Donnerstag, 25. Mai 2006

Heute WIEHERT Canabbaia

Als ein in der Wolle gefärbter Lyssenkonianer ist Canabbaia natürlich verpflichtet, beim menschlichen Verhalten die Dominanz der Umweltprägung über die genetische Codierung zu beweisen. Deshalb hat er momentan vom Bellen auf Wiehern umgestellt – weil er nämlich heute die Frankfurter Galopprennbahn im Stadtteil Niederrad besucht hat.
Fleischer, Volksbank und Friseusen ließen dort die Pferdchen laufen: beim 7. Renntag des Handwerks.

Mittwoch, 24. Mai 2006

WAS SIND DERIVATE oder HAT ES BEI IHNEN GEKLINGELT?


Derivate sind Zeugen. Zeugen zum einen für einen Überfluss an Geldkapital, der sich nicht rentabel in Realkapital umwandeln (investieren) lässt.
Zum anderen bezeugen sie die Genialität des Marktes (als Institution; sicherlich nicht diejenige der Marktteilnehmer), welcher eben durch die Erfindung von und den umfangreichen Handel mit Derivaten (d. h. letztlich durch den Glauben an die Werthaltigkeit der Derivate) diese (durch unser Geld- und Zinssystem wohl zwangsläufig entstehenden) Überschüsse neutralisiert.

Samstag, 20. Mai 2006

MAGGIO DI MAGONZA oder VOR DEM DOM DAS PARADIES


Mai in Mainz: das ist nicht irgendein x-beliebiger Mai. Er ist, auf dem Mainzer Wochenmarkt am Dom jedenfalls, der schlechthinnige Mai an sich, das platonische Urbild des Wonnenmonats Mai.

Mittwoch, 17. Mai 2006

Erdscheibenökonomen

Damals, als wir noch in Frankfurt (a. M.) wohnten, sah ich ihn in Schreibwarenläden Kaufhäusern usw. alle Jahre wieder: den „Frankforter Kalenner für Uzer un Schenner“. So, wie ein Heiligenkalender die Namenstage derjenigen auflistet, welche „zur Ehre der Altäre erhoben“ wurden, ist (oder war?) der „Kalenner“ ein Thesaurus für alle jene, die ihre Mitmenschen verhohnepiepeln („uzen“) oder welche mal so richtig mundartlich schimpfen wollten (hier kann man in einem Forenbeitrag vom 05.08.05 nachlesen, welche hübschen Pejorative die Frankfurter Urbevölkerung so drauf hat).
„Erdscheibenökonomen“ ist freilich ein Ausdruck, den man dort nicht findet (auch nicht in dialektaler Form). Das ist auch lediglich ein Versuch meinerseits, ein im anglophonen Diskurs beliebtes Schimpfwort einzudeutschen. Gebräuchlich ist es dort in der Form „flat-earthers“ z. B. In der Umweltdebatte, speziell als Spott der „Neo-Malthusians“ oder „Depletionists“ (die um die Begrenztheit der mineralischen Ressourcen wissen und vor deren baldiger Erschöpfung – depletion - warnen) gegen die „Cornucopians“ (deren Motto etwa lautet: „Wenn uns der eine Rohstoff ausgeht, fällt uns schon rechtzeitig was Neues ein“.)
Diesem hübschen Schimpfwort bin ich neulich wieder begegnet, und zwar in einem Newsletter der ASPO Irland. Die ASPO ist die „Association for the Study of Peak Oil“, eine in mehreren Ländern vertretene Vereinigung von Wissenschaftlern (und Laien?), die sich Sorgen wegen des erwarteten baldigen Fördergipfels für das Erdöl machen. Die irische Vereinigung scheint die rührigste zu sein und gibt jedenfalls einen Newsletter heraus. In der Ausgabe vom Mai 2006 wird unter der laufenden Nr. 706 mitgeteilt, dass die Berechnung und die Bezeichnung der Rohölverknappung geändert wurde, und dies damit begründet, dass „This new approach offers an olive branch to the flat earth economists whose religion prohibits recognition of natural limits“.
Und diese „flat earth economists“ sind eben bei mir zu „Erdscheibenökonomen“ eingedeutscht.
Näheres zu den „Flat-earthers“, jenen Menschen, die glauben, dass die Erde eine Scheibe ist (oder dass der liebe Gott die Menschen vor 6000 Jahren plötzlich und unerwartet in die Welt gesetzt hat, und ähnlichen Relikten einstmals gängiger Weltsichten), kann man dem Artikel über die „Flat Earth Society“ in der englischsprachigen Wikipedia entnehmen (eine kürzere Version gibt es auch in der deutschen). Wer glaubt, dass die Rohölreserven praktisch unbegrenzt, oder beliebig substituierbar sind, dem kann man, nach Meinung der ASPO (und nach meiner Meinung) auch zutrauen, dass er die Erde für eine Scheibe, Eva für ein Rippengeschöpf und die biblische Schöpfungsgeschichte für eine Tatsachendarstellung hält („Creationism“ - Schöpfungswissenschaft).
Erdscheibengläubige oder Scheibenerdegläubige – irgendwie klingt „flat-earthers“ ja doch besser, nicht wahr? (Aber wie wäre es auf Deutsch mit "Scheibenerdlinge", oder "Erdscheibianer"? Oder lieber "Flacherdianer"?)

Hier gibt es eine Webseite unter der Überschrift „The Flat Earth Society“, und dem hübschen Untertitel „"Deprogramming the masses since 1547". Wenn ich freilich so über den Inhalt hovere, habe ich den Eindruck, als ob die die Sache nicht richtig ernst nehmen. Doch mag es den Flacherdlingen gut tun, Zuspruch von einem veritablen Biologen oder Biochemiker zu erhalten. Dan Graur fordert in „Nature“, dem „International weekly journal of science“ zur „Solidarity with the oppressed flat-Earthers“ auf. Aber kann man solchen Menschen trauen? Oder ist dieser Leserbrief gar ironisch gemeint?
Auch Donald Simanek habe ich stark in Verdacht, dass er sich mit dem Abdruck des Artikels „The Flat-out Truth“ von Robert J. Schadewald unter dem Vorwand einer neutralen Berichterstattung über die Flacherdlinge lustig macht.
Also, ich muss sagen, da ziehe ich doch den „Sokal Hoax“ („Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity“) vor: der war wenigstens ernst gemeint!
Wie auch immer: Scheibenerdenökonomen gibt es auch bei uns. Dazu zähle ich außer den Ressourcenzauberern z. B. alle jene, welche glauben, die Altersrenten durch das Kapitaldeckungsverfahren sicherer machen zu können (vgl. mein Blogeintrag „Rentensimonie?“ und ausführlicher meine Webseite „Rentenreich“).
Interessante Frage, mit welcher Bezeichnung die ihrerseits wohl mich schmähen würden, wenn sie es denn überhaupt jemals erfahren würden, wie ich sie hier (oder an anderer Stelle z. B. als "Humankapitalsubstitutionsadepten") schenne.
Vermutlich würden sie mich einen verfluchten Physiokraten schimpfen. Das ist für deren beschränkte Phantasie zweifellos das Allerschlimmste, was sie sich vorstellen können.


Textstand vom 17.05.2006.
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Sonntag, 14. Mai 2006

Schlossbewohner

Die englischsprachige Ausgabe der Wikipedia (also die Mutter aller Wikipedien) bringt heute, am 14.05.2006, als "featured article" einen Beitrag über das Schloss Sanssoucis von Friedrich dem Großen in Potsdam.
Der Eintrag "is based on a translation of the corresponding German-language Wikipedia article retrieved on March 12, 2006", bietet als besondere "Bonbons" aber auch Links zu zwei Webseiten mit Luftaufnahmen, eine davon sogar mit eingetragenen Markierungen für Gebäude, bei deren Aufruf kleine Abbildungen mit kurzem Erläuterungstext erscheinen.

Jedenfalls, der Artikel erinnert mich daran, dass wir eine Wohnung mit Schlossblick haben: auf das leer stehende Schloss der früheren Ysenburger Seitenlinie in der Hauptstadt des einstigen Drei-oder-so-Dörfer-Fürstentums Isenburg-Wächtersbach. (Die ursprüngliche, Schreibweise der Isenburger ist die mit "I". Nachdem jedoch ein Schreibfehler der kaiserlichen Kanzlei in Wien daraus ein "Y" gemacht hatte, übernahm die Familie diese wohl als eleganter empfundene Version.)

Und nicht nur haben wir einen Blick auf ein Schloss: wir wohnen (und hier verrate ich Ihnen ein Geheimnis; aber Sie sagen es ja niemandem weiter?) sogar selbst in einem Schloss.

Und das heißt beinahe genau so, wie die Sommerresidenz vom Alten Fritz. Nur ein einziger Buchstaben wurde durch seinen alphabetischen Vorgänger ersetzt: Schloss Sanssouris benenne ich hiermit feierlich jenes Gebäude, welches wir (und andere) bewohnen.

Allerdings: da bin ich nicht der Erste, der auf die Idee kam, sich kühn mit dem großen Friedrich zu vergleichen. Schon Viktor Otto Stomps hatte ein Schloss gleichen Namens, in Stierstadt im Taunaus (heute Ortsteil von Oberursel).

So darf er zwar den Erfinderruhm beanspruchen (und, anders als uns, gehörte dem das Gebäude vielleicht sogar?), aber dafür hatte er keinen Schlossblick, wie wir.
Und wenn das Schloss bei uns gegenüber (das jetzt Privatleuten gehört, die ursprünglich wohl ein Altersheim daraus machen wollten) auch leer steht: Mäuse gibt es dort mit Sicherheit!



Textstand vom 14.05.2006
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Sonntag, 30. April 2006

Bad Orb is not a bad place at all ....



and yesterday they were literally trying to drum up some business there.

Während draußen das Aprilwetter seine Schattenspiele veranstaltete, lud Bad Orb drinnen in der Konzerthalle im Kurpark zur feierlichen Ruhe einer japanischen Teezeremonie ein. Dies im Rahmen eines Japantages (Vorschau vgl. hier, S. 8, oder diese Nachricht im Giessener Anzeiger). Kalligraphie oder Kalligrafie konnte man dort ebenfalls üben, mit Pinseln und schwarzer Tusche. Und Skulpturen aus Papier falten – Origami. Reiswein kennen wir natürlich, aber aus (eckigen) lackierten Holzkästchen haben wir ihn noch nicht getrunken. Das Kästchen kostete 4,- € (Pfand), der Inhalt 5,- €: bei diesem prohibitiven Preis blieb ich dann doch lieber nüchtern.

Mittwoch, 26. April 2006

Die Schlüsselblumen als Schlüssel zur Heimatkenntnis


Wanderer, gehst du nach Gelnhausen: begebe dich nicht direkt dort hin! Gehe auch weder über Los, noch über Lieblos. Du kannst an Wissen gewinnen, willst du deinen Weg in Maintal beginnen. Dort (ich weiß nicht, in welchem Ort – die Stadt ist nämlich ein etwas künstlich zusammengesetztes Verwaltungsgebilde) domiziliert ein gewisser Peter Heckert, Heimatforscher. Der hat eine 20-seitige Stadtbeschreibung von Gelnhausen (davon allein ca. 7 S. über die Marienkirche) ins Netz gestellt.

Mittwoch, 19. April 2006

Wir sind nochmal davongekommen .....

 
..... indem wir den Populisten Gerhard Schröder rechtzeitig in den (politischen) Ruhestand verabschiedet und die Kotau-Kanzlerin Angela Merkel gewählt haben, welche für uns damals in Washington die Absolution für unseren Absentismus bei der Abenteuer-Reise in den Irak abgeholt hat. 
 

Sonntag, 19. März 2006

Vor Benutzen Körper putzen – aber bitte nur oberflächlich!



Gersfeld ist ehrlich: ehrlich wie die Rhön. Die Rhön: Deutschlands ehrliche Landschaft. Die ist, was sie ist. Wir mögen die Rhöner Landschaft.
(Leider schmeckt, nebenbei bemerkt, dass Essen in vielen Rhöner Gaststätten auch so, wie es in der Rhön halt schmeckt.)
Aber hier geht es nicht um kulinarische Defizite der Rhöner Dorfgaststätten, sondern um "Bad Gersfeld".


Wächtersbacher Elegie

"Im Schlosspark wucherte einst die Natur –
Jetzt bieten sich Blicke auf Bierkästen pur
."

(Nach einer Aufräumaktion der wuchernden Schlossparkvegetation sind jetzt die Bierkästen auf dem Hof der Brauerei schon von weitem zu sehen.
Nicht unbedingt ein fürstlicher Anblick, aber das Schloss gehört ja auch nicht mehr den Fürsten.)


Textstand vom 20.03.2006.
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Überlingen

Welke Blätter nur sind mir geblieben von unserem Herbsturlaub 2002 in Radolfzell am Bodensee. Und nicht einmal das: nur Bits und Bytes auf der Festplatte.

Dort soll aber nicht festsitzen, was ich damals über Überlingen schrieb (und was mir jetzt im Zusammenhang mit dem "ZIZENHAUSENER TOTENTANZ " wieder in die Hände fiel):

Mensch, willst du würdig von hinnen geh'n, geh nach Kassel erst, das Museum beseh'n!


Am Wochenende besuchen wir gelegentlich die Vororte von Wächtersbach: Fulda zum Beispiel, oder Hanau, oder, wie gestern, Frankfurt am Main (a. M.).

Dort waren in der Kleinmarkthalle
Die Ostereier leider alle.

Damit meine ich jene heute recht raren rohen Hühnereier,

Die wo haben weiße Schalen,
Welche MenschIn kann bemalen.

Während Weib auf Nahrungssuche,
Zieht's den faulen Mann zum Buche.
Walter König, Kleinmarkthalle,
Preisreduziert Kunstbücher alle.

Samstag, 18. März 2006

EdV


Sind Politiker ehrlich?
Zumindest was die Frankfurter CDU angeht, müssten deren Gegner diese Frage eigentlich freudig bejahen.

Zu den diesjährigen hessischen Kommunalwahlen (am 26.03.06) wirbt sie mit dem Slogan "Das Frankfurter Kreuz".
Das würde ich, wenn ich ein Anhänger der Roten, Grünen, Blauen oder wie auch immer parteipolitisch außerhalb der Schwarzen festgelegt wäre, im Wahlkampf ebenfalls sagen: dass die CDU das Frankfurter Kreuz ist.

Sie wissen nicht, was "EdV'" bedeutet? Also, mit etwas Nachdenken hätten sie eigentlich auch selbst auf die Lösung kommen können:
"Ehrlich durch Versehen" heißt das natürlich!😁
 
Textstand vom 10.09.2022

Mittwoch, 15. März 2006

Hungerskandal in Wuppertal: Porsche-Fahrer frisst Rentner-Oma die Polenta vom Teller!

 
Ein eigentlich ganz harmloser Bericht im Handelsblatt vom 03.03.2006 unter dem Titel "Chance mit neuen Energien" führt mich wieder einmal in ressourcenpessimistische Gedankengänge.
"Erneuerbare Energien wie Ethanol und Mais haben ein riesiges Zukunftspotenzial" heißt es dort, und diese Meinung wird von Leuten vertreten, die auch sonst als Heuschrecken bekannt sind: Hedge-Fonds-Managern nämlich.
 
Ethanol (genauer: Bioethanol) wird aus z. B. Mais, aber auch aus Getreide, Kartoffeln, Zuckerrohr usw., gewonnen, aus Agrarprodukten also, die man, anstatt sie zu verzehren, nach entsprechender Behandlung verfeuern kann. Den Treibstoff aus den Pflanzen technisch zu extrahieren erfordert allerdings zunächst einmal einen Energieaufwand, und die Energiebilanz – Gewinnungsaufwand minus Energiegehalt des Ethanol - ist nicht sonderlich gut: bei Erdöl ist diese Bilanz weitaus günstiger. Doch was tut (spendiert) der Autofahrer nicht alles, um seinen fahrbaren Untersatz in Bewegung zu bringen (halten)?

Dienstag, 14. März 2006

Der Hunger treibt's raus.

Das Wildschwein. Aus dem Wald.

Wenn Sie vielleicht noch nie von Wächtersbach gehört haben und deshalb glauben, dass sich hier Hase und Fuchs Gute Nacht sagen, dann irren Sie aber gewaltig!

Wächtersbach ist eine Bahnstation an der Linie Moskau – Warschau – Berlin – Wächtersbach – Paris. Wie meinen? Ja, richtig: zwei Frankfurts liegen auch noch irgendwo auf der Strecke dazwischen. (Das eine Frankfurt, auch als "Metooston" bekannt, ist übrigens ein Vorort von Wächtersbach und wird - im Zustand von anno 1984 - in dem Gedicht "Frankfurt stickt voller Merkwürdigkeiten" auf den Seiten von www.e-stories.de näher beschrieben.)

Jedenfalls: mit Kleinzeug wie Fuchs und Hase geben wir uns hier nicht ab: dies ist ein Ort für große Tiere.

Zum Beispiel für jene Wutz, welche gestern am späten Nachmittag nahe der Bahnlinie Moskau ... (usw.: Sie wissen schon) auf der Wiese stand.
Natürlich hat das Borstenvieh die heimfahrenden Berufspendler nicht gegrüßt und uns nicht einmal eines Blickes gewürdigt. Nur gierig im Wiesengrund herumgerüsselt. So sind sie halt, die Schweine ...


Nachtrag 26.12.2008
Mehr über Wildschweine kann man in dem FAZ-Artikel "Landplage. Eine kleine Ökonomie der Wildschweinjagd" von Winand von Petersdorff, FAZ v. 16.12.08, nachlesen.



Textstand vom 26.12.2008.
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Sonntag, 12. März 2006

Wie mich die Außerirdischen beim Pizzaessen erwischten


Auch wenn ich seit 40 Jahren in Frankfurt am Main gewohnt habe bzw. dort arbeite: dass es bei "Pizza Petro" in Sachsenhausen "Die beste Pizza in Frankfurt" gibt, wie ein enthusiastischer Konsument bei dooyoo bezeugt, würde ich denn doch nicht zu behaupten wagen. Schließlich habe ich ja nicht nur nicht alle, sondern allenfalls relativ wenige der Frankfurter Pizzerien ausprobiert.

Aber verdammt gut ist die Pizza aus dem Holzofen dort allemal. So haben wir unseren spontanen Beschluss kein bisschen bereut, "for old langsyne", d. h. in Erinnerung an alte Tage (bzw. Nächte) in Sachsenhausen wieder einmal eine Pizza beim Pizza Petro zu essen. Hunger hatten wir genug, nachdem wir zuvor die Ausstellung "Felix Nussbaum und die Moderne" im Jüdischen Museum besichtigt hatten.

Doch wartete bei Pizza Petro Geistesfutter auf mich.

Samstag, 25. Februar 2006

Vor Benutzen – Krallen stutzen!


Ansonsten könnte es Ihnen passieren, dass Sie die in Bad Soden-Salmünster ("BSS"), dass sich auch "Spessart-Therme" nennt, mit lädierten Finger- und/oder Zehennägeln verlassen.

Hiermit setzte ich meine in loser Folge erscheinende Reihe "Thermen der Welt" (well, Deutschland gehört schließlich auch zur Welt ...) fort, welche ich in "REICH DURCH HALL?" mit einigen Bemerkungen zur Rupertus-Therme eingeleitet hatte.

Freitag, 24. Februar 2006

Von der Atombombe zur Frauenemanzipation ...

... ist eine Überschrift, die keine gesellschaftlichen Kausalzusammenhänge beschreibt (wenn man von Lise Meitner einmal absieht). Und nicht einmal meinen Pfad zur Erkenntnis, denn das Denken über Emanzipation treibt mich schon seit langem um.

Mittwoch, 22. Februar 2006

Grass redet Blech


Der deutsche Dichter Günter Grass hätte ein wenig länger unter dem Rockzipfel seiner kaschubischen Großmutter hervor- und die Propheten-Karikaturen anschauen sollen.
Denn wenn er wirklich alle zwölf Zeichnungen genau betrachtet hätte, würde er kaum behauptet haben, dass die Mohammed-Karikaturen an antisemitische Darstellungen im "Stürmer" erinnern.

Diese Behauptung (auf die ich unten noch näher eingehen werde) ist nicht der einzige Unsinn, den Günter Grass in einem Interview von sich gegeben hat, das in der spanischen Zeitung "El Pais" am 09.02.2006 erschienen ist und in deutscher Übersetzung in der Zeitung "Die Welt" am 10.02.06 (Link : http://www.welt.de/data/2006/02/10/843397.html) veröffentlicht wurde.

Mittwoch, 8. Februar 2006

Ob die Cartoonade von Aarhus .....

..... eines Tages so berühmt werden wird wie die Kanonade von Valmy?

Wird irgend jemand irgendwann über die Auseinandersetzungen um die Mohammed-Karikaturen (Propheten-Karikaturen) sagen:

"Von dort und damals ging eine neue Epoche der Weltgeschichte aus. Und ihr könnt sagen, ihr habt mitgeblögt!"?

Muss ja nicht unbedingt die Welt-Geschichte sein. Wäre schon schön, wenn dieser Kulturenkonflikt uns wenigstens einen neuen Euro-Patriotismus oder Europa-Patriotismus einhauchen und eine wirkliche politische Einigung Europas vorantreiben würde.

Wenngleich ich die fehlende Sensibilität der Aarhuser Zeitung Jyllands-Posten bei der Veröffentlichung der Zeichnungen, und anschließend der dänischen Regierung im Umgang mit der moslemischen Kritik daran kritisiere, glaube ich nicht, dass dies der letzte derartige Konflikt sein wird.
Das kulturell-politische Fingerhakeln wird weitergehen, und ein innerlich und äußerlich starkes Europa wird sicherlich bessere Chancen haben als ein Haufen schwachbrüstiger bis halbstarker Individualisten.

Aber da spanne ich meine Erwartungen wohl zu hoch. Die Bloggosphäre tobt sich in lustigen bis bösen anti-islamischen Karikaturen aus, der Schwelbrand wird sich weiterfressen, aber politisch ist Europa lernunfähig.

Wir wohnen wohl leider auf dem Alzheimer-Kontinent.


Nachtrag vom 22.02.06: Die Amerikanerin (?) Lydia Moland legt uns in einem Handelsblatt-Essay vom 13.02.2005 u. d. T. "Patrioten für Europa" unseren Kontinent herzlich ans Herz. Schlimm genug, dass uns andere daran erinnern müssen. `
Bevor wir uns nochmal erinnern lassen, sollten wir es vielleicht selbst versuchen mit Europapatriotismus?


Textstand vom 22.02.2006
Gesamtübersicht der Blog-Einträge auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm

Dienstag, 7. Februar 2006

MEINUNGSFREIHEIT IST KÄSE .....



..... will sagen: Die Redefreiheit hat auch im Westen Löcher wie ein Schweizer Käse.
Durch die Kontroverse um die Mohammed-Karikaturen (Propheten-Karikaturen, Propheten-Zeichnungen) in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten vom 30.09.2005 werden wir in einer Reihe von Debattenbeiträgen (dazu einige Links am Schluss) daran erinnert.


WITZ KOMM RAUS, DU BIST UMZINGELT: Vom Strafgesetzbuch!

Hier eine Auswahl (ohne Garantie für Vollständigkeit):
(unter http://dejure.org/gesetze/StGB findet man nicht nur die §§, sondern auch exemplarische Rechtsprechung dazu)

Montag, 6. Februar 2006

KULTURKREISPATRIOTISMUS


"We Are All Danes Now": Diese Parole konnte man im Kulturenkonflikt um die Propheten-Karikaturen (Mohammed-Karikaturen) der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten" (hier Wikipedia dt.) lesen, zuerst wohl bei "http://www.brusselsjournal.com/".
Das scheint, wenn ich mir den Artikel des Herausgebers Paul Belien auf der Webseite http://www.torontofreepress.com/2006/brussels020306.htm ansehe, eine ziemlich rechtslastige belgische Publikation zu sein. Immerhin, die Google-Suche für den Slogan erbringt per 06.02.06 125 Treffer.

Ich will den Slogan nicht bewerten, auch nicht zur Solidarisierung aufrufen, weil ich mir nicht sicher bin, ob hier Meinungsfreiheit und Respekt vor Andersdenkenden (-gläubigen) wirklich in angemessener Weise gegeneinander abgewogen wurden.

Grundsätzlich steckt aber bei einem solchen Empfinden – soweit es echt ist - etwas dahinter, was ich nicht von vornherein als negativ ansehen kann. Und das versuche ich durch den Neubegriff "Kulturkreispatriotismus" zu erfassen.
Was den Neologismus angeht, vermute ich zumindest, dass es sich um einen solchen handelt. Jedenfalls ergibt die Google-Suche keinen Treffer.
"Kulturpatriotismus " (153 Tr.) scheint nationsbezogen gemeint zu sein; und "Zivilisationspatriotismus" (19 Tr.) ist schon etwas näher an dem, was ich bezeichnen will (hier ein evtl. interessanter Artikel von einem gewissen Gerd Held), versteht aber unter "Zivilisation" mehr die Moderne, während ich die "abendländische Zivilisation", die "westliche Kultur" im Sinn habe, unabhängig von ihrer (in der Realität natürlich nicht trennbaren) Modernisierungsfunktion für die Menschheit.
Nachtrag vom 07.02.06: Der Aufsatz von Held ist definitiv sehr interessant. Held trennt quasi die Zivilisation von der Kultur ab und meint im Kern, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen auf dem gemeinsamen Boden der modernen Zivilisation zusammenleben können müssten.
Sollte man meinen; nur scheinen nicht alle Kulturen einen gleich fruchtbaren Nährboden für die Zivilisation abzugeben. Während die Ostasiaten - nach einer Periode der Verweigerung in Japan und der Irrungen und Wirrungen in China sich anschicken, den Westen ein- oder gar zu überholen, fällt das den islamischen Staaten anscheinend schwerer.
Trotzdem: zur Lektüre dringend empfohlen!

Ich werfe also den Begriff "Kulturkreispatriotismus" in den Ring und überlasse es meinen Lesern, was sie daraus machen wollen. Schreibt doch mal selber was – z. B. als Kommentar zu diesem Eintrag :-)!


Nachtrag 11.01.08
Zum Thema "Patriotismus" (bzw. genauer zu den drei konzentrischen Patriotenkreisen, in welchen wir uns bewegen sollten -Kulturkreispatriotismus, Europatriotismus und deutscher Patriotismus-) habe ich auch im Blott "Das Ende des Wei(s)sen Mannes. Polit-Plädoyer ohne Leidenschaft" (eigentlich eine - sehr lange - Rezension des Buches "Das Ende des Weißen Mannes" von Manfred Pohl) Überlegungen angestellt.


Textstand vom 27.11.2023

Sonntag, 5. Februar 2006

PARALIPOMENA ZU DEN PROPHETEN-KARIKATUREN

1) LANGE LEITUNG oder BOTSCHAFTER DES GLAUBENS?

Erst jetzt kommt es mir in den Sinn, dass von 40 angefragten Karikaturisten ausgerechnet zwölf ihre Zeichnungen eingeschickt haben. Die zwölf Apostel?

Und, wenn man so will und je nach Standpunkt, ist sogar ein Judas dabei: Lars Refns Zeichnung, wo ein Schüler namens "Mohamed" den Satz (auf persisch) an eine Schultafel schreibt: "Die Redakteure von Jyllands-Posten sind eine Bande reaktionärer Provokateure" wird jedenfalls in dem Blog "Face of Muhammed" in dieser Weise gesehen ("We think Lars Refn is a coward ...").

Samstag, 4. Februar 2006

Propheten-Karikaturen und Palästinenserfrage


"Kommunikation muss anschlussfähig sein" hatte ich in meinem Eintrag vom 28.01.2006 zur Debatte um eine deutsche Atombewaffnung ("Scholz-Bombe") gesagt.

An die Debatte über die Mohammed-Karikaturen oder Propheten-Karikaturen und an meine eigene Positionsbestimmung in dieser Debatte (BÄRENGALLE; PROPHETEN; PROFESSORENPOSSE vom 02.02.06) schließe ich – schon länger gehegte – Überlegungen zur Palästinafrage (Palästinenserfrage) an.

Donnerstag, 2. Februar 2006

BÄRENGALLE; PROPHETEN; PROFESSORENPOSSE


Der Streit um die Mohammed-Karikaturen erreicht mich zu einem Zeitpunkt, wo ich nicht nur arg verschnupft bin, sondern auch tief im Vitaminkartell versunken. Und dann kommt mir noch die Bärengalle dazwischen ...

Wir selbst sind Sensibelchen bis zum Geht-Nicht-Mehr. Wenn Prinz Ernst-August mal wieder der Einladung eines Freundes zu einem kleinen Umtrunk nicht widerstehen konnte, und ihn ein Paparazzo dabei erwischt, und er dem Paparazzo eins auf die Pupille haut: darf man das fotografieren, darf man drüber berichten – oder tangiert das die Privatsphäre?