Montag, 27. April 2009

Fulda: First vom Fürstabt fotografiert!

Es gibt verzwickerte Zungenbrecher als den obigen Titel; z. B. „Zehn Cottbuser Postkutscher putzen den Cottbuser Postkutschkasten“.

Man kann auch spektakulärere Dachlandschaften finden, z. B. diejenige der Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub im Rhein (vgl. meinen Bild-Blott WARUM TOBEN DIE HEIDEN? oder EIN SCHIFF AUS STEIN BEI KAUB IM RHEIN).
[Noch schönere freilich findet man in den Kupfertiefdruck-Bildbänden Verborgene Schönheit“ von Stefan Kruckenhauser (Untertitel: „Bauwerk und Plastik aus Österreich“) und "Prag, ein fotografisches Bilderbuch" von Karel Plicka]
Immerhin bricht man sich aber nicht die Beine, und ist es auch nicht sonderlich anstrengend, wenn man den Turm des Stadtschlosses der Fuldaer Fürstäbte besteigt. (Fürstäbte waren sie zur Erbauungszeit des Schlosses Anfang des 18. Jahrhunderts; in der Jahrhundermitte wurden sie zu Fürstbischöfen befördert, waren also ab dieser Zeit echte Vorläufer des legendären bzw., sagen wir mal: kantigen Bischofs zum Speisen.

Sonntag, 26. April 2009

"Finanzhaie würden FDP wählen": Wahlwerbung der SPD zur Europawahl am 7. Juni 2009

Mit dieser Wahlwerbung der SPD im Europa-Wahlkampf (gesichtet Ende April 2009 in Wächtersbach, auf dem Pendler-Parkplatz am Bahnhof, vor dem REWE-Laden), habe ich doch gewissen Probleme.

Zunächst einmal finde ich diesen Finanzhai sehr sympathisch: "Ich bin dein freundlicher Finanzhai von nebenan", sozusagen. Oder fürchten Sie sich etwa vor solch einem lieb lächelnden Monsterchen? (Für die FDP ist aber natürlich das Risiko groß, dass nur der eingängige Spruch als solcher hängen bleibt und dass diejenigen, denen er in den Sinn kommt, ihn für sich selbst mit weniger lustigen Haifisch-Visualisierungen unterlegen.)
[Auch DIE LINKE in Bremen findet, dass der Hai nett aussieht.]

Montag, 20. April 2009

Bad Herrenalb im Schwarzwald: La Balconissima!

Nun ja: die Zahl der Sehenswürdigkeiten in Bad Herrenalb ist doch sehr überschaubar.

Zwar liegt dort ein Paradies; aber das ist genauso kaputt wie heutzutage alle ehemaligen Paradiese (oder was wir dafür gehalten haben) auf der Erde.

Freitag, 3. April 2009

Ein Satz von Sätzen für die Vitrine: Der sparsame Verbraucher in der Janus-Ökonomie


Über die Auswirkungen der gegenwärtigen ökonomischen Great Depression in den USA auf die Menschen berichtete USA TODAY am 29.03.2009 u. d. T. " 'Perfect storm' puts all types in financial peril".

Unter der Zwischenüberschrift "What to do before layoffs" gibt die Zeitung Ratschläge für ein kluges Finanzgebaren in der aktuellen Weltwirtschaftskrise. Die sind insofern interessant, als sie zum einen spezielle amerikanische Probleme aufzeigen und zum anderen den Übertragungsmechanismus, welcher die kleinen Feuer bei den Einzelnen zum großen (Deflations-)Feuersturm für die ganze Volkswirtschaft machen kann.

Donnerstag, 2. April 2009

Lidl-Werbung "Luxus für alle": Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte ...

... wenn ich einen solchen Werbespruch lese.


Nicht zum ersten Mal wirbt der Discounter Lidl mit dem Slogan "Luxus für alle".
Doch reißt mir darob jetzt erstmalig der Geduldsfaden.

Auf der Webseite "Werbewahn.net" findet sich hier ein (allerdings relativ unkritischer) Eintrag vom 24.12.2006. Möglicher Weise hat Lidl damals erstmalig mit diesem Motto geworben? Auf der Webseite "Slogans.de" finde ich ihn leider nicht.

Die Schattensegler. Zweifelhafte Aktivitäten der Europäischen Zentralbank (EZB) im Schatten der Fed?


Während die Welt über die Aktivitäten der Fed diskutiert, sie lobt oder kritisiert (vorzugsweise aber beides zugleich: "Ja, aber ..."), findet man hier und da Hinweise darauf, dass auch die EZB nicht unbedingt ein Hort der geldpolitischen Solidität ist.
So lesen wir in dem Dossier "Drohende Staatspleiten. Ende des irischen Ratingglücks" der Financial Times Deutschland (FTD) vom 17.02.09von André Kühnlenz und Mark Schrörs:
"Eine indirekte, wenig beachtete Hilfe der EZB für einzelne Staaten stellen de facto die gelockerten Bestimmungen für Sicherheiten bei Refinanzierungsgeschäften dar. Seit Mitte Oktober 2008 akzeptiert die EZB Bonds - auch Staatsanleihen - bis zu einem Rating von "BBB-" statt zuvor "A-". Solange Banken Staatsanleihen bei der EZB hinterlegen und dafür Liquidität bekommen können, haben sie einen Anreiz, Staaten die Papiere abzunehmen."
Mit anderen Worten: Auch die EZB beleiht mittlerweile jedweden Schrott! Und man darf wohl vermuten, dass das auch zu einer Ausweitung der Geldversorgung führt.

Dienstag, 31. März 2009

Landgraf, werde Zeisig! Kommentare zum kommenden G-20-Gipfel in London in Handelsblatt und Financial Times Deutschland (FTD)

Lucas Zeise erklärt in seinem Kommentar in der FTD vom 31.03.2009 "Warum sich nichts ändert".
Zu meinem Erstaunen macht er ausgerechnet die Bundesregierung dafür verantwortlich, dass bei der Londoner Tagung der G20 vermutlich in Sachen Bankenregulierung nicht allzuviel herauskommen wird. Hat nicht gerade unsere Regierung öffentlich und lautstark ein mehr an Regulierung verlangt?
Zeise zufolge hat sie jedoch ganz bewusst, geradezu vorsätzlich, "den Ex-Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) Otmar Issing zum Vorsitzenden ihres Beratungsgremiums ... [gemacht]. Sie [Angela Merkel] und Steinbrück wussten, was sie taten: Issing ist bekennender Deregulierer."
Entsprechend negativ beurteilt Zeise die Vorschläge des Beratungsgremiums:

Montag, 30. März 2009

Ein Wort für die Vitrine: Tittytainment


Michael Nystroms Webseite "BullnotBull" verdanke ich den Hinweis auf eine Erläuterung des Begriffs Tittytainment.

Erläutert wird die Bedeutung dieses Wortes auf der (ansonsten leeren) Webseite "tittytainment.com".

Ein Wort, das man sich merken sollte; zumindest will ich es im Gedächtnis behalten.

Samstag, 28. März 2009

„Ceci n’est pas une inflation“ oder: Eine Inflation gibt es nicht!


"Ceci n'est pas une inflation" mögen sich die Fed-Verantwortlichen, zuerst mit Alan Greenspan und dann mit Ben Bernanke an der Spitze, angesichts des Immobilienbooms gedacht haben. Und wenn ich dann noch behaupte "Eine Inflation gibt es nicht", klingt das zunächst sogar wie eine Bestätigung.

Mittwoch, 25. März 2009

Guten Morgen ihr Nachtwächter! Oppositionsparteien fordern endlich Untersuchungsausschuss für HRE-Desaster. (Und warum nicht für Regulierungsdebakel?)

"Hypo Real Estate. Untersuchungsausschuss zu HRE gefordert" konnte man im Handelsblatt vom 24.03.09 lesen:
"Der Niedergang der Bank Hypo Real Estate (HRE) und die massiven Staatshilfen für den Immobilienfinanzierer sollen im Wahljahr von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss durchleuchtet werden. Die Bundestagsfraktion der FDP beschloss die Einsetzung des Gremiums. Zuvor hatte bereits die Partei Die Linke damit geliebäugelt, die Grünen sind ebenfalls dafür."

Und noch am gleichen Tag hieß es:
"Untersuchungsausschuss. Opposition macht bei HRE-Untersuchung Tempo":
"Die Opposition setzt wegen der Bundestagswahl in Sachen HRE auf schnelle Entscheidungen. Die Opposition macht beim angestrebten Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Krise der Immobilienbank Hypo Real Estate Tempo. Das Gremium, das ein mögliches Versagen der Regierung im Zuge des Niedergangs des Instituts und bei den Staatshilfen beleuchtet will, soll nach Angaben von Links- Fraktionschef Gregor Gysi bereits an diesem Freitag eingesetzt werden."

Endlich ehrlich! Klaus F. Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), bricht eine Lanze für die Astrologie!

In seinem Handelsblatt-Gastbeitrag vom 20.03.2009 "Warum Prognosen die Krise verschärft haben" begründet Professor Klaus F. Zimmermann u. a. den Nutzen von Horoskopen:
"Horoskope können auch zu Verhaltensänderungen der Wirtschaftssubjekte führen, die die Vorhersagen ungültig machen - oder sie bestätigen. In diesem Fall ist es aber nicht mehr so wichtig, ob Voraussagen tatsächlich eintreffen. Es kommt nur darauf an, dass sie von den Akteuren als informativ angesehen werden, und ihre Entscheidungen verbessern. Dann sind mehr Horoskope wünschenswert, auch wenn sie schlussendlich wegen der Anpassungsreaktionen als falsch gemessen werden. ..... Wirtschaftshoroskope sind immer unsicher. Sie werden gemacht, um Orientierung zu bieten und die vorhandenen Informationen zu kondensieren. Die oft kritisierte Voraussagevielfalt ist nützlich, denn sie misst den jeweils vorhandenen Grad an Unsicherheit unter den Astrologen. Wichtig ist nicht, ob eine Vorhersage eintritt, sondern ob sie zu positiven Verhaltensänderungen führt."
Gell, das meine ich doch auch: wenn in der Zeitung steht "Mars und Venus sind zur Ruhe gekommen, gute Voraussetzungen, um das Rauchen aufgeben", dann ist das doch sehr positiv: vielleicht legt die eine oder andere (heutzutage sind es eh' vorwiegend die Frauen, die noch rauchen) daraufhin die Glimmstengel auf ewig beiseite?
Freilich ist Prof. Zimmermann keineswegs unkritisch gegenüber den Ökastrologen:
"Horoskope beeinflussen Stimmungen, Stimmungen prägen Verhalten, Verhalten gestaltet die Wirtschaftsentwicklung. Auch der Stellenwert von Vorhersagen muss deshalb hinterfragt werden dürfen. In Zeiten vermuteter großer Krisen oder bereits einsetzender schwerer Krisen können Horoskope brandgefährlich sein."
Sicher, haben wir ja beim König Krösus von Lydien erlebt: "Wenn Du den Fluß Halys überschreitest, wirst Du ein großes Reich zerstören" hatte das Orakel dem prophezeit. Und wer weiß, was irgendeine Wiener oder Münchener Pythonia dem Adolf vorhergesagt hat? Vielleicht: "Du wirst ein großer Führer werden"? Man sieht, Astrologen wie z. B. der Giovanni Battista Seni, sind wirklich gefährliche Leute.

Dienstag, 24. März 2009

Wasser nur aus Plastikflaschen ist besser als Wasser im Gehirn! Warum Günter Seuferts Zeit-Artikel zum Weltwasserforum Cangrande zum Brodeln bringt


Offener Brief an Günter Seufert, Verfasser des Zeit-Artikels "Weltwasserforum. Wasser nur aus Plastikflaschen" vom 24.03.2009 über das Weltwasserforum in Istanbul.
("Experten haben in Istanbul über die Wasserprobleme der Welt diskutiert. Die Teilnehmer mussten nicht weit schauen, um gravierende Missstände zu entdecken. .....")


Lieber Herr Seufert,

Ihr Bericht fängt mit Plastikflaschen (bzw. der Tendenz nach: gegen Plastikflaschen) an und hört auf mit Staudämmen bzw. genauer: mit der obligaten Staudammkritik von Leuten, die keine Talsperren brauchen, weil das Wasser bekanntlich aus dem Hahn kommt.

Wie schafft man das: synchron über den Mangel an trinkbarem Leitungswasser (hier: in der Türkei) und über den Bau von Staudämmen zu jammern?

Ganz einfach: man macht einige interessante Beobachtungen; die reichen für einen Artikel nicht aus. Weil man auch nicht nachdenken will (das könnte eigene Vorurteile zerstören) schaltet man auf den umweltpolitisch korrekten Autopiloten im Gehirn um und lamentiert, natürlich, über den Bau von Staudämmen. (In Ihrem Artikel geht es um die Türkei, aber sicherlich hätten Sie den gleichen Singsang vom Stapel gelassen, wenn das Weltwasserforum in China, Indien oder Thailand zusammengekommen wäre).

Ich kann nur staunen über jene (für mich: unerträgliche) Leichtigkeit des Seins, welche das Denken so problemlos ausschalten kann.

Gewiss mag es sein, dass diese Staudämme nicht oder nicht in erster Linie der Trinkwasserversorgung dienen sollen. Aber die Zerstörung eines Naturschutzgebietes für einen Staudammbau ist in keiner Weise negativ korreliert mit dem geforderten Menschenrecht auf Wasser.

Ich habe bereits in einem früheren Blott ("terreur-des-sommes") auf die Widersprüche aufmerksam gemacht, in welche sich wohlmeinende Wasserbau-Widersacher verwickeln.
Die wollen ohne Rücksicht auf Verluste alles bekämpfen: den Hunger, die Unwissenheit, die Krankheiten, den Trinkwassermangel, die Verwendung nicht-erneuerbarer Ressourcen für die Energiegewinnung - und die Staudämme.

Wo z. B. Ägypten heute wäre ohne den Assuan-Staudamm: dieser Frage stellen sich diese Schmetterlings-Schützer nicht. Lieber spinnen sie sich ein in ihre heile-Welt-Kokons, in ihre feuchten Träume von glücklichen Primitiven, die selbstverständlich ein Recht auf moderne Gesundheitsfürsorge haben. Diese mentalen Seidenraupen leben in einer Welt, welche mit Menschen proppevoll gefüllt ist und die sogar (auch dank ihrer mitleidigen Hilfe) ständig voller wird. Das verantwortungsenthobene Volk der Traumtänzer schert sich nicht drum, mag auf keinen Fall wider die Stachel der Widersprüche im eigenen Denken löcken. Lieber reitet man in einer Kavalkade der intellektuellen Verantwortungslosigkeit auf Traumpfaden zu neuen Menschenbeglückungsturnieren.

Macht doch nichts, wenn die Länder keine erneuerbare Energie (aus Wasser) gewinnen oder ihre Felder nicht bewässern können: dann müssen wir denen halt helfen, ihre Völker zu nähren, kleiden, ihnen sauberes Trinkwasser, hygienisch einwandfreie Toiletten und eine State-of-the-Art-Gesundheitsbetreuung zu beschaffen. Schließlich sind "wir" sind ja sooooo reich, da können wir doch massig was abgeben? (Und außerdem ist es sowieso unsere Schuld, wenn die sich so fruchtbar mehren: die wo wir nicht kolonialisiert haben, denen haben wir die Hygiene gebracht.)


Meine herzliche Bitte an alle, deren Bereitschaft zu einem vernetzten (Friedrich Vester) Denken lediglich "di aqua" (Pietro Aretino) ist:

Berauscht euch an dem (freilich um den Preis des Anthropomorphisierens) sprachlich wunderschönen Wassertext von Elfriede Jelinek aus ihrem Roman "Gier":
"Wildes, grandioses Wasser, fällst mit hocherhobenem Köpfchen, auch wenn man Dich bereits gezähmt hat! ....."
Und lasst ab von der Vergiftung unserer diskursiven Umwelt mit romantischer Naturträumerei auf dem intellektuellen Niveau der Gartenlaube!

Nein: auch ich bin nicht glücklich über die Zerstörung von Natur. Nur sehe ich bei denen, die ständig darüber klagen, nicht die mindeste Bereitschaft, dem eigentlichen Problem ins Auge zu schauen: der zügellosen Vermehrung der Menschheit. Ganz im Gegenteil sind diese "guten" Menschen meist die ersten, die ein besseres Leben (d. h. im Ergebnis: mehr Ressourcen- und Umweltverbrauch) für die 3-Welt-Länder fordern usw.
Doch wenn die dortigen Menschen ihre Chancen realisieren wollen (genau so, wie wir das gemacht haben und immer noch machen: einst z. B. indem wir die Lüneburger Heide entwaldet haben, worauf wir heute sogar noch stolz sind!), dann bläst dieses Volk gewaltig die Backen auf!


Ich aber höre besser auf, mich weiterhin über jene Denkentwöhnten zu echauffieren: auf dass nicht der Strom meines heiligen Zorns mich in die Gullys der Verbalinjurien hinabspüle!


Nachtrag 25.03.09
Weiterer Artikel in der ZEIT zum Thema: "Weltwassertag. Der politische Wille fehlt"
v. Marianne Alker und Matthias Krause, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik 24.3.2009:
"Grenzübergreifende Maßnahmen zum Schutz unseres Trinkwassers sind immer noch die Ausnahme".


Textstand vom 01.06.2024

Sonntag, 22. März 2009

"Krise ohne historisches Beispiel" + "Das ist eine Entwicklung, die wir nie gesehen haben": 2 Handelsblatt-Interviews v. April 2008 + März 09


Einen interessanten Rückblick auf den Debattenstand (bei denjenigen, welche den Durchblick hatten) vor einem Jahr und die damaligen Prognosen über die zukünftige Krisenentwicklung ermöglicht die Lektüre des Handelsblatt-Interviews vom 08.04.2008 von Torsten Riecke mit Mohamed El-Erian, Co-Chef des Anleihefonds Pimco, u. d. T. "Krise ohne historisches Beispiel".
Ich beschränke mich hier großenteils auf eine Wiedergabe von Auszügen, möchte aber die Leser noch einmal daran erinnern, dass es sich nicht (wie es oft scheinen mag) um einen aktuellen Kommentar zur Welt-Wirtschaftskrise handelt, sondern dass El Erian (wie auch andere) bestimmte Entwicklungen bereits vor einem Jahr prognostiziert hat (Hervorhebungen von mir):

Twingly als teuflische Versuchung: Intellektuelle Jingle Mail von mir zum Handelsblatt?


In einer ganzen Reihe von amerikanischen Bundesstaaten (darunter dem für den Immobilienmarkt sehr wichtigen bzw. für die Immobilienkrise in hohem Maße "verantwortlichen" Kalifornien) besteht die gesetzliche Möglichkeit, eine Immobilienhypothek als "nonrecourse debt" oder rückgriffslose Verbindlichkeit, aufzunehmen. Dem Gläubiger gegenüber haftet dabei lediglich die Immobilie, nicht der Hauskäufer persönlich mit seinem sonstigen Vermögen. Das bietet natürlich einen erheblichen Anreiz, bei einem starken Preisverfall aus dem Haus auszuziehen und es dem Leihgeber zu übergeben.

Freitag, 20. März 2009

Wolfgang Münchau: was ist Wahrheit? oder Die Trompeter von Sick-ingen


Auch ich lese natürlich recht häufig englischsprachige Webseiten, zum allergrößten Teil aus den USA. Die sind meist informativer als die deutschsprachigen, was bei der Finanzmarktkrise ja auch kein Wunder ist: Seismographen im Zentrum des Bebens liefern naturgemäß die besseren Aufzeichnungen.
Manche meiner Landsleute scheinen bei einer solchen Lektüre allerdings die Orientierung zu verlieren.

Freitag, 13. März 2009

Ein Bild lügt mehr als tausend Worte. Irreführende Werbung für die Frühstücks-Angebote von McDonalds

Wer möchte da nicht zugreifen -


wo es ein Frühstück "schon ab 1 €" zu kaufen gibt?


So jedenfalls suggeriert uns die Vorderseite des Faltprospekts mit dem Titel "easy morning" von McDonalds Deutschland dem Verbraucher: mit der Abbildung eines Bechers Kaffee und eines McMuffin Bacon & Egg. Und mit der Unterzeile "Das neue Frühstück bei" McDonalds.













Ein Blick auf die Rückseite






















sowie auf die beiden Innenseiten

zeigt indes: In Wirklichkeit gibt es zwar verschiedene Snacks für einen Euro (und wohl auch den Cappuccino), aber kein Frühstück. Denn das umfasst nach meiner, und zweifellos auch nach der gängigen Vorstellung in der Öffentlichkeit, also bei den anderen Konsumenten oder Kunden oder Verbrauchern, immer mindestens eine Speise und ein Getränk.

Deshalb bezeichne ich diese Werbung als eine Irreführung der Verbraucher und als unlauteren Wettbewerb.












Textstand vom 13.03.2009. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb
des jeweiligen Eintrages.
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Mittwoch, 11. März 2009

Dudenhöffer non è di aqua. Wer machte mit welchen Motiven sein Automotive Research Center für die Opel-Studie flüssig?


Leser meines Blotts "Opel: Rettung für lebendige Tote? Steuergroschen für GM? Ist Deutschlands Politik plemplem?" (16.11.08 ff.) haben vom "Autopapst" Professor Dr. Ferdinand Dudenhöffer zur Frage der Opel-Rettung ein breites Meinungsspektrum im Stil von 'Wie es euch gefällt' vernommen:

Ein Name ist derzeit bei der Berichterstattung über die Opel-Krise in aller Medien Munde: Professor FERDINAND DUDENHÖFFER.
Der äußert sich .. sphinxhaft mal so mal so. Einerseits fordert er Rettungsmaßnahmen der Regierung, andererseits bezweifelt er die Überlebenschancen der Firma Opel.
"Opel war jahrelang auf Hilfen angewiesen und steht derzeit fast ohne Liquidität da", erklärt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Die Rettung von Opel berge ein enormes Risiko und sei ohne einen finanzstarken Investor nicht zu machen. Ein solcher Investor habe derzeit aber eine große Auswahl, weil die meisten Autohersteller bemerkenswert geringe Börsenbewertungen aufwiesen. "Wieso sollte sich ein Interessent deshalb ausgerechnet für Opel entscheiden?" wird Dudenhöffer hier zitiert.
Dort freilich verlangt er Staatsknete:

Sonntag, 8. März 2009

Recht - gerecht - richtig. Die Opel-Krise und mein (partieller) Meinungswandel in der Enteignungsdebatte.

 
Für mich war es selbstverständlich: wenn der Staat insolvente Firmen rettet, soll er auch Eigentümer werden (und selbstverständlich ohne etwa eine Entschädigung an die Alteigentümer zu zahlen).

In der Enteignungsdebatte um die Banken stehe ich nach wie vor zu dieser Meinung, wie ich sie in dem Blott "HRE Enteignungsdiskussion: Ministerpräsident Oettinger gegen christliche Goldfinger?" geäußert habe.
Bei anderen Firmen, konkret bei der Firma Opel, hat ausgerechnet ein Handelsblatt-Kommentar von Pierre Briançon (breakingviews.com) vom 05.03.2009, der eben diese Meinung vertritt, bei mir einen Sinnes wandel herbeigeführt.

Mehr Milch für die Mütter! Die Grünen als Seelsorger in der Opel-Krise

"Der Konsul von Florenz" heißt das Buch, aus welchem ich hier die Milch für meinen Titel sauge, und wurde verfasst von David Tutaev. Es beschreibt die (großenteils erfolgreichen) Bemühungen von Gerhard Wolf, damaliger deutscher Konsul in Florenz, die Stadt in der Endphase des 2. Weltkrieges (1944) vor Kriegszerstörungen zu bewahren.
Der Inhalt steht mir nur noch in sehr grober Form vor Augen, aber eine Passage, die Tutaev nur nebenbei erwähnt, ist haften geblieben. Die Lebensmittel wurden knapp, und insbesondere auch die Milch. Die Milchrationen für werdende Mütter waren absolut unzureichend, woraufhin der Erzbischof von Florenz den deutschen Stadtkommandanten aufforderte, die Rationen zu erhöhen.
Nun war zweifellos die Milchknappheit kein von den Nazis bzw. der deutschen Wehrmacht künstlich erzeugter Mangel, etwa zur Ausrottung von italienischem Nachwuchs im Rahmen der nationalsozialistischen Rassepolitik. Vielmehr war, wie es im Krieg halt manchmal so geht, das Zeug einfach nicht in ausreichender Menge vorhanden.
In einer solchen Situation nützt es naturgemäß wenig, plakative Forderungen an den Stadtkommandanten zur Aufstockung der Rationen zu richten. Dennoch kommt so etwas beim Publikum immer gut an.

Freitag, 20. Februar 2009

Lässt Klingklax sich klaglos beklauen? Keine Euro-Anleihen zur Rettung der Mittelmeer-Länder! Keine deutschen Steuergelder gen Süden senden!


Im Internet finde ich ihn nicht, den Klingklax, doch bin ich ganz sicher, ihm einst in einem Buch über das Italien zur Zeit des 2. Weltkrieges begegnet zu sein. In den Anfangsjahren, als man einen Sieg der Achsenmächte noch nicht ausschließen konnte, ging dort ein Spruch um, dessen Tenor lautete: "Lasst doch den Klingklax die (Drecks-)Arbeit machen". Der Ausdruck hat die onomatopoetische Anmutung von Stiefelschritten, und tatsächlich bezog er sich in diesem Zusammenhang auf die deutsche Wehrmacht.
Eigentlich aber war es die Markenbezeichnung für ein Abführmittel.

Ums Abführen geht es auch bei den Euroanleihen (d. h. hier nicht "in Euro denominierte Anleihen" sondern "Anleihen, die von den Ländern der Euro-Zone gemeinsam begeben werden").
Die abgewirtschaftete Londoner Finanzwelt wackelt mit der Feder, und gehorsam kotzen uns Deutschlands Publizisten das Wiedergekäute vor die Füße:
Der deutsche Steuerzahler soll zum Dukatenscheißer für die europäischen Südländer werden - Griechenland, Italien, Portugal; vielleicht braucht Spanien ja auch noch Geld: egal, ab damit, sendet unser Geld gen Süden!

Mittwoch, 18. Februar 2009

Nun Volk hör auf: deine Volksparteien zu unterwandern. Nun Flüchtlingssturm, brich los! Nein, war nicht so gemeint, Hr. Perger?

Merkwürdig: immer dann, wenn in einer Demokratie mal der Volkswille herrschen soll, kriegen viele feine Demokraten Magenkrämpfe. Man weiß ja schließlich, was richtig isst - im Gegensatz zum Volk, das eh' nur in dunklen Stuben beisammensitzt und dort ein dumpfes Stammtischmurmeln absondert.

Nun gibt es zweifellos eine ganze Reihe von Themenfeldern, wo dem Volk ein sachkundiges Mitreden schwer fällt. Bankenrettung, Wirtschaftspolitik oder gar Währungspolitik: da fehlen entweder zum einen die erforderlichen Fach- und Sachkenntnisse, und zum anderen der nötige Zeithorizont. Scheinbar wirksame Sofortlösungen können aber, gerade auf diesen Gebieten, mittel- und langfristig verheerende Folgen haben.

Bei der Frage indes, wer sich auf dem Territorium eines anderen Volkes niederlassen darf, sollten doch wohl die Mitglieder des Volks-Vereins ein Mitspracherecht haben? Oder sollen wir alle reinlassen, denen es daheim nicht gut geht, und die deshalb hier an den Hartz IV-Honigtöpfen saugen möchten?

Nun, das hat Hr. Perger ja nicht gesagt.
Werner A. Perger beschränkt sich in der ZEIT ONLINE vom 18.02.2009 in seinem
Kommentar "Flüchtlinge. Wie der Populismus die Volksparteien unterwandert" auf das Gebiet der politischen Hygiene. "Flüchtlingsbekämpfung" ist ein Wort, das ihm nicht gefällt.

Darüber kann man lange reden; es ist indes nicht sonderlich demokratisch, sondern eher hinterfotzig, wenn man der öffentlichen Meinung inhaltliche Positionen auf dem Weg über scheinbar bloße Stilfragen unterjubeln will.
Das ist natürlich intelligenter als der Stammtisch, aber es ist eine hinterhältige Strategie, uns die geistigen Waffen zur Verteidigung unseres Raumes aus der Hand zu luchsen, "unser Raum" als Raum verstanden, wo 'wir' unsere Kultur aufgebaut haben, die wir nicht demontiert und nicht überformt sehen wollen. Das ist keine Frage der Qualität, und auch die Legitimität dieser Position hat nichts damit zu tun, ob unsere Kultur besser oder schlechter als andere ist: My home is my castle, my country is my home - und nicht die Siedlungspampa für die ganze Weltbevölkerung und auch nicht und schon gar nicht den verelendeten Teil davon.


Die eigentliche Frage ist also "wolle mer jeden reinlasse", oder wollen wir das nicht. Davon, aber auch davon, mit welchem Maß an Aggressivität die Flüchtlinge in unser Territorium einzudringen versuchen. Schon der Terminus Flüchtlinge ist bei der Anwendung auf sogenannte "Wirtschaftsflüchtlinge" ein Euphemismus, auch wenn uns das meist nicht bewusst wird. "Fliehen" im eigentlichen Sinne kann man nämlich nur vor einer drohenden Gefahr, einst z. B. "vor den Russen", "vor den Nazis" oder "vor den Deutschen". Wirtschafts"flüchtlinge" sind indes gar keine Flüchtlinge in diesem strengen Sinne; in korrekter Bezeichnung, aus der Perspektive derjenigen, die sich von ihnen bedroht fühlen, müssten sie als Eindringlinge bezeichnet werden.

Da würden Herr Perger und andere Menschheitsfreunde fraglos noch mehr toben, aber die aggressive Zuwanderung in Wohlstandsländer ist keine Flucht. Wir sollten also Hr. Perger insoweit durchaus Ernst nehmen, als wir uns um Bezeichnungen bemühen, welche unsere Sicht der Dinge wiedergeben.

Wer sich daran stört, dass andere den Begriff der "Bekämpfung" verwenden, wenn sie den Flüchtlingsansturm auf unser Siedlungsterritorium abwehren wollen, der will ihn halt nicht bekämpfen, sondern hinnehmen. Er will uns zunächst das begriffliche Instrumentarium madig machen, mit welchem wir den Sachverhalt aus unserer Interessenposition heraus beschreiben. Und wenn uns erst die Worte fehlen, wenn starke Worte illegitim geworden sind, dann sind wir auch zur energischem Handeln nicht mehr fähig.

Das ist der eigentliche Sinn seiner Kritik (und der zahlreichen ähnlich operierenden Kritiker), diese Zielsetzung gilt es zu erkennen, zu denunzieren (wie Herbert Markuse und nach ihm die 68er gesagt haben würden) und zu bekämpfen.

Ein gewisser Bevölkerunsaustausch ist zweifellos sinnvoll; Stagnation liegt nicht in unserem wohl verstandenen Interesse. Doch müssen wir, gerade jetzt in den Zeiten der Wirtschaftskrise, und weitaus mehr und weitaus härter noch in den Zeiten der Ressourcenkrise (Peak Oil / Ölfördermaximum usw.) unsere legitimen Interessen als Volk mit allem Nachdruck verteidigen.

Wir, das Volk, dürfen uns weder in die Nazi-Ecke drängen lassen, noch dürfen wir uns zu Vollidioten umerziehen lassen, die alle und jeden bei uns reinlassen. Die Härte der Abwehr muss der Härte des Angriffs entsprechen - bei der illegalen Einwanderung wie übrigens auch auf anderen Gebieten (z. B. bei der Piratenbekämpfung).

Wer im vorliegenden Zusammenhang mit negativer Bewertung von "Rechtspopulismus" spricht, schwingt zwar die "Ihr-seid-böse-Nazis"-Argumentations-Keule noch nicht sichtbar, hält sie aber hinter seinem Rücken schon bereit. Logisch ist das natürlich unhaltbar; Menschen umzubringen, die Teil der eigenen Kultur sind und sich als Teil dieser Kultur fühlen, ist eines; Menschen - ggf. auch mit Gewalt - am Eindringen zu hindern, um unseren eigenen Lebensstandard und/oder unsere ganz spezifische Lebensweise ("Kultur") zu sichern, ist etwas völlig anderes. Es geht heute nicht darum, andere anzugreifen. Wir müssen aber und wir dürfen uns entschlossen und auf eine Weise verteidigen, die Erfolg verspricht. Massenhafte illegale Einwanderung ist eine Form des Angriffs auf unser Territorium und, je nach Umfang, ggf. längerfristig auf unsere Lebensform. Solche Angriffe müssen wir abwehren und nötigenfalls auch die Härte unserer Abwehr so lange steigern, bis wir die Angreifer von der Aussichtslosigkeit überzeugt haben.

"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt" reimten die 68er. Und hatten gar nicht so Unrecht. Wir, die Völker (oder das Volk?) Europas, brauchen ein neues Selbstbewusstsein, damit wir uns bei der Verteidigung unserer legitimen Interessen uns nicht mehr verunsichern lassen.

Wer immer der Meinung ist, dass man den Armen der Welt eine Chance geben sollte, mag ganz persönlich seine eigenen Scherflein gen Süden senden.
Doch leider läuft (nicht im konkreten Aufsatz Perger, der dieses Thema gar nicht berührt, aber doch sehr häufig in der Diskussion) die Moral der Guten meist darauf hinaus, den anderen in die Tasche zu greifen, um das eigene Gewissen zu streicheln - indem man die Hilfebedürftigen reinlässt, oder indem man eine wachsende Weltbevölkerung durchfüttert.
Mit der Begründung "Wir sind so reich", da müssen "wir doch etwas für die Armen tun", wird nicht das eigene Portemonnaie gezückt, sondern der Steuerzahler geschwitzt. Und vorzugsweise erhöht man dann die Mehrwertsteuer: das trifft ausgerechnet die Reichen am wenigsten und die eigenen Ärmsten am ehesten. (Und dann heißt es wieder "Eine Schande, wo wir doch so reich sind ...", und die nächste Steuererhöhungsrunde ist eingeläutet.)

Ethikpopulisten wie Perger sind auf ihre Weise ebenso kurzsichtig wie das Volk. Ihr Denken ist aus der Fülle geboren, welche wir derzeit genießen. Dass diese schon sehr bald zu Ende sein wird (der Ölpreis von 150,- USD pro Barrel im vergangenen Juli war ein erster vager Vorgeschmack darauf), liegt außerhalb ihres Blickfeldes.

Eigentlich müssten wir uns jetzt auf vielfältige Weise auf die kommenden Knappheiten vorbereiten:

Demographisch, indem wir die Schrumpfung unserer Bevölkerung nicht mit der Brechstange bekämpfen (und, wie es momentan scheint, leider sogar erfolgreich - vgl. z. B. Handelsblatt-Meldung "Bevölkerung. Die Deutschen kriegen wieder mehr Kinder" vom 15.02.09).

In der Raumordnung durch einen Stopp (und möglichst eine Umkehr) der Zersiedelung.

Technologisch durch alternative Energien, aber z. B. auch durch Überlegungen für eine optimierte Agrarwirtschaft (weitgehend) ohne Rohöl. Und in nicht allzu ferner Zukunft sogar ohne abbauwürdige Phosphatvorkommen (hier ein deutscher Text darüber).

Mental, indem wir uns auf eine Neue Härte einrichten: eine Härte des Lebens, aber auch harte Grenzziehungen. Piraten? Versenken! Unerwünschte Eindringlinge? Abwehren! Es geht aber keineswegs nur um Härte nach außen; auch im Innern, untereinander, müssen wir bereit sein, ggf. auch mit extremen Maßnahmen unsere Infrastruktur so lange wie möglich und so intakt wie möglich zu erhalten.
Schon in den letzten Jahren häuften sich wir "Dank" stark gestiegener (vgl. z. B. Handelsblatt-Bericht "Rohstoffdiebstahl. Versilberte Bronze" vom 28.05.2008 oder "Kupfer-Klau: Skrupellose Jagd auf das teure Metall" in den Lübecker Nachrichten vom 20.02.08). Ein anschauliches Beispiel (wenn auch nicht gerade der für Metalldiebe attraktivste Rohstoff) sind Bahnschienen. Beliebter waren und werden sein Kupferkabel (Stromkabel, Telefonkabel).
Aus unserem derzeitigen saturierten Blickwinkel (oder Bettwinkel) klingt es geradezu hysterisch, wenn ich (für zukünfte Zeiten der sich ständig verschärfenden Ressourcenverknappung) fordere: "Plünderer werden erschossen!" Das kann man sich heute nicht vorstellen (will ich auch heute nicht); da mag auch niemand dran denken. Doch kann eine Rechtspflege im Zeitalter der Ressourcenerschöpfung nicht mehr dieselbe sein wie heute.

Ich freilich denke, dass wir uns auf jede Weise, mental, organisatorisch und technologisch auf die Rohstoffverknappung vorbereiten sollten. Dass wir das allerdings beizeiten tun werden, bezweifle ich.



Ein Beispiel dafür, wie man sich in früheren Zeiten erfolgreich seiner Haut wehrte, bzw. seinen Handel schützte, präsentiert uns, beiläufig, die Historikerin Margrit Schulte Beerbühl in ihrem Artikel "Welthandel. Die Deutschen von London", in der Zeit Online vom 12.02.09 (meine Hervorhebung):
"Zu jener Zeit war der Handel mit den Mittelmeerländern von London aus nicht nur lukrativer, sondern auch erheblich sicherer. Piratenüberfälle machten den Hamburgern die Reise schwer. Unter englischer Flagge indes liefen die Geschäfte gefahrloser: Wagten die Piraten Übergriffe auf die Schiffe, so hatten Städte wie Algier und Tunis, die Heimathäfen der Seeräuber, mit schweren Gegenmaßnahmen der Navy zu rechnen. Und das schreckte ab."
Der derzeitige Spuk etwa vor der Küste von Somalia wäre sehr schnell zu Ende, wenn man wenigstens die Piratenschiffe versenken würde, ggf. auch in den Häfen. Angriffe auf die Städte oder gar mit Bodentruppen wären völlig überflüssig.




Textstand vom 18.02.2009. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
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Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

Sonntag, 15. Februar 2009

Neuartige Buchgeldschöpfung im Finanzsystem als Ursache der Finanzmarktkrise: Heureka oder Denkfehler?

Die nachfolgenden Ausführungen habe ich ursprünglich als ZEIT Leser-Artikel konzipiert und (hier) publiziert. Ich übernehme sie hier in weitgehend derselben Form. Der Appell, mich bei der Lösung der aufgeworfenen Frage zu unterstützen, gilt mutatis mutandis natürlich auch für den (wenn gleich eher unwahrscheinlichen) Fall, dass eine(e) Bankbilanzierungskundige(r) in meinen Blog verirren sollte. 

Freitag, 13. Februar 2009

HRE Enteignungsdiskussion: Ministerpräsident Oettinger gegen christliche Goldfinger?

Für den Beobachter (Steuerzahler, Wähler) das größte Problem bei der Debatte um die Hypo Real Estate Holding Holding AG (HRE) ist der Umstand, dass man nirgends Genaueres über die Probleme dieser Bankengruppe erfährt. Zumindest in denjenigen einschlägigen Artikeln, die ich bisher gelesen hatte, aber auch in den zahlreichen beim Wikipedia-Eintrag verlinkten Berichten (von denen ich allerdings aus Zeitmangel jetzt nur den einen oder anderen anschauen konnte), bleiben die Details des Desasters konturlos.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Steuersenkungsversprechungen als Urnenfüllende Wahlkampflügen

Fromme Wünsche äußert Donata Riedel im Handelsblatt-Artikel "Nicht ohne kleine Steuerlüge" vom 12.02.2009:
"Die gigantischen Milliardensummen zeigen jetzt schon, dass nicht politische Grundüberzeugungen, sondern schlichte Grundrechenarten Steuersenkungen lange unmöglich machen werden. Das Geld für die Bankenrettung müssen die Steuerzahler aufbringen - Euro für Euro. Deshalb wäre es gerade aus deren Sicht zu wünschen, dass die Große Koalition aufhört, über unbezahlbare Steuersenkungen zu streiten, und alle Energie darauf richtet, erst einmal die Kosten der Krise einzudämmen."

Im Land der doch nicht ganz so Freien: "Inclusionary Zoning" und andere staatliche Regulierungen des Wohnimmobilienbaus in den USA


Kürzlich habe ich als Informationsquelle für wirtschaftswissenschaftliche Lehrmeinungen wie auch aktuelle Entwicklungen die amerikanische Webseite "Library of Economics and Liberty" für mich entdeckt. U. a. enthält sie eine "Concise Encyclopaedia of Economics" mit zahlreichen ausführlichen Artikeln von teilweise hochkarätigen Wirtschaftswissenschaftlern (vgl. z. B. das Stichwort "What Is the Money Supply?" von Anna J. Schwartz, die 1963 zusammen mit Milton Friedman das in Ökonomenkreisen berühmte -teilweise auch berüchtigte- Buch "A Monetary History of the United States, 1867–1960" verfasst hatte; dieser Artikel ist nicht nur fundiert, sondern auch leicht verständlich geschrieben).
Man darf die Einträge freilich nicht allzu naiv lesen, denn häufig erscheinen sie doch allzu Deregulierungs-euphorisch. Gleichwohl erscheint mir dieses Wirtschaftslexikon (und auch diese Webseite insgesamt) als eine wertvolle Informationsquelle.