oder wäre es doch zumindest, wenn er Gesundheitspolitiker wäre. Denen zeigt er mutig, wo's lang geht: "... die Politik [ist] nicht in der, die kostentreibenden Strukturmängel, die Verschwendung und Ineffizienz im Gesundheitssystem als eigentliche Ursachen der Kostensteigerung zu beheben" schimpft er (völlig zu Recht!) in seinem Handelsblatt-Kommentar vom 08.06.2006 u. d. T. "Entschieden unentschieden". Er selbst steht dagegen entschieden - auf Seiten der Pharma-Industrie. "Und natürlich wird nicht vergessen, der Pharmaindustrie noch eins überzuziehen: Die angekündigten schärferen Kosten-Nutzen-Analysen bedeuten nur, dass Versicherte auf neue, innovative Medikamente länger warten müssen" schimpft er (als Schutzheiliger der Placebo-Pillen-Produzenten). Wasch die anderen - und mach mir ja meine Freunde nicht nass!

Samstag, 3. Juni 2006

Der kleinste Wochenmarkt der Welt – in Wächtersbach!




Wenn Sie ein "Guinness Buch der Rekorde" zur Hand haben, können Sie es überprüfen: der kleinste Park der Welt soll dort eingetragen sein.
Er heißt "Mill Ends Park", ist sogar in der (englischsprachigen) Wikipedia aufgeführt und hat eine Größe von 29 cm². Mitten in der Stadt Portland liegt er, im US-Bundesstaat Oregon. Sollten Sie dort einmal vorbeikommen, und den Mill Ends Park sehen, so grüßen Sie ihn schön von mir.

Donnerstag, 25. Mai 2006

Heute WIEHERT Canabbaia

Als ein in der Wolle gefärbter Lyssenkonianer ist Canabbaia natürlich verpflichtet, beim menschlichen Verhalten die Dominanz der Umweltprägung über die genetische Codierung zu beweisen. Deshalb hat er momentan vom Bellen auf Wiehern umgestellt – weil er nämlich heute die Frankfurter Galopprennbahn im Stadtteil Niederrad besucht hat.
Fleischer, Volksbank und Friseusen ließen dort die Pferdchen laufen: beim 7. Renntag des Handwerks.

Mittwoch, 24. Mai 2006

WAS SIND DERIVATE oder HAT ES BEI IHNEN GEKLINGELT?


Derivate sind Zeugen. Zeugen zum einen für einen Überfluss an Geldkapital, der sich nicht rentabel in Realkapital umwandeln (investieren) lässt.
Zum anderen bezeugen sie die Genialität des Marktes (als Institution; sicherlich nicht diejenige der Marktteilnehmer), welcher eben durch die Erfindung von und den umfangreichen Handel mit Derivaten (d. h. letztlich durch den Glauben an die Werthaltigkeit der Derivate) diese (durch unser Geld- und Zinssystem wohl zwangsläufig entstehenden) Überschüsse neutralisiert.

Samstag, 20. Mai 2006

MAGGIO DI MAGONZA oder VOR DEM DOM DAS PARADIES


Mai in Mainz: das ist nicht irgendein x-beliebiger Mai. Er ist, auf dem Mainzer Wochenmarkt am Dom jedenfalls, der schlechthinnige Mai an sich, das platonische Urbild des Wonnenmonats Mai.

Mittwoch, 17. Mai 2006

Erdscheibenökonomen

Damals, als wir noch in Frankfurt (a. M.) wohnten, sah ich ihn in Schreibwarenläden Kaufhäusern usw. alle Jahre wieder: den „Frankforter Kalenner für Uzer un Schenner“. So, wie ein Heiligenkalender die Namenstage derjenigen auflistet, welche „zur Ehre der Altäre erhoben“ wurden, ist (oder war?) der „Kalenner“ ein Thesaurus für alle jene, die ihre Mitmenschen verhohnepiepeln („uzen“) oder welche mal so richtig mundartlich schimpfen wollten (hier kann man in einem Forenbeitrag vom 05.08.05 nachlesen, welche hübschen Pejorative die Frankfurter Urbevölkerung so drauf hat).
„Erdscheibenökonomen“ ist freilich ein Ausdruck, den man dort nicht findet (auch nicht in dialektaler Form). Das ist auch lediglich ein Versuch meinerseits, ein im anglophonen Diskurs beliebtes Schimpfwort einzudeutschen. Gebräuchlich ist es dort in der Form „flat-earthers“ z. B. In der Umweltdebatte, speziell als Spott der „Neo-Malthusians“ oder „Depletionists“ (die um die Begrenztheit der mineralischen Ressourcen wissen und vor deren baldiger Erschöpfung – depletion - warnen) gegen die „Cornucopians“ (deren Motto etwa lautet: „Wenn uns der eine Rohstoff ausgeht, fällt uns schon rechtzeitig was Neues ein“.)
Diesem hübschen Schimpfwort bin ich neulich wieder begegnet, und zwar in einem Newsletter der ASPO Irland. Die ASPO ist die „Association for the Study of Peak Oil“, eine in mehreren Ländern vertretene Vereinigung von Wissenschaftlern (und Laien?), die sich Sorgen wegen des erwarteten baldigen Fördergipfels für das Erdöl machen. Die irische Vereinigung scheint die rührigste zu sein und gibt jedenfalls einen Newsletter heraus. In der Ausgabe vom Mai 2006 wird unter der laufenden Nr. 706 mitgeteilt, dass die Berechnung und die Bezeichnung der Rohölverknappung geändert wurde, und dies damit begründet, dass „This new approach offers an olive branch to the flat earth economists whose religion prohibits recognition of natural limits“.
Und diese „flat earth economists“ sind eben bei mir zu „Erdscheibenökonomen“ eingedeutscht.
Näheres zu den „Flat-earthers“, jenen Menschen, die glauben, dass die Erde eine Scheibe ist (oder dass der liebe Gott die Menschen vor 6000 Jahren plötzlich und unerwartet in die Welt gesetzt hat, und ähnlichen Relikten einstmals gängiger Weltsichten), kann man dem Artikel über die „Flat Earth Society“ in der englischsprachigen Wikipedia entnehmen (eine kürzere Version gibt es auch in der deutschen). Wer glaubt, dass die Rohölreserven praktisch unbegrenzt, oder beliebig substituierbar sind, dem kann man, nach Meinung der ASPO (und nach meiner Meinung) auch zutrauen, dass er die Erde für eine Scheibe, Eva für ein Rippengeschöpf und die biblische Schöpfungsgeschichte für eine Tatsachendarstellung hält („Creationism“ - Schöpfungswissenschaft).
Erdscheibengläubige oder Scheibenerdegläubige – irgendwie klingt „flat-earthers“ ja doch besser, nicht wahr? (Aber wie wäre es auf Deutsch mit "Scheibenerdlinge", oder "Erdscheibianer"? Oder lieber "Flacherdianer"?)

Hier gibt es eine Webseite unter der Überschrift „The Flat Earth Society“, und dem hübschen Untertitel „"Deprogramming the masses since 1547". Wenn ich freilich so über den Inhalt hovere, habe ich den Eindruck, als ob die die Sache nicht richtig ernst nehmen. Doch mag es den Flacherdlingen gut tun, Zuspruch von einem veritablen Biologen oder Biochemiker zu erhalten. Dan Graur fordert in „Nature“, dem „International weekly journal of science“ zur „Solidarity with the oppressed flat-Earthers“ auf. Aber kann man solchen Menschen trauen? Oder ist dieser Leserbrief gar ironisch gemeint?
Auch Donald Simanek habe ich stark in Verdacht, dass er sich mit dem Abdruck des Artikels „The Flat-out Truth“ von Robert J. Schadewald unter dem Vorwand einer neutralen Berichterstattung über die Flacherdlinge lustig macht.
Also, ich muss sagen, da ziehe ich doch den „Sokal Hoax“ („Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity“) vor: der war wenigstens ernst gemeint!
Wie auch immer: Scheibenerdenökonomen gibt es auch bei uns. Dazu zähle ich außer den Ressourcenzauberern z. B. alle jene, welche glauben, die Altersrenten durch das Kapitaldeckungsverfahren sicherer machen zu können (vgl. mein Blogeintrag „Rentensimonie?“ und ausführlicher meine Webseite „Rentenreich“).
Interessante Frage, mit welcher Bezeichnung die ihrerseits wohl mich schmähen würden, wenn sie es denn überhaupt jemals erfahren würden, wie ich sie hier (oder an anderer Stelle z. B. als "Humankapitalsubstitutionsadepten") schenne.
Vermutlich würden sie mich einen verfluchten Physiokraten schimpfen. Das ist für deren beschränkte Phantasie zweifellos das Allerschlimmste, was sie sich vorstellen können.


Textstand vom 17.05.2006.
Gesamtübersicht der Blog-Einträge auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm

Sonntag, 14. Mai 2006

Schlossbewohner

Die englischsprachige Ausgabe der Wikipedia (also die Mutter aller Wikipedien) bringt heute, am 14.05.2006, als "featured article" einen Beitrag über das Schloss Sanssoucis von Friedrich dem Großen in Potsdam.
Der Eintrag "is based on a translation of the corresponding German-language Wikipedia article retrieved on March 12, 2006", bietet als besondere "Bonbons" aber auch Links zu zwei Webseiten mit Luftaufnahmen, eine davon sogar mit eingetragenen Markierungen für Gebäude, bei deren Aufruf kleine Abbildungen mit kurzem Erläuterungstext erscheinen.

Jedenfalls, der Artikel erinnert mich daran, dass wir eine Wohnung mit Schlossblick haben: auf das leer stehende Schloss der früheren Ysenburger Seitenlinie in der Hauptstadt des einstigen Drei-oder-so-Dörfer-Fürstentums Isenburg-Wächtersbach. (Die ursprüngliche, Schreibweise der Isenburger ist die mit "I". Nachdem jedoch ein Schreibfehler der kaiserlichen Kanzlei in Wien daraus ein "Y" gemacht hatte, übernahm die Familie diese wohl als eleganter empfundene Version.)

Und nicht nur haben wir einen Blick auf ein Schloss: wir wohnen (und hier verrate ich Ihnen ein Geheimnis; aber Sie sagen es ja niemandem weiter?) sogar selbst in einem Schloss.

Und das heißt beinahe genau so, wie die Sommerresidenz vom Alten Fritz. Nur ein einziger Buchstaben wurde durch seinen alphabetischen Vorgänger ersetzt: Schloss Sanssouris benenne ich hiermit feierlich jenes Gebäude, welches wir (und andere) bewohnen.

Allerdings: da bin ich nicht der Erste, der auf die Idee kam, sich kühn mit dem großen Friedrich zu vergleichen. Schon Viktor Otto Stomps hatte ein Schloss gleichen Namens, in Stierstadt im Taunaus (heute Ortsteil von Oberursel).

So darf er zwar den Erfinderruhm beanspruchen (und, anders als uns, gehörte dem das Gebäude vielleicht sogar?), aber dafür hatte er keinen Schlossblick, wie wir.
Und wenn das Schloss bei uns gegenüber (das jetzt Privatleuten gehört, die ursprünglich wohl ein Altersheim daraus machen wollten) auch leer steht: Mäuse gibt es dort mit Sicherheit!



Textstand vom 14.05.2006
Gesamtübersicht der Blog-Einträge auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm

Sonntag, 30. April 2006

Bad Orb is not a bad place at all ....



and yesterday they were literally trying to drum up some business there.

Während draußen das Aprilwetter seine Schattenspiele veranstaltete, lud Bad Orb drinnen in der Konzerthalle im Kurpark zur feierlichen Ruhe einer japanischen Teezeremonie ein. Dies im Rahmen eines Japantages (Vorschau vgl. hier, S. 8, oder diese Nachricht im Giessener Anzeiger). Kalligraphie oder Kalligrafie konnte man dort ebenfalls üben, mit Pinseln und schwarzer Tusche. Und Skulpturen aus Papier falten – Origami. Reiswein kennen wir natürlich, aber aus (eckigen) lackierten Holzkästchen haben wir ihn noch nicht getrunken. Das Kästchen kostete 4,- € (Pfand), der Inhalt 5,- €: bei diesem prohibitiven Preis blieb ich dann doch lieber nüchtern.

Mittwoch, 26. April 2006

Die Schlüsselblumen als Schlüssel zur Heimatkenntnis


Wanderer, gehst du nach Gelnhausen: begebe dich nicht direkt dort hin! Gehe auch weder über Los, noch über Lieblos. Du kannst an Wissen gewinnen, willst du deinen Weg in Maintal beginnen. Dort (ich weiß nicht, in welchem Ort – die Stadt ist nämlich ein etwas künstlich zusammengesetztes Verwaltungsgebilde) domiziliert ein gewisser Peter Heckert, Heimatforscher. Der hat eine 20-seitige Stadtbeschreibung von Gelnhausen (davon allein ca. 7 S. über die Marienkirche) ins Netz gestellt.

Mittwoch, 19. April 2006

Wir sind nochmal davongekommen .....

 
..... indem wir den Populisten Gerhard Schröder rechtzeitig in den (politischen) Ruhestand verabschiedet und die Kotau-Kanzlerin Angela Merkel gewählt haben, welche für uns damals in Washington die Absolution für unseren Absentismus bei der Abenteuer-Reise in den Irak abgeholt hat.