Außer Büchern, und gelegentlich CDs, sammele ich Thermalbäder, und bevorzugt Sole-Thermen.
Gestern am Ostersamstag war ein Besuch eines solchen Solebades, nämlich der Crucenia-Therme in Bad Kreuznach angesagt.
Sonntag, 4. April 2010
Die Fundamental-Asymmetrie in der Geldpolitik als Denkanstoß für eine grundlegende Asymmetrie zwischen Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften
"There is a notable asymmetry in the design and implementation of monetary policy:
nominal interest rates cannot be negative" schreibt der Wirtschaftswissenschaftler Willem Buiter [bei dem muss ich immer höllisch aufpassen, dass ich aus seinem Vornamen keinen "William" mache!] in seinem (mutmaßlich originellen*, doch habe ich es bislang nur angelesen) Thesenpapier "NEGATIVE NOMINAL INTEREST RATES: THREE WAYS TO OVERCOME THE ZERO LOWER BOUND" (2009).
[* "Abstract": "The paper considers three methods for eliminating the zero lower bound on nominal interest rates and thus for restoring symmetry to domain over which the central bank can vary its policy rate. They are:
(1) abolishing currency (which would also be a useful crime-fighting measure);
(2) paying negative interest on currency by taxing currency; and
(3) decoupling the numéraire from the currency/medium of exchange/means of payment and introducing an exchange rate between the numéraire and the currency which can be set to achieve a forward discount (expected depreciation) of the currency vis-a-vis the numéraire when the nominal interest rate in terms of the numéraire is set at a negative level for monetary policy purposes."]
Im Zusammenhang mit meinen eigenen Überlegungen und einem aktuellen Internet-Google-Trip zum Thema Geldpolitik (im Zusammenhang mit meinem heutigen Blott "Welche Ziele (Hintergedanken - hidden agenda?) verfolgt die Financial Times Deutschland (FTD) i. S. Griechenland-Bailout?", in dem es irgendwo auch um Inflation, Wohlfahrtsoptimierung, Verteilung, Produktionslücke - output gap,Inflationssteuer usw. geht) regt mich das zur Feststellung einer anderen Asymmetrie, nämlich zwischen Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft an.
Die Wirtschaftswissenschaft türmt großartige mathematische Gebäude auf, um wirtschaftliche Vorgänge zu erfassen. In der Realität geht es dagegen immer nur um eins: Geld (bzw. Kaufkraft) haben oder nicht haben.
Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass sich mein Unbehagen wesentlich aus meiner mathematischen Unwissenheit speist.
Andererseits halte ich es aber durchaus für möglich, dass die großartige Mathematisierung der Nationalökonomie vor allem eine gesellschaftliche Funktion hat: die Bedeutung der Verteilungsfrage zu vernebeln.
Textstand vom 04.04.2010. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
finden Sie eine Gesamtübersicht meiner Blog-Einträge (Blotts).
Zu einem „Permalink“, d. h. zu einem Link nur zum jeweiligen Artikel, gelangen
Sie mit einem Klick auf das Erstellungsdatum unterhalb des jeweiligen Eintrages.
Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.
nominal interest rates cannot be negative" schreibt der Wirtschaftswissenschaftler Willem Buiter [bei dem muss ich immer höllisch aufpassen, dass ich aus seinem Vornamen keinen "William" mache!] in seinem (mutmaßlich originellen*, doch habe ich es bislang nur angelesen) Thesenpapier "NEGATIVE NOMINAL INTEREST RATES: THREE WAYS TO OVERCOME THE ZERO LOWER BOUND" (2009).
[* "Abstract": "The paper considers three methods for eliminating the zero lower bound on nominal interest rates and thus for restoring symmetry to domain over which the central bank can vary its policy rate. They are:
(1) abolishing currency (which would also be a useful crime-fighting measure);
(2) paying negative interest on currency by taxing currency; and
(3) decoupling the numéraire from the currency/medium of exchange/means of payment and introducing an exchange rate between the numéraire and the currency which can be set to achieve a forward discount (expected depreciation) of the currency vis-a-vis the numéraire when the nominal interest rate in terms of the numéraire is set at a negative level for monetary policy purposes."]
Im Zusammenhang mit meinen eigenen Überlegungen und einem aktuellen Internet-Google-Trip zum Thema Geldpolitik (im Zusammenhang mit meinem heutigen Blott "Welche Ziele (Hintergedanken - hidden agenda?) verfolgt die Financial Times Deutschland (FTD) i. S. Griechenland-Bailout?", in dem es irgendwo auch um Inflation, Wohlfahrtsoptimierung, Verteilung, Produktionslücke - output gap,Inflationssteuer usw. geht) regt mich das zur Feststellung einer anderen Asymmetrie, nämlich zwischen Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft an.
Die Wirtschaftswissenschaft türmt großartige mathematische Gebäude auf, um wirtschaftliche Vorgänge zu erfassen. In der Realität geht es dagegen immer nur um eins: Geld (bzw. Kaufkraft) haben oder nicht haben.
Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass sich mein Unbehagen wesentlich aus meiner mathematischen Unwissenheit speist.
Andererseits halte ich es aber durchaus für möglich, dass die großartige Mathematisierung der Nationalökonomie vor allem eine gesellschaftliche Funktion hat: die Bedeutung der Verteilungsfrage zu vernebeln.
Textstand vom 04.04.2010. Auf meiner Webseite
http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm
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Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.
Welche Ziele (Hintergedanken - hidden agenda?) verfolgt die Financial Times Deutschland (FTD) i. S. Griechenland-Bailout?
Einzige Ausnahme die ich mitbekommen habe (oder an die ich mich erinnern kann) war der Leitartikel (ohne Autorenangabe) "Berlin, bitte hart bleiben" vom 18.03.2009:
"Deutschland darf sich nicht vom Ultimatum Griechenlands zu Hilfszusagen drängen lassen. Den IWF zu Hilfe zu rufen, schadet nicht. Nötig wäre aber zu regeln, wie bei künftigen Notfällen Hilfe geleistet werden soll."
Ansonsten war die Tonlage bei Peter Ehrlich, Thomas Fricke, Wolfgang Münchau und Lucas Zeise durchgängig für eine rasche Hilfe für Griechenland.
Da fragt man sich natürlich, welche Motive dahinter stecken.
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Sonntag, 28. März 2010
Griechenland-Bailout: Ein Dank-Blott für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel
Pacta sunt servanda, und Gelübde soll man ebenfalls halten.
Es ist noch nicht lange her, dass ich folgende Zeilen schrieb:
"Man soll zwar den Tag nicht vor dem Abend loben, doch hege ich mittlerweile eine, sagen wir mal, 25%ige Hoffnung, dass "unser Mädchen", unsere gute schwäbische Hausfrau, die gesamten Smartguys der Finanzwelt freundlich lächelnd aufs Kreuz gelegt hat. Für diesen Fall lege ich hier sogar ein Gelübde ab: dass ich nämlich unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Dank-Blott weihen werde.
Aber so weit ist es noch lange nicht."
Das war am Schluss meines Blog-Eintrages "Griechenland-Bailout: Rosarote Front der Arbeiterverräter. DGB-Vorstandsmitglied fordert: Frische Euros für Athen!", verfasst in der Zeit vom 07.-10.03.2010.
Der "Abend" kann zwar immer noch kommen, wenn irgend welche unerwarteten Hindernisse auftauchen oder Änderungen der Lage eintreten.
Vorerst indes hat unsere Kanzlerin Angela Merkel die deutschen Interessen (und letztendlich auch diejenigen der anderen europäischen Staaten und am Ende sogar jene der Defizit-Sünder, auch wenn diese das momentan und in den nächsten Jahren anders sehen werden) mit Nachdruck und mit Geschick vertreten.
Sonntag, 21. März 2010
Aufräumarbeiten enthüllen Ben Bernanke's Perspective of the American Financial System as SOWERED
To Ben Bernanke, the fact that the financial 'industry' in the United States went sour must have come as an unpleasant surprise. He had, after all, always heralded the American financial system for being SoWeReD.
Those were the attributes he awarded to the financial markets
- Sophisticated (sophistication)
- Well regulated and
- Deep (depth):
insgesamt also: SoWeReD (for quotations see below).
To understand why finance sowered, you would have to understand the terms which Bernanke used in a somewhat different (nevertheless semantically legitimate) way from what he had in mind:
Sonntag, 14. März 2010
Griechenland-Bailout, Europäischer Währungsfonds: Deutschlands Führung gegen das deutsche Volk!
Durch Zufall stieß ich auf ein Forenposting im öffentlichen Forum der Piratenpartei u. d. T. "Griechenland helfen ja oder nein".
Dieser regte mich an, nun meinerseits dort den nachfolgenden Beitrag (Titel = Blott-Titel) zu veröffentlichen:
Fast die gesamte deutsche Führung, ob in der Regierungsverantwortung oder in der Opposition, stellt sich gegen beinahe das gesamte deutsche Volk.
Wir sind ja sowas von verantwortlich: da müssen wir doch einfach die deutschen Steuergelder für die PIGS raushauen? (Versteckt natürlich, über Gemeinschaftsanleihe, Bürgschaft oder so).
Und wo sind die Piraten in dieser Frage? Abgetaucht? Versenkt?
Freunde: wenn ihr euch hier eindeutig an der Seite der deutschen Steuerzahler positioniert, habt ihr gute Chancen, bei der nächsten Wahl die 5%-Hürde zu überspringen - und ihr würdet euch um Deutschland verdient machen.
Dieser regte mich an, nun meinerseits dort den nachfolgenden Beitrag (Titel = Blott-Titel) zu veröffentlichen:
Fast die gesamte deutsche Führung, ob in der Regierungsverantwortung oder in der Opposition, stellt sich gegen beinahe das gesamte deutsche Volk.
Wir sind ja sowas von verantwortlich: da müssen wir doch einfach die deutschen Steuergelder für die PIGS raushauen? (Versteckt natürlich, über Gemeinschaftsanleihe, Bürgschaft oder so).
Und wo sind die Piraten in dieser Frage? Abgetaucht? Versenkt?
Freunde: wenn ihr euch hier eindeutig an der Seite der deutschen Steuerzahler positioniert, habt ihr gute Chancen, bei der nächsten Wahl die 5%-Hürde zu überspringen - und ihr würdet euch um Deutschland verdient machen.
Freitag, 12. März 2010
Thilo Sarrazin in Brüssel oder Diese beschissene deutsche Medien-Feigheit kotzt mich gründlich an!
DASS sie darüber berichtet, ist ja okay: die Financial Times Deutschland über "Beamte als Kriminellen-Opfer. In Brüssels Europaviertel boomt das Verbrechen". Obwohl sie da keineswegs die Ersten sind.
Bereits am 30.05.2007 hatte Silke Wettach für die Wirtschaftswoche ein Lagebild gegeben: "Kriminalität. In Brüssel lebt es sich gefährlich." Irgendwelche Angaben über die ethnischen Hintergründe der Täterkreise fehlen hier allerdings total.
Am 19.10.2009 folgte "WeltOnline" (S. Bolzen und C. B. Schiltz): "Einbrüche und Überfälle. Brüssel ist Europas Hauptstadt des Verbrechens".
Hier liest man schon deutlichere Hinweise auf die Täterkreise:
"Die Stadt steckt voller Spannungen. Mehr als 40 Prozent der Einwohner sind Einwanderer der ersten, zweiten oder dritten Generation. In einigen Stadtteilen ist jeder zweite ausländische Jugendliche arbeitslos. Zugleich lässt die Wirtschaftskrise wallonische und flämische Stadtväter erbittert um die Pfründe streiten – überall fehlt das Geld. Die Polizei ist miserabel ausgerüstet und schlecht bezahlt."
Bereits am 30.05.2007 hatte Silke Wettach für die Wirtschaftswoche ein Lagebild gegeben: "Kriminalität. In Brüssel lebt es sich gefährlich." Irgendwelche Angaben über die ethnischen Hintergründe der Täterkreise fehlen hier allerdings total.
Am 19.10.2009 folgte "WeltOnline" (S. Bolzen und C. B. Schiltz): "Einbrüche und Überfälle. Brüssel ist Europas Hauptstadt des Verbrechens".
Hier liest man schon deutlichere Hinweise auf die Täterkreise:
"Die Stadt steckt voller Spannungen. Mehr als 40 Prozent der Einwohner sind Einwanderer der ersten, zweiten oder dritten Generation. In einigen Stadtteilen ist jeder zweite ausländische Jugendliche arbeitslos. Zugleich lässt die Wirtschaftskrise wallonische und flämische Stadtväter erbittert um die Pfründe streiten – überall fehlt das Geld. Die Polizei ist miserabel ausgerüstet und schlecht bezahlt."
Montag, 8. März 2010
Theo Waigel: „Europa braucht keinen eigenen Währungsfonds“ (Handelsblatt-Interview 8.3.2010)
"Waigel: Nein. Warum ist Europa mit seinen Ländern dann Mitglied im Internationalen Währungsfonds, wenn dann nur noch Ländern in Latein- und Südamerika oder in Afrika und Asien geholfen wird? Europa braucht keinen eigenen Währungsfonds. In Notfällen ist der IWF die richtige Adresse – und dabei sollte es auch bleiben."
[Auch sonst ist das Interview lesenswert, weil Theo Waigel auch die schwarz-gelbe (Hornissen-)Koalition nicht schont:
"HB: Fehlt der Koalition der Mut, die Grausamkeiten beim Namen zu nennen?
Waigel: Franz Müntefering hat sich getraut, die notwendige Entscheidung zur Rente mit 67 zu treffen, auch wenn es seine SPD fast zerrissen hätte. Jetzt wird leider versucht, das wieder zurückzunehmen, obwohl das eine für den Erhalt der sozialen Sicherungssysteme unabdingbare Maßnahme ist. Um ehrlich zu sein, macht es mir Sorgen, dass wir nicht mehr in der Lage sind, solche Entscheidungen notfalls gegen ein zeitweiliges Stimmungsbarometer durchzusetzen."]
Sonntag, 7. März 2010
Griechenland-Bailout: Rosarote Front der Arbeiterverräter. DGB-Vorstandsmitglied fordert: Frische Euros für Athen!
"... die Griechen haben gerade beste Chancen, zu Kollektivprobanden eines großen wirtschaftspolitischen Experiments zu werden. Immerhin hat in der Weltgeschichte noch keine Regierung versprechen müssen, so schnell und rabiat ein Staatsdefizit abzubauen - um ein Zehntel der Gesamtwirtschaftsleistung in drei Jahren. Und zwar mitten in der Rezession, was bekanntlich alle anderen Regierungen der Welt als wirtschaftlich kontraproduktiv bis zwecklos ablehnen. .....
... es [kann] kontraproduktiv sein ... zu konsolidieren, wenn die Wirtschaft in einer Abwärtsspirale steckt."
Seine Schlussfolgerung:
"Am Ende droht es weder eine Erholung noch sinkende Schulden zu geben. Und Herumkürzen ist ja nicht gleich gut, nur weil spekulierende Investoren oder das Bauchgefühl deutscher Sofa-Sittenwahrer es verlangen.
Es wäre auch für Deutschland besser, Spekulanten früher zu stoppen und den Griechen etwas Zeit für ein ausgeschlafenes mittelfristiges Sanierungskonzept zu lassen, statt ein ganzes Volk wie böse Bengel auszuschimpfen.
Wenn die Griechen den Portugiesen in die Dauerstagnation folgen, wäre dies für die Deutschen das größere Desaster. Immerhin empfehlen Brüsseler Beamte die Rabaukensanierung ja auch Iren, Spaniern und anderen. Warum aus Fehlern lernen? Gut möglich, dass es rund um Deutschland bald ziemlich viele lethargische Probanden gibt, die stoisch dem eigenen Abschwung hinterhersparen. Da haben die weder Lust noch Geld, deutsche Exporte zu kaufen."
Auch wenn mir - in meiner Eigenschaft als deutscher Steuerzahler - bei manchen Formulierungen die Galle hochkommt, müssen wir uns mit seinem Kernargument auseinandersetzen, dass eine Sanierung, d. h. konkret eine Einschränkung kreditfinanzierter Staatsausgaben, kontraproduktiv für die Wirtschaft sein kann.
... es [kann] kontraproduktiv sein ... zu konsolidieren, wenn die Wirtschaft in einer Abwärtsspirale steckt."
Seine Schlussfolgerung:
"Am Ende droht es weder eine Erholung noch sinkende Schulden zu geben. Und Herumkürzen ist ja nicht gleich gut, nur weil spekulierende Investoren oder das Bauchgefühl deutscher Sofa-Sittenwahrer es verlangen.
Es wäre auch für Deutschland besser, Spekulanten früher zu stoppen und den Griechen etwas Zeit für ein ausgeschlafenes mittelfristiges Sanierungskonzept zu lassen, statt ein ganzes Volk wie böse Bengel auszuschimpfen.
Wenn die Griechen den Portugiesen in die Dauerstagnation folgen, wäre dies für die Deutschen das größere Desaster. Immerhin empfehlen Brüsseler Beamte die Rabaukensanierung ja auch Iren, Spaniern und anderen. Warum aus Fehlern lernen? Gut möglich, dass es rund um Deutschland bald ziemlich viele lethargische Probanden gibt, die stoisch dem eigenen Abschwung hinterhersparen. Da haben die weder Lust noch Geld, deutsche Exporte zu kaufen."
Auch wenn mir - in meiner Eigenschaft als deutscher Steuerzahler - bei manchen Formulierungen die Galle hochkommt, müssen wir uns mit seinem Kernargument auseinandersetzen, dass eine Sanierung, d. h. konkret eine Einschränkung kreditfinanzierter Staatsausgaben, kontraproduktiv für die Wirtschaft sein kann.
Sonntag, 28. Februar 2010
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein denke!
Nicht die Einsicht in diesen Sachverhalt und ein daraus rational abgeleitetes Handeln waren allerdings der Grund, weshalb ich mich jetzt (nach langer Zeit wieder einmal) intensiv an der Debatte in einem Fremdblog beteiligt habe.
Vielmehr war das Thema allzu reizvoll, welches Mark Schieritz in seinem Beitrag "Die Mär von der Entstofflichung" 23. Februar 2010 in dem viel (und von teilweise sehr kenntnisreichen Lesern) besuchten Blog "Herdentrieb" präsentierte.
Vielmehr war das Thema allzu reizvoll, welches Mark Schieritz in seinem Beitrag "Die Mär von der Entstofflichung" 23. Februar 2010 in dem viel (und von teilweise sehr kenntnisreichen Lesern) besuchten Blog "Herdentrieb" präsentierte.
Sonntag, 21. Februar 2010
Mario Draghi oder Axel Weber als EZB-Präsident? Der bessere Mann sollte es werden!
Nicht dass Siedenbiedel erkennbar eine Aversion gegen Weber hätte.
Doch am Schluss seines FAZ-Artikels "Bundesbankpräsident Weber. Der Aufsteiger" vom 21.02.2010 unkt er:
"Bei der Papstwahl in der katholischen Kirche gilt die Regel: Wer als Papst [also als heißester Kandidat] ins Konklave geht, der kommt als einfacher Bischof wieder heraus."
Nachtrag 22.02.10: Eben wird es dubios: der Artikel ist aus dem Netz verschwunden! "Die angeforderte Seite wurde nicht gefunden" heißt es, wenn man auf meinen o. a. Link klickt. Hallo, das wäre aber ein Fall für investigative Journalisten! (Keine Furcht, FAZ: diese Spezies hat in Deutschland ohnehin Seltenheitswert.) Hat da jemand Druck ausgeübt, z. B. die Bundesregierung? "Beschmutzt unseren Kandidaten nicht"? Obwohl mir nichts Schlimmes an dem Bericht aufgefallen ist. Aber wer weiß schon, was Eingeweihte hinter Bemerkungen wittern, die unsereiner für harmlos hält?
Dienstag, 16. Februar 2010
Die drei-plus-eine Dimensionen der Inflationsfrage: Kaufstimulation, Entschuldung, Entreicherung. Und dann wäre da noch der gern vergessene Realzins.
Als Deutscher saugt man die Inflationsphobie genauso mit der Muttermilch ein, wie die Amerikaner ihre Deflationshysterie. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die Inflationsfurcht in Deutschland breitere Bevölkerungskreise beherrscht, während die Deflationsangst in den USA wohl vorzugsweise unter den dortigen Wirtschaftsweisen grassiert.
Sonntag, 14. Februar 2010
Der Investitionsbegriff in der Volkswirtschaftslehre: Theologie oder Rumpelstilzchen-Invokation?
Im Forum der Uni-Protokolle für Volks- und Betriebswirtschaft wundert sich "berniebärchen" über meine Dummheit:
"... frage ich mich, wie man eine ellenlange Webseit erstellen kann, um über alle möglichen und unmöglichen Wirtschaftsprobleme unfachmännisch bzw. unwissenschaftlich zu diskutieren, und danach anfängt zu fragen, wie eigentlich diverse Grundbegriffe zu diesem Thema zu verstehen sind."
Montag, 8. Februar 2010
Griechenland-Bailout: endlich wird die Debatte von einer kompetenten Persönlichkeit als interessengesteuert identifiziert !
Da reib' ich mir die Augen (und relativiere in Gedanken meinen Blott "Deutsche Landesbanker durch die Bank finanzwirtschaftliche Fahrschüler?"): Es gibt bei den deutschen Landesbanken DOCH intelligente Menschen!
Tatsächlich hatte die NICHT im Subprime-Markt der US-Hypotheken "investiert", aber hier geht es mir um etwas anderes, nämlich den ersten (gewissermaßen:) Tacheles-Kommentar zur Griechenland-Krise, den ich bislang im deutschsprachigen Raum gelesen habe.
Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, hat ihn u. d. T. "Klartext zu der Budgetdefizitdebatte der Eurozone" auf den "Goldseiten" verfasst und er behandelt den Diskurs, wie es allein angemessen ist, nämlich in -2- Dimensionen:
- in einer (zwar nicht tiefschürfenden, aber dafür klarsichtigen) Analyse der Interessendimension (wer redet Griechenland aus welchen Gründen schlecht bzw. bläst zum Bailout-Halali auf die deutschen Steuerzahler) und
- in einer Kennzahlen-Analyse.
Auszüge (meine Hervorhebungen):
Tatsächlich hatte die NICHT im Subprime-Markt der US-Hypotheken "investiert", aber hier geht es mir um etwas anderes, nämlich den ersten (gewissermaßen:) Tacheles-Kommentar zur Griechenland-Krise, den ich bislang im deutschsprachigen Raum gelesen habe.
Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, hat ihn u. d. T. "Klartext zu der Budgetdefizitdebatte der Eurozone" auf den "Goldseiten" verfasst und er behandelt den Diskurs, wie es allein angemessen ist, nämlich in -2- Dimensionen:
- in einer (zwar nicht tiefschürfenden, aber dafür klarsichtigen) Analyse der Interessendimension (wer redet Griechenland aus welchen Gründen schlecht bzw. bläst zum Bailout-Halali auf die deutschen Steuerzahler) und
- in einer Kennzahlen-Analyse.
Auszüge (meine Hervorhebungen):
Samstag, 6. Februar 2010
Griechenlands Schulden - Deutschlands Schuld? Zur Fricke-Flassbeck-These vom deutschen Lohndumping als Mitursache hellenischer Heillosigkeiten
Als erster (?) stieg Heiner Flassbeck in die Bütt. Am 10.12.2009 in einem Deutschlandradio-Interview unter dem Titel "Deutschland für griechische Finanzkrise mitverantwortlich"; am folgenden Tag in einem gemeinsam mit einer Frau Friederike Spiecker verfassten Artikel "Die griechische Krise hat deutsche Wurzeln" in der Financial Times Deutschland (FTD).
Sonntag, 24. Januar 2010
Das Internet als (leider nur) unidirektional permeable Sprachenmembran oder Von der babylonischen Gefangenschaft in der Anglophonie
Eine großartige Erkenntnis, welche nur mit gehöriger Anspannung aller intellektuellen Kräfte zu gewinnen gewesen wäre, ist es nicht; dennoch will ich sie pro memoriam, vielleicht auch als Referenzpunkt für zukünftige Bezugahmen, hier fixieren.
Es gibt Membranen, "Trennmembranen" heißen sie wohl, die durchlässig sind, aber nur in eine Richtung. Dabei können z. B. bestimmte Moleküle nur von der einen zur anderen Seite wandern [so jedenfalls stelle ich mir als naturwissenschaftlich-technischer Laie das vor], aber nicht zurück.
Wenn ich im Internet herumstreife, ergeht es mir oft ebenso. Ich werde dann mit einem interessant erscheinenden Link von einer deutschsprachigen Seite auf eine englischsprachige verwiesen, und von dort gibt es keine Rückkehr mehr.
Natürlich könnte ich den "Zurück"-Button des Brausers anklicken, aber eine solche rein technische Rückkehr auf eine vorher besuchte Seite meine ich hier nicht.
Mir geht es darum, dass man dann (wenn sich der Text tatsächlich als interessant erweist, und wenn er seinerseits weiterverlinkt), insoweit im Netz der Anglophonie gefangen ist, als natürlich praktisch niemand von denen auf eine deutschsprachige Webseite verweist.
Auf diese Weise ist man, wie einst Fridericus Rex in der französischen, geistig in der englischen Sprache gefangen und verpasst vielleicht viele informative Seiten in der eigenen Sprache.
Textstand vom 24.01.2010
Freitag, 22. Januar 2010
Staatsschulden, Staatspleiten, Überschuldung Griechenland: Der Bailout-Beobachter
Nach meinem Eindruck werden deutsche Steuergelder früher oder später gen Süden wandern; nicht direkt natürlich, sondern so kaschiert, dass die dummen Holzmichel nicht allzusehr aufbegehren. Das wahrscheinliche Szenario, das man verschiedentlich liest (bzw., anders formuliert: auf das unsere Regierung - die sich auch z. B. auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik als skrupelloses Raubgesindel decouvriert - die Öffentlichkeit vorbereitet) ist eine europäische Gemeinschaftsanleihe, bei der die Länder solidarisch haften. Also auch Deutschland für griechische Schulden.
Deutschland wird dabei doppelt gebeutelt werden:
- Die Anleihezinsen werden höher sein als für eine rein deutsche Staatsanleihe und
- Nie und nimmer zahlen uns die 'armen' Griechen das ganze Geld zurück.
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Sonntag, 17. Januar 2010
Griechenland: Bailout, Bürokratismus, Klientelismus, Korruption, Pleite, Staatshaushalt, Staatspleite, Überschuldung. Saustall- und Hirnilinks
"Schon die Türkei ist dagegen ein diszipliniertes Land mit einem preußisch korrekten und gut ausgebildeten Beamtenapparat......
Jede Insel bestand auf eigenen Pass-, Zoll- und Einreisevorschriften bei jeweils völlig unterschiedlichen Gebühren. Unsere Einwände, die Regierung in Athen habe zu den verschiedenen Verwaltungsvorgängen eindeutige Vorschriften erlassen, welche wir vorlegen konnten, rief stets höhnisches Gelächter und fröhliches Schenkelklopfen hervor. Wenn wir auf die von Griechenland unterzeichneten Umweltabkommen verwiesen und vor diesem Hintergrund zuweilen die Sauberkeit der Häfen, die Sicherheitsvorkehrungen oder die mangelhafte Betonnung monierten, erlebten wir stets eine Lehrstunde an Hochmut, Arroganz und Entrüstung; häufig wurden wir beschimpft oder bedroht und durften stundenlang nicht zurück auf unser Schiff."
Vergleichbare Geschichten über Behördenwillkür kennen Kenner der historische Reiseliteratur z. B. über Italien aus der Zeit vor der Einigung (s. meinen Blott "Hurra; hurra hurra - die Schundliteratur ist da: "Italien wie es wirklich ist". Gustav Nicolai, 2. Aufl. 1835").
Dienstag, 12. Januar 2010
Endlich erkannt: Uni Bielefeld weltweit in der Spitzengruppe!
Per aspera ad astra: Während ich mich vor kurzem noch mit banalen Äußerlichkeiten der Uni Bielefeld (meine Heimatstadt) abgemüht habe ("Vom Bielefelder Universitätsgebäude zum psychedelischen Maybach Exelero. Kritik an der Hypertrophie der Rechte am Geistigen Eigentum"), mache ich nun in der WELT einen großen geistigen Sprung nach vorn. Mit der Universität Bielefeld.
Die nämlich reiht der Artikel "Geldpolitik. Schulden gefährden den Wohlstand des Westens" von D. Eckert und H. Zschäpitz in der WELT vom 12.01.2010 umstandslos in die weltweite Spitzengruppe ein (meine Hervorhebung):
"Wird der Dollar im Jahr 2020 weiter die Leitwährung sein? Wird es den Euro noch geben? Kommt die Inflation wieder? Und droht eine Welle von Staatsbankrotten wie zuletzt in den 20er-Jahren? Diesen und damit benachbarten Fragen haben sich die sieben Laureaten angenommen, die an so renommierten Universitäten wie Oxford, Berkeley, Bielefeld und Leuven lehren oder Denkfabriken wie die Eurasia Group leiten."
Die nämlich reiht der Artikel "Geldpolitik. Schulden gefährden den Wohlstand des Westens" von D. Eckert und H. Zschäpitz in der WELT vom 12.01.2010 umstandslos in die weltweite Spitzengruppe ein (meine Hervorhebung):
"Wird der Dollar im Jahr 2020 weiter die Leitwährung sein? Wird es den Euro noch geben? Kommt die Inflation wieder? Und droht eine Welle von Staatsbankrotten wie zuletzt in den 20er-Jahren? Diesen und damit benachbarten Fragen haben sich die sieben Laureaten angenommen, die an so renommierten Universitäten wie Oxford, Berkeley, Bielefeld und Leuven lehren oder Denkfabriken wie die Eurasia Group leiten."
Sonntag, 10. Januar 2010
Entspannungs-Blogg: Sie befinden sich hier, in Bad Soden-Salmünster
Tief in die Mysterien der Struktur von gesellschaftlichem Diskurs sowie der Geheimnisse der eigentumsbasierten Geldwirtschaft (also heutzutage des "Kapitalismus") verstrickt, gönne ich mir mal eine Erholungspause.
Kritik essen Denken auf: Wider die geistige Massendesertation der denkfaulen westlichen Intelligentsia!
Bei westlicher (und ebenso auch einheimischer) Fundamentalkritik an Staudammprojekten kommt mir die Galle hoch (vgl. auch meinen Blog-Eintrag "terreur des sommes"), weil ich dabei die geistig verfettete westliche Intelligentsia als einen Haufen feiger Denk-Deserteure perzipiere.
Freitag, 8. Januar 2010
Brotfresser-Wirtschaftsmodell zum Zweiten
Eigentlich bin ich kein Freund von Redundanz doch halte ich es für potentiell für verständnisfördernd, wenn ich in meinem nachfolgenden Text jene Überlegungen noch einmal verdichte, die ich in dem vorangegangenen Blott "Die Ökonomie der Artos-Phagen: Warum eine eigentumsbasierte Geldwirtschaft (im Basismodell) nicht dauerhaft funktionieren kann" ausführlicher entwickelt hatte.
Der Text ist eigentlich als Kommentar zu dem heutigen Handelsblatt-Artikel "Starker Staat? Planloser Staat" entstanden. Indes wies ihn das Programm als fehlerhaft (ich vermute: zu lang) zurück. Drum also jetzt hier exklusiv für Sie ;-):
Der Text ist eigentlich als Kommentar zu dem heutigen Handelsblatt-Artikel "Starker Staat? Planloser Staat" entstanden. Indes wies ihn das Programm als fehlerhaft (ich vermute: zu lang) zurück. Drum also jetzt hier exklusiv für Sie ;-):
Donnerstag, 7. Januar 2010
Stark, Jürgen! Einer trotzt dem Erpresserpack der Finanzmärkte - und lehnt einen Griechenland-Bailout ab!
„Die Märkte täuschen sich, wenn sie davon ausgehen, dass andere Mitgliedstaaten in die Brieftasche greifen werden, um Griechenland zu retten“, sagte Stark der italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“. „Die Verträge sehen eine Nicht-Rettungs-Klausel vor, und diese Regeln müssen eingehalten werden“, mahnte das EZB-Direktoriumsmitglied" berichtete am 06.01.10 das Handelsblatt unter der Überschrift "Keine Nothilfeaktion: EZB fordert EU-Front gegen verschuldete Griechen".
Die Ökonomie der Artos-Phagen: Warum eine eigentumsbasierte Geldwirtschaft nicht dauerhaft funktionieren kann - im Basismodell
Den nachfolgenden Text hatte ich großenteils bereits in meinem Blott "Nouriel Roubini: Aus Dr. Doom wird Dr. Zoom" vom 31.12.09 publiziert. Es hat sich aber nunmehr herausgestellt, dass das dort entwickelte Modell einer Brotfresser-Ökonomie (Artos-Phagie) für mein Denken über die Wirtschaftskrise (und über das Wirtschaften überhaupt) zu wichtig ist, um unter einem ganz anderen Titel und überwuchert von einer allzu üppig geratenen Verpackung verborgen zu bleiben.
Deshalb habe ich ihn hier noch einmal unter einer eindeutigen Überschrift und in korrigierter Form eingestellt, auch um in späteren weiteren Blotts darauf Bezug nehmen zu können.
Deshalb habe ich ihn hier noch einmal unter einer eindeutigen Überschrift und in korrigierter Form eingestellt, auch um in späteren weiteren Blotts darauf Bezug nehmen zu können.
Freitag, 1. Januar 2010
CSU, Seehofer, München: Ist die einstige "Hauptstadt der Bewegung" erneut die Hauptstadt populistischer Rattenfänger?
Meine Einschätzung von Horst Seehofer als skrupellosestem und verlogensten Populist und Politiker in Deutschland verfestigt sich zunehmend.
Am 22.04.2009 berichtete Angela Böhm in der Münchner Abendzeitung, wie Seehofer damals die Europawahl "vorbereitete" - nämlich durch Geschenke an die Wählerklientel, ganz wie es auch im Pleitestaat Griechenland der Brauch ist.
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